DE10141503C1 - Verfahren zur Herstellung eines länglichen Hohlkörpers - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines länglichen HohlkörpersInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines länglichen Hohlkörpers (17), wobei in einem ersten Schritt aus Metallblech ein einen Hohlraum (6) aufweisender Grundkörper (5) hergestellt wird, und wobei in einem zweiten Schritt der Grundkörper (5) unter Anwendung der Innenhochdruckumformverfahrens unter Zulassung eines kontrollierten Werkstoffflusses eines eingespannten Flansches (7) zum Hohlkörper (17) aufgeweitet wird. Das Herstellungsverfahren gestaltet sich besonders kostengünstig, wenn der Grundkörper (5) durch Rollprofilieren eines Blechzuschnittes hergestellt wird. Der die Materialreserve bildende Flansch (7) kann dabei auf besonders einfache Weise an den Grundkörper (5) angeformt werden.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines länglichen
Hohlkörpers, wobei in einem ersten Schritt aus Metallblech ein einen
Hohlraum aufweisender Grundkörper hergestellt wird, und wobei in einem
zweiten Schritt der Grundkörper unter Anwendung des
Innenhochdruckumformverfahrens unter Zulassung eines kontrollierten
Werkstoffflusses eines eingespannten Flanschbereiches zum Hohlkörper
aufgeweitet wird.
Das insbesondere in den letzten Jahren bei der Herstellung von Karosserie
komponenten von Kraftfahrzeugen stark in den Vordergrund gerückte
Innenhochdruckumformverfahren hat dort seine Grenzen, wo das
Dehnvermögen der verwendeten Materialien überschritten wird. Soll
beispielsweise ein kreisrundes Rohr nach dem Aufweiten eine nahezu
quadratische Form aufweisen, dann geht dies in bestimmten Abschnitten mit
einer Dehnung von mehr als 20% einher. Dies gilt allerdings nur dann, wenn
die Dehnung homogen über den gesamten Umfang des Ausgangsprofils
vonstatten gehen kann. In der Praxis gelingt dies aber zum Beispiel aufgrund
auftretender Reibung nicht, mit der Folge, dass im Bereich von
Dehnungsspitzen, vor allem in den Ecken, wesentlich höhere
Materialbelastungen vorliegen. Man hat also erkannt, dass die Kanten- bzw.
Eckenbereiche die kritischen Bereiche beim Innenhochdruckformen sind, da
entweder das gewünschte Eckprofil nicht vollständig ausgefüllt wird oder die
Wandstärke so geschwächt wird, dass Bersten eintreten kann. Um dies zu
vermeiden wurden bereits verschiedentlich mehr oder weniger geeignete
Vorschläge gemacht.
So beschreibt die DE 195 35 870 A1 ein Verfahren zum Herstellen von
schalenförmigen Hohlstrukturen aus gedoppelten Blechzuschnitten mittels
Innenhochdruckumformen, gekennzeichnet durch ein Einspannen der
gedoppelten Blechzuschnitte in ein kombiniertes Spann-/Umformwerkzeug,
das mit einer umlaufenden Spannfläche einen Flanschbereich der
gedoppelten Blechzuschnitte dichtend bezüglich der beim
Innenhochdruckumformen auftretenden Druckwerte des Umformmediums
beaufschlagt, Umformen der gedoppelten Blechzuschnitte mittels
Innenhochdruckumformen unter Zulassung eines kontrollierten
Werkstoffflusses im eingespannten Flanschbereich der gedoppelten
Blechzuschnitte und anschließendes Verschweißen der Blechzuschnitte im
Flanschbereich. Auf diese Weise wird also die im Flanschbereich liegende
Materialreserve ausgeschöpft, so dass das Umformverfahren in gewisser
Weise sich als Kombination aus Innenhochdruckumformen und Tiefziehen
darstellt. Nachteilig sind dabei allerdings insbesondere die umfangreichen
Vorarbeiten, um den gedoppelten Blechzuschnitt herzustellen bzw. die
einzelnen Blechzuschnitte zusammenzuführen und im Umformwerkzeug
anzuordnen.
Vergleichbare Vorgehensweisen sind in der DE 900 085 C bzw. in der DE 199 07 247 A1
beschrieben, in denen Einzelheiten bezüglich einer
Vorrichtung zur Herstellung von Hohlkörpern aus Blech unter hydraulischem
Druck bzw. bezüglich eines Innenhochdruckumformverfahrens zur
Herstellung bauchiger hinterschnittener Hohlkörper erläutert sind.
Einen anderen Weg zur Lösung des genannten Problems geht die DE 42 14 557 C2,
die ebenfalls ein Verfahren zum Herstellen von geschlossenen
Hohlprofilen beschreibt. Um kritische Materialschwächungen oder sogar ein
Bersten zu vermeiden wird vorgeschlagen, das Ausgangsteil in einer
bestimmten Weise vor dem hydraulischen Aufweiten vorzuprofilieren. Dabei
ist wesentlich, dass die Umfangserstreckung des Ausgangsteiles partiell oder
über die ganze Länge kleiner ist, als die Umfangserstreckung des
gewünschten Endquerschnittes. Auch bei dieser Vorgehensweise lässt sich
das gewünschte Ergebnis nur über zusätzliche Bearbeitungsschritte erzielen.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein kostengünstiges Verfahren zur
Herstellung eines länglichen Hohlkörpers aufzuzeigen, bei dem selbst bei
partiell hohen Umformgraden Überdehnungen und evtl. auch ein Bersten der
Hohlkörperwandung sicher vermieden wird.
Ausgehend von einer Verfahrensweise nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1 gelingt dies erfindungsgemäß, wenn weiter gemäß der
im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 angegebenen Weise
vorgegangen wird.
Danach kann der die Materialreserve bildende Flansch ohne zusätzlichen
Herstellungsaufwand bereits bei der Herstellung des zu einem Hohlkörper
innenhochdruckumzuformenden Grundkörpers durch Rollprofilieren eines
Blechzuschnittes angeformt werden. Die Verbindung im Flanschbereich,
beispielsweise durch eine Schweißnaht, kann wahlweise vor oder nach dem
Innenhochdruckumformen erfolgen. Ein Beschnitt des Flansches kann sich
anschließen, wobei verbliebene Flanschbereiche vorteilhafter Weise derart
nachbearbeitet werden können, dass sie Teil des Hohlkörpers bleiben und
gewisse Funktionen übernehmen, beispielsweise als Laschen oder Bügel
ausgeformt werden.
Die Erfindung ist nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert. In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte Schnittdarstellung einer geteilten Form mit
eingelegtem Grundkörper,
Fig. 2 eine weitere Schnittdarstellung einer im Flanschbereich
modifizierten geteilten Form mit eingelegtem Grundkörper,
Fig. 3 einen innenhochdruckgeformten Hohlkörper in
Perspektivdarstellung,
Fig. 4 einen im Flanschbereich bearbeiteten Hohlkörper in
Perspektivdarstellung mit angeformten Funktionsteilen und
Fig. 5 einen im Flanschbereich beschnittenen Hohlkörper.
Das für die Anwendung des Innenhochdruckumformverfahrens zum Einsatz
gelangende Werkzeug ist im Stand der Technik hinlänglich bekannt, so dass
bezüglich entsprechender Details auf die einschlägige Literatur, auch
Patentliteratur, verwiesen werden kann. Fig. 1 zeigt daher nur schematisch
ein Ober- und Untergesenk 1, 2, die einander ergänzende, dem Querschnitt
eines herzustellenden Hohlprofils entsprechende Ausnehmungen 3, 4
aufweisen. In diese ist ein durch Rollprofilieren eines Blechzuschnitts
hergestellter Grundkörper 5 eingelegt, dessen Hohlraum 6 in bekannter
Weise durch Beaufschlagen mittels eines unter hohem Druck Pi stehenden
Fluids aufweitbar ist, so dass die Grundkörper-Wandung sich an die
Begrenzungsflächen der Ausnehmungen 3, 4 anlegen kann. Die für dieses
Ausdehnen in besonders vorteilhafter Weise verwendete Materialreserve
wird durch einen beim Herstellen des Grundkörpers 5 herausgebildeten
seitlichen Flansch 7 zur Verfügung gestellt, der in weiteren, einen geeigneten
Spalt bildenden Ausnehmungen 8, 9 im Ober- bzw. Untergesenk 1, 2
aufgenommen wird. Das Nachfließen der Materialreserve lässt sich in
bekannter Weise durch eine so genannte Ziehleiste 10 steuern.
Bei der geringfügig modifizierten Ausführungsform des Werkzeuges nach
Fig. 2 wird die Funktion der Ziehleiste von einem in entsprechende
Ausnehmungen 11, 12 von Ober- bzw. Untergesenk 13, 14 eingelegten und
darin verschieblich geführten (Doppelpfeil 15) Keil 16 erfüllt. Auch damit lässt
sich die Nachführbewegung des Flansches 7 in geeigneter Weise steuern.
Durch entsprechende Formgebung des Keiles 16 lässt sich ein
unterschiedlich starkes Nachfließen der Flanschteile erreichen.
Fig. 3 zeigt nun, ausgehend von dem mittels Rollprofilieren hergestelltem
Grundkörper 5, den nach dem Innenhochdruckumformen hergestellten
Hohlkörper 17 mit angeformten Flansch 7. Wie ersichtlich weist der
Hohlkörper 17 in seinen äußeren Abschnitten eine im wesentlichen
quadratische Kontur auf, während im mittleren Bereich eine stärkere
Umformung bis hin zu einer Rechteckkontur stattgefunden hat. Dort erfolgte
auch eine stärkere Materialzufuhr über den Flansch 7, so dass dort nur ein
relativ schmaler Restflansch 18 verblieben ist, während die äußeren
Flanschabschnitte 19, 20 noch eine relativ große Materialreserve aufweisen.
Die Fig. 4 und 5 zeigen unterschiedliche Bearbeitungs- bzw.
Verwendungsmöglichkeiten bezüglich des Flansches 7. Dabei wurde gemäß
Fig. 4 ein oberes Flanschteil 7.1 entlang des Hohlkörpers 17 auf eine
einheitliche Breite geschnitten, während ein unteres Flanschteil 7.2 im
Bereich der stirnseitigen Flanschabschnitte so bearbeitet wurde, dass ein
Bügel 21 sowie eine Lasche 22 entstanden sind. Im dazwischen liegenden
Bereich entspricht der Beschnitt des unteren Flanschteiles 7.2 dem des
oberen Flanschteiles 7.1. Über die gesamte Länge der Flanschteile 7.1, 7.2
sind diese mittels Schweißnaht 23 verbunden.
Der Hohlkörper 17 gemäß Fig. 5 weist eine der Ausführungsform nach
Fig. 4 entsprechende Kontur auf. Die oberen und unteren Flanschteile 7.3,
7.4 sind in gleicher Weise beschnitten, wobei die verbliebene Flanschbreite
etwas geringer ist als die Breite des in Fig. 3 gezeigten Restflansches 18.
Auch hier sind wiederum beide Flanschteile 7.3, 7.4 mittels Schweißnaht 23
verbunden, so dass der Hohlkörper 17 geschlossen ist und entsprechend
mechanisch beansprucht werden kann.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines länglichen Hohlkörpers, wobei in
einem ersten Schritt aus Metallblech ein einen Hohlraum
aufweisender Grundkörper hergestellt wird, und wobei in einem
zweiten Schritt der Grundkörper unter Anwendung des
Innenhochdruckumformverfahrens unter Zulassung eines
kontrollierten Werkstoffflusses eines eingespannten Flansches zum
Hohlkörper aufgeweitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die
Herstellung des Grundkörpers (5) durch Rollprofilieren erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der
Herstellung des Grundkörpers (5) entlang seiner Längserstreckung ein
einziger Flansch (7) herausgebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch unterschiedlichen
Werkstofffluss einzelner Flanschabschnitte (18, 19, 20).
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest der Flansch (7) in der Weise weiterbearbeitet wird, dass
dabei Funktionsteile, wie beispielsweise Bügel (21) und/oder Laschen
(22) entstehen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001141503 DE10141503C1 (de) | 2001-08-24 | 2001-08-24 | Verfahren zur Herstellung eines länglichen Hohlkörpers |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2001141503 DE10141503C1 (de) | 2001-08-24 | 2001-08-24 | Verfahren zur Herstellung eines länglichen Hohlkörpers |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10141503C1 true DE10141503C1 (de) | 2002-10-10 |
Family
ID=7696475
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2001141503 Revoked DE10141503C1 (de) | 2001-08-24 | 2001-08-24 | Verfahren zur Herstellung eines länglichen Hohlkörpers |
Country Status (1)
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