Die Erfindung betrifft eine Anordnung ohne prinzipbsdingte
Verluste zur Entlastung elektrischer oder elektronischer Einwegschalter von ihrer Verlustleistungsbeanspruchung
beim Ausschalten, welche die Merkmale des Oberbegriffe des Anspruches 1 aufweist.
Eine derartige Anordnung ist Gegenstand des Hauptpatentes, in dem vorgeschlagen ist, die beiden Hauptstiomelektroden
des Einwegschalters so in die Schaltungsanordnung zu legen, daß beim Abschalten des
über den Einwsgschalter fließenden Stromes ihr elektrisches
Potential gegenüber dem zuvor speisenden elektrischen System sich erheblich verändert bzw. weitgehend
beibehalten wird.
Die Erfindung bezweckt, die Lösung gemäß dem Hauptpatent dahingehend auszugestalten, daß ihre Ein-Satzmöglichkeiten
erweitert werden.
Diese Aufgabe löst eine Anordnung gemäß Anspruch 1, weil sie nicht nur eine Entlastung von Einwegschaltern
von ihrer VerlustleistungsbeanspruchJig beim Ausschalten ergibt, sondern auch universell einsetzbar
ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen dieser Lösung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Im folgenden ist die Erfindung anhand verschiedener Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die in der
Zeichnung dargestellten Schaltbilder im einzelnen erläutert.
Aus wirtschaftlichen Gründen ist man bestrebt, die thermische Beanspruchung solcher Einwegschalter
möglichst gering zu halten. Zum einen geschieht dies dadurch, daß man die Zustände α (Einwegschalter ist
leitend) und β (Einwegscha'ter ist gesperrt) möglichst ideal realisiert, derart daß im Zustand a die Spannung
am Schalter und im Zustand β der Strom durch den Schalter jeweils ihre kleinstmöglichen Werte annehmen,
um auf diese Weise zu erreichen, daß das Produkt U · I, welches die im Schalter in Wärme umgesetzte
Verlustleistung repräsentiert so gering wie möglich wird. Beim Übergang vom Zustand α in den Zustand β
und umgekehrt erfährt der Einwegschalter aber ohne zusätzliche Vorkehrungen gleichzeitig eine nennenswerte
Strom- und Spannungsbelastung, was während dieses Übergangs erhebliche momentane Verlustleistungen
zur Folge hat. Zum anderen ist man daher bestrebt, diese Übergänge vom Zustand α in den
Zustand β und umgekehrt außerordentlich rasch vorzunehmen, damit die Verlustenergie je Umschaltvorgang
so gering wie möglich wird.
Aber auch bei hoher Umschaltgeschwindigkeit und damit kurzer Übergangszeit von einem in den anderen so
Schaltzustand ist die gleichzeitige Beanspruchung des Einwegschalters mit erheblichen Werten von Strom und
Spannung unerwünscht. Dies sowohl wegen der dabei verlorengehenden Nutzenergie als auch wegen der
dabei auftretenden elektrischen Beanspruchung der Einwegschalter, welche häufig die entscheidende
Grenze für deren Belastbarkeit darstellt. Dies gilt insbesondere für den Abschaltvorgang des Einwegschalters,
d. h. den Übergang vom leitenden Zustand α in den sperrenden Zustand ß.
Diese Ausführungen seien an einem Beispiel verdeutlicht. Fig. 1 zeigt eine Anordnung, bei welcher ein
gemischt ohmisch-induktiver Verbraucher (1) unter Zwischenschaltung eines elektronischen Einwegschalters
(2) - welcher hier beispielhaft als npn-Transistor ausgeführt ist - aus einer Gleichspannungsquelle (3)
gespeist wird. Damit der Strom durch den Verbraucher «lieh dann weiterfließen kann, wenn ihm der Weg durch
den Einwegschalter versperrt ist, weil sich dieser im sperrenden Zustand β befindet, ist dem Verbraucherzweipol
eine Freilaufdiode (4) antiparallel geschaltet.
Wird der Einwegschalter (2) in Fig. 1 nun vom leitenden
Zustand α in den gesperrten Zustand β versetzt (beim beispielhaft angenommenen Transistor dadurch,
daß dessen Basisstrom verringert wird), so wächst der zwischen den beiden Hauptstromelektroden E und A
wirksame Widerstand von einem zunächst sehr geringen auf einen sehr hohen Wert an. Während dieses sehr
rasch ablaufenden Vorganges ändert der Strom durch den Verbraucherzweipol (1) aufgrund der dort enthaltenen
Drossel seine Größe praktisch nicht. Infolgedessen steigt die Spannung zwischen den Hauptstromelektroden
E und A des Einwegschalters von einem zunächst sehr Ideinen auf immer höhere Werte an. Erst wenn die
Spannung U zwischen den Hauptstromelektroden des Einwegschalters (2) so groß geworden ist wie die
Summe der Quellenspannung U0 und der Schleusenspannung
der Freilaufdiode (4), beginnt der Strom durch den Verbraucherzweipol über diese Diode zu
fließen, und erst wenn dieser Zustand erreicht ist, geht der Strom durch den Einwcgschalter (2) auf einen sehr
geringen Wert zurück. Dies geschieht nicht schlagartig, sondern aufgrund stets vorhandener Schaltungsinduktivitäten
ebenfalls in einer endlichen Zeitspanne.
Die beschriebenen zeitlichen Verläufe des Stromes / durch den Einwegschalter und der Spannung U zwischen
seinen beiden Hauptstromelektroden sind in Fig. 2 dargestellt. Aus diesen zeitlichen Verläufen U(t)
und /(f) bestimmt sich ein einfacher Weise das Produkt U(t) ■ I(t), welches in Fig. 2 ebenfalls dargestellt ist.
Man erkennt deutlich die bereits beschriebene hohe Verlustleistungsspitze im Einwegschalter beim Abschalten
desselben.
Um diese Verlustleistungspitze zu verringern, ist es erforderlich, den Strom durch den Einwegschalter
bereits auf unschädliche Werte zurückzunehmen, bevor die Spannung zwischen seinen Hauptstromelektroden
auf erhebliche Werte angestiegen ist.
Dazu liegt es nahe, zwischen den beiden Hauptstromelektroden des Einwegschalters einen Kondensator-Dioden-Nebenweg
vorzusehen, welcher beim Ausschalten des Einwegschalters den bis dahin durch diesen
geflossenen Strom übernimmt und die dabei aufgenommene Ladung beim nächsten Einschalten des Einwegschalters
über diesen und zwischengeschaltete Ohmwiderstände wieder abgibt.
Fig. 3 zeigt die Anordnung nach Fig. 1 nach Erweiterung um ein derartiges bekanntes Entlastungsnetzwerk,
bestehend aus dem Kondensator C, der Diode D und dem Entladewiderstand R. War in dieser Anordnung
der Einwegschalter (2) zunächst längere Zeit eingeschaltet und der Kondensator C infolgedessen auf die
Spannung uc = 0 entladen und wird dann der Einwegschalter
vom leitenden Zustand α in den sperrenden Zustand β versetzt, so beginnt der Strom durch den
Verbraucherzweipol vom Einwegschalter (2) auf den durch die Diode D und den Kondensator C gebildeten
Nebenweg überzuwechseln, sobald die Spannung U zwischen den Haupisiruiiicicküodcfi des Hiiwvcgschsltcrs
den Wert der Schleusenspannung der Diode D erreicht hat. Bei genügend großer Kapazität des Kondensators
C ist aer Strom durch den Einwegschalter dann bereits
auf unerhebliche Werte abgesunken, bevor die Spannung am Kondensator und damit auch jene zwischen
den Hauptstromelektroden des Einwegschalters einen nennenswerten Betrag angenommen haben. Die zeitli-
chen Verläufe des Stromes / durch den Einwegschalter und der Spannung U zwischen seinen beiden Hauptstromelektroden
sowie des Stromes ic durch den Kondensator C sind in Fig. 4 dargestellt. Aus den zeitlichen
Verläufen U(t) sowie /(f) bestimmt sich in einfacher Weise das Produkt U(t) · /(/), welches in Fig. 4 ebenfalls
aufgetragen ist. Man erkennt, daß der gewünschte Effekt erreicht, d. h. die kritische Verlustleistungsspitze
beim Ausschalten entfallen ist. Entlastungsanordnungen dieser Art weisen jedoch einen gravierenden Nachteil
auf. Die dem Dioden-Kondensator-Nebenzweig während des Ausschaltvorgangs zugeführte elektrische
Energie wird im Anschluß an das nächste Wiedereinschalten des Einwegschalters zur Vorbereitung der Entlastung
beim folgenden Wiederausschalten in Ohmsche is Verluste umgesetzt. Bei hohen Umschaltzahlen je Zeiteinheit
treten infolgedessen beträchtliche Energieverluste und unerwünschte Erhitzungserscheinungen
auf und der von der Umladung des Entlastungskondensators nach dem Wiedereinschalten des Einwegschalters
beanspruchte Ohmwiderstand muß für hohe Belastung ausgelegt werden.
Die mit dieser Erfindung vorgestellte Anordnung vermeidet diese Nachteile. Sie ist für die Entlastung von
Einwegschaltern von ihrer Verlustleistungsbeanspruchung beim Ausschalten universell einsetzbar und weist
keine prinzipbedingten - beim Einsatz von Ohmwiderständen unvermeidbaren - Verluste auf. Bei der folgenden
Beschreibung ihrer Funktion sei berücksichtigt, daß der elektrische oder elektronische Einwegschalter derart
eingesetzt wird, daß eine seiner beiden Hauptstromelektroden beim Abschalten des über sie fließenden
Stromes ihr elektrisches Potential gegenüber dem elektrischen System, in das der Einwegschalter einbezogen
ist, nicht nennenswert ändert, und daß dieses System dasjenige ist, das nach dem Abschaltvorgang die Sperrspannungsbeanspruchung
des Einwegschalters bestimmt. Sie wird im weiteren, der beschriebenen Eigenschaft
entsprechend, als die Schalterelektrode mit konstantem Potential bezeichnet (im Beispiel nach Fig. 1
ist dies die Ausgangselektrode A). Gegenüber ihr ändert sich das Potential der jeweils verbleibenden
Hauptstromelektrode beim Abschalten des Einwegschalters gemäß dessen Funktion in erheblichem
Umfang. Diese zweite Hauptstromelektrode sei gemäß dieser Eigenschaft als die Schalterelektrode mit springendem
Potential bezeichnet (im Beispiel nach Fig. 1 ist dies die Eingangselektrode E). Nach erfolgtem
Abschalten nimmt diese Schalterelektrode mit springendem Potential gegenüber jener mit konstantem
Potential eine positive oder negative Spannung USp an
(im Beispiel nach Fig. 1 ist dies - bei Vernachlässigung der sehr geringen Schleusenspannung der Diode (4) die
Spannung U0).
Üblicherweise ist in der Gesamtschaltung ein Punkt vorhanden, welcher gegenüber der Schalterelektrode
mit konstantem Potential eine näherungsweise gleich große, zeitlich aber weitgehend konstante oder nur
relativ langsam veränderliche Spannung aufweist (im Beispiel nach Fig. 1 ist dies die obere Anschlußelektrode
der Gleichspannungsquelle (3) bzw. der damit galvanisch verbundene Punkt P). Sofern sich in Abweichung
vom Üblichen in der ursprünglichen Schaltung selbst kein Punkt mit dieser Eigenschaft finden läßt,
kann ein solcher entweder durch Umgruppierung der vorhandenen Bauelemente oder unter Zuhilfenahme
passiver sowie gegebenenfalls zusätzlicher aktiver elektrischer und elektronischer Bauelemente in einfacher
Weise auch ergänzend geschaffen werden. Unabhängig davon sei dieser Schaltungspunkt als Punkt mit Sperrspannungspotential
bezeichnet. Er weist gegenüber der Schalterelektrode mit konstantem Potential entsprechend
den vorangegangenen Ausführungen eine zeitlich weitgehend konstante Spannung auf, welche näherungsweise
so groß ist wie jene Sperrspannung USp, welche
die Schalterelektrode mit springendem Potential gegenüber der Schalterelektrode mit konstantem Potential im
Anschluß an das Abschalten des Einwegschalters annimmt.
Erfindungsgemäß wird nun unter Zuhilfenahme aktiver und/oder passiver elektrischer und/oder elektronischer
Bauelemente ein Schaltungspunkt gebildet, welcher gegenüber der Schalterelektrode mit konstantem
Potential eine Spannung aufweist, weiche etwa haib so groß ist wie die Spannung, welche der Punkt mit Sperrspannungspotential
gegenüber der Schalterelektrode mit konstantem Potential aufweist. Sollte ein belastbarer
Schaltungspunkt mit dieser Eigenschaft in der ursprünglichen Schaltung bereits vorhanden sein (z. B.
als Mittelanzapfung einer Batterie), kann auch dieser in der nachfolgend beschriebenen Weise verwendet werden.
In beiden Fällen sei dieser Schaltungspunkt als Punkt mit halbem Sperrspannungspotential bezeichnet.
Erfindungsgemäß wird nun zwischen die erläuterten Schaltungspunkte ein Entlastungsnetzwerk eingefügt,
welches aus einem Kondensator, zwei Dioden und einer Drossel besteht. Eine der beiden Anschlußelektroden
dieser Drossel wird mit dem Punkt mit halbem Sperrspannungspotential verbunden. Die verbleibende Anschlußelektrode
der Drossel wird über zwei in Reihe geschaltete Dioden mit dem Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential
verbunden, wobei die Anschlußrichtung beider Dioden gleich und so gewählt ist, daß
über sie kein kontinuierlicher Stromfluß zwischen dem Punkt mit halbem Sperrspannungspotential und dem
Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential möglich ist. Der Verbindungspunkt der beiden Dioden untereinander
- in dem die Anode der einen und die Kathode der anderen Diode zusammengeführt sind - wird unter
Zwischenschaltung des Kondensators noch mit der Schalterelektrode mit springendem Potential verbunden.
Damit erfüllt dieses Netzwerk die erwünschte, im folgenden beschriebene Entlastungsfunktion. Unmittelbar
im Anschluß an das Einschalten des Einwegschalters wird der Kondensator über den Einwegschalter
selbst, die Drossel und die mit dieser direkt verbundenen Diode so aufgeladen, daß jene Kondensatorelektrode,
an welche die beiden Dioden angeschlossen sind, gegenüber dem anderen, mit der Schalterelektrode verbundenen
Kondensatoranschluß eine Spannung aufweist, welche näherungsweise so groß ist wie jene Sperrspannung,
welche die Schalterelektrode mit springendem Potential gegenüber der Schalterelektrode mit
konstantem Potential nach Abschluß des Abschaltvorgangs des Einwegschalters annimmt. Wird nun das
nächste Abschalten des Einwegschalters durch rasche Erhöhung des zwischen seinen Hauptstromelektroden
wirksamen Widerstandes eingeleitet, so kann die Spannung zwischen diesen Hauptstromelektroden nur so
rasch anwachsen, wie der Kondensator von dem zuvor über den Einwegschalter geflossenen Strom wieder entladen
wird. Bei genügend großer Kapazität des Kondensators ist der Strom durch den Einwegschalter dann
bereits auf unerhebliche Werte abgesunken, bevor die Spannung zwischen den Hauptstromelektroden des Einwegschalters
einen nennenswerten Betrag angenommen
hat. Damit ist ohne prinzipbedingte Verluste erreicht,
daß der Einwegschalter von seiner Verlustleistungsbeanspruchung beim Ausschalten entlastet wird.
Diese Ausführungen seien an einem Beispiel verdeutlicht. Fig. 5 zeigt die Anordnung gemäß Fig. 1 nach
Erweiterung um ein derartiges, ohne prinzipbedingte Verluste arbeitendes Entlastungsnetzwerk, bestehend
aus dem Entlastungskondensator (5), der Entlastungsdiode (6), der Ladedrossel (7) und der Ladediode (8).
Im Beispiel nach Fig. 5 ist - wie sofort zu erkennen ist die Eingangselektrode E des Einwegschalters die Schalterelektrode
mit springendem Potential; somit ist die obere Anschlußelektrode der speisenden Gleichspannungsquelle
(3) bzw. der mit dieser galvanisch verbundene Punkt P der Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential
und der Mittelabgriff der speisenden Gleichspannungsquelle bzw. der hiermit galvanisch verbundene
Punkt Q ist der Punkt mit halbem Sperrspannungspotential. Wird in der Gesamtordnung nach
Fig. 5 der Einwegschalter (2) nach längerer Einschaltdauer für einige Zeit abgeschaltet, so wird der Strom
durch den gemischt ohmisch-induktiven Verbraucher sich schließlich allein über die Freilaufdiode (4) schließen.
Dann ist der Entlastungskondensator (5) nahezu vollständig entladen, seine Spannung uc also praktisch
Null. Wird der Einwegschalter (2) in Fig. 5 nun vom gesperrten Zustand in den leitenden Zustand versetzt,
dann wechselt zum einen der bisher über die Freilaufdiode geflossene Verbraucherstrom wieder auf den Einwegschalter
über und zum anderen lädt sich der Entlastungskondensator
(5) nahezu auf die Spannung U0 auf und behält den erreichten Wert wegen der Sperrwirkung
der Ladediode (8) anschließend bei. Dabei wird das Zeitintervall für diesen Aufladevorgang in bekannter
Weise durch das Produkt aus der Induktivität L der Ladedrossel (7) und der Kapazität C des Entlastungskondensators (5) festgelegt, während der dabei auftretende
Maximalwert des Kondensatorstromes durch den Quotienten dieser beiden Größen bestimmt wird. Wird
der Einwegschalter (2) in Fig. 5 nun wieder vom leitenden Zustand in den sperrenden Zustand versetzt, so
beginnt der Strom durch den Verbraucherzweipol (1) vom Einwegschalter (2) auf den durch die Entlastungsdiode (6) und den Entlastungskondensator (5) gebildeten
Nebenweg überzuwechseln, sobald die Summe aus der zunächst noch konstanten Kondensatorspannung uc
und der ansteigenden Spannung U zwischen den Hauptstromelektroden
des Einwegschalters so groß geworden ist wie die Summe aus der Spannung U0 der Gleichspannungsquelle
(3) und der - kleinen - Schleusenspannung so der Entlastungsdiode (6). Da zuvor uc = U0 ist, findet
dieses Überwechseln des Stromes bereits bei einer sehr geringen Spannung U zwischen den Hauptstromelektroden
des Einwegschalters statt. Bei genügend großer Kapazität C des Entlastungskondensators (5) ist der
Strom durch den Einwegschalter dann bereits auf unerhebliche Werte abgesunken, bevor die Spannung am
Entlastungskondensator (5) nennenswert abgesunken ist und damit die Spannung zwischen den Hauptstromelektroden
des Einwegschalters einen nennenswerten Betrag angenommen hat. Die zeitlichen Verläufe des
Stromes / durch den Einwegschalter und der Spannung U zwischen seinen Hauptstromelektroden sowie des
Stromes ic durch den Entlastungskondensator und die
an diesem liegende Spannung uc sind in Fig. 6 dargestellt.
Aus den zeitlichen Verlaufen U(t) sowie /(r) bestimmt
sich in einfacher Weise das Produkt U{t) ■ I(t), welches
in Fig. 6 ebenfalls aufgetragen ist. Man erkennt, daß der gewünschte Effekt erreicht, d. h. die kritische Verlustleistungspitze
beim Ausschalten entfallen ist.
Zur Demonstration des breiten Anwendungsbereiches der Erfindung seien noch einige Einsatzbeispiele
aufgeführt.
Fig. 7 entspricht weitgehend der Anordnung gemäß Fig. 5 mit Ausnahme des Umstands, daß die Reihenfolge
von Einwegschalter und Verbraucherzweipol vertauscht ist und infolgedessen die Ausgangselektrode A
des Einwegschalters die Schalterelektrode mit springendem Potential darstellt.
Fig. 8 zeigt einen sog. Hochsetzsteller (engl. boost
Converter), in welchem ein Ausschalt-Entlastungsnetzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung eingefügt ist.
Dieser Hochsetzsteller überträgt elektrische Energie von der links angeschlossenen Gleichspannungsquelle
(3) mit der Spannung U0 in das rechts anzuschließende
Gleichspannungssystem mit der - größeren - Spannung U0. Hier ist - wie wieder sofort zu erkennen ist - die
Eingangselektrode E des Einwegschalters die Schalterelektrode mit springendem Potential; somit ist die obere
Anschlußelektrode der gespeisten Gleichspannungsquelle bzw. der mit dieser galvanisch verbundene Punkt
P der Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential und der - vorhandene oder ergänzend gebildete - Mittelabgriff
des gespeisten Gleichspannungssystems bzw. der hiermit galvanisch verbundene Punkt Q ist der
Punkt mit halbem Sperrspannungspotential.
Fig. 9 entspricht wieder weitgehend der Anordnung gemäß Fig. 8 mit Ausnahme des Umstands, daß die
Reihenfolge von Einwegschalter (2) und Speicherdrossel (9) vertauscht ist und infolgedessen die Ausgangselektrode
A des Einwegschalters die Schalterelektrode mit springendem Potential darstellt.
Fig. 10 zeigt einen sog. Tiefsetzsteller (engl. buck converter), in welchen ebenfalls ein Ausschalt-Entlastungsnetzwerk
gemäß der vorliegenden Erfindung eingefügt ist. Dieser Tiefsetzsteller überträgt elektrische
Energie von der links angeschlossenen Gleichspannungsquelle (3) mit der Spannung U0 in das rechts
anzuschließende Gleichspannungssystem mit der - kleineren - Spannung U0. Hier ist - wie wieder sofort
einzusehen ist - die Eingangselektrode E des Einwegschalters die Schaitereiektrode mit springendem Potential;
somit ist die obere Anschlußelektrode der speisenden Gleichspannungsquelle bzw. der mit dieser galvanisch
verbundene Punkt P der Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential und - der vorhandene oder
ergänzend gebildete - Mittelabgriff der speisenden Gleichspannungsquelle bzw. der hiermit galvanisch verbundene
Punkt Q ist der Punkt mit halbem Sperrspannungspotential.
Die folgende Fig. 11 entspricht wieder weitgehend der Anordnung gemäß Fig. 10 mit Ausnahme der
Umstände, daß die Reihenfolge von Einwegschalter (2) und Speicherdrossel (9) vertauscht ist und infolgedessen
die Ausgangselektrode A des Einwegschalters die Schalterelektrode mit springendem Potential darstellt
und daß hier beispielhaft ein pnp-Transistor als Einwegschalter fungiert.
Fig. 12 zeigt schließlich einen sog. Hoch- und Tiefsetzsteller (engl. buck-boost converter), in welchen
wieder ein Ausschaltentlastungsnetzwerk gemäß der vorliegenden Erfindung eingefügt ist. Dieser Hoch- und
Tiefsetzsteller kann elektrische Energie von der links angeschlossenen Gleichspannungsquelle (3) mit der
Spannung U0 in das rechts anzuschließende Gleich
Spannungssystem übertragen, unabhängig davon, ob dessen Spannung Ua größer oder kleiner ist als U0. Hier
ist - wie ebenfalls sofort einzusehen ist - die Eingangselektrode E des Einwegschalters die Schalterelektrode
mit springendem Potential; somit ist die untere Anschlußelektrode
des gespeisten Gleichspannungssystems bzw. der mit dieser galvanisch verbundene Punkt P der Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential
und der - vorhandene oder ergänzend gebildete - Mittelpunkt Q zwischen den beiden unteren ig
Elektroden des speisenden und des gespeisten Gleichspannungssystems der Punkt mit halbem Sperrspannungspotential.
Fig. 13 entspricht wieder weitgehend der Anordnung gemäß Fig. 12 mit Ausnahme des Umstands, daß die is
Reihenfolge von Einwegschalter (2) und Speicherdrossel (9) vertauscht ist und infolgedessen die Ausgangselektrode
A des Einwegschalters die Schalterelektrode mit springendem Potential darstellt.
An den bisher beschriebenen Beispielen wurde deut-Hch,
daß dann, wenn die Schalterelektrode mit springendem Potential durch die Eingangselektrode des Einwegschalters
gebildet wird, vom Schaltungspunkt mit halbem Sperrspannungspotential elektrische Ladung
über das Entlastungsnetzwerk abfließt und daß umgekehrt dann, wenn die Schalterelektrode mit springendem
Potential durch die Ausgangselektrode des Einwegschalters gebildet wird, zum Schaltungspunkt mit
halbem Sperrspannungspotential elektrische Ladung über das Entlastungsnetzwerk hinfließt. Danach kann
dann, wenn in einer Gesamtschaltung Einwegschalter paarweise eingesetzt sind derart, daß bei der einen
Hälfte der Einwegschalter jeweils die Eingangselektroden die Schalterelektroden mit springendem Potential
sind und daß bei der anderen Hälfte der Einwegschalter jeweils die Ausgangselektroden die Schalterelektroden
mit springendem Potential darstellen, der Punkt mit halbem Sperrspannungspotential in höchst einfacher
und dennoch verlustleistungsfreier Weise durch einen kapazitiven Spannungsteiler zwischen jenen beiden
Schaltungspunkten gebildet wird, die für je eine Hälfte der Einwegschalter den Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential
darstellen oder es kann dieser Schaltungspunkt mit halbem Sperrspannungspotential auch
ganz entfallen, wenn dafür gesorgt wird, daß diesem vorhandenen oder nur noch gedachten Punkt über die
Entlpstungsnetzwerke der Einwegschalter elektrische Ladung sowohl zugeführt als auch entnommen wird.
Fig. 14 zeigt als Beispiel für die erstgenannte Möglichkeit einen Zweig einer Wechselrichterechaltung mit
zwei Einwegschaltem (2) und einer Ausgangselektrode (10). P, ist der Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential für den oberen Einwegschalter, P2 der entsprechende
Schaltungspunkt für den unteren Einwegschalter. Der Mittelabgriff des rechts skizzierten kapazitiven
Spannungsteilers, der Schaltungspunkts Q, ist für beide Einwegschalter der Punkt mit halbem Sperrspannungspotential.
Ihm wird über das Entlastungsnetzwerk des unteren Einwegschalters elektrische Ladung entnommen
und über das Entlastungsnetzwerk des oberen Einwegschalters elektrische Ladung zugeführt.
Der skizzierte Mittelabgriff des kapazitiven Spannungsteilers ist auch für weitere Zweige der Wechselrichtergesamtschaltung
ein Punkt mit halbem Sperrspannungspotential und kann daher auch als Anschlußpunkt
für deren Entlastungszweige verwendet werden.
Fig. 15a zeigt als weiteres Beispiel für den beschriebenen paarweisen Einsatz von Einwegschaltem einen
Eintakt-Durchflußwandler. Auch hier ist P, der Schaltungspunkt mit Sperrspannungspotential für den oberen
Einwegschalter, P2 der entsprechende Schaltungspunkt
für den unteren Einwegschalter. Der Mittelabgriff des rechts zunächst skizzierten kapazitiven Spannungsteilers,
der. Schaltungspunkt Q, ist auch hier für beide Einwegschalter der Punkt mit halbem Sperrspannungspotential. Ihm wird über das Entlastungsnetzwerk des
unteren Einwegschalters elektrische Ladung entnommen und über das Entlastungsnetzwerk des oberen Einwegschalters
elektrische Ladung zugeführt. Im Gegensatz zur Anordnung nach Fig. 14 erfolgen Ladungszufuhr
und Ladungsabfuhr hier aber während derselben Zeitintervalle. Das bedeutet, daß der kapazitive Spannungsteiler
auch entfallen kann, die beiden Ladedrosseln (7) zusammengefaßt werden dürfen und auf eine
der beiden Ladedioden (8) verzichtet werden kann. Die dann entstehende Anordnung ist in Fig. 15b wiedergegeben
und besticht durch besonders einfachen Aufbau.
Diese besonders vorteilhafte Ausführungsvariante der Erfindung ist allerdings immer nur dann anwendbar,
wenn in einer Gesamtschaltung Einwegschalter in der beschriebenen Art paarweise eingesetzt werden und
dazuhin jeweils ein solches Paar gleichzeitig eingeschaltet ist. Dies ist z. B. auch dann gegeben, wenn der
Eintaktdurchflußsteller nach Fig. 15b durch Hinzufügen zweier weiterer Einwegschalter zum Gegentaktdurchflußsteller
ergänzt wird oder letzterer unter Fortfall des Ausgangsgleichrichters und gegebenenfalls auch
des Ausgangstransformators als Brückenwechselrichter betrieben wird. Eine derartige Anordnung ist in Fig. 16
dargestellt.
Abschließend sei noch an zweien der aufgeführten Beispiele erläutert, wie dann, wenn in einer Gesamtschaltung
Einwegschalter als Einzelelemente, d. h. nicht paarweise eingesetzt werden, der erforderliche
Punkt mit halbem Sperrspannungspotential auf einfache, verlustleistungsfreie Weise ergänzend gebildet werden
kann.
In Fig. 17 ist der Hochsetzsteller nach Fig. 8 nochmals skizziert und um einen praktisch verlustfrei arbeitenden
Mittelpunktbildner für die Ausgangsspannung Ua ergänzt, welcher in den strichlierten Kasten (11)
eingezeichnet ist und beispielhaft aus zwei kleinen Hilfstransistoren,
einem astabilen Multivibrator, zwei Hilfsdioden, einer Drossel mit Mittelanzapfung und einer
kleinen Speicherdrossel sowie zwei Glättungskondensatoren besteht. Dieser Mittelpunktbildner legt das
Potential des Punktes Q in der gewünschten Weise auf das halbe Sperrspannungspotential fest und führt dem
Punkt Q die erforderliche elektrische Ladung zu.
Dagegen muß ein entsprechender Mittelpunktbildner für den in Fig. 13 dargestellten Hoch- und Tiefsetzsteller
dem dort eingetragenen Punkt Q elektrische Ladung entnehmen. Fig. 18 zeigt beispielhaft, wie dies mit
einem Mittelpunktbildner geschehen kann, der die gleichen Bauelemente enthält wie der in Fig. 17 dargestellte,
lediglich in etwas geändeter Konfiguration.
Hierzu 12 Blatt Zeichnungen