Wechselstromanlage. Bei langen Wechselstromanlagen, sei es, dass sie als Freileitung, oder auch als Kabel aus geführt sind, besteht -der Übelstand, dass in folge der Kapazität der Leitungen gegen einander und gegen Erde starke Ladeströme auftreten, .die mit zunehmender Leitungslänge wachsen und schliesslich bei langen Leitungen von der Grössenordnung der Betriebsströme oder gar grösser als diese werden. Diese Lade ströme, die von Stromerzeugern am Anfange oder Ende der Leitung geliefert werden müs sen, bedingen erhebliche Energieverluste, die den Wirkungsgrad der Anlagen stark herab setzen.
Es ist bekannt, die Ladeströme zu kom pensieren, indem man die Leitungsstrecken mit Drosselspulen belegt, die zweckmässig zwischen die verschiedenphasigen Leitungen geschaltet werden und je an ihrer Stelle die in ihrer Nähe entstehenden Ladeströme kom pensieren, so dass diese nicht über weite Strek- ken bis zum Leitungsende fliessen können.
Was die Anzahl dieser Drosselspulen anbe- trifft, so erscheint es zwar mit Rücksicht auf die längs der ganzen Leitung gleichmässig verteilte Kapazität zweckmässig, die Drossel spulen gleichfalls möglichst gleichmässig und in einer möglichst grossen Anzahl zu verteilen, dies ist aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht angängig, so dass man sich auf eine nicht zu grosse Anzahl von ziemlich weit vonein ander abstehenden Drosselspulen beschränken muss.
Diese Drosselspulen bringen aber mit sich den Nachteil, .dass sie mit der Kapazität der Leitungen leicht ein Schwingungssystem bil den. Es ist bekannt, dass die Eigenfrequenz der Eigenschwingung eines solchen Schwin- gun,ussystems von seiner Länge abhängig ist, und zwar bildet sich die Eigenschwingung so aus, dass, wenn an einem Ende des Systems 211m Beispiel ein Schwingungsknotenpunkt liegt, an .dem andern Ende wiederum ein Schwingungsknotenpunkt oder ein Schwin gungsbauch liegt.
Es muss somit die Länge des schwingenden Systems eine ganze Anzahl von Vierteln einer Schwingungswelle, minde stens ein Viertel betragen. Es entsteht nun die Gefahr, däss die Eigenschwingunggsfre- quenz in Resonanz mit der der W echselstrom- anlage von dem Generator aufgedrückten Frequenz gerät; das geschieht, wenn die der Anlage vom Generator aufgedrückten Schwin gungswellen gleichfalls eine solche- Länge haben, dass auf einen Leitungsabschnitt unge fähr eine oder mehrere Viertelwellenlängen fallen.
Beim Entstehen der Resonanz bilden sich an den Bauchstellen gefährliche- Span nungserhöhungen aus, die zu Betriebsstörun- en, Beschädigungen der Apparate, Kurz schlüssen und dergleichen führen.
Nun beträgt die elektromagnetische Eigen wellenlänge unbelasteter Leitungen bei Wech selstrom von 50 Perioden in der Sekunde bei Freileitungen (in denen sich die Ausbrei tungsgeschwindigkeit der elektrischenSchwin- gungen, wie bekannt, nicht wesentlich von 200.000 km pro Sekunde unterscheidet) etwa. 6(l00 km und bei Kabeln etwa 4.000 km; die kürzesten gefährlichen Leitungslängen be tragen daher bei unbelasteten Freileitungen etwa 1500 km, bei unbelasteten Kabeln et-13>a 1000 km.
Durch die Einschaltung von Dros selspulen wird die Ausbreitungsgeschwindig keit, der Wechselströme verringert und daher die Wellenlänge und die gefährliche Leitungs- lä uze ebenfalls verkleinert.
Man gelangt also durch die Einschaltung der Drosselspulen zu gefährlichen Leitungslängen, die in der Grösse der praktisch in Frage kommenden durch elektrische Energie zu überbrückenden Ent fernungen An sieh wäre es nun möglich, die Eigen- v,ellenlängen so zu wählen, dass sie vom Vier- faeben der Leitungslänge oder einem ganz- zahligen Teil derselben abweichen.
Diese Wahl passt aber dann immer nur für einen bestimmten Betriebszustand, sie passt nicht mehr, sobald Veränderungen des Leitungs endes .durch Ab- und Zuschalten einzelner Stränge eintreten.
Diese Gefahren werden der Erfindung ge mäss dadurch vermieden, dass die zur Vermin- derung der kapa.zitiven Ladungsströme in Wechselstromanlagen dienenden, den Leitun gen parallel liegenden Drosselspulen einen Eisenkern aufweisen, der bei normaler Span nung hochgesättigt, d. h.bi.s über das Knie der Charakteristik gesättigt ist und hierdurch der Drosselspule eine gesättigte Charakteristik gibt, - während man bisher Leitungen mit durch eingeschaltete Drosselspulen künstlich vergrösserten Induktionen, schon um die Ver hältnisse theoretisch übersehen zu können, stets mit .
proportionaler Abhängigkeit zwi schen Strom und Spannung ausgeführt hat.
In Fig. 1 der Zeichnung bedeutet g einen Wechselstromgenerator, l das Leitungsnetz, an den Stromverbraucher. An verschiedenen Stellen ,des Leitungsnetzes sind Drosselspulen <I>cl</I> angeordnet, die bei normaler Spannung einen hochgesättigten Eisenkern aufweisen. so dass sie eine gesättigte -Charakteristik, d. b. den in Fig. \? gezeigten Zusammenbang zwi schen Amperewindungen A W und Induktion 13 zeigen.
Infolge der Anordnung der Drosselspulen mit hochgesättigtem Eisenkern ist jetzt eine eindeutige Eigenwellenlänge des Systems nicht mehr vorhanden, so dass auch eine scharfe Resonanz nicht mehr entstehen kann. Geht man von einem beliebigen Zustand der Drosselspule aus, bei der eine bestimmte In duktivität und demgemäss eine bestimmte Leitungs-Eigenwelle vorhanden ist. die mit der vierfachen oder auch der halben Leitungs länge übereinstimmen mag. so wächst hierbei die Spannung -der Leitung stark, und dement sprechend wächst der Strom.
Hierbei aber nehmen die Drosselspulen unverhältnismässig grössere Ströme auf, als dem Anwachsen der Spannung entspricht, so dass die Induktanz der Drosselspule sinkt. Die Eizenwellenlänne der Leitung@ird verändert. die Resonanz gestört, so cla.ss eine erhebliche lokale= Span nungssteigerung überhaupt nicht mehr auf treten kann.
Da anderseits die eisengesättigten Drosselspulen auch bei grosser Änderung des Arbeitsstromes nur geringe Änderungen der Spannung ergeben, so wird die Änderung der Netzspannung auf dem ganzen Leitungsnetze zwangsweise innerhalb geringer Grenzen ge halten und kann sich über ein. bestimmtes vor her festgelegtes Mass nicht ändern.
Man kann also mit der Anordnung gemäss der Erfindung Wechselströme von jeder ge bräuchlichen Frequenz über beliebig lange Leitungen übertragen, ohne dass einerseits grosse Energieverluste .durch den Ladestrom eintreten, und anderseits unzulässige Span nungssteigerungen durch Resonanz auftreten.
In Einzelfällen kann auch die Drosselspule in die Leitung geschaltet werden: Um nun die Charakteristik, wie sie in Fig. 2 dargestellt ist, zu erreichen, ist bei sinusförmiger Spannung (Fig. 3) ein spitzer Magnetisierungsstrom erforderlich, wie er ebenfalls in Abhängigkeit von der Zeit t durch die Kurve i in Fig. 3 dargestellt ist.
Dieser spitze Ma:gnetisierungsstrom weist nun neben der Grundwelle il, Oberwellen, insbesondere der dritten Harmonischen, auf, die zu Störun gen durch Ladeerscheinungen oder Resonanz mit den -im Netz vorhandenen Kapazitäten führen können.
Es ist nun bei Drehstromsystemen mög lich, eine weitere Verbesserung in der Wir kungsweise der gemäss der Erfindung zu ver wendenden Drosselspule zu erzielen, indem man die dritten Harmonischen des Stromes oder der Spannung, oder beider für das Netz unterdrückt, was durch magnetische oder elek trische Verkettung der Spulen erreicht wird.
Ein Ausführungsbeispiel ist in Fig. 4 ver anschaulicht, bei dem die dritte Harmonische des Stromes unterdrückt wird, indem zwischen die drei Phasen 1i, h, h eines dreiphasigen Drehstromnetzes in Stern geschaltete Drossel spulen dl geschaltet sind. Die Drosselspulen. könnten auf getrennten Kernen oder aber auch auf einem gemeinsamen Eisengerüst ange ordnet werden.
Da die dritten Harmonischen des Stromes in bezug auf den Nullpunkt des Stenisystems die gleiche Phase haben und ihre Summe nach dem Kirchhoffschen Ge setze gleich Null ist, so können sie sich in folge der Sternschaltung gar nicht ausbilden.
Sind nun die Drosselspulen auf getrennten Kernen angebracht, so ist der zeitliche Ver- lauf des Kraftflusses, also auch der induzier- ten Gegenspannung, in jedem Kern dann nicht mehr sinusoidal, so dass die Gegenspannung eine dritte Harmonische aufweist, die je nach der zeitlichen Kurvenform der Generatorspan- nung der Anlage .die dort vorhandene dritte Harmonische aufheben kann,
oder auch um gekehrt zum Beispiel einer sonst sinusförmi- gen Generatorspannung auch die dritte Har monische aufzwingen kann. Bringt man jedoch die in Stern geschalteten Drosselspulen je auf einem Schenkel eines gemeinschaftlichen, ge gebenenfalls dreischenkligen, normal für Dreh.stromtransformatoren ge-bräuchlichen Ei senkernes an,
so können in diesem (da auch für die magnetischen Flüsse das Kirchhoff- sche Gesetz gilt und ferner die dritten Ober wellen der magnetischen Hauptflüsse in sämt lichen Schenkeln gleichgerichtet sein müssen) die erwähnten Oberwellen des Hauptfeldes sich gar nicht ausbilden.
Die in den Drossel spulen induzierte Gegenspannung bleibt dann (abgesehen von den noch höheren ungeraden Harmonischen) .sinusförmig, .so dass durch die Drosselspulen in der Anlage jetzt nicht nur kein Strom dreifacher' Frequenz, sondern auch keine Spannungen dreifacher Frequenz wenn die Anlage selbst keine solche Span nungen hat - erzeugt werden. Indessen ist diese Anordnung nicht immer vorzuziehen.
.Es können nämlich Fälle eintreten, dass die in allen Schenkeln gleichgerichteten dritten Oberwellen des Feldes, die sich als Hauptfluss im Eisen nicht ausbilden können, sich durch die Luft schliessend, zu starke Streufelder er zeugen und übermässige örtliche Wirbelstrom- verluste und Erwärmungen verursachen; dann kann es zweckmässig sein, das Eisengerüst in an sich bekannter Weise mit einem vierten, unbewickelten Kern zu versehen.
Eine An ordnung dieser Art zeigt Fig. 5, in der k1, k@, k3 die bewickelten Kerne der drei Drossel spulen darstellen und 7c4 den unbewickelten vierten Kern.
Hier ist der dritten Harmonischen des Hauptfeldes die Möglichkeit gegeben, sich auszubilden, so dass nennenswerte Streufelder dreifacher Frequenz nicht zur Entwirklizng gelangen und hierdurch die sonst möglicher weise infolge einer starken Streuung entste liende hohe lokale Wirbelstrombildung nicht eintritt. Die dritten Oberwellen der Ströme bleiben dabei gleichwohl unterdrückt, die in duzierte Spannung ist aber nicht mehr sinus- oidal, was jedoch nicht mehr unter allen Um ständen als Nachteil anzusehen ist.
Die Verkettung der Drosselspulen in dem Mehrphasensystem kann auch auf andere Weise vorgenommen werden. Ordnet man bei spielsweise .die Drosselspule in Dreieck an, gleichgültig ob auf gemeinsamem Eisengerüst oder auf getrennten Kernen für jede Drossel spule, so fliessen Ströme der dritten Harmo nischen innerhalb des .geschlossenen Mehr- pliasensystems; für das Netz sind sie damit unterdrückt. Für andere als Dreiphasen- sy steme sind entsprechende Schaltungen ohne weiteres möglich.
Auch lassen sich andere Verkettungen von Drosselspulen ausführen, die für den vorliegenden Zweck immer dann verwendbar sind, wenn sie nur die dritten und eventuell höhere Harmonischen für das Netz unterdrücken.
In .dem oben beschriebenen Ausführungs beispiel gemäss Fig. 5 sind die Drosselspulen auf einem gemeinsamen Eisengerüst angeord net, das mit einem vierten unbewickelten Kern versehen -wird, um dem Feld der dritten Har monischen die Möglichkeit zu geben, sich aus zubilden und hierdurch die infolge der star ken Streuung sonst entstehende lokale hohe Wirbelstrombildung zu vermindern. Diese An ordnung führt zur Verwendung von anorma len Transformatorkernmodellen für Drossel spulen.
Man kann aber auch -normale Transfor- matorkernmodelle benutzen, ohne =das -Auf- \reten von parasitären Streufeldern mit in den Kauf nehmen zu müssen, wenn man auf der artigen normalen dreischenkligen Eisen- @erüeten ausser der in Stern geschalteten, an die Netzphasen angeschlossenen Hauptwick- lung Schenkel zusammen oder der Reihe nach im gleichen Sinne umlaufende, in sich kurzgeschlossene Zusatzwicklung an ordnet:
Eine Anordniuig dieser Art ist in Fig. f veranschaulicht. h, h, h sind die N etzleitun- gen, an die die in Stern geschalteten Haupt- wicklungen dl der Drosselspule t angeordnet sind.
Auf den Kernen k,, <I>leg.</I> 1c; der Drossel spule ist als zusätzliche Kurzschlusswieklung eine in Dreieck geschaltete, alle Kerne der Reihe nach umlaufende Wicklung f, angeordnet. In dieser dämpfenden Zusatzwicklung, die nur schwache Ströme zu führen braucht und deshalb, sowie um Kupferverluste zu vermei den, zweckmässig mit relativ zu demjenigen der Hauptwicklung geringem Kupferquer schnitt ausgeführt wird, werden nun durch die in allen Schenkeln im gleichen Sinne ver laufenden Streufelder dreifacher Frequenz Ströme induziert, die diese Felder abdrosseln.
Bei dieser Anordnung werden sowohl die drit ten Harmonischen des Hauptfeldes (infolge des Fehlens des vierten Schenkels), als auch das Streufeld dreifacher Frequenz (infolge der Zusatzwicklung), somit auch die dritten Harmonischen der induzierten Spannung un terdrückt. Der Strom in der Hauptwicklung der Drosselspulen hat bei nichtgeerdetem Sternpunkt auch keine dritte Harmonische, und die zur Ausbildung des sinusoidalen Fel des nötige dritte Harmonische der AmpAre- windungen wird ausschliesslich durch die zu- siitzliche Wicklung geliefert.
Will man aber den Sternpunkt der Haupt wicklung erden, so wird dadurch auch das Entstehen von dritten Stromob.erwellen in die ser Wicklung ermöglicht. Man hat es jedoch immer in .der Hand, :durch entsprechende Be messung des ohmschen oder induktiven -N#@li- derstandes der Erdungsleitung sowie durch erhöhtes Windungsverhältnis der Haupt- und Zusatzwiclz:lung die dritten Stromharmoni schen .der Hauptwiehlung minimal zu halten, so dass diese nach wie vor im wesentlichen nur durch die Kurzschlusswicklung geliefert wer den.
Durch diese Erdung des Sternpunktes, die nunmehr möglich ist, können statische La dungen der Leitung abfliessen, in die Erdlei- tung können nach Bedarf Selbstinduktionen eingeschaltet werden, oder es können in die Erdleitung oder auch in sonstiger Weise mit den Drosselspulen kombiniert die bekannten Erdschlussspulen oder sonstigen Einrichtun gen zur Unterdrückung von Erdungslichtbö- gen bei Leitungsdefekten angeordnet werden.
Diese Anordnung, wonach mit der in Dreieck geschalteten Zusatzwicklung Ströme und Spannungen dreifacher Frequenz, die durch die Wirkung der magnetischen Eisen sättigung in der Drosselspule auftreten, un terdrückt werden, kann nun weiter derart ausgebildet werden, dass es möglich ist, auch Ströme und Spannungen der höheren Harmo nischen, die bis zu einem gewissen Grade ebenfalls durch die Eisensättigung hervorge rufen werden, zu unterdrücken. Zu diesem Zweck werden an den Stromkreis der zusätz lichen Dreieckwicklung kapazitive Elemente angeschlossen, die zweckmässig mit der Drei eckwicklung zu Resonanzkreisen für höhere Harmonische verbunden werden.
Will man beispielsweise die fünfte und siebente Har monische unterdrücken, so wird man zweck mässig die kapazitiven Elemente, die an den Stromkreis der Drei.eckwicklung angeschlos sen sind, mit der wirksamen Induktanz der Dreieckwicklung auf etwa sechsfache Fre quenz des Netzstromes abstimmen. Die Zu satzwicklung bildet dann einerseits infolge ihrer Dreieckschaltung den Kurzschluss für die Stromwellen dreifacher Frequenz und an derseits infolge der Abstimmung auf Resö- nanz-Frequenz, .die in 'der Nähe der fünf fachen und si-ebenfach.en Frequenz liegt,
auch einen induktiven Kurzschluss für die Ströme dieser Frequenzen. Die dabei erzeugten Kurz schlussströme dreifacher, fünffacher und sie benfacher Frequenz dämpfen wiederum in ent sprechenden Feldharmonischen ab, so dass das Feld in diesem Falle fast vollkommen zeit lich sinusförmig verläuft. Auch in diesem Falle kann man den Sternpunkt der Haupt wicklung erden, wenn man durch die passende Bemessung des Erdungswiderstan.des die durch :diesen fliessenden höheren Stromhar monischen nach Möglichkeit unterdrückt.
Bei dieser Anordnung werden in der Dros- selspule also wiederum sinus@örmige Span nungen wie sinusförmige Ströme induziert (Fig. 3a), und die durch die gekrümmte Ei- sencharakteristik benötigten AmpArewindun- gen höherer Frequenz werden fast ausschliess- lieh von ;der zusätzliehen Dreieckwicklung geliefert.
Eine derartige Anordnung _ ist in Fig. 7 veranschaulicht. h, 1" <B>1,</B> sind die Netzleitun gen, an die die in Stern geschalteten Haupt wicklungen dl, dz, d3 der Drosselspule ange schlossen sind. Die Zusatzwicklungen f1, f2, f s sind in Dreieck geschaltet.
An den Klem men der Dreieckwicklung liegen die Konden satoren k1, k2, k 3, die mit der Induktanz der Dreieckwicklung auf Resonanz abgestimmt sind.
Es ist nicht immer erforderlich, die Drei- eckwicklung mit äusserer Kapazität, z. B. durch Kondensatoren, zu belasten, man kann sie auch derart ausführen, z. B.. mit so star ken Isolatoren versehen, dass die einzelnen Teile selbst starke innere Kapazität gegen einander haben, und zwar von einer derartigen Grösse, dass sie ausreicht, um mit der Induk- tanz der Dreieckwicklung den Resonanzkreis für die sechste oder sonst erwünschte höhere Harmonische zu bilden.
Wie oben beschrieben ist, nehmen .die Drosselspulen, deren Eisenkern bei normaler Spannung bis über .das Knie seiner Charak teristik .gesättigt ist; unverhältnismässig grö ssere Ströme auf, als .dem Anwachsen der Spannung entsprioht, so dass, wie Fig. 2 zeigt, die Induktanz der Drosselspule sinkt.
Um nun bei geringst schwankender Spannung eine möglichst starke .Schwankung des 21agnetisie- rüngsstromes zu erzielen, wird .zweckmässig ein geschlossener Eisenkern ohne Luftspalt verwendet und die Drosselspule derart be= messen, dass bei einem brauchbaren Werte der Stromänderung etwa im Verhältnis 1:10 die Spannungsänderung<B>30</B> % nicht überschreitet. Zu diesem Zweck wird die Induktion des Ei senbleches bei der normalen Spannung zu <B>15,000</B> Gauss gewählt.
Würde man für ein normales Transformatorblech die Grenze der Induktion niedriger wählen, beispielsweise für eine Änderung des Magnetisierungsstro- mes von 9 auf 90 AW/em, so würde in diesem Induktionsbereich eine Induktionsänderung und damit eine Spannungsänderung von etwa GO %, bezogen auf die untere Spannung, auf treten;
eine Spannungsschwankung, die uner wünscht gross ist. Wählt man dagegen die untere Grenze der Induktion zu 15,500 Gauss, so gelangt man auf eine zulässige Spannungs schwankung von etwa 30 %. Wählt man an derseits die Induktion höher, zu 18,000 oder zwischen den Grenzen 18,300 und 22,000, so beträgt .die Spannungsänderung nur noch etwa 20 %.
Was nun die Stelle der Anlage betrifft, an der die gemäss .der Erfindung zu verwen denden Drosselspulen mit gesättigtem Eisen kern angebracht werden, so kann in dieser Beziehung je nach den vorhandenen Netzver hältnissen eine ziemlich weitgehende Freiheit obwalten. Besonders vorteilhaft kann es sich jedoch erweisen, die Drosselspule der beschrie benen Art oder eine von mehreren derartigen in ,der Anlage verwendeten Drosselspulen in der Nähe der Klemmen des das Netz speisen den Generators anzuschalten. Die an dieser Stelle eingeschaltete hochgesättigte Drossel spule kann dann ausser der oben beschriebenen, durch die Erfindung angestrebten Wirkung der Verhinderung der Resonanz noch zugleich zur Beseitigung von folgenden Nachteilen dienen.
In Wechselstromanlagen für Starkstrom treten häufig hohe kapazitive Belastungen auf, beispielsweise wenn ausgedehnte Kabel strecken angeschlossen sind oder auch grössere Freileitungsnetze, bei denen der von der Ka pazität erzeugte Ladestrom auf die Generato ren zurückwirkt. Da bei normaler Belastung in der Regel der Strom der Spannung nach eilt, die Phasenverschiebung also eine nach eilende ist, kann im Falle einer Linie mit starker Kapazität die Phasenverschiebung wenigstens bei normaler Belastung kompen siert werden. Mit sinkender Belastung dage gen tritt der kapazitive Ladestrom immer mehr zur Wirkung, so dass er bei schwacher Belastung und besonders bei Leerlauf eine stark voreilende Verschiebung verursacht.
Diese verstärkt das Feld des Generators und damit .die Klemmspannung. Unter Umstän den, im besondern dann, wenn durch einen Betriebsfehlex der Generator mit kapazitivem Ladestrom überladen wird, ist dann die Leer laufspannung ein Vielfaches der Spannung bei Normallast.
Wird nun die oben beschriebene Drossel spule, deren Eisenkern bei normaler Spannung bis über das Knie seiner Charakteristik ge sättigt ist, in der Nähe der Generatorklemmen eingeschaltet, so können diese Übelstände ver mieden werden.
Eine Anordnung dieser Art ist in Fig. 8 veranschaulicht. a, bedeutet den Generator mit seiner Gleichstromerregung b, l ist ein Dreh stromnetz. An die Generatorklemme ist eine Drosselspule d mit hoch gesättigtem Eisen kern angeschlossen.
Wenn nun die Spannung um ein erheb liches Mass steigen will, so nimmt die ge sättigte Drosselspule einen stark anwachsen den nacheilenden Magnetisierungsstrom auf und kompensiert dadurch einen grossen Teil des voreilenden Ladestromes. Die Spannungs erhöhung bei Leerlauf wird somit auf ein ge ringes Mass eingeschränkt.
Je nach den Wer ten, die die Spannungserhöhung bei Leerlauf noch betragen soll, wird der Sättigungsgrad in der Drosselspule ausgewählt, so dass bei spielsweise es ohne weiteres möglich ist, dass die :gesamten Spannungsschwankungen zwi schen Leerlauf und Vollast, die ohne Anwen dung der Drosselspule gemäss der Erfindung mehrere 100 % betragen können, den Wert von 25 bis 30 % -nicht wesentlich über schreiten.
Die Drosselspule wird hier, wie es in Fig. 8 der Zeichnung dargestellt ist, zweckmässig in Dreieck geschaltet, oder in einer von den bereits oben anhand der Fig. 5 bis<B>7</B> beschrie benen, äquivalenten Schaltungen, so dass keine höheren harmonischen Ströme und Spannun gen, die auf :das Netz schädlich zurückwirken, von ihr erzeugt werden.
Ist zwischen Generator und Leitungsnetz ein Leistungstransformator zur Umformung der Spannung eingeschaltet; so kann man den Transformator als Drosselspule mit hochge- sättig 'Lem Eisenkern verwenden, indem man den Transformator so bemisst, dass sein eigener Eisenkern hochgesättigt ist.