DE20301260U1 - Wirbelkörper-Bohrlehre für die Einbringung von Pedikelschrauben in Wirbel einer Wirbelsäule - Google Patents

Wirbelkörper-Bohrlehre für die Einbringung von Pedikelschrauben in Wirbel einer Wirbelsäule

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Description

G 332CL 03
Beschreibung
Wirbelkörper-Bohrlehre für die Einbringung von Pedikelschrauben in Wirbel
einer Wirbelsäule
Die Erfindung betrifft eine Wirbelkörper-Bohrlehre für die Einbringung von Pedikelschrauben in Wirbel einer Wirbelsäule nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
is Für die dorsale Versteifung instabiler Wirbelsäulensegmente, insbesondere durch degenerative, traumatische, tumoröse oder entzündliche Einflüsse ist es erforderlich von hinten Pedikelschrauben in die Pedikel der benachbarten Wirbel einzubringen. An diesen wird dann ein Trägersystem fixiert, das die Instabilität überbrückt und die Wirbelsäule wieder belastungsfähig macht.
Vor der Einbringung der Pedikelschrauben ist es erforderlich, lagerichtig vorzubohren. Eine vorbestimmte, lagerichtige Einbringung der Pedikelschrauben ist wesentlich, da die Pedikel zwar sehr stabil sind aber einen verhältnismäßig kleinen Durchmesser im Vergleich zu den einzubringenden Pedikelschrauben haben.
Um eine möglichst lagerichtige Einbringung der Pedikelschrauben sicherzustellen, ist es bekannt, intraoperative Röntgen-Durchleuchtungskontrollen in zwei Ebenen vorzunehmen. Trotz dieser aufwändigen Röntgenkontrollen tre- ten relativ große Lagetoleranzen auf und es kann zu Fehllagen der Pedikelschrauben kommen, die die Gefahr von Verletzungen von Rückenmark, Rü-
ckenmarksfasern, Nervenwurzeln und Rückenmarkshaut bergen, was mit Lähmungen, Gefühlstörungen, Schmerzen und Nervenwasseraustritt einhergehen kann. Darüberhinaus können die Stabilität und die Tragfähigkeit fehlliegender Pedikelschrauben vermindert sein, wodurch das Ziel einer solchen Operation, die frühzeitige Belastbarkeit der Wirbelsäule gegebenenfalls nicht erreichbar ist.
Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber anstelle der wiederholten Röntgenkontrollen eine einfache, kostengünstige Zielhilfe zur Verfügung zu stellen, &iacgr;&ogr; mit der die Einbringung von Pedikelschrauben erleichtert und vereinfacht wird sowie hinsichtlich deren Solllage genauer und sicherer wird.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Gemäß Anspruch 1 weist die Bohrlehre in einer Draufsicht eine U-förmige Grundform auf und besteht aus wenigstens zwei Lehrenteilen. Die wenigstens zwei Lehrenteile weisen eine Linearführung mit einer jeweils zugeordneten Führungsstruktur auf, an der die Lehrenteile gegeneinander für eine Relativeinstellung verschiebbar sind. Die Linearführung liegt dabei im Bereich der U-Basis und die Maulöffnung der U-Form ist in allen Funktionsrelativeinstellungen größer als ein Wirbelfortsatz und vermag diesen zu umgreifen.
Zudem ist eine Fixiereinrichtung vorgesehen, mit der die beiden Lehrenteile in einer bestimmten eingestellten Relativlage entsprechend einer bestimmten Maulöffnung fixierbar sind.
In den jeweiligen U-Schenkeln von zwei gegeneinander verschiebbaren Lehrenteilen ist je ein geradliniger Bohrkanal enthalten. Die beiden Bohrkanäle verlaufen jeweils schräg aufeinander zugerichtet mit einem bezüglich einer senkrechten, auf die Verschieberichtung jeweils gleichen, vorgegebenen Eintrittswinkel. Zudem weisen die Bohrkanäle jeweils eine in Kanalrichtung zur
Einführung einer Pedikelbohreinrichtung frei zugängliche Kanaleintrittsöffnung und jeweils eine gegenüberliegende Kanalaustrittöffnung auf, wobei die durch Verschieben und Fixieren der Lehrenteile eingestellte Distanz der Kanalaustrittöffnungen die Eintrittdistanz für die Pedikelbohreinrichtung bildet. Die Bohrlehre ist dabei mit den Kanalaustrittöffnungen an die relevanten Pedikeleintrittspunkte anlegbar.
Erfindungsgemäß wird somit eine mechanische Zielhilfe als Wirbelkörper-Bohrlehre bereitgestellt, die vorteilhaft einfach aufgebaut und kostengünstig
&iacgr;&ogr; herstellbar ist sowie einfach und sicher gehandhabt werden kann. Als Operationsvorbereitung sind durch eine Röntgenuntersuchung der geeignete Eintrittswinkel und die Eintrittsdistanz für die Pedikelschrauben zu ermitteln. Aus einem Satz von Bohrlehren mit jeweils abgestuften Eintrittswinkeln ist eine Bohrlehre mit einem geeigneten Eintrittswinkel auszuwählen und die geeignete ermittelte Eintrittdistanz durch Verschieben und Fixieren der Lehrenteile einzustellen.
Durch die mechanische Führung der Pedikelbohreinrichtung, insbesondere eines länglichen Bohr- oder Fräswerkzeugs, in einem Bohrkanal der Bohrlehre wird bei hoher Treffsicherheit das lagerichtige Vorbohren und Einbringen der Pedikelschrauben bei der Operation erleichtert. Zudem werden die Operationszeit verkürzt und das Risiko für den Patienten durch Fehllagen von Pedikelschrauben vermindert. Die bisher aufwändigen Röntgenkontrollen können reduziert werden, wobei in Verbindung mit der insgesamt kurzen Operationszeit auch die Strahlenbelastung für den Patienten und das Operationsteam vermindert werden. Zudem ist die mechanische Wirbelkörperbohrlehre wiederverwendbar. Die Methode ist insgesamt anwenderfreundlich und führt im Vergleich zu bisherigen Methoden zu einer Kostenersparnis.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung gemäß Anspruch 2 besteht die Bohrlehre aus zwei flachen L-Lehrenteilen. Dabei überlappen zwei L-Schenkel der
beiden L-Lehrenteile unter Bildung der U-Form und der Linearführung. In den jeweils frei abstehenden L-Schenkeln der beiden L-Lehrenteile sind die Bohrkanäle aufgenommen. Eine solche Bohrlehre ist besonders einfach, kostengünstig und funktionssicher herstellbar.
In einer weiteren Ausgestaltung nach Anspruch 3 umfasst die Bohrlehre weiter ein flaches Handstück, an dem zwei gegeneinander verschiebbare Lehrenteile geführt und gehalten sind. Dieses Handstück kann für eine verbesserte Handhabung ergonomisch mit Griffmulden ausgestattet sein.
Als Linearführung stehen einem Fachmann eine Vielzahl von Führungsstrukturen zur Verfügung, die hier je nach den räumlichen sowie material- und gewichtsbedingten Gegebenheiten einsetzbar sind. Vorzugsweise wird nach Anspruch 4 aber eine einfache Führungsstruktur der Linearführung aus wenigstens einer Führungsnut und einem darin formschlüssig eingreifenden Führungssteg und/oder aus stufenförmigen Anlagekanten vorgeschlagen. Eine solche Führungsstruktur kann gegebenenfalls auch als an sich bekannte Schwalbenschwanzführung ausgebildet sein.
Einem Fachmann sind auch eine Vielzahl unterschiedlicher Fixiereinrichtungen für eine Festlegung der eingestellten Relativlage der Lehrenteile bekannt, die je nach den Gegebenheiten auch hier einsetzbar sind. Nach Anspruch 5 wird für eine besonders einfache Ausführung lediglich eine Fixiereinrichtung als Klemmschraube beansprucht. In einer alternativen Ausführung nach Anspruch 6 kann eine solche Klemmschraube auch mit einem Klemmteil zusammenwirken, das dem Handstück zugeordnet ist, wobei das Klemmteil überlappende Lehrenteile gegen eine Anlagefläche des Handstücks klemmt.
In einer Ausführungsform nach Anspruch 7 sind die Bohrkanäle, welche die Zielrichtung vorgeben, als geschlossene, dem Durchmesser der Bohreinrichtung angepasste Bohrungen ausgeführt. Damit besteht eine besonders hohe
Zielgenauigkeit. Je nach den Gegebenheiten kann es auch zweckmäßig sein, die Bohreinrichtung in ihrer Lage und bei ihrem Eintritt in die Pedikel zu beobachten, wozu in einer alternativen Ausführung die Bohrkanäle als nach oben offene, rinnenförmige Kanäle ausgebildet sind, in denen die Bohreinrichtung während der Operation jeweils einliegt.
Für eine einfache und funktionssichere Ausbildung einer Bohrlehre ist eine Variation und Verstellung der Eintrittswinkel nicht vorgesehen. Es ist daher erforderlich einen Satz von Bohrlehren mit unterschiedlich abgestuften Eintrittswinkeln bereitzuhalten. Es hat sich gezeigt, dass ein Satz mit vier Bohrlehren mit entsprechend dem Anspruch 8 abgestuften Eintrittswinkeln für die Praxis geeignet ist und ausreicht.
Die Eintrittswinkel liegen bei thorakalen Wirbeln bei etwa 5° bis 10°, bei lumbalen Wirbeln bei 10° bis 15° und bei sakralen Wirbeln bei 15° bis 15° bis 20°. Zudem werden auch die entsprechenden Eintrittsdistanzen größer, und es sind die individuellen Anpassungen bei der Bohrlehrenauswahl und Bohrlehreneinstellung zu beachten.
Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 a bis 1 c eine schematische Draufsicht und Seitenansicht eines Handstücks mit einem Klemmteil einer Wirbelkörper-Bohr
lehre,
Fig. 2 a bis 2 b eine schematische Draufsicht und Seitenansicht eines ersten Lehrenteiles der Wirbelkörper-Bohrlehre,
Fig. 3 a bis 3 b eine schematische Draufsicht und Seitenansicht eines zweiten Lehrenteiles der Wirbelkörper-Bohrlehre,
Fig. 4 eine schematische, perspektivische Darstellung des Hand-
Stücks mit Klemmteil und der beiden Lehrenteile,
Fig. 5 eine schematische, perspektivische Darstellung der Wirbel
körper-Bohrlehre im zusammengebauten Zustand,
&iacgr;&ogr; Fig. 6 eine schematische Draufsicht auf einen Wirbel,
Fig. 7 eine schematische Draufsicht auf den Wirbel mit angelegter
Wirbelkörper-Bohrlehre,
Fig. 8 eine schematische Darstellung einer Rückansicht zweier
benachbarter Wirbel mit einem daran angeordneten Trägersystem, und
Fig. 9 eine schematische Schnittdarstellung für die beiden Wirbel
von Fig. 8 im Bereich des Trägersystems.
In den Figuren 1 a bis 1 c ist schematisch ein Handstück 1 mit einem Klemmteil 2 einer Wirbelkörper-Bohrlehre 3 dargestellt. In Fig. 1 a ist eine Draufsicht auf das Handstück 1 gezeigt, wobei das Klemmteil 2 mit einer Klemmschraube 4 am Handstück 1 vorfixiert ist. Für eine gute Handhabung des Handstücks 1 ist eine Griffmulde 5 daran ausgebildet. Zwischen dem Klemmteil 2 und einer Anlagefläche 6 des Handstücks 1 werden ein erstes Lehrenteil 7 und ein zweites Lehrenteil 8 eingeklemmt, wobei der zusammengebaute Zustand der Wirbelkörper-Bohrlehre 3 in Fig. 5 dargestellt ist. In Fig. 1 b ist schematisch eine Seitenansicht des Handstücks 1 dargestellt. Die Griffmulden 5 sind so-
&Mgr;&Iacgr;
wohl an der Unterseite als auch an der Oberseite des Handstücks 1 ausgeführt, wobei im Bereich des Klemmteils 2 eine ebene Fläche ausgefräst ist für eine exakte Anlage des Klemmteils 2 im Bereich der Klemmschraube 4. Für die Klemmschraube 4 ist im Handstück 1 eine Durchgangsbohrung 9 mit einem der Klemmschraube 4 angepassten Innengewinde angeordnet. In Fig. 1 c ist schematisch eine Seitenansicht des Klemmteils 2 dargestellt. Für die Klemmschraube 4 ist eine Durchgangsbohrung 10 vorgesehen, die an der Oberseite des Klemmteiles 2 erweitert ist, so dass der Kopf der Klemmschraube 4 im eingeschraubten Zustand darin aufgenommen werden kann. In den &iacgr;&ogr; Figuren 1 b und 1 c ist die Klemmschraube 4 aus Übersichtlichkeitsgründen nicht mit dargestellt und nur schematisch mit einer strichpunktierten Linie eingezeichnet.
In den Figuren 2 a und 2 b ist schematisch das erste Lehrenteil 7 dargestellt, wobei in Figur 2 a eine Draufsicht und in Figur 2 b eine Seitenansicht gezeigt ist. Das erste Lehrenteil 7 ist L-förmig ausgeführt, wobei an einem L-Schenkel ein Führungssteg 11 angeordnet ist. Am anderen L-Schenkel ist ein geradliniger Bohrkanal 12 ausgebildet, wobei die Bohrrichtung mit einer strichpunktierten Linie in Fig. 2 a eingezeichnet ist. Der Bohrkanal 12 verläuft bezogen auf eine senkrechte Linie auf dem Führungssteg 11 schräg. In Kanalrichtung des Bohrkanals 12 ist zur Einführung einer nicht dargestellten Pedikelbohreinrichtung eine frei zugängliche Kanaleintrittsöffnung 13 und am anderen Ende des Bohrkanals 12 eine Kanalaustrittsöffnung 14 ausgebildet. In der Seitenansicht in Fig. 2 b ist der Führungssteg 11 zu erkennen, wobei das gesamte erste Lehrenteil 7 flach ausgeführt ist.
In den Figuren 3 a und 3 b ist schematisch das zweite Lehrenteil 8 dargestellt, wobei in Fig. 3 a eine Draufsicht und in Fig. 3 b eine Seitenansicht gezeigt ist. Der grundsätzliche Aufbau des zweiten Lehrenteiles 8 entspricht dem ersten Lehrenteil 7, nur dass anstelle des Führungsstegs 11 des ersten Lehrenteiles eine Führungsnut 15 an einem L-Schenkel des zweiten Lehrenteiles 8 ange-
u Ul
ordnet ist. Am anderen L-Schenkel ist ebenfalls ein Bohrkanal 16 angeordnet, der die gleiche Schrägstellung gegenüber einer senkrechten Linie auf den Führungssteg 11 bzw. die Führungsnut 15 wie der Bohrkanal 12 aufweist. Die beiden Bohrkanäle 12 und 16 sind bezüglich Ihrer Eintrittswinkel aufeinander zugerichtet verlaufend. Am Bohrkanal 16 ist ebenfalls eine frei zugängliche Kanaleintrittsöffnung 17 und am anderen Ende des Bohrkanals 16 eine Kanalaustrittsöffnung 18 ausgebildet. In der in Fig. 3 b dargestellten Seitenansicht des zweiten Lehrenteiles 8 ist die flache Ausführung des zweiten Lehrenteiles 8 zu erkennen, wobei die Führungsnut 15, ebenso wie in Fig. 3 a, strichliert eingezeichnet ist.
In Fig. 4 sind das Handstück 1, das Klemmteil 2, das mit der Klemmschraube 4 am Handstück 1 vorfixiert ist, das erste Lehrenteil 7 und das zweite Lehrenteil 8 jeweils schematisch und perspektivisch dargestellt. Beim Zusammenbau der Wirbelkörper-Bohrlehre 3 wird das zweite Lehrenteil 8 so über das erste Lehrenteil 7 gelegt, dass der Führungssteg 11 in die Führungsnut 15 eingreift. Die beiden Lehrenteile 7 und 8 bilden somit eine U-Form und können entlang einer Führungsstruktur, die durch den Führungssteg 11 und die Führungsnut 15 gebildet ist, linear gegeneinander verschoben werden, so dass dadurch die Distanz der Kanalaustrittsöffnungen 14 und 18 verändert werden kann. Die zu einem U zusammengefügten Lehrenteile 7 und 8 werden auf der Anlagefläche 6 des Handstückes 1 aufgelegt und mit dem Klemmteil 2 mittels Verschraubung durch die Klemmschraube 4 in der gewünschten Position zueinander verklemmt.
In Fig. 5 ist schematisch und perspektivisch der zusammengebaute Zustand der Wirbelkörper-Bohrlehre 3 dargestellt. Mit einem Pfeil 19 ist die bei gelöster Klemmschraube 4 mögliche Relativverschiebung der beiden Lehrenteile 7 und 8 zueinander eingezeichnet. Mit strichpunktierten Linien ist jeweils die Bohrrichtung durch die Bohrkanäle 12 und 16, die in dem in Fig. 5 dargestellten
Ausführungsbeispiel als oben offene Bohrkanäle 12 und 16 ausgeführt sind, eingezeichnet.
In Fig. 6 ist schematisch eine Draufsicht auf einen Wirbel 20 dargestellt. Am Wirbel 20 sind links und rechts eines Wirbelfortsatzes 21 jeweils ein Pedikel angeordnet. Vor der Einbringung von Pedikelschrauben 23 in die Pedikel 22 wird bei einer Operationsvorbereitung durch eine Röntgenuntersuchung der geeignete Eintrittswinkel 24 und die Eintrittsdistanz 25 für die Pedikelschrauben 23 ermittelt. Je nach ermittelten Eintrittswinkel 24 wird aus einem Satz von &iacgr;&ogr; Wirbelkörper-Bohrlehren 3, die sich durch unterschiedliche Eintrittswinkel unterscheiden, die dementsprechend passende Wirbelkörper-Bohrlehre 3 ausgewählt. Die Eintrittsdistanz 25 wird durch eine Relativverschiebung der beiden Lehrenteile 7 und 8 an der gewählten Wirbelkörper-Bohrlehre 3 eingestellt. Die Bohrrichtung ist mit einem Pfeil 26 in Fig. 6 eingezeichnet.
In Fig. 7 ist schematisch eine Draufsicht auf den Wirbel 20 mit angelegter Wirbelkörper-Bohrlehre 3 dargestellt. Die Maulöffnung zwischen den beiden Lehrenteilen 7 und 8 ist in jeder Einstellung unterschiedlicher Eintrittsdistanzen so ausgebildet, dass der Wirbelfortsatz 21 umgriffen ist. Bei angelegter Wirbelkörper-Bohrlehre 3 kann durch die Bohrkanäle 12 und 16 mittels einer Pedikelbohreinrichtung in die Pedikel 22 weitgehend lagerichtig und ohne große Gefahren von Verletzungen von z. B. Rückenmark oder Rückenmarkfasem gebohrt werden.
In diese vorgebohrten Löcher in den Pedikeln 22 wird von hinten eine Pedikelschraube 23, an die ein Trägersystem 27 fixiert werden kann, eingeschraubt. In Fig. 8 ist eine Rückansicht von zwei benachbarten Wirbeln 20 dargestellt, an die das Trägersystem 27 mit Pedikelschrauben 23 angeschraubt ist.
In Fig. 9 ist schematisch eine Schnittdarstellung durch die Wirbel 20 gezeigt, bei der die in die Pedikel 22 eingeschraubten Pedikelschrauben 23 zu erken-
nen sind. Somit ist mit dem Trägersystem 27 die Instabilität zwischen den benachbarten Wirbeln 20 überbrückt und die Wirbelsäule ist insgesamt wieder belastungsfähig.

Claims (8)

1. Wirbelkörper-Bohrlehre für die Einbringung von Pedikelschrauben in Wirbel einer Wirbelsäule, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bohrlehre (3) in einer Draufsicht eine U-förmige Grundform aufweist und aus wenigstens zwei Lehrenteilen (7, 8) besteht,
dass die wenigstens zwei Lehrenteile (7, 8) eine Linearführung mit einer jeweils zugeordneten Führungsstruktur (11, 15) aufweisen, an der die Lehrenteile (7, 8) gegeneinander für eine Relativeinstellung verschiebbar sind, wobei die Linearführung im Bereich der U-Basis liegt und die Maulöffnung der U-Form in allen Funktionsrelativeinstellungen größer als ein Wirbelfortsatz (21) ist und diesen zu umgreifen vermag,
dass eine Fixiereinrichtung (2) vorgesehen ist, mit der die beiden Lehrenteile (7, 8) in einer bestimmten eingestellten Relativlage fixierbar sind,
dass in den jeweiligen U-Schenkeln von zwei gegeneinander verschiebbaren Lehrenteilen (7, 8) ein geradliniger Bohrkanal (12, 16) enthalten ist, wobei bezüglich einer Senkrechten auf die Verschieberichtung die beiden Bohrkanäle (12, 16) jeweils schräg mit einem gleichen, vorgegebenen Eintrittswinkel aufeinander zugerichtet verlaufen, und
dass die Bohrkanäle (12, 16) jeweils eine in Kanalrichtung zur Einführung einer Pedikelbohreinrichtung frei zugängliche Kanaleintrittsöffnung (13, 17) und jeweils eine Kanalaustrittsöffnung (14, 18) aufweisen, wobei die durch Verschieben und Fixieren der Lehrenteile (7, 8) eingestellte Distanz der Kanalaustrittöffnungen (14, 18) die Eintrittdistanz für die Pedikelbohreinrichtung bildet und die Bohrlehre (3) mit den Kanalaustrittöffnungen (14, 18) an die Pedikeleintrittspunkte anlegbar ist.
2. Wirbelkörper-Bohrlehre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrlehre (3) aus zwei flachen L-Lehrenteilen (7, 8) besteht, wobei sich zwei L-Schenkel der beiden L-Lehrenteile unter Bildung der U-Form und der Linearführung verschiebbar überlappen und in den jeweils freien L-Schenkeln die Bohrkanäle (12, 16) aufgenommen sind.
3. Wirbelkörper-Bohrlehre nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrlehre (3) ein vorzugsweise flaches Handstück (1) aufweist, an dem die zwei gegeneinander verschiebbaren Lehrenteile (7, 8) geführt und gehalten sind.
4. Wirbelkörper-Bohrlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstruktur der Linearführung aus wenigstens einer Führungsnut (15) und einem jeweils darin formschlüssig eingreifenden Führungssteg (11) und/oder aus stufenförmigen Anlagekanten besteht.
5. Wirbelkörper-Bohrlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiereinrichtung aus einer Klemmschraube besteht, die die verschiebbaren Lehrenteile und gegebenenfalls das Handstück durchdringt.
6. Wirbelkörper-Bohrlehre nach Anspruch 3 oder Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung der Fixiereinrichtung dem Handstück (1) ein Klemmteil (2) zugeordnet ist, das die verschiebbaren Lehrenteile (7, 8) in deren Überlappungsbereich übergreift und mit dem Klemmteil (2) mittels einer Klemmschraube (4) die Lehrenteile (7, 8) in ihrer eingestellten Funktionsstellung gegen eine Anlagefläche (6) des Handstücks (1) klemmbar sind.
7. Wirbelkörper-Bohrlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrkanäle (12, 16) als geschlossene, dem Durchmesser der Bohreinrichtung angepasste Bohrungen und/oder als nach oben offene, rinnenförmige Kanäle ausgebildet sind.
8. Wirbelkörper-Bohrlehre nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden gleichen Eintrittswinkel an einer bestimmten Bohrlehre (3) in einem Bereich von 5° bis 15°, vorzugsweise bei 10° oder von 15° bis 25°, vorzugsweise bei 20° oder von 25° bis 35°, vorzugsweise bei 30° oder von 35° bis 45°, vorzugsweise bei 40° liegen.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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