DE2016351B - 1,3-Dioxolanderivate und deren Verwendung als Herbicide - Google Patents
1,3-Dioxolanderivate und deren Verwendung als HerbicideInfo
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Description
in der A die 2',4'-Dichlorphenyl-, 2'-Methyl-4'-chlorphenyl-
oder 2',4',5'-Trichlorphenylgruppe bedeutet.
2. Verwendung der Verbindungen nach Anspruch 1 als Herbicide.
Die Erfindung betrifft l.j-Dioxolanderivate der allgemeinen
Formel
U — CH2 A - OCH2CH :
\ 1 4
O —CH2
in der A die 2'.4'-Dichlorphenyl-. 2'-Methyl-4'-chlorphenyl- oder 2'.4'.5'-Trichlorphenylgruppe bedeutet,
und deren Verwendung als Herbicide.
Es wurde gefunden, daß es mit den Verbindungen der oben angegebenen allgemeinen Formel möglich
ist. Unkräuter, wie Monochoria vaginalis PresL Lindernia pycidaria L. Rotala indica Kochnc. EIatinc
oricntalis. Cypcrus difformis. F.leocharis acicularis
oder Panicum crus-galli. in Reisfeldern zu bekämpfen, ohne die Reispflanzen zu schädigen.
Außerdem zeichnen sich diese 1.3-Dioxolanderivate durch eine niedrige Toxizität gegenüber Warmblütern
und Fischen aus. und es können mit ihnen auch Unkräuter, wie Portulaca oleracca. Polygonum longisctiim.
Stcllaria neglecta. Euphorbia supina. Cypcrus microiria. Digitaria adscendens oder Alopecurus
acqualis. in höher gelegenen Reisfeldern. Gemüseanpflanzungen, Obstgärten, Rasen, unbebautem Land
und Wäldern bekämpft werden.
Zur Bekäirnfung von Unkrautern in Reisfeldern
wurde bisher'Pentachlorphenol (PCP) verwendet. Diese Verbindung hat unter anderem den Nachteil
daß seine herbicide Wirkung stark vermindert .st, wenn sie nicht innerhalb vor. 5 Tagen nach dem Anpflanzen
von Reis angewendet v.'ird. Außerdem ist
die Verbindung gegenüber Fischen und Warmolutern
sehr giftig. . , „ . . ,
Es ist ferner bekannt, mit hormoneil wirkender.
Herbiciden wie 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure oder
2-Methyl-4-chlorphenoxye3sigsäuΓe, breitblattrige Unkräuter
in der Wachstumsstufe zu bekämpfen. Diese
Herbicide hemmen jedoch stark das Austreiben der Reispflanzen. Somit besteht die Gefahr, daß die Reispnanzen
geschädiüt werden, wenn die Herbicide vor
der maximalen Austreibzeit angewendet werden. Die>
hat eine Ertragsverminderung zur Folge. Außerdem
^o sind diese Herbicide wesentlich weniger wirksam
gegenüber anderen wesentlichen Unkräutern in Reisfeldern
wie Hühnerhirse, als gegenüber breitblattngen
Unkräutern. Bisher stand kein Herbicid zur Verfugung,
das innerhalb von IG bis 20 Tagen nach dem Setzen
der Reispflanzen angewendet werden konnte. ■ um
Unkräuter in Reisfeldern zu bekämpfen. In den folcenden
Versuchen wurde die Wirkung der erfindung,-gemälkn
Verbindungen gegenüber bekannten Herbiciden geprüft.
Versuch A
Samen von Rettich. Klebkraut (Eleusinc indica) und Lindernia pyxidana L. als typische breitblättrige
Pflanzen und von Hühnerhirse (Echinochloa crus-
galli) als Beispiel einer typischen grasartigen Pflanze werden in Blumentöpfen ausgesät und mit Erde
bedeckt. Danach werden die zu prüfenden Verbindungen in Form einer wäßrigen Dispersion eines
benetzbaren Pulvers (25 Gewichtsteile Wirkstoff.
5 Gewichtsteile Netzmittel. 70 Gewichtsteile Talcum)
in den in der nachstehenden Tabelle I angegebenen Dosen auf die Oberfläche der Erde aufgebracht. Die
Blumentöpfe werden hierauf in ein Gewächshaus verbracht, und nach 20 lagen wird die herbicide
Wirkung beobachtet. Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle I angegeben. Die herbicide Wirkung jeder
Verbindung ist durch Zahlen von 0 (keine Wirkung) bis 5 (vollständiges Absterben) wiedergegeben.
Tabelle I
Herbicide Wirkung als Vorauflaufmittcl
Herbicide Wirkung als Vorauflaufmittcl
(icprüflc Verbindung
2-t(2',4'-Dichlorphcnoxy)-me(hyl]-1,3-dioxolan
2-[(2'-Methyl-4'-chlorphenoxy)-methyl]-1,3'dioxolan
2-[(2',4\5-Trichlofphenoxy)-methyi;l·
1,3-dioxolan
| ~ - ~ | Rettich | Herbicide Wirkung | Klcbkraut | Lindernia |
| ^quivalcntdosis | 5 | 5 | pvxidaria I. | |
| K/IOa | 4 | Hiihnerhirse | 4 | 5 |
| 100 | 2 | 4 | 3 | 4 |
| 50 | 5 | 3 | 5 | 3 |
| 25 | 5 | 2 | 5 | 5 |
| 100 | 4 | 5 | 4 | 5 |
| 50 | 5 | 4 | 5 | 4 |
| 25 | 5 | 3 | 5 | 5 |
| 100 | 4 | 4 | 3 | 4 |
| 50 | 4 | 3 | ||
| 25 | 3 | |||
| Geprüfte Verbindung | Äquivalentdosis g/IOa |
Rettich | Herbicide Hühnerhirse |
Wirkung
Klebkraut |
Lindernia
pyxjdaria L. |
| Pentachlorphenol-Natriumsalz (bekannt) 2,4-Dichlor-4'-nitro-diphenyläther*) |
400 200 100 50 |
4 2 0 0 |
O IO O — | 4 1 3 1 |
5 3 4 2 |
*) Vgl. »Experimental Approaches to Pesticide Vfeiabolism Degradation and Mode of Action«, U. S.-Japan Seminar, 16. bis 19. August 1967,
S. 35 bis 41.
Versuch B 1^
1.5 kg Reisfelderde werden in Blumentöpfe mit einem Durchmesser von 14 cm eingefüllt, und diese
Töpfe werdet: jntcr submersen Bedingungen gehalten. Hierauf werden Samen von Eleocharis acicularis
ausgesät und junge Sämlinge gepflanzt. Danach werden Samen von Hühnerhirse ausgesät, die Samen
mit Erde bedeckt, und die Blumentöpfe werden in einem Gewächshaus gehalten, bis die Sämlinge aufgelaufen
sind. 12 Tage nach dem Aussäen werden die zu prüfenden Verbindungen in Form eines körnigen
Streumittels bzw. Granulats (1 Gewichtsteil Wirkstoff. 38 Gewichtsteile Bcntonit. 59 Gewichtsteile Ton.
2 Gewichtsteil Netzmittel) in den in der nachstehenden Tabelle II angegebenen Dosen auf die Oberfläche
der unter submersen Bedingungen gehaltenen Erde aufgebracht. Breitblättrige Unkräuter, wie Monochoria.
Lindernia pyxidaria L. und Rotala indica Koehne. waren aufgelaufen. Hierauf wurden die
Töpfe 25 Tage in einem Gewächshaus 3 cm unter der Wasseroberfläche gehalten. Danach wird die
herbicide Wirkung und da;; Ausmaß der Phytotoxizität gegenüber den Reispflanzen beobachtet. Die herbicide
Wirkung jeder Verbindung ist wie in Versuch A angegeben. Die Phyrrotoxiziläl wird durch folgende Zeichen
wiedergegeben:
- (keine Phytotoxizität), ±, -K ++ und + + + (maximale Phytotoxizität). Die erhaltenen Ergebnisse
sind in der Tabelle II angegeben.
Tabelle II
Herbicide Wirkung als Nachauflaufmittel unter submersen Bedingungen
Herbicide Wirkung als Nachauflaufmittel unter submersen Bedingungen
Geprüfte Verbindung
Äquivalcntdosis g/l Oa
2-[(2'.4'-Dichlorphenoxy)-methy!]-
1.3-dioxolan
2-[(2'-Methyl-4'-chlorphenoxy)-methyl]-1,3-dioxolan
2-[(2'-Methyl-4'-chlorphenoxy)-methyl]-1,3-dioxolan
2-[(2',4',5'-Trichlorphenoxy)-methy!]-1,3-dioxolan
2.4-Dichlorphenoxycssigsäure
(bekannt)
Pentachlorphcnol-Natriumsalz
Pentachlorphcnol-Natriumsalz
(bekannt)
2,4-Dichlor-4'-nitrodiphcnyläthcr (bekannt)
2,4-Dichlor-4'-nitrodiphcnyläthcr (bekannt)
40 20 40 20
40 20
40 20
200 100
80 40
| Herbicide Wirkung | Hühnerhirse | breitblättrige Unkräuter |
F.leocharis acicularis |
Phytotoxizität | |
| )sis | 4 | 5 | 4 | gegenüber Reispflanzen |
|
| 3 | 3 | 3 | — | ||
| 5 | 5 | 5 | — | ||
| 4 | 4 | 4 | — | ||
| 4 | 5 | 4 | — | ||
| 3 | 4 | 3 | — | ||
| 2 | 5 | 5 | — | ||
| 1 | 5 | 4 | — | ||
| 3 | 5 | 0 | ± | ||
| 0 | 3 | 0 | ± | ||
| 2 | 4 | 0 | |||
| 0 | 2 | 0 | —- | ||
Aus den vorstehenden Ergebnissen ist ersichtlich. daß die erfindungsgemäßen Verbindungen ausgezeichnete herbicide Eigenschaften besitzen und den
bekannten Herbicidcn überlegen sind.
Die neuen 1,3-Dioxolanderivate können in der
Form von Streumitteln, Stäubemitteln, benetzbaren Pulvern und emulgierbaren Konzentraten verwendet
werden. Hierzu werden sie z. B. mit üblichen festen oder flüssigen Trägerstoffen und Emulgatoren versetzt.
Die Verbindungen der oben angegebenen allgemeinen Formel werden dadurch hergestellt, daß man
in an sich bekannter Weise entweder:
(a) ein Alkalimctallsalz des entsprechend substituierten Phenols mit einem Halogenmethyl·
1,3-dioxolan der allgemeinen Formel
Q-CH2
XCH2CH
O —CH2
in der X ein Halogenatom bedeutet, kondensiert oder ;
(b) den entsprechend substituierten Phenoxyacetaldehyd
mit Äthylenglykol umsetzt.
Die Verfahrensvariante (a) wird vorzugsweise in
einem inerten organischen Lösungsmittel, Vorzugsweise in einem Alkohol, durchgeführt. Beispielsweise
wird das Natriumsalz des betreffenden Phenols mit einer äquimolaren Menge eines Chlcirüthylenacelals
in einen Alkohol eingetragen und unter Rückfluß erhitzt oder 4 bis 5 Stunden bei Normaldruck oder
erhöhtem Druck auf Temperaturen von 130 bis 18CTC erhitzt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur
wird das Reaktionsgemisch mit Wasser versetzt und das Verfahrensprodukt mit einem organischen
Lösungsmittel, wie Äther, extrahiert.
Die Verfahrensvariante (b) verläuft exotherm, wenn man den Phenoxyacetaldehyd in wasserfreiem Äthylenglykol
löst, das z. B. mit Chlorwasserstoff gesättigt ist. Das ReaktionsgemiiXh wird mehrere Stunden
bei verhältnismäßig niedrige1 Temperaturen, vorzugsweise bei 0 bis 5° C, stehengelassen. Anschließend
wird die Säure mit einer Base, z. B. einer wäßrigen Lösung von Natrium- oder Kaliumcarbonat,
neutralisiert. Das sich in Form eines Öls abtrennende I.3-Dioxolan wird mit einem organischen Lösungsmittel,
wie Äther, extrahiert.
B e i s ρ i e 1 1
2-[(2'.4'-Dichlorphenoxy)-methyl]-l,3-dioxolan
16.2 g Natrium - 2,4-dichlorphenolat und 12,2g
2-Chlormethyl-l,3-dioxolan werden in 200 ml Di-Ithylenglykol eingetragen. Das Gemisch wird 5 Stunden
auf etwa !800C erhitzt und gerührt. Danach wird
das Reaktionsgemisch auf Raumtemperatur abgekühlt und mit 200 ml Wasser versetzt. Das sich abscheidende
öl wird mit 100 ml Diäthyläther extrahiert. Die Ätherlösung wird zweimal mit Wasser gewaschen
und über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet, Danach wird der Äther abdestilliert und der Rückstand
unter vermindertem Druck destilliert. Es werden 25,3 g 2-[(2',4'-Dichlorphenoxy)-methyl]-I,3-dioxolan
vom Kp.0,0,8 102 bis 1040C, n'hs = 1,5534, erhalten.
ίο In gleicher Weise wird bei Verwendung des Natriumsalzes
von 2,4,5-Trichlorphenol an Stelle von Natrium-2,4-dichlorphenol das 2-[(2',4',5'-Trichlorphenoxy)-methyl]-l,3-dioxolan
vom Kp^25 129 bis
130° C und F. 43 bis 45° C erhalten.
2-[(2'-Methyl-4'-chlorphenoxy)-methyrj-1,3-d
xolan
100 ml wasserfreies Äthyleiiglykol werden mit wasserfreiem
Chlorwasserstoff bei 00C gesättigt. Danach werden in diese Lösung bei etwa 00C 18,4 g 2-Methyl-4-chlorphenoxyacctaldehyd
eingerührt. Nach beendeter Umsetzung wird die Lösung portionsweise mit pulverisiertem Natriumbicarbonat versetzt, bis sämtliche
Säure neutralisiert ist. Anschließend wird das Gemisch nitriert. Das Filtrat wird in 200 ml Eiswasser
eingegossen. Das sich abtrennende öl wird mit 200 ml Diäthyläther extrahiert. Die Ätherlösung
wird über Kaliumbicarbonat getrocknet, danach filtriert
und eingedampft. Das zurückbleibende öl wird unter vermindertem Druck destilliert. Es werden
18,3 g 2-[(2'-Methyl-4'-chlorphenoxy)-methyl]-l,3-dioxolan
vom Kp.014 97 bis 100°C, nV = 1,5387,
erhalten.
Claims (1)
- Patentansprüche: 1. 1,3-uioxolanderivate der allgemeinen Formel0 — CH,1 51A — OCH2CH 2V.1 41Q-CH1
Family
ID=
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