DE19944735C1 - Verfahren zum Steuern des Luftdurchsatzes bei einer Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Verfahren zum Steuern des Luftdurchsatzes bei einer Klimaanlage eines KraftfahrzeugsInfo
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Abstract
Bei einer Heizungs- oder Klimaanlage wird der Luftdurchsatz (Q) abhängig vom Geräuschpegel verändert. Die Gebläsestärke kann bei hohem Geräuschpegel gegenüber dem Normalzustand vergrößert werden, ohne daß das Hörempfinden negativ beeinflußt wird. Andererseits kann die Gebläsestärke erniedrigt werden, wenn ohnehin ein geringer Geräuschpegel im Fahrgastraum vorherrscht, damit die Geräusche, die durch das Gebläse (1) verursacht werden, nicht zu sehr störend empfunden werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern des Luft
durchsatzes bei einer Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs, der
durch ein Gebläse oder einen Lüfter verursacht wird.
Bei einer bekannten Klimaanlage für ein Kraftfahrzeug (DE 34 45 235 C2)
wird die in den Fahrgastraum eines Kraftfahrzeugs
transportierte Luftmenge über einen Lüfter gesteuert. Der
Luftdurchsatz kann manuell über verschieden einstellbare Ge
bläsestufen oder auch automatisch abhängig von der Tempera
turdifferenz zwischen Außentemperatur und gewünschter Innen
temperatur eingestellt werden.
Beim Einblasen der Luft in den Fahrzeuginnenraum entstehen
zwangsläufig Luftverwirbelungen, die bei höheren Gebläsestär
ken zu deutlich wahrnehmbaren, akustischen Geräuschbelästi
gungen für die Insassen führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Steuern des Luftdurchsatzes zu schaffen, durch das die Ge
räuschbelästigung für die Insassen vermindert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit
den Merkmalen von Patentanspruch 1 gelöst. Dabei wird der
Luftdurchsatz abhängig von der Geräuschentwicklung bezogen
auf den Fahrzeuginnenraum gesteuert.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Un
teransprüchen beschrieben. So können die ohnehin gemessene
Fahrgeschwindigkeit oder Drehzahl des Verbrennungsmotors als
Maß für die Geräuschentwicklung dienen und den Luftdurchsatz
entsprechend proportional dazu steuern. Ebenso kann die
Schallintensität im Fahrgastraum akustisch gemessen werden
und der Luftdurchsatz entsprechend gesteuert werden. Dies hat
den Vorteil, daß auch andere Geräusche, wie offene Fenster
oder lautes Gerede im Fahrgastraum zum Steuern des Luftdurch
satzes berücksichtigt werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von schematischen
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: einen Schnitt durch eine Klimaanlage und
Fig. 2: ein Kennlinienfeld zum Steuern des Luftdurchsatzes
der Klimaanlage nach Fig. 1.
Klimaanlagen für Kraftfahrzeuge sind hinreichend bekannt und
brauchen daher hier nicht näher erläutert zu werden. Sie wei
sen in der Regel ein Gebläse 1 (Fig. 1) auf, das aus einem
Lüfter 2 (bestehend aus Lüftermotor und Lüfterrad) und einem
entsprechenden, für das Kraftfahrzeug ausgelegten Gehäuse 3
mit Lüftungskanälen 4 besteht. Das Gebläse 1 saugt über einen
Frischlufteintritt Frischluft 5 (Luftströme sind durch Pfeile
gekennzeichnet) oder über einen Umlufteintritt Umluft 6 an.
Die angesaugte Luft wird durch den Lüfter 2 beschleunigt und
über einen Verdampfer 7 und/oder Heizkörper 8 und die Lüf
tungskanäle 4 in den Fahrzeuginnenraum geblasen. Über Belüf
tungsklappen 9 oder Luftverteilungsklappen können verschiede
ne Bereiche innerhalb des Fahrzeugs unterschiedlich stark be
lüftet werden.
Je nach Drehzahl des Lüftermotors und konstruktiven Ausge
staltung der Lüftungskanäle 4 mit den verschiedenen Klappen 9
wird ein unterschiedlich starker Luftstrom in den Fahrga
straum geblasen. Dabei entstehen deutlich wahrnehmbare Geräu
sche, die unter anderem von der Größe des Luftdurchsatzes Q
abhängen.
Wenn sich das Kraftfahrzeug in Bewegung setzt, so entstehen
Fahrgeräusche in Folge des Rollwiderstands der Räder oder des
Luftwiderstands der Karosserie. Diese Fahrgeräusche hängen
von der Fahrgeschwindigkeit, dem Straßenbelag, von der aero
dynamischen Ausgestaltung der Karosserie und vielem mehr ab.
Der Verbrennungsmotor erzeugt ebenfalls Geräusche, die im we
sentlichen von der Drehzahl des Verbrennungsmotors abhängen.
All diese Geräusche werden abhängig von der akustischen Dämp
fung der Fensterscheiben und der Karosserie mehr oder weniger
stark in den Fahrgastraum des Kraftfahrzeugs übertragen.
Somit können im Fahrgastraum als störend empfundene Geräusche
vorhanden sein, die durch die Schallintensität quantifiziert
werden. Wenn die von außen kommende Schallintensität
oder die innen zusätzlich erzeugte Schallintensität, bei
spielsweise durch ein eingeschaltetes Radio niedrig sind, so
können sich die Geräusche allein durch die Belüftung durch
die Klimaanlage störend empfunden werden.
Aus diesem Grunde wird der Luftdurchsatz Q erfindungsgemäß
abhängig von der Schallintensität im Fahrgastraum gesteuert
(vergleiche Fig. 2). Hierzu wird eine physikalische Größe
gemessen, die proportional zur mutmaßlichen oder tatsächli
chen Schallintensität ist. Abhängig von der Schallintensität
wird der Luftdurchsatz Q gesteuert.
So kann beispielsweise die ohnehin zu anderen Zwecken gemes
sene Fahrgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs zum Steuern des
Luftdurchsatzes Q als weitere physikalische Größe (Stellgrö
ße) verwendet werden. Bei niedriger Fahrgeschwindigkeit wird
erwartet, daß eine kleine Schallintensität im Fahrgastraum
herrscht. Falls dann das Gebläse 1 auf hoher Lüftungsstufe
betrieben würde, so würde dies als störend empfunden. Daher
wird in diesem Falle der Luftdurchsatz Q bei niedriger Fahr
zeuggeschwindigkeit gegenüber einem Normalzustand verringert.
Folglich wird auch die Schallintensität im Fahrgastraum ge
genüber dem Normalzustand etwas verringert. Wesentlich ist
jedoch, daß die Geräusche, die durch das Gebläse 1 verursacht
werden, reduziert werden.
Bei höheren Geschwindigkeiten herrscht ohnehin schon ein ho
her Geräuschpegel im Fahrgastraum, so daß dann ein - gegen
über dem Normalzustand - höherer Geräuschpegel infolge eines
höheren Luftdurchsatzes Q kaum mehr als die Fahrgeräusche
störend empfunden wird.
Als Stellgröße für den Luftdurchsatz Q kann - wie vorher be
schrieben - die gemessene Geschwindigkeit des Fahrzeugs die
nen. Gleichbedeutend kann auch die ohnehin zu anderen Zwecken
gemessene Drehzahl des Verbrennungsmotors als Stellgröße die
nen, da bei hohen Drehzahlen der Verbrennungsmotor mehr Ge
räusche erzeugt und es folglich im Fahrgastraum lauter wird.
Die akustische Schallintensität im Fahrgastraum kann auch di
rekt mit Hilfe eines Mikrofons gemessen werden und dann als
Stellgröße für den Luftdurchsatz Q dienen. Eventuell kann die
Lautstärke indirekt über Hilfsmittel, wie Stellung der Fen
ster und Fahrgeschwindigkeit, ermittelt werden. Ist bei
spielsweise eine Freisprecheinrichtung für ein Autotelefon im
Fahrzeug vorhanden, so kann das Mikrofon der Freisprechein
richtung zum Messen der Schallintensität verwendet werden.
Auch kann ein im Audiogerät (Radio, CD-Player, Kassettenre
corder) gegebenenfalls vorhandenes Mikrofon verwendet werden,
das dann die Schallintensität im Fahrgastraum mißt.
Wenn die Geräusche im Fahrgastraum direkt gemessen werden, so
hat dies den Vorteil, daß nicht nur die Fahr- und Motorgeräu
sche berücksichtigt werden, sondern auch andere Geräusche,
wie akustische Töne einer Audioanlage, Sprachlaute der Insas
sen, Luftgeräusche infolge offener Fenster oder von außen
eindringender Lärm.
In Fig. 2 ist ein Kennlinienfeld dargestellt, anhand dessen
das Steuern des Luftdurchsatzes Q näher erläutert wird. Auf
der X-Achse ist mit Δt die Temperaturdifferenz zwischen ge
messener Außentemperatur und für den Fahrgastraum gewünschter
Innentemperatur dargestellt. Auf der Y-Achse ist der Luft
durchsatz Q in Prozent dargestellt.
Bei einer normalen Steuerkennlinie SN (Normalzustand ohne ge
räuschabhängiges Steuern des Luftdurchsatzes Q) ist der Luft
durchsatz Q abhängig von der Temperaturdifferenz Δt. Bei ge
ringer Temperaturdifferenz Δt ist der Luftdurchsatz Q ge
ring. Bei hoher Temperaturdifferenz Δt ist der Luftdurchsatz
Q viel größer, damit die gewünschte Innentemperatur möglichst
schnell erreicht wird.
Die normale Steuerkennlinie SN kann nun erfindungsgemäß ab
hängig von der Geräuschkulisse im Fahrgastraum verändert wer
den. Eine obere Steuerkennlinie SO stellt dabei eine Grenz
wertkennlinie dar, die für hohe Schallintensität im Fahrga
straum gilt. Eine untere Steuerkennlinie SU sollte bei sehr
niedriger Schallintensität nicht unterschritten werden, da
ansonsten die Belüftung nicht ausreichend stark genug ist.
Abhängig von der Höhe der Schallintensität liegt die Ver
schiebung der normalen Steuerkennlinie SN zwischen oberer SO
und unterer Steuerkennlinie SU. Es wird also bei hoher Schal
lintensität der Luftdurchsatz Q erhöht und bei niedriger
Schallintensität erniedrigt. Konkrete Werte zum Erhöhen und
Erniedrigen werden für jeden Fahrzeugtyp im voraus durch Mes
sen der Geräusche bei verschiedenen Gebläsestufen festgelegt.
Der Luftdurchsatz Q muß nicht unbedingt über die gesamte Tem
peraturdifferenz Δt mit einem konstanten Wert (Parallelver
schiebung der Kennlinie) abhängig von der Schallintensität
verändert werden. Der Luftdurchsatz Q kann - wie in Fig. 2
dargestellt - bei gleicher Schallintensität bei geringer Tem
peraturdifferenz Δt prozentual mehr und bei großer Tempera
turdifferenz Δt weniger verändert werden (das Verändern der
Kennlinie ist durch Pfeile nach oben und unten gekennzeich
net). Denn ein Anheben des Luftdurchsatzes Q bei einer nied
rigen Schallintensität wirkt sich nicht so stark auf den Ge
räuschempfinden im Fahrgastraum aus, wie die gleiche prozen
tuale Anhebung bei hoher Schallintensität, da bei geringem
Luftdurchsatz Q ohnehin nur eine geringe Lärmbelästigung vor
liegt. Folglich muß der Abstand zwischen oberer SO und unte
rer Steuerkennlinie SU nicht immer konstant sein.
Die Kennlinie für den Luftdurchsatz Q abhängig von der Tempe
raturdifferenz Δt ist in der Fig. 2 abschnittsweise linear
dargestellt. Die Kennlinie kann selbstverständlich auch
nichtlinear oder auch unstetig verlaufen. Genauso kann die
Kennlinie abhängig von bestimmten Geräuschfrequenzen des Lüf
ters 2 mehr oder weniger stark verändert werden.
Der Luftdurchsatz Q kann auf verschiedene Art und Weise ge
steuert werden. Einmal kann die Drehzahl des Lüfters 2 verän
dert werden. Wenn sich der Lüfter 2 schneller dreht, so wird
ein größerer Luftstrom erzeugt. Folglich wird der Luftdurch
satz Q erhöht. Andererseits kann der Luftdurchsatz Q auch
über die verschiedenen Klappen 9 in den Belüftungskanälen 4
verändert werden.
Diese Klappen 9 (Ansaugklappen oder Luftverteilungsklappen)
können elektromotorisch so verstellt werden, daß die Strö
mungsquerschnittsfläche und somit der Luftdurchsatz Q verän
dert wird. Durch Schließen oder Öffnen der Klappen 9 kann al
so der Luftdurchsatz Q vergrößert oder verkleinert werden.
Der Luftdurchsatz Q kann auch durch Verändern der Stellung
des Lüfterrades bezüglich des Luftstroms abhängig von der
Schallintensität geändert werden. Dadurch wird erreicht, daß
die Luft mehr oder weniger effektiv von dem Lüfterrad be
schleunigt wird, was zur Folge hat, daß sich der Luftdurch
satz Q ändert.
Jede Klimaanlage für ein Kraftfahrzeug weist ein Bedienfeld
mit Bedienelementen auf, durch die einerseits die gewünschte
Temperatur und andererseits die Gebläsestärke manuell einge
stellt werden kann. Außerdem kann die Luftverteilung für Fuß
raum 10, Körperbereich, Entfrostung 11, Vordersitz- oder Hin
tersitzbereich eingestellt werden. Es kann auch eine Automa
tikstellung gewählt werden, bei der der Luftdurchsatz Q bei
spielsweise abhängig von der Temperaturdifferenz Δt und/oder
abhängig von der Schallintensität und/oder abhängig von der
Sonneneinstrahlung automatisch entsprechend dem dargestellten
Kennlinienfeld eingestellt wird. Die Sonneneinstrahlung kann
dabei mit Hilfe von optischen Sensoren gemessen werden.
Dieser automatische Betrieb kann selbstverständlich manuell
ausgeschaltet werden, wenn ein höherer oder niedrigerer Luft
durchsatz Q gewünscht wird. Dann wird die Gebläsestärke manu
ell auf den gewünschten Wert eingestellt. Auch in diesem Be
triebszustand kann zusätzlich vorgesehen sein, daß der Luft
durchsatz Q geringfügig nach oben oder nach unten verändert
wird, wenn der Geräuschpegel im Fahrgastraum entsprechend
hoch bzw. gering ist.
Unter dem Begriff "Luftdurchsatz Q" wird bei der Erfindung
die Menge der Luft verstanden, die innerhalb einer bestimmten
Zeit durch einen bestimmten Querschnitt strömt.
Unter dem Begriff "Klimaanlage" sind alle elektrischen Anla
gen mit zumindest einem Gebläse zu verstehen, durch die der
Fahrgastraum belüftet, beheizt oder gekühlt werden kann.
Unter dem Begriff "Geräusch" ist der Schall zu verstehen, der
sich aus eine Vielzahl von Schwingungen mit unterschiedlichen
Frequenzen, Amplituden und Phasen zusammensetzt. Die Geräu
sche werden durch die Schallintensität oder den Geräuschpegel
quantifiziert. Unter der Schallintensität ist somit die von
einem Insassen empfundene Lautstärke der Geräusche zu verste
hen. Für die Erfindung interessieren allerdings nur solche
Frequenzen und Lautstärken von Geräuschen, die ein Mensch als
störend empfinden kann.
Claims (5)
1. Verfahren zum Steuern des Luftdurchsatzes (Q) bei einer
Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs, gekennzeichnet durch fol
gende Schritte:
- - Messen einer die Schallintensität im Fahrgastraum repräsen tierenden, physikalischen Größe und
- - Steuern des Luftdurchsatzes (Q) derart abhängig von der physikalischen Größe, daß bei großer Schallintensität der Luftdurchsatz (Q) erhöht und bei kleiner Schallintensität der Luftdurchsatz (Q) erniedrigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
physikalische Größe die Fahrgeschwindigkeit des Kraftfahr
zeugs oder die Drehzahl des Verbrennungsmotors ist, wobei bei
höherer Fahrgeschwindigkeit oder höherer Drehzahl der Luft
durchsatz (Q) erhöht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
physikalische Größe die Schallintensität von Geräuschen im
Inneren des Kraftfahrzeugs ist, die mit Hilfe eines aku
stisch-elektrischen Wandlers gemessen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Luftdurchsatz (Q) zusätzlich abhängig von der Temperaturdif
ferenz (Δt) zwischen gewünschter Innentemperatur und gemes
sener Außentemperatur derart gesteuert wird, daß bei kleiner
Temperaturdifferenz (Δt) der Luftdurchsatz (Q) erniedrigt
und bei großer Temperaturdifferenz (Δt) erhöht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Luftdurchsatz (Q) zusätzlich abhängig von der Sonneneinstrah
lung derart gesteuert wird, daß bei geringer Sonneneinstrah
lung der Luftdurchsatz (Q) erniedrigt und bei hoher Sonnen
einstrahlung erhöht wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999144735 DE19944735C1 (de) | 1999-09-17 | 1999-09-17 | Verfahren zum Steuern des Luftdurchsatzes bei einer Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs |
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