-
Gebiet der Erfindung
-
Diese
Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung für eine Wechselwirkung mit elektrisch
erregbarem Gewebe eines Patienten, insbesondere auf ein implantierbares
System zum Stimulieren von elektrisch erregbarem Gewebe in einem
Patienten und zum Aufzeichnen von Potentialen eines solchen Gewebes
im Patienten und genauer auf ein solches System, in dem die Stimulations-
und Aufzeichnungselektroden wählbar
sind, um die Anzahl von Leitern auf ein Minimum zu reduzieren.
-
Beschreibung der verwandten
Technik
-
Es
ist oftmals bei der Rückenmarksstimulation
oder der tiefen Gehirnstimulation zur Schmerzlinderung oder zur
Kontrolle von Bewegungsstörungen wünschenswert,
an einer Stimulationsspitze bzw. -sonde viele Stimulationselektroden
zu haben, um eine oder mehrere Katoden und eine oder mehrere Anoden
an optimalen Orten anzuordnen, um einen Nutzen zu erzielen oder
unerwünschte
Nebeneffekte zu minimieren. Implantierte Systeme verwenden nun eine
bis drei Sonden bzw. Spitzen und besitzen zwischen einer und sechzehn
Stimulationselektroden. Solche Systeme müssen bis zu 20 Milliampere
Strom oder mehr leiten, was Stromdichten von 10 Mikrocoulomb pro
Quadratzentimeter pro Phase oder mehr zur Folge hat. Im Ergebnis
ist jede Elektrode mit einem Leiter beträchtlicher Größe verbunden,
um Energieverluste aufgrund der Impedanz zu minimieren und um eine
geeignete Festigkeit für
die Verbindung des Drahts mit einer Spannungs- bzw. Leistungsversorgung
ohne wesentliche Bruchgefahr zu schaffen. Die meisten derzeitigen
Systeme besitzen die Fähigkeit,
die Polarität
jeder Elektrode zu programmieren. Aufgrund von Größenbeschränkungen
und Eigenschaften der Leiter ist es schwierig, eine hohe Zuverlässigkeit
zu erhalten, wenn in einem Spitzenkörper, der in einen Patienten
implantiert ist, acht, sechzehn oder mehr Drähte vorhanden sind.
-
Eine
Spitze mit zwanzig bis fünfzig
oder mehr Stimulationselektroden könnte für manche Therapien nützlich sein.
Für jeden
Patienten könnten
optimale Kombinationen von Katoden und Anoden gewählt werden.
Die Verwendung dieser vielen Elektroden ist jedoch in der Vergangenheit
wegen der Größenbeschränkungen,
die durch den Bedarf an einem mit jeder Elektrode verbundenen Leiter
beträchtlicher Größe, auferlegt
werden, nicht machbar gewesen. Die vorliegende Erfindung ist auf
die Lösung
dieses Problems gerichtet.
-
In
der
PCT-Veröffentlichung
WO 9519804 A1 ist eine Tripol-Spitze gezeigt. Eine solche
Spitze kann jedoch Elektroden nicht umprogrammieren, ferner ist
der klinische Nutzen kritisch abhängig von der Elektrodenpositionierung.
Diese Erfindung beseitigt die Nachteile der vorangehenden Spitze,
indem sie Änderungen
in einem effektiven Stimulationsbereich nach der Implantation durch
Programmierung zuläßt.
-
Die
US 5,038,781 zeigt eine
Nerven-Manschette zur neurologischen Stimulation mit eine wenigstens
zwei Adern umfassende Leitung von einer Stimulationsquelle, einem
dehnbaren Körper,
der um den Nerv herum plaziert wird, wenigstens zwei Elektroden
zum Stimulieren des Nervs und Transfermitteln zum Übertragen
der Signale von der Leitung zu den Elektroden.
-
Die
WO 97/37720 A1 und
US 5314455 zeigen Vorrichtungen
für eine
Wechselwirkung mit elektrisch erregbaren Gewebe eines Patienten,
mit einer Gruppe implantierbarer Elektroden, einem Hauptkabel, einer
Datenquelle, einem Datenleiter und einer implantierbaren Steuereinrichtung.
Die gezeigten Vorrichtungen benötigen
relativ viel Platz.
-
Zusammenfassung der Erfindung
-
Erfindungsgemäß werden
Vorrichtungen für eine
Wechselwirkung mit elektrisch erregbarem Gewebe eines Patienten
gemäß der unabhängigen Patentansprüche vorgestellt.
Die Erfindung ist nützlich zur
Wechselwirkung mit elektrisch erregbarem Gewebe eines Patienten.
Gemäß der bevorzugten
Ausführung
ist eine Gruppe implantierbarer Elektroden so beschaffen, daß sie mit
dem Gewebe in Wechselwirkung tritt. Ein Hauptkabel erstreckt sich
von einem ersten Ort zu einem zweiten Ort in der Nähe des Gewebes.
Eine Datenquelle identifiziert eine oder mehrere Elektroden in der
Gruppe, wobei sich ein Datenleiter von der Datenquelle zum zweiten
Ort erstreckt. Eine implantierbare Steuereinrichtung schaltet als Antwort
auf die Daten eine oder mehrere der Elektroden zum Hauptkabel durch.
-
Die
Erfindung ermöglicht
die Übertragung elektrischer
Signale zwischen dem ersten Ort und einer oder mehreren wählbaren
Elektroden im Patienten bei einer minimalen Anzahl von Leitern.
Im Ergebnis kann die Anzahl von Elektroden, die in den Patienten
implantiert sind, wesentlich erhöht
werden, um verbesserte therapeutische Wirkungen zu schaffen. Durch
die Minimierung der Anzahl der Leiter wird die Zuverlässigkeit
verbessert.
-
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der Erfindung umfassen die Elektroden sowohl Aufzeichnungselektroden
als auch Stimulationselektroden.
-
Kurzbeschreibung der Zeichnung
-
Diese
und weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden deutlich
beim Studium der folgenden ausführlichen
Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung, worin gleiche
Bezugszeichen durchweg gleiche Teile bezeichnen und worin:
-
1 eine
Draufsicht einer bevorzugten Form einer Stimulationsspitze ist,
die eine Stimulationsbaueinheit gemäß der vorliegenden Erfindung enthält, die
in einen Patienten implantiert ist und mit einer Datenquelle verbunden
ist;
-
2 eine
Seitenschnittansicht der in 1 gezeigten
Spitze ist;
-
3 eine
Draufsicht einer bevorzugten Form einer Aufzeichnungsbaueinheit
gemäß der vorliegenden
Erfindung ist;
-
4 eine
Draufsicht einer modifizierten Form einer Spitze ist, in der die
Stimulationsbaueinheit nach 1 und die
Aufzeichnungsbaueinheit nach 3 unter
Verwendung mehrerer Steuereinrichtungen kombiniert sind;
-
5 eine
Draufsicht einer weiteren Form der Erfindung ist, die mehrere Matrizen
von Stimulationselektroden und eine Matrix von Aufzeichnungselektroden
verwendet, die durch eine einzige Steuereinrichtung gesteuert werden;
-
6 eine
Seitenansicht einer weiteren Form der Erfindung ist, die mehrere
Elektroden an einer nahezu zylindrischen Spitze verwendet;
-
7 Stirnansicht
der in 6 gezeigten Spitze ist, die gegenüber der
in 6 gezeigten Ansicht geringfügig gedreht ist;
-
8 eine
vergrößerte Ansicht
von 7 ist;
-
9 eine
Draufsicht einer weiteren Form der Erfindung ist, in der der Datenleiter
und einer der Leistungsleiter zu einer einzigen Spitze multiplexiert sind;
-
10 eine
Draufsicht einer weiteren Form der Erfindung ist, die mehrere Steuereinrichtungen verwendet,
wovon jede eine oder mehrere der Stimulationselektroden in der Matrix
steuert;
-
11 eine
explosionsartige Seitenansicht einer der Stimulationselektroden
der in 10 gezeigten Spitze ist;
-
12 eine
Draufsicht einer weiteren Form der Erfindung ist, die mehrere Steuereinrichtungen verwendet,
wovon jede eine oder mehrere Stimulationselektroden in der Matrix
steuert, wobei ein Leistungsleiter mit einem Datenleiter moduliert
wird; und
-
13 eine
explosionsartige Seitenansicht einer der Stimulationselektroden
der in 12 gezeigten Spitze ist.
-
Beschreibung der bevorzugten
Ausführungen
-
Wie
in 1 gezeigt ist, enthält eine bevorzugte Form einer
flachen Paddelspitze L1, die für
die Implantation in einem Patienten geeignet ist, grundsätzlich eine
Stimulationsbaueinheit S1, die eine Steuereinrichtung C1 enthält, und
eine Matrix aus Stimulationselektroden AS1. Die Spitze L1 ist an
einem Ort IS1 in einem Patienten in der Nähe von zu stimulierendem Gewebe
implantiert. Die Matrix AS1 weist fünfundfünfzig Elektroden auf wie etwa
flache Elektroden 10–12,
die in einem rechtwinkligen Gitter angeordnet sind und voneinander
elektrisch isoliert sind. Die obere Oberfläche der Matrix AS1 liegt gegenüber dem
Patientengewebe an der Oberfläche der
Spitze L1 frei bzw. ist diesem ausgesetzt. Die Steuereinrichtung
C1 ist mit einem Leiter ID1 verbunden, über den Daten von einer Datenquelle
D1 bereitgestellt werden, sowie mit einem Kabel CB1 verbunden, das
Leistungsleiter P1 und P2 zum Leiten eines Stimulationsstroms an
die Elektrodenmatrix AS1 enthält.
P1 und P2 sind mit einer nicht gezeigten Leistungsquelle verbunden.
Die Steuereinrichtung C1 ist mit jeder Elektrode in der Elektrodenmatrix
AS1 über getrennte
Leitungsdrähte
gekoppelt. Die Datenquelle D1 befindet sich an einem Ort OS1, der
sich in der Leistungsquelle oder an einem anderen Ort, gewöhnlich subkutan,
befinden könnte.
Die Datenquelle kann ein Mikroprozessor sein, der einen Speicher
zum Speichern von Daten aufweist, die die zu aktivierenden Elektroden
und deren Polaritäten
identifizieren.
-
Die
Ausführungsform
nach 1 ist besonders gut für rote Skelettmuskeln geeignet,
da die Stimulation an einem solchen Muskel nur die direkt unter
der Katode befindlichen Muskelfasern aktivieren kann. Aktionspotentiale
verteilen sich nicht von Muskelfaser zu Muskelfaser, wie dies bei
glatten Muskeln oder Herzmuskeln der Fall ist. Daher ist eine breite Matrix
aus Katoden nützlich,
um viele Fasern eines roten Muskels zu rekrutieren bzw. wiederherzustellen.
-
Wie
in 2 gezeigt ist, kann eine Spitze L1 optional auch
eine weitere Matrix aus Stimulationselektroden AS2 enthalten, die
Elektroden wie etwa 15–17
enthält
und auf einer Seite der Spitze L1 angeordnet ist. Die Oberfläche der
Elektroden in der Matrix AS2 liegt auf der Seite der Spitze L1 frei,
um Gewebe eines Patienten an der Stelle IS1 elektrisch zu stimulieren.
Die Elektroden in der Matrix AS2 können durch C1 und/oder durch
eine getrennte Steuereinrichtung C2 wie gezeigt gesteuert werden.
-
Wie
in 1 gezeigt ist, ist jede Elektrode in der Matrix
AS1 und AS2 mit der Steuereinrichtung C1 und/oder C2 über Leitungsdrähte verbunden.
Ein Signal wird zur Steuereinrichtung C1 und/oder C2 über den
Leiter ID1 geschickt, das die zu aktivierenden Elektroden identifiziert.
Die Steuereinrichtungen C1 und C2 wirken als Schaltgatter, die Leistungsleitungen
P1 und P2 zu den aktivierten Elektroden in der Matrix AS1 und AS2
durchschalten. Einige aktivierte Elektroden können zu Katoden (–) werden,
während andere
Elektroden zu Anoden (+) werden können. Die Pluszeichen und die
Minuszeichen in 1 bezeichnen Elektroden, die
als Anoden (+) bzw. als Katoden (–) aktiviert worden sind. Die
nicht für
eine Aktivierung gewählten
Elektroden sind offene Kreise oder besitzen eine hohe Impedanz.
Die Anordnung von Anoden oder Katoden in der Baueinheit S1 kann vom
Patienten oder anhand einer Untersuchung durch Kliniker gewählt werden,
um die gewünschten Wirkungen
der Stimulation, z. B. die Maximierung der Schmerzlinderung, die
Minimierung der Spastizität, das
Hemmen von Anfällen,
das Bewirken einer Muskelkontraktion und dergleichen zu maximieren
und außerdem
unerwünschte
Nebeneffekte zu minimieren.
-
Wie
weiterhin in 1 gezeigt ist, transportieren
Leistungsleiter P1 und P2 den Stimulationsstrom, der notwendig ist,
um das elektrisch erregbare Gewebe in der Nähe der Spitze L1 zu stimulieren.
Für eine
monopolare Stimulation wäre
ein einziger der Leiter P1 und P2 ausreichend; für eine bipolare Stimulation
sind jedoch zwei Leistungsleiter (Einzelkanal) wie etwa P1 und P2
erforderlich. Für
Doppelkanal-Anwendungen können
drei oder vier Leistungsleiter verwendet werden. Es könnten weniger
Drähte ausreichend
sein, falls das Leistungssignal im Zeitmultiplex geliefert wird.
-
9 zeigt
eine Ausführung
der vorliegenden Erfindung mit zwei Leitern, die zur Spitze L1 führen. Die
Leiter P1 und ID1 von 1 sind zu einem einzigen Leiter
kombiniert. Die P1- und
ID1-Signale werden moduliert, wodurch der Bedarf an einem dritten
Leiter reduziert wird. Die Modulation des Datensignals von ID1 und
des Leistungssignals von P1 oder P2 kann durch beliebige Modulationstechniken erzielt
werden, einschließlich
der Amplitudenmodulation (AM), der Frequenzmodulation mit Frequenzumtastung
(FSK), der Phasenumtastung (PSK), der Pulspositionstaktung und irgendeiner
Kombination hiervon erzielt werden, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein.
-
Wie
wiederum in 1 gezeigt ist, besitzt jede
der Elektroden in den Matrizen AS1 und AS2 eine Fläche von
1–6 mm2, andere Größen könnten jedoch ebenfalls verwendet
werden. Typischerweise sind mehrere benachbarte Elektroden parallel
verbunden, um eine kombinierte Oberfläche von 6–24 mm2 zu
erhalten, andere Größen könnten jedoch auch
günstig
sein. Die Elektroden in den Matrizen AS1 und AS2 sind elektrisch
leitend und gewöhnlich aus
einem Metall wie etwa Platin oder Iridium hergestellt. In 1 sind
vier Elektroden als Anoden (+) und sechs Elektroden als Katoden
(–) programmiert worden.
-
Die
Erfindung ist nützlich
in Verbindung mit elektrisch erregbarem Gewebe, das sowohl Nervengewebe
als auch Muskelgewebe umfaßt.
Nervengewebe enthält
periphere Nerven, die Rückenmarksoberfläche, das
tiefe Rückenmark,
tiefes Gehirngewebe und Gehirnoberflächengewebe. Muskelgewebe enthält (rote)
Skelettmuskeln, (weiße)
glatte unwillkürliche
Muskeln und Herzmuskeln.
-
3 zeigt
eine bevorzugte Form einer Aufzeichnungsbaueinheit R1, die eine
Steuereinrichtung C2 und eine Matrix aus Aufzeichnungselektroden RE1–RE5 enthält, die
elektrisch voneinander isoliert sind. Die Baueinheit R1 ist in einen
Patienten an der Stelle IS2 implantiert. Die Steuereinrichtung C2
ist mit einem Leiter ID2 zur Datenübertragung und mit einem Kabel
CB2, das Leistungsleiter P3 und P4 enthält, sowie mit einem zusätzlichen
Leiter RD1, der aufgezeichnete und verstärkte Gewebepotentiale überträgt, die
von einem oder mehreren der Leiter RE1–RE5 empfangen werden, versehen.
Der Leiter RD1 kann aus fünf
getrennten Leitern bestehen, die mit den Elektroden RE1–RE5 verbunden
sind, oder aus einem einzigen Leiter, auf dem Potentiale von den
Elektroden RE1–RE5
durch Zeitmultiplextechniken, die von der Steuereinrichtung C2 ausgeführt werden, übertragen
werden. Alternativ könnte
die Steuereinrichtung C2 Kombinationen der Elektroden RE1–RE5 als
Stimulationselektroden aktivieren, um eine Stimulation von Gewebe
zu schaffen.
-
Die
Aufzeichnungsbaueinheit R1 kann für die Aufzeichnung von Potentialen
in elektrisch erregbarem Gewebe verwendet werden. Die Steuereinrichtung
C2 wählt
von den Aufzeichnungselektroden RE1–RE5 aus, verstärkt die
von den Aufzeichnungselektroden empfangenen Signale und schickt
die verstärkten
Signale über
den Leiter RD1 zu einem Aufzeichnungsinstrument RC1. Die Steuereinrichtung C2
könnte
die Signale auch Filterung oder anderweitig verarbeiten. Das Instrument
RC1 befindet sich an einem anderen Ort, möglicherweise OS1.
-
Wie
in 3 gezeigt ist, befindet sich unter jeder Aufzeichnungselektrode
RE1–RE5
eine elektrische Schaltung, die einen Operationsverstärker und eine
Gatterschaltung enthält,
um die Aufzeichnungselektrode durchzuschalten und zu trennen. Eine
Aufzeichnungselektrode kann mit einer optimalen Signalstärke und
mit Unterscheidung des interessierenden Potentials gewählt werden.
Zwei oder mehr Elektroden können
parallelgeschaltet sein, um die Impedanz abzusenken, oder können differentiell verwendet
werden, um das aufgezeichnete Potential besser zu formen und Rauschsignale
zu entfernen. Alternativ kann die Steuereinrichtung C2 alle Signalkonditionierungsfunktionen
und Gatterschaltungen steuern, insbesondere dann, wenn die Abmessungen
der Aufzeichnungsbaueinheit R1 klein sind.
-
Der
Leiter ID2 wird für
den Transport von Daten von einer Datenquelle wie etwa D1 zur Steuereinrichtung
C2 verwendet. Als Antwort auf die Daten aktiviert die Steuereinrichtung
C2 die gewünschten Elektroden
und stellt die Verstärkung
ein. Das Kabel CB2 wird verwendet, um der Steuereinrichtung C2 Leistung
zuzuführen.
Der Leiter RD1 tritt aus der Aufzeichnungsstelle IC2 aus, um die
verstärkten
aufgezeichneten Potentiale der Aufzeichnungseinrichtung RC1 zuzuführen. Die
Aufzeichnungselektroden können
typischerweise jeweils eine Impedanz zwischen 100000 Ohm und 1,5
Megaohm besitzen, andere Impedanzen könnten jedoch wünschenswert
sein.
-
Die 4 und 5 zeigen
die Flexibilität von
Steuereinrichtungen und Matrizen aus Stimulationselektroden sowie
optionale Aufzeichnungselektroden, die gemäß der Erfindung hergestellt
sind. Wie in 4 gezeigt ist, kann eine Spitze
L2 eine Stimulationsbaueinheit S1 und eine optionale Aufzeichnungsbaueinheit
R1 sowie zusätzliche
Stimulationsbaueinheiten S2 und S3, die mit der Baueinheit S1 völlig übereinstimmen
können,
enthalten. Es können weitere
Stimulations- oder Aufzeichnungsbaueinheiten vom Arzt während der
Implantation zu S1 hinzugefügt
werden. Der Leiter RD2 transportiert aufgezeichnete Potentiale an
eine Aufzeichnungseinrichtung wie etwa RC1, die in 3 gezeigt
ist. Der Leiter RD2 kann eine Verlängerung des Leiters RD1 sein
oder kann zusätzliche
Daten enthalten, die sich aus der in der Steuereinrichtung C1 der
Baueinheit S1 erfolgten Verarbeitung ergeben. Für die in 4 gezeigte
Konfiguration kann die Steuereinrichtung C1 der Baueinheit S1 die
Funktionen der Steuereinrichtungen C1 und C2, die in Verbindung
mit den 1 und 3 beschrieben
worden sind, enthalten. Alternativ können Steuereinrichtungen C4
und C5 eine Steuerung der Baueinheiten S2 bzw. S3 schaffen. Die
Leistung wird an die Baueinheiten S2 und S3 durch Leistungsleiter
P1 und P2 geliefert. Ein Leiter ID3 tauscht die Daten aus, die für die Identifizierung
der Stimulationselektroden in der Baueinheit S2, die aktiviert werden
sollen, notwendig sind. Eine ähnliche
Funktion wird für
die Baueinheit S3 durch einen Datenleiter ID4 ausgeführt. Die
Steuereinrichtung C1 verarbeitet die Daten am Leiter ID1, um die geeigneten
Daten für
die Baueinheiten S2 und S3 zu schaffen, die über Leiter ID3 bzw. ID4 übertragen werden.
Bei einer Modulation der Leistungssignale auf den Leitern P1 und
P2 könnten
die Datenleiter ID1, ID3 und ID4 unnötig sein.
-
Wie
in 5 gezeigt ist, trägt eine Spitze L3 eine Steuereinrichtung
C3, die mit der Matrix AS1 und mit einer völlig gleichen Matrix AS2 sowie
mit einer Matrix AR1 verbunden ist. Jede der Aufzeichnungselektroden
in der Matrix AR1 ist mit der Steuereinrichtung C3 durch einen der
Leiter RL1–RL5
verbunden. Jede der Stimulationselektroden der Baueinheit AS1 ist
mit der Steuereinrichtung C3 durch ein Kabel CB6 verbunden, das
einzelne Leiter enthält, die
getrennt mit jeder der Elektroden in der Baueinheit AS1 verbunden
sind. Ebenso ist jede der Stimulationselektroden in der Baueinheit
AS2 mit der Steuereinrichtung C3 über ein Kabel CB7 verbunden.
Die Steuereinrichtung C3 empfängt
Informationen auf dem Leiter ID1, die die Elektroden der Baueinheiten AS1
und AS2, die aktiviert werden sollen, sowie die Polaritäten der
Elektroden identifizieren. Die Steuereinrichtung C3 aktiviert die
Elektroden in den Baueinheiten AS1 und AS2 in der gleichen Weise
wie in Verbindung mit der Steuereinrichtung C1 von 1 beschrieben.
-
Die
von jedem der Leiter RL1–RL5 übertragenen
Potentiale werden von der Steuereinrichtung C3 auf einer Zeitmultiplexbasis über den
Ausgangsleiter RD2 übertragen.
RD2 kann mit einer Aufzeichnungseinrichtung wie etwa RC1 wie in 3 gezeigt verbunden
sein.
-
6 zeigt
eine im allgemeinen zylindrische Spitze L4, die eine Steuereinrichtung
C4 und eine Baueinheit aus zweiundzwanzig Stimulationselektroden
AS3 einschließlich
zylindrischer Elektroden 20 und 21, die wie gezeigt
angeordnet sind, trägt.
Im Körper
der Spitze L4 sind entsprechende elektrische Schaltungen CT1 und
CT2 vorhanden, die direkt an den Elektroden 20 und 21 angebracht
sind (7 und 8). Für die Stimulationsbaueinheit
AS3 sind die Schaltungen CT1 und CT2 elektrische Schalter oder Gatter,
die spezifizierte Elektroden in der Baueinheit in Übereinstimmung
mit den auf dem Leiter ID1 empfangenen Daten aktivieren. Falls an
jeder longitudinalen Position der Spitze nur eine einzige Elektrode
vorhanden ist, könnte
es sich um eine Ringelektrode handeln. Falls an jeder longitudinalen
Position mehrere Elektroden vorhanden sind, könnten die Elektroden an jeder
longitudinalen Position gleiche Sektoren des Querschnitts der Spitze
L4 einnehmen. Dann könnten
unter Verwendung der Steuereinrichtung C4 nur jene Elektroden, die
sich am nächsten
am erregbaren Gewebe befinden, für
die Stimulation oder Aufzeichnung verwendet werden. Im Operationssaal
kann eine komplexe Spitze zusammengefügt werden, indem eine beliebige
Anzahl zylindrischer Verlängerungen
auf die Spitze L4 gesteckt wird (6).
-
Eine
Aufzeichnungsbaueinheit kann in der gleichen Form wie die Baueinheit
AS3, die in 6 gezeigt ist, hergestellt werden.
In diesem Fall würden die
Elektroden die gleiche Aufzeichnungsfunktion wie in Verbindung mit 3 beschrieben
ausführen.
In einer solchen Ausführung
würden
die Schaltungen CT1 und CT2 ein Verstärker und ein schaltbares Gatter
sein, das ein Gewebepotential an die Steuereinrichtung C4 übertragen
würde.
-
10 ist
eine Draufsicht einer weiteren Ausführung der Erfindung, die mehrere
Steuereinrichtungen verwendet, wovon jede eine oder mehrere der
Stimulationselektroden in der Matrix steuert. 10 veranschaulicht
eine Spitze L5 mit einer Stimulationsbaueinheit S5, die eine Matrix
aus Steuereinrichtungen (nicht gezeigt) und eine entsprechende Matrix
aus Stimulationselektroden AS5 enthält. Die Leistungsleiter P1
und P2 und das Datensignal ID1 sind mit der Spitze L1 ähnlich wie
in 1 verbunden. Alternativ kann der Leistungsleiter
P1, wie in 12 gezeigt ist, mit dem Datenleiter
ID1 unter Verwendung irgendeiner Anzahl von Modulationstechniken
moduliert werden, wodurch die Anzahl der Leiter zur Spitze L5 reduziert
wird.
-
Wie
in 10 gezeigt ist, besitzt jede Stimulationselektrode
in der Matrix AS5 eine entsprechende Steuereinrichtung, die den
Betrieb dieser Elektrode steuert. Leistungssignale P1 und P2 sowie
das Datensignal ID1 werden für
jede dieser einzelnen Steuereinrichtungen bereitgestellt, die ihrerseits
den Betrieb der zugeordneten Stimulationselektroden anhand dieser
Signale steuern. In einer solchen Ausführung wäre die Steuereinrichtung C1
(wie in 1 gezeigt) nicht erforderlich. 11 ist
eine explosionsartige Seitenansicht einer einzelnen Steuereinrichtung
C5 und der zugeordneten Stimulationselektrode E5 der Spitze L5.
Leistungsleitungen P1 und P2 sowie die Datenleitung ID1 verlaufen
zu jeder Steuereinrichtung in der Spitze L5 einschließlich der
Steuereinrichtung C5. Alternativ kann, wie in 13 gezeigt ist,
der Leistungsleiter P1 mit dem Datenleiter ID1 unter Verwendung
irgendeiner Anzahl von Modulationstechniken moduliert werden, wodurch
die Anzahl von Leitern zur Spitzen-Steuereinrichtung C5 reduziert
wird. 11 stellt eine typische Elektroden/Steuereinrichtungspaar-Kombination
der Spitze 5 dar. Die Steuereinrichtung C5 kann eine integrierte Schaltung
(IC) sein, ferner können
die zur Steuereinrichtung C5 führenden
Leiter an der Steuereinrichtung C5 drahtgebondet sein. Jedes Elektroden/Steuereinrichtungspaar
besitzt eine eindeutige Adresse, so daß der Datenleiter ID1 anhand
der über
den Datenleiter ID1 transportierten Adresseninformationen angeben
kann, welche Elektroden aktiviert werden sollen. Für jede für die Aktivierung
bezeichnete Elektrode wird die Elektrode als eine Anode (+) oder
als eine Katode (–)
bezeichnet. In einer weiteren Ausführung kann die Steuereinrichtung
C5 so positioniert sein, daß der
Betrieb einer Anzahl von Elektroden gesteuert wird. Die Steuereinrichtung
C5 kann auch für die
Steuerung von Aufzeichnungselektroden verwendet werden.
-
Jede
der Baueinheiten AS1–AS3,
AS5 und AR1 kann ein Siliciumwafer und daher starr sein. Die Steuereinrichtungen
C1–C5
können
herkömmliche Mikrosteuereinrichtungen
sein, die in einem Speicher gespeicherte Befehle ausführen können. Andere
Teile der Spitzen L1–L5,
etwa die Baueinheiten AS1, AS2 und AR1 von 5, können flexibel
und inert sein oder flexibel sein und Drähte tragen. Die Verwendung
von flexiblen elektrischen Schaltungen oder Bandkabeln könnte ebenfalls
vorteilhaft sein.
-
Die
Spitzen L1 bis L5 bieten gegenüber
bekannten Spitzen mehrere Vorteile. Vor der Implantation ist nicht
immer bekannt, was die beste Strategie für die Spitzenanordnung und
die Elektrodenpolarität ist.
Die Spitzen L1–L5
ermöglichen
eine spätere
Ausführung
der Wahl und eine zusätzliche
Umprogrammierung zu späteren
Zeitpunkten, so daß die
Elektrodenposition Freiheitsgrade erhält. Es ist manchmal nützlich,
auf einer Leitung fünf
oder mehr Elektroden zu haben (insbesondere quer zur Rückenmarksachse),
so daß zwei
oder drei an bevorzugten medialen/lateralen Positionen gewählt werden
können.
Die bevorzugten Ausführungen
ermöglichen Änderungen des
effektiven Stimulationsbereichs nach der Implantation lediglich
durch Programmierung.
-
Eine
wesentliche Notwendigkeit für Ärzte, die
eine Rückenmarksstimulation
verwenden, ist die Positionierung einer oder mehrerer Elektroden
auf der "physiologischen
Mittellinie". Das
bedeutet, daß Impulse
Gleichgewichtseffekte ergeben und nicht von der einen oder der anderen
Seite (in der Nähe der
einen oder der anderen Spinalwurzel) übermäßig vorgespannt werden. Wenn
der Ort des Vertebralkanals für
die Spitzenanordnung genutzt wird, ist in nur 27% der Zeit die Parästhesie
ausgeglichen (Barolat, G., Zeme, S. und Ketcik, B., Multifactorial
analysis of epidural spinal cord stimulation, Stereotact, Funct. Neurosurg.,
56 (1991) 77–103).
Die bevorzugten Ausführungen
ermöglichen,
daß die "physiologische Mittellinie" durch Prüfen gefunden
und entsprechend programmiert wird.
-
Die
Aufzeichnung elektrischer Signale ist sehr schwierig und hängt stark
vom Abstand vom aktiven Gewebe, von der Richtung der Aktionspotentiale
in Axonen und insbesondere von der Fläche/Impedanz der Aufzeichnungsstelle
(eine niedrige Impedanz nimmt Potentiale von größeren Abständen auf, die Signale sind
jedoch klein) ab. Durch Aussuchen der richtigen Orte von Aufzeichnungsstellen
und durch Addieren oder Subtrahieren von Signalen benachbarter Stellen
kann das beste Signal erhalten werden.
-
Die
Fähigkeit,
Elektroden aus einer großen Anzahl
von möglichen
Orten zu wählen
und zu aktivieren, die durch die bevorzugten Ausführungen
geschaffen wird, ist in dem Fall wertvoll, in dem irgendeine Stelle
aufgrund mechanischer/elektrischer Probleme, vernarbten Gewebes
und dergleichen nicht benutzbar ist. Eine nahe benachbarte Stelle könnte ein
nahezu ebenso brauchbares Ergebnis liefern.
-
Derzeit
ist der einzige Weg zum Wählen
optimaler Elektrodenorte (neben der Wahl der Polaritäten) die
chirurgische Positionierung der Spitze, die mit der Zeit unzuverlässig werden
könnte,
da die Positionierung bei einer bestimmten Körperhaltung des Patienten erfolgte
und sich durch Migration der Spitze verändern kann. Es sind Vorschläge für Spitzen gemacht
worden, die ihre Konfiguration ändern
können,
diese Vorschläge
bieten jedoch nicht den Vorteil der bevorzugten Ausführungen.
-
Die
vorteilhaften Anwendungen von Spitzen L1–L5, die in dieser Beschreibung
beschrieben worden sind, umfassen Anordnungen:
- a. über oder
in dem motorischen Cortex oder in der Kleinhirnrinde, wo somatotopische
Karten des Körpers
vorhanden sind und wo eine Feinsteuerung der Orte der Erregung zu
einer Beeinflussung der Bewegungen oder einer Kontrolle der verschiedenen
Körperteile
beitragen kann;
- b. über
oder in dem sensorischen Cortex, für den ebenfalls eine somatotopische
Karte vorhanden ist, so daß die
Parästhesie
und/oder motorische Effekte für
spezifische Körperteile
eingestellt werden können;
- c. im Thalamus, wo eine dreidimensionale Körperkarte vorhanden ist und
wo Lamina aus Zellen vorhanden sind, die am besten unter Verwendung vieler
Kontakte und einer Programmierung aktiviert (oder teilweise aktiviert)
werden könnten;
- d. im tiefen Gewebe, wo eine Stimulation vorteilhaft durch zylindrische
Spitzen erzielt wird;
- e. quer oder über
der Cauda Equina (Nerven im Spinalkanal, der von der Spitze der
Chorda abfällt),
um eine große
Selektivität
der Stimulation zu ermöglichen;
- f. in der Cochlea, wo ein unzureichender Raum für viele
Drähte
vorhanden ist, jedoch viele Kanäle erforderlich
sind und eine Feinabstimmung, welche Stellen längs der Cochlea stimuliert
werden, zu einem besseren Hören
führen
können;
- g. über
Zweige motorischer Nerven oder großer Nerven, um unterschiedliche
Faserbündel
zu aktivieren; und
- h. in der Retina, wo in dem Fall, in dem bei einem Patienten
kein Licht auf die Rückseite
des Auges trifft, die bevorzugte Ausführung neurale bzw. neuronale
bzw. neuronale Muster stimulieren, könnte, als ob Licht fokussiert
hindurchginge und wahrgenommen würde.
-
Die
Steuereinrichtungschips, die in dieser Beschreibung offenbart wurden,
sind vorzugsweise starr und auf Silikon mit einer hermetisch dichten
Abdeckung hergestellt. Sie können
jedoch sehr klein sein. Alle anderen Teile der Spitzen L1–L5 können flexibel
sein.
-
Ein
weiterer Vorteil der Spitzen L1–L5
besteht darin, daß die
Anzahl von Aufzeichnungsstellen parallel zur Bildung einer Stimulationsstelle,
die im allgemeinen eine niedrige Impedanz und eine größere Oberfläche erfordert,
programmiert werden könnten.
Es können
mehrere Stimulationsstellen programmiert werden, um die Impedanz
zu reduzieren.
-
Fachleute
erkennen, daß die
bevorzugten Ausführungen
geändert
und abgewandelt werden können,
ohne vom Erfindungsgedanken und vom Umfang der Erfindung, der in
den beigefügten
Ansprüchen
definiert ist, abzuweichen. Beispielsweise können die Elektroden eben sein
oder irgendeine Form (z. B. rund, oval und rechtwinklig) besitzen.
Die Elektroden können
auch eine dreidimensionale äußere Oberfläche (z.
B. zylindrisch, sphärisch,
halbsphärisch
oder konisch) besitzen.