DE19835347A1 - Vorrichtung zum Conchieren von Schokoladenmassen - Google Patents
Vorrichtung zum Conchieren von SchokoladenmassenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Conchieren von Schokolademassen mit einem doppelwandigen Behälter (1), dessen Wandzwischenraum (2) mit einem Zulauf und einem Ablauf für ein Wärmeträgermedium versehen ist und in dem ein um eine horizontale Achse drehbares Rührorgan (3) angeordnet ist, dessen leistenförmige Rührwerkzeuge (6) die Behälterinnenwandung (7) überstreichen und der ferner im unteren Behälterbereich eine seitliche Knetkammer (11) aufweist, in der eine mit radial ausgerichteten und in Achsrichtung geneigt angeordneten Knetblättern (10) versehene Knetwelle (9) parallel zum Rührorgan (3) angeordnet ist, wobei die Flugkreise (20, 21) der Rührwerkzeuge (6) und der Knetblätter (10) sich nahezu berühren und das Rührorgan (3) und die Knetwelle (9) in bezug auf ihre Drehrichtung und/oder ihre Drehzahl unabhängig voneinander antreibbar sind.
Description
Bei der Herstellung von Schokolade muß die Masse je nach der
Verfahrensstufe und/oder des herzustellenden Endproduktes in
der unterschiedlichsten Konsistenz verarbeitet werden, näm
lich trocken in Pulverform, plastisch mit Zugabe von Kakao
butter oder dergl. oder sogar in flüssiger Form. Hierbei ist
es erforderlich, störende Inhaltsstoffe, die den Geschmack
beeinträchtigen könnten, ausgetrieben werden können, was bei
spielsweise dadurch bewerkstelligt wird, daß die Schokolade
intensiv durchmischt wird, so daß mit der untergemischten
Luft auch die meist flüchtigen zu beseitigenden Inhaltsstoffe
mit der Luft ausgetragen werden. Auch Oxidationsvorgänge kön
nen hierbei wünschenswert sein. Bei der Verarbeitung von pla
stischen oder flüssigen Schokoladenmassen kommt es darauf an,
daß die Schokolade mit den entsprechenden Zutaten intensiv
durchmischt wird, um so zu einer homogenen Mischung zu kom
men.
Dieses sogenannte Conchieren wird in der Regel in einem im
wesentlichen horizontal ausgerichteten Behälter durchgeführt,
in dem wenigstens zwei um ihre horizontale Achse drehbare
Rührorgane angeordnet sind, durch die die zu conchierende
Schokoladenmasse durchmischt wird. Diese mechanische Durch
mischung ergibt ggf. einen weiteren Aufschluß und eine Homo
genisierung der Schokoladenmasse. Je nach Konzeption kann
hierbei die Einwirkung satzweise oder aber auch im Durchlauf
erfolgen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung zum Conchieren von Schokoladenmassen zu schaffen, die so
ausgestaltet ist, daß sowohl ein Trockenconchieren, d. h. die
Durchmischung eines Schokoladenpulvers, als auch von plasti
schen und/oder flüssigen Schokoladenmassen möglich.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch eine Vor
richtung zum Conchieren von Schokoladenmassen mit einem dop
pelwandigen Behälter, dessen Wandraum mit einem Zulauf und
einem Ablauf für ein Wärmeträgermedium versehen ist und in
dem ein um eine horizontale Achse drehbares Rührorgan ange
ordnet ist, dessen leistenförmige Rührwerkzeuge die Behälte
rinnenwandung überstreichen und der ferner im unteren Behäl
terbereich eine seitliche Knetkammer aufweist, in der eine
mit radial ausgerichteten und in Achsrichtung geneigt ange
ordneten Knetblättern versehene Knetwelle parallel zum
Rührorgan angeordnet ist, wobei die Flugkreise der Rührwerk
zeuge und der Knetblätter sich nahezu berühren und das
Rührorgan und die Knetwelle in bezug auf ihre Drehrichtung
und ihre Drehzahl unabhängig voneinander antreibbar sind.
Diese Anordnung hat den Vorteil, daß jeweils unter Anpassung
an die geforderten Behandlungsbedingungen für die im Behälter
enthaltene Schokoladenmasse die Einwirkungsbedingungen von
Rührwerkzeugen und Knetblättern auf die Schokoladenmasse op
timal eingestellt werden können. Dies ist möglich durch Ein
stellung der Drehrichtung und/oder durch Einstellung der
Drehzahlen von Rührorgan und Knetwelle, wobei das Rührorgan
und die Knetwelle auch unterschiedliche Drehzahlen und auch
unterschiedliche Drehrichtungen aufweisen können. Der Flug
kreis der leistenförmigen Rührwerkzeuge ist deutlich größer
als der Flugkreis der Knetblätter des Rührorgans, wobei die
leistenförmigen Rührwerkzeuge auf die Behälterfüllung prak
tisch nur in Umfangsrichtung einwirken, während die Knetblät
ter aufgrund ihrer Neigung in Achsrichtung eine Querbewegung
der Schokoladenmasse im Behälter erzeugen. Hierdurch ist si
chergestellt, daß zum einen die Schokoladenmasse jeweils über
die gesamte Behälterbreite gesehen, gleichmäßig "angehoben"
und somit in vertikaler Richtung durchmischt wird, und daß im
Bereich der Knetwelle eine entsprechende Querbewegung erzeugt
wird, so daß im "Berührungsbereich" zwischen den Rührwerkzeu
gen einerseits und den Knetblättern andererseits durch die
axiale Förderbewegung der Knetblätter immer wieder andere
Schokoladenmassenbereiche durch die Rührwerkzeuge angehoben
werden, so daß eine Strähnenbildung zuverlässig unterbunden
ist.
In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
daß die Behälterinnenwandung in den von den Rührwerkzeugen
einerseits und den von den Knetblättern andererseits über
strichenen Bereiche kreiszylindrisch ausgebildet sind, wobei
der von den Knetblättern überstrichene Bereich einen kleine
ren Durchmesser aufweist und eine Knetkammer bildet. Durch
diese Anordnung wird die im Behälter befindliche Schokoladen
masse durch das Rührorgan einerseits und durch die Knetwelle
andererseits zuverlässig an den entsprechenden Bereichen der
Behälterwandung entlanggeführt, so daß insbesondere auch die
vorgesehene Wechselwirkung zwischen den Rührwerkzeugen und
der Behälterwandung gegeben ist. Im Bereich der Knetwelle
wird durch die nahezu rohrförmige Ausbildung der Knetkammer
eine zuverlässige Führung der Schokoladenmasse in Längsrich
tung erreicht, wobei im "Berührungsbereich" zwischen den
Rührwerkzeugen und den Knetblättern durch die periodisch vor
beistreichenden Rührwerkzeuge "portionsweise" von der durch
die Knetwelle in Behälterlängsrichtung geführten Schokoladen
masse von den Rührwerkzeugen entsprechende Teilmengen abge
nommen und in Umfangsrichtung geführt werden. Besonders
zweckmäßig ist es hierbei, wenn der von den Rührwerkzeugen
überstrichene Bodenbereich der Behälterwandung in etwa in der
gleichen Höhe verläuft wie der von den Knetblättern überstri
chene Bodenbereich der Behälterwandung.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Knet
blätter an der Knetwelle in jeweils eine Drehebene paarweise
und diametral zueinander angeordnet sind.
Hierbei ist es zweckmäßig, wenn die Knetblätter eines Paares
gegensinnig angestellt sind, d. h. als Teil einer Schrauben
fläche anzusehen sind, so daß bei einer Drehung der Knetwelle
die Schokoladenmasse in Längsrichtung der Knetwelle gefördert
wird.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist vorgesehen, daß, bezogen auf eine vertikale Mittelebene,
die Knetblattpaare auf der einen Seite der Mittelebene mit
ihrem Anstellwinkel gegenläufig zu den Knetblattpaaren auf
der anderen Seite ausgerichtet sind. Durch diese Anordnung
kann drehrichtungsabhängig die Schokoladenmasse im Bereich
der Knetwelle in der Grundbewegung von den Stirnseiten des
Behälters nach innen gefördert werden, was beispielsweise bei
der Behandlung von trockenen pulverförmigen Schokoladenmassen
vorteilhaft ist oder bei entsprechend entgegengesetzter Dreh
richtung von innen nach außen gegen die Behälterstirnwand ge
fördert werden, was insbesondere bei plastischen oder flüssi
gen Schokoladenmassen vorteilhaft ist, da dann im Bereich der
Stirnseiten der Behälterinnenwandung auch durch das jeweils
letzte Knetblattpaar der Knetwelle im Zusammenwirken mit der
Behälterstirnwand eine starke Scherwirkung auf die Schokola
denmasse ausgeübt werden kann. Hierbei ist es besonders
zweckmäßig, wenn jeweils das in einem Endbereich der Knetwel
le angeordnete Knetblattpaar die zugeordnete Stirnfläche der
Behälterinnenwandung mit geringem Abstand überstreicht.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist
vorgesehen, daß die Knetblätter jeweils in ihrer Blattfläche
wenigstens eine Öffnung aufweisen. Durch diese Öffnung wird
in Verbindung mit dem vorstehend beschriebenen Anstellwinkel
die knetende Wirkung im Bereich der Knetblätter noch verbes
sert.
In Ausgestaltung der Erfindung ist ferner vorgesehen, daß zu
mindest die Knetwelle hohl ausgebildet ist und mit einem Zu
lauf und einem Ablauf für einen Wärmeträger versehen ist.
Hierdurch ist es möglich, der zu behandelnden Schokoladenma
sse je nach den gewünschten Verfahrensbedingungen über eine
entsprechende Temperierung des Wärmeträgers Wärmeenergie zu
zuführen, also die Schokoladenmasse anzuwärmen, oder aber
Wärme abzuführen, d. h. die Schokoladenmasse zu kühlen. Die
aufwärmende bzw. kühlende Einwirkung auf die zu behandelnde
Schokoladenmasse ist im Bereich der Knetkammer besonders
wirksam, da hier die zu behandelnde Schokoladenmasse auch bei
geringen Drehzahlen mit guter örtlicher Durchmischung durch
den Knetvorgang in Längsrichtung der ebenfalls entsprechend
temperierten Behälterwand geführt wird, so daß insbesondere
durch den Knetvorgang ein intensiver Wärmeaustausch erfolgt.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist
vorgesehen, daß an den Stirnwänden der Knetkammer jeweils we
nigstens ein mit einem Antrieb versehener, in axialer Rich
tung wirkender Scherkopf angeordnet ist. Durch die Anordnung
eines zusätzlichen Scherkopfes, der zweckmäßigerweise in
Überdeckung mit den endseitigen Knetblättern der Knetwelle
arbeitet, kann insbesondere bei plastischen oder flüssigen
Schokoladenmassen die auf die Schokoladenmasse auszuübende
Scherwirkung erhöht werden. Der Einfluß der Scherköpfe wird
noch dadurch verbessert, daß bei der Behandlung von plasti
schen oder flüssigen Schokoladenmassen die Anstellwinkel der
Knetblätter und die Drehrichtung so gewählt sind, daß die zu
behandelnde Schokoladenmasse vom Bereich der Mittelebene je
weils gegen die Stirnseiten der Knetkammer in den Einwir
kungsbereich des jeweiligen Scherkopfes gefördert wird.
Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen eines
Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine Conchiervor
richtung,
Fig. 2 eine Seitenansicht in Richtung des Pfeiles I mit
teilweise aufgeschnittener Behälterwand.
Die in Fig. 1 in einem Vertikalschnitt dargestellte Ausfüh
rungsform einer Vorrichtung zum Conchieren von Schokoladen
massen besteht im wesentlichen aus einem doppelwandigen Be
hälter 1, dessen Wandzwischenraum 2 mit einem hier nicht nä
her dargestellten Zulauf und einem nicht dargestellten Ablauf
für eine Wärmeträgermedium versehen ist. Im Behälter ist ein
um eine horizontale Achse drehbares Rührorgan 3 angeordnet,
das an einer Welle 4 befestigte Arme 5 aufweist, deren freie
Enden mit leistenförmigen sich in Behälterlängsrichtung er
streckenden Rührwerkzeugen 6 miteinander verbunden sind. Die
leistenförmigen Rührwerkzeuge 6 sind in bezug auf die Behäl
terinnenwandung 7 in der dargestellten Weise geneigt ausge
richtet, so daß in der Drehrichtung entsprechend dem Pfeil A
die im Behälter befindliche Schokoladenmasse in Richtung auf
die Welle 4 gefördert wird, und bei einer Drehung in Richtung
des Pfeiles B die im Behälter befindliche Schokoladenmasse
über die leistenförmigen Rührwerkzeuge 6 gegen die Behälte
rinnenwandung angepreßt und hier einer intensiven Scherwir
kung ausgesetzt wird. Der Behälter ist hierbei soweit mit der
zu behandelnden Schokoladenmasse gefüllt, daß sich im Ruhezu
stand die durch den Niveaupfeil 8 angedeutete Füllhöhe ein
stellt. Durch eine obenliegende Öffnung 13 wird der Behälter
1 jeweils satzweise bis zum Erreichen des Niveaupfeiles 8 mit
Schokoladenmasse gefüllt. Nach Beendigung des Conchiervorgan
ges wird der Behälter über eine hier nicht näher dargestellte
Entleerungsöffnung entleert.
Dem Rührorgan 3 ist eine Knetwelle 9 zugeordnet, die mit
paarweise angeordneten, radial ausgerichteten Knetblättern 10
versehen ist. Der durch die Knetblätter 10 beschriebene Flug
kreis 21 ist hierbei im Durchmesser deutlich geringer als der
von den leistenförmigen Rührwerkzeugen beschriebene Flugkreis
20, wobei die Anordnung so getroffen ist, daß sich die Flug
kreise nahezu berühren.
Die Wandung des Behälters 1 ist nun so geführt, daß jeweils
der Flugkreis 20 der Rührwerkzeuge 6 einerseits und der Flug
kreis 21 der Knetblätter 10 andererseits weitgehend überdeckt
wird, so daß der die Knetwelle 9 überdeckende Bereich eine
gesonderte Knetkammer 11 bildet. Die Breite des offenen Be
reiches zwischen der Knetkammer 11 und dem Behälterinnenraum
12 entspricht hierbei in etwa dem Durchmesser der Knetkammer
11.
In Fig. 2 ist eine Seitenansicht auf die Conchiervorrichtung
gem. Fig. 1 dargestellt und zwar in Blickrichtung des Pfei
les I. Hierbei ist der der Blickrichtung zugekehrte Teil der
Behälterwandung entfernt, so daß das Rührorgan 3 mit seinen
Rührwerkzeugen 6 sowie die Knetwelle 9 mit den Knetblättern
10 sichtbar sind. Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß die mit der
Welle 4 verbundenen Arme 5 in Umfangsrichtung schmal, d. h.
nahezu schneidenförmig ausgebildet sind, während sich die mit
den Armen 5 verbundenen leistenförmigen Rührwerkzeuge 6 über
die gesamte Behälterlänge erstrecken.
Die Knetwelle 9 ist mit radial ausgerichteten und in Achs
richtung geneigt angeordneten Knetblättern 10 versehen. Die
Knetblätter 10 eines Knetblattpaares sind so angestellt, daß
sie, bezogen auf die Längsachse der Knetwelle 9, als Teil ei
ner Schraubenfläche anzusehen sind, so daß bei Drehung der
Knetwelle 9 eine Förderung der Schokoladenmasse in Längsrich
tung der Knetkammer 11 erfolgen kann. Die Knetblätter 10 sind
hier, wie dargestellt, bezogen auf eine vertikale Mittelebene
14, auf der einen Seite der Mittelebene 14 in ihrem Anstell
winkel gegenläufig zu den Knetblattpaaren auf der anderen
Seite ausgerichtet. Bei dem hier dargestellten Ausführungs
beispiel sind jeweils auf jeder Seite der Mittelebene 14 zwei
Knetblattpaare in axialem Abstand zueinander angeordnet. Das
jeweils im Endbereich befindliche Knetblattpaar 10.1 bzw.
10.2 ist jeweils so angeordnet, daß es die zugeordnete Stirn
fläche 1.1 bzw. 1.2 des Behälters 1 im Bereich der Knetkammer
11 mit geringem Abstand überstreicht. Die Knetblätter 10 wei
sen jeweils in ihrer Blattfläche wenigstens eine Öffnung 15
auf.
Die Knetwelle 9 ist hohl ausgebildet und mit einem Zulauf 16
und einem Ablauf 17 für ein Wärmeträgermedium, beispielsweise
Wasser, versehen, so daß auch die Außenwandung der Knetwelle
9 je nach dem Behandlungsverfahren auf gewärmt oder gekühlt
werden kann und so entsprechend der Schokoladenmasse Wärme
zugeführt oder Wärme entzogen werden kann.
An den beiden Stirnwänden 1.1 und 1.2 im Bereich der Knetkam
mer 11 ist zusätzlich jeweils noch ein mit einem eigenen An
trieb 18 versehener Scherkopf 19 angeordnet, der im Wirkungs
bereich der jeweils endseitigen Knetblattpaare 10.1 und 10.2
liegt.
Die Welle 4 des Rührorgans 3 und die Knetwelle 9 stehen je
weils mit einem hier nicht näher dargestellten Antrieb in
Verbindung, so daß sie sowohl in bezug auf ihre Drehrichtung
A bzw. B und A.1 bzw. B.1 als auch in bezug auf die Drehzahl
unabhängig voneinander antreibbar sind, wie dies durch die
entsprechenden Richtungspfeile in Fig. 1 angedeutet ist.
Da nun der Behälter 1 so ausgebildet ist, daß der von den
Rührwerkzeugen 6 überstrichene Bodenbereich 7.1 in etwa in
der gleichen Höhe verläuft wie der von den Knetblättern 10
überstrichene Bodenbereich 7.2 der Behälterwandung, lassen
sich nun durch unterschiedliche Drehrichtungen von Rührorgan
3 und Knetwelle 9 unterschiedliche Bewegungen der im Behälter
befindlichen Schokoladenmasse erzeugen. Beim sogenannten
Trockenconchieren werden das Rührorgan 3 und die Knetwelle 9
mit ihren Knetblättern 10 in Richtung des Pfeiles A bzw. A.1
drehend angetrieben, so daß sich im Berührungsbereich des
Flugkreises 20 des Rührorgans 3 einerseits und des Flugkrei
ses 21 der Knetblätter 10 andererseits, eine gegenläufig
scherende Einwirkung auf das Schokoladenpulver ergibt. Bei
der aus Fig. 2 ersichtlichen Anstellung wird der in der Knet
kammer 11 im Einwirkungsbereich der Knetblätter 10 befindli
che Anteil der trockenen Schokoladenmasse von den Stirnseiten
1.1 und 1.2 zur Mitte hin geführt (vgl. Doppelpfeil 22), so
daß von den Rührwerkzeugen 6 die sich in diesem Bereich auf
stauende Schokoladenmasse im wesentlichen abgenommen und über
den Bodenbereich 7.1 (Fig. 1) in Richtung des Pfeiles A hin
weggeführt wird. Durch die Einstellung von geringen Drehzah
len für Rührorgan und Knetwelle ist hierbei eine "sanfte"
Durchmischung und Homogenisierung der trockenen Schokoladen
masse möglich.
Für plastische oder flüssige Schokoladenmassen wird mit höhe
ren Drehzahlen für Rührorgan und/oder Knetwelle gearbeitet,
wobei hier das Rührorgan 3 so angetrieben wird, daß die Dre
hung in Richtung des Pfeiles B erfolgt. Auch die Knetwelle 9
wird so angetrieben, daß die Drehung in Richtung des Pfei
les B.1 erfolgt. Im Berührungsbereich der beiden Flugkreise
20 und 21 ergibt sich wieder eine Scherwirkung zwischen der
von den Rührwerkzeugen 6 beeinflußten Schokoladenmasse und
der von den Knetblättern 10 beeinflußten Schokoladenmasse.
Bei einer Drehung der Knetwelle in Richtung des Pfeiles B.1
wird durch die angestellten Knetblätter 10 die plastische
bzw. flüssige Schokoladenmasse vom Bereich der Mittelebene 14
nach außen in Richtung auf die Stirnwände 1.1 bzw. 1.2 geför
dert (vgl. Doppelpfeil 23) und hierbei einer intensiven Knet-
und Scherwirkung durch die endständigen Knetblattpaare 10.1
und 10.2 unterworfen, die durch die Scherköpfe 19 noch erhöht
werden kann. Die Scherköpfe 19 können durch spiralförmige
oder als Taumelscheibe ausgebildete Drehelemente gebildet
werden, wobei durch die Wahl von Drehzahl und/oder Drehrich
tung die Intensität der Durchmischung und der Knetwirkung
noch beeinflußbar ist.
Claims (11)
1. Vorrichtung zum Conchieren von Schokoladenmassen mit einem
doppelwandigen Behälter (1), dessen Wandzwischenraum (2) mit
einem Zulauf und einem Ablauf für ein Wärmeträgermedium ver
sehen ist und in dem ein um eine horizontale Achse drehbares
Rührorgan (3) angeordnet ist, dessen leistenförmige Rührwerk
zeuge (6) die Behälterinnenwandung (7) überstreichen und der
ferner im unteren Behälterbereich eine seitliche Knetkammer
(11) aufweist, in der eine mit radial ausgerichteten und in
Achsrichtung geneigt angeordneten Knetblättern (10) versehene
Knetwelle (9) parallel zum Rührorgan (3) angeordnet ist, wo
bei die Flugkreise (20, 21) der Rührwerkzeuge (6) und der
Knetblätter (10) sich nahezu berühren und das Rührorgan (3)
und die Knetwelle (9) in bezug auf ihre Drehrichtung und/oder
ihre Drehzahl unabhängig voneinander antreibbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Behälterinnenwandung (7) in dem von den Rührwerkzeugen
(6) überstrichenen Bereich einerseits und die Wandung der
Knetkammer (11) in den von den Knetblättern (10) andererseits
überstrichenen Bereich kreiszylindrisch ausgebildet sind, wo
bei die Knetkammer (11) den kleineren Durchmesser aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Breite des offenen Bereiches zwischen der Knet
kammer (11) und dem Behälterinnenraum (12) in etwa dem Durch
messer der Knetkammer (11) entspricht.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der von den Rührwerkzeugen (6) überstriche
ne Bodenbereich (7.1) der Behälterwandung in etwa in der
gleichen Höhe verläuft wie der von den Knetblättern (10)
überstrichene Bodenbereich (7.2) der Behälterwandung.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Knetblätter (10) an der Knetwelle (9)
in jeweils einer Drehebene paarweise und diametral zueinander
angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß, bezogen auf eine vertikale Mittelebene
(14), die Knetblattpaare (10) auf der einen Seite der Mitte
lebene (14) in ihrem Anstellwinkel gegensinnig zu den Knet
blattpaaren (10) auf der anderen Seite der Mittelebene (14)
ausgerichtet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß, bezogen auf die Mittelebene (14), auf je
der Seite wenigstens zwei Knetblattpaare (10) in axialem Ab
stand zueinander angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß jeweils das in einem Endbereich der Knet
welle angeordnete Knetblattpaar (10.1, 10.2) die zugeordnete
Stirnfläche (1.1, 1.2) der Behälterinnenwandung mit geringem
Abstand überstreicht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Knetblätter (10) jeweils in ihrer
Blattfläche eine Öffnung (15) aufweisen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Knetwelle (9) hohl ausgebildet und mit
einem Zulauf (16) und einem Ablauf (17) für ein Wärmeträger
medium versehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß an den Stirnwänden (1.1, 1.2) der Knet
kammer (11) jeweils wenigstens ein mit einem Antrieb (18)
versehener in axialer Richtung wirkender Scherkopf (19) ange
ordnet ist.
Priority Applications (1)
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| DE1998135347 DE19835347A1 (de) | 1998-08-05 | 1998-08-05 | Vorrichtung zum Conchieren von Schokoladenmassen |
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Publications (1)
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| DE1998135347 Withdrawn DE19835347A1 (de) | 1998-08-05 | 1998-08-05 | Vorrichtung zum Conchieren von Schokoladenmassen |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE19835347A1 (de) |
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1998
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