DE19829441A1 - Diagnoseverfahren für den elektromagnetisch betätigten Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Diagnoseverfahren für den elektromagnetisch betätigten Ventiltrieb einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Diagnoseverfahren für den elektromagnetisch betätigten Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, deren Hubventile mittels Elektromagnet-Aktuatoren unter Einwirkung jeweils zweier einander entgegengerichteter Rückstellfedern oszillierend bewegt werden, wobei die Position jedes Hubventils oder des dieses betätigenden Ankers, der im Aktuator zwischen zwei Magnetspulen oszillierend geführt wird, mittels eines Positions-Sensors meßbar ist. Erfindungsgemäß wird zunächst eine Mittellagen-Bestimmung des Hubventils durchgeführt, wozu die im wesentlichen betriebswarme Brennkraftmaschine aus einem niedrigen Betriebspunkt (wie Leerlauf o. ä.) heraus abgestellt und anschließend daran zumindest der Aktuator des zu diagnostizierenden Hubventils elektrisch vollständig abgeschaltet wird, so daß nach einer gewissen Zeitspanne, innerhalb derer dieses Hubventil seine Schwingungsbewegung im wesentlichen beendet hat, dessen Mittellage mit Hilfe des Sensors gemessen wird. Bei einer Abweichung der gemessenen Mittellage von der Soll-Mittellage errechnet ein an das elektronische Steuerungssystem des Ventiltriebes ankoppelbares Diagnosehilfsmittel einen Korrekturwert, unter Zugrundelage dessen am geeignet ausgebildeten Aktuator eine Mittellagen-Korrektur durchführbar ist. Angegeben sind ferner weitere Zusatzmaßnahmen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Diagnoseverfahren für den elektromagnetisch betä
tigten Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, deren Hubventile mittels Elek
tromagnet-Aktuatoren unter Einwirkung jeweils zweier einander entgegenge
richteter Rückstellfedern oszillierend bewegt werden, wobei die Position je
des Hubventiles oder des dieses betätigenden Ankers, der im Aktuator zwi
schen zwei Magnetspulen oszillierend geführt wird, mittels eines Posi
tions-Sensors meßbar ist. Zum technischen Umfeld wird beispielshalber auf die
DE 196 31 909 A1 verwiesen.
Eine Brennkraftmaschine mit einem elektromagnetisch betätigten Ventiltrieb
wird im Hinblick auf die gewaltigen systemimmanenten Vorteile dieses Ven
tiltriebes bevorzugt zum Antrieb eines Kraftfahrzeuges verwendet. Nun muß
aber jede komplexe Baugruppe eines Kraftfahrzeuges sowohl bei der Her
stellung im Werk als auch später beim Kundendienst möglichst schnell und
genau auf Fehler überprüfbar sein, um Zeit und damit Kosten zu sparen. Ei
ne Brennkraftmaschine mit einem elektromechanischen Ventiltrieb stellt eine
sehr komplexe Baugruppe dar, die ohne geeignete Hilfsmittel nur mit sehr
großem Zeitaufwand überprüfbar und reparierbar ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein im Hinblick auf die ge
nannten Anforderungen geeignetes Diagnoseverfahren für den elektroma
gnetisch betätigten Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine nach dem Oberbe
griff des Anspruchs 1 aufzuzeigen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist dadurch gekennzeichnet, daß zunächst eine
Mittellagen-Bestirnmung des Hubventiles durchgeführt wird, wozu die im we
sentlichen betriebswarme Brennkraftmaschine aus einem niedrigen Betriebs
punkt (wie Leerlauf o. ä.) heraus abgestellt und anschließend daran zumin
dest der Aktuator des zu diagnostizierenden Hubventiles elektrisch vollstän
dig abgeschaltet wird, so daß nach einer gewissen Zeitspanne, innerhalb de
rer dieses Hubventil seine Schwingungsbewegung im wesentlichen beendet
hat, dessen Mittellage mit Hilfe des Sensors gemessen wird. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Inhalt der Unteransprüche.
Im Sinne einer kurzen Zusammenfassung ist es In halt der vorliegenden Er
findung, einige Abläufe aufzuzeigen, die es ermöglichen, schnell und effizi
ent Teile des elektromagnetischen Ventiltriebes zu testen sowie gegebe
nenfalls Einstellungen vorzunehmen. Diese Abläufe bzw. insbesondere vor
teilhafte Weiterbildungen des im Patentanspruch 1 beschriebenen Diagno
severfahrens greifen dabei auf ein Diagnosehilfsmittel zurück, mit dem man
in der Lage ist, mit einem elektronischen Steuergerät des Ventiltriebes bzw.
mit der Steuerelektronik der Brennkraftmaschine eine Kommunikation über
eine Datenschnittstelle durchzuführen.
Vorgänge wie das später noch erläuterte sog. Anschwingen oder das sog.
Abwerfen der Hubventile sowie das (ebenfalls später noch erläuterte) Hoch
schleppen der Brennkraftmaschine oder die Ansteuerung der Aktuatoren mit
einer festen Frequenz werden dabei bevorzugt vom Diagnosehilfsmiftel aus
gelöst und von einem Steuergerät des Ventiltriebes oder der Brennkraftma
schine ausgeführt. Desweiteren werden Meßwerte wie insbesondere die Po
sition des Hubventiles vom genannten über die Datenschnittstelle an das
Diagnosehilfsmittel übermittelt und vorzugsweise dort verarbeitet und be
wertet.
Im einzelnem wird zunächst vorgeschlagen, eine Mittellagen-Bestimmung
des Hubventiles durchzuführen, d. h. zu ermitteln, in welcher Position sich
das schwingungsfähige Hubventil-Aktuator-System insbesondere unter Ein
fluß der genannten Rückstellfedern bei elektrisch abgeschaltetem Aktuator in
seiner Ruhelage befindet. Hierzu soll die Brennkraftmaschine betriebswarm
sein, insbesondere um unvermeidbare Reibungsverluste im System so ge
ring als möglich zu halten. Ausgehend vom Leerlaufpunkt oder einem ähnli
chen sog niedrigen" Betriebspunkt (d. h. insbesondere niedrige Drehzahl)
der Brennkraftmaschine wird diese abgestellt und anschließend daran sofort
zumindest der Aktuator des zu diagnostizierenden Hubventiles elektrisch
vollständig abgeschaltet. Letzteres schwingt dann aus, d. h. beendet oszilie
rend seine ursprüngliche Schwingungsbewegung, und nimmt schließlich die
besagte Mittellage ein, die nun mittels des vorhandenen Positions-Sensors
gemessen werden kann. Hierdurch erhält man bereits eine fundamentale
Grundlagen-Information.
Hierauf aufbauend können nun weitere Maßnahmen durchgeführt werden.
So kann vorgesehen sein, daß bei einer Abweichung der gemessenen Mit
tellage von der Soll-Mittellage das bereits erwähnte, an das elektronische
Steuerungssystem des Ventiltriebes ankoppelbare Diagnosehilfsmittel einen
Korrekturwert errechnet, unter Zugrundelage dessen am geeignet ausgebil
deten Aktuator eine Mittellagen-Korrektur durchführbar ist. Unter der Voraus
setzung, daß der Aktuator über einen Einstellmechanismus für die Soll-
Mittellage verfügt, kann bei stillgesetzter Brennkraftmaschine das Diagnose
hilfsmittel zunächst die gemessene Mittellagenabweichung für jedes Ventil in
einen vorzeichenbehafteten Korrekturwert umrechnen, beispielsweise in eine
Anzahl von Umdrehungen einer Einstellschraube nach rechts oder nach
links. Dieser vorzeichenbehaftete Korrekturwert kann dann in geeigneter
übersichtlicher Form am Diagnosehilfsmittel dargestellt werden, bspw. gra
fisch. An Hand dieser Darstellung kann die korregierende Einstellung am
Aktuator durchgeführt werden. Abschließend sollte eine erneute Mittel
lagen-Bestimmung zur Kontrolle durchgeführt werden, wobei gegebenenfalls eine
Feinkorrektur erfolgen kann, d. h. es erfolgt eine Wiederholung des beschrie
benen Ablaufes, bis die tatsächliche Mittellage dem Sollwert derselben ent
spricht.
Bei einem Ventiltrieb mit einem insbesondere hydraulischen Ventilspielaus
gleichselement ist es weiterhin möglich, daß nach durchgeführter Mittel
lage-Bestimmung das bereits genannte Diagnosehilfsmittel über einem festen
Zeitraster den Gradienten der mit Hilfe des Positions-Sensors ermittelten
Positionsänderung berechnet. Hierdurch läßt sich die Güte des
(hydraulischen) Ventilspiel-Ausgleichelementes bewerten. Als Vorausset
zung sollte auch hier wieder die Brennkraftmaschine betriebswarm sein und
zunächst die Mittellagenbestimmung des Hubventiles durchgeführt werden.
Danach wird bevorzugt in einem festen Zeitraster laufend die Position des
Hubventiles gemessen und an das Diagnosehilfsmittel übermittelt, woraus
dieses den Gradienten berechnet, mit dem das hydraulische Ventilspiel-Aus
gleichelement zusammengedrückt wird. Dies liefert eine direkte Aussage
über die Qualität des Ausgleichselementes.
Ebenfalls überprüft werden können die Rückstellfedern des schwingungsfä
higen Aktuator-Hubventil-Systemes. Hierzu wird vorgeschlagen, daß nach
erfolgter Mittellage-Bestimmung einer Hubventil-Aktuator-Einheit dieses
Hubventil mittels des Aktuators in Schwingung versetzt und danach der Ak
tuator elektrisch vollständig abgeschaltet wird, wonach die Wegintegrale der
beiden Halbschwingungen des Hubventiles über der Zeit ermittelt werden.
Durch geeignete Bewertung dieserWegintegrale ergibt sich eine Aussage zu
den Federkonstanten des schwingungsfähigen Aktuator-Hubventil-Sys
temes.
Neben den bislang beschriebenen Diagnoseschritten, die sämtlich auf einer
zuvor durchgeführten Mittellage-Bestimmung basieren, können darüberhin
aus insbesondere unter Zuhilfenahme des besagten Diagnosehilfsmittels
weitere Diagnoseschritte durchgeführt werden.
So ist eine akustische Bewertung der Funktionsfähigkeit der Aktuatoren
möglich, wozu die Brennkraftmaschine idealerweise stillgesetzt wird. Dann
können gesteuert über das Diagnosehilfsmittel ein oder mehrere Hubventile
selektiv angeschwungen und mit einer festen oder variablen Schaltfrequenz
betrieben werden. Um diese Schaltvorgänge besser hörbar zu machen, kann
dabei die Aufsetzgeschwindigkeit der Hubventile auf deren Ventilsitz (sowie
die Aufsetzgeschwindigkeit des auf das Hubventil einwirkenden Aktua
tor-Ankers, der oszillierend zwischen den beiden Aktuator-Magnetspulen be
wegt wird) durch einen geänderten Stromverlauf in den Aktuator-Magnet
spulen vergrößert werden.
Schließlich soll noch kurz eine besonders vorteilhafte Kompressionsprüfung
als Diagnoseverfahren an einer mit einem elektromagnetischen Ventiltrieb
ausgerüsteten Brennkraftmaschine beschrieben werden:
Die Voraussetzungen hierfür sind neben einer betriebswarmen Brennkraft
maschine (d.h Öltemperatur und Kühlmitteltemperatur derselben liegen je
weils oberhalb eines Schwellwertes), daß eine Brennkraftmaschinen-Anlaß
vorrichtung vorhanden ist, die es ermöglicht, eine ausreichend hohe Anlaß
drehzahl zu erreichen und die über ein systemeigenes Steuergerät oder di
rekt über das Diagnosehilfsmittel aktiviert werden kann. Vorteilhaft ist es
weiterhin, wenn eine bestimmte Anlaßdrehzahl eingestellt werden kann.
Selbstverständlich sind zur Durchführung dieser Diagnose bei nicht befeu
erter Brennkraftmaschine Maßnahmen zu ergreifen, die ein ungewolltes
Fortbewegen des von der Brennkraftmaschine angetriebenen Kraftfahrzeu
ges verhindern.
Dann kann zunächst - gesteuert über das Diagnosehilfsmittel - ein An
schwingen aller Hubventile erfolgen, so daß sie in offener Stellung gehalten
werden. Daraufhin erfolgt ein Hochschleppen der Brennkraftmaschine mit
der Anlaßvorrichtung, falls möglich auf eine bestimmte Enddrehzahl. Durch
Auslaufenlassen der Brennkraftmaschine bis zum Stillstand kann der Dreh
zahlgradient hierbei ermittelt werden, wobei dieser Gradient ein Maß für das
Reibmoment der Brennkraftmaschine ist. Daraufhin erfolgt ein erneutes
Hochschleppen der Brennkraftmaschine mit der Anlaßvorrichtung, falls mög
lich abermals auf eine bestimmte Enddrehzahl. Nun wird jedoch die Brenn
kraftmaschine gezielt abgebremst, und zwar unter Nutzung der Kompressi
ons- und Expansionsphasen eines Brennkraftmaschinen-Zylinders, wozu alle
Hubventile nur dieses zu diagnostizierenden Zylinders nach Erreichen der
Enddrehzahl geschlossen und nur in den Umkehrpunkten des Zylinder-Kol
bens kurzzeitig zum Druckausgleich geöffnet werden, und zwar initiiert
durch das Diagnosehilfsmittel. Bewertet man nun den sich damit ergebenden
Brennkraftmaschinen-Drehzahlgradienten unter Berücksichtigung des im er
sten Schritt mit geöffneten Hubventilen ermittelten Drehzahlgradienten (der
ein Maß für das Reibmoment der Brennkraftmaschine ist), so sind Aussagen
über die Kompression des betreffenden Brennkraftmaschinen-Zylinders
möglich. Die letztgenannten Verfahrensschritte mit der gezielten Abbrem
sung durch die Kompressions- und Expansionsphasen können dann nach
einander für sämtliche Brennkraftmaschinen-Zylinder durchgeführt werden.
Insbesondere unter Zuhilfenahme des lediglich abstrakt beschriebenen Dia
gnosehilfsmittels, welches im wesentlichen ein spezielles mit den systemei
genen elektronischen Steuergeräten der Brennkraftmaschine oder des Ven
tiltriebes kompatibles elektronisches Steuergerät ist, können somit gezielt
nicht nur die beschriebenen, sondern auch weitere Vorgänge ausgelöst wer
den, die dann im wesentlichen von dem oder den systemeigenen Steuerge
rät(en) ausgeführt werden. Die Resultate dieser Vorgänge werden dann über
die Datenschnittstelle zwischen den Steuergeräten an das Diagnosehilfs
mittel übermittelt und vorzugsweise dort verarbeitet und bewertet.
Claims (4)
1. Diagnoseverfahren für den elektromagnetisch betätigten Ventiltrieb
einer Brennkraftmaschine, deren Hubventile mittels Elektromagnet-Aktu
atoren unter Einwirkung jeweils zweier einander entgegengerich
teter Rückstellfedern oszillierend bewegt werden, wobei die Position
jedes Hubventiles oder des dieses betätigenden Ankers, der im Ak
tuator zwischen zwei Magnetspulen oszillierend geführt wird, mittels
eines Positions-Sensors meßbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß zunächst eine Mittellagen-Bestimmung
des Hubventiles durchgeführt wird, wozu die im wesentlichen be
triebswarme Brennkraftmaschine aus einem niedrigen Betriebspunkt
(wie Leerlauf o. ä.) heraus abgestellt und anschließend daran zum in
dest der Aktuator des zu diagnostizierenden Hubventiles elektrisch
vollständig abgeschaltet wird, so daß nach einer gewissen Zeitspan
ne, innerhalb derer dieses Hubventil seine Schwingungsbewegung im
wesentlichen beendet hat, dessen Mittellage mit Hilfe des Sensors
gemessen wird.
2. Diagnoseverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Abweichung der gemessenen
Mittellage von der Soll-Mittellage ein an das elektronische Steue
rungssystem des Ventiltriebes ankoppelbares Diagnosehilfsmittel ei
nen Korrekturwert errechnet, unter Zugrundelage dessen am geeignet
ausgebildeten Aktuator eine Mittellagen-Korrektur durchführbar ist.
3. Diagnoseverfahren nach Anspruch 1 für einen Ventiltrieb mit einem
insbesondere hydraulischen Ventilspielausgleichselement,
dadurch gekennzeichnet, daß nach durchgeführter Mittellage-Be
stimmung ein an das elektronische Steuerungssystem des Ventil
triebes ankoppelbares Diagnosehilfsmittel über einem festen Zeitra
ster den Gradienten der mit Hilfe des Positions-Sensors ermittelten
Positionsänderung berechnet.
4. Diagnoseverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Überprüfung der Rückstellfedern
nach erfolgter Mittellage-Bestimmung einer Hubventil-Aktuator-Einheit
dieses Hubventil mittels des Aktuators in Schwingung versetzt und
danach der Aktuator elektrisch vollständig abgeschaltet wird, wonach
die Weg integrale der beiden Halbschwingungen des Hubventiles über
der Zeit ermittelt werden.
Priority Applications (1)
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Family
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Country Status (1)
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-
1998
- 1998-07-01 DE DE19829441A patent/DE19829441A1/de not_active Withdrawn
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| NICHTS ERMITTELT * |
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