Gerät zum Beseitigen von Verstopfungen in Rohrleitungen, insbesondere bei sanitären Anlagen
Bei stark frequentierten Toilettenanlagen, z. B. in Krankenhäusern, Schulen, Hotels usw., kommen immer wieder Verstopfungen der Rohrleitungen vor, deren Ursache in der Regel in unsachgemässer Handhabung zu suchen ist. So werden vielfach vom Spülwasser nicht auflösbare Gegenstände in die Toilette gegeben, die sich in mehr oder weniger grossem Abstand von der Abfluss öffnung eines Klosetts in der Abflussleitung festsetzen und dort einen durch die Spülung allein nicht mehr ent fembaren Pfropfen bilden.
Zur Beseitigung derartiger Verstopfungen sind bereits verschiedene Geräte bekanntgeworden, z.B. Sauger und von der Abflussöffnung eines Klosetts aus in die Abflussleitungen einführbare Spiralen. Abgesehen da- von, dass mit diesen bekannten Geräten eine solche Verstopfung nur beseitigt werden kann, indem der den weiteren Abfluss hindernde Pfropfen durch die Abfluss öffnung eines Klosetts aus der Abflussleitung herausgeholt wird, was naturgemäss mit den grössten Unannehmlichkeiten verbunden ist, sind diese Geräte vielfach unwirksam. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich ein derartiger Pfropfen weit entfernt von der Abfluss öffnung gebildet hat. In einem solchen Falle reicht die Saugwirkung der bekannten Sauger zum Heraussaugen des Pfropfens nicht aus.
Da die Abflussleitungen von Klosetts nahezu ohne Ausnahme vor ihrer Einmündung in ein Hauptabflussrohr in mehreren Windungen verlaufen, bedingt durch einen immer kurz hinter der Abflussöffnung angeordneten Krümmer, stehen der Einführung von Spiralen grosse Schwierigkeiten entgegen. Bei entfernt liegenden Pfropfen ist das Heranbringen einer solchen Spirale in vielen Fällen sogar unmöglich.
Angesichts der bekannten Geräte der oben beschrie benen Art anhaftenden Mängel besteht die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe in der Schaffung eines Gerätes zum Beseitigen von Verstopfungen in Rohrleitungen, insbesondere bei sanitären Anlagen, wie Toiletten, das auch bei entfernt liegenden Verstopfungsstellen mit Er loig emsetzbar ist, ohne die bei bekannten Geräten auftretenden Unannehmlichkeiten zu verursachen.
Die Erfindung ist gekennzeichnet durch einen an einem langgestreckten Betä.igungsorgan befestigten Hohlkörper aus verformbarem Werkstoff, der zur Vergrösserung seines Querschnittes aufweitbar ist. Vorteilhaft kann der Hohlkörper, z. B. ein Gummiball, zwecks radialer Aufweitung aufblasbar sein. In weiterer Ausgestaltung kann das Betätigungsorgan ein Rohr sein, das in einen Halsabschnitt des Hohlkörpers fest eingesetzt ist, mit dem Hohlkörperinnenraum in Verbindung steht und in das ein Ventil eingesetzt ist, über das der Hohlkörper aufblasbar ist. Zur Bereitstellung der zum Aufblasen des Hohlkörpers benötigten Druckluft kann auf der vom Hohlkörper entfernten Ventilseite eine direkt auf das Ventil wirkende Luftpumpe vorgesehen sein.
Weiterhin kann das Ventil in der Nähe der Verbindungsstelle des Rohres mit dem Hohlkörper angeordnet und der vom Hohlkörper entfernte Rohrteil als Luftpumpe mit einem längs der Rohrachse hin und her bewegbaren Pumpenkolben ausgebildet sein, etwa in der Art einer Fahrradluftpumpe. Die Anordnung kann auch so getroffen sein, dass sich das Ventil an dem vom Hohlkörper entfernten Rohrende befindet und dass an diesem Rohrende ein das Ventil übergreifender Gummiball als Luftpumpe angeordnet ist, der von Hand zusammengedrückt werden kann und eine Lufransaug- öffnung mit einem Rückschlagventil besitzt. Schliesslich kann anstelle des als Luftpumpe dienenden Gummiballs auch ein abnehmbarer Handgriff auf das genannte Rohrende aufgesetzt sein und zum Aufblasen des Hohlkörpers eine auf das Ventil aufsetzbare herkömmliche Luftpumpe dienen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der in der beigefügten Zeichnung dargestellten Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch das Gerät mit dem Betätigungsorgan und
Fig. 2 eine abgewandelte Ausführungsform, gleich- falls im Schnitt, jedoch den Hohlkörper in aufgeblasenem Zustand.
Das in Fig. 1 dargestellte Gerät besteht im wesentlichen aus einem als Betätigungsorgan dienenden Rohr 1 und einem Hohlkörper 2. Der Hohlkörper besteht aus Gummi und besitzt einen Halsabschnitt 3 sowie diesem gegenüberliegend eine Wandverstärkung 4 mit einer in seinen Innenraum hineinragenden nabenartigen Aufnahme 5. Das Rohr 1 erstreckt sich durch den Halsabschnitt 3 und den Hohlkörperinnenraum hindurch und ist mit seinem Ende in die nabenartige Aufnahme 5 fest eingesetzt, z.B. eingeldebt oder eingeschraubt. Der Halsabschnitt 3 des Hohlkörpers ist unter Spannung von einem Klemmbinder 6 umschlossen und so gegen das Rohr 1 gedrückt, dass eine feste und luftdichte Ver- bindung zwischen dem Rohr und dem Hjalsabschnitt gewährleistet ist.
Um nun den Gummihohlkörper, der nach Fig. 1 eine flaschenähnliche Form hat, aufblasen zu können, ist in das vom Hohlkörper entfernte Ende 7 des Rohres 1 ein Ventil 8 dicht eingesetzt und die Wandung des sich durch den Hohlkörperinnenraum hindurch erstreckenden Rohrabschnittes 9 ist mit einer Durchgangsbohrung 10 versehen. Im übrigen ist auf das Rohrende 7 eine das Ventil 8 übergreifende, abnehmbare Gummikappe 11 aufgesetzt, z. B. aufgeschraubt.
Zum Aufblasen des Hohlkörpers wird diese Gummikappe abgenommen, sodann mittels einer Luftpumpe oder aus einer Druckluftflasche über das Ventil 8 Luft in den Gummihohlkörper eingebracht, bis dieser eine den Erfordernissen entsprechende Aufweitung, z. B. wie in Fig. 2 dargestellt, erfahren hat.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 sind für gleiche Teile wie in Fig. 1 gleiche Bezugszeichen verwendet, jedoch durch einen Strich gekennzeichnet. Das Ventil 8' ist in den sich durch den Hohlkörperinnen- raum hindurcherstreckenden Rohrabschnitt 9' eingesetzt. Im Rohr 1' ist ein mit einer Kolbenstange 12 verbundener und mittels dieser hin und her bewegbarer Pumpenkolben 13 angeordnet. Die Durchgangsbohrung 10' in der Rohrwandung befindet sich auf der vom Pumpenkolben entfernten Seite des Ventils, so dass bei Betätigung des Kolbens über das Ventil Druckluft in den Hohlkörper 2' gefördert wird. Zum Ablassen der Druckluft aus dem Hohlköprer ist ein nicht weiter dargestelltes Ablassventil vorgesehen.
Im übrigen ist ein mit der Kolbenstange festverbundenef Betätivgungsgriff vorgesehen (nicht gezeigt), der mit dem oberen Rohrende fest, jedoch lösbar, verbunden werden kann, z. B. mittels einer Verschraubung. Dieser Griff dient gleichzeitig als Betätigungsgriff für das Gerät, wenn er nach dem Aufpumpen des Hohlkörpers mit dem Rohr fest verbunden ist.
Zur Beseitigung einer Klosettverstopfung wird der an dem Rohr 1, 1' befestigte Hohlkörper 2, 2' in die Abflussöffnung einer Klosettschüssel eingeführt, wo er sich der elliptischen oder abgerundete Ecken aufweisenden Querschnittsform dieser Öffnung anpasst, und dann mehrfach kräftig auf- und abwärts bewegt. Dabei wirkt der Hohlkörper wie ein Pumpenkolben, der über das in der Abflussleitung befindliche Spülwasser abwechselnd kräftige Saug- und Druckstösse auf einen in der Abflussleitung befindlichen Pfropfen erzeugt und diesen so auflöst.
Es ist dabei gleichgültig, ob der die Verstopfung verursachende Pfropfen in der Nähe der Abflussöffnung des Klosetts oder in grösserem Abstand von dieser in der Abfiussieitung sitzt, da sich die bei der Auf- und Abwärtsbewegung des Hohlkörpers erzeugten Saug- und Druckstösse über das Spülwasser bis zum Pfropfen hin fortpflanzen. Sobald sich der Pfropfen aufgelöst hat, werden die Fäkalien von einem nachfolgenden Druckstoss tiefer in die Abflussleitung hineingedrückt und dann vom nachfolgenden Spülwasser fortgespült.
Eine völlig einwandfreie Anpassung des Hohlkörpers 2, 2' an verschiedene Grössen und Formen der Querschnitte der Abfluss öffnungen zwecks guter Abdichtung ist durch seine Verformbarkeit gewährleistet.
Durch Aufblasen des Hohlkörpers kann selbst bei stark voneinander abweichenden Querschnitten solcher Ab fiussöffnungen eine gute Abdichtung zwischen den Wandungen der Abflussöffnung und der Aussenfläche des Hohlkörpers erreicht werden, so dass der Hohlkörper beim Auf- und Abwärtsbewegen in der Abflussöffnung wie ein Pumpenkolben wirkt.