DE2201855C2 - Verfahren zur Herstellung von hochfesten, gut schweißbaren und kaltverformbaren Grob- und Mittelblechen und deren Verwendung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hochfesten, gut schweißbaren und kaltverformbaren Grob- und Mittelblechen und deren VerwendungInfo
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Description
0,16 bis 0,20% Kohlenstoff,
0,4 bis 0,6% Silizium,
1,0 bis 1,6% Mangan,
0,4 bis 0,9 Vo Chrom,
0,2 bis 0,4% Molybdän,
0,1 bis 0,2% Titan,
maxim?10,04% Phosphor,
maximal 0,04% Schwefel,
0,02 bis 0,06% Aluminium,
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen,
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen,
besteht, mit einer Ausgangswalztemperatur von ca. 125O0C in an sich bekannter Weise entweder
a) so warmgewalzt wird, daß durch vermehrte Stichzahlen bei verminderter Stichabnahme die
Verformung von mindestens der doppelten Enddicke bis zur Enddicke bei Temperaturen
unterhalb 850° C ei rolgt ocir
b) mit üblichen Stichab.iahmen auf eine Zwischendicke
vorgewaizt, in einer ' Valzpause auf eine
Walztemperatur von etwa 860 bis 8400C abgekühlt und dann mit einer Dickenabnahme
von mindestens 100% nach dem Quotienten
|en sowie als Werkstoff zur Herstellung von Kessel-
und Apparatebauteilen.
40
(Zwischendicke bei 860 bis840°C - Enddicke) ■ 100
Enddicke
auf die Blechdicke fertiggewalzt wird, und daß das nach a) oder b) fertiggewalzte Blech sodann
an Luft kontinuierlich auf Raumtemperatur abgekühlt und anschließend bei einer Temperatur
oberhalb der oberen Λί,-Punkt-Temperatur
und unterhalb der Λ,-Punkt-Temperatur angelassen
wird.
45
50
60
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur weiteren Verbesserung der
Vergütbarkeit der Stahl mit bis zu 0,6% Nickel legiert wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stahl von der
Zwischendicke um mindestens 20 mm unterhalb einer Walztemperatur von 860°C fertiggewalzt und
nach der kontinuierlichen Luftabkühlung mit einer Haltezeit von 1 bis 10 min/mm Blechdicke bei einer
Anlaßtemperatur Von 500 bis 6500C gehalten wird,
4. Verwendung des nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 hefgestellten Stahles als
Werkstoff zur Herstellung Von Druckgefäß-, Hoch'
druckrohrleitutigs', Fahrzeuge und Stahlbau-hochtel·
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Hochfeste, schweißbare und kaltverformbaiS Baustähle
mit einer Streckgrenze von mehr als 700 N/mm2 werden in bekannter Weise durch eine Wasservergütung,
d. h. durch Erhitzen auf Härtetemperatur, Härten in Wasser und nachfolgendem Anlassen hergestellt, da
es bisher nur auf diesem Wege möglich ist, bei einem zur Gewährleistung der Schweißsicherheit auf etwa 0,2%
beschränkten Kohlenstoffgehalt eine Streckgrenze in der genannten Höhe und eine gute Sprödbruchsicherheit
zu erzielen. Für die Herstellung derartige»· Stähle mit hoher Streckgrenze, wie sie z. B. bekannt sind aus
»Stahl und Eisen«, 1966, Seite 652/653, sind in nachteiliger Weise Vergütungs- bzw. Abschreckvorrichtungen
erforderlich, die einerseits erhebliche Kosten verursachen und andererseits platzmäßig nicht überall
untergebracht werden können.
Im einzelnen ist aus der US-PS 32 07 637 ein Stahl mit
0,15 bis 0,40% C. 0,70 bis 1,80% Mn, 0,50 bis 1,50% Si und gegebenenfalls G 15 bis 030% Cr, 0,10 bis 0,20% Al
und 0,05 bis 0,20 Ti oder V sowie ein Verfahren zum Walzen und nachfolgenden Abkühlen bekannt, aus dem
quergerippter Betonstahl hergestellt wird. Gewalzt wird bei dem bekannten Verfahren in den letzten drei
Stichen mit Stichabnahmen von 12 bis 15% mit einer Endwalztemperatur, die zwischen 800 und 9000C liegt.
Anschließend wird von dieser Endwalztemperatur der Betonstahl 30% schneller als unter normalen Bedingungen
abgekühlt, um eine Gefügeumwandlung .n der oberen Perlitstufe zu verhindern und ein feinkörniges
Umwandlungsgefüge zu erhalten. Dieses bekannte Verfahren ist für die Herstellung von Grob- bzw.
Mittelblechen nicht verwendbar, da Anlagen, die für derartige Abkühlungsgeschwindigkeiten erforderlich
sind, nicht in Grobwalzwerke eingebaut werden können.
Es ist ferner ein Stahl mit 0.08 bis 0,20% Kohlenstoff, 03 bis 1.20% Mangan, 0,6 bis 5,0% Chrom, 0,1 bis 03%
Silizium, 0,15 bis 0,6% Aluminium und gegebenenfalls bis 0,5% Molybdän, bis 0,5% Vanadin, bis 1.0% Nickel
sowie 0,2% Titan bekannt (vgl. US-PS 27 70 563), der nach einer mehrstufigen Wärmebehandlung zu Rohren
für Ölbohranlagen verarbeitet und durch den insbesondere eine Schwefelwasserstoffkorrosion der Rohre
verhindert werden soll.
Bekannt ist auch ein Verfahren zur Herstellung eines hochzugfesten Stahls (vgl. schweizerische Patentschrift
5 07 377), der 0.05 bis 0,15% Kohlenstoff. 0,05 bis 0,6% Silizium, 0.1 bis 1,4% Mangan, 0.5 bis 4,5% Nickel, 0,1 bis
1,4% Chrom. 0.1 bis 0,8% Molybdän sowie 0.01 bis 0,09% Aluminium und/oder 0,01 bis 0,15% Titan enthält;
dieser Stahl wird nach der Erwärmung über die Λi-Temperatur in einer Zeit von 2.1 bis 80 Sekunden
von 800 auf 5000C und anschließend langsam auf 2000C
abgekühlt, um ein bainitisches Gefüge zu erhalten. Schließlich ist auch das Legieren Von bestimmten
Vergütungsstählen oder warmfesien Stählen mit Molyb'
dän bekannt (s, Houdremont, »Handbuch der Sonderstahlkunde«,
1956,2. Band, S. 934/935).
Bekannt sind ferner Verfahren zur Herstellung Von Zwischenstufenstählen, vgl. »Melallurgia«, Manchester,
22 Ol
82, July 1970, S. 5-8, »J. Iron Steel Inst«, 1957, 187,
S. 292-309, »Trans. A.S.M.«, 1965, 58, S. 489-498; bei
diesen Stählen wird, ausgehend von kohlenstoffarmen Stählen, die als wesentliche Legierungselemente Chrom,
Molybdän und Bor enthalten, das Zwischengefüge durch ein kontrolliertes Walzen, d. h. ein Walzen mit einer
Endwalztemperatur unterhalb der A3-Temperatur erzielt
Aus der Zeitschrift »Bänder Bleche Rohre« 1970, Nr. 3, S. 183—190, ist für einen mit Ni, Nb, V und Ti
legierten Baustahl vom Typ 52-3 folgendes Walzverfahren bekannt:
1. Die Bleche werden normal vorgewalzt kühlen dann in einer oder mehreren Walzpausen bis zur
gewünschten Temperatur ab und werden anschließend fertiggewalzt Bei entsprechenden betrieblichen
Voraussetzungen können die Bleche während der Abkühlung aus dem Produktionsfluß herausgezogen
werden, so daß während der Walzpausen weitere Bleche gewalzt werden können. In einigen
Werken wird die Abkühlung durch Abbrausen mit Wasser beschleunigt
2. Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Bleche mit geringen Stichabnahmen und zahlreichen
Stichen so zu walzen, daß die gewünschte Endwalztemperatur ohne Walzpausen erreicht
wird. Dieses Verfahren wurde in Japan so weit entwickelt, daß .Stichplan und Abkühlung von
Computern während des Walzens berechnet und gesteuert werden. Für Bleche bis etwa 15 mm
Dicke ist dieses Verfahren besonders gut geeignet. Die Walzleistung wird aber ebenfalls vermindert.
3. Der dritte Weg zur Verkürzung der Abkühlungszeit
ergibt sich durch eine Verringerung des Temperaturunterschiedes zwischen Anfang und
Ende des Walzens, indem die Bleche mit niedriger Anfangstemperatur gewalzt werden. Dieses Verfahren
ist bei größeren Serien wirtschaftlich, aber es ist nicht ohne Einfluß auf die Werkstoffeigen-Schafte'.
Die deutsche Auslegeschrift 10 71734 weist eine
Stahlzusammensetzung in weiten Legierungsbereichen nach, wovon sich die anmeldungsgemaß zu behandelnde
Stahllegierung durch enge Legierungobereiche abhebt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe 7ugrunde. ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen,
mittels dessen die Vorteile der Wasservergütung von Stahl, insbesondere eine hohe Streckgrenze von mehr
als 700 N/mm2, hohe Sihweißsicherheit gute Sprödbruchsicherheit
und Kaltverformbarkeit erhalten bleiben, ohne eine aufwendige Wasservergütung durchführen
zu müssen.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung gemäß dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 sowie die
Merkmale der Ansprüche 2 bis 4 in fördernder Weise gelöst.
Die Vorteile des Verfahrens zur Herstellung eines hochfesten Baustahls nach der Erfindung sind insbesondere
darin zu sehen, daß auf einfache Weise unter Verwendung der in Walzwerken üblicherweise vornan*
denen Einrichtungen ohne aufwendige Abschreckvorrichtungen ein im Walzzustand im Vergleich zu luft-
oder wassergehärteten Vergütungsstählen erheblich anlaßbesländigerer Stahl herstellbar ist, der nichtsdestoweniger
eine Streckgrenze von mehr als 700 N/mm2 aufweist, so daß er im Druckgefäß- und Hochdruckrohrleitungsbau
sowie im Stahlhochbau zur Gewichtseinsparung mit gutem Erfolg verwendet werden, kann.
Darüber hinaus ist dieser Stahl auf Grund seiner guten Zähigkeitseigenschaften und der vorzüglichen
Kaltverformbarkeit besonders für den Fahrzeugbau geeignet da er eine Leichtbauweise ermöglicht, durch
die das Leergewicht erheblich verringert wird. Schließlich weist der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellte Stahl eine hohe Warmfestigkeit auf, so daß er auch im Kessel- und Apparatebau vorteilhaft
eingesetzt werden kann. Bei dynamischen Beanspruchungen ist der erfindungsgemäß hergestellte Baustahl
vergleichbaren wasservergüteten Qualitäten unter Umständen sogar überlegen, weil er eine geringere
Oberflächenentkohlung hat als die vor der Wasserhärtung geglühten Erzeugnisse. Das feine Vergütungsgefüge
und die chemische Zusammensetzung machen den erfindungsgemäßen Werkstoff weiterhin für die Verwendung
bei großen Verschleißbeanspnichungen geeignet
Die Verwendung des gekennzeichneten Stahles, der (jrfindungsgemäß gewalzt und behandelt worden ist, mit
einer Streckgrenze von mehr als 70a N/mm2, einer Zugfestigkeit von 800 bis 950 N/mm2, einer Dehnung
<5 5 von >15°/o sowie einer Kerbschlagzähigkeit vor mehr
als 6 mkg/cm2, gemessen an Iso-Spitzkerb-Längsproben
bei -2O0C und einer guten Kaltverformbarkeit, die es
ermöglicht Abkantungen quer und längs zur Walzrichtung mit einem Abkantradius von r=2a (a= Blechdicke)
bis zu einem Biegewinkel von 180° vorzunehmen, sowie einer Warmstreckgrenze von 700 bis 250 N/mm2 im
Prüf temperaturbereich von ?0 bis 500° C für die genannten Zwecke, insbesondere für den Fahrzeugbau,
im Druckgefäß- und Hochdruckrohrleitungsbau, im Stahlhochbau sowie im Kessel- und Apparatebau wird
als erfindungswesentlich betrachtet.
Das Verfahren zur Herstellung des hochfesten Baustahles nach der Erfindung ist im folgenden an Hand
von Ausführungsbeispielen näher erläutert
In üblicher Weise, z. B. im Sauerstoffaufbla^konverter
erschmolzener und zu 12 mm dicken Grobblechen gewalzter Stahl hatte folgende Stückanalyse:
0.2% C
0,57% Si
1.50% Mn
0.015% P
0,018% S
0,006% N
U,055% Al
0,59% Cr
0.07% Ni
0,25% Mo
0,15% Ti
Rest Eisen unJ. übliche Verunreinigungen.
Nach dem Walzen wurden die Grobbleche an Luft abgekühlt und aus dem Walzzustand so'vie nach zum
Vergleich durchgeführten Luft- bzw. Wasserhärtungen bei verschiedenen Temperaturen angelassen. Die bei
der Untersuchung ermittelten Streckgrenzen und Zugfestigkeiten in N/mm2 der auf diese Weise
behandelten Grobbleche zeigt Tabelle 1.
| Tabelle 1 | 5 | 22 0 | 1 855 | Zugfestigkeit Rm |
6 | Zugfestigkeit Rm |
| Wärmebehandlungen | Luftvergütet bzw. -gehärtet Streckgrenze Rc |
Zugfestigkeit | Wasservefgiitet bzw. -gehärtet Streckgrenze Re |
1700 1120 971 814 |
Walzzustand Streckgrenze Rc |
1152 1025 937 855 |
| Nicht angelassen 5000C angelassen 6000C angelassen 65O0C angelassen |
62Ö 788 685 602 |
1126 906 775 705 |
1093 937 735 |
670 882 835 771 |
||
Die Untersuchungsergebnisse zeigen zunächst, daß die Streckgrenzen und Zugfestigkeiten durch das
Anlassen aus dem Walzzustand im Vergleich zum luftvergüteten Zustand bei gleichen Anlaßtemperaturen
um 100 bis 170 bzw. 160 N/mm2 erhöht werden. Auch im
Bereich der höchstmöglichen Anlaßtemperaturen ist die durch das Anlassen aus dem Walzzustand erzielte
Streckgrenze mit 770 n/mm2 noch deutlich höher als der angestrebte Wert von 700 n/mm2, während der
entsprechende wasservergütete Zustand mit 730 N/mm2 der Anforderung nur knapp genügt und der
luftvergütete Zustand mit 600 n/mm2 erheblich zu niedrig liegt. Insgesamt ergibt somit das Verfahren nach
der Erfindung gegenüber der Luftvergütung und der Wasservergütung auf einfache Weise eine deutlich
verbesserte Anlaßbeständigkeit.
Die Abhängigkeit der Zugfestigkeiten und Streckgrenzen von der Anlaßtemperalur im Walzzustand, im
luft- und wasservergüteten Zustand nach Tab. 1 sind im Diagramm in F i g. 1 zusammengefassend dargestellt.
wobei auf der Abszisse die Anlaßtemperaturen in 0C
und auf der Ordinaten die Streckgrenzen (Fig. la) und
die Zugfestigkeiten (F i g. Ib) angegeben sind, wobei die durchgezogenen Linien die Werte des Stahles nach der
Wasserbehandlung, die strichpunktierten Linien diejenigen nach der Luftbehandlung und die unterbrochenen
Linien diejenigen Werte nach der Behandlung aus dem Walzzustand abgeben.
Ein in gleicher Weise wie nach Beispiel 1 hergestellter und zu 12 mm Grobblech gewalzter Stahl hätte
folgende Stückanalyse:
| 0.19% | C |
| 0.47% | Si |
| 1,20% | Mn |
| 0.023% | P |
| 0.022% | S |
| 0.005% | N |
| 0.04% | Al |
| 0.62% | Cr |
| 0.17% | Ni |
| 0.30% | Mo |
| 0.17% | Ti |
35
40
45
Rest Eisen und übliche Verunreinigungen.
Eine Vorbramme mit einer Dicke von 120 mm wurde bei einer Temperatur von etwa 12500C aus dem Ofen
gezogen und anschließend bei gegenüber dem normalen Walzen erhöhten Stichzahlen mif entsprechend geringeren
Stichabnahmen bei den einzelnen Walzdurchgängen gewalzt. Durch dieses verlangsamte Walzen wurde
das Walzblech zusätzlich gekühlt, so daß die fertige Dicke des Grobbleches von 12 mm von einer Zwischendicke
von 30 mm der vorgewalzten Vorbramme bei einer Temperatur zwischen 850 und 7500C gewalzt
wurde, d.h. die Dirkenabnahme betrug in diesem Temperaturbereich 150%. Nach dem Walzen wurde das
Grobblech an Luft auf Raumtemperatur abgekühlt und anschließend auf 600" C angelassen und bei dieser
Temperatur 15 min gehalten. Die bei dieser Behandlung erzielten Werkstoffeigenschaften sind zusammen mit
den Werten von zum Vergleich in üblicher Weise gewalzten und anschließend bei gleicher Anlaßtemperatur
luft- sowie wasservergüteten Grobblechen in Tabelle 2 angegeben.
Behandlung
Streckgrenze Zugfestigkeit Dehnung
Kerbschlagzähigkeit1}
Re
(N/mm2)
(N/mm2)
(N/mm3)
(mkg/cm2)
Luftgehärtet und angelassen 623
Wassergehärtet und angelassen 815
Walzzustand und angelassen 780
') = Prüfung durch Iso-Spitzkerfa-Längsproben bei —50°C
19
15
16
15
16
03
43
3,5
0,8
33
4,1
43
4,8
Wie aus diesen Werten für die Werkstoffeigenschaf- ren der Kerbschlagzähigkeit erzielt werden, die denen
ten hervorgeht, wird durch das verlangsamte Walzen es eines wasservergüteten Stahles entsprechen, wobei
ixr\A noi4i Ae*r- I 黣*οΚί·τΐΜιΐη(τ απε/Ί-ιΙΐ^βςττΗς Anlflgcpn (ii£ crlpir» ti 7^ItICX ΗΪ£ ^Λ/prff» ffir Hig DehnUTi^ UHv 7ii σι^cficr-
Zähigkeit des gewalzten Stahles so weit verbessert, daß keit in gleicher Weise dem wasservergüteten Stahl
nach der Anlaßglühung niedrige Übergangstemperati; entsprechen und die gewünschte Streckgrenze von
22 Ol 855
mindestens 700 N/mm2 garantiert werden kann. Aufgrund dieser Eigenschaften kann daher der aus dem
Walzzustand angelassene Stahl auch fürdi3 Herstellung
iprödbruchsicheref Vergütungsstähle verwendet werden.
Bei einem Vergleich mit den Weiten des luftvergüteten, in üblicher Weise gewalzten Bleches ist
neben der größeren Anlaßbeständigkeit des Walzzusta >v.!es außerdem die Auswirkung des kontrollierenden
Walzens auf die Zähigkeit zu erkennen. Während nämlich die Kerbschlagproben des Grobbleches mit
abgesenkter Walztemperatur bei -6O0G noch spezifische Schlagarbeiten von etwa 3 bis etwa 5 mkg/cm2
»ufweisen, liegen die Werte des verglichenen luftvergüteten Bleches bei dieser Prüfung schon in Tieflage der
kerbschlagzähigkeit.
In gleicher Weise wie durch ein verlangsamtes VVätzen des Stahles entsprechend Beispiel 2 kann der
Stahl aus Beispiel ί auch mit einer Abkühlpause nach dem Vorwalzen fertiggewalzt werden.
So wurde beispielsweise eine Vorbramme mit einer Dicke von 150 mm bei einer Temperatur von 12503C
»us dem Ofen gezogen und bis auf eine Zwischendicke von 35 mm vorgewalzt. Die Temperatur des Vorbleches
betrug bei dieser Dicke etwa 1000°C. In einer
Walzpause wurde das Vorblech auf etwa 860 bis 8400C ah Luft abgekühlt und anschließend auf eine fertige
Dicke von 10 mm bei einer Endwalztemperatur von etwa 7000C gewalzt, d. h. die Dickenabnahme betrug in
diesem Temperaturbereich 250%.
In gleicher Weise wie das 10-mm-Blech wird auch ein
20 film dickes Blech gewalzt, Wobei lediglich die
Zwischen- bzw, Vorblechdicke etwa 60 mm Und die
Endwalztemperatur etwa 7500C betragen.
Ein nach dem Beispiel 2 zusammengesetzter und gewalzter Stahl hatte, wie aus Fig;2 hervorgeht, eine
Warmstreckgrenze von 700 N/mm2 bei 2O0G Und von
250 N/mm2 bei 5000C, d.h. die Warmstreckgrenze ist
gegenüber einem vergleichsweise herangezogenen 13-CrMo-44-Stahl nach DIN 17 155 in einem Prüftem-
Ia peraturbereich von 20 bis 5000C um 390 bis 70 N/mm2
erhöht, so daß der erfindungsgemäß zusammengesetzte und hergestellte Stahl mit Vorteil im Kessel· und
Apparatebau eingesetzt werden kann.
In F i κ. 2 sind auf der Abszisse die Prüftemperaturen
in 0C und auf der Ordinate die Warmstreckgrenzen in
N/mm2 aufgetragen, wobei die Prüfwerte für den erfindungsgemäßen Stahl mit durchgezogener Linie und
die Werte für defl Vergleichsstahl mit unterbrochener
Linie miteinander verbünden sind.
Alle nach den Beispielen 1 bis 4 behandelten Stahlbleche wiesen nach der erfindungsgemäßen Behandlung
ein Gefüge auf, das überwiegend, d. h. zu 90 bis 95% aus Zwischenstufengefüge und zu 10 bis 5% aus
Ferrit-Perlit bestand.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1. Verfahren zur Herstellung von Grob- und Mittelblech aus einem Baustahl, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erzielung einer guten Schweißbarkeit, einer Streckgrenze von mehr als
N/mm2, einer Zugfestigkeit von 800 bis 950 N/ mm2, einer Dehnung <55 von
>15% sowie einer Kerbschlagzähigkeit von mehr als 6 mkg/cm2,
gemessen an Iso-Spitzkerb-Längsproben bei — 20° C
und einer guten Kaltverformbarkeit, eine Vorbramme aus einem Stahl, der aus
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2201855A DE2201855C2 (de) | 1972-01-15 | 1972-01-15 | Verfahren zur Herstellung von hochfesten, gut schweißbaren und kaltverformbaren Grob- und Mittelblechen und deren Verwendung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2201855A DE2201855C2 (de) | 1972-01-15 | 1972-01-15 | Verfahren zur Herstellung von hochfesten, gut schweißbaren und kaltverformbaren Grob- und Mittelblechen und deren Verwendung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2201855B1 DE2201855B1 (de) | 1973-07-26 |
| DE2201855C2 true DE2201855C2 (de) | 1982-03-04 |
Family
ID=5833087
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2201855A Expired DE2201855C2 (de) | 1972-01-15 | 1972-01-15 | Verfahren zur Herstellung von hochfesten, gut schweißbaren und kaltverformbaren Grob- und Mittelblechen und deren Verwendung |
Country Status (1)
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- 1972-01-15 DE DE2201855A patent/DE2201855C2/de not_active Expired
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| BGA | New person/name/address of the applicant | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: ESTEL HOESCH WERKE AG, 4600 DORTMUND, DE |
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: HOESCH WERKE AG, 4600 DORTMUND, DE |
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Owner name: HOESCH AG, 4600 DORTMUND, DE |