DE10024023C2 - Resonanzsystem für elektrisch verstärkte Saiteninstrumente - Google Patents
Resonanzsystem für elektrisch verstärkte SaiteninstrumenteInfo
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- G10H—ELECTROPHONIC MUSICAL INSTRUMENTS; INSTRUMENTS IN WHICH THE TONES ARE GENERATED BY ELECTROMECHANICAL MEANS OR ELECTRONIC GENERATORS, OR IN WHICH THE TONES ARE SYNTHESISED FROM A DATA STORE
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Description
Die Erfindung betrifft ein Resonanzsystem für elektrisch verstärkte Saiteninstrumen
te. Die gezielte Erzeugung von Rückkopplungen ist ein fester Bestandteil der Spiel
technik von elektrisch verstärkten Saiteninstrumenten, insbesondere in der Rockmu
sik. Die bekannteste Methode ist, den Schall des Lautsprechers zur Anregung der
Saiten zu nutzen: Das elektrische Signal des Tonabnehmers gelangt über den In
strumentenverstärker zum Lautsprecher, dessen Schallwellen Grund- und Ober
schwingungen der Saiten je nach Phasenlage verstärken oder abschwächen (Fig. 1
Signalweg A). Auf diese Weise kann die Abklingdauer der gespielten Töne bis zur
Dauerschwingung verlängert werden. Das Prinzip funktioniert nur bei obertonreichen
(verzerrten) Klängen, die dadurch entstehen, daß das Tonabnehmersignal den In
strumentenverstärker oder ein entsprechend vorgeschaltetes Effektgerät gezielt
übersteuern. Der klangliche Effekt hängt im wesentlichen davon ab, welche Frequen
zen des Klangspektrums verstärkt werden. Der Spieler kann durch die Positionierung
des Instrumentes im Schallfeld Stärke und Frequenz der Rückkopplung beeinflussen
und so den Rückkopplungseffekt spieltechnisch nutzen.
Die beschriebene Methode hat zwei Nachteile.
Der Effekt entsteht nur bei hohen Schalldrücken und ist damit nicht bei Zimmerlaut
stärke oder beim Übungsbetrieb mit Kopfhörer anwendbar. Auch auf der Bühne sind
die erforderlichen hohen Schalldrücke oft unerwünscht, da ungewollte Pfeiftöne
durch Rückkopplungen über Gesangsmikrofone oder magnetische Tonabnehmer
entstehen können.
Der zweite Nachteil besteht darin, daß die Rückkopplung über Schall vom Spieler
schlecht kontrollierbar ist. Die Schallquelle wirkt großflächig auf die gesamte Schwin
gungslänge der Saiten. Ändert der Spieler die Position des Instrumentes zum Laut
sprecher bereits geringfügig, so können sich Stärke und Frequenz der rückgekop
pelten Obertöne stark ändern, was zu einer schlechten Reproduzierbarkeit der Klangergebnisse
führt. Es ist schwierig, Rückkopplungen bestimmter Obertöne an vorge
gebenen Musikpassagen zu plazieren.
Als Alternative zur beschriebenen Rückkopplung über Schallwellen sind Systeme
bekannt, bei denen das elektrisch verstärkte Signal des magnetischen Tonabneh
mers einem oder mehreren elektromagnetischen Aktoren zugeführt wird. Die Erzeu
gung bzw. Verstärkung der Saitenschwingungen erfolgt durch Magnetkraft (Fig. 1
Signalweg B). Bekannt sind Lösungen, die durch eine feste Anordnung des Aktors
am Instrument gekennzeichnet sind, siehe z. B. US 3742113 (Stringed musical in
strument with electrical feedback), US 5070759 (String vibration sustaining device).
Das Prinzip ist, die Aktoren am Instrumentenkorpus in der Nähe der magnetischen
Tonabnehmer anzuordnen, um so den Rückkopplungseffekt für alle Tonlagen nutzen
zu können (Fig. 2). Anders als bei der oben beschriebenen Rückkopplung über den
Schall, werden die Saiten hier nur an einer, durch die Montage des Aktors festge
legten Stelle, zum Schwingen angeregt. Das Anregen von Teilschwingungen an un
terschiedlichen Saitenpositionen ist nicht möglich. Der Obertongehalt der Rückkopp
lung kann daher nicht durch die Spieltechnik beeinflußt werden. Folglich können die
se elektromagnetischen Systeme nicht die klanglichen Möglichkeiten bieten, die mit
der Rückkopplung über Schallwellen erreicht werden, was was wohl der Hauptgrund
dafür ist, daß derartige Systeme in der Praxis kaum eingesetzt werden.
Diese Nachteile werden teilweise überwunden von Ausführungen bestehend aus
Tonabnehmer, batteriebetriebenem Verstärker und Aktor, die zusammen in einem
Gehäuse angeordnet sind, siehe Ausführungsvariante in US 4075921 (String instru
ment vibration initiator and sustainer). Das Gerät wird hier nicht am Instrument befe
stigt, sondern vom Spieler in der Hand gehalten. Die Saiten können damit an ver
schiedenen Positionen zum Schwingen angeregt werden, die Spieltechnik ist aber
stark eingeschränkt, da Saiteninstrumente zum Spielen i. d. R. beide Hände erfordern.
Alle bisher veröffentlichten Systeme haben neben den erwähnten klanglichen und
spieltechnischen Einschränkungen einen Weiteren entscheidenen Nachteil, der zu
erheblichen Schwierigkeiten beim praktischen Einsatz führt: Durch die benachbarte
Anordnung von Aktor und Tonabnehmer kann sich leicht ein Schwingkreis bilden, der
durch direkte Einstreuung vom Aktor in den magnetischen Tonabnehmer entsteht und
zu unerwünschten Pfeiftönen führt (Fig. 1 Signalweg C). Zur Verringerung dieses
Effektes werden z. B. in US 4941388 (String vibration sustaining device) aufwendig zu
realisierende Anordnungen der Magnete von Aktor und Tonabnehmer zueinander
sowie elektronische Schaltungen zur Einstellung einer günstigen Phasenlage vorge
schlagen. Die Installation ist aufwendig, da ein mechanischer Umbau des Instru
mentes erforderlich ist, was vermutlich ein weiterer Grund dafür, daß sich die Syste
me in der Praxis nicht durchgesetzt haben.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein praxistaugliches Rückkopplungs-
System als Alternative zur Methode der Rückkopplung über den Schall bereitzustel
len, das die bekannten Spieltechniken präziser, besser reproduzierbar und unabhän
gig von der gespielten Lautstärke ermöglicht.
Dieses Problem wird durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
Der Aktor wird über einen Stromverstärker mit dem verzerrten, obertonreichen Signal
angesteuert, das in Instrumentenverstärkern durch gezielte Klangformung des Ton
abnehmersignals gebildet wird (Fig. 3). Durch die Rückführung dieses Signals mit
breitem Frequenzspektrum gelingt die Anregung von Oberschwingungen der Saiten
deutlich besser als bei den bekannten Systemen. Die benötigte Verstärkerleistung
zur Ansteuerung des Aktors ist relativ gering und damit auch die Empfindlichkeit ge
genüber einer direkten Rückkopplung vom Aktor zum Tonabnehmer. Durch die orts
feste Anordnung des Aktors können in normaler Spielhaltung gezielt verschiedene
Oberschwingungen durch Positionierung der Instrumentensaiten zum Aktor angeregt
werden. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Rück
kopplung unabhängig von der Lautstärke des Instrumentenverstärkers ist und eine
gezielte, reproduzierbare Erzeugung bzw. Verstärkung von Oberschwingungen bei
unterschiedlichen Spielbedingungen (Übungsbetrieb mit und ohne Kopfhörer oder
Spielen auf der Bühne) möglich ist. Start, Ende und Frequenz des Resonanzeffektes
kann vom Spieler präzise und reproduzierbar durch die Positionierung des Aktors
kontrolliert werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 Bekannte Methoden zur Erzeugung von Rückkopplungen
Fig. 2 Elektromagnetische Aktoren zur Erzeugung von Rückkopplungen in
bekannter Ausführung
Fig. 3 Vorgeschlagene Methode zur Erzeugung von Rückkopplungen
Fig. 4 Ausführungsbeispiel für das vorgeschlagene Resonanzsystem
Fig. 5 Stellungen des Aktors zum Instrument
Fig. 6 Ausführungsbeispiel: Vorteilhafter Aufbau des Aktors
Fig. 7 Ausführungsbeispiel: Befestigung des Aktors an einem sog. Schwa
nenhals
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist am Beispiel der elektrischen Gitarre
angegeben. Das über Kabel (4) dem Instrumentenverstärker (5) zugeführte elektri
sche Signal des Tonabnehmers (3) durchläuft die Verstärkungs- und Klangformungs
stufen, wird dann vor der Endstufe ausgekoppelt und über Kabel (6) dem Verstärker
(7) des Resonanzsystems zugeführt. Die meisten Instrumentenverstärker verfügen
über passende Signalausgänge und müssen daher i. d. R. nicht umgebaut werden. Es
ist zweckmäßig, die Empfindlichkeit des Resonanzsystems durch einen Amplituden
steller variabel auszuführen (Patentanspruch 2) und einen Taster oder Schalter (8)
zum Aktivieren bzw. Deaktivieren des Aktors vorzusehen (Patentanspruch 3). Das
Signal des Verstärkers (7) speist über Kabel (9) den Aktor (11), der auf einem Stän
der ortsfest angeordnet ist. Der Spieler (1) kann das Instrument (2) ohne Unterbre
chung des Spiels geeignet zum Aktor positionieren.
Fig. 5 zeigt für die Resonanzerzeugung geeignete Stellungen des Aktors (16) zum
Instrument (13). Maximal nutzbar ist der Bereich 1 am Gitarrenhals (14), der sich in
Abhängigkeit der Fingerposition auf dem Griffbrett durch die Verkürzung der
Schwinglänge verkleinert. In dem zur Verfügung stehenden Bereich kann der Spieler
den Aktor wie dargestellt unterschiedlich positionieren und damit gezielt verschiede
ne Oberschwingungen einzelner Saiten (15) anregen (in der dargestellten Aktoraus
führung maximal zwei gleichzeitig). Die gleichzeitige Anregung von mehr als zwei
Saiten kann durch Anordnungen von mehreren Aktoren am Ständer realisiert werden
(Patentanspruch 5).
Das klangliche Ergebnis entspricht dem der Rückkopplung über Schall, der Effekt ist
jedoch erheblich besser kontrollierbar. Der Bereich 2 in Fig. 5 ist i. d. R. nicht nutzbar,
da es dort zu einer unerwünschten Rückkopplung zwischen Tonabnehmer und Aktor
kommt (vgl. auch Fig. 3). In der Praxis hat sich herausgestellt, daß die Bereichsein
schränkung nicht stört, denn bei den typischen Spieltechniken werden überwiegend
untere bis mittlere Tonlagen genutzt.
Eine zweckmäßige Erweiterung der spieltechnischen Möglichkeiten liefert ferner eine
Ausführung mit Schalter zur Phasenumschaltung des Aktorsignals nach Patentan
spruch 4. Damit kann hat der Spieler eine zusätzliche Einflußmöglichkeit auf den Re
sonanzeffekt, da die Verstärkung einzelner Obertöne auch von der Phasenlage ab
hängt.
Eine vorteilhafte Ausführung des Aktors ist in Fig. 6 dargestellt. Permanent-
Stabmagnet (18) und Spule (17) mit Kabelanschluß (21) werden mit der Verguß
masse (20) in eine Hülse (19) eingebettet, die unten ein Innengewinde zur weiteren
Montage hat. Fig. 5 zeigt als mögliches Ausführungsbeispiel die Befestigung des
Aktors (22) an einem sog. Schwanenhals (23) mit Kabeldurchführung (24) nach An
spruch 6. Diese Anordnung läßt sich an einem handelsüblichen Mikrofonständer
montieren und ermöglicht eine optimale Einstellung von Höhe und Winkel des Aktors.
Claims (6)
1. Resonanzsystem für elektrisch verstärkte Saiteninstrumente mit Stahlsaiten zur
gezielten Erzeugung von Rückkopplungen mit einem Tonabnehmer (3), Verstär
ker (5) und einem elektromagnetischen Aktor (11), dadurch gekennzeichnet,
daß als Ansteuersignal für den Aktor (11) das verzerrte, obertonreiche Signal
rückgeführt wird, das in Instrumentenverstärkern (5) durch Klangformung des In
strumenten-Tonabnehmersignals gebildet wird und der Aktor (11) ortsfest mit ei
nem Ständer (10) angeordnet ist, so daß der Spieler unterschiedliche Ober
schwingungen durch Positionierung der Instrumentensaiten zum Aktor (11) anre
gen kann.
2. Resonanzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplitude
des rückgeführten Instrumentensignals und damit die Empfindlichkeit einstellbar
ist.
3. Resonanzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Aktor (11)
vom Spieler über einen Taster oder Schalter (8) aktiviert und deaktiviert werden
kann.
4. Resonanzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangs
signal des Verstärkers (5) bei Anwahl über einen Schalter oder Taster (12) um
180 Grad in der Phase verschoben dem Aktor (11) zugeführt wird.
5. Resonanzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstärker
(5) mehrere Aktoren zur gleichzeitigen Anregung mehrerer Saiten speist.
6. Resonanzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur optimalen
Einstellung von Höhe und Winkel des Aktors (11) zum Instrument der Ständer
(10) aus einem handelsüblichen Mikrofonständer mit einem biegsamen Arm be
steht.
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| DE (1) | DE10024023C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102008013484A1 (de) | 2008-03-10 | 2009-09-17 | Pahl, Markus, Dr. | Resonanzsystem für Musikinstrumente mit magnetischen Saiten |
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2000
- 2000-05-16 DE DE2000124023 patent/DE10024023C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE10024023A1 (de) | 2001-11-29 |
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