DE1921045B2 - Verfahren zum gewinnen einer polymerschmelze aus einer polymerloesung - Google Patents
Verfahren zum gewinnen einer polymerschmelze aus einer polymerloesungInfo
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Description
Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zum Gewinnen einer Polymerschmelze aus einer Poiymerlö-
$ung durch Entfernen des Lösungsmittels, bei dem man die Polymerlösung unter Überdruck aufheizt, in diesem
Zustand durch Verdüsen expandieren läßt und mittels der sich bildenden Gase durch einen schraubenlinienförmig
gewundenen Strömungsweg fördert.
Für das Eindampfen von Polymerlösungen sind in der Technik verschiedene Apparate, wie Fallstromverdampfer,
Dünnschichtverdampfer und Eindampfschnekken, beschrieben. Mit den herkömmlichen Fallstrom-
und Dünnschichtverdampfern erreicht man die guten Verdampfungsleistungen jedoch nur bis zu relativ
geringen Zähigkeiten der Polymerlösungen, da mit dem Ansteigen der Viskosität dieser Lösungen auch eine
Verminderung des Wärmeübergangs verbunden ist. Für Dünnschichtverdampfer mit rotierenden Wischerblättern
stellt der erhöhte Kraftbedarf eine Grenze für ein weiteres Einkonzentrieren der Lösungen dar. Man
verwendet deshalb Schneckenapparate zum Eindampfen der hochkonzentrierten viskosen Lösungen und
isoliert in diesen Apparaten die Polymeren in Form ihrer Schmelzen. Ein Nachteil der Schnecken ist der
gegenüber Fallstrom- und Dünnschichtverdampfern wesentlich schlechtere Wärmeübergang. Deshalb benötigt
man lange Verweilzeiten bei hohen Temperaturen; dies führt zu Verfärbungen der Schmelzen und oft zu
Produktschädigungen.
Es ist auch schon bekannt, Verdampfungen und Reaktionen mit Gasbildung durchzuführen, indem das
Produkt unter Druck aufgeheizt, in einer Düse expandiert und anschließend in ein Verdampfungsrohr
eingeführt wird, wobei das von der Düse versprühte Produkt während des Verdampfens durch Zentrifugalkräfte
in gasförmige und flüssige Phasen getrennt wird und diese Trennwirkung während des Verdampfungsvorganges weiter aufrechterhalten wird, indem der
Zweiphasenstrom in einem schraubenlinienförmig gewundenen Kanal weitergeführt wird, wobei die flüssige
Phase durch die mit erheblich höherer Geschwindigkeit strömende Gasphase weitergetrieben wird.
Beispielsweise ist bekannt, zur Herstellung fester Polymerteilchen eine Polymerlösung durch eine Düse
zu entspannen und anschließend die entstehenden Polvmerfäden durch eine Rohrschleife zu führen, damit
sie durch Aufprall auf die gekrümmte Rohrwandung zerkleinert werden. Polymerschmelzen lassen sich auf
diese Weise nicht gewinnea
Weiterhin ist bekannt, aus organischen Lösungen Polycarbonate durch Verflüchtigung des Lösungsmittels
bei entsprechendem Druck und entsprechenden Temperaturen zu gewinnen. Bei diesem Verfahren sind jedoch
für den Transport des Produktes mechanische Fördereinrichtungen notwendig. Dabei kann haftenbleibendes
Produkt, das sich später löst. Verunreinigungen verursachen oder zumindest zu einem ungünstigen
Verweilzeitspektrum führen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Gewinnen von Polymerschmelzen aus Polymerlösungen
zu finden, das auch noch bei relativ hohen Zähigkeiten der Polymerlösungen ohne den Einsatz von beweglichen
Teilen zum Fördern des Produktes eine hohe Verdampfungsleistung und eine hohe Wärmeübergangszahl
gewährleistet
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß bei zunehmender Viskosität der Polymerlösung die Fördergeschwindigkeit
erhöht wird und daß in Strömungsnchtung in bekannter Weise der Druck verringert und die
Temperatur über die Schmelztemperatur des Polymeren erhöht wird.
Durch das anliegende Druckprofi! wird im Anfangsstadiuwi
des Verdampfens der Polymerlösung ein Blasensieden vermieden. Mit dem Zäherwerden der
Polymerlösung erleichtert man das Verdampfen des Lösungsmittels durch die Verminderung des Drucks.
Dies erreicht man vorteilhaft durch eine konische Erweiterung des zur Durchführung des Verfahrens
dienenden Verdampferrohres. Den gleichen Effekt bewirkt das im Verdampferrohr eingestellte Temperaturprofil.
Mit dem Ansteigen der Temperatur wird ein überproportionales Ansteigen der Zähigkeit dor FV
lymerlösung kompensiert. Dadurch hält man die hohen Wärmeübergangszahlen aufrecht. Die Temperatur wird
dabei so gesteigert, daß kein Blasensieden infolge einer zu hohen Temperaturdifferenz zwischen Polymerlösung
und Rohrwand eintritt
Ein weiterer wichtiger Vorteil für dieses Verfahren ist die hohe Gasgeschwindigkeit, die man durch die
Dimensionierung des Verdampferrohres und durch die Temperatur und damit über die ausgedampfte Lösungsmittelmenge
vorzugsweise so bemißt, daß sie am Verdampferausgang, wenn die Polymerlösung schon
hoch konzentriert ist. Schallgeschwindigkeit erreicht. Hierdurch wird die hochkonzentrierte Polymerlösung
sehr stark geschert. Gegenüber der Produktscherung in Schnecken erreicht man sehr hohe Scherkräfte und
damit wiederum einen guten Wärmeübergang und eine hohe Verdampfungsleistung. Die hohe Gasgeschwindigkeit
bewirkt den Transport der hochviskosen Polymerlösung und der Schmelze ohne mechanische Hilfsmittel,
die durch Abrieb das Produkt verunreinigen könnten.
Nach einer besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Erhöhung der
Temperatur in mehreren voneinander unabhängigen Stufen. Dadurch ist zwar kein stetiger Temperaturanstieg
möglich, aber der Aufbau der für die Durchführung des Verfahrens notwendigen Apparatur wird technisch
einfacher.
In einem von außen auf halber Länge mit einer Temperatur von 1600C bzw. 3000C beheizten schraubenlinienförmig
gewundenen Rohr von 10 mm lichtem
Durchmesser und 7000 mm Länge wird über eine Expansionsdüse eine auf 130° C vorgewärmte und unter
einem Druck von 6 bar befindliche Polycarbonatlösung entspannt Die Trennung des Gas- und Flüssigkeitsgemisches
erfolgt in einem Zyklon, der mit einer Austragsschnecke versehen ist Ausgehend von einer
i0-%igen Lösung (Lösungsmittelzusammensetzung: 70 Teile Methylenchlorid, 30 Teile Chlorbenzc!) erhält man
eine Polycarbonatschmelze (20 kg Polycarbonate Stunde)
mit einp,»n Restlösungsmittel-Anteil von 1%. Die
Viskosität der Schmelze beträgt 5000 Poite.
Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung, mit der das Verfahren
beispielsweise ausgeübt wird, näher erläutert:
Die Polymerlösung wird unter einem solchen Druck vorgewärmt, der die Bildung einer Gasphase des
abzudampfenden Lösungsmittels verhindert Über eine Düse 1 wird die Polymerlösung expandiert und in ein in
zwei Stufen 2a, 26 unterteiltes Verdampfungsrohr eingeführt Die beiden Stufen 2a, 2b besitzen separate
Heizzonen 3a, 36. Das Verdampfungsrohr mündet tangential in einen mit Bandschnecke 4 und Förderschnecke
5 ausgestatteten Zyklon 6, aus dem die ίο Polymerschmelze kontinuierlich ausgetragen wird. Das
Gehäuse 7 der Förderschnecke 5 besitzt einen Entgasungsstutzen 8. Die Lösungsmitteldämpfe verlassen
den Zyklon 6 über einen Dampfabzugsstutzen 9 und werden im Kondensator 10 gekühlt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zum Gewinnen einer Polymerschmelze aus einer Polymerlösung durch Entfernen
des Lösungsmittels, bei dem man die Polymerlösung unter Oberdruck aufheizt, in diesem Zustand durch
Verdüsen expandieren läßt und mittels der sich bildenden Gase durch einen schraubenlinienförmig
gewundenen Strömungsweg fördert, dadurch gekennzeichnet, daß mit zunehmender Viskosität
der Polymerlösung die Fördergeschwindigkeit erhöht wird und daß in Strömungsrichtung in
bekannter Weise der Druck verringert und die Temperatur über die Schmelztemperatur des Polynieren
erhöht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhöhung der Temperatur in mehreren voneinander unabhängigen Stufen erfolgt
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