DD264154B1 - Selbstreinigender Autoklav - Google Patents

Selbstreinigender Autoklav

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autoclave
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Hierzu 1 Seite Zeichnungen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen selbstreinigenden Autoklaven, der insbesondere bei der Härtung von silikatischen Baustoffen Anwendung findet.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es sind Lösungen bekannt, bei denen das sich im Sohlenbereich der Autoklaven ansammelnde feststoffh.altige Schmutzkondensat durch mehrere über die Autoklavlänge verteilt angeordnete Kondensatabläufe sowie bei Autoklaven mit einseitiger Öffnung durch Erhöhung des Gefälles aus diesem möglichst vollständig entfernt werden soll.
Diese Lösungen haben den Nachteil, daß nur eine ungenügende Strömungsgeschwindigkeit des Kondensates erreicht wird und die Feststoffe, insbesondere wenn diese größere Korngrößen besitzen, im Sohlenbereich der Autoklaven liegen bleiben.
Außerdem sind bei mehreren Kondensatausläufen die im Inneren liegenden Ausläufe zur Wartung und Reinigung nur bei Einhaltung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen erreichbar, was aus zeitlichen Gründen oft unterbleibt, so daß sie unwirksam werden und Kondensat stehen bleibt.
Die Verschmutzungen in Verbindung mit Feuchtigkeit, insbesondere bei ungenügend abgeleiteten Schmutzkondensat und Wärme führen zu elektrochemischen Reaktionen mit dem Stahlmantel und lochfraßartigen, sich ständig ausweitenden Korrosionserscheinungen. Durch höhenmäßig ungleiche Erwärmung des Autoklavmantels, verstärkt bei Kondensaten auftretend, entsteht eine Verkrümmung des Autoklaven, bei der die Kondensatableitung aus dem hinteren Teil zeitweise völlig unterbrochen wird. Außerdem führen die dabei auftretenden Materialspannungen zusätzlich zu Spannungsrißkorrosion sowie zu Beschädigungen des Härtegutes.
Zur Bekämpfung der infolge ungenügender selbsttätiger Reinigung der Autoklaven entstehenden Korrosion sind äußerst aufwendige, vorbeugende und sanierende Maßnahmen notwendig.
Außerdem int eine Lösung gem. Patent SU1321455 bekannt, bei der unabhängig von der Dampfbehandlung des Härtegutes die Autoklavsohle mit Kondensat gespült wird. Diese Art der Spülung bedeutet zusätzlicher Aufwand durch zusätzliche Kondensatleitungen, bringt ein relativ hohes Temperaturgefälle zwischen Sohle und Scheitel mit sich und kann nur in der Anfangsphase der Autoklavbehandlung durchgeführt werden.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, den Aufwand für vorbeugende und sanierende Maßnahmen gegen Korrosion zu vermeiden, die Lebensdauer der Autoklaven zu verlängern, Kapazitätseinbußen zu vermeiden, Investitionen zu senken und Beschädigungen des Härtegutes zu verhindern.
Darstellung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Autoklaven zu entwickeln, bei dem Schmutzkondensat und Feststoffe bei jedem Zyklus schnell und vollständig aus dem Sohlenbereich entfernt und abgeleitet werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß derzum Aufheizen des Autoklaven einströmende Dampf zur Reinigung der Autoklavsohle und zur Verhinderung von Kondensairückstau genutzt wird, indem über der Autoklavsohle ein oder mehrere Verteilungsleitungen für die Dampfzuführung angeordnet werden, die mit mehreren in einem Abstand von vorzugsweise 600 bis 1500mm angeordneten schräg nach unten und zum Kondensataustritt gerichteten Dampfaustrittsöffnungen versehen sind. Die Lage der Verteilungsrohre muß so gewählt werden, daß auch die evtl. im unteren Wandungsbereich des Autoklaven liegenden Verschmutzungen weggeblasen bzw. gespült werden. Die Anzahl und der Durchmesser der einzelnen Dampfaustrittsöffnungen soll ein Äquivalent zur Dampfzuführungsleitung des Autoklaven darstellen, um eine ausreichende Strömungsgeschwindigkeit des Dampfes beim Austritt zu gewährleisten.
Bei dem erfindungsgemäßen Autoklav wird nach dem Schließen des Deckels und nach dem Vakuumieren mit dem Aufheizen begonnen. Das während der Aufheizzeit verstärkt anfallende Kondensat sammelt sich im Sohle, ',ereich des Autoklaven. Dort
wird es von dem einströmenden Dampf erfaßt und in Richtung Kondensataustritt getrieben. Durch die dabei auftretende hohe Fließgeschwindigkeit des Kondensates bzw. durch die über der Autoklavsohle vorhandene Strömungsgeschwindigkeit des Dampfes werden alle Schmutzteilchen mit fortgerissen. Ein im Kondensataustrittsstutzen eingehängtes Feinsieb und ein aufgesetztes, vorzugsweise in Dreieckform ausgebildetes, Grobsieb fangen die Schmutzteilchen auf. Der hinter dem Kondensataustrittsstutzen angeordnete Kondensatableiter gewährleistet einen kontinuierlichen Kondensatabfluß. Die nach Beendigung der Aufheizzeit herabfallenden Schmutzteilchen werden beim nächsten Autoklav/yklus fortgerissen. Nach jedem Autoklavzyklus sind die am Kondensataustrittsstutzen angeordneten Siebe zu säubern. Außerdem kann zwischen den Autoklavbelegungen der Bereich um den Kondensatstutzen manuell gereinigt werden, ohne daß eine Abkühlung des Autoklaven erfolgen muß.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Autoklaven bestehen darin, daß der Autoklav einmal während des Bedampfungszyklus durch den einströmenden Dampf von den herabgefallenen mineralogischen Verschmutzungen gereinigt wird, daß das im Sohlenbereich sich sammelnde Kondensat während der Aufheizzeit zwangsweise in Richtung des Kondensataustrittsstutzens gespült wird und daß durch geringere Temperaturunterschiede zwischen dem Sohlen- und Scheitelbereich die Materialspannungen des Autoklavmantels reduziert werden. Damit verbunden ist ein geringerer Wartungs- und Reinigungsaufwand des Autoklaven, so daß bei Verbundfahrweise mehrerer voneinander abhängiger Autoklaven auf die Aufstellung eines zusätzlichen Autoklaven für die Wartung und Reinigung verzichtet werden kann. Außerdem reduziert sich durch die kurze Verweilzeit der im Sohlenbereich nach dem Aufheizen herabgefallenen mineralogischen Verschmutzungen die Korrosion des Stahlmantels, wodurch sich die Nutzungsdauer der Autoklaven wesentlich verlängert.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der dazugehörigen Zeichnung zeigt Figur 1 einen Längsschnitt, Figur 2 einen Querschnitt sowie Figur 3 eine Teilansicht und Schnitt des erfindungsgemäßen Autoklaven.
Dor Autoklav besteht aus einem Autoklavmantel 1, einem Boden 2 und einem Deckel 3. Die Dampfzuführungsleitung 4 wird im Beispiel unterhalb des Autoklavscheitels bis in unmittelbare Nähe des Bodens und dort senkrecht in Richtung Autoklavsohle geführt. Am Boden teilt sich die Zuführungsleitung in 3 Verteilungsleitungen mit annähernd dem Gesamtquerschnitt der Zuführungsleitung auf.
Die seitlichen Verteilungsleitungen 5 liegen oberhalb der Fahrschienen 6 im seitlichen Freiraum 7 des Autoklaven. Die dritte Verteilungsleitung 8 liegt im Autoklavsohlenbereich in Höhe der Fahrschienen.
Zwischen dem Festlager 9 und dem 1. Loslager 10 ist der Kondensataustrittsstutzen 11 angeordnet.
Die Dampfverteilungsleitungen besitzen im Beispiel mehrere Dampfaustrittsöffnungen 12 im Abstand von 1000mm, deren Gesamtquerschnitt annähernd dem der Zuführungsleitung entspricht.
Die Dampfaustrittsöffnungen sind im Beispiel unter 45° nach unten, parallel zur Autoklavachse und in Richtung Kondensataustrittsstutzen (11) gerichtet. Im Kondensataustrittsstutzen 11 ist ein Sieb 13 mit Maschenweite 1 mm zum Auffangen der Verschmutzungen eingehängt. Ein zusätzliches Grobsieb 14 mit 5mm Maschenweite ist über den Kondensatstutzen aufgesetzt, das bei erhöhtem Schmutzanfall ein Verstopfen des Feinsiebes verhindert.
In Betracht gezogene Druckschriften:
SU 1 321 455

Claims (2)

1. Selbstreinigender Autoklav zur hydrothermalen Behandlung silikatischer Baustoffe mit kontinuierlich arbeitendem Kondensatableiter, geeignetem Schmutzfang vor dem Kondensataustrittsstutzen und im Sohlenbereich angeordneten Verteilungsleitungen mit zum Kondensatableiter gerichteten Austrittsöffnungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilungsleitungen (5,8) aus der Dampfzuführungsleitung (4) in der. Sohlenbereich des Autoklaven geführt werden.
2. Selbstreinigender Autoklav nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnungen (12) in einem Abstand von 600 bis 1500mm angeordnet sind und einen lichten Gesamtquerschnitt < dem Querschnitt der Dampfzuführungsleitung (4) besitzen.

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