DE2527467B2 - Überströmter Körper, insbesondere Tragflügel - Google Patents
Überströmter Körper, insbesondere TragflügelInfo
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- B64—AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
- B64C—AEROPLANES; HELICOPTERS
- B64C3/00—Wings
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Description
25
Die Erfindung bezieht sich auf einen überströmten Körper, insbesondere Tragflügel, mit einer derart
aufgelösten Hinterkante, daß die Profiltiefe sich quer zur Strömungsrichtung laufend ändert.
Ein derartiger Tragflügel ist aus der US-PS 14 54 479 bekannt. Dabei ist etwa die zweite sich in Strömungsrichtung erstreckende Hälfte des Tragflügels mit
V-förmigen Durchbrechungen versehen, wodurch V-förmige Flügelchen gebildet werden, die den
Durchtritt der Luft von der Unterseite des Flügels auf die Oberseite bewirken sollen. Es lag die Vorstellung
zugrunde, durch diese Ausbildung den Auftrieb zu vergrößern. Aus diesem Grunde ist auch nicht nur die
Hinterkante V-förmig aufgelöst, sondern die gesamte zweite Hälfte des Flügels. Über das akustische
Verhalten eines derart ausgebildeten Tragflügels enthält die US-PS 14 54 479 keine Hinweise.
Die Überströmung der Hinterkante eines Flügels oder ähnlicher quer zur Strömungsrichtung ausgedehnter
Körper erzeugt Schall. Ursache dafür ist anschaulich gesprochen die unstetige Änderung der Strömungsbedingungen
an der Hinterkante, insbesondere der Ausgleich der turbulenten Druckschwankungen am
Profil durch die Umströmung der Hinterkante. Es ist bereits bekannt, die Ausbreitung des Strahllärms von
Düsentriebwerken bei Flugzeugen nach unten hin dadurch zu verringern, daß eine Kombination von
Schlitzdüsen und Landeklappen mit gerader Hinterkante vorgesehen wird. Untersuchungen dazu sind bekannt
(G ro se he, F.-R. Zur Schallerzeugung durch einen turbulenten Luftstrahl über einer endlich großen ebenen
Platte. Mitt. MPI f. Strömungsforschung und Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen Nr. 45 (1969), S. 1—
129; Powell, A. On the aerodynamic noise of a rigid flat plate moving at zero incidence, JASA 31 (1959), pp.
1649—1653). Diese Untersuchungen ergaben u.a., daß die an der Hinterkante eines turbulent überströmten
Körpers erzeugte Schalleistung etwa mit der 5. Potenz der Strömungsgeschwindigkeit zunimmt und daß sich
das Maximum des Schallspektrums proportional der Strömungsgeschwindigkeit zu höheren Frequenzen
verschiebt Der an der Hinterkante erzeugte Schall beeinträchtigt die Abschirmwirkung der Klappe an sich
erheblich. Wenn die Korrelationslänge der turbulenten Schwankungen in der Richtung quer zur Strömung groß
ist, erfolgt die Schallabstrahlung an der geraden Hinterkante des Körpers über eine entsprechende
Länge kohärent und phasengleich. Der akustische Wirkungsgrad wird hierdurch nachteilig erhöht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Lärm (Schall), der im Bereich der Hinterkante von überströmten
Körpern, insbesondere Tragflügeln, abgestrahlt wird, zu mindern.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß zur
Minderung der Schallabstrahlung die Zahnungstiefe der Hinterkante des überströmten Körpers etwa der
Größenordnung der Wellenlänge des zu mindernden Schalls entspricht Damit wird die Möglichkeit geschaffen,
daß die quer zur Strömung orientierten Wirbel, also Querwirbeln, nicht über ihre ganze Erstreckung
gleichzeitig die Hinterkante erreichen, wie dies bei einer geraden Hinterkante der Fall ist, wo der Übergang der
quer zur Strömung orientierten Wirbel mehr oder weniger gleichzeitig erfolgt Nach der Erfindung erfolgt
der Übergang der Wirbelelemente vielmehr kontinuierlich und vereinzelt Hierdurch wird die Erhöhung des
akustischen Wirkungsgrades vermieden und die Schallerzeugung im Bereich der Hinterkante gegenüber dem
Fall dfir geraden Hinterkante verringert. Wichtig ist,
daß dabei etwa die Größenordnung der Wellenlänge des zu mindernden Schalls bei der Auflösung der
Hinterkante eingehalten wird. Die Auflösung der Hinterkante in Abströmrichtung kann gezahnt oder
gerillt sein. Die Auflösung in der Tiefe richtet sich nach dem interessierenden Schallfrequenzbereich und liegt in
der Größenordnung der Wellenlänge des zu mindernden Schalls, vorzugsweise bei etwa einer halben
Schallwellenlänge. Es ist daher unter Umständen zweckmäßig, die Zahnungstiefe entlang der Hinterkante
eines Tragflügels entsprechend den sich ändernden Strömungsverhältnissen zu variieren.
Es ist auch die Möglichkeit gegeben, daß die aufgelöste Hinterkante an einer oder mehreren an dem
überströmten Körper angelenkten Klappen angeordnet ist. Die Anordnung einer Klappe oder auch von
Systemen von Klappen ist im Flugzeugbau an sich bekannt.
Bei der Überströmung des Körpers kann eine Schlitzdüse höhenversetzt zu der Hinterkante angeordnet
sein, so daß sich die Strömung mit der Außenluft vermischen kann und dadurch die Druckschwankungen
im Hinterkantenbereich vermindert werden. Dieser Versatz ist an sich auch bei der Verwendung von
geraden Hinterkanten bekannt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 eine Teilansicht in perspektivischer Darstellung eines Tragflügels mit aufgelöster Hinterkante,
F i g. 2 eine Teilansicht in perspektivischer Darstellung eines Tragflügels mit angelenkter Klappe mit
aufgelöster Hinterkante und
F i g. 3 ein Diagramm des Schallpegels über verschiedene Winkel.
Als überströmter Körper ist in F i g. 1 ein Teil eines Tragflügels 1 dargestellt, der beispielsweise auf seiner
Oberseite mit einem Düsentriebwerk 2 versehen ist, dessen Abgasstrahlen in einer Schlitzdüse 3 zur
Ausströmung gebracht werden. Die Schlitzdüse 3 bzw. deren Austrittsprofil ist auf der Saugseite des Tragflü-
gels angeordnet und von der Mittelebene des Tragflügels
wie auch von der Hinterkante 4 versetzt angeordnet Es versteht sich, daß auch Tragflügelkonstruktionen
möglich sind, bei denen das Düsentriebwerk 2 an sich auf der Druckseite des Tragflügels angeordnet
ist, bei denen aber durch Öffnungen oder Schlitze die abströmenden Gase letztlich auf die Saugseite geleitet
werden.
Wesentlich ist, daß die Hinterkante 4 des Tragflügels 1 in Strömungsrichtung gemäß Pfeil 5 aufgelöst ist. Es
kann hier eine Zahnung, eine wellenförmige Ausbildung oder eine sonstige Unterbrechung der Geradlinigkeit
vorgesehen sein. Wesentlich ist, eine gerade Hinterkante zu vermeiden, da dort sonst die Turbulenzelemente
schlagartig und gleichzeitig mit der umgebenenden Luft in Berührung kommen, was dazu führt, daß der im
Hinterkantenbereich entstehende Lärm die Abschirmwirkung des Hinterkantenbereiches an sich beeinträchtigt.
F i g. 2 zeigt, daß die aufgelöste Hinterkante 4 nicht unbedingt im hinteren Bereich des Tragflügels 1 selbst
angeordnet sein muß. Es kann vielmehr auch eine Klappe 6 an dem Tragflügel 1 schwenkbar angelenkt
sein, die dann ihrerseits die aufgelöste Hinterkante 4 trägt Selbstverständlich sind auch Systeme von
mehreren Klappen hintereinander möglich. Wesentlich ist immer, den Querwirbeln bei turbulent überströmten
Körpern an der Obergangsstelle zu der umgebenenden Luft eine gewisse Austauschstrecke zur Verfügung zu
stellen, um den Übergang kontinuierlich zu gestalten und zu vergleichmäßigen.
Fig. 3 zeigt ein Diagramm des Schallpegels über verschiedenen Winkeln φ. Der Winkel φ ist der Winkel
zwischen der Strahlachse und der Verbindungslinie des Mittelpunktes der Austrittsdüse und dem Betrachter,
also dem Lärmempfänger. Ein auf der Erde stehender Mensch befindet sich also bei Beobachtung eines
ίο fliegenden Flugzeuges im Bereich negativer φ-Winkel.
In gestrichelter Linie ist zunächst die Schallabstrahlung an einer Schlitzdüse dargestellt, die keine abschirmende
Klappe aufweist, bei der also gleichsam die Schlitzdüse mit der geraden Hinterkante zusammenfällt. In
durchgezogener Linienführung und durch Kreise gekennzeichnet, die einzelne Meßpunkte wiedergeben,
ist die Schallabstrahlung, die dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig.2 entspricht, also bei Anordnung einer
Klappe mit schräggezahnter Hinterkante. Im Vergleich dazu bringt die Anordnung einer Klappe allein, d. h. mil
gerader Hinterkante, nicht die erwünschte Wirkung. Es sind zwei Linienführungen dargestellt, und zwar bei
einer Klappe gleicher Länge und zum anderen bei einer Klappe gleicher Fläche, jeweils mit gerader Hinterkante
und jeweils im Vergleich zu der Klappe mit der Zahnung.
Es ist ersichtlich, daß bei der erfindungsgemäßen Ausbildung die Lärmminderung am größten ist.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Überströmter Körper, insbesondere Tragflügel, mit einer derart aufgelösten Hinterkante, daß die
Profiltiefe sich quer zur Strömungsrichtung laufend ändert, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Minderung der Schallabstrahlung die Zahnungstiefe der Hinterkante (4) des überströmten Körpers
(Tragflügel 1) etwa der Größenordnung der Wellenlänge des zu mindernden Schalls entspricht ι ο
2. Körper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hinterkante (4) gezahnt oder gewellt ist.
3. Körper nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgelöste Hinterkante (4)
an einer oder mehreren an dem überströmten Körper angelenkten Klappen (6) angeordnet ist
4. Körper nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Oberströmung des
Körpers (Tragflügel 1) eine Schlitzdüse (3) höhenversetzt zu der Hinterkante (4) angeordnet ist, so
daß sich die Strömung mit der Außenluft vermischen kann und dadurch die Druckschwankungen im
Hinterkantenbereich vermindert werden.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752527467 DE2527467B2 (de) | 1975-06-20 | 1975-06-20 | Überströmter Körper, insbesondere Tragflügel |
| GB2537476A GB1541108A (en) | 1975-06-20 | 1976-06-18 | Body for location in a fluid flow |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19752527467 DE2527467B2 (de) | 1975-06-20 | 1975-06-20 | Überströmter Körper, insbesondere Tragflügel |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2527467A1 DE2527467A1 (de) | 1976-12-23 |
| DE2527467B2 true DE2527467B2 (de) | 1978-10-19 |
| DE2527467C3 DE2527467C3 (de) | 1979-06-13 |
Family
ID=5949519
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19752527467 Granted DE2527467B2 (de) | 1975-06-20 | 1975-06-20 | Überströmter Körper, insbesondere Tragflügel |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2527467B2 (de) |
| GB (1) | GB1541108A (de) |
Families Citing this family (4)
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|---|---|---|---|---|
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| AU1413595A (en) * | 1994-01-12 | 1995-08-01 | Lm Glasfiber A/S | Windmill |
| US7059833B2 (en) * | 2001-11-26 | 2006-06-13 | Bonus Energy A/S | Method for improvement of the efficiency of a wind turbine rotor |
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1975
- 1975-06-20 DE DE19752527467 patent/DE2527467B2/de active Granted
-
1976
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| GB1541108A (en) | 1979-02-21 |
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