DE2535191A1 - Ein endotracheales beatmungssystem mit minimalem totraum - Google Patents

Ein endotracheales beatmungssystem mit minimalem totraum

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    • A61M16/04—Tracheal tubes
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Description

  • EIN ENDOTRACHEALES BEATMUNGSSYSTEM MIT MINIMALEM TOT RAUM Das System dient dazu, Totraum, Atemarbeit und- kraftaufwand auf ein Minimum zu reduzieren,- vorwiegend bei Früh-, Neugeborenen und Säuglingen bis zu einem Jahr. Darüberhinaus kann dieses Prinzip auch in der Kinder-und in der Erwachsenenanästhesie verwendet werden.
  • Die bisher bekannten Systeme für Säuglinge haben alle den Nachteil eines, in Relation zum Atemzugvolumen gesetzt, großen Totraums, welcher dann durch Hyperventilation kompensiert werden muß.
  • Da Säuglinge in kritischen Situationen aber wenig bereitschaft zu tieferen Atemzügen zeigen, sondern die Atemfrequenz erhöhen, kommt dies einer zusätzlichen vermehrten Totraumventilation gleich - ein "circulus vitiosus".
  • Ausserdem haben die heute gebräuchlichen Kindersysteme den Nachteil, daB sie keine ausreichende Kontrolle über eine adäquäte Lungenventilation liefern (Atemzugsvolumen, Druckamplituden, Gaszusammensetzung). Diese Oberwachungsfunktionen können nicht oder nur unzureichend erfüllt werden, da es sich hierbei um halboffene Systeme handelt. Eine entsprechende Oberwachung ist nur in einem Kreissystem (halbgeschlossen oder geschlossen) möglich. Zudem arbeitet ein Kreissystem wesentlich wirtschaftlicher, da es nur 1/3 - 1/4 des Gasflusses eines halboffenen Systems benötigt.
  • Ein neues Beatmungssystem für Kleinkinder muß also folgende Aufgaben erfüllen.
  • 1. minimaler Totraum in Relation zu 2. minimalem Widerstand 3. optimale Oberwachungsmbglichkeiten bei Verwendung eines Kreissystems 4. Verwendung mit herkömmlichen Narkosegeräten und Respi ratoren 5. Einfachheit und gute Handhabung.
  • Das Problem wurde gelöst, indem ein Endotrachealtubus mit Trennung von Inspirations- (1) und Exspirationsschenkel (2) bis zur Stimmritze gebaut wurde. Bei einem derartigen Tubus für Säuglinge mit einem Aussendurchmesser von 6 mm vereinigen sich die beiden Schenkel ca. 4 cm vor der Tubuspitze.
  • Der Totraum dieses Tubus beträgt 1 ml. Die dritte Leitung (3) erfüllt bei Spontanatmung und künstlicher Beatmung verschiedene Funktionen.
  • A Bei Spontanatmung dient ein kontinuierlicher Gasfluß in Leitung (3) dazu, einen ebenso kontinuierlichen Frischgasfluß in Leitung (1) in Richtung des Exspirationsschenkels (2) umzulenken. Mittels eines Manometers wird dabei der Gasfluß in Leitung (3) so reguliert, daß an der Tubusspitze Druck = O herrscht. (Funktionsprinzip Venturi-Rohr. Wasserstrahl pumpe).
  • Würde der Gasfluß in Leitung (3) nicht bestehen, wird das Inspirationsgas in Leitung (1) zwar trotzdem in Leitung (2) umgelenkt, doch wird die Lunge durch den zur Umlenkung des Gasflusses in Leitung (2) notwendigen Druck leicht vorgebläht werden. Bei geringeren Gasflusses in Leitung (1), etwa bis zu 4 1/min., übersteigt der meßbare Druck am Tubusende jedoch nicht 1 cm H20, was ein Säugling durchaus für eine kürzere Zeitspanne tolerieren kann. Ein Fluß in Leitung (3) wäre also bei geringeren Flüssen in Leitung (1) nicht unbedingt notwendig.
  • Sowohl der Tubus mit Leitung (3) als auch ein vereinfachter Tubus (ohne Leitung (3)) kann an ein Kreissystem angeschlossen werden, aber auch im halboffenen System benutzt werden. Der Anschluß an ein Kreissystem setzt natürlich geringe Ventilwiderstände voraus; außerdem sollten die Ventile (1) und (E) möglichst nahe am Patienten sein, um so eine exspiratorische Kompression oder eine inspiratorische Dekompression der Gassäulen in den Schläuchen (ia) und (2a) - was einer Totraumvergrößerung entsprechen würde - auf ein Minimum zu reduzieren. Um diese Möglichkeit schließlich ganz auszuschalten, wird die Frischgaszuleitung zwischen Inspirationsleitung des Tubus (1) und Inspirationsventil (1) des Kreisystems gelegt. Somit wird auch ein fortwährender Gasfluß durch Leitung (1) und Leitung (2) - ein Spüleffekt - gewährleistet. Um eine gute alveoläre Ventilation sicherzustellen, reicht ein Frischgaszustrom in Höhe des Atem-Minuten-Volumens aus.
  • B Mit beiden Tuben (mit und ohne Leitung (3)) kann manuell beatmet werden, sowohl im halbgeschlossenen Kreissystem als auch im halboffenen.
  • C Maschinelle Beatmung ist ebenso mit als auch ohne Leitung (3) möglich.
  • Ohne Leitung (3) (verschlossen), kann man mit allen herkömmlichen Respiratoren mit positivem oder positivnegativem Druck beatmen.
  • Mit Leitung (3) läßt sich der Tubus bis jetzt nur an den Loosco-Infant-Ventilator anschließen. Der Vorteil der Koppelung dieses Gerätes mit dem Tubus liegt darin, daß bei der Inspiration durch Verschließen von Leitung (2) durch das Gerät mittels des Gasflusses aus den Leitungen (1) und (3) eine Druckwelle direkt vor der Lunge aufgebaut wird, bei der Exspiration durch den von Leitung (3) erzeugten Unterdruck der Widerstand des Tubus Kompensiert und somit die Lungenentleerung beschleunigt werden kann. Zusätzlich zum minimalen Totraum erreicht man damit eine optimale Ventilation.

Claims (4)

SCHUTZANSPROCHE
1. J Endotracheales Beatmungssystem mit minimalem Totraum raumdadurch gekennzeichnet, daß Inspirations-(1) und Exspirationsleitung (2) im endotrachealen Tubus bis zur Einmündung in die Luftröhre getrennt sind.
2. Endotracheales Beatmungssystem mit minimalem Totraum, dadurch gekennzeichnet, daß durch einen Gasfluß in einer dritten Leitung (3) bei Spontanatmung der exspiratorisch wirksame Tubuswiderstand kompensiert werden kann.
3. Endotracheales Beatmungssystem mit minimalem Totraum, dadurch gekennzeichnet, daß durch einen Gasfluß in einer dritten Leitung (3) bei Beatmung inspiratorisch eine Druckwelle unmittelbar vor der Lunge aufgebaut, exspiratorisch der Tubuswiderstand kompensiert und somit die Lunge schneller entleert werden kann.
4. Endotracheales Beatmungssystem mit minimalem Totraum, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem damit verbundenen Kreissystem die Frischgaszuführung (F) in den Inspirationsschlauch (la) zwischen Tubus und Ventil (1) mündet.
Leerseite ei
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