DE19905788C1 - Verfahren und Anordnung zur Überwachung und Regelung von Verbrennungsprozessen - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Überwachung und Regelung von VerbrennungsprozessenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Überwachung und Regelung von Verbrennungsprozessen, insbesondere für Gasbrenner, mit einer Zündvorrichtung (8) und einer Sensoranordnung (14). Es wird vorgeschlagen, daß mit Hilfe einer Spulenanordnung (14) ein Magnetfeld erzeugt wird, das zur Auswertung für das Vorhandensein einer Flamme und/oder zur Auswertung für die Güte der Verbrennung zumindest teilweise in die Verbrennungszone gerichtet ist. Damit steht ein berührungsloses Meßverfahren zur Verfügung, welches die Nachteile der hohen Temperaturbelastung der Sensorik bei elektrischen oder optischen Meßverfahren nicht aufweist.
Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einer
Anordnung zur Regelung von Verbrennungsprozessen nach der
Gattung der Hauptansprüche. Für die Flammenüberwachung
können verschiedene Eigenschaften der Gasflamme genutzt
werden. Bei der Ionisationsflammenüberwachung werden die
elektrischen Eigenschaften der Gasflamme ausgenutzt, wobei
wie z. B. aus der DE 44 33 425 A1 bekannt, bei einer im
Flammenbereich angeordneten Ionisations-Meßelektrode der in
Abhängigkeit von der Verbrennung fließende Ionisationsstrom
auch zur Regelung des Brenngas-Luftverhältnis herangezogen
wird. Darüberhinaus sind optische Verfahren bekannt (siehe
DE 196 50 972 A1), bei denen optische Sensoren aufgrund der
von der Verbrennungsflamme erzeugten elektromagnetischen
Strahlung zur Regelung des Verbrennungsprozesses verwendet
werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße
Anordnung mit den Merkmalen der Hauptansprüche haben den
Vorteil, daß ein berührungsloses Meßverfahren zur Verfügung
steht, bei dem die Sensorelemente außerhalb des
Flammenbereiches bzw. der Verbrennungszone angeordnet werden
können und somit nicht den hohen Verbrennungstemperaturen
ausgesetzt sind.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Merkmale sind
vorteilhafte Weiterbildungen des Regelverfahrens sowie der
Anordnung zur Durchführung eines derartigen Regelverfahrens
möglich.
Das Magnetfeld wird durch eine Spule erzeugt. Je nach Art
und Beschaffenheit des verbrannten Gasgemisches ändert sich
deren Permeabilität und damit die Induktivität der Spule,
welches meßtechnisch ausgewertet werden kann. Wird die Spule
in einem Schwingkreis angeordnet, so kann die mit der
Induktivitätsänderung verbundene Änderung der Eigenfrequenz
des Schwingkreises zur Auswertung des Vorhandenseins einer
Flamme bzw. zur Auswertung der Verbrennungsgüte (Luftzahl λ)
herangezogen werden.
Änderungen in der Verbrennungsgüte können bestimmt werden,
indem die neue Eigenfrequenz des Schwingkreises ermittelt
wird. Alternativ zu dieser Auswertungsmethode besteht die
Möglichkeit, den Schwingkreis durch Änderung seines
kapazitiven Anteils so weit zu verstimmen, daß die
Eigenfrequenz auf den ursprünglichen Wert gehalten wird,
wodurch über die Veränderung zur Eigenfrequenzanpassung eine
Aussage über die Verbrennungsgüte getroffen werden kann.
Eine dritte Möglichkeit besteht darin, Änderungen in der
Schwingungsamplitude zur Auswertung heranzuziehen.
Das Verfahren zur Überwachung und Regelung von
Verbrennungsprozessen kann auch bei modulierender
Betriebsweise eines Gasbrenners, bei dem sich unter
Umständen die Lage der Flammenfront ändert, eingesetzt
werden. Dazu wird in vorteilhafter Weise bei der Auswertung
der Eigenfrequenzänderung bzw. der Amplitudenänderung des
Schwingkreises eine Kennlinie mit einer von der Belastung
bzw. der Ausströmgeschwindigkeit des Brenngas-Luftgemisches
abhängigen Charakteristik zugrundegelegt. Dabei werden
während des Betriebs des Gasbrenners die vom Schwingkreis
erzeugten Eigenfrequenzen bzw. die Schwingungsamplituden mit
Referenzwerten verglichen und bei Abweichungen durch ein
entsprechendes Korrektursignal, z. B. an das Gebläse für die
Luftzufuhr, das Brennstoff-Luftverhältnis angepaßt.
Da es unter Umständen wünschenswert ist, für verschiedene
Brennertypen unterschiedliche Luftzahlen λ zu verwenden,
kann das Regelverfahren an den Betrieb mit unterschiedlichen
Luftzahlen angepaßt werden, indem aus einem vorher z. B.
experimentell bestimmten Eigenfrequenz-Kennlinienfeld des
Schwingkreises die gewünschte Kennlinie vorgewählt wird.
Die zur Erzeugung des Magnetfeldes eingesetzte Spule wird in
vorteilhafter Weise über eine Isolationswand vom
Flammenbereich abgetrennt, so daß die Spule hinsichtlich der
Temperaturbeständigkeit keinen hohen Anforderungen genügen
muß.
Das erfindungsgemäße Regelverfahren bzw. die
erfindungsgemäße Anordnung läßt sich besonders gut bei
Gasbrennern einsetzen, bei denen die Verbrennung innerhalb
einer porösen Struktur erfolgt, da hier die optischen und
elektrischen Meß- und Regelverfahren nur noch bedingt
einsetzbar sind.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der
Zeichnung schematisch dargestellt und in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert. Fig. 1 und 2 zeigen eine
erste und zweite Ausführung einer Spulenanordnung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung, bei der über eine
Zündeinrichtung 8 ein Brenngas-Luftgemisch gezündet und
verbrannt wird. Der Flammenbereich 10 bzw. die
Verbrennungszone ist von einer Isolationswand 12 abgetrennt,
hinter der eine Spule 14 angeordnet ist, die in einem nicht
dargestellten Schwingkreis eingebunden ist. Der Schwingkreis
gewährleistet, daß die Spule periodisch von einem Strom
durchflossen wird und daß die Magnetfeldlinien 16 des
erzeugten Magnetfelds zumindest teilweise in Wechselwirkung
mit dem Flammenbereich 10 treten bzw. in die
Verbrennungszone gerichtet sind.
Es ist bekannt, daß die Induktivität einer Spule und damit
die magnetische Induktion auch von der relativen
Permeabilität µr abhängig ist. Da zumindest ein Teil des
durch die Spule 14 erzeugten Magnetfeldes in Wechselwirkung
mit dem Flammenbereich 10 bzw. mit der Verbrennungszone
tritt, ändert sich die Permeabilität und somit die
magnetische Induktion in Abhängigkeit davon, ob eine
Verbrennung stattfindet oder nicht. Ändert sich die
Zusammensetzung des Brenngas-Luftgemisches (Luftzahl λ),
ändert sich ebenfalls die Permeabilität der mit den
Magnetfeldlinien durchsetzten Verbrennungsprodukte. Die
Änderung der Permeabilität wird dadurch hervorgerufen, daß
sich bei einer Luftzahländerung die Temperatur und die
elektrische Leitfähigkeit der Verbrennungsgase ändern.
Die Änderung der Permeabilität im Brennraum bewirkt eine
Änderung der Induktivität der Spule 14, wodurch sich die
Eigenfrequenz des Schwingkreises ändert. Das Maß der
Luftzahländerung bzw. das Maß der Eigenfrequenzänderung des
Schwingkreises kann bestimmt werden, indem die neue
Eigenfrequenz des Schwingkreises ermittelt wird. Alternativ
dazu ist es möglich, den Schwingkreis in seinem kapazitiven
Anteil so weit zu verstimmen, daß die Eigenfrequenz auf den
ursprünglichen Wert gehalten wird, wodurch über die
Veränderung zur Eigenfrequenzanpassung eine Aussage über die
Änderung der Luftzahl λ und damit über die Verbrennungsgüte
getroffen werden kann. Eine dritte Auswertungsmöglichkeit
besteht darin, die Dämpfung der Amplitude des Schwingkreises
bei Luftzahländerungen zu betrachten.
Die Tatsache, daß die Lage der Verbrennungsfront von der
Belastung bzw. der Ausströmgeschwindigkeit des Brenngas-
Luftgemisches abhängig ist, wird in einer entsprechend
hinterlegten Kennlinie für das Korrektursignal zur
Luftzahlanpassung berücksichtigt.
Da es unter Umständen wünschenswert ist, das Brenngas-
Luftverhältnis in Abhängigkeit vom eingesetzten Brennertyp
vorzuwählen, kann eine entsprechende Kennlinie aus einem
hinterlegten Kennlinienfeld ausgewählt werden.
Fig. 2 zeigt eine ähnliche Anordnung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem gleiche Bauteile mit
gleichen Bezugszeichen versehen sind. Im Unterschied zur
Ausführung nach Fig. 1 ist der Kupferdraht der Spule 14 auf
ein Weicheisenelement 18 aufgewickelt. Da im Eisenkern die
magnetische Induktion um das µ-fache größer ist, tritt die
Änderung in der Permeabilität der Flamme prozentual
wesentlich stärker in Erscheinung. Hierdurch wird die
Verbrennung mit einem größerem Anteil detektiert.
Gleichzeitig werden durch den Eisenkern die Magnetfeldlinien
primär auf die Verbrennungszone ausgerichtet.
Das beschriebene Verfahren bzw. die Anordnung läßt sich
besonders gut bei einem Gasbrenner einsetzen, bei dem die
Verbrennung innerhalb einer porösen Struktur erfolgt, da die
Sensorelemente (Schwingkreis) außerhalb dieser Struktur
angeordnet werden können. Für eine bessere Erfassung der
Verbrennungsgüte aufgrund von Permeabilitätsänderungen im
Brennraum kann man den porösen Brennerkörper aus einem z. B.
metallischen oder keramischen Stoff bilden bzw. ihn mit
einem Überzug versehen, der paramagnetisch, d. h. µ < 1, ist.
Bei paramagnetischen Stoffen ist die Permeabilität stark
temperaturabhängig, so daß eine Luftzahländerung über
Veränderungen in der Temperatur der Verbrennungsgase
besonders gut erfaßt werden kann.
Claims (10)
1. Verfahren zur Überwachung und Regelung von
Verbrennungsprozessen, insbesondere für einen Gasbrenner,
mit einer Zündvorrichtung und einer Sensoranordnung, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Magnetfeld erzeugt wird, das zur
Auswertung für das Vorhandensein einer Flamme und/oder zur
Auswertung für die Güte der Verbrennung zumindest teilweise
in die Verbrennungszone gerichtet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Magnetfeld durch eine Spule erzeugt wird, die in einem
Schwingkreis eingebunden ist, wobei Änderungen der
Eigenfrequenz des Schwingkreises aufgrund von Änderungen der
Induktivität der Spule zur Auswertung herangezogen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Bestimmung der Verbrennungsgüte die neue Eigenfrequenz
des Schwingkreises ermittelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwingkreis so weit verstimmt wird, daß die
Eigenfrequenz auf den ursprünglichen Wert gehalten wird,
wodurch über die Veränderung zur Eigenfrequenzanpassung eine
Aussage über die Verbrennungsgüte getroffen werden kann.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
Veränderungen in der Dämpfung des Schwingkreises zur
Auswertung der Verbrennungsgüte herangezogen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Sensorsignal eine Kennlinie mit
einer von der Belastung bzw. der Ausströmgeschwindigkeit des
Brenngas-Luftgemisches abhängigen Charakteristik zugrunde
gelegt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kennlinie aus einem Kennlinienfeld vorgewählt wird,
wobei sich unterschiedliche Kennlinien für verschiedene
Brenngas-Luftverhältnisse (Luftzahl λ) und/oder verschiedene
Brennertypen ergeben.
8. Anordnung zur Überwachung und Regelung von
Verbrennungsprozessen mit einer Zündvorrichtung und einer
Sensoranordnung, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Spulenanordnung (14) vorgesehen ist, die so ausgerichtet
ist, daß zumindest ein Teil des Flammenbereiches (10) bzw.
der Verbrennungszone in Wechselwirkung mit den
Magnetfeldlinien der Spulenanordnung (14) tritt.
9. Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen der Spulenanordnung (14) und der Verbrennungszone
eine Isolationswand (12) vorgesehen ist.
10. Anordnung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Spulenanordnung (14) in einem
Schwingkreis integriert ist.
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN114046725A (zh) * | 2021-10-29 | 2022-02-15 | 广东万和热能科技有限公司 | 用于燃气用具的火焰高度检测系统及燃气用具 |
| DE102023211636A1 (de) * | 2023-11-22 | 2025-05-22 | Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung | Messeinrichtung für ein Heizgerät, Heizgerät sowie Verfahren zum Detektieren einer Flamme oder mehrerer Flammen |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE4433425A1 (de) * | 1994-09-20 | 1996-03-21 | Stiebel Eltron Gmbh & Co Kg | Regeleinrichtung zum Einstellen eines Gas-Verbrennungsluft-Gemisches bei einem Gasbrenner |
| DE19650972A1 (de) * | 1996-12-09 | 1998-06-10 | Elbau Elektronik Bauelemente G | Verfahren und Anordnung zur Überwachung und Regelung von Verbrennungsprozessen |
-
1999
- 1999-02-12 DE DE19905788A patent/DE19905788C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4433425A1 (de) * | 1994-09-20 | 1996-03-21 | Stiebel Eltron Gmbh & Co Kg | Regeleinrichtung zum Einstellen eines Gas-Verbrennungsluft-Gemisches bei einem Gasbrenner |
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Effective date: 20140902 |