DD221237A3 - Mittel zur befestigung von ankerstangen im gebirge - Google Patents

Mittel zur befestigung von ankerstangen im gebirge

Info

Publication number
DD221237A3
DD221237A3 DD221237A3 DD 221237 A3 DD221237 A3 DD 221237A3 DD 221237 A3 DD221237 A3 DD 221237A3
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
feed
product
protein
animal
biotechnological
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Publication date

Links

Abstract

VEROEFFENTLICHT OHNE ZUSAMMENFASSUNG.

Description

-2- 189 644
die auch sonst in der Tierernährung eine nur begrenzte Aufnahme besteht. In erster Linie sind dies tierische Abprodukte, minderqualitative Rauh- und Grobfutter sowie Schad- oder Hemmstoffe enthaltende problematische Futtermittel. Die erfindungsgemäße Lösung nutzt den überraschenden Umstand, daß sich in stabilen, über längere Zeiträume aufrechterhaltenen Fermentationsprozessen die verwendete Produktionskultur in ihrer Substratspezifität auf das jeweilige Nährstoffangebot einstellt, so daß simultan mit dem Hauptprozeß auch weitere Stoffgruppen utilisiert werden, was seinen Niederschlag in einer erhöhten Ausbeute an mikrobieller Biomasse und im Abbau des Anteils eingetragener Schadstoffe findet. Die Aufbereitung der Rohstoffe erfolgt nach prinzipiell vorbeschriebenen Technologien, das Verhältnis zwischen Hauptrohstoff und zugespeistem minderwertigen Rohstoff bestimmt sich aus der jeweils empirisch zu ermittelnden Nebenaktivität des Fermentationsprozesses und der Fermentationsprozeß selbst ist durch Reaktionsführung und Zusammensetzung der Produktionspopulation dem komplexen Substrat angepaßt.
Die Abtrennung des eiweißreichen Fermentationsproduktes erfolgt nach Eintrag und inniger Durchmischung empirisch ermittelter und berechneter Mengen an zerkleinerten Grobfutterstoffen. Je nach eingesetztem Grobfutter werden die gelösten und ungelösten Stoffe des Fermentationsproduktes mehr oder minder angelagert, so daß die Abtrennung der mikrobiellen Biomasse zusammen mit den übrigen Feststoffen vorteilhaft durch Flotation oder Filtration erfolgen kann. Andererseits ist die abgetrennte wäßrige Phase gegenüber vorbeschriebenen Verfahren stark verändert, weil zugleich auch ein Teil der unverbrauchten Salze der Nährlösung abgeführt worden sind und umgekehrt nicht unerhebliche Mengen an Extraktstoffen aus dem Futteranteil in der Lösung verblieben sind. Damit läßt sich erfindungsgemäß das Abwasser des Verfahrens praktisch vollständig in die Stufe der Rohstoffaufbereitung zurückführen, weil eine Limitierung des mikrobiellen Stoffwechsels durch Salzaufkonzentrierung nicht mehr eintritt. Die erhaltene feste Phase kann nun in feuchtem Zustand nach Zwischenschalten eines Hitzeschrittes, mit dem die Thermolyse der Biomasse bewirkt wird, zusammen mit ergänzenden Futterkomponenten als Tierfutter eingesetzt werden oder es erfolgt erfindungsgemäß eine Verpressung der Mischung unter solchen Bedingungen, daß zugleich die Biomasse ihre Lebensfähigkeit verliert und die Zellen zerstört werden, wobei die Zellwände überraschend eine zusätzliche Binderwirkung entwickeln.
Als Endprodukt resultiert ein hochwertiges applikationsfertiges Eiweißkonzentratfutter, das sich in jedwede Fütterungstechnologie einpaßt, ausreichende Lagerfähigkeit besitzt und kostenseitig gegenüber den vorbeschriebenen Verfahrensprodukten wesentliche Vorteile aufweist.
Als Hauptrohstoff für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kommen insbesondere solche energiereiche Futterkonzentrate wie Gramineen, Leguminosen, Wurzeln und Knollen in einer beliebigen Aufbereitungs- bzw. Verarbeitungsform zur Anwendung. Darüber hinaus können auch weitere landwirtschaftliche C-Quellen verwendet werden, sofern sie in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen und die Bedingung erfüllen, einen stabilen Fermentationsprozeß aufrecht zu erhalten.
Die erfindungsgemäß verwendeten Komponenten des Fermentationsmediums, die im weitesten Sinne als unüblich, minderwertig und schlecht verwertbar zu bezeichnen sind, können allein oder in Kombination insbesondere unter folgenden Stoffgruppen ausgewählt werden: Gülle, Güllefugate und Bioschlamm aus der Gülleaufbereitung; verdorbene Futtermittel; schadstoffhaltige Produkte der Ölindustrie wie Preßkuchen und Extraktionsschrote, aber auch ölhaltige Samen selbst; forstwirtschaftliche Biomassen in beliebiger Konsistenz; minderwertige Grobfutterstoffe, die als solche vom Tier nur schlecht angenommen werden.
Als im Sinne der Erfindung gilt auch, wenn eine oder mehrere dieser Komponenten in einer beliebig anderen Verfahrensstufe außer der Fermentation in das Verfahren eingeführt wird, denn es hat sich überraschend gezeigt, daß diese Stoffe in bestimmten Grenzen als Bestandteil des erfindungsgemäßen Eiweißfuttermittelgemisches futtertechnologisch aufgewertet werden. Unter Grobfutterstoffen sind im Zusammenhang mit der Erfindung Grünfutter, Silagen, Trockengrünfutter, Heu, Stroh, Spreu, Späne, Häcksel und Mehl beliebiger land- und forstwirtschaftlicher Pflanzengruppen zu verstehen, die für Futterzwecke geeignet sind, einschließlich industrieller Verarbeitungsformen bzw. Abfallprodukte.
Es ist eine besondere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens, daß die nativen Rohstoffe bzw. Sekundärrohstoffe für die biotechnologische Stoffwandlung und/oder für die Verdauung im Tierkörper mikrobiell und/oder enzymatisch und/oder chemisch vorbehandelt werden, einschließlich mechanisch/thermischer Behandlungsschritte.
Die für die biotechnologische Stoffwandlung verwendeten Mikroorganismen sind prinzipiell vorbeschriebene Spezies von Hefen, Pilzen und Bakterien, wobei je nach der Komplexität des Substrates eine spezifische Auswahl, Züchtung und Adaptation zu erfolgen hat. Insbesondere kommen symbiotische Mischpopulationen und/oder extreme ökologische Fermentationsbedingungen zur Anwendung, wobei die Produktionsorganismen eine für Futterzwecke brauchbare Eignung aufweisen müssen, Toxinbildung und die Bildung negativer Geschmacks- und Aromastoffe nicht auftreten darf und neben der eigentlichen mikrobiellen Biomassebildung besonderer Wert auf die biologische Wertigkeit der Biomasse und ihren Gehaltan Wuchsstoffen, Wirkstoffen und Spurenelementen zu legen ist. Als besonders vorteilhaft ist eine Zusammensetzung der Mischpopulation, die sowohl eine Hydrolyse der polymeren C-Quellen als auch ausreichende Eiweißanreicherung bei gleichzeitiger Utilisation von im Nährsubstrat angebotenen Schadstoffen bewirkt. Ohne sich etwa darauf zu beschränken sei in diesem Sinne eine Mischpopulation von Endomycopsis bispora bzw. Endomycopsis fibuliger und Geotrichum candidum bzw. Candida utilis angeführt, die im Rahmen einer kontinuierlichen Fermentation bei Temperaturen zwischen 33 und 40"C sowie pH-Werten zwischen 4-4,5 bei gleichzeitiger Zugabe von N- und P-Quellen aus Güllefugaten für die Futterwertaufbesserung von Rapsextraktionsschrot eingesetzt wurde. Im Falle einer derartigen minderwertigen Komponente, die für sich bereits einen hohen Anteil an C-haltigen Stoffen aufweist, kann die Zugabe wertvoller Energieträger verhältnismäßig gering gehalten werden. In dem angeführten Beispiel betrug das Verhältnis von Weizenschrot zu Rapsextraktionsschrot 2:8. Sollen größere Mengen an tierischen Abprodukten (Gülle) mitverarbeitet werden, so hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Gülle als solche oder als Fugat, d. h„ nach Abtrennung der Feststoffkomponenten, unter Verwendung thermophiler Bakterien bei Temperaturen bis zu 70°C fermentiert wird, wobei der Hauptanteil der C-Quellen aus hochwertigen Energieträgern zugespeist wird. Das Reaktionsprodukt kann nach einer Waschstufe in eine beliebige Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens eingeleitet werden, zweckmäßigerweise nach Anwendung hydrolysierender Maßnahmen.
Die zur Abtrennung des eiweißreichen Fermentationsproduktes erfindungsgemäß einzutragenden Grobfutterstoffe bestimmen sich mengen- und qualitätsmäßig nach dem konkreten Fütterungsziel. Ausgehend von Feststoffanteilen im Fermentationsmedium bis zu 10% reicht in der Regel eine Steigerung des Trockensubstanzgehaltes auf 20% aus, um eine wesentliche Vereinfachung der Stoffabtrennung zu erreichen. In diesem Verhältnis bleibt auch der Charakter des Endproduktes als Eiweißkonzentratfutter erhalten. Höhere Zugaben an Grobfutterstoffen, z. B. bei einem vorgesehenen Einsatz des Endproduktes für die Rinderfütterung, entsprechen in vollem Umfang dem erfindungsgemäßen Gedanken.
-з- 189 644
Die zur Feuchtverpressung angewendeten Technologien sind prinzipiell bekannt und auch die meisten der vorhandenen Anlagen können für diese Zwecke eingesetzt werden. Wesentlich jedoch ist, daß die bei der Verpressung im Produkt auftretenden Temperaturen minimal 80°C aufweisen müssen, in der Regel jedoch mehr als 150°C betragen sollen. Ist eine höhere als die erreichte Lagerstabilität für das stückige Endprodukt erforderlich, so sind zusätzlich Konservierungsmittel, z. B. Benzoesäure, in Mengen von 0,1-0,5% vor der Verpressung einzusetzen. Eine Erhöhung des bei der Verpressung auftretenden Temperaturbereiches kann auch durch Vorheizung des Futtermittelgemisches durch Dampfeinblasen oder indirekte Erhitzung in beheizten Mischern erfolgen. Entsprechend ist auch zu verfahren, wenn das Futtermittelgemisch als Flüssigfutter eingesetzt und dazu thermolysiert werden soll
Die nachfolgenden Beispiele sollen das Wesen der Erfindung näher erläutern.
Ausfuhrungsbeispiel· Beispiel 1
Zur Bereitung eines Eiweißfuttermittels für Rinder wird Getreide kontinuierlich einem Silo entnommen und nach Durchlauf einer Mühle als Schrot mit Fugaten von Schweinegülle bei 5Ö°C in einem mit Röhren versehenen Behälter eingemaischt. Eine Pumpe fördert die Maische einem Dampfinjektor zu, mit dem Heißdampf unter Druck eingebracht wird. Nach Durchlauf einer Verweilstrecke wird das Dampf-Maischegemisch in ein Expansionsgefäß entspannt. Die dabei anfallenden Brüden können zur Erwärmung der Maische während der Verzuckerung mitgenutzt werden. Die somit voraufgeschlossene Maische wird über eine Kühlsektion einem zweiten Rührbehälter zugeleitet, in dem unter Zusatz von Amylasepräparaten bei pH 5,4-5,7 und Temperaturen von 60-800C sich die Stärkeverflüssigung vollzieht. Das abgezogene Aufschlußprodukt wird einer zweiten Verzuckerungsstufe bei 500C und pH 4-5 ausgesetzt. Der verhefbare Anteil soll ca. 8% RS (reduzierende Substanz) enthalten. Die verzuckerte Maische läuft in einen Stapelbehälter und wird vor Einsatz in den Fermenter mit weiteren Fugatanteilen auf eine RS-Konzentration von 8% eingestellt. Die Temperatur soll zwischen 30 und 350C betragen. Die biologische Eiweißsynthese findet in einem Tauchstrahlfermenter statt, mit dem eine hohe Sauerstoffeintragsleistung und damit eine hohe Produktivität gesichert ist. Bezogen auf 11 Getreide werden 10t Güllefugate eingesetzt. Dabei werden ca. 50% der benötigten N-Komponenten und 30% der P-Komponenten für den biologischen Umsatz aus den Fugaten abgedeckt, so daß die Zugabe von jeweils 1,2kg N und 0,03kg P aus anorganischen Quellen (z.B. Ammoniumsulfat und Doppelsuperphosphat) erforderlich ist. Die Fermentation wird bei 30-350C, einer Verweilzeit von4—5h und einem pH-Wert von ca. 4-4,5 durchgeführt, wobei die pH-Korrektur mittels H2SO4 vorgenommen wird. Der verwendete Mikroorganismus ist Candida utilis. In das Fermentationsprodukt werden auf den Trockensubstanzgehalt (TS) im Verhältnis 1:1 Grobfutterstoffe, bestehend aus 50-70% Güllefeststoffen der Schweinegülle und 30-50% einer gehäckselten Grünmasse bzw. Trockengrünmasse, eingetragen. Ebenso können wahlweise andere Grobfutterstoffe (z.B. Strohhäcksel) im gleichen Verhältnis eingesetzt werden. Die Mischung wird mittels Horizontalschnecke homogenisiert und mittels Heißdampf thermolysiert. Das Produkt ist für den unmittelbaren Einsatz in der Fütterung bestimmt, dazu ist eine weitere Ergänzung mit Nährsalzen und Energiekomponenten erforderlich.
Beispiel 2
In gleicher Weise wie in Beispiel 1 wird ein Eiweißfuttermittel für Rinder aus Kartoffeln als Fermentationsrohstoff und forstlichen Biomassen als Grobfutterkomponente bereitet. Dazu werden ca. 0,5t Kartoffeln/h kontinuierlich vom Lager über Redler, Transportband und -waage zur kontinuierlich arbeitenden Wasch- und Dämpfanlage (Leistung 10t/h) gefördert, wo sie bei 1200C gedämpft und anschließend zerkleinert werden. Unter Zusatz von 9,2t Rückführwasser (500C) wird in einem mit Rührern versehenen Behälter von ca. 25 m3 Inhalt homogenisiert. Die aus dem Homogenisator ausgetragene Masse gelangt in zwei Maischbehälter, wo unter Zusatz von Enzymen (Alpha-Amylase und Glucoamylase) die Kartoffelstärke bei 60° und 8O0C in zwei Verzuckerungsstufen zu Glucose hydrolysiert wird. Der verhefbare Anteil wird auf 8% RS eingestellt. Die verzuckerte Maische, in der ca. 10% der eingesetzten Kartoffeln als Pulpe enthalten sind, läuft in einen Stapelbehälter und wird anschließend in einem Kühler auf 25°C herabgekühlt. Dabei wird die heiße Maische mit rezirkuliertem Wasser im Gegenstrom in 1. und in 2. Stufe mit Frischwasser gekühlt. Die Fermentation erfolgt analog Beispiel 1. Die ablaufende Hefe-Pülpesuspension (23,5t/h) läuft über einen Mischbehälter, in dem feingehäckselte forstliche Biomassen wie Rindenhäcksel, Sägespäne, Sägemehl u.a. im Verhältnis 1:0,5 der Biomasse-TS eingetragen werden und anschließend über einen Drehzellen-Filterapparat, mit dem die Flüssigphase abgetrennt wird. Die angefallene flüssige Phase wird vollständig in die Aufschlußstufe zurückgeführt. Das Produkt wird unter Zusatz von 0,2% Benzoesäure bei 150X zu Pellets verpreßt. Der Einsatz in der Rinderfütterung erfolgt über entsprechend dem Fütteruhgsziel vorzunehmende Zudosierung zu beliebigen weiteren Futterkomponenten.
Beispiel 3
Zur Bereitung eines Eiweißkonzentratfutters für Schweine wird Rapsextraktionsschrot im Verhältnis 8:2 mit Weisenschrot gemischt, mit Wasser 1:10 angemaischt, bei 80°C die Stärke verkleistert und in einer Mischpopulation von Endomycopsis bispora und Geotrichum candidum bei 35°C, pH von 4,5, in einem kontinuierlich betriebenen Fermenter fermentiert. Die Verweilzeit beträgt 6-8 h. Das so erhaltene Fermentationsprodukt, das unter Zusatz weiterer Nährsalze entsprechend Beispiel 1 gewonnen wird, enthält ca. 90% TS mit 45-50% RP. Zur vollständigen Beseitigung der im Rapsextraktionsschrot enthaltenen Schadstoffe schließt sich der Fermentation eine Nachreifephase in einem Rührbehälter bei 300C an. Das so erhaltene Produkt kann unmittelbar der Bereitung von Flüssig-Schweinefutter zugeführt werden; in diesem Beispiel wurde es mit einem Grobfutterstoff, nämlich Luzerne-Trockengrünmehl, analog Beispiel 2 zu einem lagerfähigen Produkt aufbereitet. Somit konnte nicht nur das Rapsextraktionsschrot der Verwertung durch das Schwein zugänglich gemacht werden, sondern durch den Einsatz eines derartigen Grobfutterstoffs wie Luzerne o.a. vergrößert sich das für die industrielle Schweinehaltung nutzbare Futterpotential.
Beispiel 4
Die als Grobfutterstoffe einsetzbaren Komponenten wurden durch einfachen säurehydrolytischen Aufschluß mittels Abfall-Essigsäure bei Temperaturen von 40-600C 5h vorbehandelt. Bei dieser Behandlung gehen ca. 20% der Zellulose als niedermolekulare utilisierbare Verbindungen in Lösung. Nach Abtrennung der Feststoffe wird die essigsäurehaltige flüssige Phase direkt der Fermentation zugeführt, die Festphase wird wie in Beispiel 1 und 2 verwendet. Nach diesem Beispiel resultiert ein zusätzlicher Proteingewinn aus dem Biomassezuwachs, der über die Verwertung der Zelluloseanteile und der Abfallessigsäure erreicht wird.
-4- 189 644
Beispiel 5
Dieses Beispiel sieht die Umkehrung des in den Beispielen 1-3 dargestellten Fermentationsprinzips vor, indem die Anreicherung der Biomasse im Grobfutter selbst durch eine intensivierte Silierung angestrebt wird. Dazu werden die in Silageanlagen anfallenden Sickerwässer, die im wesentlichen mit Milchsäurebakterien angereichert sind, in einem Fermenter nach Zugabe einer hochwertigen C-Quelle. entsprechend Beispiel 1 oder 2 fermentiert. Das Fermentationsprodukt wird kontinuierlich über der Silageanlage verregnet, so daß der Silierprozeß intensiviert wird und im Feststoff eine entsprechend der C-Quelle zusätzliche Proteinanreicherung resultiert.

Claims (2)

  1. -1- 189 644
    Erfindungsansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung von Eiweißfuttermitteln durch biotechnologische Stoffwandlung landwirtschaftlicher C-Quellen, dadurch gekennzeichnet, daß zugleich mit fermentativen Verwertung hochwertiger Energiefutterstoffe futtertechnologisch bisher nicht verwertete bzw. verwertbare Rohstoffe, Sekundärrohstoffe und Abprodukte mitverarbeitet werden, daß die Abtrennung der eiweißreichen Biomasse nach Eintrag von Grobfutterstoffen in das Fermentationsprodukt vollzogen wird und als Grobfutterstoffe insbesondere minderwertige Energieträger zur Anwendung kommen, daß die abgetrennte flüssige Phase in eine beliebige Stufe des Verfahrens rückgeführt wird, daß das abgetrennte Futtermittel die Eiweißkonzentratkomponente spezifischer Futtermittelbereitungen darstellt und wahlweise nach einem Thermolyseschritt direkt in Flüssigfütterungssystemen verwendet wird oder in Naßform nach Ergänzung durch bestimmte Futterkomponenten unmittelbar unter thermolytischen Bedingungen brikkettiert oder pelletiert und damit in ein lagerfähiges stückiges Produkt verarbeitet wird.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nativen Rohstoffe bzw. Sekundärrohstoffe für die biotechnologische Stoffwandlung und/oder für die Verwertung im Tierkörper mikrobiell und/oder enzymatisch und/oder chemisch vorbehandelt werden, einschließlich mechanisch/thermischer Behandlungsmaßnahmen.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Eiweißfuttermitteln auf der Grundlage der biotechnologischen Stoffwandlung landwirtschaftlicher Produkte und Sekundärrohstoffe sowie deren Applikation in der industriellen Tierhaltung.
    Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
    Die Erzeugung von mikrobiellem Eiweiß auf der Basis landwirtschaftlicher C-Quellen und dessen Verwendung als Futterkomponente in Tierfutterbereitungen und darüber hinaus als Bestandteil von Nahrungsmitteln ist allgemein bekannt. Dazu müssen alle die Verfahren in Betracht gezogen werden, bei denen Mikrobeneiweiß als Hauptprodukt oder zwangsläufig anfallendes Nebenprodukt in Erscheinung tritt. Prinzipiell ist es danach möglich, durch biotechnologische Stoffwandlung landwirtschaftlicher Produkte hochwertiges und auch grundsätzlich genügend Futtereiweiß herzustellen, jedoch die mit den bekannten Verfahren verbundenen hohen ökonomischen Aufwendungen standen bisher einer weitläufigen praktischen Durchsetzung der biotechnologischen Stoffwandlung auf diesem Gebiet entgegen, insbesondere werden die hohen Kosten verursacht durch die anteiligen Aufwendungen für die Stofftrennung, Produkttrocknung, Reinigung und für den landwirtschaftlichen Rohstoff selbst.
    Eine wesentliche Verbesserung mußten in dieser Hinsicht daher Lösungen erwarten lassen, die ausgehend von den unmittelbaren Applikationsbedürfnissen der Tierernährung die bekannten Technologien soweit vereinfachen, daß aus der paßfähigen Gestaltung sowohl der Technologieelemente als auch der Produktqualität Kostensenkungen resultieren. So wird mit der DOS 2513221 ein Verfahren vorgeschlagen, das gegenüber den bislang bekannten Lösungen eine ökonomische Eiweißerzeugung dadurch verspricht, daß durch die anteilige biotechnologische Stoffwandlung eines in bezug auf den futtertechnologisch erforderlichen Eiweißgehalt unausgeglichenen Grundfutters ein unmittelbar applikationsfertiges ausgeglichenes Tierfutter unter Vermeidung von Trennoperationen, Reinigung und Trocknung hergestellt wird. Dabei werden die Stärkebestandteile eines variablen Anteils allgemein verwendeter Energiefutterstoffe enzymatisch hydrolysiert und verheft. Das Fermentationsprodukt wird nach 80-96%iger Umsetzung dem unbehandelten Futteranteil wieder zugegeben und die Mischung in flüssiger oder pastöser Form in der Tierfütterung eingesetzt. Bei diesem Verfahren ist die Menge der täglich zubereiteten Futtermischung auf den Tagesbedarf der Tierproduktion abgestimmt, weil das Produkt eine nur begrenzte Lagerfähigkeit aufweist und die sonst erforderliche Produkttrocknung vermieden werden soll. Das nach diesem Verfahren zu erreichende Energie- und Eiweißkonzentratfuttermittel kann ggfs. mit weiteren Futterkomponenten auf das unmittelbare Fütterungsziel abgestimmt werden. In jedem Fall stellt das verwendete „Grundfutter" ein relativ hochwertiges und damit teures Energiefuttermittel dar, das als solches für sich allein einsatzfähig ist. Gegenüber der Verwendung von üblichen getrockneten Futterhefen stellen die nach der DOS 2513221 resultierenden Einsparungen daher nur dort einen ausreichenden Anreiz zur Verfahrensanwendung dar, wo die Flüssigtechnologie in der Tierernährung bereits eingeführt ist, anderenfalls sind die futtertechnologischen Umrüstungen im Verhältnis zu den Vorteilen zu aufwendig.
    Ziel der Erfindung
    Das Ziel der Erfindung ist es, einen Lösungsweg aufzuzeigen, nach dem die Herstellung hochwertiger Eiweißfuttermittel für die Praxis der Tierernährung auf der Grundlage der biotechnologischen Stoffwandlung landwirtschaftlicher Rohstoffe ökonomisch akzeptabel gestaltet werden kann.
    Darlegung des Wesens der Erfindung
    Die technische Aufgabe, die der Erfindung zugrunde liegt, besteht in der Erweiterung der Rohstoffbasis für die biotechnologische Stoffwandlung durch Schaffung der technologischen Voraussetzungen für die Verwertung bisher ungenutzter oder nicht optimal genutzter einheimischer Rohstoffressourcen bei gleichzeitiger Ausrichtung auf die Anforderungen industrieller Tierproduktionsanlagen.
    Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in den Prozeß der biotechnologischen Stoffwandlung zusätzlich zu den vorbeschriebenen pflanzlichen Rohstoffen bisher unübliche, minderwertige und/oder bisher nur schlecht verwertbare Komponenten einbezogen werden, daß die üblichen Stofftrennverfahren durch einen erfindungsgemäßen Verfahrensschritt ersetzt werden, der den Eintrag von Grobfutterstoffen in das Fermentationsprodukt bis zur möglichen Phasentrennung durch Filtration oder Flotation vorsieht und daß das abgetrennte Futtermittelgemisch, ggfs. nach Ergänzung durch ernährungsphysiologisch erforderliche Komponenten, erfindungsgemäß unter thermolytischen Bedingungen unmittelbar durch Brikketierung oder Pelletierung in ein lagerfähiges stückiges Produkt verarbeitet wird, das die erfindungsgemäße Eiweißgrundkomponente spezifischer Futtermittelbereitungen darstellt. Im Falle von Flüssigfütterungsverfahren ist das abgetrennte feuchte Futtermittelgemisch nach einem Thermolyseschritt gleichermaßen wie das stückige Endprodukt geeignet. Es hat sich gezeigt, daß im Zusammenhang mit der Verarbeitung hochwertiger landwirtschaftlicher C-Quellen die anteilige Stoffwandlung solcher Rohstoffe möglich wird, die für sich allein nicht oder nur problematisch zu fermentieren sind und für

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0970234B1 (de) Verfahren zur verwertung von pflanzlicher biomasse und schneckenpresse zur durchführung dieses verfahrens
CH628214A5 (de) Verfahren zur herstellung eines futtermittels oder futtermittelzusatzes.
CA2709247A1 (en) Improved quality and value of co-products of the ethanol production industry
DE2736880A1 (de) Verfahren zur konservierung und aufwertung von gruenpflanzen und dafuer geeigneter zusatz
DE69523758T2 (de) Verwendung einer organische säuren enthaltenden fraktion und einer säuren enthaltenden fraktion
EP3574080A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum erzeugen von biogas
DE2643093C3 (de) Herstellung von Futtermitteln oder Futtermittelzusätzen
FR2501011A1 (fr) Procede biologique pour la conversion de pailles de cereales en un produit enrichi en proteines
DE60200850T2 (de) Verfahren zur Behandlung von organischem Abfall
DE2824390C2 (de)
DE60032207T2 (de) Tierfutter und dessen herstellungsverfahren
KR102191206B1 (ko) 감귤박의 수분함량을 조절하는 신규 발효공정 및 이를 통하여 제조된 사료 조성물
DE2633958C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels aus Molke
CN109362977A (zh) 菌糠发酵饲料及制备方法
EP0035062B1 (de) Für Menschen und Tiere geeignetes Konzentrat aus Hefeflüssigkeit und seine Verwendung; Verfahren zur Herstellung des Konzentrats
DE102011118067B4 (de) Aufbereitungsverfahren von Biomasse mit einer Zugabe mindestens eines Aktivators
DE2038258C3 (de) Verfahren zur Herstellung eines praktisch faserfreien Futtermittels aus grünen Pflanzen
DD221237A3 (de) Mittel zur befestigung von ankerstangen im gebirge
CN105309806A (zh) 一种利用裂壶菌发酵废液生产富含dha猪饲料的方法
CN109134015A (zh) 一种堆肥腐熟添加剂及其应用
EP0821877B1 (de) Verfahren zur Verwertung von Backwaren, insbesondere von Rest- und Rückbrot
DE2513221A1 (de) Verfahren zur herstellung eines tierfutters und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens
DE2737295C2 (de) Futtermittel oder Futtermittelzusatz in gepreßter Form
CN111642636A (zh) 一种微生物发酵牛饲料及其制备方法
EP0337486B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Rübenpressschnitzeln durch Fermentation