DE19945537C1 - Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, Verfahren zum Betrieb einer derartigen Vorrichtung - Google Patents
Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, Verfahren zum Betrieb einer derartigen VorrichtungInfo
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Abstract
Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, insbesondere Dicht- und Klebstoffe, auf Karosserieteile im Karosseriebau, mit einem Roboterarm und einer an dem Roboterarm geführten Auftragsdüse, wobei ein der Auftragsdüse zugeordnetes und ebenfalls an dem Roboterarm geführtes nachfüllbares Dosierbehältnis vorgesehen ist, das zur Aufnahme einer zumindest für einen Applikationsvorgang ausreichenden Menge der aufzutragenden Substanz ausgelegt ist. Auftragsdüse und Dosierbehältnis sind an einer zum Anbringen an einem Handachsenflansch eines Industrieroboterarms geeigneten Wechselplatte befestigt und bilden ein schnell und einfach austauschbares Auftragswerkzeug. Das Dosierbehältnis wird zwischen zwei Applikationsvorgängen an einer zentralen Speichereinrichtung oder an einer mit einer zentralen Speichereinrichtung in Verbindung stehenden Versorgungsleitung nachgefüllt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen hochvis
koser, pastöser Substanzen, insbesondere Dicht- und Klebstof
fe, auf Karosserieteile im Karosseriebau mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betrieb
einer derartigen robotergesteuerten Vorrichtung nach dem Ober
begriff des Anspruchs 2.
Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der DE 39 12 920 A1
bekannt. Die bekannte Vorrichtung umfaßt wenigstens einen
Speicher zum Aufnehmen der aufzutragenden Substanz, eine ab
sperrbare Düse, die durch eine Leitung mit dem Speicher ver
bunden ist und durch einen Roboter geführt werden kann, sowie
ein Förderorgan, welches die Substanz aus dem Speicher zur Dü
se fördert. Derartige Vorrichtungen werden in mit Industriero
botern mechanisierten Anlagen zur Applikation von heiß oder
kalt zu verarbeitenden Kleb- und Dichtstoffen im Kfz-Bau ein
gesetzt. Bei den Leitungen, die die Auftragsdüse mit dem Spei
cher für die aufzutragende Substanz verbinden, handelt es sich
zumeist um elektrisch beheizbare Materialschläuche, durch die
die Substanz von einer Versorgungsanlage (beispielsweise be
heizte Faßpumpe) des Speichers zu der an einer Roboterhandach
se befindlichen Auftragsdüse geleitet wird.
Durch die zum Teil
extremen Bewegungen des Roboters werden insbesondere im Be
reich der Handachsen die verwendeten Materialschläuche stark
beansprucht. Diese starke Beanspruchung der Schläuche vermin
dert deren Standzeit beträchtlich, so daß ein häufiges Aus
wechseln der Materialschläuche erforderlich wird. Damit ver
bunden ist ein hoher Aufwand für Wartung und Instandhaltung
sowie eine Verringerung der Anlagenverfügbarkeit, woraus eine
verminderte Stückzahlausbringung resultiert. Bei der Implemen
tierung einer bekannten Vorrichtung muß unter hohem Material-
und Arbeitszeiteinsatz die Schlauchführung am Industrieroboter
optimiert werden. Während dieser Zeit müssen die beheizten,
materialführenden Schläuche relativ oft gewechselt werden, wo
durch die Hochlaufphase von neuen Anlagen verzögert wird. Des
weiteren ist aus der DE 39 12 920 A1 bekannt, die Düse nicht
unmittelbar über flexible oder gelenkige Leitungen aus einem
stationären Faß zu speisen, sondern aus einem oder mehreren
Speichern, die vom Roboter mit der Düse mitgeführt werden und
zu diesem Zweck verdrehfest an der Halterung angebracht sind.
Demgegenüber wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung zum Auftra
gen hochviskoser, pastöser Substanzen mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betrieb einer roboterge
steuerten Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser
Substanzen mit den Merkmalen des Anspruchs 2 vorgeschlagen.
Demnach umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung an ihrem Robo
terarm ein nachfüllbares Dosierbehältnis, dessen Fassungsver
mögen zur Aufnahme einer zumindest für einen Applikationsvor
gang ausreichenden Menge der aufzutragenden Substanz ausgelegt
ist. Durch diese erfindungsgemäße Maßnahme kann auf die In
stallation von allen bewegten Materialschläuchen im Bereich
des Roboters verzichtet werden. Des weiteren ist eine Spei
chereinrichtung vorgesehen, an der das im wesentlichen geleer
te Dosierbehältnis nachfüllbar ist. In der praktischen Anwen
dung entspricht das Fassungsvermögen des am Roboterarm ange
ordneten Dosierbehältnisses vorteilhafterweise der Menge an
aufzutragender Substanz, die während eines Applikationsvor
gangs benötigt wird. Bei dem sich an den Applikationsvorgang
anschließenden Teilewechsel in der Fertigungslinie wird das
Dosierbehältnis an der Speichereinrichtung nachgefüllt. Die
Speichereinrichtung ist dazu in Reichweite des Roboterarms an
geordnet.
Das Nachfüllen des Dosierbehältnisses wird erfindungsgemäß da
durch erleichtert, daß die Speichereinrichtung mindestens ein
mit einem Befüllventil des Dosierbehältnisses korrespondieren
des Auslaßventil aufweist. So kann das Dosierbehältnis mit
seinem Befüllventil direkt auf das korrespondierende Auslaß
ventil der Speichereinrichtung aufgesetzt bzw. angedockt wer
den. Das mindestens eine Auslaßventil der Speichereinrichtung
ist an einer in Reichweite des Roboterarms verlaufenden, fest
verrohrten Versorgungsleitung angeordnet. Erfindungsgemäß wird
somit eine zentrale Speichereinrichtung vorgesehen, die über
eine oder mehrere Versorgungsleitungen verfügt, die entlang
der Fertigungslinie in Reichweite der einzelnen Roboterarme
verlaufen. Zum Nachfüllen der Dosierbehältnisse verfahren die
einzelnen Roboterarme mit dem Dosierbehältnis an die Versor
gungsleitung und docken mit dem Befüllventil des Dosierbehält
nisses an einem in der Versorgungsleitung angeordneten Auslaß
ventil an. Zur Befüllung des Dosierbehältnisses ist der Mate
rialdruck der Speichereinrichtung i. a. ausreichend. Vorzugs
weise handelt es sich bei dem Dosierbehältnis um einen Dosier
kolben.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus der Beschreibung und der beiliegenden Zeichnung.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nach
stehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils
angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in der
Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgenden unter
Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung eine erfindungsgemä
ße Vorrichtung in seitlicher Ansicht.
Fig. 2 zeigt in Ausschnittsvergrößerung das Auftragswerkzeug
der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Fig. 1.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Auftragen
hochviskoser, pastöser Substanzen, die nachfolgend der Einfach
heit halber als Auftragsvorrichtung 10 bezeichnet wird. Die
Auftragsvorrichtung 10 umfaßt einen stark schematisch darge
stellten Industrieroboter 12, der einen Roboterarm 14 aufweist.
Am Ende des Roboterarms 14 ist an einem Handachsenflansch 15
ein mittels einer Wechselplatte 16 befestigtes, um die Roboter
handachse drehbar angeordnetes Auftragswerkzeug 17 vorgesehen.
Das in Fig. 2 näher dargestellte erfindungsgemäße Auftragswerk
zeug 17 umfaßt eine Auftragsdüse 18. Der Auftragsdüse 18 ist
eine Antriebseinheit 20 sowie ein bezüglich der Drehachse wir
kendes Getriebe 22 zugeordnet. Das Auftragswerkzeug 17 umfaßt
des weiteren einen der Auftragsdüse 18 an der Wechselplatte 16
als nachfüllbares Dosierbehältnis (24) vorgeordneten Dosierkolben.
Der Dosierkolben verfügt über ein Befüllventil 26 und
ein Auslaßventil 28, über das er mit der Auftragsdüse 18 ver
bunden ist. Eine Ventilnadel 30 des Auslaßventils 28 regelt die
der Auftragsdüse 18 zugeführte Menge aufzutragender Substanz.
Des weiteren verfügt der Dosierkolben 24 über einen die Dosie
rung regelnden Motor 32.
Die erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung 10 umfaßt des weiteren
eine Versorgungsleitung 34, die mit einer nicht näher darge
stellten Speichereinrichtung für die aufzutragende Substanz
verbunden ist und beispielsweise als Stichleitung oder Ringlei
tung ausgebildet sein kann.
An der Versorgungsleitung 34 ist ein Auslaßventil 36 angeord
net, das auf eine Zusammenwirkung mit dem Befüllventil 26 des
Dosierbehältnisses 24 ausgelegt ist. Dies bedeutet, daß der Indu
strieroboter 12 zu Zwecken der Nachfüllung des Dosierbehältnisses 24
mit seinem Roboterarm 14 derart an die Versorgungsleitung 34
verfahren kann, daß er mit dem Befüllventil 26 an das Auslaß
ventil 36 der Versorgungsleitung 34 "andockt" und dadurch eine
Befüllung des Dosierbehältnisses 24 ermöglicht. Die Befüllung über
das Befüllventil 26 wird über die Ventilnadel 27 geregelt.
Erfindungsgemäß wird somit eine Auftragsvorrichtung bereitge
stellt, die einen Industrieroboter umfaßt, an dessen Handach
senflansch ein befüllbarer und vorzugsweise beheizbarer Dosier
kolben angebracht ist, dessen Fassungsvermögen derjenigen Mate
rialmenge entspricht, die zumindest für ein zu bearbeitendes
Bauteil entspricht. Bei entleertem Dosierkolben wird dieser
zwischen zwei Applikationsvorgängen, d. h. während eines Teile
wechsels, wieder befüllt. Hierzu fährt der Industrieroboter in
eine wie vorstehend beschriebene Befüllposition, in der über
ein insbesondere beheiztes Kupplungssystem das Auftragswerkzeug
über das Befüllventil 26 mit der fest verrohrten Materialver
sorgungsanlage verbunden und wieder befüllt werden kann. Zur
Befüllung des Dosierkolbens ist i. A. der Materialdruck der Ver
sorgungsanlage ausreichend. Der Dosierkolben und die Auftrags
düse sind vorzugsweise als mittels einer Wechselplatte schnell
und einfach wechselbares Auftragswerkzeug ausgebildet.
Durch das erfindungsgemäße befüllbare Auftragswerkzeug entfällt
die Installation von allen bewegten Materialschläuchen im Be
reich des Industrieroboters. Zusätzlich wird eine vom Indu
strieroboter als Zusatzachse angesteuerte drehbare Düse einge
setzt, wodurch die Zugänglichkeit im Bearbeitungsbereich ver
bessert wird. An entsprechenden materialführenden Durchgangs
bohrungen werden zur Steuerung und Regelung benötigte Druck-
und Temperatursensoren in die Applikationseinrichung inte
griert. Die Betätigung des Dosierkolbens wird vorzugsweise
durch einen elektrisch betriebenen Motor 32 mit Spindel reali
siert, der mit einer nicht näher beschriebenen Dosiersteuerung
verbunden ist. In dieser Steuerung erfolgt die gesamte Signal
verarbeitung des Auftragswerkzeuges (Heiz- und Regelkreise, Vo
lumenberechnung des aufgetragenen Materials etc.). Als Sollwert
für die Applikation dienen verschiedene digitale und analoge
Signale, die von der Robotersteuerung geliefert werden.
Das beschriebene Auftragswerkzeug ist vorteilhafterweise mit
tels eines Werkzeugwechselsystems am Handachsenflansch des In
dustrieroboters angebracht, so daß im Störungsfall das Werkzeug
automatisch abgelegt und ein eventuell bereits vorgeheiztes Er
satzwerkzeug aufgenommen werden kann.
Selbstverständlich kann die beschriebene Erfindung auch für
kalt zu verarbeitende Materialien eingesetzt werden.
Claims (2)
1. Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substan
zen, insbesondere Dicht- und Klebstoffe, auf Karosserieteile
im Karosseriebau, mit einem Roboterarm (14) und einer an dem
Roboterarm geführten Auftragsdüse (18), wobei ein der Auf
tragsdüse (18) zugeordnetes und ebenfalls an dem Roboterarm
(14) geführtes nachfüllbares Dosierbehältnis (24) vorgesehen
ist, das zur Aufnahme einer zumindest für einen Applikations
vorgang ausreichenden Menge der aufzutragenden Substanz ausge
legt ist, und wobei eine Speichereinrichtung vorgesehen ist,
an der das im wesentlichen geleerte Dosierbehältnis (24) nach
füllbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Speichereinrichtung mindestens ein mit einem Befüll ventil (26) des Dosierbehältnisses (24) korrespondierendes Auslaßventil (36) aufweist
und daß das mindestens eine Auslaßventil (36) an einer in Reichweite des Roboterarms (14) verlaufenden, fest verrohrten Versorgungsleitung (34) angeordnet ist, derart daß das Dosier behältnis (24) durch Andocken an dem Auslaßventil (36) zwi schen zwei Applikationsvorgängen nachfüllbar ist.
daß die Speichereinrichtung mindestens ein mit einem Befüll ventil (26) des Dosierbehältnisses (24) korrespondierendes Auslaßventil (36) aufweist
und daß das mindestens eine Auslaßventil (36) an einer in Reichweite des Roboterarms (14) verlaufenden, fest verrohrten Versorgungsleitung (34) angeordnet ist, derart daß das Dosier behältnis (24) durch Andocken an dem Auslaßventil (36) zwi schen zwei Applikationsvorgängen nachfüllbar ist.
2. Verfahren zum Betrieb einer robotergesteuerten Vorrichtung
zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, insbesondere
Dicht- und Klebstoffe, auf Karosserieteile im Karosseriebau,
insbesondere nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein an einem Roboterarm (14) befestigtes und mit einer
Auftragsdüse (18) zusammenwirkendes Dosierbehältnis (24) zwi
schen zwei Applikationsvorgängen an einer mit einer zentralen
Speichereinrichtung in Verbindung stehenden, fest verrohrten
Versorgungsleitung (34) nachgefüllt wird, wobei an der Versor
gungsleitung (34) ein in Reichweite des Roboterarms (14) be
findliches Auslaßventil (36) vorgesehen ist, an dem das Do
sierbehältnis (24) zum Nachfüllen angedockt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19945537A DE19945537C1 (de) | 1999-09-23 | 1999-09-23 | Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, Verfahren zum Betrieb einer derartigen Vorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19945537A DE19945537C1 (de) | 1999-09-23 | 1999-09-23 | Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, Verfahren zum Betrieb einer derartigen Vorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19945537C1 true DE19945537C1 (de) | 2000-08-24 |
Family
ID=7922980
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19945537A Revoked DE19945537C1 (de) | 1999-09-23 | 1999-09-23 | Vorrichtung zum Auftragen hochviskoser, pastöser Substanzen, Verfahren zum Betrieb einer derartigen Vorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19945537C1 (de) |
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1999
- 1999-09-23 DE DE19945537A patent/DE19945537C1/de not_active Revoked
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
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| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
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