Die Erfindung betrifft eine Stoppuhr zum Messen von Pulsschlag, Atmungsgeschwindigkeit und Tropfgeschwindigkeit einer intravenösen Vorrichtung.
Bei der Behandlung von Krankheiten wird vom ärztlichen Personal der Pulsschlag, die Atmungsgeschwindigkeit sowie die Tropfgeschwindigkeit von intravenösen Vorrichtungen gemessen. Die Tropfgeschwindigkeit muss gemessen werden, damit eine Lösung intravenös mit der vorgeschriebenen Mengengeschwindigkeit zugeführt werden kann. Bisher war die Genauigkeit dieser Messungen stark von der Geschicklichkeit der Personen abhängig, welche die Messungen ausführten. Es wurde dabei die Anzahl von während eines gegebenen Zeitraumes auftretenden Ereignissen gezählt, worauf der Zählwert durch einen Faktor multipliziert wurde, um die Anzahl der Ereignisse pro Minute oder pro Stunde zu erhalten. So wird z. B. der Pulsschlag eines Patienten während 15 Sekunden gemessen, worauf der Zählwert mit vier multipliziert wird, um die Anzahl der Pulse pro Minute zu bestimmen.
Ähnlich wurde die Atmungsgeschwindigkeit und die zeitliche Strömungsmenge von intravenösen Vorrichtungen gemessen, mit dem Unterschied, dass die Anzahl der Tropfen noch mit einem vorgegebenen Wert multipliziert werden muss, die das Volumen eines Tropfens in der betreffenden intravenösen Vorrichtung enthält, damit die Strömungsmenge z. B. in Kubikzentimetern pro Stunde erhalten werden kann.
Wenn bei der Beobachtung des Pulses des Patienten oder seiner Atmungsgeschwindigkeiten ein Fehler gemacht wird, oder wenn z. B. nach Ablauf der Messzeit noch ein zusätzliches Ereignis gezählt wird, erscheint der Zählfehler multipliziert im Messresultat. So führt z. B. ein Zählfehler von Eins während des Zeitraumes von 15 Sekunden zu einem vierfachen Fehler des Messwertes pro Minute. In ähnlicher Weise kann ein geringfügiger Fehler beim Zählen der Anzahl von Tropfen in einer intravenösen Vorrichtung zu einem grossen Fehler führen, wenn der Zählwert durch einen Zeitfaktor und eine volumetrische Konstante multipliziert wird, damit die Strömungsmenge in Kubikzentimetern pro Stunde bestimmt wird. Die eine solche Messung ausführende Person kann auch bestrebt sein, in einem bestimmten Zeitpunkt mit der Zählung zu beginnen, z.
B., wenn sich der Sekundenzähler im Bereich der Zahl 3, 6, 9 oder 12 des Zifferblattes befindet.
Dadurch kann ein weiterer Fehler eingeführt werden, da der Beginn der Messung und die Erscheinung nicht zusammenfallen müssen.
Es ist ein Gerät zum Messen der Tropfmenge einer Transfusionsvorrichtung bekannt, bei welchem die Anzahl der in einer gegebenen Zeitperiode gefallenen Tropfen direkt auf einem Zähler abgelesen werden. Auch bei diesem Gerät muss eine bestimmte Messzeit genau eingehalten werden, wodurch sich die eingangs erwähnten beträchtlichen Zählfeh ler ergeben können.
Ferner ist eine Uhr bekannt, die zur Bestimmung der Frequenz des Pulses und der Atemzüge benützbar ist und die einen Sekundenzeiger und ein mit zwei Skalen versehenes Zifferblatt aufweist, auf denen die Anzahl der Pulsschläge bzw. die Anzahl der Atemzüge pro Minute direkt abbelesen werden kann. Der genannte Sekundenzeiger macht zwei Umdrehungen pro Minute und kann mittels Drücken eines Knopfes beim Erreichen einer bestimmten gezählten Anzahl Pulsschläge bzw. Atemzüge gestoppt werden. Diese bekannte, auch Minuten- und Stundenzeiger aufweisende Uhr erlaubt aber nicht die direkte Bestimmung der zeitlichen Strömungsmenge einer intravenös zugeführten Lösung durch Messung der Tropfgeschwindigkeit. Zudem wird bei der bekannten Uhr die direkte Bestimmung der Anzahl Pulsschläge bzw.
Atemzüge dadurch erschwert, dass Zeiger und Skalen zur üblichen Zeitbestimmung vorgesehen sind.
Die Erfindung hat die Schaffung einer Stoppuhr der ein gangs genannten Art zum Ziel, welche nicht nur die direkte und einfache Ablesung der gesuchten Messwerte für die An zahl der Pulsschläge und Atemzüge pro Minute durch Abzählen einer bestimmten Anzahl dieser Ereignisse ermöglicht, sondern es auch gestattet, auf gleiche Weise eine in einem weiten Bereich liegende Tropfgeschwindigkeit einer intrave nösen Vorrichtung zu bestimmen und damit die direkte Ab lesung der Strömungsmenge pro Zeiteinheit der durch diese Vorrichtung intravenös zugeführten Lösung zu ermöglichen.
Die erfindungsgemässe Stoppuhr, durch welche dieses Ziel erreicht wird, ist gekennzeichnet durch einen Sekundenzeiger, der in einer Minute eine Umdrehung oberhalb eines
Zifferblattes ausführt, wobei das Zifferblatt eine erste Skala aufweist, die das direkte Ablesen der Anzahl Atmungsbewegungen pro Minute und der zeitlichen Strömungsmenge bei mehr als zwölf. Kubikzentimertern pro Stunde in Form von Mikrotropfen gestattet, sowie eine zweite Skala, die ein direktes Ablesen einer zeitlichen Strömungsmenge in Form von Mikrotropfen von weniger als zwölf Kubikzentimetern pro Stunde gestattet, derart, dass sich beim Stoppen der Uhr nach einer gegebenen Anzahl von Ereignissen der Zeiger über dem gesuchten Messwert befindet.
Bei der Verwendung der Stoppuhr wird eine bestimmte vorgegebene Anzahl von Ereignissen, d. h. Pulsschlägen, Atmungsbewegungen oder Tropfen einer intravenösen Vorrichtung abgezählt, und der dazu erforderliche Zeitraum bestimmt. Zu diesem Zweck wird die Stoppuhr in Bewegung gesetzt, wenn das erste Ereignis eintritt. Die bestimmte Anzahl von Ereignissen wird abgezählt und sobald das erste Ereignis festgestellt wird, wird die Stoppuhr angehalten. Die Markierung der betreffenden Skala am Zifferblatt, die sich unterhalb dem in seiner Endstellung befindlichen Sekundenzeiger befindet, gibt direkt die Anzahl von Pulsen oder Atmungsbewegungen pro Minute oder die Strömungsmenge in Kubikzentimetern pro Stunde an.
Wenn die Strömungsmenge pro Stunde der intravenösen Vorrichtung klein ist, d. h. weniger als zwölf Kubikzentimeter pro Stunde, kann die zweite, innere Skala verwendet werden, um die Strömungsmenge pro Stunde zu bestimmen.
Verschiedene Arten von intravenösen Vorrichtungen haben verschiedene Grössen von Tropfen oder können in verschiedener Weise eingestellt werden, so dass Tropfen verschiedener Grösse entstehen, von denen eine abweichende Anzahl einen Kubikzentimeter ergibt. Auch eine gegebene Zahl von sehr kleinen Tropfen, die als Mikrotropfen bezeichnet werden und von denen sechzig einen Kubikzentimeter ergeben, können leicht und rasch abgezählt werden.
Die Stoppuhr zeigt dann direkt die Strömungsmenge in Kubikzentimetern pro Stunde an. Darauf kann die intravenöse Vorrichtung so eingestellt werden, dass sich die gewünschten Strömungsmengen ergeben.
Auch bei anderen bekannten Tropfengrössen kann eine bestimmte Anzahl von Tropfen abgezählt werden, worauf die Stoppuhr eine direkte Ablesung des Volumens in Kubikzentimertern pro Stunde gestattet.
Die erfindungsgemässe Stoppuhr erlaubt demnach nicht nur eine eindeutige und fehlerfreie direkte Ablesung der Anzahl der Pulsschläge und Atemzüge pro Minute, sondern in ebenso einfacher Weise die Bestimmung der Strömungsgeschwindigkeit der Lösung einer intravenösen Vorrichtung, selbst wenn diese Strömungsgeschwindigkeit einen innerhalb weiter Grenzen liegenden Wert hat. Insbesondere erfordert die erfindungsgemässe Stoppuhr zur Bestimmung der gesuchten Messwerte keine besondere Geschicklichkeit des Pflegeoder Untersuchungspersonals.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der beiliegenden Zeichnung.
Die einzige Figur der Zeichnung zeigt die Ansicht einer erfindungsgemässen Stoppuhr, wobei einige typische Stellungen des Sekundenzeigers gestrichelt dargestellt sind.
Die dargestellte Stoppuhr 11 enthält ein Zifferblatt, einen Startknopf lla und einen Stoppknopf 1 ib sowie eine Aufzugskrone 1 1c. Ein Sekundenzeiger 12 ist mit den vollen Linien in der Ausgangsstellung dargestellt. Das Zifferblatt enthält eine äussere Skala 13 und eine innere Skala 14.
Bei der Verwendung der Stoppuhr zur Bestimmung der Anzahl von Pulsschlägen pro Minute, Atmungsbewegungen pro Minute oder der Anzahl von Mikrotropfen zur Bestimmung der Strömungsmenge in Kubikzentimetern pro Stunde wird der Zählwert Eins gleichzeitig mit der Betätigung des Startknopfes 1 la gezählt. Dadurch wird der Zeiger 12 gleichzeitig mit dem Feststellen des ersten Ereignisses in Bewegung gesetzt, z. B. einem ersten Pulsschlag, einer Atmungsbewegung oder einem auf einen Vergleichspunkt gefallenen Tropfen. Die Bewegung des Zeigers wird so lange fortgesetzt, bis z. B. dreizehn Ereignisse, d. h. zwölf Ereignisse nach dem Beginn der Bewegung des Zeigers stattgefunden haben. Nach dem Feststellen des dreizehnten Ereignisses wird der Startknopf 1 Ib betätigt, wodurch der Zeiger zum Stillstand gebracht wird.
Die Anzahl pro Minute oder im Falle von Mikrotropfen die Anzahl von Kubikzentimetern pro Stune wird direkt an der äusseren Skala an der Stelle abgelesen, an welcher der Sekundenzeiger stehen geblieben ist.
Wenn die Tropfen eine andere Grösse als Mikrotropfen haben, bei welchen sechzig Tropfen einem Kubikzentimeter entsprechen, muss die intravenöse Vorrichtung zuerst dahin gehend untersucht werden, wieviel Tropfen einem Kubikzentimeter entsprechen. Der ausgerechnete Wert kann dann auf der Vorrichtung aufgedruckt werden. Wenn z. B. zehn Tropfen einen Kubikzentimeter ergeben, so müssen während der Betätigung der Stoppuhr drei Tropfen gezählt werden.
Die Stoppuhr wird in Bewegung gesetzt, wenn der erste Tropfen auf einen Vergleichspunkt fällt und wird angehalten, wenn der dritte Tropfen den Vergleichspunkt erreicht. Die Anzahl von Kubikzentimetern pro Stunde, welche die intravenöse Vorrichtung liefert, wenn die Tropfengrösse auf zehn Tropfen pro Kubikzentimeter eingestellt ist, ergibt sich aus der Stelle der äusseren Skala 13, die sich direkt unterhalb des angehaltenen Sekundenzeigers 12 befindet. Bei einer Einstellung von fünfzehn Tropfen pro Kubikzentimeter müssen vier Tropfen abgezählt werden und bei einer Einstellung von zwanzig Tropfen pro Kubikzentimeter fünf Tropfen.
Wenn die Strömungsgeschwindigkeit weniger als zwölf
Kubikzentimeter pro Stunde beträgt und eine langsame Folge von Mikrotropfen verwendet wird, so müssen nur zwei Tropfen gezählt werden. Wenn der Zeiger angehalten wird, befindet sich der Messwert in Kubikzentimetern pro Stunde an der inneren Skala unterhalb des Zeigers.
Im folgenden seien drei Beispiele von typischen Anwen dungen der Stoppuhr angeführt:
Beispiel 1
Zur Bestimmung der Geschwindigkeit desPulsschlages werden dreizehn Pulsschläge gezählt. Wenn der erste Puls gefühlt wird, wird die Stoppuhr in Bewegung gesetzt. Darauf werden zwölf zusätzliche Pulse gezählt und die Stoppuhr angehalten, wenn der dreizehnte Pulsschlag gefühlt wurde.
So wurde in einem Falle der Sekundenzeiger 12 in der ge strichelt dargestellten Stellung 12a angehalten, wobei der Zeiger auf der äusseren Skala 13 auf die Zahl 60 zeigte. Das ergibt eine Zahl von 60 Pulsen des Patienten in der Minute.
In der gleichen Weise kann die Atmungsgeschwindigkeit bestimmt werden, wobei dreizehn Atmungsbewegungen gezählt werden und die Stoppuhr bei der ersten Atmungsbewegung in Bewegung gesetzt und bei der dreizehnten angehalten wird.
Darauf wird die Anzahl von Atmungsbewegungen in der Minute an der äusseren Skala 13 anhand der Stellung des Zeigers abgelesen. In ähnlicher Weise können Strömungsmengen anhand von Mikrotropfen bestimmt werden. Das erfolgt auf die Weise, dass die Stoppuhr in Bewegung gesetzt wird, sobald ein erster Tropfen entlang eines Vergleichspunktes fällt und man die Stoppuhr anhält, sobald ein dreizehnter Tropfen den Vergleichspunkt erreicht hat. Von der Skala 13 kann unterhalb des Zeigers die Anzahl von Kubikzentimetern pro Stunde abgelesen werden.
Beispiel 2
Wenn die Tropfgeschwindigkeit von Mikrotropfen klein ist, und die zeitliche Strömungsmenge weniger als zwölf
Kubikzentimeter pro Stunde ergibt, kann die innere Skala 14 verwendet werden, wobei nur zwei Tropfen gezählt zu werden brauchen. Die Stoppuhr wird in Bewegung gesetzt, sobald der erste Tropfen den Vergleichspunkt erreicht hat und wird angehalten, sobald der zweite Tropfen den Vergleichspunkt erreicht hat. In einem Fall wurde der Sekundenzeiger in einer gestrichelt dargestellten Stellung 12b angehalten. Der Mess wert der inneren Skala 14 befindet sich dabei unterhalb des
Zeigers. Es kann dabei abgelesen werden, dass die zeitliche
Strömungsmenge zehn Kubikzentimeter pro Stunde betrug.
Beispiel 3
Wie bereits erwähnt wurde, muss zur Bestimmung der
Strömungsmenge einer intravenösen Vorrichtung mit einer
Tropfengrösse von zehn Tropfen pro Kubikzentimeter das
Fallen von drei Tropfen bestimmt werden. Bei einer Messung wurde die Stoppuhr in Bewegung gesetzt, wenn der erste
Tropfen entlang eines Vergleichspunktes fiel und wurde an gehalten, sobald der dritte Tropfen den Vergleichspunkt er reichte. Der Zeiger wurde in einer gestrichelt dargestellten
Stellung 12c angehalten, welcher Stellung der Messwert 30 auf der Skala 13 entspricht. Die augenblickliche Strömungs menge betrug daher dreissig Kubikzentimeter pro Stunde.
Wie bereits erwähnt, werden für andere Tropfengrössen andere Zählwerte verwendet.