AT528647B1 - Regelverfahren für eine Regelung des Betriebs eines Co-Elektrolysesystems - Google Patents
Regelverfahren für eine Regelung des Betriebs eines Co-ElektrolysesystemsInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Regelverfahren für eine Regelung des Betriebs eines Co-Elektrolysesystems (100) mit wenigstens einem Elektrolysestapel (110), aufweisend einen Luftabschnitt (120) mit einem Luftzuführabschnitt (122) für eine Zufuhr von Zuluft (ZL) und einem Luftabführabschnitt (124) für eine Abfuhr von Abluft (AL), weiter aufweisend einen Reaktantenabschnitt (130) mit einem Reaktantenzuführabschnitt (132) für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas (RZG) und einen Produktgasabführabschnitt (134) für eine Abfuhr von Synthesegas (SG), das Regelverfahren, gekennzeichnet durch die folgenden Schritte: - Erfassen einer Regenerationsaufforderung (RGA) zur Regeneration wenigstens eines zu regenerierenden Regenerierabschnitts (135) des Produktgasabführabschnitts (134), - Regeln des Co-Elektrolysesystems (100) über einen Reduktions-Betriebsmodus (RDB) mit sich reduzierender Stromzufuhr (SZ) in einen Regenerations-Betriebsmodus (RGB), - Führen von Luft (L) zumindest durch den Regenerierabschnitt (135) des Produktgasabführabschnitts (134) für ein Regenerieren von festem Kohlenstoff in diesem Regenerierabschnitt (135) im Regenerations-Betriebsmodus (RGB) für eine Regenerationsdauer (RGD), - Regeln des Co-Elektrolysesystems (100) am Ende der Regenerationsdauer (RGD) aus dem Regenerations-Betriebsmodus (RGB) in einen Normal-Betriebsmodus (NMB).
Description
Regelverfahren für eine Regelung des Betriebs eines Co-Elektrolysesystems
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Regelverfahren für eine Regelung des Betriebs eines Co-Elektrolyseverfahrens, ein Computerprogrammprodukt zur Durchführung eines solchen Regelverfahrens, eine Regelvorrichtung zur Durchführung eines solchen Regelverfahrens sowie ein Co-Elektrolysesystem mit einer solchen Regelvor-
richtung.
Es ist grundsätzlich bekannt, dass Co-Elektrolysesysteme betrieben werden, um aus elektrischem Strom und Ausgangsgasen ein Synthesegas zu erzeugen, welches in einem anschließenden Synthetisierungsprozess in synthetische Kraftstoffe, wie beispielweise Methanol, Ethanol, Paraffine oder Ähnliches, umgewandelt werden kann. Insbesondere bei der Verwendung von erneuerbaren Energien als Energiequelle stellt dies eine besondere Rolle dar, um aus diesen erneuerbaren Energien in einem zweistufigen Prozess über das Elektrolyseverfahren und den anschließenden Synthetisierungsprozess Kraftstoffe herzustellen, welche in den bekannten Einsatzmög-
lichkeiten, beispielsweise in der Industrie, verwendet werden können.
Nachteilig bei den bekannten Lösungen ist es, dass bei der Betriebsweise des CoElektrolysesystems ein komplexes Gasgemisch entsteht, welches insbesondere zu unerwünschten Ablagerungen in den Rohrleitungen des Co-Elektrolysesystems führen kann. Üblicherweise werden Co-Elektrolysesysteme mit kohlenstoffhaltigen Reaktantenzuführgasen betrieben, insbesondere mit Kohlenstoffdioxid. Bei der Umsetzung unter Stromzuführung in den Elektrolysestapeln entsteht ein H2 und CO,. Darüber hinaus können jedoch auch weitere Gaskomponenten, insbesondere Methan enthalten sein. Im Ausgangspfad des Co-Elektrolysesystems, stromabwärts der Elektrolysestapel, wird dieses Synthesegas nun nicht nur zu dem nachfolgenden Synthetisierungsprozess gefördert, sondern auch auf die notwendige Temperatur gebracht, um diesen Synthetisierungsprozess, insbesondere einer Fischer-TropschSynthese, zugeführt zu werden. Das Temperaturfenster für die Co-Elektrolyse liegt dabei üblicherweise über 800 Grad Celsius, sodass ein Abkühlen auf einen Bereich deutlich unter 300 Grad Celsius notwendig ist.
Beim Abkühlprozess zwischen 800 Grad Celsius und 300 Grad Celsius kann es jedoch dazu kommen, dass aus dem Synthesegas durch unterschiedliche chemische
Reaktionen reiner Kohlenstoff entsteht. Dies kann durch eine Umsetzung von Koh-
Vorgang bezeichnet man auch als Rußbildung und/oder Rußablagerung.
Bekannte Co-Elektrolysesysteme versuchen diese Rußablagerung auf unterschiedliche Weise zu vermeiden. Eine Möglichkeit ist dabei die Beschichtung der Komponenten, welche sich in diesem riskanten Temperaturfenster befinden. Diese Beschichtung ist jedoch mit einem hohen konstruktiven Aufwand versehen und dementsprechend nur mit hohem Kostenaufwand erzielbar, da entsprechende Rohrleitungen, Wärmetauscher und ähnliches vollständig innen beschichtet werden müssen. Darüber hinaus unterbindet eine solche Beschichtung in der Regel die Kohlenstoffbildung nicht. Sie verringert nur die Menge an Kohlenstoff die ausfällt. Aus diesem Grund ist Beschichten allein nicht genug. Andere Möglichkeiten bietet der Zusatz von Additiven, welche im Synthesegas die genannten Bildungsreaktionen für den reinen Kohlenstoff unterdrücken. Auch solche Zusätze sind mit einer entsprechenden Konstruktionskomplexität und durch den Verbrauch der Additive auch einem Kosteneinsatz verbunden. Weiter beeinflussen Additive eine Gaszusammensetzung und/oder führen zu einer Aufreinigung des Synthesegases. Dies führt zu erheblichem Mehraufwand und Wirkungsgradeinbußen. Nicht zuletzt ist es auch bekannt, dass kritische Temperaturfenster von 800 Grad bis 300 Grad schneller zu durchschreiten, sodass weniger Zeit und/oder weniger Strecke für die RuRbildungsprozesse bleibt. Dies wird häufig durch den Einsatz einer Sprühkühlung mit Wasser durchgeführt, wodurch sich jedoch ebenfalls die Zusammensetzung des Synthesegases verändert und im
nachfolgenden Synthetisierungsprozess zu Problemen führen kann.
Weitere Verfahren zur Regelung eines Co-Elektrolysesystems sind beispielsweise aus der EP 3415466 A1, der WO 2024202668 A1, der EP 3322777 B1, der FR 3014451 A1 und der EP 3494608 B1 bekannt.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorlie-
genden Erfindung, in kostengünstiger und einfacher Weise die Betriebsmöglichkeiten
bei für ein Co-Elektrolysesystem zu verbessern.
Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Regelverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Computerprogrammprodukt mit den Merkmalen des Anspruchs 13, eine Regelvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 14 sowie ein CoElektrolysesystem mit den Merkmalen des Anspruchs 15. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Regelverfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Computerprogrammprodukt, der erfindungsgemäßen Regelvorrichtung, dem erfindungsgemäßen CoElektrolysesystem und jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird bezie-
hungsweise werden kann.
Erfindungsgemäß ist ein Regelverfahren für die Regelung des Betriebs eines CoElektrolysesystems einsetzbar. Ein solches Co-Elektrolysesystem ist mit wenigstens einem Elektrolysestapel ausgestattet, welcher einen Luftabschnitt mit Luftzuführabschnitt für eine Zufuhr von Zuluft und einen Luftabführabschnitt für eine Abfuhr von Abluft aufweist. Darüber hinaus ist dieser wenigstens eine Elektrolysestapel mit einem Reaktantenabschnitt ausgestattet, welcher wiederum einen Reaktantenzuführabschnitt für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas und einem Produktgasabführabschnitt für eine Abfuhr von Synthesegas aufweist. Das Regelverfahren zeich-
net sich durch die folgenden Schritte aus:
- Erfassen einer Regenerationsaufforderung zur Regeneration wenigstens eines zu regenerierenden Regenerierabschnitts des Produktgasabführabschnitts,
- Regeln des Co-Elektrolysesystems über einen Reduktions-Betriebsmodus mit sich reduzierender Stromzufuhr in einen RegenerationsBetriebsmodus.
- Führen von Luft zumindest durch den Regenerierabschnitt des Produkt-
gasabführabschnitts für ein Regenerieren von festem Kohlenstoff in diesem
- Regeln des Co-Elektrolysesystems am Ende der Regenerationsdauer aus
dem Regenerations-Betriebsmodus in einen Normal-Betriebsmodus.
Ein erfindungsgemäßes Regelverfahren kann als Bestandteil eines Kontrollsystems und damit einer Betriebsregelung des Co-Elektrolysesystems eingesetzt werden. Dieser Bestandteil der Betriebsregelung dient dazu, eine sich aufgebaute Rußschicht nach der Ablagerung von festem Kohlenstoff wieder abzubauen oder zumindest zu reduzieren und auf diese Weise diesen Strömungsabschnitt des CoElektrolysesystems zu regenerieren. Im Gegensatz zu den bekannten Lösungen wird also beim erfindungsgemäßen Regelverfahren die Rußbildung nicht verhindert, sondern vielmehr das Ergebnis der RuRbildung, also die abgelagerte Rußschicht, im
Regenerierabschnitt durch den Regenerationsvorgang wieder abgebaut.
Der Regenerationsvorgang der vorliegenden Erfindung wird durch Luft zur Verfügung gestellt, in dem diese Luft durch den Regenerierabschnitt gefördert wird. Die insbesondere heiße Luft kann zum einen dazu führen, dass eine chemische Rückreaktion stattfindet, also der feste Kohlenstoff mit der heißen Luft wieder reagiert, also verbrennt, und entsprechend mit als ein beispielsweise als Regenerierabgas bezeichnetes Gasgemisch, wieder aus dem Regenerierabschnitt abgeführt werden kann. Auch andere, insbesondere physikalische Regeneriereffekte sind jedoch grundsätzlich denkbar, also ein physikalisches Aufnehmen des festen Kohlenstoffs aus der Ruß-
schicht in der Luft und ein entsprechendes Ausführen aus dem Regenerierabschnitt.
Für ein erfindungsgemäßes Regelverfahren ist dabei unerheblich welche Luft ver-
wendet wird. Es kann sich um die Zuluft handeln, welche bereits im normalen Betrieb durch das Co-Elektrolysesystem gefördert wird. Zusätzlich oder alternativ kann auch über eine separate Luftquelle Luft, beispielsweise aus der Umgebung, zur Verfügung
gestellt werden.
Der erfindungsgemäße Kerngedanke beruht nun darauf, dass zumindest einmalig, vorzugsweise zu definierten Zeitpunkten wiederholt, das Regelverfahren durchgeführt wird, um eine Regenerierung des Regenerierabschnitts durchzuführen. Es kann auch vorgesehen sein, dass bei Bedarf durch Detektion einer Rußschicht durch bei-
spielsweise Anstieg des Gegendrucks im Regenerierabschnitt erfolgt.
Das Co-Elektrolysesystem weist vorteilhaft einen Rezirkulationsabschnitt auf zur teilweisen Rückführung von Produktgas.
Sobald diese Regenerationsaufforderung vom erfindungsgemäßen Regelverfahren erfasst worden ist, wird in einem ersten Schritt ein Umschalten vom normalen Betriebsmodus als Normal-Betriebsmodus in einen Übergangsmodus in Form des Reduktions-Betriebsmodus durchgeführt. Grundsätzlich kann der ReduktionsBetriebsmodus vorteilhaft auch ein Teil des Normal-Betriebsmodus und keine eigener Übergangsmodus sein. Da im reinen Regenerations-Betriebsmodus keine Produktion von Synthesegas erfolgen soll, um ein möglichst effizientes Regenerieren des festen Kohlenstoffs zu gewährleisten, ist ein Umschalten vom NormalBetriebsmodus mit Stromzufuhr zu einem Regenerations-Betriebsmodus mit geringer oder vollständig ausgeschalteter Stromzufuhr notwendig. Dieser Umschaltschritt wird jedoch erfindungsgemäß über einen Übergang gewährleistet, welcher als Reduktions-Betriebsmodus bezeichnet wird. In diesem Reduktions-Betriebsmodus regelt das Regelverfahren die Stromzufuhr herunter und reduziert diese entweder entlang einer Rampe, schrittweise oder in flexibler anderweitiger Regelung. Während sich die Stromzufuhr reduziert, ändert sich die Zusammensetzung des Synthesegases und in gleicher Weise können während des Reduktions-Betriebsmodus auch die Zusammensetzungen der Gase beziehungsweise und/oder die Gastströme angepasst werden. Insbesondere gilt dies für eine Reduktion des Reaktantenzuführgases, welches üblicherweise ein kohlenstoffhaltiges, insbesondere kohlenstoffdioxidhaltiges Gas ist.
Der Normal-Betriebsmodus kann im Rahmen der Erfindung vorteilhaft auch einen
Hot-Standby-Modus umfassen, sodass auch im Hot-Standby-Modus vorteilhaft eine
Regeneration ausgelöst und angefahren werden kann.
Sobald der Reduktions-Betriebsmodus den Übergang vom Normal-Betriebsmodus zum Regenerations-Betriebsmodus durchgeführt hat, wird im erfindungsgemäßen Regelverfahren auf den Regenerations-Betriebsmodus umgestellt, sodass nun gezielt Luft, insbesondere Zuluft, durch den Regenerierabschnitt geführt wird. Da üblicherweise ein Luftanschluss für Zuluft im Normal-Betriebsmodus vorhanden ist, kann dieser bereits bestehende Luftanschluss dazu verwendet werden. Dies führt dazu, dass ein erfindungsgemäßes Regelverfahren insbesondere mit wenigen konstruktiven Eingriffe am Co-Elektrolysesystem eingesetzt werden kann, nämlich mit dem Ergänzen einer mittels eines Ventils schaltbaren Querverbindung zwischen dem Luftzuführabschnitt zu dem Produktgasabführabschnitt oder dem Reaktantenzuführabschnitt. Jedoch ist auch ein vollständig eigenständiger Luftanschluss, beispielsweise an die Umgebung für das Zuführen der Luft in eigenständiger Weise im Rahmen der vorliegenden Erfindung denkbar. Dabei ist es unerheblich, wie viele Komponenten die Luft zusätzlich durchströmt. So können direkte Anschlüsse an einen Eingangsabschnitt und einen Ausgangsabschnitt des Regenerierabschnitts vorgesehen sein, um im Regenerations-Betriebsmodus Luft ausschließlich in den Regenerierabschnitt hineinzubringen. Jedoch kann es kostengünstiger und zur Reduktion der Komplexität ebenfalls sinnvoll sein, wenn die Luft zusätzliche Komponenten, insbesondere den Reaktantenabschnitt der Elektrolysestapel durchströmt, um anschließend entlang des regulären Strömungspfades des Synthesegases nun als Regeneriergas in Form der Luft den Regenerierabschnitt zu durchströmen.
Sobald die Regenerationsdauer abgeschlossen ist, erfolgt nun ein Umstellen zurück in den Normal-Betriebsmodus, sodass der normale Betrieb des CoElektrolysesystems wieder aufgenommen werden kann. Während des Regenerations-Betriebsmodus ist es nicht möglich Synthesegas zu produzieren, weshalb vorzugsweise auch keine Stromzufuhr in diesem Betriebsmodus vorgesehen ist. Vielmehr handelt es sich beim Regenerations-Betriebsmodus sozusagen um eine Betriebsunterbrechung bei der Produktion des Synthesegases. Dies ist zwar ein Betriebsnachteil, führt jedoch dazu, dass keine Additive, aktive Kühlkomponenten oder sogar Beschichtungen notwendig sind, um das Abscheiden von Kohlenstoff gänzlich
zu verhindern. Vielmehr kann in flexibler und gezielter Weise das Regelverfahren die
aufgebauten Kohlenstoffschichten wieder abbauen oder zumindest zu reduzieren
und rechtzeitig vor nachhaltiger Schädigung des Co-Elektrolysesystems diese wieder
in einen Zustand zurückführen, welcher keine oder nur eine geringe Rußschicht auf-
weist.
Würde die Rußschicht zu stark zunehmen, könnte dies dazu führen, dass die Komponenten, insbesondere die Leitungsabschnitte im Regenerierabschnitt, verstopfen, sodass diese ausfallen können. Auch ist es möglich, dass wenn die Rußablagerung auf Wärmeübertragungskomponenten eines Wärmetauschers stattfinden, die Wärmeübertragungswiderstände so groß werden, dass ebenfalls nicht mehr die gewünschte Kühlleistung zur Verfügung gestellt werden kann. In beiden Fällen würde die sich erhöhende Rußablagerung zu Effizienzeinbußen beim Betrieb des CoElektrolysesystems führen. Im schlimmsten Fall wäre es sogar möglich, dass der feste Kohlenstoff der Rußablagerung eine chemische Umsetzung des Werkstoffes der Leitungsabschnitte im Regenerierabschnitt, beispielsweise unter Karbidbildung, durchführt und es entsprechend zu einer nachhaltigen und insbesondere irreversib-
len Beeinträchtigung des Regenerierabschnitts kommen könnte.
Es kann Vorteile mit sich bringen, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren der Übergang aus dem Regenerations-Betriebsmodus in den NormalBetriebsmodus über einen Steigerungs-Betriebsmodus mit steigender Stromzufuhr stattfindet. Dies kann auch als Ramp-Up- oder Low-Power-Betriebsmodus bezeichnet werden. Insbesondere kann in diesem Steigerungs-Betriebsmodus nun die Stromzufuhr langsam oder kontinuierlich, über eine Rampe oder stufenweise gesteigert werden, während gleichzeitig vorzugsweise die Luft und/oder das Regenerierabgas aus dem Regenerierabschnitt ausgeblasen wird. Dieser SteigerungsBetriebsmodus kann als dem Reduktions-Betriebsmodus komplementärer Betriebsmodus verstanden werden, um nun eine Rückführung in den regulären NormalBetriebsmodus für die Produktion von Synthesegas zu gewährleisten. Der Zeitraum für den Steigerungs-Betriebsmodus kann ähnlich dem Zeitraum für den ReduktionsBetriebsmodus, beispielsweise im Bereich von Stunden, gewählt werden. Dies zeigt in welch kurzen Zeitabständen die Überführung zwischen den einzelnen Betriebsmodi bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren möglich ist. Insbesondere ist hier darauf hinzuweisen, dass der Regenerations-Betriebsmodus vorzugsweise unter Beibehaltung oder im Wesentlichen Beibehaltung der Temperatur des Co-
Elektrolysesystems und der wesentlichen Komponenten durchgeführt wird. Das be-
deutet also, dass kein Abkühlen oder Aufheizen, insbesondere keine Startprozesse
und/oder Abfahrprozesse für das Co-Elektrolysesystem notwendig sind, sondern ein
kurzes und schnelles Rückführen über den Steigerungs-Betriebsmodus in den Nor-
mal-Betriebsmodus möglich ist.
Von Vorteil ist es darüber hinaus, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren die Luft im Regenerations-Betriebsmodus an wenigstens einem Strömungsabschnitt des Co-Elektrolysesystems vorbei, insbesondere an dem wenigstens einen Elektrolysestapel vorbei, zu dem Regenerierabschnitt geführt wird. Je kürzer die Wege zwischen dem Luftanschluss und dem Regenerierabschnitt ausgebildet sind, umso schneller kann mit der tatsächlichen Regeneration begonnen werden. Darüber hinaus ist auch das Volumen des im System enthaltenen Wasserstoffs auf ein Minimum begrenzt, sodass der Übergang und das Ausblasen der Luft und/oder des Regenerierabgases sich ebenfalls auf eine minimale Zeit reduzieren lassen. Hierfür können auch separate zusätzliche Regenerierzuführleitungen vorgesehen sein, um beispielsweise die Luft an dem Elektrolysestapel vorbei und direkt in den Regenerierabschnitt zu führen. Dies kann durch zusätzliche Leitungen und durch zusätzliche Regenerierventilvorrichtungen zur Verfügung gestellt sein.
Vorteile bringt es ebenfalls mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren die Luft im Regenerations-Betriebsmodus durch den Reaktantenabschnitt des Elektrolysestapels hindurchgeführt wird. Das bedeutet, dass zusätzlich oder alternativ zu der Ausbildung des voranstehenden Absatzes nun zumindest ein Teil der Luft den regulären Strömungsweg durch den Elektrolysestapel hindurch nimmt. Insbesondere kann auf diese Weise auf zusätzliche und damit komplexitätsseigernde Leitungen und entsprechende Ventilkomponenten verzichtet werden. Vielmehr wird ausschließlich die Gaszusammensetzung durch den Reaktantenabschnitt verändert, insbesondere das Reaktantenzuführgas komplett abgeschaltet und im Wesentlichen ausschließlich Luft durch den Reaktantenabschnitt und damit in den stromabwärts liegenden Regenerierabschnitt geführt. In diesem Fall kann zwar ein größeres Volumen an Luft notwendig sein, wenn sich die Temperatur ändert, jedoch kann das Regelverfahren auch auf bestehenden Co-Elektrolyseanlagen sozusagen durch die rei-
ne Anpassung der jeweiligen Ventilstellungen nachgerüstet werden.
Ein weiterer Vorteil ist es darüber hinaus, wenn bei einem erfindungsgemäßen Re-
gelverfahren im Regenerations-Betriebsmodus wenigstens einer der folgenden Re-
geleingriffe erfolgt: - Reduzierte Stromzufuhr zum Elektrolysestapel, - Ausgeschaltete Stromzufuhr zum Elektrolysestapel,
- Reduzierte Zufuhr an Reaktantenzuführgas, insbesondere KohlenstoffdiOxXid,
- Ausgeschaltete Zufuhr an Reaktantenzuführgas, insbesondere Kohlenstoffdioxid.
Bei der voranstehenden Aufzählung handelt es sich um eine nicht abschließende Liste. Es kann noch hinzugefügt werden, dass insbesondere die Temperaturen der einzelnen Komponenten, insbesondere der Elektrolysestapel, vorzugsweise im Bereich der regulären Betriebstemperatur für den Normal-Betriebsmodus gehalten werden, um, wie bereits erläutert, das Rückführen in den Normal-Betriebsmodus nach Ende der Regenerationsdauer möglichst schnell durchführen zu können. Insbesondere für eine verbesserte und gesteigerte Regeneration ist es vorteilhaft die Stromzufuhr am Elektrolysestapel vollständig auf null zu reduzieren und zusätzlich auch das Reaktantenzuführgas hinsichtlich der Zufuhr vollständig zu blockieren. Mit anderen Worten ist in einem optimierten Regenerations-Betriebsmodus ausschließlich eine Luftzufuhr zu dem Regenerierabschnitt vorgesehen. Man kann diesen RegenerationsBetriebsmodus damit auch als lastfreien Zustand und/oder als produktionsfreien Zustand bezeichnen, um insbesondere die Stöchiometrie des luftbasierten Regeneriergases so anzupassen, dass eine ideale Regeneration des festen Kohlenstoffs im Regenerierabschnitts in chemischer und/oder physikalischer Weise erfolgt.
Weitere Vorteile können ebenfalls erzielt werden, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren im Reduktions-Betriebsmodus die Stromzufuhr über eine definierte Reduktionsdauer und/oder über eine definierte Reduktionsrampe reduziert wird. Darunter ist zu verstehen, dass beispielsweise eine definiert vorgegebene Zeit verwendet wird, die als Reduktionsdauer eingehalten wird. Auch flexible Anpassungen, beispielsweise über eine Reduktionsrampe, welche den Ausgangsstromwert auf den gewünschten Zielstromwert, beispielsweise ein kompletter Stopp der Stromzu-
fuhr, vorgesehen sein kann. Der Reduktions-Betriebsmodus kann entsprechend von
unterschiedlichen Variablen, wie Betriebsinformationen, Betriebszeit, Temperaturen
oder insbesondere sogar Messwerten hinsichtlich der Schichtdicke der Rußablage-
rungen, abhängig gemacht werden.
Vorteile bringt es darüber hinaus mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren im Regenerations-Betriebsmodus wenigstens ein Betriebsparameter das Co-Elektrolysesystem als Regenerationsparameter überwacht wird, wobei die Regenerationsdauer an den wenigstens einen überwachten Regenerationsparameter angepasst wird. Die Regeneration selbst wird also nun flexibel an den tatsächlichen Zustand des Co-Elektrolysesystems und insbesondere des Regenerierabschnitts angepasst. Dies führt zu einer Effizienzsteigerung und insbesondere zu einer Anpassung des erzwungenen Betriebsausfalls bei der Produktion des Synthesegases auf die ideale Regenerationsdauer. Die Regenerationsparameter sind dabei insbesondere Betriebsparameter, welche auch im normalen Betrieb des CoElektrolyseverfahrens erfasst werden.
Bei einem Regelverfahren gemäß dem voranstehenden Absatz kann es Vorteile mit sich bringen, wenn als Regenerationsparameter der Druckverlust über einen Wärmetauscher als Bestandteil des Regenerierabschnitts überwacht wird. Ist ein Wärmetauscher Teil des Regenerierabschnitts, so kann Rußablagerung dazu führen, dass sich an diesem Wärmetauscher die Leitungsquerschnitte für die Gasförderung mit der Zeit verengen. Ein Druckverlust über den Wärmetauscher kann damit indirekt Rückschlüsse für diese verbleibendenden freien Leitungsquerschnitte und damit in indirekter Weise über die aufgebaute Schichtdicke zulassen. Je größer der Druckverlust ist, umso größer ist entsprechend die Schichtdicke und entsprechend höher ist der notwendige Regenerieraufwand. Diese Information kann auch im normalen Betrieb überwacht werden und damit, wie später noch erläutert, als Auslöser für die Regenerationsaufforderung dienen. In einfachster Weise ist dies durch zwei Druck-
sensoren vor und nach dem Wärmetauscher im Regenerierabschnitt umsetzbar.
Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn bei einem Regelverfahren gemäß einem der beiden voranstehenden Absätze als Regenerationsparameter eine Rezirkulationsmenge von Produktgas in einem Rezirkulationsabschnitt überwacht wird. Dadurch ist es möglich, auf Ablagerungen rückzuschließen. Insbesondere wird hierfür ein Massenstrom an rezyklierten Produktgas oder Synthesegas bestimmt. Dieser wird sich bei gleichbleibenden Ejektoreinstellungen reduzieren, wenn der Druckverlust im Rezirkulationsab-
schnitt steigt. Wie im voranstehenden Absatz kann auch die Rezirkulationsmenge
entsprechend für die Auslösung einer Regenerationsaufforderung für die Durchfüh-
rung der Regeneration eingesetzt werden.
Weitere Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren im Normal-Betriebsmodus wenigstens ein Betriebsparameter des CoElektrolysesystems als Regenerationsparameter überwacht wird, wobei auf Basis des wenigstens einen überwachten Regenerationsparameters die Regenerationsaufforderung zur Erfassung erzeugt wird. Damit kann es sich um ein in das Regelverfahren integriertes Auslösesystem handeln, sodass im normalen Betrieb des CoElektrolysesystems kontinuierlich in indirekter Weise die Rußschichtdicke qualitativ überwacht werden kann. Insbesondere durch die genannten Regenerationsparameter in Form des Förderdrucks, der Förderleistung und/oder des Druckverlusts an einem Wärmetauscherabschnitt, kann somit im normalen Betrieb exakt bestimmt werden, zu welchem Zeitpunkt eine Regeneration vorteilhaft oder sogar notwendig ist. Somit wird Teil des Regelverfahrens eine Selbstauslösung sein, sodass beim Erkennen einer unerwünscht hohen Schichtdicke an Ruß in dem Regenerierabschnitt nun die Regenrationsaufforderung erzeugt und entsprechend durch deren Erfassung die
weiteren Schritte des Regelverfahrens ausgelöst werden.
Vorteilhaft ist es ebenfalls, wenn bei einem erfindungsgemäßen Regelverfahren im Regenerations-Betriebsmodus neben Luft wenigstens eine der folgenden Gaskom-
ponenten zugesetzt werden: - Wasserstoff, - Kohlenstoffdioxid, - Stickstoff.
Dies führt dazu, dass bei der voranstehenden, nicht abschließenden Liste, nun ein oder mehrere zusätzliche Komponenten die Regeneration verbessern und/oder beschleunigen können. Das Verbessern und/oder Beschleunigen dient dazu, den Betriebsausfall zu reduzieren und den Regenerationseffekt zu steigern. Insbesondere ist es auf diese Weise möglich, den Regenerationsvorgang in physikalischer und/oder chemischer Weise zu unterstützen, beispielsweise eine die Regeneration fördernde Stöchiometrie im Regenerierabschnitt zu optimieren oder unerwünschte
Nebeneffekte zu reduzieren.
vorhandenen Wasserdampf zur Verfügung gestellt sein.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Computerprogrammprodukt, aufweisend Befehle, welche bei der Ausführung durch einen Computer diesen veranlassen die Schritte eines erfindungsgemäßen Regelverfahrens durchzuführen. Damit bringt auch ein erfindungsgemäßes Computerprogrammprodukt die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich und mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Re-
gelverfahren erläutert worden sind.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Regelvorrichtung für eine Regelung des Betriebs eins Co-Elektrolysesystems mit wenigstens einem ElektroIysestapel. Der Elektrolysestapel, aufweisend einen Luftabschnitt mit einem Luftzuführabschnitt für eine Zufuhr von Zuluft und einem Luftabführabschnitt für eine Abfuhr von Abluft. Der Elektrolysestapel, weiter aufweisend einen Reaktantenabschnitt mit einem Reaktantenzuführabschnitt für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas und mit einem Produktgasabführabschnitt für eine Abfuhr von Synthesegas. Die Regelvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Erfassungsmodul für ein Erfassen einer Regenerationsaufforderung vorgesehen ist zur Regeneration wenigstens eines Regenerierabschnitts des Produktgasabführabschnitts. Weiter ist ein Reduktionsmodul vorgesehen für ein Regeln des Co-Elektrolysesystems über einen Reduktions-
Betriebsmodus mit sich reduzierender Stromzufuhr in einen Regenerations-
Betriebsmodus. Mit Hilfe eines Regenerationsmoduls erfolgt ein Führen von Luft zumindest durch den Regenerierabschnitt des Produktgasabführabschnitts für ein Regenerieren von festem Kohlenstoff in diesem Regenerierabschnitt im RegenerationsBetriebsmodus für eine Regenerationsdauer. Final ist ein Steigerungsmodul vorgesehen für ein Regeln des Co-Elektrolysesystems am Ende der Regenerationsdauer aus dem Regenerations-Betriebsmodus in den Normal-Betriebsmodus. Dabei sind das Erfassungsmodul, das Reduktionsmodul, das Regenerationsmodul und/oder das Steigerungsmodul für eine Ausführung eines erfindungsgemäßen Regelverfahrens ausgebildet. Eine solche Regelvorrichtung bringt damit die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Regelverfahren erläutert
worden sind.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Co-Elektrolysesystem mit wenigstens einem Elektrolysestapel, aufweisend einen Luftabschnitt mit einem Luftzuführabschnitt für eine Zufuhr von Zuluft und mit einem Luftabführabschnitt für eine Abfuhr von Abluft. Weiter weist der Elektrolysestapel einen Reaktantenabschnitt mit einem Reaktantenzuführabschnitt für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas und mit einem Produktgasabführabschnitt für eine Abfuhr von Synthesegas auf. Ein solches Co-Elektrolysesystem zeichnet sich dadurch aus, dass eine erfindungsgemäße Regelvorrichtung vorgesehen ist. Damit bringt ein solches Co-Elektrolysesystem die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf eine solche Regelvorrichtung wie auch mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Regelverfahren erläutert worden sind. Ein erfindungsgemäßes Co-Elektrolysesystem lässt sich dahingehend weiterbilden, dass der Reaktantenzuführabschnitt und/oder der Produktgasabführabschnitt einen Zusatzanschluss aufweist für eine Zufuhr von Luft in den Regenerierabschnitt des Produktgasabführabschnitts. Es kann sich dabei um eine Querverbindung zum bestehenden Zuluftanschluss und/oder einen separaten Anschluss beispiels-
weise an die Umgebung handeln.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Es zeigen schema-
tisch:
Fig. 1 eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen CoElektrolysesystems,
14
Fig. 2 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Regelvorrichtung,
Fig. 3 die Ausführungsform der Figur 2 in einem weiteren Regelschritt,
Fig. 4 die Ausführungsform der Figuren 2 und 3 in einem weiteren Regelschritt,
Fig. 5 die Ausführungsform der Figur 1 in einem Reduktionsbetrieb,
Fig. 6 die Ausführungsform der Figuren 1 und 5 in einem Regenerationsbetrieb,
Fig. 7 die Ausführungsform der Figuren 1, 5 und 6 in einem Steigerungsbetrieb,
Fig. 8 die Ausführungsform der Figuren 1, 5, 6 und 7 in andere Regenerationsbetrieb,
Fig. 9 eine Variante einer Regelvorrichtung,
Fig. 10 eine Variante einer Regelvorrichtung, und
Fig. 11 die Ausführungsform der Figuren 1, 5, 6, 7 und 8 in einem Zu-
satzregenerationsbetrieb.
Die Figur 1 zeigt schematisch eine mögliche Ausbildung eines CoElektrolysesystems 100. Dieses ist hier mit einer Mehrzahl von beispielsweise vier Elektrolysestapeln 110 ausgebildet, wobei jeder der Elektrolysestapel 110 sich in einen Luftabschnitt 120 und einen Reaktantenabschnitt 130 aufteilen lässt. Der Luftabschnitt 120 ist mit einem Luftzuführabschnitt 122 ausgestattet, über welchen Zuluft ZL beispielsweise von der Umgebung zugeführt werden kann. Bei der Umsetzung unter Stromzufuhr SZ in den Elektrolysestapel 110 entsteht Abluft AL, welche aus dem Luftabschnitt 120 über den Abluftabschnitt 124 abgeführt werden kann. Ähnlich wird auf der Reaktantenseite nun ein Reaktantenzuführgas RZG zuführbar, welches über den Reaktantenzuführabschnitt 132 dem Reaktantenabschnitt 130 zugeführt wird. Ebenfalls unter Umsetzung der Stromzufuhr SZ entsteht Produktgasabgas als Synthesegas SG, welches in dem Produktgasabführabschnitt 134 über den Regene-
rierabschnitt 135 abgeführt wird. Der Regenerierabschnitt 135 enthält hier insbeson-
dere einen Wärmetauscher 136, welcher eine definierte Kühlung durch den bereits
genannten kritischen Temperaturbereich für die Rußbildung zwischen 300 Grad Cel-
sius und 800 Grad Celsius durchführt.
Erfindungsgemäß ist hier eine Regelvorrichtung 10 vorgesehen, welche in der Lage ist, die einzelnen Gasströme durch Ventilstellungen so zu beeinflussen, dass die unterschiedlichen Betriebsmodi eingestellt werden können. Die Figur 1 zeigt dabei den Normal-Betriebsmodus NMB, wobei unter Stromzufuhr SZ über einen Stroman-
schluss 140 die Elektrolysestapel 110 mit Strom versorgt werden.
Auf diese Weise ist es möglich, dass unter Zuführung der Zuluft ZL innerhalb der Elektrolysestapel 120 eine Umsetzung von Reaktantenzuführgas RZG, insbesondere unter der Umsetzung von Kohlenstoffdioxid, durchgeführt wird. Das erzeugte Synthesegas SG enthält dabei CO und H2 und kann nun abgeführt und an einen nicht näher dargestellten Synthetisierprozess weitergegeben werden. Die NormalBetriebsmodi sind also bei Zuführung von Zuluft und Reaktantenzuführgas RZG unter der Nutzung der Stromzufuhr SZ eine Erzeugung von Abluft AL und einer Erzeu-
gung von Synthesegas SG gegeben.
Die Figuren 2, 3 und 4 zeigen nun einen Ablauf eines Regelverfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung. Sobald eine Regenerationsaufforderung RGA erfasst wird, beispielsweise durch manuelles Auslösen, durch fest vorgegebenen Zeitpunkt und/oder durch eine flexible Auslösung anhand von Regenerationsparametern RGP, kann ein Erfassungsmodul 20 diese Information im Reduktionsmodul 30 dazu nutzen, dass das Co-Elektrolysesystem 100 nun in einem RegenerationsBetriebsmodus RGB versetzt wird. Sobald die Reduktion ausreichend durchgeführt ist, wird das Regenerationsmodul 40 im Regenerations-Betriebsmodus RGB für die Regenerationsdauer RGD eine Regeneration durchführen und entsprechend die Luft durch den Regenerationsabschnitt 135 führen. Dies ist später noch näher erläutert. Sobald die Regenerationsdauer RGD abgeschlossen ist, wird das Steigerungsmodul 50, wie in der Figur 4 gezeigt, insbesondere über einen Steigerungs-Betriebsmodus STB das Co-Elektrolysesystem 100 nun wieder in den Normal-Betriebsmodus NMB
zurückführen.
In der Figur 5 ist schematisch ein Reduktions-Betriebsmodus RDB dargestellt. Wie anhand der im Vergleich zu Figur 1 kleineren Pfeile an der der Stromzufuhr SZ erkannt werden kann, wird eine Reduktion der Stromzufuhr SZ über Stufen oder Ram-
pen durchgeführt und gleichzeitig auch das Reaktantenzuführgas RZG, langsam in
der Fördermenge reduziert. Sobald ein Minimum oder sogar ein auf null setzen von
Stromzufuhr SZ und insbesondere Reaktantenzuführgas RZG erfolgt ist, kann der
Regenerationsbetrieb RGB starten.
Die Figur 6 zeigt einen solchen Regenerations-Betriebsmodus RGB einer ersten Ausführungsform bei welcher nun kein Reaktantenzuführgas RZG und auch keine Stromzufuhr SZ mehr zur Verfügung gestellt sind. Vielmehr wird nun Luft L in Form von Zuluft ZL, in der beschriebenen Weise, insbesondere hier über eine Querverbindung dem Reaktantenzuführabschnitt 132 und dem Reaktantenabschnitt 130, der Elektrolysestapel 110 und damit dem Regenerierabschnitt 135 des Produktgasabschnitts 134 zur Verfügung gestellt. Diese durchströmt dabei bei dieser Ausführung insbesondere den Wärmetauscher 136 und kann dann dort die gewünschten physikalischen und/oder chemischen Regenerationsvorgänge durchführen. Das Regenerationsgas RG, welches hier aus Luft L und dem abzutransportierenden Regenerationsergebnis, also entweder mit gefördertem Kohlenstoff oder entsprechenden Reaktionsprodukten, beispielsweise zu Kohlenstoffdioxid verbranntem Kohlenstoff, besteht, wird über den Anschluss für Synthesegas SG abgeführt.
Sobald die Regeneration abgeschlossen ist, weil zum Beispiel eine vorgegebene Regenerationsdauer RGD abgeschlossen ist oder weil flexible Regenerationsparameter RGP einen Hinweis auf den Abschluss der Regeneration geben, erfolgt hier ein Steigerungsbetrieb STB gemäß der Figur 7. Es wird die Querverbindung zum Reaktantenzuführabschnitt 132 deaktiviert und langsam die Stromzufuhr SZ und das Reaktantenzuführgas angefahren. Sobald die gewünschten Werte erreicht sind, ist der Normal-Betriebsmodus NMB gemäß der Figur 1 wieder erreicht und es kann ein
Normalbetrieb durchgeführt werden.
Die Figur 8 zeigt eine Variante des Regenerations-Betriebsmodus RGB. Hier ist ein separater Zusatzanschluss 137 vorgesehen, über welchen Luft L aus der Umgebung angesaugt werden kann. Dieses wird hier direkt dem Regenerierabschnitt 137 zugeführt.
In der Figur 9 und 10 sind weitere Ergänzungen in der Regelvorrichtung 10 darge-
stellt. So kann ein Regenerationsparameter RGP, beispielsweise der Förderdruck,
die Förderleistung und/oder der Druckverlust von einem Wärmetauscher 136 als Re-
generationsparameter überwacht werden. Da dieser Regenerationsparameter RGP
damit qualitative Hinweise auf die Ablagerung von Kohlenstoff gibt, kann entspre-
chend flexibel und zielgerichtet eine Regenerationsaufforderung RGH erzeugt wer-
den, und zwar immer dann, wenn dies notwendig ist. Die Regelvorrichtung 10 wird
also nun bedarfsgerecht die Regeneration durchführen.
Zusätzlich oder alternativ kann, wie die Figur 10 es zeigt, auch die Regenerationsdauer RGD in ähnlicher Weise angepasst werden. So kann nun überwacht werden, wie das Voranschreiten der Regeneration erfolgreich ist. Der Regenerationsparameter RGP, beispielsweise wieder die Rezirkulationsmenge, die Förderleistung, der Förderdruck, ein Temperaturanstieg während der Regeneration, ein CO2-Anstieg und/oder der Druckverlust in einem Wärmetauscher 136 werden überwacht und entsprechend damit die sich abbauende Schichtdicke erkennbar. Sobald die Schichtdicke des abgelagerten Kohlenstoffs auf das gewünschte Minimum reduziert worden ist, kann die Regenerationsdauer RGD nun als abgeschlossen erachtet und entspre-
chend das Regenerationsverfahren beendet werden.
Die Figur 11 zeigt eine zusätzliche Option, bei welcher im Anschluss an den Regenerationsbetrieb RGB ein Zusatzregenerations-Betriebsmodus ZGB durchgeführt werden kann. So ist hier eine zusätzliche Zufuhr von Wasserdampf WD möglich. Dieser Wasserdampf kann nun zusätzlich und im Anschluss an den Abschluss des regulären Regenerations-Betriebsmodus RGB über den Regenerierabschnitt 135 geführt
werden und eine Zusatzregeneration durchführen.
Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung ausschließlich im Rahmen von Beispielen.
Bezugszeichenliste
10 Regelvorrichtung 20 Erfassungsmodul 30 Reduktionsmodul 40 Regenerationsmodul
50 Steigerungsmodul
100 ©Co-Elektrolysesystem 110 Elektrolysestapel
120 Luftabschnitt
122 Luftzuführabschnitt 124 Luftabführabschnitt 130 Reaktantenabschnitt 132 Reaktantenzuführabschnitt 134 Produktgasabführabschnitt
135 Regenerierabschnitt 136 Wärmetauscher
137 Zusatzanschluss
140 Stromanschluss
150 Kühlabschnitt
152 Kühlzufuhr
154 Kühlabfuhr
160 Reguliergasanschluss 170 Rückführgas
180 Naturgasanschluss
190 Schutzgasanschluss
ZL Zuluft
AL Abluft
RZG Reaktantenzuführgas SG Synthesegas
WD Wasserdampf
RG _ Regeneriergas
SZ Stromzufuhr
L Luft
RGA Regenerationsaufforderung
NMB Normal-Betriebsmodus
RDB Reduktions-Betriebsmodus
RGB Regenerations-Betriebsmodus
ZGB Zusatzregenerations-Betriebsmodus
STB Steigerungs-Betriebsmodus
RDD Reduktionsdauer
RGD Regenerationsdauer
RGP Regenerationsparameter
Claims (1)
- Patentansprüche1. Regelverfahren für eine Regelung des Betriebs eines Co-Elektrolysesystems (100) mit wenigstens einem Elektrolysestapel (110), aufweisend einen Luftabschnitt (120) mit einem Luftzuführabschnitt (122) für eine Zufuhr von Zuluft (ZL) und einem Luftabführabschnitt (124) für eine Abfuhr von Abluft (AL), weiter aufweisend einen Reaktantenabschnitt (130) mit einem Reaktantenzuführabschnitt (132) für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas (RZG) und einen Produktgasabführabschnitt (134) für eine Abfuhr von Synthesegas (SG), dasRegelverfahren gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:- Erfassen einer Regenerationsaufforderung (RGA) zur Regeneration wenigstens eines zu regenerierenden Regenerierabschnitts (135) des Produktgasabführabschnitts (134),- Regeln des Co-Elektrolysesystems (100) über einen ReduktionsBetriebsmodus (RDB) mit sich reduzierender Stromzufuhr (SZ) in einen Regenerations-Betriebsmodus (RGB),- Führen von Luft (L) zumindest durch den Regenerierabschnitt (135) des Produktgasabführabschnitts (134) für ein Regenerieren von festem Kohlenstoff in diesem Regenerierabschnitt (135) im RegenerationsBetriebsmodus (RGB) für eine Regenerationsdauer (RGD),- Regeln des Co-Elektrolysesystems (100) am Ende der Regenerationsdauer (RGD) aus dem Regenerations-Betriebsmodus (RGB) in einen Normal-Betriebsmodus (NMB).2. Regelverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergang aus dem Regenerations-Betriebsmodus (RGB) in den NormalBetriebsmodus (NMB) über einen Steigerungs-Betriebsmodus (STB) mit stei-gernder Stromzufuhr geregelt wird.3. Regelverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft (L) im Regenerations-Betriebsmodus (RGB) an wenigstens einem Strömungsabschnitt des Co-Elektrolysesystems (100) vorbei, insbesondere an dem wenigstens einen Elektrolysestapel (110) vorbei, zudem Regenerierabschnitt (135) geführt wird.wird.5. Regelverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Regenerations-Betriebsmodus (RGB) wenigstens einer der folgenden Regeleingriffe erfolgt:- Reduzierte Stromzufuhr zum Elektrolysestapel (110) - Ausgeschaltete Stromzufuhr zum Elektrolysestapel (110)- Reduzierte Zufuhr an Reaktantenzuführgas (RZG), insbesondere Koh-lenstoffdioxid- Ausgeschaltete Zufuhr an Reaktantenzuführgas (RZG), insbesondere Kohlenstoffdioxid6. Regelverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Reduktions-Betriebsmodus (RDB) die Straomzufuhr über eine definierte Reduktionsdauer (RDD) und/oder über eine definierte Re-duktionsrampe reduziert wird.7. Regelverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Regenerations-Betriebsmodus (RGB) wenigstens ein Betriebsparameter des Co-Elektrolysesystems (100) als Regenerationsparameter (RGP) überwacht wird, wobei die Regenerationsdauer (RGD) an den wenigstens einen überwachten Regenerationsparameter (RGP) angepasstwird.8. Regelverfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Regenerationsparameter (RGP) der Druckverlust über einen Wärmetauscher (136)als Bestandteil des Regenerierabschnitts (135) überwacht wird.9. Regelverfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Regenerationsparameter (RGP) eine Rezirkulationsmenge vonProduktgas in einem Rezirkulationsabschnitt überwacht wird.Erfassung erzeugt wird.11. Regelverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Regenerations-Betriebsmodus (RGB) der Luft (L) we-nigstens eine der folgenden Gaskomponenten zugesetzt werden: - Wasserstoff - Kohlenstoffdioxid - Stickstoff12. Regelverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Reduktions-Betriebsmodus (RDB) und dem Regenerations-Betriebsmodus (RGB) und/oder im Anschluss an den Regenerations-Betriebsmodus (RGB) und vor dem Rückführen in den NormalBetriebsmodus (NMB) das Co-Elektrolysesystem (100) in einem Zusatzregenerations-Betriebsmodus (ZGB) geregelt wird, in welchem anstelle der Luft (L) Wasserdampf (WD) für eine Zusatzregenerationsdauer durch den Regenerierabschnitt (135) des Produktgasabführabschnitts (134) geführt wird.13. Computerprogrammprodukt, aufweisend Befehle, welche bei der Ausführung durch einen Computer diesen veranlassen, die Schritte eines Regelverfahrens mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 12 auszuführen.14. Regelvorrichtung (10) für eine Regelung des Betriebs eines CoElektrolysesystems (100) mit wenigstens einem Elektrolysestapel (110), aufweisend einen Luftabschnitt (120) mit einem Luftzuführabschnitt (122) für eine Zufuhr von Zuluft (ZL) und einem Luftabführabschnitt (124) für eine Abfuhr von Abluft (AL), weiter aufweisend einen Reaktantenabschnitt (130) mit einem Reaktantenzuführabschnitt (132) für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas (RZG) und einen Produktgasabführabschnitt (134) für eine Abfuhr von Synthesegas (SG), die Regelvorrichtung (10), gekennzeichnet durch ein Erfas-sungsmodul (20) für ein Erfassen einer Regenerationsaufforderung (RGA) zur Regeneration wenigstens eines Regenerierabschnitts (135) des Produktgasabführabschnitts (134), ein Reduktionsmodul (30) für ein Regeln des CoElektrolysesystems (100) über einen Reduktions-Betriebsmodus (RDB) mit sich reduzierender Stromzufuhr in einen Regenerations-Betriebsmodus (RGB), ein Regenerationsmodul (40) für Führen von Luft (L) zumindest durch den Regenerierabschnitt (135) des Produktgasabführabschnitts (134) für ein Regenerieren von festem Kohlenstoff in diesem Regenerierabschnitt (135) im Regenerations-Betriebsmodus (RGB) für eine Regenerationsdauer (RGD) und ein Steigerungsmodul (50) für ein Regeln des Co-Elektrolysesystems (100) am Ende der Regenerationsdauer (RD) aus dem Regenerations-Betriebsmodus (RGB) in den Normal-Betriebsmodus (NMB), wobei das Erfassungsmodul (20), das Reduktionsmodul (30), das Regenerationsmodul (40) und/oder das Steigerungsmodul (50) für eine Ausführung eines Regelverfahrens mit denMerkmalen eines der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet sind.15. Co-Elektrolysesystem (100) mit wenigstens einem Elektrolysestapel (110), aufweisend einen Luftabschnitt (120) mit einem Luftzuführabschnitt (122) für eine Zufuhr von Zuluft (ZL) und einem Luftabführabschnitt (124) für eine Abfuhr von Abluft (AL), weiter aufweisend einen Reaktantenabschnitt (130) mit einem Reaktantenzuführabschnitt (132) für eine Zufuhr von Reaktantenzuführgas (RZG) und einen Produktgasabführabschnitt (134) für eine Abfuhr von Synthesegas (SG), gekennzeichnet durch eine Regelvorrichtung (10) mit den Merkmalen des Anspruchs 14 zur Durchführung eines Regelverfahrens mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 12.16. Co-Elektrolysesystem (100) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, der Reaktantenzuführabschnitt (132) und/oder der Produktgasabführabschnitt (134) einen Zusatzanschluss (137) aufweist für eine Zufuhr von Luft (L) in den Regenerierabschnitt (135) des Produktgasabführabschnitts (134).
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