DE10143826A1 - Hydraulischer Steller eines Gaswechselventils einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Hydraulischer Steller eines Gaswechselventils einer BrennkraftmaschineInfo
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Abstract
Es wird ein hydraulischer Steller für ein Gaswechselventil einer Brennkraftmaschine vorgeschlagen, welcher wirkungsvoll verhindert, dass bei einer ungewollten Kollision zwischen Gaswechselventil und dem Kolben der Brennkraftmaschine Schäden am Gaswechselventil oder der Brennkraftmaschine auftreten.
Description
Die Erfindung betrifft einen hydraulischen Steller eines
Gaswechselventils einer Brennkraftmaschine, mit einem das
Gaswechselventil betätigten hydraulischen Arbeitszylinder,
wobei der Arbeitszylinder mindestens einen ersten
Arbeitsraum aufweist.
Hydraulisch betätigte Gaswechselventile bieten gegenüber
konventionellen mechanischen Ventilsteuerungen den Vorteil,
dass die Steuerzeit und Ventilhübe frei programmierbar
sind. Infolgedessen können Drehmoment, Leistung,
spezifischer Energieverbrauch und das Emisionsverhalten
der Brennkraftmaschine weiter optimiert werden.
Da, im Gegensatz zu konventionellen Ventilsteuerungen,
keine direkte mechanische Verbindung zwischen Kolben, bzw.
Kurbelwelle der Brennkraftmaschine einerseits und dem
Gaswechselventil andererseits besteht, kann man eine
Kollision des Kolbens der Brennkraftmaschine mit einem
geöffneten Gaswechselventil nicht unter allen Umständen
ausschließen. Eine solche Kollision kann insbesondere dann
auftreten, wenn das Steuergerät, welches den hydraulischen
Steller ansteuert, fehlerhaft arbeitet oder ein Fehler im
hydraulischen System auftritt.
Bei niedrig verdichtenden Brennkraftmaschinen, wie z. B.
Ottomotoren, ist es idR möglich durch entsprechende
Aussparungen im Kolbenboden der Brennkraftmaschine eine
Kollision zwischen Kolben und Gaswechselventil
auszuschließen. Bei hochverdichtenden Brennkraftmaschinen,
insbesondere Dieselmotoren, ist dies oft nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
hydraulischen Steller für ein Gaswechselventil einer
Brennkraftmaschine bereit zu stellen, der die aus der
Kollision des Kolbens mit einem Gaswechselventil
herrührenden Schäden ganz oder zumindest teilweise
verhindert.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen hydraulischen
Steller zur Steuerung eines Gaswechselventils einer
Brennkraftmaschine mit einem das Gaswechselventil
betätigenden hydraulischen Arbeitzylinder, wobei der
Arbeitszylinder mindestens einen ersten Arbeitsraum
aufweist, dadurch gelöst, dass eine Entlastungseinrichtung
vorgesehen ist, dass die Entlastungseinrichtung mit dem
ersten Arbeitsraum hydraulisch in Verbindung steht, und
dass die Entlastungseinrichtung das Auftreten unzulässig
hoher Drücke im ersten Arbeitsraum verhindert.
Bei einer Kollision zwischen Kolben der Brennkraftmaschine
und Gaswechselventil zeigt der Druck im ersten Arbeitsraum
schlagartig stark an, da der Kolben der Brennkraftmaschine
das Gaswechselventil in seine Schließstellung zurückbewegt.
Die erfindungsgemäße Entlastungseinrichtung sorgt dafür,
dass im ersten Arbeitsraum trotz der durch die Kollision
von Kolben und Gaswechselventil ausgelösten Bewegung des
letzteren keine unzulässig hohen Drücke entstehen können.
Dies geschieht erfindungsgemäß dadurch, dass die
Entlastungseinrichtung den ersten Arbeitsraum mit einem
drucklosem Raum, wie z. B. einem Ölsumpf verbindet.
Bei einer Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass der
hydraulische Arbeitszylinder mit einer Speiseleitung und
mit einer Rücklaufleitung hydraulisch verbunden ist, und
dass mindestens ein den Durchfluss der Speiseleitung
steuerndes erstes Steuerventil vorhanden ist, so dass der
hydraulische Arbeitzylinder auf einfache Weise betätigt
werden kann.
In weiterer Ergänzung der Erfindung ist die
Entlastungseinrichtung als Überdruckventil ausgebildet, so
dass durch die Verwendung eines an sich bekannten Bauteils
der erfindungsgemäße hydraulische Steller ohne großen
Entwicklungsaufwand und mit geringeren Herstellungskosten
in erfindungsgemäßer Weise verbessert werden kann. Es ist
besonders vorteilhaft, wenn dass Überdruckventil ein
schnellschaltendes Überdruckventil ist.
In weiterer Ergänzung der Erfindung kann vorgesehen sein,
dass die Entlastungseinrichtung und der erste Arbeitsraum
über eine Entlastungsleitung miteinander verbunden sind, so
dass die Entlastungseinrichtung und der erste Arbeitsraum
nicht unmittelbar nebeneinander angeordnet sein müssen und
somit mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Zylinderkopfs
der Brennkraftmaschine vorhanden sind.
Weitere Ergänzungen der Erfindung sehen vor, dass in der
Rücklaufleitung ein zweites Steuerventil angeordnet ist
und/oder dass der hydraulische Arbeitszylinder als doppelt
wirkender Arbeitszylinder ausgebildet ist, so dass das
Betriebsverhalten des erfindungsgemäßen hydraulischen
Stellers weiter verbessert wird.
Der erfindungsgemäße hydraulische Steller kann sowohl bei
Einlassventilen als auch bei Auslassventilen eingesetzt
werden.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind der nachfolgenden Zeichnung, deren
Beschreibung und den Patentansprüchen entnehmbar.
Es zeigt:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Gaswechselventils mit Überdruckventil.
In der Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Gaswechselventils 1 als Blockschaltbild
dargestellt. Das Gaswechselventil 1 kann sowohl als
Einlassventil oder als Auslassventil ausgeführt sein. Nicht
dargestellt in Fig. 1 ist der Ventilsitz im Zylinderkopf
der ebenfalls nicht dargestellten Brennkraftmaschine.
Betätigt wird das Gaswechselventil 1 durch einen doppelt
wirkenden Arbeitszylinder 3. Der Arbeitszylinder 3 ist als
Differentialzylinder mit einem Kolben 4 und einseitiger
Kolbenstange 5 ausgebildet. Der Arbeitszylinder 3 weist
einen ersten Arbeitsraum 7 und einen zweiten Arbeitsraum 9
auf.
Wenn der erste Arbeitsraum 7 über eine Speiseleitung 11 mit
unter Druck stehendem Hydraulikfluid beaufschlagt wird,
bewegt sich das Gaswechselventil 1 in Richtung des Pfeils
13 und hebt somit vom Ventilsitz (nicht dargestellt) ab.
In der Speiseleitung 11 ist ein erstes Steuerventil 15
angeordnet. Die Speiseleitung 11 versorgt ebenfalls den
zweiten Arbeitsraum 9 mit unter Druck stehendem
Hydraulikfluid. Ein Pumpe 17 fördert das Hydraulikfluid aus
einem Ölsumpf 29 in die Speiseleitung 11.
Wenn, wie in Fig. 1 dargestellt, das erste Steuerventil 15
geschlossen ist, bewirkt der Druck im zweiten Arbeitsraum 9
des Hydraulikfluids, dass sich das Gaswechselventil 1
entgegen der Pfeilrichtung 13 bewegt und somit geschlossen
wird. Das Hydraulikfluid im ersten Arbeitsraum 7 wird über
eine Rücklaufleitung 19 abgeführt. In der Rücklaufleitung
19 ist ein zweites Steuerventil 21 angeordnet, welches in
der Fig. 1 geöffnet dargestellt ist.
Der zweite Arbeitsraum 9 kann auch mit einem Druckspeicher
(nicht dargestellt) verbunden sein. Um einen Notlaufbetrieb
aufrechterhalten zu können, kann im zweiten Arbeitsraum 9
eine Schließfeder (nicht dargestellt) vorgesehen werden,
die dafür sorgt, dass bei drucklosem hydraulischem Steller
das Gaswechselventil 1 stets geschlossen ist.
In der in Fig. 1 dargestellten Schaltstellung des ersten
Steuerventils 15 und des zweiten Steuerventils 21 bewegt
sich der Kolben 4 entgegen der Richtung des Pfeils 13 nach
oben bzw. wird an den Ventilsitz (nicht dargestellt)
gepresst. Die dazu erforderliche Kraft wird dadurch
bereitgestellt, dass der zweite Arbeitsraum 9 mit unter
Druck stehendem Hydraulikfluid von der Speiseleitung 11
versorgt wird. Das erste Steuerventil 15 ist geschlossen
und das zweite Steuerventil 21 ist geöffnet, so dass das im
ersten Arbeitsraum 7 befindliche Hydraulikfluid über die
Rücklaufleitung 19 abfließen kann.
Zum Öffnen des Gaswechselventils 1 wird das zweite
Steuerventil 21 geschlossen und das Steuerventil 15
geöffnet. In dieser Schaltstellung öffnet das
Gaswechselventil 1, weil die mit Druck beaufschlagte
Stirnfläche 23 größer ist als die mit Druck beaufschlagte
Ringfläche 25 des Kolbens 4, die zum zweiten Arbeitsraum 9
hin gerichtet ist.
Vom ersten Arbeitsraum 7 geht eine Entlastungsleitung 27
ab. Die Entlastungsleitung 27 mündet in einem Ölsumpf 29.
In der Entlastungsleitung 27 ist ein schnellschaltendes
Überdruckventil 31 angeordnet, welches öffnet, wenn im
ersten Arbeitsraum 7 unzulässig hohe Drücke herrschen.
Solche unzulässig hohen Drücke können beispielsweise
entstehen, wenn sich der nicht dargestellte Kolben der
Brennkraftmaschine auf dem Weg zum oberen Totpunkt (OT)
befindet und das Gaswechselventil ungewollter Weise öffnet.
Dann kann es insbesondere bei Dieselmotoren wegen der
geringen Abstände infolge der hohen Verdichtung zu
Kollisionen zwischen Kolben und Gaswechselventil kommen.
Eine solche Kollision führt bislang zu erheblichen Schäden
am Ventiltrieb und/oder dem Kolben, dem Pleuel und der
Kurbelwelle der Brennkraftmaschine. Durch den Einsatz eines
Überdruckventils 31 können diese Schäden verringert oder
sogar ganz vermieden werden. Besonders vorteilhaft ist der
Einsatz des Überdruckventils 31 bei Brennkraftmaschinen
deren Gaswechselventile parallel zur Zylinderbohrung
angeordnet sind, da bei diesen Brennkraftmaschinen die
Kolbenstange 5 im Falle einer Kollision von
Gaswechselventil und Kolben der Brennkraftmaschine nicht
auf Biegung beansprucht wird.
Wenn das Überdruckventil 31 einmal geöffnet hat, muß die
Stellung des Gaswechselventils 1 mit der Stellung der
Kurbelwelle der Brennkraftmaschine (nicht dargestellt)
synchronisiert werden, bevor die Brennkraftmaschine erneut
in Betrieb genommen wird. Das Überdruckventil 31 steht nach
dem Öffnen erneut zur Verfügung.
Selbstverständlich ist die die erfindungsgemäße Anwendung
eines schnellschaltenden Überdruckventils 31 zur Vermeidung
unzulässig hoher Kräfte auf das Gaswechselventil 1 und die
Kolbenstange 5 nicht auf doppelt wirkende Arbeitszylinder 3
beschränkt, sondern kann auch bei einfach wirkenden
Arbeitszylindern mit Erfolg eingesetzt werden. Außerdem
kann das Überdruckventil sowohl bei Einlassventilen als
auch bei Auslassventilen bei Kolbenmaschinen aller Art
eingesetzt werden.
Claims (8)
1. Hydraulischer Steller zur Steuerung eines
Gaswechselventils (1) einer Brennkraftmaschine, mit
einem das Gaswechselventil (1) betätigenden
hydraulischen Arbeitszylinder (3), wobei der
Arbeitszylinder (3) mindestens einen ersten
Arbeitsraum (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
eine Entlastungseinrichtung vorgesehen ist, dass die
Entlastungseinrichtung mit dem ersten Arbeitsraum (7)
hydraulisch in Verbindung steht, und dass die
Entlastungseinrichtung das Auftreten unzulässig hoher
Drücke im ersten Arbeitsraum (7) verhindert.
2. Hydraulischer Steller nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass der hydraulische Arbeitszylinder
(3), mit einer Speiseleitung (11) und mit einer
Rücklaufleitung (19) hydraulisch verbunden ist, und
dass mindestens ein den Durchfluß der Speiseleitung
(11) steuerndes erstes Steuerventil (15) vorhanden
ist.
3. Hydraulischer Steller nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die Entlastungseinrichtung als
Überdruckventil (31) ausgebildet ist.
4. Hydraulischer Steller nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
Entlastungseinrichtung und der erste Arbeitsraum (7)
über eine Entlastungsleitung (27) miteinander
verbunden sind.
5. Hydraulischer Steller nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der
Rücklaufleitung (19) ein zweites Steuerventil (21)
angeordnet ist.
6. Hydraulischer Steller nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der
hydraulische Arbeitszylinder (3) als doppeltwirkender
Arbeitszylinder ausgebildet ist.
7. Hydraulischer Steller nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das
Gaswechselventil (1) ein Einlassventil oder ein
Auslassventil ist.
8. Brennkraftmaschine, insbesondere Diesel-Motor, mit
mehreren Gaswechselventilen, dadurch gekennzeichnet,
dass die Gaswechselventile von einem hydraulischen
Steller nach einem der vorhergehenden Ansprüche
betätigt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10143826A DE10143826A1 (de) | 2001-09-07 | 2001-09-07 | Hydraulischer Steller eines Gaswechselventils einer Brennkraftmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|
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Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19515142A1 (de) * | 1994-06-27 | 1996-01-11 | Ford Werke Ag | Verbrennungsmotor |
-
2001
- 2001-09-07 DE DE10143826A patent/DE10143826A1/de not_active Ceased
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19515142A1 (de) * | 1994-06-27 | 1996-01-11 | Ford Werke Ag | Verbrennungsmotor |
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