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Abgeglichene elektromechanische Umschalteinrichtung für Hochfrequenzsignale
Die Erfindung bezieht sich auf eine abgeglichene elektromechanische Einrichtung
zum Umschalten eines gemeinsamen Hochfrequenzkanals zwischen einem ersten und einem
zweiten Hochfrequenzübertragungskanal mit einer ersten und einer zweiten, zum Verbinden
mit dem ersten bzw. zweiten Hochfrequenzübertragungskanal vorgesehenen Hochfrequenzübertragungsleitung,
die einen bestimmten Wellenwiderstand besitzt, einem Relais, das zwischen einem
ersten und einem zweiten Zustand umschaltbar ist und dessen Kontaktsätze, soweit
offen, eine hierzu parallele, kapazitive Reaktanz besitzen, und einer Last mit dem
gleichen Wellenwiderstand.
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Es ist allgemein bekannt, daß Schalteinrichtungen, die bei niedrigen
Signalfrequenzen zufriedenstellend arbeiten, oftmals völlig unwirksam werden, wenn
sie bei hohen Signalfrequenzen, z. B. im Bereich von 20 MHz, verwendet werden. In
diesem Bereich können Spulen, die sonst Induktivitäten darstellen, zu Kapazitäten
werden. Offene Kontakte werden kapazitive Reaktanzen. Es entstehen Energieverluste
infolge der Zusammenschaltung von Einrichtungen, welche für optimale Energieübertragung
nicht die richtigen Impedanzen aufweisen. Schließlich entsteht eine Kreuzkopplung
infolge der induktiven und kapazitiven Wirkungen zwischen benachbarten Drähten und
Einrichtungen.
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Zum Betrieb unter diesen Bedingungen sind zahlreiche Verfahren entwickelt
worden. Allgemein werden symmetrische Leitungen, koaxiale Kabel und spezielle Verbindungseinrichtungen
und Verdrahtungen angewendet, um die störenden Effekte bei hochfrequentem Betrieb
zu reduzieren. Oftmals werden Kompensationselemente oder Impedanzübertrager angewandt.
Diese Methoden bedingen die Verwendung teurer und kritischer Bauteile, deren Platzbedarf
höher ist als der der einfachen niederfrequenten Bauteile, welche für die praktisch
gleichen Funktionen benutzt werden.
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Ein typisches Übertragungssystem, bei dem die Probleme des hochfrequenten
Betriebs auftreten, umfaßt eine Vielzahl regulärer Übertragungskanäle, welche die
Nachrichtensignale zwischen entfernten Punkten führen. Für den Fall, daß einer dieser
regulären Kanäle ausfällt, wird das übertragene Signal außerdem einem Reserve-Sicherheitskanal
zugeführt. Nach einem Ausfall wird der Empfänger auf den Sicherheitskanal umgeschaltet.
Ein System dieser Art erfordert angepaßte Impedanzen, um wirksam zu arbeiten. Es
erfordert ferner zahlreiche Schaltkontakte oder -kreise, um das Umschalten eines
Empfängers zwischen verschiedenen ankommenden Kanälen zu erlauben. Wenn dies durch
Verwendung herkömmlicher hochfrequenter Schalter mit koaxialer Kopplung und Impedanzanpaß-Übertragern
geschieht, ist der erforderliche Raum- und Kostenbedarf beträchtlich.
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Drahtfederrelais sind zwar in der Lage, die erforderlichen Schaltfunktionen
bei niedrigen Signalfrequenzen durchzuführen, es bilden aber bei den hier in Rede
stehenden hohen Signalfrequenzen ihre Federn und Kontakte unzulässige Impedanzsprünge
im System. Andererseits machen die leichte Erhältlichkeit, der vernünftige Preis
und die erwünschten Vielfachkontakte die Verwendung derartiger Relais als Bauteile
einer hochfrequenten Umschaltungseinrichtung höchst wünschenswert.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine elektromechanische, also
mit Relais ausgestattete Umschalteinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen,
die bei Schaltoperationen für Hochfrequenzsignale wirksam und zuverlässig arbeitet.
Insbesondere soll hierbei Vorsorge dafür getroffen werden, daß eine Empfangsstelle
bei minimaler Störung der empfangenen Signale von einem aktiven Kanal auf einen
anderen umgeschaltet werden kann, die beide hochfrequente Signale führen.
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Erfindungsgemäß ist die Lösung dieser Aufgabe gekennzeichnet durch
einen ersten Verbindungsweg von der ersten Hochfrequenzübertragungsleitung zu einem
ersten und zweiten Kontaktsatz des Relais, einen zweiten Verbindungsweg von der
zweiten Hochfrequenzübertragungsleitung
zu einem dritten und vierten
Kontaktsatz des Relais, einen dritten Verbindungsweg zum Herstellen einer Reihenschaltung
des gemeinsamen Hochfrequenzkanals mit dem ersten Verbindungsweg über den zweiten
Kontaktsatz und einer Reihenschaltung des gemeinsamen Hochfrequenzkanals mit dem
zweiten Verbindungsweg über den dritten Kontaktsatz, einen vierten Verbindungsweg
zum Herstellen einer Reihenschaltung der Last mit dem ersten Verbindungsweg über
den ersten Kontaktsatz und einer Reihenschaltung der Last mit dem zweiten Verbindungsweg
über den vierten Kontaktsatz und in den ersten bis vierten Verbindungswegen vorgesehene
kurze Hochfrequenzübertragungsleitungen, die einen größeren Wellenwiderstand als
der der Hochfrequenzübertragungsleitung besitzen, derart, daß die bei offenen Kontakten
vorhandene kapazitive Reaktanz mit der zugeordneten Hochfrequenzübertragungsleitung
ein Tiefpaßfilter zwischen gemeinsamem Hochfrequenzübertragungskanal und einem der
ersten und zweiten Hochfrequenzkanäle bilden.
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Mit anderen Worten sind also elektromechanische Relais vorgesehen,
ferner eine neuartige Übertragungsleitungsführung zwischen den Leitungspunkten und
schließlich eine Steuerschaltung, um die Umschalteinrichtung in die Lage zu versetzen,
einen Empfänger bei minimaler Störung des empfangenen Signals von einem Kanal auf
einen anderen umzuschalten. Die Schaltkontakte des elektromechanischen Relais werden
durch Neutralisierungskondensatoren überbrückt, um das Übersprechen zwischen den
Kanälen zu vermindern, das infolge der kapazitiven Wirkung derartiger Kontakte entsteht.
Ausgewählte Leitungswege über verschiedene Umschaltkontakte und zwischen den Kanälen
und der Signalquelle werden mit kurzen Übertragungsleitungsstücken ausgeführt, die
einen Wellenwiderstand aufweisen, der durch den Leitungsweg und den Wellenwiderstand
der miteinander verbundenen Kanäle bestimmt ist. Es werden zwei unabhängige Relais
verwendet, um die Trennung zwischen in Tätigkeit befindlichen Übertragungskanälen
zu verbessern, wobei eine Transistorsteuerschaltung ein aufeinanderfolgendes Umschalten
ergibt, um die Stetigkeit der Übertragung sicherzustellen und Ausgleichsvorgänge
oder »Stöße« in den Kanälen zu vermeiden.
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Im folgenden ist die Erfindung an Hand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels beschrieben; es zeigt F i g.1 das Schema der Leitungsführung
des Ausführungsbeispiels, F i g. 2 das Schaltschema des transistorisierten Steuerkreises
des Ausführungsbeispiels für die Schaltfolge, F i g. 3 eine herkömmliche Darstellung
der im Ausführungsbeispiel verwendeten Relaisart und F i g. 4 das Schema einer typischen
Übertragungsleitung, die mit einer Belastungsimpedanz abgeschlossen ist.
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In der Zeichnung sind die Ruhekontakte in den jeweiligen Leitern durch
einen Strich senkrecht zum Leiter dargestellt, und die Arbeitskontakte durch ein
x. Jedem Kontakt ist eine Bezeichnung beigegeben, die aus der Bezeichnung des zugeordneten
Relais, gefolgt von einer Kontaktnummer, besteht. Die Anordnung aller Kontakte in
bezug auf ein allgemeines Relais »K« ist im einzelnen in F i g. 3 dargestellt. Sämtliche
hier verwendeten Umschaltkontakte sind unterbrechungsfreie Kontakte, die zuerst
schließen und dann öffnen. Diese Anordnung gewährleistet das Schließen eines neuen
Leitungswegs, bevor ein alter Leitungsweg getrennt wird. Die Schleifen, welche in
F i g. 1 die verschiedenen Leiterpaare umgeben, sollen die Tatsache andeuten, daß
diese Leiterpaare eine Übertragungsleitung mit einem bestimmten Wellenwiderstand
bilden.
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Die von der dargestellten Schalteinrichtung durchzuführende Operation
ist das Umschalten einer Trägerendstelle oder einer Empfangsstelle von einem regulären
Übertragungskanal auf einen Sicherheitskanal, oder umgekehrt. Der reguläre Übertragungskanal
11 ist normalerweise mit der Trägerendstelle 12
verbunden (F i g. 1).
Für den Fall, daß die auf dem regulärem Übertragungskanal 11 ankommenden
Signale unter einen vorbestimmten Normalwert fallen, wird der Sicherheitskanal 13
mit der Trägerendstelle 12 verbunden und der reguläre Übertragungskanal
11
abgetrennt.
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Alle Kontakte in F i g. 1 können bei der verwendeten Signalfrequenz
als Kondensatoren wirkend aufgefaßt werden. Die Erfahrung zeigt, daß die Kapazität
dieser Kontakte bei Relais der gleichen Art sämtlich etwa gleich ist. Man sieht,
daß die Kontakte K1-8, K3-5, K1-6 und K3-7 in einer Brücke liegen;
die Kapazitäten der Kontakte K3-5 und K3-7 wirken daher als Neutralisierungskondensatoren,
wodurch das Übersprechen zwischen regulärem Kanal 11 und Sicherheitskanal
13 vermindert wird, wenn der Sicherheitskanal 13 Signale zur Trägerendstelle
12 liefert. Eine ähnliche Neutralisierungsbrücke ist durch die gewählte Verbindung
der Kontakte K1-4, K3-3, K1-2 und K3-1 gebildet. Für den Erhalt der richtigen Kapazitätswerte
werden einfach die offenen Kontakte eines dem arbeitenden Relais K1 gleichenden
Relais K3 benutzt, dessen Wicklung aber nicht mit der Schaltung verbunden ist, also
die Kontaktstellung dauernd unverändert bleibt.
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In der dargestellten Schalteinrichtung werden vier getrennte Leitungswege
benutzt. In jedem dieser Leitungswege trägt eine Vielzahl offener Kontakte zu der
gesamten Kapazitiven Reaktanz für die hochfrequenten Signale bei. Die beteiligten
Kontakte sind: I. Der Leitungsweg vom regulären Übertragungskanal 11 zur Trägerendstelle
12. Die Kontakte K3-5, K3-7 sowie K1-7, K1-5 und K1-1, ferner K1-3.
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II. Der Leitungsweg vom regulären Übertragungskanal 11 zur Ersatzbelastung
14. Die Kontakte K1-6, K1-8 sowie K3-5, K3-7 und K3-1, K3-3 sowie K1-2, K1-4.
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III. Der Leitungsweg vom Sicherheitskanal 13 zur Trägerendstelle
12. Die Kontakte K2-6, K2-8, sowie K2-2, K2-4 und K3-1, K3-3, ferner K1-2, K1-4
und K3-5, K3-7 und schließlich K1-8, K1-6.
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IV. Der Leitungsweg vom Sicherheitskanal 13 zum nächsten Schalter.
Die Kontakte K2-5, K2-7 sowie K1-1 und K2-3.
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Offensichtlich ist jeder dieser Leitungswege vorherrschend kapazitiv
bei hohen Frequenzen.
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Um eine wirksame Schalteinrichtung zu erhalten, ist eine Rückflußdämpfung
von nicht weniger als 40 db erforderlich, und zwar ohne Rücksicht darauf, welcher
der obigen Leitungswege bei einem bestimmten
Schaltzustand wirksam
ist. Ferner sei als Beispiel angenommen, daß ein symmetrisches 124-Ohm-Kabel für
den Eingang und Ausgang der Schalteinrichtung verwendet wird. Diese festgelegte
Forderung für die Rückflußdämpfung liefert eine Angabe für die maximal zulässige
Impedanzabweichung zwischen den angenommenen 124 Ohm und der Impedanz der Schalteinrichtung
wobei p den Reflektions-Koeffizient darstellt. Infolgedessen ist der gewünschte
Reflektions-Koeffizient für eine Rückflußdämpfung von 40 db gleich 0,01.
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Es ist bekannt, daß
wobei RL der Belastungswiderstand und Rc der Wellenwiderstand der Übertragungsleitung
ist. Für den Fall, daß RL ungefähr gleich Re ist, reduziert sich die Gleichung (2)
zu
Die Lösung dieser Gleichung ergibt, daß die Impedanzabweichung 4 R gleich 2,48 Ohm
ist.
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Es ist bekannt, daß Rc etwa gleich für verlustarme Übertragungsleitungen
ist, wobei
L und C die Reiheninduktivität und die Parallelkapazität je Längeneinheit der Leitung
sind. Die durch die offenen Kontakte eines einfachen elektromechanischen Relais
hervorgerufenen Kapazitätsunstetigkeiten, wie sie oben beschrieben wurden, erzeugen
eine Impedanzabweichung, die den zulässigen Wert von 2,48 Ohm weit überschreitet.
Da das L-C-Verhältnis am Schalter durch die vergrößerte Kapazität verschlechtert
wird, ergibt die Hinzufügung einer geeigneten Reiheninduktivität einen Ausgleich.
Das Hintereinanderschalten von kapazitiven Unstetigkeiten und kompensierenden Induktivitäten
ergibt eine Tiefpaßfilteranordnung. Diese Anordnung kann an die Belastungsimpedanz
von 124 Ohm durch richtige Wahl des Wertes der Induktivitäten angepaßt werden. Das
hier beschriebene Verfahren ist wirksam, wenn die Grenzfrequenz der Tiefpaßfilteranordnung
höher als die höchste übertragene Frequenz ist. Im allgemeinen ist diese Grenzfrequenz
viel höher als 10 MHz.
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Die Verwendung von kurzen Übertragungsleitungen zur Erzielung des
erforderlichen Ausgleichs wird durch eine Untersuchung der Eingangsimpedanz-Verhältnisse
einer verlustlosen Leitung, wie sie z. B. in F i g. 4 dargestellt ist, verständlich.
Die Eingangsimpedanz einer derartigen Leitung kann dargestellt werden durch
wobei ß die Phasenkonstante der Leitung und S die Länge der Leitung ist. Zur Vereinfachung
sei angenommen, daß RL gleich KRc ist. Wenn man beachtet, daß für kleine
Leitungslängen tanßS etwa gleich ßS ist, wird die Gleichung (4) reduziert zu
Da j Kfl S klein ist, kann von der Beziehung
ungefähr gleich 1 - j Kfl S Gebrauch gemacht werden, und der Ausdruck
weiter vereinfacht werden, so daß man erhält ZEin = Rc [K -f-
j ß S (l - K2)] (6) oder ZEin = RL _i" .7 ß
S Rc (1 - KI). (7)
Aus Gleichung
(7) ergibt sich, daß durch Wahl K kleiner als 1 die Bindkomponente der Eingangsimpedanz
induktiv ist, während die relle Komponente RL bleibt.
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Mit anderen Worten, ein kurzes Übertragungsleitungsstück mit einem
Wellenwiderstand, der größer als die Belastungsimpedanz ist, liefert in wirksamer
Weise das Mittel zum induktiven Ausgleich, dessen Ausmaß durch die Länge der Leitung
bestimmt ist. Jeder Leitungsweg kann daher an den Eingang und den Ausgang der Schalteinrichtung
angepaßt werden, indem kurze Übertragungsleitungsstücke verwendet werden, deren
Wellenwiderstand größer als derjenige des Eingangs oder des Ausgangs ist, und deren
Länge durch die induktive Wirkung bestimmt ist, die für den Leitungsweg erforderlich
ist.
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Wenn aus Gründen der Relaisgeometrie und/oder infolge eines niedrigen
Wertes der Belastungsimpedanz das Relais induktiv erscheint, kann im wesentlichen
dasselbe Verfahren wie es oben beschrieben wurde, angewendet werden, um die übermäßige
Induktivität zu kompensieren. In diesem Fall haben die kurzen Übertragungsleitungen
Wellenwiderstände, die kleiner als die Belastungsimpedanz ist, so daß ein kapazitiver
Ausgleich der Leitung entsteht.
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Als weitere Verbesserung liefert die als Beispiel dargestellte hochfrequente
Schalteinrichtung ein Mittel, um Schaltungsausgleichsvorgänge oder »Stöße« zu verringern.
Durch richtiges Aufeinanderfolgen der Betätigung der Kontakte der Relais KI und
K2 ist es möglich, die Trägerendstelle 12 von dem regulären Kanal
11 mit einem Minimum an Ausgleichsvorgängen zum Sicherheitskanal 13 umzuschalten.
Diese Aufeinanderfolge wird durch die in F i g. 2 dargestellt Schaltung gesteuert.
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Die Steuerumschaltung besteht aus zwei Transistoren Q1 und Q2, den
Wicklungen der Relais KI und K2, einer typischen Schalterbetätigung S1 und den zwischengeschalteten
Elementen und Leitungen. Die Schalterbetätigung S1 ist lediglich eine symbolische
Darstellung. In der Praxis kann sie ein automatischer Schalter sein, der unter vorbestimmten
Bedingungen betätigt werden kann, um bestimmte Spannungen an die Steuerschaltung
anzulegen.
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Unter normalen Bedingungen ist der reguläre Obertragungskanal
11 mit der Trägerendstelle 12 verbunden, und die Relais KI und K2
befinden sich im nichtbetätigten Zustand. Zu dieser Zeit ist der Anker der Schalterbetätigung
S1 entweder mit der Erde oder mit einer etwas positiven Spannung verbunden, die
als (-[-)
dargestellt ist. Diese Spannung hält den Transistor Q2
im nichtleitenden Zustand, so daß der Transistor Q 1 wegen der über die Widerstände
R 14 und R 15 zugeführten Spannung ebenfalls nichtleitend ist. Wenn der Transistor
Q 1 nichtleitend ist, ist der Betätigungsweg des Relais KI offen. Das Relais
K2 benutzt jedoch einen Erregungskreis, der aus einem negativen Potential, seiner
Wicklung, den normalerweise geschlossenen Kontakten K2-10 und K2-11, den Widerständen
R3 und R15 und einem positiven Potential besteht. Die Werte der Widerstände R3 und
R15 sind so gewählt, daß sie den Strom so weit begrenzen, daß die Betätigung des
Relais K2 zu dieser Zeit verhindert wird.
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Die Umschaltung der Trägerendstelle 12 vom regulären Übertragungskanal
11 zum Sicherheitskanal 13
wird eingeleitet, indem der Antrag der Schalterbetätigung
S1 mit einem ausreichend hohen positiven Potential verbunden wird, das als (++)
dargestellt ist, um den Transistor Q 2 in Flußrichtung vorzuspannen und ihn in die
Sättigung zu bringen. Wenn der Transistor Q2 gesättigt ist, ist sein Kollektorpotential
im wesentlichen das Potential des Emitters, nämlich die Erde. Diese Erde setzt das
Potential an der Basis des Transistors Q 1 über den Spannungsteiler herab, der aus
den Widerständen R14 und R13 besteht. Das Emitter-Basis-Potential am Transistor
Q 1 begünstigt nunmehr eine gute Leitung, so daß diese eintritt. Die Leitung des
Transistors Q 1 liefert niederohmige Erregungszustände für die Relais K1 und K2.
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Das erste betätigte Relais ist das Relais K2. Dies ergibt sich aus
der Tatsache, daß es zuerst Strom führt, wie vorher beschrieben wurde. Sein Betätigungskreis
besteht aus einem negativen Potential, seiner Wicklung, den normalerweise geschlossenen
Kontakten K2-10, der Diode CR 1, dem Kollektor und dem Emitter des Transistors
Q 1, dem Widerstand R 15 und einem positiven Potential. Wenn
das Relais K2 betätigt ist, öffnet es die Kontakte K2-10 und begrenzt seinen Haltestrom
durch die Einschaltung des Widerstands R4. Durch Betätigung des Relais K2 wird ferner
der Widerstand R 6 aus dem Erregungskreis des Relais K1 entfernt, indem die Parallelkontakte
K2-9 geschlossen werden. Wenn der Widerstand R6 effektiv kurzgeschlossen ist, wird
das Relais K1 schnell in dem Kreis erregt, der aus einem negativen Potential, seiner
Wicklung, den geschlossenen Kontakten K1-10 und K2-9, der Diode CR2, der Kollektor-
und der Emitterelektrode des Transistors Q 1, dem Widerstand
R 15 und einem positiven Potential besteht. Durch Betätigung des Relais K1
wird der Strombegrenzungswiderstand 5 in seinen Erregungsweg gelegt, indem die Kontakte
Kl-10 geöffnet werden, ferner wird ein Haltekreis für das Relais K2 an den Kontakten
K1-9 geschaffen, indem die Diode CR1 und der Transistor Q1 überbrückt werden.
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Unter Hinweis auf die F i g. 1 soll die Wirkung der aufeinanderfolgenden
Betätigung der Relais K2 und K1 klargelegt werden. Zuerst wird der reguläre Übertragungskanal
11 mit der Trägerendstelle 12 über das Leitungspaar 15, die normalerweise geschlossenen
Kontakte K1-8 und K1-6 und über das Leitungspaar 16 verbunden. Nach Betätigung des
Relais K2 wird der Sicherheitskanal 13 mit einer Belastung 14, über die Leitungspaare
24. 25 und 23, die Kontakte K2-5, K2-7 und die Kontakte K1-2 und K1-4 verbunden.
Die Belastung 14 ist so gewählt, daß sie gleich dem Wellenwiderstand der Eingangs-
und Ausgangs-Übertragungsleitung ist. Gleichzeitig wird der Sicherheitskanal 13
durch die Kontakte K2-4 und K2-2 vom Leitungspaar 28 getrennt, das
zum nächsten Schalter führt. Danach verbinden bei Betätigung des Relais K1- die
Kontakte K1-1 und K1-3 den Sicherheitskanal 13 über die Leitungspaare 22 und 16
mit der Trägerendstelle 12. Gleichzeitig verbinden die Kontakte K1-7 und
K1-5 den regulären Übertragungskanal 11 mit der Belastung 14. Da Kontakte
ohne Unterbrechung verwendet werden, öffnen sich die Kontakte K1-8 und K1-6 nicht,
bevor die Kontakte K1-7 und K1-5 geschlossen sind, während sich die Kontakte
K1-2 und K1-4 nicht öffnen, bis die Kontakte K1-1 und K1-3 geschlossen sind. Somit
werden während des Schaltens Ausgleichsvorgänge auf einem Minimum gehalten. Es sei
bemerkt, daß Vorkehrungen für die Verbindung mit einem »nächsten Schaltern getroffen
sind. Diese Vorkehrungen lassen die Verwendung zusätzlicher regulärer Kanäle zu,
welche von demselben Sicherheitskanal bedient werden. Die hierfür notwendigen zusätzlichen
Schaltungen gleichen im wesentlichen den in F i g. 1 dargestellten.
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Das Entfernen des Sicherheitskanals 13 von der Trägerendstelle 12
und das Wiederanschalten des regulären Übertragungskanals 11 wird feingeleitet,
indem der Anker der Schalterbetätigung S1 mit dem kleineren positiven Potential
(+) verbunden wird. Hierdurch wird die Vorspannung in Flußrichtung am Transistor
Q2 entfernt, und bewirkt, daß dieser Transistor aufhört zu leiten. Wenn der Transistor
Q2 aufgehört hat zu leiten, erscheint die Erde nicht mehr an seinem Kollektor, so
daß die Vorspannung in Flußrichtung am Transistor Q 1 entfernt wird und dieser ebenfalls
nichtleitend wird. Die entstehende Abnahme des Stroms in den Wicklungen der Relais
K1 und K2 ergibt eine Spannung in Sperrichtung, welche die Diode CR3 überbrückt,
um den Transistor Q1 zu schützen. Das Relais K1 verliert als erstes seine Erregung,
weil sein Halteweg den Kollektor und den Emitter des Transistors Q 1 enthält, während
das Relais K2 so lange betätigt bleibt, wie das Relais K1 betätigt ist, und zwar
infolge des Zustands der Kontakte K1-9. Die Freigabe des Relais K1 bewirkt das Öffnen
der Kontakte K1-9, so daß das Relais K2 freigegeben wird. Die Schaltung nimmt damit
ihren Anfangszustand wieder an.
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Die Rückführung der Steuerschaltung in. ihren Anfangszustand wird
durch eine Rückkehr der Trägerendstelle 12 zum regulären Übertragungskanal
11 begleitet, und zwar in einer Weise, die die Umkehr der vorher beschriebenen
Arbeitsfolge darstellt.
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Die Schalterzustandsanzeige S2 ist vorgesehen, um den Zustand des
Übertragungswegs anzuzeigen. Sie ist lediglich ein Spannungsteiler mit einem zur
Erde überbrückten Abschnitt, wenn der reguläre Kanal mit der Trägerendstelle verbunden
ist. Wenn das Relais K1 freigegeben ist, bewirken die Kontakte K1-11, daß ein geerdeter
Zustand über den Widerstand 18 an den Leiter 30 angelegt wird. Wenn das Relais K1
betätigt wird, wird an den Leiter 30 ein positives Potential angelegt. Die Schalterzustandsanzeige
S2 überträgt diese Information in irgendeiner gewünschten brauchbaren Form.