DE19732093A1 - Korpuskularstrahlgerät - Google Patents
KorpuskularstrahlgerätInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Korpuskularstrahlgerät, bei dem ein
Objekt mit einem fokussierten Strahl elektrisch geladener
Teilchen, wie Elektronen, Positronen oder Ionen bestrahlt wird,
und wobei die Teilchenenergie auf Werte unter 1 keV einstellbar
ist. Derartige Geräte werden in Form von Rasterelektronen
mikroskopen insbesondere zur Inspektion von Halbleiterwafern
sowie zur Abbildung und Analyse von Objekten mit geringer
Leitfähigkeit eingesetzt. Zur Vermeidung einer Aufladung der
Probenoberfläche oder zur Analyse oberflächennaher Bereiche
darf die Energie beim Auftreffen auf dem Objekt bestimmte
Grenzenergien nicht überschreiten, die zwischen 10 eV und 5 keV
liegen.
Da die chromatischen Abbildungsfehler der zur Fokussierung des
Teilchenstrahls eingesetzten elektrostatischen oder
magnetischen Linsen umgekehrt proportional zur Teilchenenergie
sind, ist die durch den Fokusdurchmesser des Teilchenstrahls
definierte Auflösung bei niedrigen Teilchenenergien wesentlich
schlechter als bei höheren Teilchenenergien. Zur Lösung dieses
Problems ist es bereits bekannt, die Teilchen zunächst auf eine
wesentlich höhere Energie als die beim Auftreffen auf dem
Objekt gewünschte Zielenergie zu beschleunigen und die
Teilchenenergie kurz vor dem Auftreffen auf dem Objekt durch
eine Verzögerungseinrichtung zu reduzieren. Eine solche
Verzögerungseinrichtung besteht üblicherweise aus zwei oder
mehreren Elektroden, an denen ein elektrostatisches
Verzögerungsfeld angelegt ist. Die Abbremsung der Teilchen kann
dabei entweder im hinteren Teil des Objektivs oder nach
Austritt aus dem Objektiv zwischen dem Objektiv und dem Objekt
erfolgen.
Derartige bisher bekannte Lösungen lassen sich in zwei Gruppen
einteilen:
Bei der ersten Gruppe von Geräten liegt das Strahlführungsrohr
von der Anode bis mindestens zum Polschuhspalt des Objektivs
auf Massepotential und das Objekt auf einem Hochspannungs
potential, welches dasselbe Vorzeichen wie das Kathoden
potential aufweist. Derartige Anordnungen sind in dem Aufsatz
von K. J. Polasko et al. "Low energy electron beam lithography"
in OPTICAL ENGINEERING, März/April 1983, Seiten 195 ff, in
US-A 5, 389, 787 und in EP-A2 0 769 799 beschrieben. Bei geringen
Zielenergien, insbesondere bei Zielenergien unter 1 keV und
einer Energie der Teilchen innerhalb des Strahlführungsrohres
von 10-20 keV muß hier die Probe auf ein entsprechend hohes
Potential von 9-19 kV gelegt werden. Neben den dabei
auftretenden Isolationsproblemen am Probentisch kann es hier
sehr leicht zu Spannungsüberschlägen zwischen dem Objekt und
dem Objektiv oder zu Schädigungen des Objektes durch beim Ein-
und Ausschalten der Hochspannung auftretende innere Ströme
kommen. Auch ist ein Nachweis der vom Objekt emittierten
Sekundärelektronen sehr schwierig, da diese ohne Beeinflussung
des Primärstrahles abgesaugt und nachbeschleunigt werden
müssen.
Bei der zweiten Variante liegt das Objekt und die objektseitige
Elektrode der Verzögerungseinrichtung auf Massepotential und
das Strahlführungsrohr von der Anode bis zur ersten Elektrode
der Abbremseinrichtung auf einem hohen Anodenpotential, dessen
Vorzeichen so gewählt ist, daß beim Austritt aus dem
Strahlführungsrohr eine Verzögerung der Teilchen auftritt.
Derartige Systeme sind beispielsweise in der DE 29 22 325 C2
und der EP 0 180 723 B1 beschrieben. Bei der Anordnung nach der
DE 29 22 325 C2 erfolgt dabei die Einstellung der Zielenergie
durch eine Variation des Potentials des Strahlführungsrohres.
Diesem variablen Anodenpotential wird ein festes aber
entgegengesetztes Potential zwischen der Kathode und der Anode
überlagert. Bei Zielenergien zwischen 0,5 und 1 keV liegt dann
das gesamte Strahlführungsrohr von der Anode bis zum Objektiv
auf einem Potential, das betragsmäßig nur 0,5-1 keV kleiner als
die Potentialdifferenz zwischen Kathode und Anode ist. Da die
Isolation gegenüber der Umgebung entsprechend ausgelegt sein
muß, ist diese Anordnung nur bei niedrigen Maximalenergien
einsetzbar. Bei Zielenergien unter 0,2 keV wird die Emission
mit abnehmender Zielenergie zunehmend instabil, da das
Kathodenpotential dem Massepotential nahezu entspricht und
dadurch jegliche Streufelder Einfluß auf die Emission nehmen.
Für Zielenergien unter 0,2 keV ist diese Anordnung daher wenig
geeignet.
Bei einer Anordnung nach der EP 0 180 723 B1 ist es vom LEO
1500 der Anmelderin bekannt, das Potential der Anode und des
Strahlführungsrohres bis zur Abbremseinrichtung unabhängig von
der Zielenergie konstant zu halten und zur Variation der
Zielenergie das Kathodenpotential zu variieren. Dieses führt zu
dem Nachteil, daß bei einer Änderung der Zielenergie sich stets
auch die Energie der Teilchen innerhalb des Strahlführungs
rohres ändert und demzufolge sämtliche Parameter innerhalb des
Abbildungssystems, insbesondere die Stärke der Magnetlinsen,
entsprechend angepaßt werden müssen. Dieses ist insbesondere
bei niedrigen Energien und damit niedrigen Energien im
Strahlführungsrohr kritisch, da bereits geringe
Fehleinstellungen große Auswirkungen haben und deshalb der
Niederenergiebereich, insbesondere der Bereich der Zielenergien
unter 2 kV entsprechend feinstufig abgeglichen werden muß. Auch
bei diesem Gerät entspricht das Kathodenpotential gegenüber dem
Massepotential der Zielenergie, so daß auch bei dieser
Anordnung die Emission bei Zielenergien unter 0,2 keV instabil
wird.
Die folgende Erfindung soll eine Anordnung angeben, bei der
auch bei niedrigsten Zielenergien, die auch unter 0,2 keV
liegen können, ein stabiler und konstanter Betrieb
gewährleistet werden kann, ohne daß das Objekt auf ein
betragsmäßig gegenüber dem Massepotential hohes Potential
gelegt werden muß. Zusätzlich sollte eine gute Detektierbarkeit
der bei der Wechselwirkung der Korpuskeln mit dem Objekt
entstehenden Sekundär- oder Rückstreuteilchen auch bei kurzen
Abständen zwischen Objektiv und Objekt gewährleistet sein.
Dieses Ziel wird durch ein Korpuskularstrahlgerät mit den
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der abhängigen
Ansprüche.
Das erfindungsgemäße Korpuskularstrahlgerät weist einen im
wesentlichen bekannten Aufbau aus einer Teilchenquelle mit
einer Kathode und einer Anode zur Emission und Beschleunigung
der Teilchen, einem Strahlführungsrohr, mindestens einem
Objektiv zur Fokussierung des Teilchenstrahls auf ein Objekt
und einer Verzögerungseinrichtung auf. Die Anode und das
Strahlführungsrohr liegen auf demselben, gegenüber dem
Massepotential hohen Hochspannungspotential. Gleichzeitig liegt
die letzte Elektrode der Verzögerungseinrichtung und die Probe
ebenfalls auf einem gemeinsamen Potential, das zumindest bei
den niedrigsten Zielenergien der Teilchen vom Massepotential
abweicht und ein dem Anodenpotential entgegengesetztes
Vorzeichen aufweist.
Die Erfindung verläßt damit die bisherigen Konstruktionswege,
bei denen zumindest entweder das Stahlführungsrohr oder das
Objekt auf Massepotential gehalten werden. Stattdessen werden
die bekannten Lösungen derart miteinander kombiniert, daß die
spezifischen Vorteile der bekannten Lösungen erreicht werden,
ohne daß gleichzeitig die spezifischen Nachteile der einzelnen
Lösungen inkauf genommen werden müssen. Denn beim Anlegen eines
moderaten Hochspannungspotentials unter 5 kV an das Objekt
treten noch keine großen Probleme bezüglich Isolation oder
Objektschädigungen auf. Gleichzeitig wird jedoch erreicht, daß
das Kathodenpotential gegenüber dem Massepotential auch bei
niedrigsten Zielenergien auf einem Wert von ebenfalls 0,2-5 kV
gehalten werden kann, bei dem die Emission stabil ist. Und bei
hohen Zielenergien wird die Energieeinstellung durch
betragsmäßiges Anheben des Kathodenpotentials erreicht, wobei
das Objekt vorzugsweise auf Massepotential liegt.
Bei allen Zielenergien ist das Kathodenpotential größer als
0,2 kV, vorzugsweise größer als 0,5 kV. Das Vorzeichen des
Kathodenpotentials ist in Abhängigkeit vom Vorzeichen der
Korpuskelladungen so gewählt, daß die Korpuskeln auf
Kathodenpotential gegenüber dem Massepotential eine höhere
potentielle Energie aufweisen. Gleichzeitig beträgt das
Anodenpotential betragsmäßig mehr als 5 kV und ist
vorzeichenmäßig so gewählt, daß die Korpuskeln auf
Anodenpotential gegenüber dem Massepotential eine geringere
potentielle Energie aufweisen. Die aus der Kathode austretenden
Korpuskeln werden dadurch auf eine Energie beschleunigt, die
der Potentialdifferenz zwischen Kathode und Anode entspricht
und mindestens 5-10 kV betragen sollte. Mit dieser Energie, bei
der die chromatischen Fehler der Abbildungselemente sich noch
in tolerierbaren Grenzen halten, durchlaufen die Korpuskeln das
Strahlführungsrohr und werden nach Austritt aus dem
Strahlführungsrohr auf die Zielenergie abgebremst. Die
Einstellung der Zielenergie erfolgt dabei durch Einstellung des
Potentials am Objekt und an der Verzögerungseinrichtung
gegenüber dem Massepotential. Für Zielenergien zwischen Null
und der Teilchenenergie auf Kathodenpotential bleibt damit die
Energie innerhalb des Strahlführungsrohres konstant. Damit
entfällt ein Feinabgleich der korpuskularoptischen Säule, was
die Bedienung des Systems wesentlich vereinfacht und
insbesondere bei zusätzlicher Verwendung von Korrekturelementen
(z. B. von Multipolkorrektoren) zur Reduzierung der Aberrationen
der Linsen einen wesentlichen Vorteil darstellt. Das für die
Einstellung der Zielenergie erforderliche Probenpotential ist
betragsmäßig maximal so groß wie das Kathodenpotential und
beträgt maximal 5 kV, so daß noch keine Spannungsüberschläge,
Isolationsprobleme und/oder Probenschädigungen beim Ein- und
Ausschalten des Probenpotentials auftreten.
Die Einstellung höherer Zielenergien erfolgt beim
erfindungsgemäßen Korpuskularstrahlgerät durch eine
betragsmäßige Erhöhung des Kathodenpotentials. Das
Anodenpotential bleibt konstant, damit stets eine gute
Detektion von Sekundär- oder Rückstreuelektronen gewährleistet
ist.
Beim Betrieb des Gerätes bei niedrigsten Zielenergien,
insbesondere bei Zielenergien unter 0,5 keV liegt damit beim
erfindungsgemäßen Korpuskularstrahlgerät die Probe und die
Verzögerungseinrichtung auf einem Potential, das dasselbe
Vorzeichen wie das Kathodenpotential aufweist. Das
Anodenpotential weist dagegen ein entgegengesetztes Vorzeichen
auf.
Für die Einstellung der unterschiedlichen Potentiale sind beim
erfindungsgemäßen Korpuskularstrahlgerät drei regelbare
Hochspannungsquellen jeweils für die Potentiale der
Verzögerungseinrichtung, der Anode und der Kathode vorgesehen.
Die Einstellung der optimalen Potentiale kann durch eine
Steuerung in Abhängigkeit von den Werten für die Zielenergie
und das maximal zulässige Probenpotential als vom Benutzer
einzugebende Parameter erfolgen.
Bei einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel weist das
Strahlführungsrohr in einem Bereich zwischen dem
Korpuskularstrahlerzeuger und dem Objektiv einen aufgeweiteten
Bereich auf, in dem ein auf dem Potential des
Strahlführungsrohres liegender Detektor zum Nachweis der von
dem Objekt ausgehenden Sekundärelektronen angeordnet ist. Die
aus dem Objekt austretenden Sekundärelektronen oder
Rückstreuelektronen werden in rückwärtiger Richtung des
Primärstrahls durch die Verzögerungseinrichtung auf die
Differenz zwischen dem Potential der Probe und dem Potential
des Strahlführungsrohres beschleunigt und haben genügend
Energie um gut nachweisbar zu sein.
Das erfindungsgemäße Korpuskularstrahlgerät kann nur mit einem
Objektiv als einzigem abbildenden Element oder als mindestens
zweilinsiges System aus Objektiv und Kondensor ausgebildet
sein. Ein zweilinsiges Abbildungssystem aus Kondensor und
Objektiv findet vorteilhaft in Kombination mit einer Quelle
Anwendung, aus der die Korpuskeln relativ ungerichtet
austreten, da die nutzbare Apertur der aus der Kathode
austretenden Korpuskeln bei zweistufigen Systemen größer als
bei einstufigen Systemen ist. Bei schwacher Erregung des
Kondensors wird die objektivseitige Apertur des Teilchenstrahls
verringert und kann damit optimal an die Erfordernisse angepaßt
werden. Die bei zweistufigen Abbildungssystemen mit einer
Zwischenabbildung der Quelle zwischen den Teilchen auftretenden
stochastischen Wechselwirkungen führen jedoch zu einer
Energieverbreitung und damit zu größeren energieabhängigen
Abbildungsfehlern, so daß bei Quellen, die stark gerichtet
emittieren, ein nur aus einem Objektiv bestehendes einstufiges
Abbildungssystem vorzuziehen ist.
Die Verzögerungseinrichtung kann beim erfindungsgemäßen
Korpuskularstrahlgerät durch das hintere Ende des
Strahlführungsrohres und eine oder mehrere weitere Elektroden
ausgebildet sein. Dazu ist das hintere Ende des
Strahlführungsrohres vorteilhaft als Rohrelektrode ausgebildet.
Die weitere Elektrode der Verzögerungseinrichtung ist
vorzugsweise an einem Isolierkörper des Objektivs aufgenommen.
Das Objektiv kann grundsätzlich als magnetisches Objektiv oder
als elektrostatische Einzellinse ausgebildet sein.
Nachfolgend werden Einzelheiten der Erfindung am Beispiel von
Rasterelektronenmikroskopen anhand der in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Im
einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipskizze eines ersten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Korpuskularstrahlgerätes im
Schnitt;
Fig. 2 eine Prinzipskizze eines zweiten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Korpuskularstrahlgerätes im
Schnitt; und
Fig. 3 eine Detaildarstellung des unteren Objektivteils bei
einem Korpuskularstrahlgerät gemäß der vorliegenden
Erfindung im Schnitt.
Der Korpuskularstrahlerzeuger beim erfindungsgemäßen
Korpuskularstrahlgerät besteht aus einer die Korpuskeln
emittierenden Kathode (1), einer Extraktionselektrode (2) und
einer Anode (4). Ist das erfindungsgemäße Korpuskularstrahl
gerät als Rasterelektronenmikroskop ausgebildet, ist die
Kathode (1) vorzugsweise ein thermischer Feldemitter. Je nach
Ausbildung der Kathode (1) liegt die Extraktionselektrode (2)
auf einem Potential von 2-5 kV gegenüber der Kathode (1), so
daß die Korpuskeln von der Extraktionselektrode (2) aus der
Kathode (1) herausgesaugt werden. Für die Erzeugung des
Kathodenpotentials UK ist eine erste regelbare Hochspannungs
quelle (14) und für die Erzeugung der festen Potentialdifferenz
zwischen Kathode (1) und Extraktionselektrode (2) ist eine
feste Spannungsquelle (3) vorgesehen.
Die Anode (4) bildet gleichzeitig das quellenseitige Ende des
Strahlführungsrohres (5). Dieses Strahlführungsrohr (5) aus
elektrisch leitendem Material ist durch eine Bohrung durch die
Polschuhe (6) einer als Objektiv wirkenden Magnetlinse geführt
und ist am objektseitigen Ende (8) als Rohrlinse verdickt
ausgebildet. Dieses verdickte objektseitige Ende des
Strahlführungsrohres (5) endet erst hinter dem Polschuhspalt
der Magnetlinse, deren Spulen mit (7) bezeichnet sind. Dem
Strahlführungsrohr nachgeordnet ist eine Einzelelektrode (9),
die gemeinsam mit der Rohrelektrode (8) des Strahlführungs
rohres (5) eine elektrostatische Verzögerungseinrichtung
bildet. Die Rohrelektrode (8) liegt gemeinsam mit dem gesamten
Strahlführungsrohr (5) auf dem Anodenpotential UA, das durch
eine zweite regelbare Hochspannungsquelle (13) erzeugt wird und
die Einzelelektrode (9) und der Objekttisch (10) liegen auf
einem gemeinsamen Potential UP, das von einer dritten
regelbaren Hochspannungsquelle erzeugt wird. Die Rohrelektrode
(8) und die Einzelelektrode (9) wirken gleichzeitig als
elektrostatische Linse (Immersionslinse), durch die der
Korpuskelstrahl zusätzlich zur Wirkung des Objektivs auf das
Objekt fokussiert wird.
Beim Betrieb des Korpuskularstrahlgerätes werden die aus der
Kathode austretenden Korpuskeln bis zur Anode um eine der
Potentialdifferenz zwischen Kathode (1) und Anode (4)
entsprechende Energie beschleunigt und durchlaufen nachfolgend
das Strahlführungsrohr (5) mit dieser konstanten Energie. Nach
Austritt aus dem Strahlführungsrohr zwischen der Rohrelektrode
(8) und der Einzelelektrode (9) werden die Korpuskeln dann auf
eine der Potentialdifferenz zwischen dem Kathodenpotential UK
und dem Probenpotential UP entsprechende Zielenergie verzögert.
Die Einstellung dieser Zielenergie erfolgt bei niedrigen
Zielenergien über eine Änderung des Probenpotentials UP bei
jeweils festem Anodenpotential UA und Kathodenpotential UK.
Niedrige Energien sind dabei Energien, die betragsmäßig kleiner
als die Korpuskelenergie auf Kathodenpotential ist. Bei höheren
Zielenergien ist das Probenpotential UP Null und die
Konstanthaltung der Teilchenenergie innerhalb des
Strahlführungsrohres erfolgt durch aufeinander abgestimmte
Änderung des Kathodenpotentials UK und des Anodenpotentials UA.
Beispielhafte Potentialkombinationen für Sollenergien innerhalb
des Strahlführungsrohres von 10 bzw. 15 keV im Falle von
Elektronen sind in den Tabellen 1 und 2 angegeben. Für
beliebige Zielenergien zwischen den angegebenen Werten lassen
sich die zugehörigen anderen Potentialwerte leicht ergänzen.
Für Zielenergien zwischen 0 keV und der Sollenergie im
Strahlführungsrohr kann beim erfindungsgemäßen
Korpuskularstrahlgerät die Energie US im Strahlführungsrohr
konstant gehalten werden. Für die Einstellung der geeigneten
Potentialkombinationen kann eine Steuerung (15) vorgesehen
sein, die die geeigneten Potentialkombinationen als Funktion
der Zielenergie, der Sollenergie im Strahlführungsrohr und dem
maximal zulässigen Probenpotential UP als vom Benutzer
vorgebbare Parameter auswählt.
Für die Abrasterung eines größeren Objektbereiches ist ein
Ablenksystem (11) vorgesehen, das auf der Höhe des
Polschuhspaltes außerhalb des Strahlführungsrohres angeordnet
ist. Durch die Anordnung des Ablenksystems (11) auf der Höhe
des Polschuhspaltes ist gewährleistet, daß die Ablenkung für
die Abrasterung des Objektes in der Hauptebene des Objektivs
erfolgt.
Im quellenseitigen Bereich zwischen dem Teilchenstrahlerzeuger
und dem Objektiv oder im quellenseitigen Bereich des Objektives
ist das Strahlführungsrohr erweitert. In diesem erweiterten
Bereich ist ein konzentrisch zur optischen Achse angeordneter
ringförmiger Detektor (16) für Sekundär- oder
Rückstreuelektronen angeordnet. Aus dem Objekt austretende
Elektronen werden in inverser Richtung zum Primärstrahl durch
das Verzögerungsfeld zwischen der Einzelelektrode (9) und der
Rohrelektrode (8) auf das Differenzpotential UA - UK
beschleunigt und haben somit hinreichend Energie, um mittels
eines Halbleiterdetektors oder Szintillationsdetektors
nachweisbar zu sein. Die Emission der Elektronen aus dem Objekt
muß dabei nicht zwingend durch einen Primärelektronenstrahl
stimuliert sein, es ist vielmehr auch möglich, daß die
Stimulation mittels UV-Licht oder Gammastrahlung erfolgt, wozu
dann das Gerät zusätzliche UV-Lichtquellen und/oder
Gammastrahlungsquellen aufweist.
Bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 2 sind die zum
Ausführungsbeispiel der Fig. 1 identischen Komponenten mit
identischen Bezugszeichen versehen. Der einzige Unterschied
zwischen beiden Ausführungsbeispielen ist, daß zwischen der
Anode (4) und dem Objektiv (6, 7) zusätzlich ein Kondensor (17)
als zusätzliche Abbildungsstufe vorgesehen ist. Der Kondensor
(17) erzeugt ein reelles Zwischenbild der emittierenden Fläche
der Kathode (1), welches nachfolgend vom Objektiv (6, 7) auf
das Objekt abgebildet wird. Bei einem solchen zweistufigen
Abbildungssystem ist gegenüber dem einstufigen Abbildungssystem
in Fig. 1 die Ausbeute der von der Kathode emittierten
Teilchen, die auf das Objekt fokussiert werden, etwas größer.
Dafür treten im Zwischenbild der Kathode (1), also im
sogenannten Crossover, stochastische Wechselwirkungen zwischen
den Teilchen auf, wodurch die chromatischen Aberrationen des
gesamten Abbildungssystems vergrößert werden.
In der Detaildarstellung des objektseitigen Bereiches des
Objektivs in Fig. 3 sind die Polschuhe des Objektivs mit (20)
und die Objektivspulen mit (21) bezeichnet. In einer Bohrung
des Objektivpolschuhs (20) ist das Strahlführungsrohr (22) über
einen das Strahlführungsrohr ringförmig umgebenden Isolator
(23) aufgenommen. Auf der Höhe des Polschuhspaltes des
Polschuhs (20) ist das Ablenksystem (24) angeordnet. Das
objektseitige Ende des Strahlführungsrohres (22) weist wiederum
eine ringförmige Verbreiterung auf, so daß das objektseitige
Ende des Strahlführungsrohres (22) als Rohrelektrode wirkt.
Weiterhin am Isolator (23) ist die zweite Elektrode (26)
aufgenommen, die gemeinsam mit der Rohrelektrode (25) des
Strahlführungsrohres (22) die Abbremseinrichtung bildet. Dabei
ist das Strahlführungsrohr (22) soweit fortgesetzt, daß die
Rohrelektrode (25) - in Richtung des Primärelektronenstrahls -
hinter dem Polschuhspalt in einem Bereich angeordnet ist, in
dem das aus dem Polschuhspalt austretende Magnetfeld nahezu
vollständig abgeklungen ist. Die Abbremsung der Teilchen auf
die Zielenergie erfolgt damit unmittelbar vor dem Objekt,
wodurch Störeinflüsse durch externe elektrische oder
magnetische Felder reduziert werden.
Die Abbremselektrode (26) ist als zentrisch abgeflachter
konischer Ring mit einer Mittenbohrung (29) ausgebildet. Die
Mittenbohrung (29) ist zur Bohrung des Polschuhs (20) und zum
Strahlführungsrohr (22) zentriert angeordnet. Durch die
konische Ausbildung der Elektrode (26) werden Kollisionen
zwischen der Elektrode (26) und dem Objekt bei einer
Objektkippung vermieden.
Die Potentialversorgung der Abbremselektrode (26) erfolgt über
eine Zuführung (27) an der Außenfläche des Objektiv-Polschuhs
(20).
An dieser Stelle sei angemerkt, daß die Abbremsung der
Korpuskeln nicht zwingend hinter dem Objektiv erfolgen muß,
auch wenn dieses bevorzugt wird, weil dadurch die Korpuskeln
möglichst lange auf hoher kinetischer Energie gehalten werden.
Es ist jedoch auch eine Anordnung der Abbremseinrichtung
innerhalb des Objektivs wie in der eingangs zitierten
EP 0 180 723 B1 denkbar.
Anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
wurde die Erfindung für den Fall erläutert, daß die Korpuskeln
Elektronen sind. Bei Anwendung der Erfindung auf positiv
geladene Teilchen braucht lediglich die Polung von
Kathodenpotential, Anodenpotential und Probenpotential
invertiert zu werden, d. h. ein positives Potential wird durch
ein negatives und ein negatives durch ein positives Potential
ersetzt.
Weiterhin muß das Objektiv nicht zwingend als Magnetlinse
ausgebildet zu sein. Es ist auch denkbar und insbesondere bei
Verwendung schwerer Korpuskeln wie Ionen vorteilhaft, für die
Fokussierung der Korpuskeln eine elektrostatische Einzellinse
einzusetzen. Eine solche elektrostatische Einzellinse kann in
bekannter Weise aus drei aufeinander folgenden Elektroden
aufgebaut sein, von denen die beiden äußeren Elektroden auf dem
Potential des Strahlführungsrohres liegen; die mittlere
Elektrode liegt dann auf einem Potential, das bezüglich der
Polarität dem Kathodenpotential entspricht, jedoch betragsmäßig
etwas kleiner ist. Zur Aufnahme einer solchen Einzellinse kann
das Strahlführungsrohr einen quaderförmigen aufgeweiteten
Bereich aufweisen, in dem die Mittelelektrode angeordnet ist.
Die beiden Randelektroden werden dann durch die senkrecht zur
Rohrachse stehenden Quaderflächen gebildet. Eine solche
Einzellinse führt im Gegensatz zur elektrostatischen
Immersionslinse zu keiner Änderung der Teilchenenergie.
Claims (9)
1. Korpuskularstrahlgerät mit einem Korpuskularstrahl
erzeuger, welcher eine Kathode (1) und eine Anode (4) zur
Beschleunigung der aus der Kathode (1) austretenden
Korpuskeln auf das Anodenpotential aufweist, einem Strahl
führungsrohr (5), einem Objektiv (6, 7) zur Fokussierung
des Korpuskularstrahls auf ein Objekt und einer
Verzögerungseinrichtung (8, 9), wobei die Anode (4) und
das Strahlführungsrohr (5) auf demselben, gegenüber dem
Massepotential hohen Hochspannungspotential liegen und
wobei die Verzögerungseinrichtung und das Objekt auf
demselben Potential liegen, das bei niedrigen Zielenergien
vom Massepotential abweicht und dem Anodenpotential
entgegengesetzt ist.
2. Korpuskularstrahlgerät nach Anspruch 1, wobei das
Kathodenpotential UK betragsmäßig stets größer als 0,2 kV
ist und das Vorzeichen des Kathodenpotentials in
Abhängigkeit vom Vorzeichen der Ladungen der Korpuskeln so
gewählt ist, daß die Korpuskeln gegenüber dem Masse
potential eine höhere potentielle Energie aufweisen und
wobei das Anodenpotential UA vorzeichenmäßig so gewählt
ist, daß die Korpuskeln auf dem Anodenpotential gegenüber
dem Massepotential eine geringere potentielle Energie
aufweisen.
3. Korpuskularstrahlgerät nach Anspruch 1 oder 2, wobei das
Potential der Verzögerungseinrichtung UP zur Änderung der
Zielenergie der Korpuskeln auf dem Objekt gegenüber dem
Massepotential variierbar ist.
4. Korpuskularstrahlgerät nach einem der Ansprüche 1-3, wobei
die Probe und die Verzögerungseinrichtung bei niedrigen
Zielenergien der Korpuskeln auf einem dem Kathoden
potential UK vorzeichenmäßig gleichgerichteten Potential
gegenüber dem Massepotential liegen.
5. Korpuskularstrahlgerät nach einem der Ansprüche 1-4, wobei
drei regelbare Hochspannungsquellen (12, 13, 14) für die
Potentiale der Verzögerungseinrichtung (9, 10) der Anode
(4) und der Kathode (1) vorgesehen sind.
6. Korpuskularstrahlgerät nach einem der Ansprüche 1-5, wobei
das Probenpotential UP zwischen dem Wert des Masse
potentials und des Kathodenpotentials als Grenzwerte
einstellbar ist.
7. Korpuskularstrahlgerät nach einem der Ansprüche 1-7, wobei
das Strahlführungsrohr (5) in einem Bereich zwischen
Strahlerzeuger und der Objektivlinse (6, 7) aufgeweitet
ist und ein auf dem Potential des Strahlführungsrohres (5)
liegender Detektor (16) zum Nachweis von Sekundär- oder
Rückstreuelektroden vorgesehen ist.
8. Korpuskularstrahlgerät nach einem der Ansprüche 1-8, wobei
die Verzögerungseinrichtung aus einer Einzelelektrode (9)
besteht, die mit dem objektseitigen Ende des Strahl
führungsrohres (5) zusammenwirkt.
9. Korpuskularstrahlgerät nach Anspruch 8, wobei das Strahl
führungsrohr (5) am objektseitigen Ende als Rohrelektrode
(8) ausgebildet ist und wobei die Einzelelektrode (9) an
einem Isolierkörper (23) am Objektiv (20, 21) aufgenommen
ist.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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