DE1598043B2 - Verfahren zur serienmäßigen Bestimmung des Wasserstoffgehaltes von Metallproben - Google Patents
Verfahren zur serienmäßigen Bestimmung des Wasserstoffgehaltes von MetallprobenInfo
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Description
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur serienmäßigen Bestimmung des Wasserstoffgehaltes
von Metallproben, insbesondere mittels automatischer Gasanalysengeräte, bei dem die Proben in einem kohlenstoffhaltigen
Tiegel unter Vakuum geschmolzen werden, die Wärmeleitfähigkeit des im Ofen gebildeten
Gasgemisches gemessen und daraus die Gesamtmenge an Wasserstoff dieses Gemisches errechnet
wird. Normalerweise werden derartige Proben in einem Kohle- oder Graphittiegel unter Vakuum auf
eine hohe Temperatur erhitzt oder geschmolzen und geben dabei die in ihnen enthaltenen Gase ab. Diese
Gase werden durch eine Pumpe gesammelt und Gasanalysengeräten zugeführt, in denen mit verschiedenen
physikalischen und chemischen Methoden die Mengen der einzelnen Gaskomponenten bestimmt
werden. Für den üblichen Fall, daß hauptsächlich die Gase Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff abgegeben
und bestimmt werden, kann die Wärmeleitfähigkeit des extrahierten Gasgemisches als Analysen-Meßgröße
dienen. Die Bestimmung dieser Größe nach der bisherigen Methode, ist umständlich, weil zahlreiche
Faktoren berücksichtigt werden müssen, wenn man die Anzeige einer Wärmeleitfähigkeitsmeßanordnung
richtig interpretieren will. Sie hängt ab von dem Gehalt der Probe an Wasserstoff (mit großer Wärmeleitfähigkeit)
einerseits und dem Gehalt an anderen Gasen (mit niedriger Wärmeleitfähigkeit) andererseits,
wobei N2 und CO zufällig eine fast gleiche
Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Sie hängt weiter ab von den Dimensionen der gerade verwendeten Meßapparatur.
Man kann für jedes Gerät ein Diagramm erstellen, in welchem der Druck in der Wärmeleitfähigkeitsmeßkammer
als Parameter einer Kurvenschar in Erscheinung tritt, welche die in einer Probe enthaltene
Menge des Wasserstoffes in Abhängigkeit von der Wärmeleitfähigkeit angibt. Man muß also den zu
einer jeden Wärmeleitfähigkeitseinzelmessung gehörigen Wert der genannten Menge durch grafische oder
mathematisch analytische Interpolation mit großer Genauigkeit numerisch bestimmen. Es ergibt sich von
selbst, daß ein derartiges Verfahren nicht nur sehr zeitraubend ist, sondern auch eine große Zahl von
Fehlerquellen in sich birgt und geschultes Bedienungspersonal erfordert. Auch dann noch hat man
sich meist mit ungenauen Interpolationen zu begnügen, so daß mit dem erwähnten Verfahren nicht die
Genauigkeit erzielt wird, welche sie an sich zu bieten vermöchte. Ganz besonders geltend machen sich die
beschriebenen Schwierigkeiten dann, wenn das bekannte Verfahren automatisiert werden soll, wozu
man infolge Personalmangels immer mehr gezwungen ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur serienmäßigen Bestimmung des Wasserstoffgehaltes von Metallproben,
ist, ausgehend von dem eingangs erwähnten Verfahren, dadurch gekennzeichnet, daß das zu
untersuchende Gasgemisch durch Zumischung von Stickstoff oder Kohlenmonoxid auf einem vorbestimmten
konstanten Totaldruck während der Wärmeleitfähigkeitsmessung gehalten wird. Will man
neben Wasserstoff auch Stickstoff bestimmen, so verwendet man als Hilfsgas CO, will man hingegen
neben Wasserstoff CO bestimmen, so verwendet man als Hilfsgas N2. In beiden Fällen wird neben der
Wärmeleitfähigkeitsmessung eine CO-Bestimmung durchgeführt, z. B. als IR-Absorptionsmessung. Hierdurch
wird das eingangs beschriebene Problem auf eine überraschend einfache Weise gelöst. Man hat es
erfindungsgemäß nämlich in der Hand, sich durch Zumischung von N2 oder CO auf eine bestimmte, mit
höchster Genauigkeit ausmeßbare, vorgewählte Isobare des Menge-Leitfähigkeit-Diagramms zu begeben
und kann jedwede Interpolationsarbeit vermeiden. Bei Benutzung des erfindungsgemäßen Verfahrens
empfiehlt es sich, eine hinsichtlich des Meßbereiches der gerade vorliegenden Wärmeleitfähigkeitsmeßanordnung
bequem zugänglichen Isobare, z. B. die 100 Torr-Isobare, mit großer Genauigkeit auszumessen und alsdann bei allen weiteren
Serienmessungen nur diese eine Isobare zu benutzen. Dadurch, daß die sehr zeitraubende und
mühsame Erstellung einer ganzen Kurvenschar bei der Eichung des Gerätes erfindungsgemäß wegfällt,
kann die ausgewählte Isobare mit um so größerer Sorgfalt und Präzision ermittelt werden. Außerdem
ist die selbständige Einstellung eines der gewählten Isobare entsprechenden Druckes in der Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung
mit Hilfe von automatischen Druck- und Schaltgeräten sehr genau und ohne großen apparativen Aufwand durchführbar, so daß Meßfehler
durch Ermüdung oder sonstige menschliche Unzulänglichkeiten völlig ausgeschaltet werden.
Im Falle der Verwendung vollautomatisierter Gasanalysengeräte macht sich der durch die Erfindung
erzielte technische Fortschritt ganz besonders bemerkbar. Es würde einen erheblichen Aufwand bedeuten,
wollte man — was nach dem bisherigen Stand der
Technik in diesem Falle nötig wäre — den Informationsgehalt der ganzen, einem bestimmten Gerät zugeordneten
Eichkurvenschar in einem Rechengerät speichern; entweder müßte eine sehr große Zahl von
genau gemessenen Eichkurven festgehalten werden oder das Rechengerät müßte so ausgebildet werden,
daß es die mathematisch analytische Interpolation mit hinreichender Genauigkeit durchzuführen imstande
wäre. Beide Wege wären offensichtlich sehr aufwendig. Benutzt man dagegen die erfindungsgemäß
vorgeschlagene Bestimmungsmethode, genügt es, eine oder einige wenige (für verschiedene Meßbereiche
anzuwendende) Eichkurven zu ermitteln und in das Rechengerät einzuspeichern, ohne daß eine
Einbuße an Genauigkeit in Kauf genommen werden muß.
Es sei noch darauf hingewiesen, daß der Vorteil, nur eine einzige Eichkurve erstellen zu müssen, bei
den Analysengeräten der vorliegenden Art ganz besonders ins Gewicht fällt. Regelmäßige Nacheichungen
sind nämlich unerläßlich und es macht deshalb einen großen Unterschied aus, ob jeweils nur wenige
oder eine große Zahl von Eichkurven genau ermittelt werden müssen.
Ein Beispiel einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in der Zeichnung
schematisch dargestellt. 1 bedeutet einen Vakuumheißextraktionsofen mit dem Tiegel 2, in welchem
die Probe 3 erhitzt wird. Die abgegebenen Gase werden durch die Pumpe 4 einer Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung 5 zugeführt. Diese besteht gewöhnlich
aus einem Heizelement und einem Temperaturfühler; je nach der Wärmeleitfähigkeit des umgebenden
Gases ist die Temperatur, welche der Temperaturfühler anzeigt, verschieden hoch. Für die
Zwecke der Erfindung kann jede bekannte Meßeinrichtung zur Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit eines
Gases herangezogen werden.
Mit der Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung 5 ist ein Schaltmanometer 6 verbunden, welches beim
Unterschreiten eines im Bereich zwischen etwa 10 bis 100 Torr vorwählbaren Druckes einen Schaltimpuls
ίο an das Steuergerät 7 abgibt. Dieses schaltet einem
eingespeicherten Meßprogramm folgend oder auf Handauslösung hin das Magnetventil 8, welches die
Zuleitung aus einem Stickstoffvorratsbehälter 9 zur Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung 5 öffnet und, sobald
der gewünschte vorgewählte Druck darin erreicht ist, wieder schließt.
In dem beschriebenen Ausführungsbeispiel sind ferner ein CO-Analysator 10, z. B. ein UR-Absorptionsmeßgerät,
sowie eine Pumpe 11 zur Vorevakuierung der ganzen Anordnung mit dem zugehörigen Ventilen 12 und 13 vorhanden.
Die Anzeige der Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung kann direkt in Gasmengen geeicht werden und
gibt die Gesamtgasmenge von Wasserstoff an. Nach der CO-Besrimmung mit dem CO-Analysator kann
auch die Stickstoffteilmenge berechnet werden. Der Sauerstoff ergibt sich aus der Menge des CO. Andere
Gase außer N2, H2 und CO treten, sofern bei hinreichend
niedrigen Drücken und hoher Entgasungstemperatur gearbeitet wird, praktisch nicht auf. Betreffs
weiterer Einzelheiten der Gasbestimmung durch Wärmeleitfähigkeitsmessung sei auf ARCHIV FÜR
DAS EISENHÜTTENWESEN, Bd. 33, 1962, S. 527 bis 531 verwiesen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zur serienmäßigen Bestimmung des Wasserstoffgehaltes von Metallproben, insbesondere
mittels automatischer Gasanalysengeräte, bei dem die Proben in einem kohlenstoffhaltigen
Tiegel unter Vakuum geschmolzen werden, die Wärmeleitfähigkeit des im Ofen gebildeten
Gasgemisches gemessen und daraus die Gesamtmenge an Wasserstoff dieses Gemisches
errechnet wird, dadurch gekennzeichnet,
daß das zu untersuchende Gasgemisch durch Zumischung von Stickstoff oder Kohlenmonoxid
auf einem vorbestimmten konstanten Totaldruck während der Wärmeleitfähigkeitsmessung
gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Totaldruck des Gasgemisches
von weniger als 100 Torr gewählt wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem
evakuierbaren Ofengehäuse, einem in diesem angeordneten beheizbaren Tiegel, einer mit dem
Ofengehäuse verbundenen Gassammeipumpe, einer an diese angeschlossenen Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung,
sowie einem mit dieser verbundenen Schaltmanometer, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltmanometer mit einem
Steuergerät und dieses mit einem Ventil in einer Zuleitung zur Wärmeleitfähigkeitsmeßeinrichtung
in Verbindung steht, und daß die Zuleitung an einen Stickstoff- oder Kohlenmonoxidvorratsbehälter
angeschlossen ist.
35
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH634664 | 1964-05-14 | ||
| CH634664A CH412404A (de) | 1964-05-14 | 1964-05-14 | Verfahren zur serienmässigen Bestimmung des Wasserstoffgehaltes von Metallproben |
| DEB0081410 | 1965-04-12 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1598043A1 DE1598043A1 (de) | 1970-04-09 |
| DE1598043B2 true DE1598043B2 (de) | 1972-11-09 |
| DE1598043C DE1598043C (de) | 1973-06-07 |
Family
ID=
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1598043A1 (de) | 1970-04-09 |
| NL6412773A (de) | 1965-11-15 |
| JPS494674B1 (de) | 1974-02-02 |
| CH412404A (de) | 1966-04-30 |
| NL140062B (nl) | 1973-10-15 |
| AT251920B (de) | 1967-01-25 |
| SE312016B (de) | 1969-06-30 |
| GB1068215A (en) | 1967-05-10 |
| BE663936A (de) | 1965-09-01 |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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