DE2408690C2 - Thermoplastische Masse - Google Patents
Thermoplastische MasseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine thermoplastische Masse, die als Hauptanteil Kautschukmaterialstücke enthält,
die durch einen kleineren Anteil eines thermoplastischen Harzbindemittels verbunden sind.
Bei der Herstellung von Kautschukprodukten wird oft ein Oberschuß von Kautschukmaterial verwendet
oft in Form von Abfallstücken, die anschließend zu Kautschukkrümeln oder Kautschukstaub zerkleinert werden,
die gewöhnlich verbrannt oder auf andere Weise beseitigt werden. Außerdem sollte aus gebrauchten
Kautschukartikeln gewonnenes Material, z. B. zerkleinerter ReifenabfalL aus wirtschaftlichen Gründen bei
der Herstellung von Kautschukartikeln wiederverwendet werden.
Aus der DE-OS 18 14 521 sind thermoplastische Massen aus einem thermoplastischen Harz und teilchenförmigen!
Kautschuk bekannt wobei letzterer in Mengen von etwa 1 bis 40 Gew.-% verwendet wird. Die Kautschukteilchen
haben die Form von abgeplatteten Rotationsellipsoiden mit bestimmten Parametern. Bezweckt
wird, daß die Masse unter Spannung nicht wc;tf wird.
Es Finden sich jedoch keine Hinweise darüber, daß nichtthermoplastischer Kautschuk verwendet werden
solL Ferner fehlen Hinweise auf die einzuhaltenden Löslichkeitsparameter
der beiden verwendeten Materialien.
Aus der US-PS 34 89 710 ist es bekannt Kautschukkrümel und Kautschukstaub in ein thermoplastisches
Harzbindemittel einzubringen. Die mechanischen Eigenschaften der erhaltenen thermoplastischen Massen,
insbesondere die Zugfestigkeit, lassen zu wünschen übrig. Wenn in einigen Fällen die Zugfestigkeit verhältnismäßig
hoch ist wird dies mit einem starken Abfall der
jo Dehnung beim Bruch erkauft.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, thermoplastische Massen der eingangs definierten
Gattung mit verbesserten physikalischen Eigenschaften, insbesondere mit verbesserter Zugfestigkeit in
Verbindung mit einer verbesserten Dehnung beim Bruch bereitzustellen, wobei in diesen thermoplastischen
Massen kautschukartiges Abfallmaterial oder anderes schwer verwertbare Kautschukmaterial verwendet
werden kann. Zu diesen schwer verwertbaren Kautschukmaterialien zählen textilverstärktes Kautschukmaterial
aus gebrauchten Reifen sowie Kautschukmaterial, das bisher unverwertbare und nicht-thermoplastische
Kautschuke enthält, beispielsweise solche mit außerordentlich hohem Molekulargewicht, wie »Alfintt-Polybutadien-Polymerisate
(vgl. Condensed Chemical Dictionary, 1963, Seite 36).
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch Bereitstellung einer thermoplastischen Masse gelöst,
die dadurch gekennzeichnet ist, dul3 der Kautschuk nicht-thermoplastisch ist und daß das thermoplastische
Harzbindemittel und der Kautschuk des Kautschukmaterials Löslichkeitsparameter (im gleichen Lösungsmitteltyp)
haben, die um nicht mehr als eine Einheit auseinanderliegen.
Unter einem nicht-thermoplastischen Kautschuk versteht man einen solchen auf der Basis von natürlichem
oder künstlichem Kautschuk, welcher mit anderen Bestandteilen, wie Füllstoffen, Farbstoffen, Verstärkungsmitteln, Antioxidantien, Weichmachern oder Harzen
6ö versetzt sein kann.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird also dadurch gelöst, daß das thermoplastische Harzbindemittel
dem einzuarbeitenden Kautschukmaterial angepaßt wird. Die »Anpassung« besteht darin, daß das
Kautschukmaterial leicht durch das thermoplastische Harzbindemittel benetzt wird, wenn letzteres thermisch
fliebrähig gemacht wird. Dadurch wird eine spezifische Haftung zwischen den Teilen des Kautschukmaterials
und des thermoplastischen Harzbindemittels erzielt
Eine derartige leichte Benetzung an der Grenzfläche zwischen den beiden Materialien und eine maximale
Haftung zwischen ihnen entsteht, wenn das Kautschukmaterial
und das thermoplastische Bindemittel im Hinbück auf ihre polaren Oberflächeneigenschaften zusammenpassen.
Mit Hilfe der Erfindung ist es auch möglich, thermoplastische Harzbindemittel zu verwenden, die bisher als
Bindemittel für Abfallkautschukmaterialien als unbrauchbar gegolten haben.
Im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen thermoplastischen Massen enthalten die bisher bekannten thermoplastischen
Kautschukmassen die Kautschukstücke mehr als Füllstoff für das thermoplastische Harzbindemittel,
weshalb die Grundeigenschaften der bekannten thermoplastischen Kautschukmassen denen des thermoplastischen
Harzbindemittels entsprechen. Die Eigenschaften der erfindungsgemäßen thermoplastischen
Massen werden dagegen teilweise von dem Kautschukmaterial
und teilweise von dem thermoplastischen Harzbindemittel bestimmt Die Eigenschaften der einzelnen
erfindungsgemäßen thermoplastischen Massen variieren naturgemäß mit den Mengenverhältnissen
zwischen Kautschukmaterial und thermoplastischem Harzbindemittel.
Die erfindungsgemäßen thermoplastischen Massen enthalten das thermoplastische Harzbindemitte! im allgemeinen
in einer Menge von wenigstens 5 Gew.-%. Die thermoplastische Masse wird durch Zusammenschmelzen
der Kautsuiukmaterialstücke mit dem dazu
passenden thermoplastischen H.-.rzbincVjnittel erhalten,
wobei das thermoplastische Han^bindemittel vollständig
auf die freiliegenden Oberflächen der '\autschukmaterialstücke
aufgebracht wird.
Vorzugsweise ist das Harzbindemittei in einer solchen
Menge vorhanden, daß es praktisch hohlraumfreie Zwischenbindungen zwischen den Stücken des Kautschukmaterials
ergibt. Es wurde gefunden, daß auf diese Weise ein guter Zusammenhalt zwischen den Stükken
des Kautschukmaterials und dem Harzbindemittel erhalten werden konnte, d. h. das thermoplastische
Harzbindemittel berührt und haftet an allen Oberflächen des Kautschukmaterials, so daß der thermoplastischen
Masse eine beständige Festigkeit gegeben wird.
Die erfindungsgemäße thermoplastische Masse hat eine besondere Verwertbarkeit in Fällen, in denen eine
große Metige von Kautschukmateria! vorhanden ist; es wurde gefunden, daß vorzugsweise 60 bis 90 Gew.-°/o
Kautschukmaterial und 40 bis 10 Gew.-% thermoplastisches
Harzbindemiuel in der Masse vorhanden sein sollten.
Es wurde gefunden, daß thermoplastische Massen gemäß der Erfindung mit guten Eigenschaften erhalten
wurden, wenn 70 bis 85 Gew.-% Kautschukmaterial in Form von Kautschukkrümeln vorhanden ist. Der besonders
bevorzugte Bereich von Kautschukmaterial für thermoplastische Massen gemäß der Erfindung liegt bei
75 bis 80Gew.-%. Wenn mehr als 80Gew.-% Kautschukkrümel
zugegeben sind, wird die Verarbeitung der thermoplastischen Masse mit den konventionellen
Techniken zunehmend schwieriger. Nach den derzeitigen Erkenntnissen ist ein Anteil von 85 Gew.-% Kautschukmaterial
am geeignetsten für gute industrielle Verwertbarkeit, es sei denn, daß Spezialverfahren angewendet
werden.
Das Kautschukmaterial kann Abfallmaterial aus verschiedenen Herstellungsverfahren sein, beispielsweise
kann das Kautschukmaterial aus vulkanisiertem Abfall, der aus der Produktion von Reifen bestehen. Andererseits
kann das Kautschukmaterial auch aus wiedergewonnenem Kautschuk, aus gebrauchten Kautschukartikein,
z. B. aus Fahrzeugreifen bestehen. In beiden Fällen wird das Kautschukmaterial vorzugsweise in an sich
bekannter Weise zerkleinert z. B. durch Verreiben, Zermahlen
und Zerschneiden und wird in zerkleinerter Form in die erfindungsgemäße thermoplastische Masse
ίο eingebracht
Die erfindungsgemäße thermoplastische Masse enthält wenigstens 60Gew.-% zerkleinertes Kautschukmaterial,
das mit einem kleineren Anteil eines thermoplastischen Harzbindemittels, dessen Eigenschaften den
Eigenschaften des Kautschukmaterials angepaßt sind, verbunden ist wobei das thermoplastische Harzbindemittei
in einer Menge von wenigstens 10 Gew.-% vorhanden ist
Es können gute Ergebnisse erhalten werden, wenn das zerkleinerte Kautschukmaterial, das in der erfindungsgemäßen thermoplastischen Masse enthalten ist eine solche Teilchengröße hat daß die Stücke (z. B. Krümel von ganzen Reifen) durch ein Sieb mit 10 Maschen/ cm oder ein Sieb mit einer kleineren Maschengröße hindurchgehen.
Es können gute Ergebnisse erhalten werden, wenn das zerkleinerte Kautschukmaterial, das in der erfindungsgemäßen thermoplastischen Masse enthalten ist eine solche Teilchengröße hat daß die Stücke (z. B. Krümel von ganzen Reifen) durch ein Sieb mit 10 Maschen/ cm oder ein Sieb mit einer kleineren Maschengröße hindurchgehen.
Das Kautschukmaterial das in den erfindungsgemäßen thermoplastischen Müssen verwendet wird, kann
ein kautschukartiges Polymerisat sein, das bisher wegen seiner mangelnden Plastifizierbarkeit (nicht wegen irgendwelcher
eigenen Qualitätsnachteile) industriell nicht bearbeitet werden konnte.
Beispiele für diese bisher nicht verwendeten kautschukartigen Polymerisate sind die »Alfinw-Polymerisate,
die bei der Polymerisation von Butadien unter Ver-Wendung von Zinnalkylkatalysatoren in einem Kohlenwasserstoff-Lösungsrnittclsystcrn
erhalten werden. Diese »Alfin«-Polymerisate haben ein so hohes Molekulargewicht,
daß sie bei Raumtemperatur oder bei höheren Temperaturen praktisch permaneni elastisch und nichtthermoplastisch
sind. Andere kautschukartige Polymerisate mit sehr hohem Molekulargewicht zeigen ähnliche
nicht-thermoplastische Eigenschaften.
Kautschukartige Polymerisate können auch durch Vernetzung hergestellt werden, wodurch die Thermoplastizität
des hergestellten kautschukartigen Polymerisationsproduktes beeinträchtigt wird. Dementsprechend
waren diese Produkte bisher als konventionell verarbeitbare Kautschukp nicht zu verwerten.
Erfindungsgemäß können die bisher nicht verwertbaren
kautschukartigen, nicht-vulkanisierten, nicht-thermoplastischen Polymerisate zu synthetischen Polymerisatprotiukten
verarbeitet werden, und somit können ihre kautschukartigen Eigenschaften ausgenutzt werden.
Erfindungsgemäß werden diese Polymerisate zerkleinert und in zerkleinerter Form in eine kleinere Gewichtsmenge
eines dazu passenden thermoplastischen Harzbindemittels eingearbeitet.
Wenn das Kautschukmaterial, welches für die Herstellung der erfindungsgemäßen thermoplastischen
Masse verwendet wird, aus gebrauchten Kautschukartikeln erhalten wurde, wurde es bisher für notwendig
erachtet, den Kautschuk von allen Textilbestandleilen des ursprünglichen Kautschukartikels zu trennen, z. B.
von den Textilverstärkungen in Fahrzeugreifen, bevor der Kautschuk weiterverwendet werden konnte.
Im Gegensatz dazu können die erfindungsgemäßen thermoplastischen Massen Kauischukmaterialteile enthalten,
die aus Kautschuk-Textil-Masse bestehen.
Der Ausdruck »Kautsckuk-Textil-Masse« wird in der
vorliegenden Anmeldung verwendet, um vulkanisiertes Kautschukmaterial oder Kautschukabfall zu bezeichnen,
in welchen Textilbestandteile als Träger oder Verstärkungsmittel enthalten sind Das Textilmaterial kann
in dem Material als Gewebe oder gebundenes Faservlies, als verdrilltes oder unverdrilltes Garn oder als
Einzelfaser vorhanden seilt, und kann wie einfach in den
Kautschuk eingelegt oder mechanisch an den Kautschuk angeheftet sein. Das Textilmaterial kann aus natürlichen
Fasern, z. B. aus Baumwolle, Wolle, Flachs oder Sisal, oder aus synthetischen Fasern, beispielsweise
aus Nylon, Polyester, Kunstseide oder Glas, bestehen. Beispiele für Artikel, die geeignete Kautschuk- und Textilmassen
darstellen, sind Reifen, Schläuche, Gurte, textilbeschichtete Sportbälle und kautschukbeschichtete
Gewebe.
Wenn erfindungsgemäß Material aus gebrauchten Fahrzeugreifen oder ähnlichen Artikeln als Kautschuktextilmasse
verwendet werden soll, so werden metallische öder andere harte Gegenstände aus den Reifen
oder anderen Artikeln vor der Weiterverarbeitung entfernt, um eine Beschädigung der Maschinea zu verhindern,
die für die Herstellung der Erfindungsgemäßen thermoplastischen Masse verwendet werden. Nach der
Entfernung der metallischen oder anderen harten Gegenstände werden die Artikel zerkleinert, ohne daß dabei
eine besondere Trennung des Kautschuks von dem Textilmaterial vorgenommen wird, wobei die Teilchengröße
nicht kritisch ist, sondern durch Faktoren wie beispielsweise vorteilhafte Weiterverarbeitung bestimmt
wird. Solche Kautschuk- und Textilmassenteiichen werden im allgemeinen als »zerkleinertes Material
(gebrochenes Material)« bezeichnet Stücke im Zentimeterbereich sind besonders geeignet für die Herstellung
der erfindungsgemäßen Produkte.
Eine derartige plastische Masse enthält wenigstens 60 Prozent an Kautschuk und Textilmassestücken, die
durch dazu passende thermoplastisches Harzbindemittel, das in einer Menge von wenigstens 15 Gew.-% der
Masse vorhanden ist, zusammengehalten werden.
Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß das Kautschukmaterial und das
thermoplastische Harzbindemittel im Hinblick auf den Grad der Polarität in ihren Zwischenschicht- oder Oberflächeneigenschaften
einander anzupassen sind. Wenn also ein besonderes thermoplastisches Harzbindemittel
verwendet wird, so muß das Kautschukmateria! so ausgewählt werden, daß es zu dem thermoplastischen Bindemittel
paßt. Deshalü sollten Kautschukmaterialien mit im wesentlichen unpolaren Oberflächeneigenschaften
mit thermoplastischen Harzbindemitteln verv/endet werden, die im wesentlichen unpolare Oberflächeneigenschaften
besitzen, und Kautschukmaterialien mit stark polaren Oberflächeneigenschaften sollten zusammen
mit thermoplastischen Harzbindemitteln verwendet werden, die stark polare Oberflächeneigenschaften
aufweisen.
Beispiele von thermoplastischen Harzbindemitteln, die im wesentlichen unpolare Oberflächeneigenschaften
besitzen, sind beispielsweise Polyäthylen, Polypropylen und Äthylen-Propylen-Mischpolymerisate. Kautschukmaterialien,
die zu diesen Bindemitteln passen und die im wesentlichen unpolare Oberflächeneigenschaften
besitzen, sind c2ispielsweise Naturkautschukarten, Äthylen-Propylen-Mischpolymerisat-Kautschuke una
Isobutylen-Mischpolynierisat-Kautschuke.
Beispiele für thermoplastische Harzbindemittel, die starke oder mäßig starke polare Eigenschaften aufweisen,
sind Polyester, Polyamide, Polycarbonate, Epichlorhydrin-Polymerisate und einige Acrylnitril-Butadien-Styrol-Mischpolymerisate.
Kautschukmaterialien mit stark polaren Oberflächeneigenschaften, die zusammen
mit diesen thermoplastischen Harzbindemitteln für die Herstellung der erfindungsgemäßen thermoplastischer»
Massen mit stark polaren Oberflächeneigenschaften verwendet werden können, sind beispielsweise Nitrilkautschuke,
Epichlorhydrinkautschukarten, Polyurethankautschuke oder einige Polyacrylatkautschuke.
Ähnlich sollten thermoplastische Harzbindemittel mit mäßig polaren Oberflächeneigenschaften, wie beispielsweise
Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate, Butadien-Styrol-Blockmischpolymerisate
und Isopren-Styrol-Blockmischpolymerisate
zusammen mit Kautschukmaterialien, wie beispielsweise Styrol-Butadienkautschukarten,
chlorsulfonierte Polyäthylenkautschuke, Polychloroprenkautschuke, Chlorfluor-Kohlenwasser-Stoffkautschuke
und einige Polyar-'latkautschuke, verwendet
werden, um die besten theiroopiastischen Massen
herzustellen, die auf diesen thermoplastischen Harzbindemitteln gemäß der vorliegenden Erfindung basieren.
Optimale Ergebnisse werden gemäß der vorliegenden Erfindung dann erzielt, wenn die Polarität der Oberflächeneigenschaften
des thermoplastischen Harzbindemittels der Polarität der Oberflächeneigenschaften des
Kautschukmaterials so genau wis möglich angepaßt wird. Jedoch können verwertbare Produkte auch dann
erhalten werden, wenn die Oberflächeneigenschaften der beiden Materialien so weit aneinander angepaßt
werden, daß das Kautschukmaterial durch das thermoplastische Harzbindemittel benetzt wird.
Das Anpassen der polaren Oberflächeneigenschaften der Kautschukkomponente des Kautschukmaterials
und des thermoplastischen Harzbindemittels kann dadurch erfolgen, daß die Löslichkeitsparaneter der Kautschukkomponente
und des thermoplastischen Harzbindemittels aneinander angepaßt werden. Der Ausdruck
»löslichkeitsparameter« wird in der folgenden Literaturstelle
beschrieben: J. H. Hildebrand & R. L Scott »Regular Solutions«, veröffentlicht durch Prentice Hall,
USA, 1962.
Die Grundeinheit der Löslichkeitsparameter ist (Kalorien/cm3)
"2. Bei bekannten Flüssigkeiten (polymeren
und nicht-polymeren) findet eine graduelle Erhöhung des Löslichkeitsparameters statt, z. B. von Dichlormethan,
das einen Löslichkeitsparameter von 5,5 Einheiten
so am nicht-polaren Ende des Bereiches hat, bis hin zum Wasser, das einen Löslichkeitsparameier von 23,4 Einheiten
am stark polaren Ende des Bereichs besitzt- PoIyme^
Materialien, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sollen Löslichkeitsparameter im Bereich
von 7 bis 16 Einheiten, und insbesondere im Bereich von 7,8 bis 13,6 Einheiten haben. Als allgemeine Regel g:k,
daß Materialien mit unpolaren Oberflächeneigenschaften Löslichkeitsparameter von weniger als etwa 8,5 Einheiten,
Materialien mit mäßig polaren Oberflächeneigenschafien und Löslichkeitsparameter im Bereich von
etwa 8,5 bis 9,5 Einheiten und Materialien mit stark polaren Oberflächeneigenschaften !,öslichkeitsparameter
von mehr als etwa 9,5 Einheiten besitzen.
Im Bereich der Löslichkeitsparameter gibt es eine graduelle Erhöhung, wobei die Grenzen der Bereiche
nicht scharf voneinander getrennt sind. So kann beispielsweise ein Kautschukmaterial, das mäßig polare
Oberflächeneigenschaften an der Grenze von 8,5 (KaIo-
rien/cm3) "2 hat, erfindungsgemäß an ein thermoplastisches
Harzbindemittel, das unpolare Oberflächeneigenschaften in der Nähe der gleichen Grenze besitzt, angepaßt
werden.
Erfindungsgemäß beträgt der Unterschied zwischen den Löslichkeitsparametern des Kautschukmaterials
und des thermoplastischen Harzbindemittels nicht mehr als eine Einheit, vorzugsweise nicht mehr als 0,5 Einheiten.
Werte von Löslichkeitsparametern können dem »Polymer Handbook« von J. Brandrup und E. H. Immergut
(Interscience 1966) entnommen werden. Jedoch werden diese Werte oft nur in Form von Bereichen angegeben
und deshalb sollten die Löslichkeitsparameter der beiden zu verwendenden Materialien bestimmt werden,
um herauszufinden, ob sie innerhalb von 1,0, vorzugsweise von 03 Einheiten auseinanderliegen, damit man
sicher sein kann, daß das jeweilige thermoplastische Harzbindemittel in ausreichendem Maße zu dem bestimmten
Kautschukmaterial paßt und die darauf basierenden thermoplastischen Massen die erfindungsgemäßen
verbesserten Eigenschaften besitzen. Wenn das Bindemittel und das Kautschukmaterial so genau wie
möglich aufeinander abgestimmt werden, besitzt die thermoplastische Masse nahezu optimale Eigenschaften.
Das vorstehend genannte »Polymer Handbook« beschreibt praktische Testverfahren zur Bestimmung
von Löslichkeitsparametern und beschreibt ebenfalls Verfahren für die theoretische Vorausberechnung von
Löslichkeitsparametern. Ein weiteres mögliches theoretisches Verfahren ist von P. A. Small im »Journal of
Applied Chemistry«, 1953, Band 3, Seite 71 beschrieben.
Die Erfindung wird weiterhin durch die nachfolgenden Beispiele erläutert.
Die hergestellten thermoplastischen Massen, die in den Beispielen im Detail beschrieben werden, wurden
alle in Laborversuchen hergestellt, in welchen 250 g Ansätze in einem kleinen Banbury-Mischer mit drei Geschwindigkeiten
der mit einem Gehäusemantel und Rotoren versehen war, die mit Dampf auf Temperaturen
auf bis zum 170°C beheizt wurden, vermischt wurden.
Das allgemeine Verfahren zur Herstellung der Gemische liegt in dem Erhitzen der Rotoren und des Gehäusemantels
auf eine Temperatur, die zum Formen des jeweiligen thermoplastischen Harzbindemittels geeignet
ist. Das thermoplastische Harzbindemittel wird dann in den Mischer gegeben und wird darin mit der
niedrigsten Geschwindigkeit 10 Minuten lang gemischt, um das Bindemittel zu schmelzen. Darauf wird das Kautschukmaterial
in Anteilen zugegeben, worauf der Stempel abgesenkt und 5 Minuten lang ein Vermischen
bei einer mittleren bzw. hohen Geschwindigkeit vorgenommen wird, während der Stempel noch gesenkt ist.
Die thermoplastische Masse wird dann während der Rotation bei niedriger Geschwindigkeit ausgeleert.
Um Testplatten aus der thermoplastischen Masse herzustellen, werden Proben der thermoplastischen
Masse in eine Plattenpreßform einer Größe von 25 · 13 cm gegeben, die vorerhitzt war, und zwar wurde
die thermoplastische Masse in einer solchen ausreichenden Menge eingegeben, daß Platten von einer Dicke
von etwa 3,8 mm gebildet werden. Die Form wird zwischen Druckplatten einer offenen Presse, die auf 1500C
erhitzt ist, eingegeben und 10 Minuten lang geformt Die Form wird dann in eine zweite offene Presse gegeben, die durch Umwälzen von kaltem Wasser gekühlt
wird und, nach 5 Minuten in der zweiten offenen Presse,
werden die Platten entfernt
Zum Testen werden hanteiförmige Zugfestigkeitsproben mit einer Testbreite von etwa 6,3 mm aus den
Platten hergestellt unter Verwendung eines Stanzers und einer Schwungradpresse. Das Testen wurde im allgemeinen
mit vier Testproben aus jeder Piai'.e durchgeführt.
Die Zugfestigkeit der Testprobe, deren Zugfestigkeitsrnodul bei 100 Prozent Dehnung und deren prozentuale
Dehnung beim Bruch wurden mit einem Houndsfield Tensometer bestimmt, wobei sich die Einspannfutter
mit einer Geschwindigkeit von etwa 53 cm/Min, auseinander bewegten.
Die thermoplastische Masse enthält 25 Gew.-% eines Polyäthylens mit niedriger Dichte und 75 Gew.-% Kautschukteilchen
aus ganzen Reifen, deren Polymerisatanteil ein Gemisch aus natürlichem Kautschuk und Styrol-Butadien-Kautschuk
ist. Wie diese thermoplastische Kautschukmasse getestet wurde, wurde dafür eine Zugfestigkeit
von 52,4 kg/cm2, ein Zugfestigkeitsmodul bei 100 Prozent Dehnung von 46,2 kg/cm2 und eine 150prozentige
Dehnung beim Bruch festgestellt.
Beispiel 2
(Vergleich)
(Vergleich)
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die 25 Gew.-°/o eines Polyäthylens mit niedriger Dichte und
75 Gew.-% eines auf NitrilkautschuL basierenden Kautschukmaterials
enthält. Das Kautschukmaterial enthält Butadien-Acrylnitril-Kautschuk und PVC (Polyvinylchlorid)
in einem Gewichtsverhältnis von 70 zu 30, und kleinere Mengen von Silicatfüllstoffen, wobei ebenfalls
ein Weichmacher zugegen ist.
Wie diese thermoplastische Masse getestet wurde, wurde eine Zugfestigkeit von 33,3 kg/cm2 ein Zugfestigkeitsmodul
von 33,3 kg/cm2 bei einer Dehnung um 100 Prozent und eine lOOprozentige Dehnung beim
Bruch festgestellt.
Die thermoplastischen Massen sowohl von Beispiel 1 als auch von Beispiel 2 basieren auf dem gleichen thermoplastischen
Harzbindemittel, nämlich auf einem Polyäthylenbindemittel,
welches im wesentlichen unpolare Oberflächeneigenschaften aufweist. Im Beispiel 1 wird
die thermoplastische Masse aus einem Kautschukmate rial hergestellt, dessen mäßig polare Oberflächeneigen
schaften den unpolaren Oberflächeneigenschaften des Polyäthylens besser entsprechen als den stark pole en
Oberflächeneigenschaften des im Beispiel 2 verwendeten Nitrilkautschuks. Es ist hervorzuheben, daß die Eigenschaften der thermoplastischen Masse aus Beispiel 1
wesentlich besser sind als die Eigenschaften der thermo plastischen Masse aus Beispiel 2.
B e i s ρ i &1 3
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die
aus 20 Gew.-% eines Polyäthylens mit niedriger Dichte und 80Gew.-% eines Äthylen-Propyien-Dien-Monomer(EPDM)-Kautschukteilchen besteht
unpolare Oberflächeneigenschaften und passen sehr gut
zu dem Polyäthylen mit niedriger Dichte, das ebenfalls
im wesentlichen unpolare Oberflächeneigenschaften
aufweist
eine Zugfestigkeit von 63,8 kg/cm2 ein Zugfestigkeitsmodui
von 39,5 kg/cm2 bei lOOprozenliger Dehnung und
eine 278prozentige Dehnung beim Bruch festgestellt.
Es wi'd eine thermoplastische Masse hergestellt, die
aus 25vjow.-% eines Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat
und 75 Gew.-% Kautschukkrümeln aus ganzen Reifen, wie sie in Beispiel 1 verwendet werden, besteht
Wie diese thermoplastische Masse getestet wurde, wurde eine Zugfestigkeit von 66,1 kg/cm2 ein Zugfestigkeitsmodul
von 37,2 kg/cm3 bei lOOprozentiger Dehnung
und eine 280prozentige Dehnung beim Bruch festgestellt.
Beispiel 5
(Vergleich)
(Vergleich)
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die 25 Gew.-% eines Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
und 75 Gew.-% des in Beispiel 2 verwendeten Kautschukmaterials enthält. Beim Testen dieser thermoplastischen
Masse wurde eine Zugfestigkeit von 39,9 kg/ cm2 ein Zugfestigkeitsmodul von 32,8 kg/cm2 bei
lOOprozentiger Dehnung und eine 200prozentige Dehnung beim Bruch festgestellt.
Beispiel 6
(Vergleich)
(Vergleich)
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die 25Gew.-% eines Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
und 75 Gew.-% eines Sportballabriebs enthält. Dieser Sportbaliabrieb enthält natürlichen Kautschuk zusammen
mit kleinen Mengen von Ton, Weißpigment und Silicatfüllstoffen.
Diese thermoplastische Masse wurde getestet und eine Zugfestigkeit von 46,2 kg/cm2, ein Zugfestigkeitsmodul
von 24,1 lg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und
eine 290prozentige Dehnung beim Bruch festgestellt.
Die thermoplastischen Massen nach den Beispielen 4, 5 und 6 basieren alle auf dem gleichen thermoplastischen
Harzbindemittel, nämlich Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat-Bindemittel,
welches mäßig polare Oberflächeneigenschaften aufweist. Im Beispiel 4 wird die thermoplastische Masse mit Kautschukmaterial hergestellt,
dessen mäßig polare Oberflächeneigenschaften den mäßig polaren Oberflächeneigenschaften des Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisates
besser entsprechen als die stark polaren Eigenschaften des Nitrilkautschuks aus Beispiel 5 oder die im wesentlichen unpolaren Oberflächeneigenschaften
des Sportballabriebs aus Beispiel 6. Es ist darauf hinzuweisen, daß die Eigenschaften
der thermoplastischen Masse aus Beispiel 4 wesentlich besser sind als die Eigenschaften der thermoplastischen
Massen aus den Beispielen 5 und 6. Die im wesentlichen unpolaren Oberflächeneigenschaften des Sportballabriebs,
die im Beispiel 6 verwendet werden, passen jedoch zu den mäßig polaren Oberflächeneigenschaften
des Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisates besser als die stark polaren Oberflächeneigenschaften des Nitrilkautschuks,
der im Beispiel 5 verwendet wird und deshalb sind die Eigenschaften der thermoplastischen Masse
aus Beispiel 6 besser als die Eigenschaften der thermoplastischen Masse aus Beispiel 5.
Es wird ein thermoplastisches Harzbindemittel hergestellt,
das eine Mischung aus 15 Gewichtsteilen eines Polyäthylens mit niedriger Dichte und 10 Gewichtsteilen eines Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
enthält. Dieses thermoplastische Harzbindemittel wird zur Herstellung einer thermoplastischen Masse verwendet,
die 25 Gew.-% des thermoplastischen Harzbindemittels und 75 Gew.-°/o von Krümeln aus ganzen Reifen,
wie sie in den Beispielen 1 und 4 beschrieben werden, enthält.
Beim Testen hatte diese thermoplastische Masse eine Zugfestigkeit von 66,1 kg/cm2, einen Zugfestigkeitsmodul
von 47.5 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und eine 210prozentige Dehnung beim Bruch.
Beim Vergleich dieser Masse mit der thermoplastischen Masse aus Beispiel 4 wurde herausgefunden, daß
die beiden Massen ähnliche Zugfestigkeiten aufweisen, aber daß der Austausch von Polyäthylen mit niedriger
Dichte für einen Teil des Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats ergeben hat, daß die thermoplastische Masse
dieses Beispiels eine größere Steifheit (Festigkeit) besitzt als die thermoplastische Masse aus Beispiel 4.
Eine thermoplastische Masse wird hergestellt, die 25 Gew.-% eines thermoplastischen Polyesterbindemittels
und 75 Gew.-% Krümel aus ganzen Reifen, wie sie in den Beispielen 1,4 und 7 verwendet werden, enthält.
Diese thermoplastische Masse wurde getestet und zeigte eine Zugfestigkeit von 52,7 kg/cm2 einen Zugfestigkeitsmodul
von 35,2 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung
und eine 200prozentige Dehnung beim Bruch.
η — : : -* ι η
LJ c ι a ρ ι c ι 3
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die 25 Gew.-% eines thermoplastischen Polyesterharzbindemittels,
wie es in Beispiel 8 verwendet wird und 75 Gew.-% Nitrilkautschukmaterial, wie es in den Beispielen
2 und 5 verwendet wird, enthält.
Beim Testen zeigte diese thermoplastische Masse eine Zugfestigkeit von 87,9 kg/cm2 einen Zugfestigkeitsmodul
von 38,0 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und eine 350prozentige Dehnung beim Bruch.
Die thermoplastischen Massen der Beispiele 8 und 9 basieren auf dem gleichen thermoplastischen Polyesterharzbindemittel,
das stark polare Qberflächeneigenschrften aufweist. Im Beispiel 9 wird die thermoplastische
Masse mit Kautschukmaterial hergestellt, dessen stark polare Oberflächeneigenschaften den Oberflächeneigenschaften
des Polyesterharzbindemittels besser angepaßt sind als die mäßig polaren Oberflächeneigenschaften
der Krümel aus den ganzen Reifen, wie sie in Beispiel 8 verwendet werden. Es ist darauf hinzuweisen,
daß die Eigenschaften der thermoplastischen Masse aus Beispiel 9 merklich besser sind als die Eigenschaften
der Masse aus Beispiel 8.
Beispiel 10
Es wird ein thermoplastisches Harzbindemittel hergestellt,
das aus 25Gev/.-% Butadien-Styrol-Blockmischpolymerisat
und 75 Gew.-% Abrieb von Sportbällen, der natürlichen Kautschuk und kleine Mengen von
Ton, Weißpigment und Silicatfüllstoffen enthält, besteht.
Diese thermoplastische Masse wurde getestet und zeigte eine Zugfestigkeit von 88,99 kg/cm2 einen Zugfestigkeitsmodul
von 21,1 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und eine 420prozentige Dehnung beim Bruch.
Diese extrem guten Eigenschaften stammen teilweise von den dem Butadien-Styrol-Blockmischpolymerisat
innewohnenden elastomeren Eigenschaften und dem guten Zusammenpassen zwischen dem Sportballabrieb,
der im wesentlichen unpolare Oberflächeneigenschaften aufweist und dem Blockmischpolymerisat, das einen
ungewöhnlich weiten Bereich des Löslichkeitsparameters in seiner Polymerkette aufweist (siehe Shell Chemical
Company (U. K.) Ltd., Technical Bulletin RB/71/26, Seiten 6 bis 13).
Die folgenden 3 Beispiele beschreiben thermoplasti- is
sehe Massen, die aus verschiedenen Mengen des gleichen Kautschukmaterials und dem gleichen thermoplastischen
Harzbindemittel hergestellt sind.
B e i s ρ i e I 11
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die 25 Gew.-% eines Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisates
und 75 Gew.-% Krümel von ganzen Reifen enthält. Das Äthylen-Vinylacetat-Mischpoiymerisat von
diesem Beispiel und die Krümel der ganzen Reifen stammen aus anderen Quellen als das Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat
und die Krümel von ganzen Reifen, die in den vorhergehenden Beispielen verwendet
wurden. Die gekrümelten Reifen können durch ein Sieb mit 30 Maschen je cm passieren.
Diese thermoplastische Masse wurde getestet und eine Zugfestigkeit von 45,7 kg/cm2 ein Zugfestigkeitsmodul
von 26,4 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und eine 270prozentige Dehnung beim Bruch bestimmt.
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die aus 20 Gew.-% des im Beispiel 11 verwendeten Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat
und 80Gew.-% der im Beispiel 11 verwendeten Krümel aus ganzen Reifen
besteht.
Beim Testen hatte diese thermoplastische Masse eine Zugfestigkeit von 49,2 kg/cm2 einen Zugfestigkeitsmodul
von 22,8 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und eine 280prozentige Dehnung beim Bruch.
Beispiel 13
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die
15 Gew,-% des in den Beispielen 11 und 12 verwendeten
Äthylen-Vinyla.cetat-Mischpolymerisates und 85 Gew.-% der in den Beispielen 11 und 12 verwendeten
Krümel von ganzen Reifen enthält
Diese thermoplastische Masse zeigte beim Testen eine Zugfestigkeit von 43,2 kg/cm2 einen Zugfestigkeitsmodul
von 21,6 kg/cm2 bei lOOprozentiger Dehnung und eine 240prozentige Dehnung beim Bruch.
Weitere Proben von thermoplastischen Massen, welehe
hergestellt wurden, sind folgende:
Eine thermoplastische Masse wird hergestellt, die 20Gew.-% schwarz pigmentiertes Polyäthylen mit
einer Dichte von 032 und 80 Gew.-% Krümel von Äthylen-ProDvien-Dien-Monomerkautschuk
mit einer Teilchengröße, die durch ein Sieb mit 10 Maschen/cm passieren können, enthält.
Die EPDM-Kautschukkrümel haben die folgende Zusammensetzung
(angegeben in Gewichtsteilen):
100 Teile EPDM-Terpolymerisat, das etwa 60 Prozent
Äthylen, 38 Prozent Propylen und 2 Prozent Dicyclopentadien enthält und
das eine Mooney-Viskosität (ML 1 + 4) bei 125°C von ft) und ein spezifisches Gewicht
von 0,87 aufweist
75 Teile F.E.F.-Ruß
35 Teile S.R.F.-Ruß
20 Teile Napthenöl
5 Teile Zinkoxid
75 Teile F.E.F.-Ruß
35 Teile S.R.F.-Ruß
20 Teile Napthenöl
5 Teile Zinkoxid
2 Teile Zink-Diäthyldithiocarbamat
1,5 Teile Stearinsäure
1,5 Teile Schwefel
1,5 Teile Stearinsäure
1,5 Teile Schwefel
u,D ι eile leiraiiieiuyiiniuiärnüisüniu
0,5 Teile 2-Mercaptobenzthiazol
0,5 Teile 2-Mercaptobenzthiazol
Dieser EPDM-Kautschuk war zu 10 mm dicken Fellen verarbeitet und in einem Dampfautoklaven 35 Minuten
bei einer Temperatur von 160°C vulkanisiert worden, die vulkanisierten Felle wurden in etwa 1 cm
große Stücke zerbrochen, die in eine Hammermühle und anschließend in eine Reibmühle eingefüttert, bevor
sie mit einem Sieb von 10 Maschen abgesiebt wurden.
Das granulierte Polyäthylen wurde in einen Innenmischer (Banbury Mischer) zusammen mit den EPDM-Kautschukkrümeln eingegeben.
Das granulierte Polyäthylen wurde in einen Innenmischer (Banbury Mischer) zusammen mit den EPDM-Kautschukkrümeln eingegeben.
Der Stempel des Mischers wurde herabgelassen, das Gemisch sorgfältig vermischt und bei einer Temperatur
von 130° C geschmolzen. Das geschmolzene Gemisch wurde auf einen Walzenstuhl gebracht, von welchem
eine streifenförmige Beschickung geschnitten und abge-
Die dabei erhaltene thermoplastische Masse hatte ein im wesentlichen homogenes Äußeres und war elastisch
und gummiartig.
Ein Teil der thermoplastischen Masse wurd. in einen Thermoplast-Extruder eingegeben und Bootsfenderstreifen
mit hohem Querschnitt hergestellt.
40 Beipsiel 15
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die
aus 20 Gew.-% von ausgewählten Polyäthylenabfall und 80 Gew.-% Kautschukkrümeln, die aus wiedergewonnenen
Fahrzeugreifen erhalten wurden und die natürlichen Kautschuk und Butadien-Styrol-Kautschuk enthielten,
besteht Diese thermoplastische Masse wird gemäß dem in Beispiel 13 beschriebenen Verfahren hergestellt
Diese Masse wird in Scheiben geschnitten und aus einem Vorratsgefäß in eine Spritzgußmaschine zur Herstellung
von Bodenplatten eingegeben.
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die
25 Gew.-°/o eines Butadien-Styrol-Blockmischpolymerisats und 75Gew.-% Krümel aus ganzen Reifen, die
durch ein Sieb mit 30 Maschen hindurchpassieren können, enthält
Das thermoplastische Elastomere wird in einen Banbury Mischer gegeben, dessen Mantel und Rotoren auf
1300C erhitzt wurden und danach werden die Krümel
der ganzen Reifen hinzugegeben. Das Gemisch wurde vermischt und 4 Minuten lang geschmolzen, bevor es in
Mne Warmwaizvorrichtung eingegeben wurde, ai:f der
Bahnen hergestellt wurden, die anschließend abgekühlt wurden. Nach dem Abkühlen wurde die erhaltene Masse
in einem Drehmesser-Granulator granuliert, um ein Granulat mit einer Teilchengröße von etwa 4 mm herzustellen.
Eine Probe dieses Granulats der thermoplastischen Masse wird nach dem Spritzgußverfahren in einer kalten
Form zu einer zylindrischen Hülse geformt.
Beispiel 17
75 Gew.-Teile einer Kautschuk- und Textilmasse. oder zerkleinertes Material, das aus Fahrzeugreifen erhalten
wurde und das eine Teilchengröße von etwa 2 cm und weniger hat, werden in einem auf 120cC erhitzten
innenmischer mit 2i> Gew.-Teüen Poiyathyienablaii vermischt.
Es wird 5 Minuten lang gemischt, um eine gleichmäßige Verteilung des zerkleinerten Materials und des
Polyäthylens zu erhalten. Das Gemisch wird abgekühlt und in einer Drehmessermühle granuliert zur Herstellung
von Teilchen in einer Größenordnung von etwa 0,5 cm. Die granulierten Teilchen werden anschließend
bei einer Temperatur von 1300C durch Druck verformt
unter Bildung einer Fliesenplatte von 63 mm Dicke.
Die Oberfläche der Platte zeigte eine irreguläre Rauheit von angenehmem Äußeren ^nd war bei Nässe im
wesentlichen für den Fuß rutschfest im Gegensatz zu einer Platte aus Kautschuk der gleichen Art wie die
Kautschukkomponente in dem Fahrzeugreifen oder zu einer Platte, die aus geformten Polyäthylenabfall hergestellt
ist.
Beispiel 18
Beispiel 19
ßenden Schuhsohlen, geeignet.
Andere passende Bestandteile, wie beispielsweise
•ι Farbstoffe, Weichmacher, Füllstoffe usw. können dem
Kautschukmaterial zugesetzt werden, um der erfindungsgemäßen thermoplastischen Masse die jswüncchter
Eigenschaften zu verleihen. Beispielsweise werden Farbstoffe oft zugesetzt, wenn die thermoplastisdie
Masse zu Bodenfliesen verarbeitet wird.
Es folgt ein Beispiel einer thermoplastischen Masse gemäß der vorliegenden Erfindung, die neben den beiden
wesentlichen Bestandteilen, nämlich dem thermoplastischen Harzbindemittel und dem Kautschukmaterial,
weitere Bestandteile enthält.
Beispiel 21
Es wird eine thermoplastische Masse hergestellt, die 11 Gew.-% eines Butadien-Styrol-Blockmischpolymerisats
und 71 Gew.-% eines weichen natürlichen Kautschuk-Formenabfalls
enthält. Die thermoplastische Masse wird dann mit 6 Gew.-% Coumaron-Inden-Harz
und 12Gew.-% eines Naphthen-Weichmacheröls versetzt.
Beim Testen zeigte diese thermoplastische Masse eine Zugfestigkeit von 37,5 kg/cm2 einen Zugfestigkeitsmodul
von 6,05 kg/cm2 bei 1 OOprozentiger Dehnung und eine 560prozentige Dehnung beim Bruch.
Der niedrige Zugfestigkeitsmodul und der hohe Wert für die Dehnung beim Bruch macht diese thermoplastisehe
Masse besonders geeignet für Verwendungszwekke, in denen ein schnelles Strecken der Masse erwünscht
ist
Eine zweite Fliesenplatte von 6,3 mm Dicke wird nach dem Verfahren von Beispiel 17 hergestellt, wobei
jedoch das Polyäthylen durch Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat ersetzt wird. Das Aussehen der Platte
war ähnlich, aber sie zeigte verbesserte Flexibilität insofern, daß keine Anzeichen für Risse an der Oberfläche
nach wiederholtem Biegen der Platte in zwei Richtungen zu erkennen waren.
Eine dritte Fliesenplatte von 6,3 mm Dicke wird nach
dem Verfahren von Beispiel 17 hergestellt, wobei anstelle
von Polyäthylen ein Blockmischpolymerisat aus Butadien und Styrol eingesetzt wird. Diese Fliesenplatte
zeigte sehr gute Elastizität und verbesserte Trocken-Rutschfestigkeit im Vergleich mit einer Platte aus Kautschuk
der gleichen Art wie die Kautschukkomponente in den Fahrzeugreifen oder mit einer Platte, die aus
geformtem Polyäthylenabfall hergestellt ist
Nach dem allgemeinen Verfahren, wie es oben beschrieben wird, wird eine thermoplastische Masse hergestellt,
die 30Gew.-% Acrylnitril-Butadien-Styrol Mischpolymerisat und 70 Gew.-% eines auf Nitrilkautschuk
basierenden KautschuRir.aterials enthält.
Die thermoplastische Masse war zäh und leicht verformbar und ist für Verwendungszwecke, in denen wiederholtes
Biegen zu erwarten ist wie z. B. bei ölabsto-
Claims (6)
1. Thermoplastische Masse, die als Hauptanteil Kautschukmaterialstücke enthält, die durch einen
kleineren Anteil eines thermoplastischen Harzbindemittels verbunden sind, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kautschuk nicht-thermoplastisch ist und daß das thermoplastische Harzbindemittel
und der Kautschuk des Kautschukmaterials Löslichkeitsparameter (im gleichen Lösungsmitteltyp)
haben, die um nicht mehr als eine Einheit auseinanderliegen.
2. Thermoplastische Masse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel in einer
solchen Menge vorhanden ist, daß es praktisch hohlraumfreie Zwischenbindungen zwischen den Stükken
des Kautschukmaterials ergibt
3. Thermoplastische Masse nach Anspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet daß die Kautschukmaterialstücke
Krümel von ganzen Reifen mit einer Teilchengröße entsprechend einer lichten Maschenweite
von 10 Maschen/cm sind.
4. Thermoplastische Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet daß das
thermoplastische Harzbindemittel und der Kautschuk des Kautschukmaterials im wesentlichen unpolare
Oberflächeneigenschaften besitzen und daß das thermoplastische Harzbindemittel ein Polyäthylen-Bindemittel
und der Kautschuk des Kautschukmaterials ein Naturkautschuk, ein Äthylen-Propylen-Mischpolymerisat-Kautschuk
oder ein Isobuty-Fen-Mischpolymerisat-Kautschukist
5. Thermoplastische Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
thermoplastische Harzbindemittel und der Kautschuk des Kautschukmaterials mäßig polare Oberflächeneigenschaften
besitzen und daß das thermoplastische Harzbindemittel ein Butadien-Styrol-Blockmischpolymerisat
und der Kautschuk des Kautschukmaterials ein Naturkautschuk, ein Styrol-Butadienkautschuk
oder ein Alfin-Polybutadien-Kautschuk ist.
6. Thermoplastische Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
thermoplastische Harzbindemittel und der Kautschuk des Kautschukmaterials mäßig polare Oberflächeneigenschaften
besitzen und daß das thermoplastische Harzbindemittel ein Äthylen-Vinylacetat-Bindemittel
und der Kautschuk des Kautschukmaterials ein Styrol-Butadien-Kautschuk oder ein Alfin-Polybutadien-Kautschuk
ist
I. Thermoplastische Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
thermoplastische Harzbindemittel und der Kautschuk des Kautschukmaterials stark polare Oberflächeneigenschaften
besitzen und daß das thermoplastische Harzbindemittel ein Polyester und der Kautschuk des Kautschukmaterials ein Butadien-Arcrylnitril-Kautschük
ist.
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| GB2410473 | 1973-05-21 |
Publications (2)
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|---|---|
| DE2408690A1 DE2408690A1 (de) | 1974-09-05 |
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|---|---|---|---|
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| DE102010026950A1 (de) | 2010-07-12 | 2012-01-12 | Sasol Wax Gmbh | Verfahren zur Herstellung von Agglomeraten, die Gummi und Wachs aufweisen, danach hergestellte Agglomerate und ihre Verwendung in Asphalt oder Bitumenmassen |
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- 1974-02-22 DE DE19742408690 patent/DE2408690C2/de not_active Expired
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