DE1284089B - Organisches Waermeisolationsmaterial - Google Patents

Organisches Waermeisolationsmaterial

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DE1284089B DE1959ST014653 DEST014653A DE1284089B DE 1284089 B DE1284089 B DE 1284089B DE 1959ST014653 DE1959ST014653 DE 1959ST014653 DE ST014653 A DEST014653 A DE ST014653A DE 1284089 B DE1284089 B DE 1284089B
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PHIL ALOIS DIPL CHEM DR
Dr Alois Stankiewicz GmbH
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Description

  • Bei einer Reihe von Werkstoffen, die zur Wärmeisolation verwendet werden, wird die niedrige Wärmeleitzahl dadurch erreicht, daß die Konvektion der Luft in der Isolationsschicht, d. h. die von der unterschiedlich erwärmten Luft erzeugte Temperaturströmung, unterbunden wird. Als solche Werkstoffe mit niedriger Wärmeleitzahl sind bisher mit Erfolg faserige Werkstoffe verwendet worden, die in Form von Bahnen, Platten oder Fliesen auf die zu isolierenden kalten oder warmen Flächen aufgeklebt wurden.
  • Diese faserigen Werkstoffe vermindern im wesentlichen die Bewegung der Luft, die durch das Temperaturgefälle in der Isolationsschicht entsteht, und vermindern dadurch den Wärmeausgleich in der Isolationsschicht. Sie halten also ein Temperaturgefälle aufrecht, durch das die Wärmeenergie nur sehr langsam nach außen fließen kann. Infolgessen kann man die Wärmeleitzahl von Faserstoffen so niedrig einstellen daß sie annähernd mit der geringen Wärmeleitzahl stehender Luft übereinstimmt.
  • Bekanntlich vermindern Schaumstoffe mit poriger Struktur in ähnlicher Weise wie Fasermatten die Konvektion der Luft, und man kann daher ebenfalls sehr niedrige Wärmeleitzahlen mit porigen Schaumstoffen erzielen. Schaumstoffe mit zelliger Struktur enthalten in den Zellen abgeschlossene Lufträume, die sich nicht miteinander vermischen können, weil die Zellwände dies verhindern. Da hierdurch die Konvektion völlig unterbunden ist, hat man mit zelligen Schaumstoffen, z. B. geschäumtem Polystyrol, bisher die niedrigsten Wärmeleitzahlen überhaupt erreicht. Da alle die genannten Werkstoffe in Form von Platten, Bahnen oder Fliesen auf die zu isolierenden Flächen aufgeklebt oder aufgelegt werden müssen, entsteht ein umständliches Verarbeitungsverfahren. Das Verarbeitungsverfahren wird besonders umständlich bei Rohren, Rohrkrümmern und zylindrischen Körpern, die in umständlicher Weise mit diesen Werkstoffen umwickelt oder belegt werden müssen.
  • Schließlich wurden auch Verfahren entwickelt, mit denen die Isolationswerkstoffe auf zu isolierende Flächen aufgespritzt werden können. Insbesondere wurden Asbestfasern in einem besonderen Spritzverfahren aufgetragen und auch Korkschrot, das mit einem Bindemittel sehr locker zusammengehalten wurde, wodurch Lufthohlräume entstanden, die die Vermischung der verschieden warmen Luftschichten in der Isolationsschicht vermeiden. Diese porigen Werkstoffe nehmen nach dem Trocknen im Laufe der Zeit wieder Feuchtigkeit auf, so daß sie ihre isolierende Wirkung zum Teil wieder einbüßen. Organische Naturstoffe sind außerdem nur bedingt fäulnisbeständig.
  • Auch Schaumstoffe wurden bereits aufgespritzt. Zu diesem Zweck werden zwei Mischungskomponenten, die bei ihrer Mischung den Schäumungsprozeß in Gang setzen, in getrennten Leitungen zur Spritzpistole geführt und beim Versprühen innig gemischt, so daß beim Verlassen der Pistole bzw. beim Auftreffen auf die mit Schaumstoff zu behandelnde Fläche die Aufschäumung beginnt. Bei diesem Verfahren benötigt man also teure Spezialgeräte und, damit die beiden Mischungskomponenten nicht durch unsachgemäße Behandlung verwechselt bzw. vorzeitig vermischt werden, Spezialarbeiter oder auch werksfremde Spezialspritzkolonnen.
  • Außer diesem Verarbeitungsverfahren hat man auch zur Verwertung von Abfällen Schaumstoff- partikeln mit Bindemitteln vermischt. Diese Mischungen dienten unter anderem auch dazu, Leckstellen in Booten abzudichten oder schwimmfähige Gegenstände herzustellen, z. B. Schwimmwesten u. a. Als Isoliermittel gegen Kälte und Wärme haben sie den Nachteil, daß ihre Luft und Wasserdampfdurchlässigbreit zu groß sind. Man hat zwar durch Verwendung kleinkörniger Schaumstoffpartikeln diese Nachteile zu beheben versucht, eine befriedigende Lösung dieses Problems aber erst durch Pressen erreicht.
  • Beim Pressen werden dann aber die Zwischenräume zwischen den Schaumstoffpartikeln so dicht mit Bindemitteln gefüllt, daß die Wärmeleitung solcher Körper fast nur noch von den Bindemitteln bestimmt wird, deren Wärmeleitvermögen aber wesentlich größer ist als das der Schaumstoffe. Andererseits entstehen hierdurch wieder Platten mit ihren bereits genannten Verarbeitungsschwierigkeiten.
  • Ertindungsgegenstand ist die Verwendung einer Masse, bestehend aus a) mindestens 50 Volumprozent der Gesamtmasse an Flocken oder Körnern von anorganischem, porigem Material und/oder von einem organischen, geschlossene Zellen enthaltenden Schaumstofferzeugnis oder einem schäumungsfähigen Kunststoff, der nach dem Auftragen durch Erwärmen ein geschlossene Zellen enthaltendes Schaumstofferzeugnis ergibt, sowie b) einem organischen synthetischen Bindemittel, das c) Glimmer, Vermiculit, Kreidepulver oder Talkum als Füllstoff enthält, als durch Spritzen oder Spachteln auftragbares Wärmeisolationsmaterial.
  • Die Erfindung bietet den Vorteil, daß auf Grund der vorgeschlagenen Verwendung nunmehr in einfacher Weise auch Rohre, Rohrkrümmer und andere zylindrische Körper isoliert werden können. Außerdem besteht der Vorteil der Beständigkeit gegen Fäulnis. Spezialspritzgeräte sind nicht erforderlich.
  • Außerdem bietet die Erfindung den Vorzug, daß die Wärmeisolationswirkung gegenüber den bekannten, Bindemittel enthaltenden Isoliermischungen nicht verschlechtert wird. Messungen haben nämlich ergeben, daß Mischungen von Körnern aus Polystyrolzellkörpern mit Bindemitteln eine Wärmeleitzahl von A = 0,055 kcal/m h OC erreichen. Diese Mischungen lassen sich jedoch nichl spritzen oder spachteln, da sich die leichten Schaumstoffperlen sehr schnell vom Bindemittel trennen. Mischungen von Wurmstein (Vermiculit) mit verschiedenen Bindemitteln haben Wärmeleitzahlen von R = 0,08 kcal/m h OC, die man also auch im vorliegenden Fall an sich hätte erwarten müssen. Überraschenderweise hat sich jedoch gezeigt, daß die Vermischung dieser beiden beschriebenen Mischungen ein Material ergibt, bei dem die gute Wärmeisolation der gebundenen Körner aus Polystyrolzellkörpern unverändert ist (R 0,055 kcal/m h OC), so daß also entgegen den Erwartungen die Eigenschaften des besseren Wärmeisolators nicht durch den schlechten Wärmeisolator beeinflußt werden.
  • Außerdem läßt sich dieses Material gut verarbeiten, z. B. durch Aufspritzen oder Spachteln.
  • Als Schaumstoff kann z. B. gekörntes, vorgeschäumtes Polystyrol oder es können körnige bzw. flockige Kunstschaumabfälle verwendet werden. Auch die Verwendung schaumähnlicher Naturstoffe ist möglich, z. B. Bimskörner oder Perlit.
  • Es ist auch möglich, an Stelle der geschäumten Stoffe ungeschäumte, aber schäumungsfähige Stoffe dem Bindemittel zuzusetzen, die nach dem Auftragen des Werkstoffes auf die zu isolierende Fläche zum Schäumen gebracht werden. Dies kann z. B. bei der Zugabe von Polystyrol, das ein Treibmittel enthält, durch nachträgliche Hitzeeinwirkung geschehen.
  • Mischungen der zuletzt geschilderten Art sind besonders zur Herstellung feuerhemmender Bauteile geeignet, da sie bei der Brandentstehung einen isolierenden Schaum auf dem Bauteil erzeugen, der die benötigte Temperaturdifferenz aufrechterhält, die zur Vermeidung der Entzündung im Nachbarraum notwendig ist.
  • Wichtige Voraussetzung für einen Isolierwerkstoff gegen Wärme ist vor allem, daß die niedrige Wärmeleitzahl auch bei hohen Temperaturen erhalten bleibt.
  • Diese selbstverständliche Forderung wird aber von der geschilderten Mischung erfüllt, denn wenn durch hohe Temperaturen die Schaumstoffe schmelzen, hinterlassen sie Hohlräume, die die Luft in getrennten Kammern abschließen und dadurch einen Temperaturausgleich durch Luftbewegung vermeiden.
  • Der spritz- oder spachtelfähige Werkstoff kann, da die Schaumstoffflocken mit gefüllten Bindemitteln vermischt sind, eine hohe innere Dämpfung und eine hohe dynamische Steife haben, so daß der Werkstoff gieichzeitig entdröhnend wirkt. Zur Erzielung statischer Steife werden erfindungsgemaß Bindemittel ohne Weichmacher verwendet. Ferner ist es möglich, die Bindemittel durch Zusatz geeigneter Stoffe, z. B.
  • Antimonoxyd, schwer entfiammbar zu machen oder durch Zusatz geeigneter Gifte pilzbeständig, termitenfest und schmiermittelfest einzustellen, so daß sie auch für den Einsatz in tropischen Gebieten geeignet sind.
  • Als Bindemittel können z. B. Kunststoffe, wie Polyvinyl acetat, Polyisobutylen, Polyacrylsäurederi- vate u. a., in dispergierter oder gelöster Form, aber auch Kautschuk verwendet werden.
  • Die als Füllstoffe verwendeten Materialien, nämlich Glimmer, Wurinstein (Vermiculit), Kreidepulver, Talkum, sind wärmedämmend und anorganisch, so daß die bei Verwendung von organischen Zusätzen auftretenden Nachteile vermieden sind.
  • Beispiele für die erfindungsgemäß zu verwendende Masse sind folgende: I. 10 kg Polyvinylchlorid, 5 kg expandierter Wurmstein (Vermiculit), 30 kg Wasser, 3 kg Weichmacher (Dibutylphthalat), 50 1 geschäumtes Polystyrol; II. 10 kg Polyvinylchlorid, 5 kg expandierter Wurmstein (Vermiculit), 30 kg Wasser, 3 kg Weichmacher (Dibutylphthalat), 1,5 kg ungeschäumtes Polystyrol.
  • Die einzelnen Bestandteile dieser Mischungen werden in einfacher Weise durch Rühren bei Zimmertemperatur vermengt.

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verwendung einer Masse, bestehend aus a) mindestens 50 Volumprozent der Gesamtmasse an Flocken oder Körnern von anorganischem, porigem Material und/oder von einem organischen, geschlossene Zellen enthaltenden Schaumstofferzeugnis oder einem schäumungsfähigen Kunststoff, der nach dem Auftragen durch Envärmen ein geschlossene Zellen enthaltendes Schaumstofferzeugnis ergibt, sowie b) einem organischen synthetischen Bindemittel, das c) Glimmer, Vermiculit, Kreidepulver oder Talkum als Füllstoff enthält, als durch Spritzen oder Spachteln auftragbares Wärmeisolationsmaterial.
DE1959ST014653 1959-01-12 1959-01-12 Organisches Waermeisolationsmaterial Pending DE1284089B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE112007003709B4 (de) * 2007-11-21 2013-08-22 Hyundai Engineering Plastics Co., Ltd. Expandierbare Polystyrolbeads mit plättchenförmigem Talk, welcher mit Harz beschichtet ist, und Verfahren zu deren Herstellung

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE112007003709B4 (de) * 2007-11-21 2013-08-22 Hyundai Engineering Plastics Co., Ltd. Expandierbare Polystyrolbeads mit plättchenförmigem Talk, welcher mit Harz beschichtet ist, und Verfahren zu deren Herstellung

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