Anordnung mit mehr als zwei Braunschen Röhren.
Häufig ist es notwendig, mehrere lS : atho- denstrahloszillogramme gleichzeitig zu beobachten. Beispielsweise ist dies der Fall, wenn man bei zwei in enger Beziehung stehenden elektrischen Vorgängen, etwa beim Wechselstrom und bei der Wechselspannung in einer Schaltungsanordnung, die gegenseitige Phasenlage der Vorgange feststellen will.
In der Eathodenstrahloszillographie sind bereits Anordnungen bekannt geworden, wel- che die gleichzeitige Beobachtung mehrerer Oszillogramme ermöglichen. So hat man Mehrstrahloszillographen entwickelt, welche sämtliche Oszillogramme so auf den Leucht- schirm einer einzigen Braunschen Röhre entwerfen. dass sie unmittelbar miteinander verglichen werden können. Indes sind derartige Röhren relativ kompliziert und kostspielig.
AuBerdem gelingt es nicht immer, die Systeme innerhalb einer Rohre so zu justieren, dass beide Ablenksysteme die gleiche Emp findlichkeit aufveisen,
Zur gleichzeitigen Beobachtung der Os zillogramme von zwei Braunschen Röhren ist es auch bereits bekannt geworden, beide Röhren im rechten Winkel zueinander aufzustellen und zwischen ihren Schirmen eine se. hwach versilberte Glasplatte so anzuordnen, daB diese gegen jeden der Schirme um 45 geneigt ist. Bei der Beobachtung wird der eine Schirm durch die Glasplatte hindurch in direkter Sicht, der andere Schirm als Spiegelbild wahrgenommen.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, zwei der soeben beschriebenen Anordnungen mit einem Stereoskop so zu vereinigen, daB die Leuchtschirmbilder von vier Braunschen Röhren durch das Stereoskop gleichzeitig wahrgenommen werden können.
Es sind ferner Fernsehgeräte mit drei Braunschen Röhren zur Wiedergabe mehrfarbiger Fernsehbilder bekannt, bei denen vor zwei sich mit ihren Bildschirmen gegen überstehenden Röhren je ein Spiegel ange ordnet ist. Beide Spiegel sind gegen die Bildschirme der zugehörigen Braunschen Röhren geneigt, derart, dass ein Beobaehter gleichzeitig beide Rohren durch ihre Spiegel wahrnehmen und die dritte Rohre in direkter Sicht schauen kann.
Wie man hieraus erkennt, ist in der Teehnik ein ausgesprochenes Bedürfnis nach An- ordnungen vorhanden, mit denen man die Schirme mehrerer Braunscher Rohren gleich- zeitig beobachten kann. Indessen genügen die aufgezÏhlten Anordnungen bei weitem nicht den Anforderungen, die an sie gestellt werden. Es ist beispielsweise w nschenswert. dass man fünf, sechs oder mehr Braunsche R¯hren gleichzeitig beobachten kann. wäh- rend die angeführten Anordnungen nur drei. h¯chstens vier Schirme von Braunschen R¯hren gleichzeitig zu beschauen gestatten.
Die Erfindung löst die Aufgabe, fiir mehr als zwei, beispielsweise f r sechs Braun- sche Röhren eine Anordnung zu schaffen. mit der die Leuchtschirmbilder aller Röhren auf einem gemeinsamen Schirm. etwa auf einer Mattscheibe, an derselben Stelle be- obachtet werden k¯nnen, derart, da¯ die einzelnen Bilder gegeneinander nicht gestürzt. sind.
Gegenstand der Erfindung ist eine An- ordnung, insbesondere ein Elektronenstrahl oszillograph, mit mehr als zwei Braunschen Röhren, in welcher die Leuehtschirmbilder aller Braunscher R¯hren unter Verwendung je eines vor jeder R¯hre angeordneten, aus Linsen best. ehenden Projektionssystems nild unter Verwendung von Spiegeln auf einem gemeinsamen Projektionsschirm, z.
B. einer Mattscheibe, an derselben Stelle sichtbar gemacht werden, derart, dass die Braunschen Röhren sternförmig um einen Kranz von Spiegeln angeordnet sind, von denen jeder Spiegel das Leuchtschirmbild einer ihm zugehörigen, vor ihm aufgestellten, Braunschen R¯hre auf dieselbe Stelle des Projektionsschirmes wirft, und dass die Braunschen R¯hren so um ihre Achsen gedreht sind, da. l ihre auf dem Projektionsschirm sichtbaren Leuchtschirmbilder gegeneinander nicht ge stiirzt sind.
Die Erfindung sei an Hand der in den Abbildungen en spiele der Erfindung nÏher erlÏutert.
In Fig. 1 handelt es sieh um eine An ordnung von sechs in Fassungen angeord- neten, noch näher zu beschreibenden Braun- sehen Röhren mit clen Bezugszeichen l bis ss.
Der (nicht dargestellte) Projektlonssehirm soll sich parallel zur Zeichenebene erstrecken.
Es sind sechs wu einem Kranz angeordnete Spiegel. 7 bis 12. vorgesehen, welche einen Pyramidenstumpf, genauer den Mantel eines solchen Stnmpfes, bilden. Der Pyramidestumpf soll mit seinem verjiingten Teil auf den Projektionsschirm weisen. Vor jedem Spiegel ist eine ssraunsche Röhre aufgestellt. derart, dass jeder Spiegel das Leuchtsehirm- bild der ihm zugehörigen Braunschen Röhre auf den Projektionsschirm wirft.
Im brigen kann der Spiegelkranz auch die Gestalt einer Pyramide besitzen : seine Spiegel können aber auch getrennt voneinander im Kreise aufgestellt sein. zum Beispiel so. dass ihre Ebenen durch einen Punkt gehen.
In Fig. 2 ist dargestellt wie der Pyramidenstumpf zum Projektionsschirm angeordnet ist. Der Projektlonsschirm ist mit 16 be zeichnet. Wie bereit erwähnt, weist der Pyramidenstumpf. von dem die Spiegel 7, 10, 11 und 12 angedeutet sind. mit seinem ver jüngten Teil auf den Schirm 16. Vor dem Spiegel 7 befindet sieh die Braunsche Röhre 1, vor dem Spiegel 10 die Braunsche Röhre 4, wobei heide Braunsche R¯hren parallel zum Projektionsschirm angeordnet sind.
Hierbei ist dafür Sorge getraoent dass die Spiegel des Pyramidenstumpfes nicht genau um 45¯. sondern derart gegen den Projek tionsschirm geneigt sind. dass die Achsen sämtlicher Braunscher Röhren, also insbe- sondere auch der Röhren l und 4, nach ihrer Reflexion an den Spiegel in nahezu ein und demselben Punkt des Projektionsschir- mes zusammentreffen, wie dies f r die Achsen der R¯hren 1 und 4 in gestrichelten Linien dargestellt ist.
Um zu erreichen, dass die Bilder der einzelnen Braunschen Röhren, wie sie auf dem Projektionsschirm 16 entstehen, gegeneinan- der nicht gestürzt sind, das heisst, keine Bilddrehung gegeneinander aufweisen, werden die Braunschen Röhren durch Drehung um ihre Achsen in geeignete Lagen gebracht.
Dies wird durch die folgende Betrachtung verständlich Nehmen wir einmal an, dass sämtliche Braunsche Röhren mit Ablenk plattenpaaren versehen sind, die den Elek- tronenstrahl jeder Röhre in zueinander senkrechten Richtungen ablenken. Nehmen wir ferner an, dass ein senkrecht zur Zeichenebene stehender Beobachter auf jedem einzelnen Leuchtschirm der Braunschen Röhre ein Oszillogramm wahrnimmt, dessen den Ablenkrichtungen entsprechende Koordi- natenachsen horizontal und vertikal verlaufen. Dann sind auf dem Projektionsschirm die einzelnen Oszillogramme gegeneinander gedreht in dem Sinne, daB ihre Koordinaten nicht mehr dieselbe Richtung aufweisen.
Beispielsweise würden, falls der Pyramidenstumpf regelmässig ausgebildet ist, die Oszillogramme der Röhren 1 und 2 einen Winkel von 60 miteinander einschliessen. Es ist nun aber gerade erwünscht, dass sämtliche auf den Projektionssehirm übertragenen Oszillogramme nicht gegeneinander gedreht sind, damit sie miteinander verglichen werden können. Dies lässt sich dadurch bewerkstelligen, dass einzelne der Braunschen Röhren um ihre Achsen gedreht werden.
Dabei erfährt auch das entsprechende Oszillogramm auf dem Projektionsschirm eine Drehung, und indem beispielsweise die Röhren 2, 3, 4, 5 und 6 um bestimmte Winkel gedreht werden, lässt es sich erreichen, dass sämtliche Oszillogramme gegen das Oszillo- gramm der Röhre l keine Bilddrehung aufweisen.
Wie man sieht, lässt sich eine erfindungsgemässe Anordnung auch für mehr als sechs Braunsche Röhren herstellen. Man hat zu diesem Zweck nur eine Pyramide oder einen Pyramidenstumpf vorzusehen, welcher aus soviel Spiegeln besteht als Röhren vorhanden sind. Man kann also gemäss der Erfindung eine grosse Anzahl von Braunschen Röhren so anordnen, dass ihre Leuchtschirmbilder auf ein und derselben Stelle eines Projektionsschirmes derart sichtbar gemacht werden, dass die Leuchtschirmbilder nicht gegeneinander gestürzt sind. Natürlich ist die Pyramidenform nur ein Beispiel dafür, in welcher Weise man die Spiegel zu einem Kranz anordnen kann. Man könnte ebensogut auch eine solche Anordnung, beispielsweise der Spiegel 7 bis 12, wählen, in welcher die einzelnen Spiegel einander nicht berühren.
Man würde in diesem Falle die Möglich- keit haben, jeden Spiegel für sich zu justieren, beispielsweise seine Neigung gegen den Projektionsschirm in gewünschter Weise einzustellen.
Es kann gegebenenfalls zweckmässig sein, die Braunschen Röhren verstellbar so anzuordnen, dass sie parallel zu sich in Richtung der Normalen des Projektionsschirmes verschoben werden können. Dadurch lässt sich eine Parallelverschiebung der entsprechenden Leuchtschirmbilder auf dem Projektionsschirm bewirken, was zum Vergleich der Leuchtschirmbilder unter Umständen von Nutzen sein kann.
Die Braunschen Röhren selbst sind, wie bereits oben erwähnt, in Fassungen angeordnet. In Fig. 1 ist dies für die R¯hre l im einzelnen dargestellt worden. Die eigentliche Braunsche R¯hre ist hierin mit 13 bezeichnet. Sie ist in ihrer Fassung federnd angeordnet, und zwar mittels eines aus elastischem Stoff bestehenden Ringes 14. Der Sockel der R¯hre ist mit 15 wiedergegeben.
Er hat denselben Durchmesser wie der Roh- renkolben. Die ganze Röhre kann durch eine hinter dem Sockel der R¯hre befindliche Offnung nach hinten aus der Fassung gescho- ben und gegebenenfalls gegen eine andere R¯hre ausgetauscht werden. Die Fassung 1 ist an der Stelle, wo sich der Röhrensockel befindet, erweitert, damit an dieser Stelle die elektrischen Zuleitungen für die Rohre eingeführt werden können. Vor der Braunschen R¯hre ist in der Fassung ein Linsen- system 17 vorgesehen, welches dazu dient, den Leuchtschirm der Röhre über den Spiegel 7 auf den Projektionsschirm zu werfen.