DE10130768C2 - Kanalzugriffsverfahren für Adhoc-Funknetze zur Interfahrzeug-Kommunikation - Google Patents
Kanalzugriffsverfahren für Adhoc-Funknetze zur Interfahrzeug-KommunikationInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Kommunikationssysteme für den Aus
tausch von Daten zwischen Fahrzeugen untereinander.
Insbesondere betrifft die Erfindung Kommunikationssysteme,
bei denen Daten unterschiedlicher Kategorien zwischen Fahr
zeugen ausgetauscht werden sollen. Ein vergleichbares
Kommunikationsverfahren ist aus der DE 198 49 294 A1
bekannt.
Interfahrzeug-Kommunikationssysteme zur direkten Kommunika
tion zwischen Fahrzeugen werden eine Kommunikationsplatt
form für ein breites Spektrum von Internet-Diensten und
Verkehrstelematik-Anwendungen bilden.
Solche Interfahrzeug-Kommunikationssysteme werden in der
Regel als Ad-hoc-Netz konzipiert. Sie sind somit von keiner
vorinstallierten Netzinfrastruktur abhängig und es wird
kein Netzbetreiber benötigt. Da zudem unlizensierte Funk
bänder verwendet werden, ist die Datenübertragung selbst
kostenfrei. Interfahrzeug-Kommunikationssysteme ermöglichen
insbesondere den Austausch von Daten im lokalen Umfeld ei
nes Fahrzeugs. Sie unterscheiden sich grundsätzlich von den
Mobilfunknetzen, deren Haupteinsatzgebiet die Sprachkommu
nikation bzw. in zunehmendem Maße der allgemeine Internet-
Zugang ist und die somit auf ortsunabhängige Anwendungen
ausgerichtet sind.
Neben typischen Internet- und Telematik-Anwendungen werden
diese Funknetze verkehrsbezogene Anwendungen unterstützen,
wie z. B. Gefahrenwarnung und kooperative Fahrerassistenz
systeme. Hierdurch werden besondere Maßnahmen zur Sicherung
und schnellen Übermittlung von Daten notwendig. Durch die
Kommunikation über mehrere Fahrzeuge hinweg wird eine neue
Dimension für die Bereitstellung von Telematik-Anwendungen
erschlossen, indem z. B. Daten von Systemen vorausfahrender
Fahrzeuge (Sensor-, Kamera-, Radarsysteme) dem Fahrer zu
gänglich gemacht werden. Sensoren und Systeme verschiedener
Fahrzeuge können miteinander kooperieren.
Ad-hoc-Funknetze weisen die Eigenschaft auf, dass sie zu
ihrem Betrieb keine vorinstallierte Infrastruktur zwingend
erfordern. Befinden sich z. B. mindestens zwei Funkknoten
sich in Funkreichweite, so können diese miteinander kommu
nizieren und zwar ohne auf irgendeine Netzinfrastruktur an
gewiesen zu sein. Neben der Kommunikation zwischen Fahrzeu
gen ist auch die Datenübertragung zwischen Fahrzeugen und
sogenannten Feststationen möglich. Feststationen können
z. B. am Straßenrand installiert sein. Sie können - müssen
aber nicht - eine Verbindung zu Festnetzen (Internet) be
reitstellen. Aus der DE 195 36 379 C2 ist ein
entsprechendes Multi-hop-Kommunikationsverfahren bekannt.
Feststehende Stationen sind in diesem Zusammenhang keine
Basisstationen in dem Sinne, dass sie die Kommunikations
abläufe von anderen Funkknoten steuern. Feststationen wer
den hier vielmehr aus protokolltechnischer Sicht wie Mobil
stationen behandelt.
Allgemein bestimmen Kanalzugriffprotokolle den Sendezeit
punkt und die weiteren Randbedingungen von Datenübertra
gungen. Dabei wird das Kanalzugriffsverfahren sowohl für
die Übertragung von Nutzdaten, als auch für die Übertragung
von Signalisierinformationen zur Funknetz-Organisation ver
wendet. Da insbesondere für Interfahrzeug-Kommunikation ne
ben der Übertragung von zeitunkritischen Daten auch zeit
kritische Datenübertragungen, z. B. zur Steuerung des Kom
munikationsnetzes oder für zeitkritische Anwendungen (z. B.
Übertragung von Bremsdaten), unterstützt werden müssen,
muss dies ein leistungsfähiges Kanalzugriffsverfahren eben
falls ermöglichen.
Die Erfindung geht von derartigen Systemen der Interfahr
zeug-Kommunikation aus. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, die
Leistungsfähigkeit solcher Systeme durch Einsatz eines spe
ziellen Kanalzugriffsverfahrens zu verbessern.
Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren nach Anspruch
1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Anwendungsmög
lichkeiten ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprü
che.
Die hier beschriebene Erfindung betrifft den Einsatz bzw.
die Anpassung des Kanalzugriffprotokolls 'Multiple Trans
mission Non-Preemptive Multiple Access' (MT-NPMA) an die
Belange von Interfahrzeug-Funkkommunikationssystemen (ein
schließlich der Kommunikation mit Feststationen).
Dieses Verfahren wird im folgenden unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen und den darin verwendeten Abkürzungen näher be
schrieben. Es zeigt:
Fig. 1 ein Schichtenmodell für Interfahrzeug-Kommunika
tion;
Fig. 2 eine schematische Darstellung des 'Elimination
Yield Non-Preemptive Multiple Access' (EY-NPMA)-
Verfahrens;
Fig. 3 eine schematische Darstellung des 'Multiple
Transmission Non-Preemptive Multiple Access'
(MT-NPMA)-Verfahrens.
Im Schichtenmodell in Fig. 1 ist der übliche Aufbau der
Kommunikationsprotokolle für die Interfahrzeug-Kommunika
tion dargestellt. Über der physikalischen Schicht (Funkmo
dem) wird die Koordination des Kanalzugriffs und die Siche
rung auf Link-Ebene in der MAC/LLC-Schicht durchgeführt.
Auf der dritten Ebene wird zwischen Nutz- (z. B. hier IP-
Daten) und Funktionen zur Organisation des Funknetzes un
terschieden. Letztere beinhalten unter anderem das Routing,
das die Wegewahl in Ad-hoc-Funknetzen ermöglicht, wenn zwei
Fahrzeuge nicht direkt miteinander kommunizieren können.
Das MT-NPMA-Verfahren für den Kanalzugriff für Ad-hoc-
Funknetze wurde zuerst in der nachveröffentlichten
Druckschrift [1] beschrieben. Es stellt eine Modifikation
des 'Elimination Yield Non-Preemptive Multiple Access' (EY-
NPMA)-Verfahrens dar, welches in dem HIPERLAN
Typ 1-Standard [2] spezifiziert ist. Zur Beschreibung des
MT-NPMA-Verfahrens wird daher zuerst das EY-NPMA-Verfahren
erläutert. Danach wird das MT-NPMA-Verfahren beschrieben.
Der HIPERLAN Typ1 - Standard der ETSI (European Telecommu
nikations Standards Institute) beschreibt ein lokales Ad-
hoc-Funknetz (Funk-LAN). Dieser Standard spezifiziert unter
anderem das Kanalzugriffsverfahren EY-NPMA. Zielumgebung
für Systeme nach diesem Standard ist insbesondere die Büro
umgebung.
In diesem Abschnitt wird auf das Kanalzugriffsverfahren für
HIPERLAN eingegangen. Dieses wird als 'Elimination Yield
Non-Preemptive Multiple Access' (EY-NPMA) bezeichnet. Das
Verfahren wurde speziell für HIPERLAN Typ1 konzipiert und
wurde auf die Anforderungen, die an HIPERLAN-Typ1-Systeme
gestellt werden, ausgerichtet. Diese umfassen insbesondere:
- - Dezentralität. Dezentrale Systemarchitektur mit der Kon sequenz, daß ein HIPERLAN-Knoten auf der Ebene der MAC- Schicht (Media Access Control, = Kanalzugriff) keine Informationen über die Anzahl, Zustände und Adressen der Knoten in seiner Kommunikations- und Detektionsreich weite besitzt.
- - Zeitkritische Dienste. Unterstützung von zeitkritischen Diensten mittels eines Prioritätsmechanismus zur Behand lung von Datenpaketen anhand deren Restlebenszeiten.
- - Zeitinvariante Topologie. Topologieänderungen aufgrund der maximalen Geschwindigkeit der HIPERLAN-Knoten von 10 m/s und der Funkreichweite von rund 50 Meter.
Aufgrund der zu erwartenden häufigen Topologieänderungen
und aufgrund des dezentralen Ansatzes von HIPERLAN wurde
ein nichtkonfliktfreies Zugriffsverfahren ausgewählt, wel
ches auf dem 'Carrier Sense'-Prinzip aufbaut. Dies bedeu
tet, daß sendewillige Stationen zuerst den Funkkanal abhö
ren und nur dann senden, wenn kein anderer Sendevorgang
detektiert werden kann.
Detektiert eine sendewillige Station einen anderen Sende
vorgang, so wartet sie ab, bis dieser vorüber ist. Danach
tritt sie in eine sogenannte Wettbewerbsphase ein, d. h. sie
durchläuft einen Mechanismus, indem sie entweder den Kanal
weiter abhört, oder aber Nutz- bzw. Signalisierdaten sen
det. Hierbei wird einkalkuliert, dass unter Umständen meh
rere Stationen gleichzeitig senden. Man spricht in diesem
Falle von einer Kollision. Die Wettbewerbsphase dient dazu,
die Wahrscheinlichkeit einer Kollision zu minimieren. Das
EY-NPMA-Verfahren definiert folgende drei Teilphasen für
die Wettbewerbsphase:
- - Priorisierungsphase. Bestimmung derjenigen Stationen, die die höchste Priorität besitzen.
- - Eliminations-Phase. Erste Ausscheidungsphase.
- - Yield-Phase. Zweite Ausscheidungsphase.
Da sendende Funkknoten während des Sendevorgangs nicht er
kennen können, ob die Kommunikation erfolgreich war - hier
für sind die Verhältnisse an der Antenne des Empfängers
maßgeblich - ist ein Quittierungsmechanismus Bestandteil
des EY-NPMA-Verfahrens. Direkt nach dem erfolgreichen Emp
fang eines Datenpaketes quittiert dies der Empfänger durch
Senden eines Bitmusters. Diese Quittierung wird nur für
Unicast-Übertragungen durchgeführt. Multi- und Broadcast
pakete werden nicht quittiert.
In Fig. 2 ist der Ablauf des EY-NPMA-Verfahrens an einem
Beispiel mit 5 Stationen (sog. 'Knoten') dargestellt. In x-
Richtung ist die Zeit aufgetragen. Nehmen wir an, Station 1
überträgt zu Beginn ein Datenpaket an Station 2. Nach einer
Schutzzeit (Acknowledge Interframe Space, iAK bestätigt
Station 2 den korrekten Empfang des Datenpakets, indem sie
eine entsprechende Quittung unter Verwendung der niedrigen
Datenrate an Station 1 sendet. Nach einer weiteren Schutz
zeit (Interframe Space, iCS) beginnt der eigentliche neue
Kanalzugriffszyklus. Dabei wird die Zeit zwischen Beginn
des Kanalzugriffs und Sendebeginn in Intervalle, sog.
'Zeitschlitze' eingeteilt. Es wird zwischen Prioritäts-,
Elimination- und den sogenannten Yield-Zeitschlitzen
unterschieden.
Im Beispiel in Fig. 2 konkurrieren nun die drei Stationen
3, 4 und 5 um den Kanal. Zuerst werden die Stationen elimi
niert, die in diesem Zugriffszyklus nicht die höchste
Priorität besitzen. Dazu detektieren alle Stationen einer
ihrer Priorität entsprechende Anzahl von Prioritäts-Zeit
schlitzen den Kanal. Empfangen sie während dieser Zeit kein
Signal, so senden sie den sogenannten Prioritätspuls. Im
darstellten Beispiel haben alle drei Stationen die Priori
tät 2 (= 3. Prioritätsrang der Prioritätsfolge 0, 1, 2, . . .)
und senden demzufolge im dritten Prioritätszeitschlitz.
Stationen mit niedrigerer Priorität erkennen dies, indem
sie den Kanal ständig mitdetektieren, und scheiden, sobald
sie das Signal erkennen, aus diesem Kanalzugriffszyklus
aus.
Nach dem Signalisieren der Priorität treten die verbleiben
den Stationen in eine erste Ausscheidungsphase, die sogenannte
Elimination-Phase, ein. Dazu wird der Prioritätspuls
um eine zufällig gewählte Zahl von Elimination-Zeitschlitze
verlängert. In Folge setzen sich diejenigen Stationen, die
den Prioritätspuls am längsten senden, gegenüber anderen
Stationen durch (im Beispiel in Fig. 2 die Stationen 3 und
5). Alle anderen (Station 4) erkennen nämlich die länger
andauernden Prioritätspulse, indem sie nach dem Senden ih
res eigenen (kürzeren) Prioritätspulses schnellstmöglich
den Kanal detektieren und die noch immer Prioritätspulse
sendenden Stationen empfangen. Damit scheiden Stationen mit
kürzeren Prioritätspulsen in der Eliminationsphase aus
(hier also Station 4).
Verbleibende Stationen (hier die Stationen 3 und 5) über
wachen nun nach einer Schutzzeit iESV eine individuell zu
fällig gewählte Anzahl von Yield-Zeitschlitzen, ob der Ka
nal weiterhin frei bleibt. Diese Zeit wird als Yield-Phase
bezeichnet. Bleibt der Kanal frei, so sendet die Station
mit der (zufällig) kürzesten Yield-Phase ihr Datenpaket.
Dies detektieren dann andere, wegen ihrer (zufällig) länger
festgelegten Yield-Phase noch wartende Stationen und schei
den aus. Im dargestellten Beispiel nach Fig. 2 hat Station
5 eine Anzahl von 4 Yield-Zeitschlitzen Wartezeit festge
legt, die konkurrierende Station 3 eine größere Zahl. Somit
sendet also die Station 5 nach dem 4. Yield-Zeitschlitz ihr
Datenpaket, Station 3 scheidet aus. Senden mehr als eine
Station (wegen zufällig identisch gewählter Anzahl von
Yield-Zeitschlitzen), so tritt eine Kollision auf.
Ein oben beschriebener Kanalzugriffszyklus beginnend mit
der Prioritätsausscheidung und nachfolgender Elimination-
und Yield-Phase wird als synchronisierter Kanalzugriff be
zeichnet, da alle Stationen sich auf das zuletzt empfangene
Signal synchronisiert haben. Daneben gibt es noch einen
freien Kanalzugriff, bei dem die Wettbewerbsphase nicht
durchlaufen wird, sondern direkt gesendet werden kann. Dies
ist der Fall, wenn eine genügend lange Zeit seit dem
letzten Signal auf dem Funkkanal verstrichen ist.
In der Dissertationsschrift [1] wird ein neues Kanalzu
griffsverfahren für dezentral organisierten Kanalzugriff in
lokalen Funknetzen - das 'Multiple Transmission Non-Preemp
tive Multiple Access'-Verfahren - vorgeschlagen. Das MT-
NPMA-Verfahren wird folgend näher beschrieben.
Das MT-NPMA-Verfahren wird als Alternative für den Einsatz
in HIPERLAN-Systemen angesehen. Es unterliegt daher den
gleichen Anforderungen, wie das EY-NPMA-Verfahren des
HIPERLAN Typ 1-Standards. Daneben bietet es eine Reihe
neuer Funktionalitäten, die vorteilhaft für Interfahrzeug-
Kommunikationssysteme eingesetzt werden können. Die Nutzung
der Möglichkeiten und Funktionalitäten des MT-NPMA-Verfah
rens für diese Anwendungsszenarien ist Gegenstand dieser
Erfindung.
Das MT-NPMA ist eine Weiterentwicklung des EY-NPMA-Verfah
rens. So werden die Priorisierungs- und die Eliminations-
Phase wie beim EY-NPMA-Verfahren durchlaufen (siehe Fig.
3). Neu am MT-NPMA-Verfahren ist, daß nun in der zweiten
Wettbewerbsphase (Yield-Phase) nicht nur ein Paket, sondern
mehrere Pakete von verschiedenen Stationen übertragen wer
den können. Die zweite Wettbewerbsphase wird daher bei die
sem Verfahren im folgenden als 'Multiple Transmission'-
oder MT-Phase bezeichnet. Die MT-Phase besteht aus einer
festen Anzahl von 'Multiple Transmission'-Zeitschlitzen,
die entweder leer sind oder in denen eine Übertragung ggf.
mit anschließender Quittierung stattfindet. Ein Kanalzugriffszyklus
ist erst dann beendet, wenn alle MT-Zeit
schlitze durchlaufen sind. Dabei wird, wenn in einem MT-
Zeitschlitz ein Paket gesendet wird, die Paketübertragung
einschließlich Quittierung als ein MT-Zeitschlitz gezählt.
Jede Station, die die Eliminations-Phase gewinnt, wählt zu
fällig und z. B. gleichverteilt einen MT-Zeitschlitz aus. In
diesem sendet sie ihr Datenpaket. Die anderen Stationen de
tektieren dies und zählen entsprechend die MT-Zeitschlitze
mit. Der Zugriffszyklus endet erst dann, wenn alle MT-Zeit
schlitze durchlaufen sind. Ein vollständiger Durchgang -
beginnend mit der Priorisierungs-Phase und endend mit dem
Ablauf des letzten MT-Zeitschlitzes - wird als MT-Zugriffs
zyklus bezeichnet.
Die Priorisierungs- und die Eliminations-Phase werden pro
Kanalzugriffszyklus (und somit ggf. für mehrere Übertra
gungen von Datenpaketen innerhalb einer MT-Phase) nur ein
mal durchlaufen, was eine wesentliche Verringerung des
Overheads (= für Datenübertragung nicht verfügbare Sende
zeit der Priorisierungs- u. Eliminierungs-Phase) bedeutet.
Andererseits müssen in jedem Zugriffszyklus alle MT-Zeit
schlitze abgewartet werden. Im Vergleich zum EY-NPMA-Ver
fahren, bei dem der Kanalzugriffszyklus nach Senden des
Paketes beendet ist, bedeutet dies für den Fall, das z. B.
während der gesamten MT-Phase nur ein einziges Datenpaket
übertragen wird, einen erhöhten Overhead. In [1] wird je
doch nachgewiesen, dass das MT-NPMA-Verfahren im Vergleich
zum EY-NPMA bei richtiger Parametrisierung ein wesentlich
besseres Leistungsverhalten ermöglicht.
Fig. 3 zeigt einen Zugriffszyklus am Beispiel von drei
konkurrierenden Stationen nach dem Multiple Transmission-
NPMA Verfahren. Der Zugriffszyklus endet erst dann, wenn
alle MT-Zeitschlitze durchlaufen sind, wobei ein Zeitschlitz,
in dem ein Datenpaket (Data) übertragen und quit
tiert wird (Ack), wie ein leerer Zeitschlitz gezählt wird.
Die in den vorigen Abschnitten beschriebenen Zugriffsver
fahren EY-NPMA und MT-NPMA besitzen selbst keine Mechanis
men, um die zeitgerechte Übertragung von zeitkritischen
Datenpaketen zu garantieren. Der HIPERLAN-Standard sieht
allenfalls vor, dass falls eine Station zeitkritische Pa
kete übertragen muss, sie diese vorzieht und gemäß der
Restlebenszeit der Pakete den Paketen Prioritäten zuweist.
Dabei gilt: Je kürzer die Restlebenszeit, desto höher die
Priorität. Kann ein Paket nicht während seiner Lebenszeit
übertragen werden, so wird es verworfen.
Dieses Verhalten ist insbesondere bei einer gleichzeitigen
Übertragung zeitkritischer Datenpakete und asynchronem Da
teitransfer kritisch. Da letztere Daten häufig in größeren
Blöcken auftreten und somit kurzzeitig viel Übertragungs
kapazität beanspruchen können, kann das Funknetz bei pa
rallelem Datentransfer mehrerer Stationen für einige Zeit
in hohe Auslastungen getrieben werden und somit z. B.
Sprachverbindungen durch Verwerfen eines hohen Anteils von
Sprachpaketen unterbrechen.
In [1] wird eine Erweiterung des MT-NPMA-Verfahrens vorge
schlagen, die einen konfliktfreien Vielfachzugriff für ver
bindungsorienterte, periodische Datenübertragungen ermög
licht.
Das MT-NPMA-Verfahren erlaubt aufgrund seiner Eigenschaften
mit wenigen Erweiterungen auch den kollisionsfreien Zugriff
für zeitkritische Dienste, die regelmäßig Daten übertragen.
Dabei kann den Stationen, die zeitkritische Datenpakete
übertragen, nach einer Verbindungsaufbauphase der kolli
sionsfreie Kanalzugriff zumindest in genügend stark ver
maschten bzw. vollvermaschten Funknetzen garantiert werden.
In [1] werden Maßnahmen beschrieben, die das MT-NPMA-Ver
fahren auch im Falle teilvermaschter Funknetze anwendbar
machen.
Die Zugriffszyklen werden unterschieden in solche, in denen
kollisionsfrei zugegriffen wird, und in solche, in denen
asynchrone Datenübertragungen stattfinden. Im folgenden
werden erstere als periodische Zugriffszyklen und letztere
als asynchrone Zugriffszyklen bezeichnet. Periodische Zu
griffszyklen treten mit der für die verbindungsorientierte
Kommunikation typischen Periode auf. Eine Folge zusammen
gehöriger periodischer Zugriffszyklen wird als (periodi
sche) Zugriffszyklenfolge bezeichnet.
Die Erweiterungen des MT-NPMA-Verfahrens zur Unterstützung
konfliktfreier Zugriffe umfassen:
- a) Unterscheidungskriterien zwischen periodischen und asynchronen Zugriffszyklen.
- b) Regeln für die konfliktfreie Übertragung innerhalb der periodischen Zugriffszyklen.
- c) Regeln für Verbindungsauf- und -abbau.
- d) Regeln zur Unterstützung verschiedener verbindungsorien tierter, zeitkritischer Kommunikationsdienste mit z. B unterschiedlichen Periodendauern.
Im folgenden werden diese Erweiterungen zum MT-NPMA-Verfah
ren beschrieben.
Die Unterscheidung der beiden Typen von Zugriffszyklen er
folgt durch die Kanalzugriffspriorität (Priorisierungs-Pha
se). Periodische Zugriffszyklen besitzen gegenüber den
asynchronen vorzugsweise eine höhere Zugriffspriorität,
z. B. können den periodischen Zugriffszyklen die höheren
Zugriffsprioritäten, z. B. 0 und 1 zugeordnet werden.
Die Übertragung innerhalb eines periodischen Zugriffszyklus
geschieht wie folgt: Jeder aufgebauten Verbindung ist genau
ein MT-Zeitschlitz zugeordnet. Dieser MT-Zeitschlitz bleibt
der Verbindung in jedem der Zugriffszyklen einer Zugriffs
zyklenfolge zur exklusiven Nutzung überlassen. Innerhalb
dieser MT-Zeitschlitze überträgt der Sender jeweils ein
Datenpaket und erwartet vom Empfänger die entsprechende
Quittung. Ist ein MT-Zeitschlitz nicht belegt, so bleibt
der Zeitschlitz leer.
Für einen Verbindungsaufbau empfängt eine Station die Si
gnale auf dem Funkkanal und überprüft, ob eine Zugriffs
zyklenfolge mit passender Periodendauer bereits gesendet
wird. Wenn ja, so wählt die Station in einem Zyklus der
gefundenen Folge einen freien MT-Zeitschlitz und sendet ein
erstes Datenpaket. Ein solcher Verbindungsaufbau ist nicht
konfliktfrei. Senden beispielsweise mehrere Stationen zum
ersten Mal in einem periodischen Zyklus, so können sie
kollidieren, da die Auswahl unter den freien MT-Zeitschlit
zen zufällig erfolgt. - Geeignete Kollisionsauflösungsver
fahren sind jedoch bekannt und in der Fachliteratur be
schrieben. Tritt keine Kollision auf und wird der korrekte
Empfang vom Empfänger quittiert, so ist der ausgewählte MT-
Zeitschlitz dieser Verbindung zugeordnet.
Konnte die Station keine passenden periodischen Zugriffs
zyklenfolgen detektieren, so initiiert sie selbst eine neue
periodische Zugriffszyklenfolge, indem sie mit entsprechen
der Priorität (s. o.) auf den Funkkanal in einem der - bis
her asynchronen - Zugriffszyklen zugreift. Die Station ver
wendet dann zur Datenübertragung z. B. den ersten MT-Zeit
schlitz dieses Zugriffszyklus'.
Mit dem vorgestellten Verfahren ist es möglich, verschiede
ne zeitkritische Kommunikationsdienste mit verschiedener
Periodizität parallel zu unterstützen. Dies geschieht,
indem für jeden Verbindungstyp eine eigene Zugriffszyklen
folge aufgebaut wird. Die Folgen müssen allerdings geeignet
voneinander unterschieden werden können. Hierzu wird die
Priorisierungs- bzw. Eliminations-Phase verwendet. Jede
Zugriffszyklenfolge verwendet eine eindeutige Länge der
Eliminations-Phase. Diese wird bei der Initiierung derart
ausgewählt, daß keine zwei gleichen Eliminationslängen bei
verschiedenen Folgen auftreten. Hierzu detektiert die
initiierende Station vorab den Übertragungskanal ausrei
chend lange.
Eine Zugriffszyklenfolge ist daher durch die Zugriffsprio
rität, durch die Länge der Eliminations-Phase und durch die
zeitliche Lage gekennzeichnet. Dabei können unterschiedli
che Zugriffszyklenfolgen sowohl gleiche als auch verschie
dene Periodendauern besitzen.
Die in diesem Abschnitt vorgeschlagene Erweiterung des MT-
NPMA-Verfahrens zur konfliktfreien Übertragung von perio
dischen Daten besitzt eine Reihe von Eigenschaften und
Vorteilen. So werden verbindungsorientierte Dienste ohne
zentrale Steuerung unterstützt. Es werden keine festen
Rahmenstrukturen vordefiniert. Die Zugriffszyklenstruktur
ergibt sich vielmehr aus dem Verhalten aller dezentral or
ganisierten Stationen. Die Anzahl der aufgebauten Verbin
dungen pro Folge begrenzt sich auf die Anzahl der MT-Zeit
schlitze, die bei der Auslegung des Kommunikationsnetzes
festgelegt wird. Nach Aufbau einer Verbindung erfolgt die
Übertragung kollisionsfrei. Die Zugriffszyklenfolge bleibt
solange bestehen, solange nicht alle Verbindungen abgebaut
sind.
Das MT-NPMA-Kanalzugriffsverfahren ist für die Inter-Fahr
zeugkommunikation in Ad-hoc-Funknetzen besonders geeignet.
Hierbei wird ausgenutzt, daß sowohl spontane asynchrone
Kommunikationsvorgänge, wie z. B. die Übertragung der Daten
eines Bremsvorgangs unterstützt werden, als auch Kommuni
kationsvorgänge, die eine Vielzahl von Übertragungen (z. B.
Übertragung von großen Dateien oder Übertragungen innerhalb
von TCP-Flows) erfordern, bzw. regelmäßig auftreten (z. B.
Signalisierung für die Routing-Mechanismen der Ad-hoc-
Netze).
Dadurch, dass das MT-NPMA-Verfahren mehrere Prioritäten
unterstützt, kann es verschiedene Kommunikationsvorgänge
innerhalb verschiedener Prioritätsstufen durchführen. Sol
che Kommunikationsvorgänge umfassen insbesondere:
- - Signalisierdaten für die Organisation des Ad-hoc-Funk netzes: z. B. Übertragung von Daten für das Routing, zur Erfassung der erreichbaren Fahrzeuge, Austausch von Po sitionsdaten zwischen den Fahrzeugen.
- - Datenübermittlung innerhalb sicherheitssteigernder An wendungen: z. B. Übertragung von Bremsdaten, von detek tierten Hindernissen bzw. Straßenverhältnissen, Be schleunigungswerte vorherfahrender Fahrzeuge oder allge mein die Übertragung von Sensordaten zwischen Fahrzeu gen.
- - Nichtzeitkritische Daten, z. B. im Rahmen von IP-basier ten Anwendungen (Email, Kurznachrichten, WWW, Chat).
Die Erfindung sieht dabei vor, dass die auf Restlebenszei
ten basierende Priorisierung, die in [2] definiert ist und
dem MT-NPMA-Verfahren zugrunde liegt, aufgegeben wird und
eine Priorisierung vorzugsweise anhand von Anwendungen bzw.
Anwendungsfeldern durchgeführt wird. Eine vorteilhafte Aus
prägung im Rahmen dieser Erfindung sieht z. B. vor, dass
Datenübertragungen von sicherheitssteigernden Anwendungen
die höchste Priorität zugewiesen wird. Neben der Zuweisung
von Prioritäten mit Hilfe der Priorisierungsphase des MT-
NPMA-Verfahrens, gibt es zudem die Möglichkeit, die Elimi
nationsphase zur Priorisierung zu nutzen, indem feste,
statt zufällige Längen dieser Phase verwendet werden. Dies
wird insbesondere bei periodischen Zugriffszyklen einge
setzt.
Für eine Anwendung für ein Inter-Fahrzeug-Kommunikations
system kann das MT-NPMA-Verfahren derart genutzt werden,
daß eine Fahrzeuggruppe, die sich z. B. auf einer Autobahn
bewegt, eine eigene MT-NPMA-Zyklusfolge für die Kommunika
tion innerhalb der Fahrzeuggruppe verwendet. Dies bedeutet,
daß die Fahrzeuggruppe einen periodischen Zyklus für sich
reserviert und innerhalb der MT-Phase dieses Zyklus' Daten
sendet. Dabei kann jedem Fahrzeug entweder ein fester Zeit
schlitz, eine Gruppe von Zeitschlitzen oder kein fester
Zeitschlitz zugeordnet sein. Hat ein Fahrzeug keinen Zeit
schlitz, so kann es sich einen reservieren, indem es wie
oben beschrieben in einem freien MT-Zeitschlitz zu senden
beginnt, oder es kann, falls es eine spontane Kommunikation
durchführen will, einen asynchronen Zyklus abwarten. Ist
ein periodischer Zyklus kleiner als die maximale hierfür
zur Verfügung stehende Zeit, so können asynchrone Zyklen
eingefügt werden.
Im Folgenden werden weitere vorteilhafte Anwendungsmöglich
keiten des MT-NPMA-Verfahrens für Interfahrzeug-Kommunika
tionssysteme ausgeführt.
Ein Interfahrzeug-Funkkommunikationssystem muss in den ver
schiedensten Anwendungsszenarien verwendbar sein. Konträre
Anforderungen stellen dabei die Stadtumgebung und Autobah
nen dar. Während in der Stadtumgebung sehr viele Fahrzeuge
bzw. Feststationen auf engen Raum mit geringeren Geschwin
digkeiten zu erwarten sind, ist auf Landstraße bzw. auf
Autobahnen mit Fahrzeuggruppen zu rechnen, die sich in
gleicher Richtung bzw. in gegensätzlicher Richtung bewegen.
Für die verschiedenen Anwendungsszenarien läßt sich das MT-
NPMA-Verfahren derart einsetzen, daß z. B. in Umgebungen mit
vielen Teilnehmern vorzugsweise asynchrone Zugriffszyklen
eingesetzt werden. Für ausgewählten Anwendungen, wie zum
Beispiel zur Koordination des Verkehrs an Kreuzungen, kann
eine Feststation, die so angebracht ist, dass sie die Kreu
zung funktechnisch 'ausleuchtet', zur Koordination des Ka
nalzugriffs mittels einer periodischen Zugriffsfolge heran
gezogen werden. Dabei kann die Zuteilung der Zeitschlitze
der MT-Phase nicht zufällig durch die Fahrzeuge, sondern
fest oder durch Vergabe durch die Feststation z. B. anhand
des Straßenverlaufs erfolgen.
Bewegt sich eine Anzahl von Fahrzeugen entlang einer Über
landstraße, wie z. B. einer Autobahn, so können diese Fahr
zeuge innerhalb einer periodischen Zugriffszyklenfolge mit
einander kommunizieren. Diese Zugriffszyklenfolge kann vor
teilhaft verwendet werden, um neben Nutzdaten auch Steuer
daten z. B. für das Routingprotokoll kontinuierlich auszu
tauschen. Spontane Kommunikation, z. B. die Übermittlung von
Bremsdaten kann über asynchrone MT-NPMA-Zyklen vorzugsweise
mit höherer Priorität erfolgen. Für die Weiterverbreitung
der Information an nachfolgende Fahrzeuge kann wiederum,
falls die geforderten Übermittlungszeiten dies zulassen,
periodische Zugriffszyklusfolgen genutzt werden.
Sicherheitssteigernde Anwendungen basieren beispielsweise
auf der Übertragung von Sensordaten zwischen Fahrzeugen.
Dies kann spontan erfolgen, etwa dann, wenn ein Fahrzeug
plötzlich bremst oder in einen Unfall verwickelt wird. In
diesem Falle wird ein asynchroner MT-Zyklus mit höchster
Priorität gestartet. Im Sinne der Erfindung wird dabei die
Möglichkeit der Priorisierung von Datenpakete des MT-NPMA-
Verfahrens mittels der Priorisierungsphase verwendet.
Werden Anwendungen realisiert, die einen kontinuierlichen
Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen erfordern, z. B. zum
Zwecke der Abstandserfassung oder von kooperativen Fahr
manövern (z. B. Platooning), so wird vorzugsweise eine
periodische Zyklusfolge hierfür eingesetzt. Auch dieser
Zugriffsfolge wird eine feste Priorität - vorzugsweise eine
hohe - zugeordnet.
Bei der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Feststation
sind beide im allgemeinen nur kurze Zeit in Funkkontakt.
Hier ermöglicht das MT-NPMA-Verfahren vorteilhaft folgende
Vorgehensweisen:
- 1. Für die Kommunikation von Feststationen zu fahrenden Fahrzeugen kann die Feststation einen asynchronen MT- NPMA-Zyklus initiieren. Durch die Verwendung und Reser vierung einer vorzugsweisen hohen Priorität, wird die Kommunikation von der Feststation zu den Fahrzeugen sichergestellt.
- 2. Eine Feststation kann auch eine periodische Zugriffszyk lenfolge initiieren und sich somit einen festen Anteil an der Funkkapazität sichern. Hierbei kann z. B. eine be stimmte Priorität der Prioritätsausscheidungsphase vor gesehen werden. Befinden sich mehrere Feststationen ge genseitig in Funkreichweite, so können die MT-NPMA-Zyk len der Feststation durch die Länge der Eliminations- Phase unterschieden werden. Diese Längen können den Feststationen fest oder dynamisch zugeordnet sein.
- 3. Für die Kommunikation von den Fahrzeugen zu den Fest stationen können auch Zeitschlitze in den MT-NPMA-Zu griffszyklen von vorbeifahrenden Fahrzeuggruppen genutzt werden.
- 4. Für die Kommunikation von einer Feststation zu den Fahr zeugen kann ein oder können mehrere Zeitschlitze inner halb periodischer MT-NPMA-Zyklen reserviert werden.
Für den Betrieb von Ad-hoc-Funknetzen müssen im allgemeinen
Signalisierdaten zur Netzorganisation kontinuierlich über
tragen werden (Schicht 3, Fig. 1). Solche Daten umfassen
u. a. Anfragen zur Detektion der Stationen in Funkreichwei
te, Signalisierdaten zum Aufbau von Routing-Tabellen und
Signalisierdaten für die Steuerung von Sendevorgängen
(Sendeleistung). Für diese Kommunikation können periodische
MT-NPMA-Zyklen eingesetzt werden. Dabei kann jedem Fahrzeug
einer Fahrzeuggruppe ein spezieller Zeitschlitz zugeordnet
werden. Die periodischen Zyklen mehrerer Fahrzeuggruppen
können z. B. durch die Länge der Eliminationsphase unter
schieden werden. Das Eliminationssignal kann auch mit höhe
rer Leistung gesendet werden oder auch mit einer anderen,
günstigeren Frequenz (höhere Reichweite) gesendet werden,
um den Effekt der 'Hidden Stations' (Fahrzeuge außerhalb
der Funkreichweite) zu unterdrücken.
In naher Zukunft kann davon ausgegangen werden, dass Fahr
zeuge mit Positionsbestimmungssystemen ausgestattet sind,
so daß die Fahrzeuge ihre Position im Bereich weniger Meter
und zudem ihre Fahrtrichtung bestimmen können.
Mit dem MT-NPMA-Verfahren kann dies ausgenutzt werden, um
die MT-Zeitschlitze periodischer Zugriffsfolgen nicht mehr
durch zufälligen Zugriff, sondern anhand der Position eines
Fahrzeuges in einer Gruppe von Fahrzeugen zuzuteilen.
Fahrzeuggruppen können vorteilhaft eine periodische Zu
griffsfolge für die Kommunikation innerhalb der Gruppe
verwenden. Die Unterscheidung der verschiedenen Zugriffs
folgen erfolgt vorzugsweise anhand der Anzahl der Elimina
tionszeitschlitze. Neben der Länge der Eliminations-Phase
sind die periodischen Zugriffszyklen durch ihre Periode und
den Zeitpunkt des Auftretens gekennzeichnet. Dadurch daß
vorherfahrende Fahrzeuggruppen die Kenndaten der periodi
schen Zugriffsfolgen nachfolgender Fahrzeuggruppen an Fahr
zeuggruppen, die in Gegenrichtung fahren signalisieren,
kann eine Kommunikation zwischen Fahrzeuggruppen, die in
gegensätzlichen Richtungen fahren, koordiniert werden.
Zudem können Kollisionen von periodischen Zugriffszyklen
vermieden werden.
In einer vorteilhaften Ausprägung der Erfindung kann die
Wahl der Anzahl von Eliminationszeitschlitzen in Zugriffs
zyklenfolgen von der Richtung der Straße abhängig gemacht
werden.
Das MT-NPMA-Verfahren lässt sich vorteilhaft für die Orga
nisation des Verkehrs in Bereichen mit höherem Gefahrenpo
tenzial - z. B. an Kreuzungen - verwenden. Hierbei kann bei
spielsweise im Bereich einer Kreuzung eine periodische Zu
griffszyklenfolge eingesetzt werden, die nur im Bereich der
Kreuzung gilt und die ausschließlich zur Organisation des
Verkehrs an der Kreuzung verwendet wird.
Diese periodische Zyklenfolge kann von einem Fahrzeug, das
sich der Kreuzung nähert und noch keine Zyklenfolge detek
tiert, initiiert werden. Es ist auch möglich - und die Er
findung schließt diesen Anwendungsfall mit ein -, daß für
die Steuerung des Verkehrsflusses eine Feststation einge
setzt wird. In diesem Fall kommuniziert die Feststation mit
den Fahrzeugen innerhalb dieser Zugriffsfolge. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn den einzelnen sich kreuzenden
Straßen MT-NPMA-Zeitschlitze fest zugewiesen sind. Hierzu
müssen die Fahrzeuge allerdings anhand des Positioniersy
stems eine Zuordnung zu den Straßen bzw. zur Fahrtrichtung
durchführen können.
Für die Koordination an Kreuzungen kann eine bestimmte
Priorität bzw. eine bestimmte Priorität und vordefinierte
Längen der Eliminationsphasen definiert werden.
[1] Walter Franz: 'Untersuchungen zu dezentral organisier
ten, nichtkonfliktfreien Kanalzugriffsverfahren in draht
losen lokalen Netzen' (Dissertation eingereicht an der Uni
versität Stuttgart, Fachbereich Elektrotechnik im April
1998)
[2] ETSI Standard: 'High Performance Radio Local Area Network' (HIPERLAN Type
[2] ETSI Standard: 'High Performance Radio Local Area Network' (HIPERLAN Type
1
), Functional Specification, ISBN
2-7437-2385-8
,
1998
Claims (14)
1. Verfahren für eine Kanalzugriffssteuerung in dezentralen
Adhoc-Funknetzen zur Interfahrzeug-Kommunikation, wobei Si
gnalisierdaten und Nutzdaten unterschiedlicher Kategorien
übertragen werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal
zugriff in Zugriffszyklen nach dem 'Multiple Transmission
Non-Preemptive Multiple Access' (MT-NPMA)-Verfahren er
folgt, in denen zunächst eine Auswertung der von verschie
denen Stationen übertragenen Signalisierdaten in einer
Priorisierungs- und nachfolgenden Eliminationsphase durch
geführt wird und anschließend die Übertragung eines oder
mehrerer Nutzdaten-Pakete in einer 'Multiple-Transmission'
(MT)-Phase erfolgt, die eine vorgegebene Anzahl von Über
tragungsintervallen aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
verschiedenen Kategorien von Nutzdaten durch Zuordnung ent
sprechender Signalisierdaten unterschiedliche Prioritäten
zugewiesen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die zugewiesenen Signalisierdaten bezüglich der Elimina
tionsphase unterschiedlich ausgelegt sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
gleichen Kategorien von Nutzdaten jeweils bezüglich der
Eliminationsphase gleiche Signalisierdaten zugewiesen wer
den.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass neben spontan generierten, asynchronen
Zugriffszyklen auch periodische Zugriffszyklen und/oder
periodische Zugriffszyklenfolgen verwendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
periodischen Zugriffszyklen zur Unterscheidung von asyn
chronen Zugriffszyklen spezielle Signalisierdaten zugewie
sen sind, die bezüglich der Priorisierungsphase unter
schiedlich ausgelegt sind.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
Zugriffszyklenfolgen mit unterschiedlicher Periode durch
Signalisierdaten gekennzeichnet sind, die bezüglich der
Eliminationsphase unterschiedlich ausgelegt sind.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5, 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet, dass periodische Zugriffszyklenfolgen zur
Nutzdaten- und/oder zur Signalisierdatenübermittlung
zwischen Fahrzeugen eingesetzt werden, die (z. B. aufgrund
ihrer Position, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit) einer
Fahrzeuggruppe zugeordnet werden können.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass
verschiedenen Fahrzeugen einer Fahrzeuggruppe unterschied
liche Übertragungsintervalle der MT-Phase der periodischen
Zugriffzyklenfolge zugeordnet werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass zur Übertragung von Nutzdaten sicher
heitsbezogener Kategorien (z. B. Daten über Bremsvorgänge an
nachfolgende Fahrzeuge) asynchrone Zugriffszyklen mit hoher
Priorität verwendet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 5 bis 10, dadurch gekennzeich
net, dass für die Kommunikation zwischen Feststationen und
Fahrzeugen periodische Zugriffszyklenfolgen verwendet wer
den.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Feststation mehrere Übertragungsintervalle der
MT-Phasen der periodischen Zugriffszyklen für die Daten
übertragung zu den Fahrzeugen reserviert.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass für die Kommunikation zwischen
Feststationen und Fahrzeugen eine bestimmte Priorität fest
gelegt ist.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Signalisierdatenübertragung
während der Eliminationsphase mit höherer Intensität
durchgeführt wird.
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|---|---|---|---|
| DE2001130768 DE10130768C2 (de) | 2001-06-26 | 2001-06-26 | Kanalzugriffsverfahren für Adhoc-Funknetze zur Interfahrzeug-Kommunikation |
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| DE2001130768 DE10130768C2 (de) | 2001-06-26 | 2001-06-26 | Kanalzugriffsverfahren für Adhoc-Funknetze zur Interfahrzeug-Kommunikation |
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| DE2001130768 Expired - Fee Related DE10130768C2 (de) | 2001-06-26 | 2001-06-26 | Kanalzugriffsverfahren für Adhoc-Funknetze zur Interfahrzeug-Kommunikation |
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