DE19909826A1 - Verfahren zum Sterilisieren von Behältern und Füllvorrichtung - Google Patents

Verfahren zum Sterilisieren von Behältern und Füllvorrichtung

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Abstract

Bei einem Verfahren zum Sterilisieren von Behältern, die in einer Füllvorrichtung von kontinuierlich geförderten Fülleinrichtungen gefüllt werden, wobei die Behälter in wenigstens einer Plasma-Sterilisiereinrichtung und zumindest vor dem Befüllen plasma-sterilisiert werden, erfolgt die Plasma-Sterilisation der Behälter in mehreren, in sterilisierfähigem Zustand kontinuierlich geförderten Plasma-Sterilisiereinrichtungen während deren Förderbewegung. Die zum Durchführen des Verfahrens geeignete Füllvorrichtung weist mehrere Plasma-Sterilisiereinrichtungen auf, die gemeinsam und in sterilisierfähigem Zustand mit einer kontinuierlichen Förderbewegung angetrieben werden.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Füllvorrichtung gemäß dem Ober­ begriff des Anspruchs 6.
Aus DE-A-21 06 736 ist ein Verfahren zum Niederdruck- Plasmasterilisieren von Behältern bekannt, die entweder in einer abgedichteten Kammer innen und außen oder mittels ei­ ner abdichtenden Glocke nur innen mit dem Niederdruckplasma beaufschlagt werden.
Aus DE-A-197 19 911 ist ein Verfahren zum Hochdruck- Plasmasterilisieren von Getränkebehältern in einer Geträn­ kefüll- oder Verschließmaschine bekannt. Die Getränkebehäl­ ter und ihre Verschlüsse werden getrennt in jeweils einer Sterilisiereinrichtung sterilisiert, die beim Sterilisieren ortsfest ist. Beispielsweise werden zwei sich tangierende rotierende Sterne mit Sterilisierkammer-Hälften vorgesehen und kontinuierlich angetrieben, die im gegenseitigen Berüh­ rungsbereich eine ortsfeste Sterilisierkammer bilden. Auf­ grund der kontinuierlichen Förderbewegung der Getränkefla­ schen steht für den Sterilisierzyklus nur extrem kurze Zeit zur Verfügung. Der Sterilisierzyklus ist schwierig zu steu­ ern, hat extrem hohen Energiebedarf bei starker Leistung und ist störanfällig.
Aus DE-A-196 15 735 ist ein Verfahren zum Niederdruck- Plasmasterilisieren druckempfindlicher Behälter bekannt. Die Sterilisiereinrichtung ist eine ortsfeste Kammer, in der bei einem Zyklus eine größere Behältercharge sterili­ siert und nachfolgend gleich gefüllt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art sowie eine Füllvorrichtung anzuge­ ben, mit denen Behälter trotz hoher kontinuierlicher Durch­ laufrate sehr zuverlässig plasmasterilisierbar sind.
Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 6 gelöst.
Verfahrensgemäß werden mehrere Plasmasterilsiereinrichtun­ gen in sterilisierfähigem Zustand entsprechend der Ausstoß­ rate der Füllvorrichtung gefördert, so daß für das Sterili­ sieren jedes Behälters relativ lange Zeit zur Verfügung steht, um gründlich und zuverlässig zu sterilisieren. Dabei können sich die Sterilisierzyklen aufeinanderfolgender Be­ hälter sogar zeitlich überlappen. Die zeitliche Steuerung des Ablaufs jedes Sterilisierzyklus, d. h. die Vorbereitung, die Durchführung, und das Abschließen, gestaltet sich ein­ fach, weil sich jeder Behälter mit seiner in sterilisierfä­ higem Zustand geförderten Plasma-Sterilisiereinrichtung mitbewegt und der Sterilisierzyklus dann ablaufen kann, wenn es innerhalb des Arbeitsprozesses in der Füllvorrich­ tung am günstigsten ist.
In der Füllvorrichtung wird durch mehrere und kontinuier­ lich vorwärts geförderte Plasma-Sterilisiereinrichtungen ein Zeitpuffer geschaffen, dank dessen sich jeder Sterili­ sierzyklus in seinem Ablauf problemlos gestalten läßt, wo­ bei wegen Fehlens eines dominanten Zeitdrucks Gas und Stromenergie einsparbar sind.
Bei der Verfahrensvariante gemäß Anspruch 2 bildet jede Fülleinrichtung das Transportmittel für eine Plasma- Sterilisiereinrichtung. Es lassen sich gemeinsame Komponen­ ten gewinnbringend nutzen, da das Sterilisieren und das Füllen ähnliche Funktionen sind, beispielsweise was einen dichten Abschluß bei dem jeweiligen Zyklus betrifft. Ferner ist es günstig, daß unmittelbar nach dem Sterilisieren mit dem Füllen begonnen werden kann, so daß die Gefahr einer neuerlichen Kontamination nach dem Sterilisieren gering ist.
Alternativ sind bei der Verfahrensvariante gemäß Anspruch 3 die Plasma-Sterilisiereinrichtungen in einer eigenen Steri­ lisierstrecke angeordnet, die der Füllstrecke vor- oder nachgeordnet werden kann, je nachdem ob die Behälter oder die Behälterverschlüsse zu sterilisieren sind. Der wesent­ lichste Vorteil mehrerer kontinuierlich in sterilisierfähi­ gem Zustand geförderter Plasma-Sterilisiereinrichtungen liegt in dem dadurch erzielten Zeitpuffer, der für einen bequemen Ablauf jedes Sterilisierzyklus nutzbar ist. Die Einwirkzeit für das Plasma ist relativ kurz und beträgt nur zwischen Bruchteilen von Sekunden oder mehreren Sekunden. Jedoch kommt Zeit für die Vorbereitung der Plasmasterilisa­ tion und auch Zeit für das Beseitigen der Plasmagasmischung dazu. Dies bedeutet, daß bei den hohen, heutzutage in mo­ dernen Füllvorrichtungen erforderlichen Ausstoßraten jede Plasma-Sterilisiereinrichtung während ihres Sterilisierzy­ klus eine beträchtliche Wegstrecke zurücklegt.
Der durch die Vielzahl der kontinuierlichen geförderten Plasma-Sterilisiereinrichtungen gewonnene Zeitpuffer läßt sich besonders gewinnbringend zum Niederdruck-Plasma- Sterilisieren nutzen. Die Niederdruck-Plasmasterilisation ist besonders wirksam und bequem steuerbar, erfordert es allerdings, den Behälter oder die Kammer vor der Plasmabe­ aufschlagung zumindest teilweise zu evakuieren und nach der Sterilisation einen Druckausgleich herzustellen bzw. ver­ bleibende Substanzen zu entfernen. Der mit dem erfindungs­ gemäßen Verfahren gewonnen Zeitpuffer ermöglicht dies in bequemer Weise. Mit der Niederdruck-Plasmasterilisation wird auch der Vorteil geringeren Energieaufwandes, einfa­ cherer weil schwächerer elektrischer Geräte, und ein exakt dosierter Einsatz einer Plasmagasmischung erzielt. Die Kom­ bination, gemäß Anspruch 5, mehrerer kontinuierlich und sterilisierfähig geförderter Plasma-Sterilisier­ einrichtungen für die Niederdruck-Plasmasterilisation stellt deshalb für moderne Füllvorrichtungen ein Optimum dar.
Bei der Füllvorrichtung gemäß Anspruch 7 sind die Plasma- Sterilisiereinrichtungen bereits in die Füllvorrichtung baulich integriert, so daß keine eigenen baulichen Struktu­ ren zum Unterbringen und Fördern der Plasma- Sterilisiereinrichtungen benötigt werden.
Alternativ sind gemäß Anspruch 8 die Plasma- Sterilisiereinrichtungen in einer eigenen Sterilisierstrec­ ke angeordnet, zweckmäßigerweise in einem Sterilisierstern oder einem geradlinigen Sterilisierer, den die Behälter auf ihren Weg in die Fülleinrichtung bzw. aus der Fülleinrich­ tung durchlaufen.
Gemäß Anspruch 9 sind die Fülleinrichtungen mit den Plasma- Sterilisiereinrichtungen zweckmäßig an einem Füllrotor un­ tergebracht.
Alternativ sind gemäß Anspruch 10 die Plasma- Sterilisiereinrichtungen und die Fülleinrichtungen in ge­ trennte Rotoren integriert. Die Fördergeschwindigkeit der Plasma-Sterilisiereinrichtungen richtet sich hierbei nach ihrer Anzahl und nach dem Ausstoß gefüllter Behälter, der durch die Füllergeschwindigkeit gegeben ist.
Gemäß Anspruch 11 ist eine gemeinsame Steuervorrichtung für alle Plasma-Sterilisiereinrichtungen vorgesehen, die die Sterilisierzyklen nacheinander oder sogar zeitlich überlap­ pend einsteuert, oder ist jeder Plasma- Sterilisiereinrichtung eine eigene, dann einfachere Steuer­ vorrichtung zugeordnet.
Um zu vermeiden, daß die Behälter bei ihrer Förderbewegung von der Sterilisierstrecke zur Füllstrecke neuerlich konta­ miniert werden, ist es gemäß Anspruch 12 zweckmäßig, diesen Bereich als Reinstraum auszubilden.
Zweckmäßigerweise ist gemäß Anspruch 13 jede Plasma- Sterilisiereinrichtung eine Niederdruck- Plasmasterilisiereinrichtung, die sich durch die genaue Do­ sierbarkeit der Plasmagasmischung und einen relativ gerin­ gen Verbrauch an Plasmagas pro Zyklus auszeichnet, und auch mit relativ geringen Spannungen bzw. in einem moderaten Frequenzbereich betreibbar ist.
Gemäß Anspruch 14 ist für jeden Behälter eine eigene Kammer vorgesehen, in die der Behälter eingebracht und in der er dann sterilisiert wird. Teile der Kammerbegrenzung können als Elektroden ausgebildet sein. Es ist auch denkbar, die Kammer aus nicht leitendem Material zu bilden und in oder außerhalb der Kammer Elektroden, z. B. als Spulen, vorzuse­ hen.
Gemäß Anspruch 15 dient der Kopfteil der Kammer nicht nur als Komponente der üblichen Fülleinrichtung, die mit Ele­ menten zum Füllen und/oder Spülen ausgestattet ist, sondern auch zum Evakuieren der Kammer bzw. des Behälters, zur Vor­ bereitung des Niederdruck-Plasmasterilisierens und auch zur Zufuhr der Plasmagasmischung. Ferner könnte in dem Kopfteil eine Elektrode untergebracht sein.
Alternativ ist es zweckmäßig, zum Sterilisieren der In­ nenoberfläche des Behälters gemäß Anspruch 16 eine Dicht­ glocke über den Behälterhals zu stülpen. Die Dichtglocke könnte Teil einer Fülleinrichtung sein, oder Teil einer von der Fülleinrichtung getrennten Plasma- Sterilisiereinrichtung. Zum Sterilisieren wird die Dicht­ glocke dann an eine Unterdruckquelle bzw. eine Zufuhr für eine Plasmagasmischung angeschlossen.
Gemäß Anspruch 17 könnten halbschalenartige Elektroden der Plasma-Sterilisiereinrichtung benutzt werden, die mit einem Kopfteil kooperieren, der entweder Teil einer Fülleinrich­ tung oder einer Plasma-Sterilisiereinrichtung ist, und ge­ gebenenfalls ebenfalls eine Elektrode aufweist.
Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen der Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Schemadraufsicht auf eine erste Ausfüh­ rungsform einer Füllvorrichtung,
Fig. 2 eine Schemadraufsicht auf eine zweite Ausfüh­ rungsform einer Füllvorrichtung,
Fig. 3 einen Achsschnitt eines Details der Füllvorrich­ tung von Fig. 1 mit einer Fülleinrichtung, in die eine Plasma-Sterilisiereinrichtung inte­ griert ist, und
Fig. 4 eine Detailvariante einer Plasma- Sterilisiereinrichtung in schematischer Darstel­ lung.
Eine Füllvorrichtung F gemäß Fig. 1 dient zum Füllen und Sterilisieren von Behältern, z. B. Flaschen aus Glas oder Kunststoff. Die Füllvorrichtung F weist einen Füllstern S auf, der rotorartig um eine vertikale Mittelachse rotiert und entlang seines Umfangs regelmäßig verteilte Füllein­ richtungen K besitzt. In jede Fülleinrichtung K ist eine Plasma-Sterilisiereinrichtung P integriert, die zusammen mit ihrer Fülleinrichtung K und in sterilisierfähigem Zu­ stand mit kontinuierlicher Fördergeschwindigkeit rotiert. Bei der Bewegung des Füllsterns 5 durchläuft jede Füllein­ richtung/Plasma-Sterilisiereinrichtung K, P zunächst eine Sterilisierstrecke A, dann eine Füllstrecke B, und gegebe­ nenfalls eine Verschließstrecke C. Die in Fig. 1 nicht ge­ zeigten Behälter werden über einen Zuförderer 1 angelie­ fert, über einen Umlenkstern 2 mit kontinuierlicher Förder­ bewegung an den Füllstern S übergeben und von einem Umlenk­ stern 3 an eine Abförderung 4 weitergeführt. In der Füll­ vorrichtung F ist wenigstens eine Steuervorrichtung CU vor­ gesehen, die entweder gemeinsam für alle Plasma- Sterilisiereinrichtungen P Sterilisierzyklen einsteuert oder sind der Anzahl der Sterilisiereinrichtungen P ent­ sprechend viele einzelne Steuervorrichtungen CU vorgesehen. Entlang der Sterilisierstrecke A wird jeder Behälter plas­ masterilisiert, ehe er gefüllt wird.
Zum Plasmasterilisieren wird eine passende Plasmagasmi­ schung verwendet, die durch hochfrequente Strombeaufschla­ gung sozusagen gezündet wird und dabei in einem Ionisie­ rungsprozeß Keime, Geruchspartikel und dgl. vernichtet. Er­ folgt die Plasma-Sterilisation bei Atmosphärendruck oder höherem Druck, dann spricht man von Hochdruck-Plasma- Sterilisieren. Wird hingegen die Sterilisation bei gegen­ über dem Atmosphärendruck verringertem Druck durchgeführt, dann spricht man von Niederdruck-Sterilisation. Beide Ste­ rilisierverfahren können in der Füllvorrichtung F von Fig. 1 angewendet werden. Der Vorzug ist jedoch der Niederdruck- Sterilisation zu geben, weil dabei weniger Plasmagasmi­ schung und niedrigere Spannung gebraucht werden, wofür der durch die kontinuierlich mitlaufenden Plasma- Sterilisiereinrichtungen in der Füllvorrichtung F geschaf­ fene Zeitpuffer gute Voraussetzungen bietet.
In der Füllvorrichtung F gemäß Fig. 2 ist dem Füllstern S, der mit Fülleinrichtungen K ausgestattet ist, zulaufseitig ein Sterilisierstern S1 zugeordnet, der eine Vielzahl gleichmäßig verteilter Plasma-Sterilisiereinrichtungen P enthält und mit kontinuierlicher Förderbewegung angetrieben wird. Die Umlaufgeschwindigkeit der Plasma-Steri­ lisiereinrichtungen richtet sich nach der Anzahl der Plas­ ma-Sterilisiereinrichtungen P und der Ausstoßrate des Füll­ sterns S. In Fig. 2 werden die Behälter über eine Zuführung 1 und ei­ nen Umlenkstern 2 an den Sterilisierstern 1 übergeben, bei dessen Umlauf in einer Sterilisierstrecke A sterilisiert, und dann in sterilisiertem Zustand an die Fülleinrichtungen K übergeben und entlang der Füllstrecke B gefüllt. Für den Fall, daß die Füllvorrichtung F in Fig. 2 eine Verschließ­ strecke C aufweisen sollte, könnte ein weiterer Sterili­ sierstern S2 (gestrichelt angedeutet) vorgesehen sein, der ebenfalls Plasma-Sterilisiereinrichtungen P1 aufweist und kontinuierlich angetrieben wird. Die Verschlüsse werden über einen Zuförderer 5 zugeführt. Die Abführung der ge­ füllten oder gefüllten und verschlossenen Behälter erfolgt über einen Umlenkstern 3 und einen Abförderer 4. Im Über­ gang vom jeweiligen Sterilisierstern S1 (S2) zum Füllstern S ist zweckmäßigerweise ein Reinstraum R (gestrichelt ange­ deutet) vorgesehen, um eine neuerliche Kontamination der sterilisierten Behälter (oder Verschlüsse) zu vermeiden. In der Füllvorrichtung F von Fig. 2 könnten die Behälter (die Verschlüsse) hochdruck-plasmasterilisiert oder niederdruck- plasmasterilisiert werden.
Fig. 3 verdeutlicht schematisch den Aufbau einer Füllein­ richtung K mit integrierter Plasma-Sterilisiereinrichtung P, wie sie in dem Füllstern S von Fig. 1 verwendet werden kann.
Zum Plasma-Sterilisieren (und auch zum Füllen) ist eine Kammer 6 vorgesehen, die einen Bodenteil 7, Seitenwandteile 8a, 8b (z. B. in Form von Halbschalen oder Ringen) und einen Kopfteil 9 aufweist. Oberhalb der Kammer 6 ist ein Gehäuse 10 angeordnet, das zu einem Füller-Ringkessel 11 gehört. Zwischen den Kammerteilen sind isolierende und gegebenen­ falls abdichtende Zwischenlagen 12 vorgesehen. Der Boden­ teil 7 ist mittels eines nur schematisch angedeuteten Hebe­ antriebs 13 mit darauf gesetztem Behälter D in Richtung ei­ nes Doppelpfeiles auf- und abbewegbar, z. B. um den Behälter D (z. B. eine Glas- oder Kunststoffflasche) in die Kammer 6 einzubringen. Durch den Kopfteil 9 erstreckt sich ein von dem Gehäuse 10 ausgehendes Füllrohr 14, das mit einem Ein­ satz 15 verbunden ist und sich in Richtung des Doppelpfeils auf- und abverschieben läßt. In Fig. 3 ist der Einsatz 15 zum Befüllen des Behälters D abgesenkt, so daß dessen offe­ nes Ende verschlossen ist. Zum Plasma-Sterilisieren wird der Einsatz 15 abgehoben.
Im Gehäuse 10 ist ein Ventil 16 mit einem durch einen An­ trieb 18 verstellbaren Ventilstößel 17 vorgesehen, der das Einbringen eines über eine Leitung 20 zugeführten flüssigen Produkts überwacht, wobei über eine Leitung 19 auch ein Hilfsmedium wie Stickstoff unter Druck zugeführt werden kann. Über eine Leitung 21 läßt sich, z. B. beim Füllen, Rückluft abführen. Eine in den Kopfteil 9 führende Leitung 22 dient zum Spülen mit einem Hilfsmedium, z. B. Stickstoff, während eine in den Kopfteil 9 führende Leitung 23 an eine Zufuhr für eine Plasmagasmischung anschließbar ist. Über eine Leitung 24 läßt sich der Kopfteil 9 und damit der In­ nenraum der Kammer 6 bzw. das Innere des Behälters D an ei­ ne Unterdruckquelle anschließen, beispielsweise um ein Nie­ dervakuum in einem bespielsweisen Bereich von 1 bis 10 Mil­ libar zu erzeugen. Eine Leitung 25 dient schließlich zum Einbringen eines weiteren Hilfsmediums, beispielsweise H2O2.
Da das Plasma-Sterilisieren eine Bogenentladung zur Ionisa­ tion des sterilisierenden Gasgemisches erfordert, muß zum Einwirken des hochfrequenten Stroms bzw. der hochfrequenten Spannung wenigstens eine Elektrode E vorgesehen sein, die im Bodenteil 7, in den Wandteilen 8a, 8b oder im Kopfteil 9 untergebracht sein kann. Als Elektrode kann auch eine Hoch­ frequenzspule verwendet werden. Als Spannungsquelle (nicht gezeigt) läßt sich ein Hochspannungs-Hochfrequenz-Oszil­ lator verwenden, der mit der jeweiligen Elektrode E ver­ bindbar und gegebenenfalls geerdet ist.
In Fig. 4 ist als Detailvariante eine Plasma- Sterilisiereinrichtung P angedeutet, mit der nur die Außen­ seite des Behälters D im Öffnungsbereich und die Innenober­ fläche des Behälters D behandelt werden. Anstelle der in Fig. 3 gezeigten Kammer 6 wird eine Dichtglocke 26 über den Behälter D gestülpt, die an dem Gehäuse 10' angebracht ist und mittels einer Dichtung 27 bei 28 abdichtet. An die Dichtglocke 26 sind die Leitungen 23, 24 für den Unterdruck (Niederdruckplasma) und die Plasmagasmischung angeschlos­ sen. Die Plasma-Sterilisiereinrichtung P von Fig. 4 kann in dem Plasmastern S1, (S2) der Fig. 2 verwendet werden und ist in diesem Fall nicht in die Fülleinrichtung K inte­ griert. Alternativ ist es allerdings möglich, die Plasma- Sterilisiereinrichtung P von Fig. 4 in eine Fülleinrichtung K analog zu Fig. 3 zu integrieren. In diesem Fall wäre das Gehäuse 10' das Gehäuse 10 der Fig. 3.
Da sich bei den gezeigten Ausführungsformen die Plasma- Sterilisiereinrichtung P mit kontinuierlicher Förderbewe­ gung geraume Zeit mit dem Behälter D mitbewegt, wird eine relativ lange Zeitspanne für die Plasma-Sterilisation nutz­ bar. Beispielsweise ist bei einer Ausstoßrate der Füllvor­ richtung F von zehn Behältern pro Sekunde eine Zeitspanne von 2 bis 3 Sekunden zum Sterilisieren nutzbar, die bei weitem ausreicht, um den Sterilisierzyklus vorzubereiten, durchzuführen und abzuschließen, und gleich danach mit dem Füllen zu beginnen. Dies sei anhand Fig. 3 wie folgt erläu­ tert:
Nachdem der Behälter D in die Kammer 6 eingebracht und das Füllrohr 14 in die Öffnung eingedrungen ist, ohne den Ein­ satz 15 auf die Öffnung abzusetzen, werden bei geschlosse­ nem Ventil 16 zunächst über die Leitung 24 der Innenraum der Kammer und der Innenraum des Behälters E evakuiert, z. B. bis auf einen Druck zwischen etwa 1 bis 10 Millibar. Danach wird über die Leitung 23 eine bestimmte Dosis der Plasmamischung eingelassen, beispielsweise bis etwa 10 bis 90 Gew.-% eingebracht sind. Dann wird durch die Strom- bzw. Spannungsbeaufschlagung eine Bogenentladung eingesteuert, die Keime, Geruchsstoffe und andere schädliche Substanzen vernichtet. In der Folge kann über die Leitung 25 ein Hilfsmedium wie H2O2 eingebracht und gegebenenfalls auch über die Leitung 22 mit dem Hilfsmedium gespült werden, um vorhandene Reste zu beseitigen. Anschließend wird der Ein­ satz 15 auf die Öffnung des Behälters D abgesenkt. Durch Öffnen des Ventils 16 wird das Produkt eingefüllt, unter­ stützt durch das Hilfsmedium über die Leitung 19. Falls er­ forderlich, wird über die Leitung 21 Rückluft abgeführt. Der sterilisierte und gefüllte Behälter D wird dann aus der Kammer 6 entnommen und gegebenenfalls verschlossen. Auch die Verschlüsse (nicht gezeigt) können plasmasterilisiert werden. Es ist denkbar, jeden Verschluß nach Wegbewegen des Kopfteiles 19 bei noch in der Kammer 6 befindlichem Behäl­ ter D aufzubringen. Die Behälter werden dann kontinuierlich abgefördert.
Bei den vorhergehenden Ausführungsbeispielen ist von einer Füllvorrichtung F ausgegangen, die mit wenigstens einem ro­ tierenden Stern arbeitet. Die Plasma-Sterili­ siereinrichtungen P ließen sich jedoch auch bei einer Rei­ henfüllvorrichtung verwenden, wobei sie dann ebenfalls ent­ weder in die Fülleinrichtungen integriert oder in einer vorhergehenden Sterilisierstrecke getrennt angeordnet sind.
Obwohl die Sterilisation mit Hochdruckplasma oder Nieder­ druckplasma durchführbar ist, wird der Niederdruck- Plasmasterilisation der Vorzug gegeben, weil durch die kon­ tinuierliche Förderung der mehreren Plasma- Sterilisiereinrichtungen für jeden Sterilisierzyklus rela­ tiv lange Zeit zur Verfügung steht, die gerade für die et­ was zeitaufwendige Niederdruck-Plasmasterilisation nutzbar ist. Die Niederdruck-Plasmasterilisation hat zudem den Vor­ teil geringeren Energiebedarfs, einer besseren Dosierung der Gasmischung und moderater Temperaturen.

Claims (17)

1. Verfahren zum Sterilisieren von Behältern (D), die in einer Füllvorrichtung (F) von kontinuierlich geförderten Fülleinrichtungen (K) gefüllt werden, wobei die Behälter (D) in wenigstens einer Plasma-Sterilisiereinrichtung (P) und zumindest vor dem Befüllen plasmasterilisiert werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter (D) in mehreren, in sterilisierfähigem Zustand kontinuierlich geförderten Plasma-Sterilisiereinrichtungen (P) während deren Förderbe­ wegung (V) plasmasterilisiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jede Fülleinrichtung (K) eine Plasma- Sterilisiereinrichtung (P) eingegliedert ist und beim Plas­ masterilisieren zusammen mit der Fülleinrichtung (K) konti­ nuierlich gefördert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Plasma-Sterilisiereinrichtungen (P) beim Plasmasterili­ sieren kontinuierlich entlang einer Sterilisierstrecke (A) gefördert werden, die vor einer Füllstrecke (B) der Füll­ vorrichtung (F) verläuft.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Plasma-Sterilisierzyklus jedes Behälters (D) länger dauert als der Ausstoß zweier aufeinanderfolgender Behälter (D) aus der Füllvorrichtung (F).
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter (D) niederdruckplasmasterilisiert werden.
6. Füllvorrichtung (F) für Behälter (D), die eine Vielzahl mit einer kontinuierlichen Förderbewegung (V) antreibbarer Füllelemente (K) und wenigstens eine Plasma-Steri­ lisiereinrichtung (P) zum Plasmasterilisieren der Behälter (D) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Plasma- Sterilisiereinrichtungen (P) vorgesehen und gemeinsam in sterilisierfähigem Zustand in einer kontinuierlichen För­ derbewegung (V) antreibbar sind.
7. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in jede Fülleinrichtung (K) eine Plasma- Sterilisiereinrichtung (P) eingegliedert ist.
8. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Plasma-Sterilisiereinrichtungen (P) in einer eine Füllstrecke (B) in der Füllvorrichtung (F) vorausgehenden Sterilisierstrecke (A) angeordnet sind.
9. Füllvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fülleinrichtungen (K) mit den Plasma- Sterilisiereinrichtungen (P) in einem Füllrotor (5) ange­ ordnet sind.
10. Füllvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich­ net, daß die Plasma-Sterilisiereinrichtungen (P) in einem einem Füllrotor (S) zugeordneten Sterilisierstern (S1, S2) angeordnet sind, vorzugsweise in der Anzahl der Füllein­ richtungen (K) bzw. in geringerer oder größerer Anzahl.
11. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­ net, daß für jede oder für alle Plasma- Sterilisiereinrichtungen (P) eine Steuereinrichtung (CU) vorgesehen ist, mit der ein Sterilisierzyklus einsteuerbar ist, der länger dauert als der Ausstoß zweier aufeinander­ folgender Behälter (D) aus der Füllvorrichtung (F).
12. Füllvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich­ net, daß zumindest der Übergang von der Sterilisierstrecke (A) in die Füllstrecke (B) als Reinstraum (R) ausgebildet ist.
13. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­ net, daß es sich um Niederdruck-Plasma- Sterilisiereinrichtungen (P) handelt.
14. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­ net, daß jede Plasma-Sterilisiereinrichtung (P) eine einen Behälter (D) aufnehmende, mehrteilige Kammer (6) mit Wand- und/oder boden- und/oder kopfteilseitigen Elektroden (E) aufweist.
15. Füllvorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeich­ net, daß der Kopfteil (9) der Kammer als mit einer Zufuhr (23) für eine Plasmagasmischung und ggfs. einer Elektrode (E) ausgestatteter Füll/Spülkopf ausgebildet ist.
16. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­ net, daß zum Plasma-Sterilisieren nur des Behälterinnerens eine außen über den Behälter (D) stülpbare Dichtglocke (26) vorgesehen und an eine Plasmagasmischungszufuhr (23) und eine Unterdruckquelle (24) anschließbar ist.
17. Füllvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­ net, daß jede Plasma-Sterilisiereinrichtung (P) halbscha­ lenartige Elektroden (E, 8a, 8b) aufweist, die mit einem Kopfteil (9) kooperieren, der zum Evakuieren und zum Befül­ len des Behälters (D) mit einer Plasmagasmischung an eine Unterdruckquelle (24) bzw. Gaszufuhr (23) anschließbar ist, und vorzugsweise, auch wenigstens eine Elektrode (E) auf­ weist.
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