DE19635652C2 - Kartuschenbeutel - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Kartuschenbeutel für eine rohr
förmige Kartuschenpresse.
Derartige Kartuschenbeutel für rohrförmige Kartuschenpres
sen, beispielsweise für einkomponentige Klebstoffe, Dich
tungsmassen und dergl. sind bekannt. Ein solcher Beutel be
steht beispielsweise aus einer Kunststoffolie, die zu einem
Beutel geformt, mit dem betreffenden Produkt gefüllt und an
schließend verschlossen wird. Derartige Kartuschenbeutel
sind jedoch für Produkte, die aus zwei Komponenten bestehen,
welche erst unmittelbar vor der Anwendung vermischt werden
dürfen, beispielsweise Zwei-Komponenten-Klebstoffe, offen
sichtlich nicht geeignet, da eine Trennung der Komponenten
nicht möglich ist.
Aus DE 36 16 207 A1 ist ein tubenförmiges Behältnis bekannt,
welches zwei Aufnahmebehälter aufweist, die voneinander ge
trennt sind, um getrennt voneinander die jeweiligen Kompo
nenten eines zweikomponentigen Produktes aufzunehmen. Dabei
werden die einzelnen halbrohrförmigen Tubenelemente getrennt
hergestellt und anschließend miteinander verschweißt und
darauf gefüllt, was einen beachtlichen Herstellungs- und
Montageaufwand mit sich bringt.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen einfach herstellbaren
Kartuschenbeutel zu schaffen, der für zweikomponentige Pro
dukte, die erst unmittelbar vor der Ausbringung aus der Kar
tusche miteinander vermischt werden sollen, geeignet ist,
wobei die Produktausbringung aus der Kartusche und die Hand
habung insgesamt einfach und der Verpackungsaufwand gering
sein soll.
Diese Aufgabe wird mit einem Kartuschenbeutel für eine rohr
förmige Kartuschenpresse mit zwei voneinander getrennten, in
Längsrichtung nebeneinander angeordneten, jeweils halbrohr
förmigen Kammern zur Aufnahme jeweils einer Produktkomponen
te gelöst, welche am Austrittsende mit jeweils einem halb
rohrförmigen Austrittskanal versehen sind, wobei die beiden
Kammern entlang einer gemeinsamen Verbindungslinie miteinan
der verbunden sind und um diese zur Bildung eines rohrförmi
gen Beutels mit gemeinsamem rohrförmigen Austritt zusammen
faltbar sind.
Es wird somit ein Doppelkammer-Kartuschenbeutel zur Verfü
gung gestellt, der zwei getrennte Kammern für die Aufnahme
der nicht vor der Anwendung miteinander zu vermischenden
Komponenten des Produktes aufweist, wobei die räumliche Ge
staltung der Kammern natürlich vorzugsweise derart ist, daß
diese in Anpassung an das Innenvolumen der Kartusche ausge
bildet sind, so daß der Kartuschenbeutel im vollständig ge
füllten Zustand das Kartuschenvolumen möglichst vollständig
ausfüllt. Durch den gemeinsamen, geeignet zu gestaltenden
Austritt beider Kammern im Bereich des Austrittsendes wird
bei Betätigung der Kartusche ein gemeinsamer Austrag beider
Komponenten und damit eine zwangsweise Vermischung derselben
gewährleistet. Dabei wird eine einwandfreie Produktabgabe im
richtigen Mischungsverhältnis dadurch erreicht, daß beide
Kammern in Längsrichtung gesehen nebeneinander angeordnet
sind. Nach Entleerung des Kartuschenbeutels kann dieser ein
fach und platzsparend entsorgt werden, da er wie ein Einkam
mer-Kartuschenbeutel durch die Druckplatte der Kartuschen
presse selbst flach zusammengepreßt ist. Die Herstellung des
Kartuschenbeutels ist besonders einfach, da beide Kammern
bzw. Einzelbehälter schon als ein Teil gemeinsam hergestellt
werden können und nachfolgend nur noch ein Zusammenfalten
bzw. Zusammenklappen erforderlich ist, um den Kartuschenbeu
tel zu schaffen.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
zeichnet sich dadurch aus, daß der Kartuschenbeutel von
einer ersten Folienbahn, welche zwei in Längsrichtung ver
laufende halbrohrförmige Wölbungen aufweist und von einer
zweiten flachen Folienbahn gebildet ist, welche randseitig
umlaufend und im Bereich der Verbindungslinie zwischen den
Wölbungen der ersten Folienbahn dicht miteinander verbunden
sind, wobei die Kammern jeweils zwischen einer halbrohrför
migen Wölbung der ersten Folienbahn und dem jeweils zugeord
neten Bereich der zweiten Folienbahn gebildet sind. Dabei
können in Abhängigkeit vom Produkt beide Folienbahnen aus
Kunststoff bestehen oder es kann auch vorgesehen sein, daß
die flache Folie aus einer Aluminiumfolie besteht. Die bei
den Folien werden dabei vorzugsweise miteinander ver
schweißt, wobei natürlich zunächst Einfüllöffnungen und der
gemeinsame Austritt offengelassen werden.
Um einen kontrollierten Produktaustritt beider Komponenten
und eine gute Vermischung zu gewährleisten, ist vorteilhaft
vorgesehen, daß im Bereich des Austrittsendes in die jewei
lige Kammer jeweils ein halbrohrförmiger Einsatz mit dem
halbrohrförmigen Austrittskanal integriert ist. Die beiden
halbrohrförmigen Einsätze können dann beispielsweise als
Spritzgußteile ausgeführt sein, welche in die Folien ent
sprechend eingeschweißt werden, wobei durch Faltung der Fo
lienbahn entlang der Verbindungslinie zwischen den beiden
Wölbungen der ersten Folienbahn insgesamt ein rohrförmiger
Kartuschenbeutel entsteht, bei welchem sich die halbrohrför
migen Austrittskanäle der Einsätze zu einem Austrittsrohr
ergänzen.
Zur Einstellung der Abgabemengen und Durchmischung der
Komponenten ist dabei vorteilhaft vorgesehen, daß die
beiden halbrohrförmigen Austrittskanäle jeweils mit sich
ergänzenden Gewindegängen zur Aufnahme einer mit entspre
chendem Innengewinde ausgerüsteten rohrförmigen Misch
kanals versehen sind.
Zur Arretierung der beiden Kammern in der rohrförmigen
Lage ist vorgesehen, daß wenigstens im Bereich des Aus
trittsendes die beiden Kammern mittels einer Rastverbin
dung in zusammengefalteter Lage gehalten sind. Diese
Rastverbindung kann beispielsweise in die halbrohrförmi
gen Einsätze integriert sein, wobei vorzugsweise auch im
dem Austrittsende gegenüberliegenden Endbereich der bei
den Kammern entsprechende Rastverbindungen vorgesehen
sind, beispielsweise ebenfalls von halbrohrförmigen Ein
sätzen, die jedoch keine Austrittsöffnung aufweisen.
Die Erfindung sieht auch ein Verfahren zur Herstellung
eines vorbeschriebenen Kartuschenbeutels vor, das sich
dadurch auszeichnet, daß eine erste Folienbahn mit zwei
in Längsrichtung verlaufenden halbrohrförmigen Wölbungen
umlaufend und im Bereich der Verbindungslinie zwischen
den Wölbungen mit einer zweiten flachen Folienbahn dicht
verbunden wird und anschließend entlang der Verbindungs
linie zwischen den beiden Wölbungen zusammengefaltet
wird, derart, daß ein rohrförmiger Kartuschenbeutel mit
zwei voneinander getrennten Kammern entsteht, und daß der
Kartuschenbeutel in dieser Lage fixiert und anschließend
die jeweilige Komponente in den jeweiligen Beutel einge
füllt wird.
Erkennbar ist dieses Herstellungsverfahren ausgesprochen
einfach, da lediglich zwei entsprechend gestaltete Fo
lienbahnen miteinander verschweißt werden müssen und dann
die mittlere Schweißlinie zwischen den Wölbungen quasi
als Falzlinie benutzt wird, entlang derer die beiden so
gebildeten Kammern unter Ausbildung eines rohrförmigen
Kartuschenbeutels zusammengefaltet und aneinander fixiert
werden, worauf dann die Befüllung und endgültige Ver
schließung der Beutel erfolgt. Da auf diese Weise eine
flexible Verpackung hergestellt wird, ist kein Druckstem
pel erforderlich, der das Produkt direkt kontaktiert und
hinauspreßt, sondern von der Druckplatte der Kartuschen
presse wird das Folienmaterial zusammengedrückt, so daß
sich automatisch das eingebrachte Füllgut durch die Aus
trittsöffnungen nach außen bewegt und letztendlich nach
Entleerung desselben nur ein kleiner zusammengepreßter
Folienballen als leere Restverpackung verbleibt, die
leicht entsorgt werden kann.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei
spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in der einzigen
Figur in Explosionsdarstellung einen erfindungsgemäßen
Kartuschenbeutel für eine rohrförmige Kartuschenpresse.
Ein erfindungsgemäßer Kartuschenbeutel ist beim darge
stellten Ausführungsbeispiel im wesentlichen aus zwei
Folienbahnen gebildet, nämlich aus einer ersten Folien
bahn 1, welche zwei in Längsrichtung verlaufende halb
rohrförmige Wölbungen 2, 3 aufweist, deren in Längsrich
tung verlaufende Verbindungslinie mit 4 bezeichnet ist,
und aus einer zweiten flachen Folienbahn 5, deren Länge
und Breite dem Grundriß der ersten Folienbahn 1 ent
spricht. Zur Bildung des Kartuschenbeutels werden die
erste Folienbahn 1 und die zweite Folienbahn 5 randseitig
umlaufend und entlang der Verbindungslinie 4 miteinander
verschweißt, wodurch zwischen der ersten Wölbung 2 der
ersten Folienbahn und dem zugeordneten Bereich der zwei
ten Folienbahn 5 eine erste halbrohrförmige Kammer 6 und
zwischen der Wölbung 3 und der zweiten Folienbahn 5 eine
zweite halbrohrförmige Kammer 7 entsteht.
Im Bereich des Austrittsendes 8 des Kartuschenbeutels ist
in die jeweilige Kammer 6, 7 jeweils ein halbrohrförmiger
Einsatz 9, 10 integriert, beispielsweise eingeschweißt.
Dabei kann es sich um einfache Kunststoff-Spritzgußteile
handeln. Diese halbrohrförmigen Einsätze 9, 10 weisen am
äußeren Ende jeweils einen halbrohrförmigen Austrittska
nal 11, 12 auf, diese Austrittskanäle 11, 12 sind dabei
im mittleren Bereich des jeweiligen Einsatzes 9, 10 ange
ordnet und weisen einen deutlich kleineren Radius als die
Einsätze 9, 10 auf. Im Bereich der stirnseitigen Außen
wände 9a, 10a der Einsätze 9, 10 sind korrespondierende
Rastmittel vorgesehen, welche mit 13 bzw. 14 bezeichnet
sind.
Zur Herstellung und Befüllung eines solchen Doppelkammer-
Kartuschenbeutels werden zunächst die beiden Folienbahnen
1 und 5 in der vorbeschriebenen Weise miteinander ver
schweißt, wobei gleichzeitig entsprechend die Einsätze 9,
10 mit eingeschweißt werden, d. h. die Einsätze 9, 10 sind
jeweils von den beiden Folienbahnen 1, 5 umschlossen. Das
dem Austrittsende 8 gegenüberliegende andere Ende 15 bei
der Kammern 6, 7 ist dabei zunächst noch offen, worauf
dann anschließend durch diese offenen Enden die jeweilige
Kammer 6 bzw. 7 mit einem der beiden Komponenten des
zweikomponentigen Produktes gefüllt wird. Anschließend
werden diese Enden dann auch durch Verschweißung ge
schlossen. Es steht dann bereits ein Kartuschenbeutel mit
zwei gefüllten, voneinander getrennten Kammern 6, 7 zur
Verfügung.
Anschließend werden dann die beiden Kammern entlang der
Verbindungslinie 4, die als eine Art Falzlinie dient, zu
sammengefaltet, derart, daß ein rohrförmiger Kartuschen
beutel mit zwei getrennten Kammern 6, 7 entsteht. In die
ser Lage werden die beiden Kammern 6, 7 fixiert, wozu die
Rastverbindungen 13, 14 der Einsätze 9, 10 einfach arre
tiert werden. Diese beiden Einsätze 9, 10 bilden dann zu
sammen einen endseitig im wesentlichen geschlossenen
topfförmigen Körper, wobei gleichzeitig die beiden halb
rohrförmigen Austrittskanäle 11, 12 zur Anlage kommen und
einen gemeinsamen, mit beiden Kammern 6, 7 in Verbindung
stehenden Austritt bilden. Bei geeigneter Gestaltung die
ser Austrittskanäle 11, 12 steht somit bereits ein funk
tionsfähiger Kartuschenbeutel zur Verfügung, der an
schließend in eine herkömmliche rohrförmige Kartuschen
presse eingesetzt werden kann. Wird diese Kartuschenpres
se betätigt, wird vom anderen Ende 15 her Druck auf beide
Kammern 6, 7 ausgeübt, so daß aus beiden Kammern 6, 7 die
jeweilige Komponente in den Austrittsbereich gedrückt und
dort gemischt wird und austritt.
In Ausgestaltung ist dabei vorteilhaft noch vorgesehen,
daß die beiden halbrohrförmigen Austrittskanäle 11, 12
sich ergänzende Gewindegänge aufweisen, so daß der Aus
tritt dann, wenn diese beiden Austrittskanäle 11, 12
einen gemeinsamen rohrförmigen Austritt bilden, ein
Außengewinde aufweist, auf welches ein mit einem entspre
chenden Innengewinde ausgerüsteter, nicht dargestellter
rohrförmiger Mischkanal eingesetzt werden kann. Dieser
rohrförmige Mischkanal ist dann geeignet gestaltet, um
die Vermischung und Ausbringung des zweikomponentigen
Produktes zu optimieren. Darüber hinaus kann noch vorge
sehen sein, daß auch im Bereich des anderen Endes 15 ähn
liche halbrohrförmige Einsätze mit integriert werden, die
dann allerdings keine Austrittsöffnungen aufweisen, je
doch Arretierelemente, so daß auch im Bereich des anderen
Endes 15 eine Arretierung der beiden Kammern 6, 7 in ih
rer gewünschten Lage möglich ist.
Natürlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt. Weitere Ausgestaltungen
sind möglich, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So
kann grundsätzlich die Formgestaltung der Kammern 6, 7
auch anders sein, der Kartuschenbeutel sollte aber im
gefüllten Zustand eine an das Innenvolumen der Kartu
schenpresse angepaßte Form aufweisen.
Claims (6)
1. Kartuschenbeutel für eine rohrförmige Kartuschenpresse mit
zwei voneinander getrennten, in Längsrichtung nebeneinander
angeordneten, jeweils halbrohrförmigen Kammern (6, 7) zur
Aufnahme jeweils einer Produktkomponente, welche am Aus
trittsende (8) mit jeweils einem halbrohrförmigen Austritts
kanal (11, 12) versehen ist, wobei die beiden Kammern (6, 7)
entlang einer gemeinsamen Verbindungslinie (4) miteinander
verbunden sind und um diese zur Bildung eines rohrförmigen
Beutels mit gemeinsamem rohrförmigen Austritt (11, 12) zusam
menfaltbar sind.
2. Kartuschenbeutel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser von einer ersten Folienbahn (1), welche zwei in
Längsrichtung verlaufende halbrohrförmige Wölbungen (2, 3)
aufweist, und von einer zweiten flachen Folienbahn (5) ge
bildet ist, welche randseitig umlaufend und im Bereich der
Verbindungslinie (4) zwischen den Wölbungen (2, 3) der ersten
Folienbahn (1) dicht miteinander verbunden sind, wobei die
Kammern (6, 7) jeweils zwischen einer halbrohrförmigen Wöl
bung (2, 3) der ersten Folienbahn (1) und dem jeweils zuge
ordneten Bereich der zweiten Folienbahn (5) gebildet sind.
3. Kartuschenbeutel nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich des Austrittsendes (8) in die jeweilige Kam
mer (6, 7) jeweils ein halbrohrförmiger Einsatz (9, 10) mit
dem halbrohrförmigen Austrittskanal (11, 12) integriert ist.
4. Kartuschenbeutel nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden halbrohrförmigen Austrittskanäle (11, 12) je
weils mit sich ergänzenden Gewindegängen zur Aufnahme einer
mit entsprechendem Innengewinde ausgerüsteten rohrförmigen
Mischkanals versehen sind.
5. Kartuschenbeutel nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens im Bereich des Austrittsendes (8) die beiden
Kammern (6, 7) mittels einer Rastverbindung (13, 14) in zusam
mengefalteter Lage gehalten sind.
6. Verfahren zur Herstellung eines Kartuschenbeutels nach
Anspruch 2 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine erste Folienbahn mit zwei in Längsrichtung verlau
fenden halbrohrförmigen Wölbungen umlaufend und im Bereich
der Verbindungslinie zwischen den Wölbungen mit einer zwei
ten flachen Folienbahn dicht verbunden wird und anschließend
entlang der Verbindungslinie zwischen den beiden Wölbungen
zusammengefaltet wird, derart, daß ein rohrförmiger Kartu
schenbeutel mit zwei voneinander getrennten Kammern ent
steht, und daß der Kartuschenbeutel in dieser Lage fixiert
und anschließend die jeweilige Komponente in den jeweiligen
Beutel eingefüllt wird.
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