DE2116155C - Bleioxid und banumoxidfreie, warmeab sorbierende Verschmelzglaser mit nur gering fugiger Verdampfungsrate wahrend des mit Hilfe von Heizstrahlern ausgeführten Ver schmelzens mit Warmeausdehnungskoeffizien ten von 90,9 bis 93,5 10 7/Grad C (20 300 Grad C), Erweichungstemperaturen von 648 bis 672 Grad C und Verarbeitungstemperaturen von 945 bis 999 Grad C - Google Patents

Bleioxid und banumoxidfreie, warmeab sorbierende Verschmelzglaser mit nur gering fugiger Verdampfungsrate wahrend des mit Hilfe von Heizstrahlern ausgeführten Ver schmelzens mit Warmeausdehnungskoeffizien ten von 90,9 bis 93,5 10 7/Grad C (20 300 Grad C), Erweichungstemperaturen von 648 bis 672 Grad C und Verarbeitungstemperaturen von 945 bis 999 Grad C

Info

Publication number
DE2116155C
DE2116155C DE19712116155 DE2116155 DE2116155C DE 2116155 C DE2116155 C DE 2116155C DE 19712116155 DE19712116155 DE 19712116155 DE 2116155 DE2116155 DE 2116155 DE 2116155 C DE2116155 C DE 2116155C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
degrees
oxide
temperatures
heat
thermal expansion
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19712116155
Other languages
English (en)
Other versions
DE2116155B2 (de
DE2116155A1 (de
Inventor
Werner Dr Chem 6500 Mainz Vinz Otmar Dipl Phys 8300 Landshut Sack
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Schott AG
Original Assignee
Jenaer Glaswerk Schott and Gen
Filing date
Publication date
Application filed by Jenaer Glaswerk Schott and Gen filed Critical Jenaer Glaswerk Schott and Gen
Application granted granted Critical
Publication of DE2116155C publication Critical patent/DE2116155C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Description

sowie Fluoride, berechnet als Fluor
F2 O bis 0,4
2. v/erschmelzglas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es im Ansatz, berechnet als Oxide, enthält:
Gewichtsprozent
SiO2 69,65
B2O3 2,50
Al2O3 2,70
Li2O 1,00
Na20 13,00
K20 2,00
MgO 2,10 Ao
CaO 3,25
Fe2O3 3,80
NH4Cl 0,30
45
In den letzten Jahren haben wärmeabsorbierende Verschmelzgläser an Bedeutung gewonnen. Derartige Gläser finden bevorzugt in Rohrform Verwendung zur isolierenden gasdichten Umhüllung elektronischer Bauteile, wie z. B. von Schaltkontakten aus Nickel-Mangan-Eisen oder Nickel-Chrom-Eisen-Legierungen. Die Verschmelzung des metallischen Durchführungsteiles mit dem wärmeabsorbierenden Ummantelungsglas erfolgt unmittelbar durch Heizstrahler, deren Infrarotstrahlung im Wellenlängenbereich von I bis μίτι von dem Glas weitgehend absorbiert wird. Der Verschmelzvorgang wird je nach der Art der Durchführungsmetaile entweder in einer bestimmten Gasatmosphäre oder im Vakuum ausgeführt. In der Patentanmeldung P 17 96 232.2-45, in der französischen Patentschrift 1 451 798 und in der deutschen Offenlegungsschrift 1 942 918 sind derartige wärmeabsorbierende Verschmelzgläser beschrieben.
Es zeigt sich nun in der Praxis, daß diese Gläser den Anforderungen nur unvollkommen gerecht werden. Die Nachteile dieser Gläser bestehen darin, daß sie Bestandteile enthalten, die beim Verschmelzprozeß in neutraler oder oxydierender Atmosphäre aus dem Glas verdampfen und sich an anderen Stellen, z. B. auf den metallischen Kontakten, als deutlich wahrnehmbare Kondensate niederschlagen. Die einwandfreie Funktion eines solchen Kontaktes wird dadurch verhindert. Dieses Verhalten zeigen die bleioxidhaltigen Gläser nach der französischen Patentschrift 1451 798 und die fluorhaltigen Gläser nach der Patentanmeldung P 14 51798 mit einem Fluorgehalt > 0,4 Gewichtsprozent.
Erfolgt der Verschmelzprozeß in reduzierender Atmosphäre, so sind bleioxidhaltige Gläser ebenfalls ungeeignet. Das Bleioxid wird hierbei zu metallischem Blei reduziert, was zu einer Schwarzfärbung des Glases führt.
Neueste Untersuchungen haben ferner ergeben, daß auch bariumoxidhaltige Gläser, z. B. nach der deutschen Offenlegungsschrift 942 918. für die Fertigung derartiger Kontakte (Reedkontakte) in reduzierender Atmosphäre Mängel aufweisen. So wurde gefunden, daß bei Verwendung bariumoxidhaltiger Gläser die Kontakte, insbesondere von Schaltern mit GoId-Silber-Kontaktfiächen, zum Kaltverschweißen neigen. Man nimmt an, daß beim Verschmelzprozeß entstehende Spuren von metallischem Barium als Getterstoff diese Störung verursachen.
Ziel der vorliegenden Erfindung sind Glaszusammensetzungen, welche die geschilderten Nachteile der bekannten wärmeabsorbierenden Gläser nicht aufweisen und die eine funktionsgerechte Fertigung der als Reedkontakce bekanntgewordenen Schaltelemente ermöglichen.
Dieses Ziel wird erfindungsgemäß erreicht mit Gläsern, die im Ansatz, berechnet als Oxide, enthalten:
Gewichtsprozent
SiO2 63,7 bis 72,15
B2O3 0 bis 3
Al2O3 2 bis 7
Li2O 0,8 bis 1
Na20 10,7 bis 13,7
K20 2 bis 5
MgO 1,6 bis 2,8
CaO 3,25 bis 4
Pe3O4 f I.... 3 bis 4,5
sowie Fluoride, berechnet als Fluor
F2 ,. 0 bis 0,4
und gegebenenfalls
Zucker 0 bis 0,3
NH4Cl 0 bis 0,5
NaCI 0 bis 0,5
Der Zusatz an Zucker dient zur Verstärkung der Wärmeabsorption der Gläser zwischen 1 und 3 μίτι, d. h. zur Verschiebung des Eisen-II/III-Gleichgewichtes nach der 2wertigen Seite.
NH4Cl und NaCl dienen als Läutermittel.
Die Wärmedehnungskoeffizienten der ^rfindungsgemäßen Gläser sind zur Erzielung einer spannungsan.ien und damit mechanisch haltbaren Verschmelzung denen der eingangs erwähnten Verschmelzlegierungen angepaßt. Im Temperaturbereich von 20 bis 30O0C haben diese Gläser WärmedehnungskoefHzienten von etwa 90 bis 94 x 10~7/°C
Durch Einführung von 3,0 bis 4,5 Gewichtsprozent Fe3O4 oder auch von 3,0 bis 3,7 Gewichtsprozent Fe3O4 + 0,4 bis 0,8 Gewichtsprozent CoO haben die Gläser das Maximum der Wärmeabsorption zwischen 1 und 3 μΐη.
Weiterhin sind die erfindungsgemäßen Gläser trotz Beseitigung der geschilderten Mängel noch weich genug, um bei relativ niedrigen Temperaturen eine einwandfreie und praktisch kondensatfreie Verschmelzung mit den Einschmelzlegierungen zu ermögliehen. Sie haben Erweichungstemperaturen (£w; η = ΙΌ7·6 Poise) von 648 bis 672° C und Verarbeitungstemperaturen (VA; η = 10* Poise) zwischen 945 und 999° C.
Wie bereits erwähnt, können zur Verbreiterung des Maximums der Wärmeabsorption 0,4 bis 0,8 Gewichtsprozent Fe3O4 durch CoO ersetzt werden.
Zur Charakterisierung des erfindungsgemäßen Zusammensetzungsbereiches enthält die folgende Tabelle fünf Ausfuhrungsbeispiele von Glaszusammensetzungen in Gewichtsprozent mit den hier interessierenden Eigenschaftswerten:
Bestandteile Nr. 1 Nr. 2 Nr. 3 Nr. 4 Nr. 5
SiO1 63,70
3,00
7,00
0,80
10,70
5,00,
1,60
3,70
67,70
3,00
3,00
0,80
13,70
2,00
2,30
3,70
66,20
2,50
5,00
0,80
12,70
3,00
2,80
4,00
69,65
2,50
2,70
1,00
13,00
2,00
2,10
3,25
72,15
B-O, 4,50
0,40
3,80
0,40
3,00
0,20
3,80 2,00
0,80
13,20
2,50
Al7O3 100,40 100,40 100,20 100,00 2,30
Li,0 91,9
486
672
993
2,52
93.5
484
648
945
2,53
92,5
488
663
954
2,53
90,9
480
650
960
2,51
3,25
Na,O 3,80
K,O 100,00
MeO 92,5
473
663
999
2.49
CaO
Fe3O4
F
Summe Gewichtsprozent...
α x 107 (20 bis 300°C)/oC.
Tg(0C) J^lO135POiSe ....
EK (0C) η = 107·6 Poise ....
VA (0C) η = 104 Poise
Dichte (g/ccm)
Ausführungsbeispiel
Zur Erschmelzung von 300 kg berechnetem Glas nach der Zusammensetzung von Beispiel 4 wird ein Glasgemenge verwendet, bestehend z. B. aus folgender Rohstoffmischung: 209,3 kg Quarzsand, 11,4 kg Rasorit, 12,3 kg Tonerdehydrat, 7,5 kg Lithiumkarbonat, 61,3 kg Soda, 8,9 kg Pottasche, 1,9 kg Kalk, 28,8 kg Dolomit, 11,4 kg Eisenoxid schwarz, 0,90 Ammoniumchlorid.
Das Gemenge wird in 14 Einlagen bei 14400C in einem 1201 fassenden basischen Glasschmelzhafen eingeschmolzen, 12 Stunden bai 14200C geläutert, in 10 Stunden auf die Arbeitstemperatur von 1180°C abgekühlt und zu Röhren, z. B. von Hand, verarbeitet. Eine Kühlung dünnwandiger Röhren ist nicht nötig. Für dickwandige Artikel erfolgt eine Kühlung über 1 bis 2 Stunden bei 5000C und anschließender Abkühlung mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 bis 80°C/Stunde bis 2000C. Danach kann die weitere Abkühlung beliebig schnell erfolgen.

Claims (1)

Patentansprüche:
1. Bleioxid- und bariumoxidfreie, wärmeabsorbierende Verschmelzgläser mit nur geringfügiger Verdampfungsrate während 'des mit Hilfe von Heizstrahlern ausgeführten Verschmelzens, mit Wärmeausdehnungskoeffizienten von 90,9 bis 93,5 x 10"70C (20 bis 3000C), Erweichungstemperaturen von 648 bis 672°C und Verarbeitungs- [0 temperaturen von 945 bis 9990C, insbesondere für Nickel-Chrom-Eisen- und Nickel-Mangan-Eisen-Legierungen, mit maximaler Wärmeabsorption zwischen 1 und 3 μΐη, dadurchgekennze ich η et, daß sie im Ansatz, berechnet als Oxide, enthalten: Gewichtsprozent
SiO2 63,7 bis 72,15
B1O3 0 bis 3
Al2O3 2 bis 7
Li,0 · 0,8 bis 1,0 "
Na,O 10,7 bis 13,7
K.Ö 2 bis 5
MgO 1,6 bis 2,8
CaO 3,25 bis 4
Fe2O3 3 bis 4,5
DE19712116155 1971-04-02 Bleioxid und banumoxidfreie, warmeab sorbierende Verschmelzglaser mit nur gering fugiger Verdampfungsrate wahrend des mit Hilfe von Heizstrahlern ausgeführten Ver schmelzens mit Warmeausdehnungskoeffizien ten von 90,9 bis 93,5 10 7/Grad C (20 300 Grad C), Erweichungstemperaturen von 648 bis 672 Grad C und Verarbeitungstemperaturen von 945 bis 999 Grad C Expired DE2116155C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2116155C true DE2116155C (de) 1972-10-19

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE4430710C1 (de) Borsäurearmes Borosilikatglas und seine Verwendung
US3415637A (en) Strengthening glass sheets by ion exchange
DE4213579A1 (de) Alkalifreies glas
DE1016908B (de) Verfahren zum Herstellen von Glasgegenstaenden hoher mechanischer Festigkeit und danach hergestellte Glasgegenstaende
EP2287121A1 (de) Glas und Verwendung eines Glases für Glas-Metall-Verbindungen
DE102004022629A1 (de) Gefloatetes Lithium-Aluminosilikat-Flachglas mit hoher Temperaturbeständigkeit, das chemisch und thermisch vorspannbar ist
DE1421845B2 (de) Verfestigter glasgegenstand mit einer das glasinnere umgebenden oberflaechen-druckspannungsschicht und verfahren zu seiner herstellung
EP0913366B1 (de) Erdalkalialuminoborosilicatglas für Lampenkolben und dessen Verwendung
EP0132751B1 (de) Thermisch hoch belastbare Wolfram-Einschmelzgläser
DE2309710C2 (de) Strontiumoxidhaltiges Glas für Kathodenstrahlröhrenkolben mit hoher Absorptionswirkung für Röntgenstrahlung
DE1496092A1 (de) Waermeabsorbierende Glaeser mit verbesserten physikalischen Eigenschaften
DE1003925B (de) Glas zum Verschmelzen mit Eisenlegierungen
DE2116155C (de) Bleioxid und banumoxidfreie, warmeab sorbierende Verschmelzglaser mit nur gering fugiger Verdampfungsrate wahrend des mit Hilfe von Heizstrahlern ausgeführten Ver schmelzens mit Warmeausdehnungskoeffizien ten von 90,9 bis 93,5 10 7/Grad C (20 300 Grad C), Erweichungstemperaturen von 648 bis 672 Grad C und Verarbeitungstemperaturen von 945 bis 999 Grad C
US4179638A (en) Cathode ray tube panel
DE2116155B2 (de) Bleioxid- und bariumoxidfreie, wärmeabsorbierende Verschmelzgläser mit nur geringfügiger Verdampfungsrate während des mit Hilfe von Heizstrahlern ausgeführten Verschmelzens mit Wärmeausdehnungskoeffizienten von 90,9 bis 93,5.10-7/Grad C (20-300 Grad C), Erweichungstemperatur von 648 bis 672 Grad C und Verarbeitungstemperaturen von 945 bis 999 Grad C
DE2002365B2 (de) Verfahren zum herstellen eines laserglases mit einem hohen beschaedigungs-schwellenwert und verringerter neigung zur mikrophasentrennung und entgalsung, sowie nach diesem verfahren hergestellte laserglaeser
DE69406648T2 (de) Bleifreie, durchsichtige glaszusammensetzung und daraus hergestellte gegenstände
DE1596905A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Keramikglases
DE2818804A1 (de) Borosilikatglaszusammensetzungen und ihre verwendung
US4677081A (en) Arsenic-free lead silicate vacuum tube glass
DE2433752C3 (de) Fluor- und Arsenoxid-freie Glaser für Farbfernsehschirme
DE763108C (de) Glas zur Herstellung feinster Fasern und Faeden
KR830002473B1 (ko) 음극 선관
US3545989A (en) Low loss lead fluoride sealing glasses
GB1055126A (en) Treatment of glass