DE10059532A1 - Halbleiterchip für die Optoelektronik - Google Patents
Halbleiterchip für die OptoelektronikInfo
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Abstract
Bei einem Halbleiterchip für die Optoelektronik ist die aktive Zone (3) der in Dünnschichttechnik hergestellten aktiven Schicht (2) durch sich verjüngende Ausnehmungen (8) unterbrochen. Dadurch ergibt sich eine verbesserte Lichtausbeute.
Description
Die Erfindung betrifft einen Halbleiterchip für die Optoelek
tronik mit einer aktiven Schicht, die eine Photonen emittie
rende Zone aufweist und die auf einer Befestigungsseite an ei
nem Trägerkörper angebracht ist.
Derartige in Dünnschichttechnik hergestellte Halbleiterchips
sind aus der EP 0 905 797 A2 bekannt. Zur Herstellung des be
kannten Halbleiterchips wird üblicherweise eine aktive Schicht
auf einem Substrat durch ein Epitaxieverfahren aufgebracht.
Auf der Oberseite der aktiven Schicht wird daraufhin ein Trä
gerkörper befestigt und das Substrat entfernt. Vorteilhafter
weise befindet sich zwischen dem Trägerkörper und der aktiven
Schicht eine metallische Reflexionsschicht, so daß kein Licht
vom Trägerkörper absorbiert wird. Die bekannten Halbleiter
chips eignen sich insbesondere für Anwendungen, in denen eine
hohe optische Leistung erforderlich ist.
Ein Nachteil der bekannten, in Dünnschichttechnik hergestell
ten Halbleiterchips ist, daß die zwischen Trägerkörper und der
aktiven Schicht angeordnete metallische Reflexionsschicht bei
kurzen Wellenlängen im allgemeinen keine zufriedenstellende
Reflektivität aufweisen. Insbesondere bei einer Wellenlänge
von weniger als 600 nm wird Gold als metallische Reflexions
schicht immer ineffizienter, da die Reflektivität signifikant
abnimmt. Bei Wellenlängen unterhalb von 600 nm können bei
spielsweise die Elemente Al und Ag verwendet werden, deren Re
flektivität bei Wellenlängen kleiner 600 nm vergleichsweise
konstant bleibt.
Außerdem können große Flächen, wie die metallische Reflexions
schicht, nur schwer gebondet werden. Durch das Bonden und das
Legieren der metallischen Kontaktschicht wird außerdem die
Qualität der metallischen Reflexionsschicht im allgemeinen be
einträchtigt.
Weiter ist aus der DE 198 07 758 A1 ein pyramidenstumpfförmi
ger Halbleiterchip bekannt, der eine aktive, Licht emittieren
de Zone zwischen einer oberen Fensterschicht und einer unteren
Fensterschicht aufweist. Die obere Fensterschicht und die un
tere Fensterschicht bilden zusammen einen pyramidenstumpfför
migen Grundkörper. Die schräge Ausrichtung der Seitenwände der
Fensterschichten bewirkt, daß das von der aktiven Zone ausge
hende Licht an den Seitenflächen totalreflektiert wird und na
hezu rechtwinklig auf die als Leuchtfläche dienende Basisflä
che des pyramidenstumpfförmigen Grundkörpers auftrifft. Da
durch tritt ein Teil des von der aktiven Zone emittierten
Lichts innerhalb des Austrittkegels des Halbleiterelements auf
die Oberfläche. Unter Austrittskegel soll in diesem Zusammen
hang der Kegel der Lichtstrahlen verstanden werden, deren Ein
fallswinkel kleiner als der kritische Winkel für die Totalre
flexion ist und die daher nicht totalreflektiert werden. Um zu
einer signifikanten Steigerung der Lichtausbeute zu kommen,
setzt dieses Konzept eine Mindestdicke für die obere und unte
re Fensterschicht voraus. Bei dem bekannten pyramidenstumpf
förmigen Halbleiterelement beträgt die Dicke der oberen und
unteren Fensterschicht wenigstens 50,8 µm (2 Millizoll). Eine
derartige Schichtdicke ist noch im Bereich des Machbaren.
Falls jedoch die Leistung des bekannten Halbleiterchips erhöht
werden soll, ist es erforderlich, sämtliche Abmessungen zu
skalieren. Dabei ergeben sich rasch Schichtdicken, die nur un
ter hohem Aufwand auf epitaktischem Wege herstellbar sind. Der
bekannte Halbleiterchip ist daher nicht ohne weiteres skalier
bar.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, einen in Dünnschichttechnik herstellbaren
Halbleiterchip mit verbesserter Lichtauskopplung zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß danach gelöst, daß in die
aktive Schicht von der Befestigungsseite her eine Ausnehmung
eingebracht ist, deren Querschnittsfläche mit zunehmender Tie
fe abnimmt.
Durch Ausnehmungen kann die Befestigungsseite des Halbleiter
chips wesentlich verkleinert werden, so daß das Bonden der ak
tiven Schicht auf dem Trägerkörper problemlos durchgeführt
werden kann. Durch die Ausnehmungen werden außerdem Seitenflä
chen geschaffen, an denen ein Teil der von der aktiven Zone
emittierten Photonen so reflektiert wird, daß die Photonen in
nerhalb des Austrittkegels auf die der Befestigungsfläche ge
genüberliegende Austrittsfläche der aktiven Schicht auftref
fen. Bei dem Halbleiterchip gemäß der Erfindung wird gewisser
maßen die Reflexion an der durchgehenden Reflexionsschicht
durch die Reflexion an den Seitenflächen der Ausnehmungen er
setzt.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind die Ausnehmungen
so tief, daß die aktive Zone der aktiven Schicht durch die in
die aktive Schicht von der Befestigungsseite her eingebrachte
Ausnehmung unterbrochen ist.
Es hat sich gezeigt, daß Halbleiterchips, deren aktive Zone
durch eine in die aktive Schicht von der Befestigungsseite her
eingebrachte Ausnehmung unterbrochen ist, eine besonders hohe
Lichtausbeute aufweisen. Denn in diesem Fall werden nicht nur
die zur Befestigungsseite hin emittierten Photonen, sondern
auch die zur Austrittsfläche der aktiven Schicht hin emittier
ten Photonen durch Reflexion an den Seitenflächen der Ausneh
mung in einen großen Winkel zur Austrittsfläche gebracht.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind durch
die Ausnehmungen Erhebungen auf einer Verbindungsschicht der
aktiven Schicht gebildet.
Derartige Erhebungen wirken als Kollimatoren, die die Trajekt
orien der von der aktiven Zone emittierten Photonen nahezu im
rechten Winkel zu der Austrittsfläche des Halbleiterchips aus
richten. Dadurch trifft ein Großteil der emittierten Photonen
innerhalb des Austrittskegels auf die Austrittsfläche auf und
kann den Halbleiterchip verlassen.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Verbin
dungsschicht so ausgebildet, daß wenigstens eine Trajektorie
der von der aktiven Zone emittierten Photonen von der jeweili
gen Erhebung zu einer der benachbarten Erhebungen führt.
Durch die optische Kopplung der Erhebungen können Photonen,
die nicht an einer der Seitenflächen der ursprünglichen Erhe
bung reflektiert worden sind, in eine der benachbarten Erhe
bungen gelangen und dort an den Seitenflächen der jeweiligen
Erhebung so reflektiert werden, daß sie innerhalb des Aus
trittskegels auf die Austrittsfläche treffen.
Ferner sind bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfin
dung die Erhebungen mit konkaven Seitenflächen ausgestattet.
Durch diese Maßnahmen werden Photonen, die an der Austritts
fläche zunächst reflektiert werden mit jeder weiteren Reflexi
on an der Seitenfläche der Erhebungen zunehmend aufgestellt,
so daß sie schließlich innerhalb des Austrittskegels auf die
Austrittsfläche treffen.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Erhe
bungen mit einer Reflexionsschicht bedeckt.
Durch diese Maßnahme werden sämtliche auf die Seitenfläche der
Erhebungen treffenden Lichtstrahlen in Richtung auf die Aus
trittsseite des Halbleiterchips gelenkt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der ab
hängigen Ansprüche.
Nachfolgend wird die Erfindung im einzelnen anhand der beige
fügten Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Halbleiterchip
gemäß der Erfindung;
Fig. 2 einen Querschnitt durch ein weiteres Ausfüh
rungsbeispiel eines Halbleiterchips gemäß
der Erfindung, bei dem die aktive Zone je
weils innerhalb von pyramidenstumpfförmigen
Erhebungen angeordnet ist;
Fig. 3 einen Querschnitt durch einen Halbleiterchip
gemäß der Erfindung, der mit Erhebungen aus
gestattet ist, die konkave Seitenflächen
aufweisen;
Fig. 4 ein Diagramm, das die Steigerung der Licht
ausbeute bei dem Halbleiterchips gemäß der
Erfindung im Vergleich zu herkömmlichen
Halbleiterchips zeigt;
Fig. 5 ein Querschnittsprofil einer Erhebung, die
sich aus einem unteren flachen Kegelstumpf
und einem oberen steilen Kegelstumpf zusam
mensetzt;
Fig. 6a bis 6d verschiedene Querschnittsprofile von Erhe
bungen und ein Diagramm, das die Abhängig
keit der Auskoppeleffizienz vom Radius der
Grenzfläche zwischen dem unteren Pyramiden
stumpf und dem oberen Pyramidenstumpf der
Erhebung aus Fig. 5 zeigt;
Fig. 7 ein Diagramm, das die Abhängigkeit der Aus
koppeleffizienz von der Reflektivität einer
auf der Spitze der Erhebung aus Fig. 5 an
geordneten Kontaktschicht zeigt;
Fig. 8 ein Diagramm, in dem die Abhängigkeit der
Auskoppeleffizienz von der Reflektivität der
Seitenflächen der Erhebung aus Fig. 5 dar
gestellt ist;
Fig. 9 ein Diagramm, aus dem der Zusammenhang zwi
schen Auskoppeleffizienz und Größe eines
Leuchtflecks in der aktiven Zone hervorgeht;
Fig. 10a bis 10d verschiedene Querschnittsprofile einer Erhe
bung, bei der die Höhe der aktiven Zone va
riiert ist und ein Diagramm, in dem die Aus
koppeleffizienz in Abhängigkeit von der Dic
ke einer unteren Begrenzungsschicht darge
stellt ist;
Fig. 11 ein Diagramm, das die Abhängigkeit der Aus
koppeleffizienz vom Flankenwinkel der Sei
tenflächen einer Erhebung mit dem im Fig.
10b dargestellten Querschnittsprofil zeigt;
Fig. 12 ein weiteres Diagramm, in dem die Abhängig
keit der Auskoppeleffizienz vom Flankenwin
kel einer Erhebung mit dem Querschnittspro
fil aus Fig. 10b dargestellt ist;
Fig. 13 ein Diagramm, das die Abhängigkeit der Aus
koppeleffizienz von der Breite der aktiven
Schicht bei gleichbleibender Höhe veran
schaulicht; und
Fig. 14 ein Diagramm, das die Abhängigkeit der Aus
kopplungseffizienz von der Dicke einer die
Erhebung verbindenden Verbindungsschicht für
verschiedene Profile der Erhebungen zeigt.
Der in Fig. 1 dargestellte Halbleiterchip für eine Lumines
zenzdiode weist einen Trägerkörper 1 auf, auf dem die aktive
Schicht 2 angebracht ist. Der Deutlichkeit halber ist in Fig.
1 die Dicke der aktiven Schicht 2 im Verhältnis zu der Dicke
des Trägerkörpers 1 übertrieben gezeichnet. Die aktive Schicht
2 weist eine Photonen emittierende, aktive Zone 3 auf, die je
weils auf einer mittleren Höhe in Erhebungen 4 ausgebildet
ist. Die Erhebungen 4 können pyramidenstumpfartig oder kegel
stumpfartig ausgebildet sein. Der Halbleiterchip stellt somit
eine Lumineszenzdiode dar.
Die Erhebungen 4 sind auf einer Verbindungsschicht 5 angeord
net, die auf einer flachen Vorderseite 6 eine zentrale vorder
seitige Kontaktstelle 7 aufweist, die von einer Metallisie
rungsschicht gebildet ist. Die rückseitigen, von Ausnehmungen
8 gebildeten Erhebungen 4 sind mit einer Reflexionsschicht be
deckt, die aus einer dielektrischen Isolierschicht 9 und einer
darauf aufgebrachten Metallisierungsschicht 10 besteht. Die
Isolierschicht 9 ist entlang einer Grundfläche 11 der Erhebun
gen 4 durch Durchkontaktierungen 12 unterbrochen, die von me
tallisierten Abschnitten gebildet werden.
Zur Herstellung des in Fig. 1 dargestellten Halbleiterchips
wird zunächst auf einem Grundsubstrat die aktive Schicht 2
epitaktisch aufgewachsen. Die aktive Schicht 2 kann beispiels
weise auf der Basis von InGaAlP hergestellt werden. Dabei wird
zunächst die Verbindungsschicht 5 auf dem Grundsubstrat aus
gebildet und anschließend mit einer Konzentration oberhalb von
1018 cm-3 dotiert, um eine gute Leitfähigkeit der Verbindungs
schicht 5 zu gewährleisten. Denn eine gute Leitfähigkeit der
Verbindungsschicht 5 ist Voraussetzung dafür, daß auf der Vor
derseite 6 eine zentrale Kontaktstelle 7 für die Versorgung
der aktiven Zone 3 mit Strom genügt. Außerdem ist die Zusam
mensetzung der Verbindungsschicht 5 so gewählt, daß sie für
die in der aktiven Zone erzeugten Photonen transparent ist.
Dies läßt sich üblicherweise über eine Einstellung der Band
lücke durch die Zusammensetzung des Materials der Verbindungs
schicht 5 bewerkstelligen.
Anschließend wird eine weitere Schicht auf der Verbindungs
schicht 5 aufgebracht, in die die Erhebungen 4 mit geeigneten
naß- oder trockenchemischen Ätzverfahren eingebracht werden.
Derartige Ätzverfahren sind bekannt und sind nicht Gegenstand
der Anmeldung. Die Erhebungen 4 werden vorzugsweise in den für
die Halbleiterchips vorgesehene Bereichen ausgebildet. Dies
sind Bereich mit typischen Außenabmessungen von 400 × 400 µm2.
Die Erhebungen 4 weisen Außenabmessungen auf, die im Bereich
der Schichtdicke der aktiven Schicht 2 liegen. Die Au
ßenabmessungen der Erhebungen 4 liegen daher im Bereich von 10 µm.
In einem weiteren Verfahrensschritt erfolgt das Abscheiden der
Isolierschicht 9 auf den Erhebungen 4 und das Ausbilden der
Durchkontaktierungen 12. Danach wird die Metalli
sierungsschicht 10 aufgebracht.
Anschließend wird die aktive Schicht 3 entsprechend der vorge
sehenen Zahl von Halbleiterchips aufgetrennt. Dies erfolgt
beispielsweise durch Naßätzen.
Dann werden die vereinzelten aktiven Schichten am Trägerkörper
1 beispielsweise durch eutektisches Bonden befestigt und das
Grundsubstrat durch Naßätzen entfernt. Abschließend werden die
Kontaktstellen 7 auf der freigelegten Vorderseite der aktiven
Schicht 2 ausgebildet und die Halbleiterchips durch Trennen
des Trägerkörpers 1 vereinzelt.
Der in Fig. 1 dargestellte Halbleiterchip weist den Vorteil
auf, daß die von der aktiven Zone 3 erzeugten Photonen nicht
auf Komponenten des Halbleiterchips treffen, die diese absorbieren.
Denn durch die Metallisierungsschicht 10 werden die
Photonen vom Trägerkörper 1 ferngehalten.
Ein weiterer Vorteil ist, daß bei dem Halbleiterchip aus Fig.
1 ein Großteil der von der aktiven Zone 3 emittierten Photonen
an Seitenflächen 13 der Erhebungen 4 totalreflektiert wird.
Die an den Seitenflächen 13 totalreflektierten Photonen tref
fen auf die Vorderseite 6 unter einem großen Winkel. Insbeson
dere trifft ein Teil der Photonen, der ohne Reflexion an den
Seitenflächen 13 an der Vorderseite totalreflektiert würde,
auf die Vorderseite 6 innerhalb des Austrittskegels und kann
daher den Halbleiterchip verlassen. Bei dem Halbleiterchip ge
mäß Fig. 1 wird daher die Reflexion an der aus dem Stand der
Technik bekannten durchgehenden Grundfläche zumindest teilwei
se durch die Totalreflexion an den Seitenflächen 13 ersetzt.
Daher weist der Halbleiterchip aus Fig. 1 im Vergleich zu
herkömmlichen Halbleiterchips ohne Ausnehmungen 8 eine nahezu
um den Faktor 2 gesteigerte Lichtausbeute auf.
Der beschriebene Effekt sei im folgenden anhand der in der
Fig. 2 und 3 dargestellten weiteren Ausführungsbeispiele im
einzelnen erläutert.
Betrachtet seien eine Reihe von Lichtstrahlen, wobei der Be
griff Lichtstrahlen nicht als eine Einschränkung auf eine be
stimmte Wellenlänge, sondern als Bezugnahme auf die Methoden
der geometrischen Optik, unabhängig von der Wellenlänge, ver
standen werden soll.
Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Er
hebungen 4 pyramidenstumpfförmig ausgebildet und lediglich an
der Grundfläche 11 der Erhebungen 4 über eine Kontaktschicht
14 am Trägerkörper 1 befestigt. Durch die Kontaktschicht 14
wird die aktive Zone 3 mit Strom versorgt.
Aufgrund der großen Differenz zwischen den Brechungsindizes
von Halbleitern zu Gießharz von typischerweise 3,5 zu Werten
von typischerweise 1,5 können an der Grenzfläche zwischen
Halbleiter und Gießharz nur Lichtstrahlen aus dem Halbleiter
auskoppeln, die innerhalb eines Austrittskegels mit einem Öff
nungswinkel von etwa 16° auf die Grenzfläche auftreffen. Bei
einem winkelmäßig gleich verteilten Einfall der Lichtstrahlen
entspricht dies etwa 2% der auf eine Flächeneinheit einfallen
den Lichtstrahlen.
Durch die Erhebungen 4 werden die von der aktiven Schicht 2
ausgehende Lichtstrahlen in Richtung auf die Vorderseite 6 ge
lenkt. Die Erhebungen 4 wirken daher als Kollimatoren, in de
ren Brennfläche sich die aktive Zone 3 befindet. Die Erhebun
gen 4 bewirken, daß die auf die Seitenflächen 13 auftreffenden
Lichtstrahlen in Richtung auf die Vorderseite 6 aufgestellt
werden und dort innerhalb des Austrittskegels auftreffen, so
daß sie den Halbleiterchip verlassen können. Die Lichtausbeute
kann dabei durch eine geeignete Wahl der Abmessungen der
Grundfläche 11, des Neigungswinkels der Seitenfläche 13 und
der Höhe der Erhebungen 4 sowie die Lage der aktiven Zone 3
optimiert werden.
In Fig. 2 ist ein Lichtstrahl 15 gezeigt, der zunächst an der
Seitenfläche 13 totalreflektiert und von dort zur Vorderseite
6 gelenkt wird. Auf der Vorderseite 6 trifft der Lichtstrahl
15 innerhalb des Austrittskegels auf die Grenzfläche auf und
kann daher den Halbleiterchip verlassen. Ohne die Totalrefle
xion an der Seitenfläche 13 wäre der Lichtstrahl 15 an der
Vorderseite 6 totalreflektiert und zu einer der aus dem Stand
der Technik bekannten Reflexionsschichten zurückgelenkt wor
den, wo er erneut reflektiert worden wäre. Insofern wird bei
dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel die Reflexion
an der herkömmlichen durchgehenden Reflexionsschicht durch die
Reflexion an den Seitenflächen 13 ersetzt.
Dies gilt auch für einen Lichtstrahl 16, der zunächst an der
Grundfläche 11 und dann an der Seitenfläche 13 reflektiert
wird. Auch der Lichtstrahl 16 wird nach der zweiten Reflexion
zu der Vorderseite 6 gelenkt, wo er innerhalb des Austrittske
gels auftrifft. Ohne die Reflexion an der Seitenfläche 13 wäre
der Lichtstrahl 16 ebenfalls an der Vorderseite 6 totalreflek
tiert und zu einer rückseitigen Reflexionsschicht zurückge
lenkt worden.
Von Vorteil ist ferner, daß die Erhebungen 4 über die Verbin
dungsschicht 5 optisch gekoppelt sind. Unter der optischen
Kopplung soll in diesem Zusammenhang verstanden werden, daß
wenigstens einer der von der aktiven Schicht 2 ausgehenden
Lichtstrahlen über eine Mittellinie 17 hinweg von dem Bereich
einer der Erhebungen 4 in den Bereich einer der benachbarten
Erhebungen 4 gelangen kann. Denn durch die optische Kopplung
mit Hilfe der Verbindungsschicht 5 kann ein Lichtstrahl 18,
der nicht auf eine der Seitenflächen 13 der jeweiligen Erhe
bungen 4 trifft, auf eine der Seitenflächen 13 einer der be
nachbarten Erhebungen 4 treffen und dort zur Vorderseite 6 ge
lenkt werden, wo er innerhalb des Austrittskegels auftrifft.
Durch die optische Kopplung über die Verbindungsschicht 5 wird
daher die Lichtausbeute weiter gesteigert.
In Fig. 3 ist schließlich ein Querschnitt durch ein abgewan
deltes Ausführungsbeispiel des Halbleiterchips dargestellt,
bei dem die Erhebungen 4 kegelstumpfförmig mit konkaven Sei
tenflächen 13 ausgebildet sind. Die Ausgestaltung der Seiten
flächen 13 führt dazu, daß ein zwischen der Vorderseite 6 und
der Seitenfläche 13 hin und her reflektierter Lichtstrahl 18
bei Annäherung an die Mittellinie 17 zunehmend aufgestellt
wird, bis er innerhalb des Austrittskegels auf die Vorderseite
6 auftrifft. Das gleiche gilt für Lichtstrahlen 9, die zu
nächst über die Verbindungsschicht 5 von jeweils einer Erhe
bung 4 zur benachbarten Erhebung 4 gelangen und dort in einem
großen Winkel zur Vorderseite 6 gebracht werden.
In Fig. 4 ist schließlich ein Diagramm dargestellt, in dem
eine Meßkurve 20 die Abhängigkeit der Lichtausbeute in relati
ven Einheiten vom Betriebsstrom bei Pulsbetrieb für eine herkömmliche,
in Dünnfilmtechnik hergestellte Leuchtdiode dar
stellt. Eine weitere Meßkurve 21 veranschaulicht die Abhängig
keit der Lichtausbeute in relativen Einheiten in Abhängigkeit
vom Betriebsstrom für eine Leuchtdiode gemäß dem in Fig. 3
dargestellten Ausführungsbeispiel. Fig. 4 ist zu entnehmen,
daß die Lichtausbeute bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausfüh
rungsbeispielen etwa das Doppelte der Lichtausbeute von her
kömmlichen Halbleiterchips ohne Ausnehmungen 8 aufweist.
Um die günstigste Form für die Erhebungen 4 zu ermitteln, wur
de eine Reihe von Raytracing-Simulationen durchgeführt. Die
Ergebnisse dieser Rechnungen werden nachfolgend anhand der
Fig. 5 bis 14 im einzelnen vorgestellt.
Zunächst seien die in den Rechnungen variierten Parameter an
hand Fig. 5 erläutert. In Fig. 5 ist ein Querschnittsprofil
einer der Erhebungen 4 dargestellt. In dem gezeigten Fall ist
die Erhebung 4 aus einem unteren Kegelstumpf 22 und einem obe
ren Kegelstumpf 23 zusammengesetzt. Der untere Kegelstumpf 22
grenzt mit einer Basisfläche 24 an die Verbindungsschicht 5
an. Im oberen Kegelstumpf 23 ist die aktive Zone 3 ausgebil
det. Außerdem ist in Fig. 5 eine auf der Grundfläche 11 der
Erhebung 3 angeordnete Kontaktstelle 25 vorgesehen.
Die Seitenflächen 13 der Erhebung 4 setzen sich aus einer
Flanke 26 des unteren Kegelstumpfs 22 und Flanken 27 des obe
ren Kegelstumpfs 23 zusammen. Die geometrischen Abmessungen
des unteren Kegelstumpfes 22 entlang einer gemeinsamen Grenz
fläche 28 sind so gewählt, daß die Flanke 26 unmittelbar in
die Flanke 27 übergeht.
Im folgenden wird auf verschiedene Abmessungen der Erhebung 4
Bezug genommen. Der Radius der Basisfläche 24 des unteren Ke
gelstumpfes 22 wird mit rn, der Radius der Grenzfläche 28 mit
rt und der Radius der Grundfläche 11 mit rp bezeichnet. Ferner
kann die Erhebung 4 in eine untere Begrenzungsschicht 29 zwi
schen der Basisfläche 24 und der aktiven Zone 3 und eine obere
Begrenzungsschicht 30 zwischen der aktiven Zone 3 und der
Grundfläche 11 unterteilt werden. Die untere Begrenzungs
schicht 29 weist dabei eine Höhe hu und die obere Begrenzungs
schicht 30 eine Höhe ho auf. Die gesamte Höhe der Erhebung 4
wird schließlich mit H bezeichnet. Sie wurde durchgehend in
allen Rechnungen gleich 6 µm gesetzt. Für die Dicke hw der
Verbindungsschicht 5 wurde in allen Rechnungen, in denen die
Dicke hw nicht variiert wurde, ein Wert von 2 µm gewählt.
In den Fig. 6a bis 6d ist das Ergebnis einer Rechnung dar
gestellt, in der der Radius rp der Grundfläche 11 gleich 5 µm
und der Radius rn der Basisfläche 24 gleich 20 µm gesetzt wur
de. Der Radius rt der Grenzfläche 28 wurde zwischen 6 und 18 µm
entsprechend den in Fig. 6a bis Fig. 6c dargestellten
Querschnittsprofilen variiert.
In den Rechnungen wurde für die aktive Zone 3 ein Brechnungs
index von 3,2 angesetzt. Der Brechnungsindex der unteren Be
grenzungsschicht 29, der oberen Begrenzungsschicht 30 sowie
der Verbindungsschicht 5 war gleich 3,3. Soweit nicht vari
iert, wurde die Reflektivität der Kontaktstelle 25 mit 0,3 an
gesetzt. Die Reflektivität der von der Kontaktstelle 25 nicht
bedeckten Grundfläche 11 sowie der Flanken 26 und 27 wurde auf
den Wert 0,8 gesetzt. Unter Reflektivität wird dabei jeweils
der auf die Energie bezogene Reflexionskoeffizient verstanden.
Ferner wurde die Selbstabsorption der aktiven Zone 3 durch ei
nen Absorptionskoeffizient von 10.000/cm berücksichtigt. Alle
Rechnungen wurden mit Photonenrecycling durchgeführt. Dafür
wurde eine interne Quanteneffizienz von 0,8 angenommen. Die
Quanteneffizienz bei der Erzeugung von Photonen durch Ladungs
trägerrekombination wurde nicht berücksichtigt. Die in den
Diagrammen angegebene Auskoppeleffizienz η ist daher gleich
dem Verhältnis der aus dem Halbleiterchip ausgekoppelten Pho
tonen zur Zahl der tatsächlich erzeugten Photonen. Die Werte
für die angegebene Auskoppeleffizienz η müßte daher noch mit
dem Faktor 0,8 multipliziert werden, um zum externen Wirkungs
grad zu kommen.
Weiter wurde angenommen, daß die Reflexion an der Kontaktstel
le 25 und den Flanken 26 und 27 winkelunabhängig ist. In den
Rechnungen wird daher der Fall, daß zunächst die dielektrische
Isolierschicht 9 auf die Erhebungen 4 aufgebracht und durch
die spiegelnde Metalisierungsschicht 10 ergänzt wird, in den
Rechnungen in seiner Wirkung unterschätzt, da in den Rechnun
gen die in diesem Fall auftretende Totalreflexion nicht be
rücksichtigt wird.
Fig. 6c zeigt ein Diagramm, in dem die Auskoppeleffizienz η
gegen den Radius rt in einer Kurve 31 aufgetragen ist. Zum
Vergleich ist auch die Auskoppeleffizienz eines normalen Dünn
film-Halbleiterchips eingezeichnet, bei dem die Streuung nur
über das Photonenrecycling vermittelt wird. Dieser Dünnfilm-
Halbleiterchip mit der Kantenlänge 300 µm weist die gleiche
Epitaxiestruktur wie die Erhebung 4 im unteren Kegelstumpf 22
und oberen Kegelstumpf 23 auf. Es wurde angenommen, daß der
Halbleiterchip p-seitig mit einem Spiegel versehen ist, dessen
Reflektivität 0,72 beträgt. Dieser Wert ist der mit dem Bele
gungsgrad gewichtete Mittelwert der Reflektivität einer Refle
xionsschicht und einer Kontaktschicht, wobei für die Reflekti
vität der Reflexionsschicht der Wert 0,8 und für den Bele
gungsgrad der Reflexionsschicht der Wert 0,85 angesetzt und
für die Reflektivität der Kontaktschicht der Wert 0,3 und der
Belegungsgrad 0,15 verwendet wurde.
Aus Fig. 6 ist erkennbar, daß bei einem sehr großen Anstell
winkel ϕo des oberen Kegelstumpfs 23 gemäß dem in Fig. 6a
dargestellten Querschnittsprofil die Auskoppeleffizienz η kaum
besser als die Auskoppeleffizienz η einer herkömmlichen Dünn
film-Lumineszenzdiode ist, deren Auskoppeleffizienz in Fig.
6d durch die Gerade 32 dargestellt ist. Dies ist auch ver
ständlich, da die Erhebung 4 mit dem in Fig. 6a dargestellten
flachen Flächenquerschnittsprofil kaum die von der aktiven Zone
3 ausgehenden Lichtstrahlen in einen steilen Winkel zur
Leuchtfläche 6 bringt. Genau dies bewerkstelligt jedoch die
Erhebung 4 mit dem in Fig. 6c dargestellten Querschnittspro
fil, weshalb auch in diesem Fall die Auskoppeleffizienz hh na
hezu das Doppelte der Auskoppeleffizienz η einer herkömmlichen
Dünnschicht-Lumineszenzdiode beträgt.
Des weiteren wurde die Abhängigkeit der Auskoppeleffizienz η
von der Reflektivität der Kontaktstelle 25 untersucht. Zu die
sem Zweck wurde die Auskoppeleffizienz η in Abhängigkeit von
der Reflektivität der Kontaktstelle 25 berechnet, wobei das
Querschnittsprofil der Erhebung 4 gleich dem in Fig. 6b dar
gestellten Querschnittsprofil war. Außerdem wurde angenommen,
daß die Kontaktstelle 25 die gesamte Grundfläche 11 abdeckt.
Aus Fig. 7 ist erkennbar, daß die Auskoppeleffizienz η nicht
wesentlich von der Reflektivität der Kontaktstelle 25 abhängt.
Die hier beschriebenen Halbleiterchips mit Erhebungen 4 auf
der Befestigungsseite erscheinen daher wesentlich unempfindli
cher gegen die schlechte Reflektivität der Kontaktstellen 25
zu sein als die herkömmliche Dünnfilm-Lumineszenzdioden, da
die zur Auskopplung führenden Vielfachreflexionen offenbar nur
zu einem geringen Bruchteil zwischen der Grundfläche 11 und
der Leuchtfläche 6, sondern dreidimensional in der Erhebung 4
erfolgen.
Die relative Unabhängigkeit von der Reflektivität der Kontakt
stelle 25 ist besonders von Vorteil, da in der Praxis ein
niedriger ohmscher Widerstand zwischen der Kontaktstelle 25
und der oberen Begrenzungsschicht 30 im allgemeinen mit einer
schlechten Reflektivität verknüpft ist. Denn ein guter ohm
scher Kontakt erfordert die Diffusion von Atomen aus der die
Kontaktstelle 25 bildenden Schicht in das darunter liegende
Material.
Im Gegensatz zur Abhängigkeit von der Reflektivität der Kon
taktstelle 25 ist die Abhängigkeit der Auskoppeleffizienz η
von der Reflektivität RS der Spiegelflächen auf der Grundfläche
11 und den Flanken 26 und 27 stark ausgeprägt. Dies zeigen
die Ergebnisse einer Rechnung, die mit einem Modell für den
Halbleiterchip durchgeführt worden sind, dessen Erhebungen 4
die Radien rp = 5 µm, rd = 16 µm und rn = 20 µm aufweisen.
Die Erhebungen 4 weisen daher in etwa das in Fig. 6b darge
stellte Querschnittsprofil auf.
Das Ergebnis dieser Rechnung ist eine in Fig. 8 eingetragene
Kurve 33, die monoton mit zunehmender Reflektivität RS an
steigt. Ein in das Diagramm aus Fig. 8 eingetragener Punkt 34
stellt das Ergebnis einer Rechnung für einen Halbleiterchip
dar, auf den keine Spiegelschicht aufgebracht wurde, sondern
der in Harz als umgebendes Medium eingebettet wurde. Hier fin
det allerdings Totalreflexion statt, so daß sich gegenüber ei
nem Halbleiterchip mit einer Spiegelschicht eine größere Aus
koppeleffizienz ergibt. Dies wäre auch bei dem in Fig. 1 dar
gestellten Ausführungsbeispiel der Fall, bei dem zwischen der
Metallisierungsschicht 10 die elektrische Isolierschicht ange
ordnet ist, an der gleichfalls Totalreflexion stattfinden
kann.
Fig. 9 enthält das Ergebnis einer Rechnung, die an einem
Halbleiterchip mit Erhebungen 4 ausgeführt wurde, für deren
Radien galt: rp = 5 µm, rt = 16 µm und rn = 20 µm. Die Erhe
bungen 4 weisen daher im wesentlichen das die Fig. 6a darge
stellte Querschnittsprofil auf. Die aktive Zone 3 befand sich
dabei auf mittlerer Höhe zwischen der Basisfläche 24 und der
Grundfläche 11. Bei dieser Rechnung wurde der Bereich, in dem
in der aktiven Zone 3 Photonen entstehen auf einen Leuchtfleck
eingeengt, dessen Durchmesser dS auf der Abszisse aufgetragen
ist. Anhand des Diagramms in Fig. 9 ist erkennbar, daß die
Auskoppeleffizienz bei einem kleinen Leuchtfleck besonders
hoch ist. Das bedeutet, daß Photonen im Zentrum der aktiven
Zone 3 besonders gut ausgekoppelt werden. Insofern ist ein
leichter Weierstrass-Effekt vorhanden.
Ferner wurde der Einfluß der Position der aktiven Schicht 3
untersucht. In Fig. 10a bis 10c sind verschiedene Quer
schnittsprofile dargestellt, bei denen die Dicke hu der unte
ren Begrenzungsschicht 29 und die Dicke hu der oberen Begren
zungsschicht 30 so variiert wurden, daß die gesamte Höhe H der
Erhebung konstant blieb. Das Ergebnis der Rechnung ist in
Fig. 10d dargestellt, in der die Auskoppeleffizienz η in Abhän
gigkeit von der Dicke hu der unteren Begrenzungsschicht 29
aufgetragen ist. Es zeigt sich, daß die Auskoppeleffizienz
nur wenig von der Position der aktiven Zone 3 abhängig ist.
Eine aktive Zone 3, die in der unteren Hälfte der Erhebung 4
liegt, ist zu bevorzugen, da dann die Stromdichte durch die
aktive Zone 3 gering ist und daher die Strombelastung der ak
tiven Zone 3 klein gehalten wird, was Alterungs- und Lineari
tätsprobleme vermeidet.
Weiter wurde der Einfluß des Anstellwinkel ϕo der Flanke 27
und des Anstellwinkels ϕo der Flanke 26 untersucht. Dabei wur
de von einem Querschnittsprofil ausgegangen, bei dem der unte
re Kegelstumpf 22 und der obere Kegelstumpf 23 jeweils den
gleichen Wert für die Anstellwinkel ϕu und ϕo aufweisen. Dabei
wurde der Radius ϕo der aktiven Zone 3 konstant auf 10 µm ge
halten und der Anstellwinkel ϕ = ϕo = ϕu variiert. Dabei wur
den zwei Fälle betrachtet. Zum einen wurde die Auskoppeleffi
zienz η für den periodischen Fall berechnet, in dem unendlich
viele Erhebungen 4 in einem quadratischen Raster angordnet
sind, wobei der Abstand der Fußpunkt 10 µm beträgt. Das Ergeb
nis ist im Diagramm in Fig. 11 in der Kurve 35 festgehalten.
Außerdem wurde ein aperiodischer Fall untersucht. Dazu wurde
die Auskoppeleffizienz η eines Halbleiterchips mit einer ein
zelnen Erhebung 4 berechnet, wobei alle in die Verbindungs
schicht 5 einlaufenden Phontonen von der Verbindungsschicht 5
absorbiert werden. Der aperiodische Fall wird in Fig. 11
durch die Kurve 36 wiedergegeben. Aus Fig. 11 ist bereits er
kennbar, daß die Verbindungsschicht 5 einen spürbaren Beitrag
zur Auskoppeleffizienz η liefert.
Für den Flankenwinkel ϕ existiert auch ein optimaler Bereich.
Dies wird anhand Fig. 12 deutlich. In der zugrunde liegenden
Rechnung wurde der Radius rp gleich 10 µm gesetzt. Der Radius
ra der aktiven Zone 3 und der Radius rn der Basisfläche 24
wurden so variiert, daß der Anstellwinkel ϕ der Flanken 27 und
26 einen Wertebereich zwischen 1,5° und 85° abdeckt. Wie aus
Fig. 12 erkennbar ist, gibt es einen optimalen Winkelbereich
für den Anstellwinkel ϕ. Der Flankenwinkel ϕ sollte zwischen
5° und 60°, vorzugsweise zwischen 10° und 40° liegen. Beson
ders gute Werte für die Auskoppeleffizienz η ergeben sich wenn
der Anstellwinkel ϕ zwischen 15° und 30° liegt.
Anschließend wurde untersucht, welche Auswirkung eine Variati
on der Breite der Erhebungen 4 auf die Auskoppeleffizienz η
hat. In diesem Fall wurde daher die Höhe H der Erhebungen 4
konstant gehalten und die Radien rp, ra und rn gleichmäßig ge
streckt. Eine Kurve 37 in Fig. 13 veranschaulicht den Fall,
daß die Reflektivität RK der Kontaktstelle 25 gleich 0,3 ist.
Eine weitere Kurve 38 betrifft den Fall, daß die Reflektivität
RK der Kontaktstelle 25 0,8 beträgt. Sowohl die Kurve 37 als
auch die Kurve 38 zeigen die Abhängigkeit der Auskoppeleffizi
enz η vom Durchmesser 2ra der aktiven Zone 3. Bei guter Re
flektivität der Kontaktstelle 25 sinkt die Auskoppeleffizienz
η nur wenig mit zunehmendem Durchmesser der aktiven Zone 3.
Die Kurve 37, die den realistischen Fall einer schlechten Re
flektivität RK der Kontaktstelle 25 veranschaulicht, zeigt je
doch, daß die Auskoppeleffizienz η mit zunehmendem Durchmesser
der aktiven Zone 3 stark abnimmt. Die Auskoppeleffizienz η ist
daher um so besser, je kleiner die seitliche Ausdehnung der
Erhebungen 4 ist.
Auch die Dicke der Verbindungsschicht 5 ist für die Auskoppe
leffizienz η von Bedeutung. In Fig. 14 ist die Auskoppeleffi
zienz η für verschiedene Fälle in Abhängigkeit von der Dicke
hw der Verbindungsschicht 5 aufgetragen. Eine Kurve 39 gibt
den bereits erwähnten periodischen Fall wieder. Eine weitere
Kurve 40 betrifft den aperiodischen Fall und eine dritte Kurve
41 einen Fall, in dem quadratische Halbleiterchips mit einer
Kantenlänge von 300 µm durch eine Verbindungsschicht unterein
ander verbunden sind. Man erkennt aus Fig. 14, daß die Ver
bindungsschicht 5 mit wachsender Schichtdicke zunehmend von
Vorteil ist. Allerdings geht aus Fig. 14 auch hervor, daß ei
ne Vielzahl von einzelnen Halbleiterchips, die jeweils eine
Erhebung 4 aufweisen den besten Fall darstellen, da die Aus
koppeleffizienz bei der Dicke hw = 0 am höchsten ist. Einzel
chips haben jedoch den Nachteil, daß ihre Leistung nicht be
liebig vergrößert werden kann, da mit der Leistung auch die
Abmessungen der Halbleiterchips skaliert werden müssen. Aus
praktischen Gründen ist jedoch die Dicke von Epitaxieschichten
begrenzt. Dies hat zur Folge, daß einzelne Halbleiterchips
sich nicht für beliebig hohe Leistungen auslegen lassen. Die
in den Fig. 1 bis 4 vorgestellten Halbleiterchips lassen sich
jedoch dahezu beliebig skalieren, da nur die Zahl der Erhebun
gen 4 entsprechend der zunehmenden Fläche der Verbindungs
schicht 5 erhöht werden muß, um die Lichtleistung der Halblei
terchips zu steigern.
Eine weitere Untersuchung bezog sich auf die Frage, ob die ak
tive Zone 3 nicht auch in der Verbindungsschicht 5 angeordnet
sein kann. Dazu wurde die Auskoppeleffizienz für eine herkömm
liche Dünnfilm-Lumineszenzdioden berechnet und diese gleich 1
gesetzt. Ein Halbleiterchip mit der aktiver Zone 3 in der Ver
bindungsschicht 5 hat im Vergleich zur herkömmlichen Dünnfilm-
Lumineszenzdiode eine Auskoppeleffizienz von 1,25. Für die in
Fig. 1 bis 4 dargestellten Halbleiterchips ergab sich
schließlich eine relative Auskoppeleffizienz von 1,67. Dies
zeigt, daß auch dann eine Steigerung der Auskoppeleffizienz η
erreichbar ist, wenn die aktive Zone 3 in der Verbindungs
schicht 5 angeordnet ist.
1
Trägerkörper
2
aktive Schicht
3
aktive Zone
4
Erhebungen
5
Verbindungsschicht
6
Leuchtfläche
7
Kontaktstelle
8
Ausnehmungen
9
Isolierschicht
10
Metallisierungsschicht
11
Grundfläche
12
Durchkontaktierung
13
Seitenflächen
14
Kontaktschicht
15
Lichtstrahl
16
Lichtstrahl
17
Mittellinie
18
Lichtstrahl
19
Lichtstrahl
20
Meßkurve
21
Meßkurve
22
Unterer Kegelstumpf
23
Oberer Kegelstumpf
24
Basisfläche
25
Kontaktstelle
26
Flanke
27
Flanke
28
Grenzfläche
29
Untere Begrenzungsschicht
30
Obere Begrenzungsschicht
31
bis
41
Kurve
Claims (14)
1. Halbleiterchip für die Optoelektronik mit einer aktiven
Schicht (2), die eine Photonen emittierende Zone (3) auf
weist und die auf einer Befestigungsseite (11) an einem
Trägerkörper angebracht ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
in die aktive Schicht (2) von der Befestigungsseite (11)
her eine Ausnehmung (8) eingebracht ist, deren Quer
schnittsfläche mit zunehmender Tiefe abnimmt.
2. Halbleiterchip nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die aktive Zone (3) durch die Ausnehmung (8) unterbrochen
ist.
3. Halbleiterchip nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
durch eine Vielzahl von Ausnehmungen (8) Erhebungen (4)
auf einer Verbindungsschicht (5) der aktiven Schicht (2)
gebildet sind.
4. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
wenigstens eine Trajektorie (18) der von der aktiven Zone
(3) emittierten Photonen von der jeweiligen Erhebung (4)
zu einer der benachbarten Erhebungen (4) führt.
5. Halbleiterchip nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Erhebungen (4) zum Trägerkörper hin verjüngen.
6. Halbleiterchip nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Erhebungen (4) konkave Seitenflächen (13) aufweisen.
7. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Erhebungen (4) pyramidenstumpfförmig ausgebildet sind.
8. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die aktive Zone (3) in einer der Verbindungsschicht (5)
benachbarten Hälfte der Erhebungen (4) angeordnet ist.
9. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbindungsschicht (5) für die von der aktiven Zone
(3) emittierten Photonen transparent ist.
10. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbindungsschicht (5) hoch dotiert ist.
11. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 3 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Erhebungen (4) mit einer Reflexionsschicht (9, 10) be
deckt sind.
12. Halbleiterchip nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Reflexionsschicht eine mit einer Isolierschicht (9)
unterlegte Metallisierungsschicht (10) aufweist.
13. Halbleiterchip nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die aktive Schicht (2) eine Dicke von weniger als 50 µm
aufweist.
14. Halbleiterchip nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die aktive Schicht (2) eine Dicke von weniger als 30 µm
aufweist.
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