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Technisches Gebiet
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zum Beaufschlagen eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters mit Druck, bevorzugt zum Beaufschlagen eines mit einem Getränk befüllten Behälters in einer Getränkeabfüllanlage, insbesondere eines in einer Getränkeabfüllanlage heiß abgefüllten Getränks.
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Stand der Technik
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Es ist bekannt, Getränke in Getränkeabfüllanlagen heiß in den zu befüllenden Behälter einzufüllen, um mittels dieser Heißabfüllung eine Hygienisierung beziehungsweise Sterilisierung sowohl des Füllproduktes selbst als auch des zu befüllenden Behälters zu erreichen. Hierbei ist es vorteilhaft, auch den Verschluss, welcher nach dem Befüllen des Behälters auf diesen aufgebracht wird, mittels des heißen Füllproduktes zu sterilisieren. Um dies zu erreichen, wird der Verschluss sofort nach dem Befüllen auf den Behälter aufgeschraubt und dann durch Schwenken oder Umstülpen des Behälters auch die Verschlussinnenseite mit dem heißen Füllprodukt beaufschlagt.
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Beim nachfolgenden Abkühlvorgang nimmt der Druck des sich im Kopfraumvolumen des Behälters befindlichen Gases ab, so dass auch der Gesamtdruck in dem dann abgekühlten Behälter absinkt. Diese Druckreduktion kann zu unerwünschten und unkontrollierbaren Verformungen des Behälters führen. Um dem entgegen zu wirken ist es bekannt, entsprechende Verformungsflächen in die Behälter einzubringen, beispielsweise so genannte Paneele, an welchen die entsprechende Deformation dann kontrolliert stattfindet.
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In einer Alternative ist es bekannt, in das Kopfraumvolumen vor dem Verschließen mit dem jeweiligen Verschluss eine kleine Menge an flüssigem Stickstoff oder einem anderen flüssigen Gas einzubringen, welches dann nach dem dichtenden Verschließen mit dem Behälterverschluss durch Verdampfen einen leichten Überdruck im Behälter bereitstellt, welcher bevorzugt auch nach dem Abkühlen des Behälters vorliegt.
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Weiterhin ist es bekannt, ein unter Druck stehendes Gas, welches in einem Behälterverschluss aufgenommen ist, durch mechanische Betätigung des Behälterverschlusses in den Behälter einzuleiten. Die
EP 1 270 435 A2 zeigt einen solchen Verschluss.
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Aus der
EP 0 895 938 B1 ist ein Verschluss bekannt, der eine Austrittsöffnung für ein Gas aufweist, welche mittels eines sich bei Kontakt mit dem Füllprodukt auflösendem Material abgedichtet ist, derart, dass das in der Kavität aufgenommene Gas in das Innere des Behälters gelangt.
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Darstellung der Erfindung
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Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zum Beaufschlagen eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters mit Druck anzugeben, mittels welchem der Abfüllvorgang weiter verbessert werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Beaufschlagen eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters mit Druck mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Entsprechend wird eine Vorrichtung zum Beaufschlagen eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters mit Druck vorgeschlagen, umfassend eine Kavität, welche mit dem Innenvolumen des Behälters über eine Austrittsöffnung in Kommunikation bringbar ist, wobei die Austrittsöffnung mit einem Abdichtmittel abgedichtet ist und in der Kavität ein unter Druck stehendes Medium aufgenommen ist. Erfindungsgemäß weist das Abdichtmittel ein laserabsorbierendes Material auf und besteht bevorzugt daraus.
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Dadurch, dass das die Austrittsöffnung abdichtende Abdichtmittel ein laserabsorbierendes Material aufweist, ist es möglich, die Austrittsöffnung durch Beaufschlagen mit Laserlicht zu öffnen. Dies kann beispielsweise in einer Getränkeabfüllanlage in einem Verfahrensschritt unmittelbar nach dem abdichtenden Aufbringen des Verschlusses durchgeführt werden, um unmittelbar nach dem Aufbringen des Verschlusses und entsprechend dem dichten Verschließen des Behälters ein Beaufschlagen des Behältervolumens mit dem Druck zu erreichen. Das in der Kavität aufgenommene und unter Druck stehende Medium kann damit nach Öffnen der Austrittsöffnung durch das Bestrahlen des Abdichtmittels mit einem entsprechenden Laser in das Innenvolumen des Behälters eingeleitet werden.
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Auf diese Weise kann weiterhin ein sicheres Befüllen, Verschließen und Sterilisieren des Behälters bei der Heißabfüllung auf die bekannte Art erreicht werden, wobei aber die nachteiligen Deformationseffekte durch das Abkühlen des Gases im Innenvolumen des Behälters durch das Beaufschlagen des Innenvolumens mit dem zusätzlichen Druck aus der Kavität überwunden werden können. Damit kann unter anderem auf aufwändige Behälterformen mit eingeformten Paneelen verzichtet werden.
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Auch beim kaltaseptischen Abfüllen von Füllprodukten, insbesondere von nichtkarbonisierten Füllprodukten, kann so mit beliebigen Behälterformen und bevorzugt auch mit Behältern, welche reduzierte Wanddicken aufweisen und entsprechend kostengünstiger herzustellen sind, gearbeitet werden, da die strukturelle Integrität durch den aufgebrachten zusätzlichen Innendruck bereit gestellt wird.
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Bevorzugt ist die Kavität in einem die Austrittsöffnung aufweisenden Gehäuse vorgesehen, wobei das Gehäuse ein nicht laserabsorbierendes Material aufweist und bevorzugt daraus besteht. Hierdurch wird ermöglicht, dass bei Bestrahlung der Vorrichtung mit energetischem Laserlicht, mittels welchem das Abdichtmittel beispielsweise zum Schmelzen gebracht werden soll um die Austrittsöffnung zu öffnen, die restlichen Bereiche der Vorrichtung nicht weiter beeinträchtigt werden. Entsprechend kann beispielsweise die Integrität eines Behälterverschlusses komplett aufrechterhalten bleiben, während dennoch die Austrittsöffnung durch Aufschmelzen oder zumindest Erweichen des Abdichtmittels mittels der Laserbestrahlung geöffnet wird.
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Das laserabsorbierende Material des Abdichtmittels ist bevorzugt ein Kunststoffmaterial, welches beispielsweise durch Einarbeiten von bestimmten Partikeln oder Pigmenten für Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge absorbierend ausgestaltet wird. Entsprechend kann das Abdichtmittel durch eine entsprechende Auswahl der jeweiligen Partikel beziehungsweise Pigmente so absorbierend eingestellt werden, dass es nur auf einen bestimmten Wellenlängenbereich reagiert. Damit kann ein selektives Aufschmelzen oder Erweichen des Abdichtmittels auf einfache Art und Weise erreicht werden. Dabei ist besonders bevorzugt, das übrige Material, welches die Austrittsöffnung umgibt, sowie die Kavität einschließt, aus einem anderen Material herzustellen, bevorzugt aus einem nicht-laserabsorbierenden Material. Dabei kann als Abdichtmittel auch das gleiche Kunststoffmaterial, bevorzugt ein thermoplastisches Kunststoffmaterial, verwendet werden, wie für die übrigen Bereiche, wobei der Bereich des Abdichtmittels dann mit den entsprechenden Pigmenten oder Partikeln versehen ist. Im Bereich des Abdichtmittels kann auch eine laserabsorbierende Beschichtung beispielsweise mit einem laserabsorbierenden Lack vorgenommen sein, um die Absorption des Laserlichts zu ermöglichen.
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In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Kavität in einem Behälterverschluss zum Verschließen des Behälters aufgenommen und bildet besonders bevorzugt den Behälterverschluss mit aus. Hierdurch lässt sich ein besonders effizientes Vorgehen beim Befüllen erreichen, da zunächst der Behälter in bekannter Weise befüllt wird, dann ein Behälterverschluss in ebenfalls bekannter Weise aufgebracht wird und erst dann ein zusätzlicher Verfahrensschritt, nämlich der Verfahrensschritt des Beaufschlagens des Behälterverschlusses mit Laserlicht zum Öffnen und insbesondere Aufschmelzen des Abdichtmittels notwendig ist. Durch diese Ausgestaltung wird es weiterhin möglich, das Handling des Behälterverschlusses in der üblichen Weise zu gestalten. Beispielsweise kann ein solcher Behälterverschluss vor dem Aufbringen auf den Behälter sterilisiert werden, indem er ein Desinfektionsmittelbad durchläuft. Dann wird er mittels eines bekannten Verschließorgans auf den Behälter aufgebracht und erst danach mit dem Laserlicht beaufschlagt. Es müssen also keine besonderen maschinellen Vorkehrungen zum Aufbringen des Behälterverschlusses bereitgestellt werden.
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Das in der Kavität unter Druck stehende Medium ist bevorzugt ein flüssiges oder gasförmiges Gas, welches produktneutral und/oder materialneutral bezüglich des die Kavität ausbildenden Materials und insbesondere des Materials des Abdichtmittels ist. Insbesondere kann in der Kavität ein Inertgas oder Stickstoff aufgenommen sein, in flüssigem oder in gasförmigem Zustand, so dass eine Wechselwirkung mit einem in dem Behälter aufgenommenen Getränk nach Freisetzen des entsprechenden Mediums beziehungsweise des entsprechenden Gases nicht stattfindet. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn das in dem Behälter aufgenommene Füllprodukt durch Reaktion mit einem bestimmten Gas, beispielsweise Sauerstoff, reagieren würde und entsprechend die Produkteigenschaften verändert werden würden.
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Das laserabsorbierende Material des Abdichtmittels ist besonders bevorzugt ein Kunststoffmaterial, welches Pigmente beziehungsweise Partikel aufweist, welche die Absorptionsfähigkeit für eine bestimmte Laserwellenlänge erhöht.
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Besonders bevorzugt weist das Abdichtmittel ein laserabsorbierendes Material derart auf, dass es durch Aufbringen von Laserenergie zwar aufschmelzbar, nicht aber verdampfbar ist. Damit kann erreicht werden, dass die Austrittsöffnung zwar geöffnet werden kann, gleichzeitig aber das Abdichtmittel im Behälterverschluss verbleibt. Eine Kontaminierung des Behälterinhalts mit dem Abdichtmittel kann so vermieden werden.
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In einem weiteren besonderen Ausführungsbeispiel ist die Kavität in den zu befüllenden Behälter integriert. Entsprechend wird hier die Kavität nicht im Bereich eines Behälterverschlusses, also eines Behälterdeckels, angeordnet, sondern ist am Behälter vorgesehen, derart, dass die Austrittsöffnung mit dem Innenvolumen des Behälters in Kommunikation bringbar ist. Eine solche Kavität kann beispielsweise im Bodenbereich des zu befüllenden Behälters vorgesehen sein, derart, dass nach dem Befüllen des Behälters mit dem jeweiligen Füllprodukt und dem nachfolgenden Verschließen des Behälters mit dem Behälterverschluss ein Einleiten des unter Druck stehenden Mediums beziehungsweise ein Beaufschlagen des Innenvolumens des Behälters dadurch erreicht werden kann, dass ein Laserstrahl von unten, oben oder seitlich auf das Abdichtmittel Laserenergie aufbringt, um das Abdichtmittel so weit aufzuschmelzen, dass entsprechend das unter Druck stehende Medium über die Austrittsöffnung in das Behälterinnenvolumen eintreten kann.
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Die oben genannte Aufgabe wird auch durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst.
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Entsprechend wird ein Verfahren zum Beaufschlagen eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters mit Druck vorgeschlagen, umfassend das in Kommunikation bringen einer Kavität mit dem Innenvolumen des Behälters über eine Austrittsöffnung, wobei die Austrittsöffnung zunächst mit einem Abdichtmittel abgedichtet ist und in der Kavität ein unter Druck stehendes Medium aufgenommen ist. Erfindungsgemäß wird die Austrittsöffnung durch Aufbringen von Laserenergie auf das Abdichtmittel geöffnet.
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Bevorzugt ist dabei die Intensität der Laserenergie dynamisch veränderbar. Dadurch kann die Laserenergie derart gewählt werden, dass das laserabsorbierende Material des Abdichtmittels nur geschmolzen, jedoch nicht verdampft wird, wodurch wiederum ein sanftes Öffnen der Austrittsöffnung ermöglicht wird.
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Besonders bevorzugt wird durch das Aufbringen von Laserenergie das Abdichtmittel geschmolzen und nicht verdampft, so dass eine Kontaminierung des Innenraums des Behälters vermieden werden kann.
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Um das Abdichtmittel während des Aufschmelzens daran zu hindern, zu verdampfen, kann die Intensität der Laserenergie bevorzugt während des Aufbringens der Laserenergie auf das Abdichtmittel variiert werden.
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Entsprechend wird bevorzugt durch das Aufbringen der Laserenergie auf das Abdichtmittel die Austrittsöffnung geöffnet.
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Kurze Beschreibung der Figuren
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Bevorzugte weitere Ausführungsformen und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
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1 eine schematische Darstellung einer als Behälterverschluss ausgebildeten Vorrichtung zum Beaufschlagen eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters mit Druck; und
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2 eine schematische Darstellung eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters, in welchem eine Vorrichtung zum Beaufschlagen des mit dem Füllprodukt gefüllten Behälters mit Druck vorgesehen ist.
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Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
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Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben. Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen Figuren mit identischen Bezugszeichen bezeichnet und auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente wird in der nachfolgenden Beschreibung teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
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1 zeigt schematisch eine Vorrichtung 1 zum Beaufschlagen eines Behälters 2, welcher in seinem Innenvolumen 26 mit einem Füllprodukt 20 befüllt ist, mit Druck.
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Der Behälter 2 umfasst einen Mündungsbereich 22 mit einem entsprechenden Außengewinde 24, wobei auf dem Außengewinde 24 ein Behälterverschluss 3 zum Verschließen des befüllten Behälters 2 aufgeschraubt ist. Der Behälterverschluss 3 ist grundsätzlich in Form eines herkömmlichen Behälterverschlusses derart ausgebildet, dass er ein Innengewinde 30 aufweist, welches in das im Mündungsbereich 22 des Behälters 2 angeordnete Außengewinde 24 eingreift.
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Der Behälterverschluss 3 weist jedoch zusätzlich eine Kavität 4 auf, in welcher ein unter Druck stehendes Medium 40 aufgenommen ist. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist flüssiger Stickstoff in der Kavität 4 aufgenommen. Die Kavität 4 weist eine Austrittsöffnung 42 auf, welche mit dem Innenvolumen 26 und insbesondere dem Kopfraumvolumen des Behälters 2 kommunizieren kann. Die Austrittsöffnung 42 ist jedoch in dem in 1 gezeigten Zustand mittels eines Abdichtmittels 5 gasdicht verschlossen. Das Abdichtmittel 5 umfasst ein laserabsorbierendes Material, welches die Austrittsöffnung 42 zunächst gasdicht so verschließt, dass das in der Kavität aufgenommene Medium 40 unter Druck gehalten wird. Der Behälterverschluss 3 ist aus einem anderen Material, welches bevorzugt nicht laserabsorbierend ist, beispielsweise einem Kunststoffmaterial, ausgebildet. In einer besonders bevorzugten Ausbildung ist das Material transparent für den verwendeten Laserstrahl, so dass eine Wechselwirkung mit der Laserenergie nicht stattfinden kann.
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Das Abdichtmittel 5 kann das gleiche Kunststoffmaterial umfassen, wie der Behälterverschluss 3, wobei dann aber zur Ausbildung des Abdichtmittels 5 dem Kunststoffmaterial laserabsorbierende Pigmente oder laserabsorbierende Partikel dem Kunststoffmaterial zugesetzt sind, oder dieses damit beschichtet ist, beispielsweise in Form eines laserabsorbierenden Lackes. Bei Bestrahlung des das Abdichtmittel 5 aufweisenden Behälterverschlusses 3 mit dem vorgesehenen Laserlicht, für welche die jeweiligen Pigmente beziehungsweise Partikel absorbierend sind, wird das Abdichtmittel 5 erwärmt beziehungsweise aufgeschmolzen, so dass die Austrittsöffnung 42 freigegeben wird. Die anderen Bereiche des Behälterverschlusses 3 hingegen lassen eine Absorption des Laserlichts nicht zu und bleiben entsprechend unberührt. Damit kann das Abdichtmittel 5 selektiv aufgeschmolzen werden und damit die Austrittsöffnung 42 freigegeben werden.
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Durch ein entsprechendes Aufbringen eines Laserlichts auf das Abdichtmittel 5 kann das Abdichtmittel 5 aufgeschmolzen oder erweicht werden, da das Abdichtmittel 5 die Laserenergie absorbiert und sich entsprechend erhitzt. Hierzu ist das Abdichtmittel 5 beziehungsweise der Bereich des Abdichtungsmittels 5 bevorzugt aus einem thermoplastischen Kunststoff ausgebildet, so dass der Innendruck des Mediums 40 in der Kavität 4 beim Erhitzen des Abdichtmittels 5 die Austrittsöffnung 42 öffnet beziehungsweise aufbricht.
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Dann wird das in der Kavität 4 aufgenommene, unter Druck stehende Medium 40 in das Innenvolumen 26 des Behälters 2 und insbesondere in das Kopfvolumen des Behälters 2 eingeleitet. Das in der Kavität 4 unter Druck stehende Medium 4 entspannt sich entsprechend derart, dass hinterher in dem durch die Kavität 4 sowie das Innenvolumen 26 gebildeten Gesamtvolumen ein gleichmäßiger, gegenüber dem vorher im Behälter herrschenden Druck angehobener Druck entsteht.
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In der Kavität 4 ist bevorzugt so viel Medium 40 vorgesehen, dass auch nach dem Abkühlen eines heiß abgefüllten Füllprodukts noch ein Überdruck im Behälter besteht.
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Auf diese Weise kann beim Heißabfüllen eines Füllproduktes 20 in den Behälter 2 zunächst der Behälterverschluss 3 abdichtend aufgeschraubt werden, und dann wird mittels des Aufbringens von Laserenergie auf das Abdichtmittel 5 die Austrittsöffnung 42 geöffnet, so dass das Kopfraumvolumen 26 mit dem unter Druck stehenden Medium 40 beaufschlagt wird.
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Entsprechend besteht im Innenvolumen des Behälters 2 nach dem Öffnen der Austrittsöffnung 42 bevorzugt ein Überdruck, welcher dem nachfolgenden Abnehmen des Druckes im Innenvolumen des Behälters 2 durch ein Abkühlen des Füllproduktes 20 und des im Kopfraumvolumen 26 aufgenommenen Gases entgegenwirkt. Damit kann eine Deformation des Behälters 2 beim Abkühlen entgegengewirkt werden.
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Auch bei kalt abgefüllten Getränken kann durch das Einbringen eines leichten Überdruckes eine verbesserte Stabilität des Behälters 2 erreicht werden. Auf diese Weise kann auch aus Kosteneffizienzgründen die Wandstärke des Behälters 2 reduziert werden, da eine Stabilität aufgrund des Überdruckes erreicht werden kann.
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Die Kavität 4 wird von Wänden des Behälterverschlusses 3 umschlossen und an der dem Mündungsbereich 22 des Behälters 2 gegenüberliegenden Seite mittels eines weiteren Gehäusebereiches 32 verschlossen, wobei in dem Gehäusebereich 32 die Austrittsöffnung 42 angeordnet ist.
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Das Material des Behälterverschlusses 3 sowie des Gehäusebereiches 32 ist besonders bevorzugt nicht laserabsorbierend, derart, dass bei einer Beaufschlagung des Abdichtmittels 5 lediglich das Abdichtmittel 5 mit Laserenergie erwärmt wird, nicht aber der Behälterverschluss 3 oder die anderen Gehäusebereiche 32, welche die Kavität 4 umschließen. Auf diese Weise kann ein selektives Öffnen der Austrittsöffnung 42 erreicht werden, ohne dass die Integrität des Behälterverschlusses 3 oder anderer Bereiche des die Kavität 3 umgebenden Gehäusebereiches 32 berührt werden würden.
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Das in der Kavität 4 aufgenommene Medium 40 ist besonders bevorzugt produktneutral und auch neutral bezüglich der Materialien des Behälterverschlusses 3 sowie des Abdichtmittels 5.
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In 2 ist eine weitere Vorrichtung 1 schematisch gezeigt, bei welcher ein Behälter 2 ebenfalls mit einem Füllprodukt 20 befüllt ist und ein Behälterverschluss 3 im Mündungsbereich 22 des Behälters 2 abdichtend aufgebracht ist. Eine Kavität 4 ist im Bodenbereich des Behälters 2 eingebracht, derart, dass ein unter Druck stehendes Medium 40 in der Kavität aufgenommen werden kann. Über eine mit dem Innenvolumen des Behälters 2 kommunizierende Austrittsöffnung 42 kann das unter Druck stehende Medium 40 in das Innenvolumen 26 des Behälters 2 eingeleitet werden. Die Austrittsöffnung 42 ist mittels eines Abdichtmittels 5 verschlossen.
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Das Abdichtmittel 5 weist eine Sollbruchstelle 50 auf, welche im Gehäusebereich 32 angeordnet ist und welche später die Austrittsöffnung 42 ausbildet. Auf der Sollbruchstelle 50 ist eine Beschichtung 52 mit laserabsorbierendem Material vorgesehen, welche durch Bestrahlung mit Laserenergie erwärmt wird. Der Innendruck in der Kavität 4 bewirkt dann ein Aufbrechen des Abdichtmittels 5 an der Sollbruchstelle 50, so dass die Austrittsöffnung 42 freigegeben wird.
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In diesem Ausführungsbeispiel kann ein herkömmlicher Behälterverschluss 5 verwendet werden, welcher den Behälter 2 und entsprechend das Innenvolumen 26 vollständig in bekannter Weise abdichtet. Ein Laserstrahl kann durch den Boden des Behälters 2 hindurch so eingestrahlt werden, dass das Abdichtmittel 5 und besonders die Beschichtung 52 die eingestrahlte Laserenergie absorbiert und entsprechend so aufgeschmolzen wird, dass das unter Druck stehende Medium 40 aus der Kavität 4 den gesamten Behälterinnenraum ausfüllt.
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Das Material des Behälters 2 sowie das Material eines weiteren Gehäusebereiches 32, welcher die Kavität 4 umgibt, sind bevorzugt so ausgebildet, dass eine Absorption des Laserlichtes, welches zum Eintragen von Energie in das Abdichtmittel 5 verwendet wird, nicht stattfindet. Das Material ist entsprechend bevorzugt transparent für das verwendete Laserlicht. Entsprechend wird die Integrität des Behälters 2 nicht beeinträchtigt, wenn eine Beaufschlagung mit Laserlicht stattfindet.
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Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den einzelnen Ausführungsbeispielen dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Vorrichtung zur Beaufschlagung eines mit einem Füllprodukt befüllten Behälters
- 2
- Behälter
- 20
- Füllprodukt
- 22
- Mündungsbereich
- 24
- Außengewinde
- 26
- Innenvolumen
- 3
- Behälterverschluss
- 30
- Innengewinde
- 32
- Gehäusebereich
- 4
- Kavität
- 40
- Medium
- 42
- Austrittsöffnung
- 5
- Abdichtmittel
- 50
- Sollbruchstelle
- 52
- Beschichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 1270435 A2 [0005]
- EP 0895938 B1 [0006]