AT528587B1 - Faustfeuerwaffe mit Sensoren zur Detektion der Patronen im Magazin - Google Patents

Faustfeuerwaffe mit Sensoren zur Detektion der Patronen im Magazin

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AT528587B1
AT528587B1 ATA50992/2024A AT509922024A AT528587B1 AT 528587 B1 AT528587 B1 AT 528587B1 AT 509922024 A AT509922024 A AT 509922024A AT 528587 B1 AT528587 B1 AT 528587B1
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    • F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F41—WEAPONS
    • F41A—FUNCTIONAL FEATURES OR DETAILS COMMON TO BOTH SMALLARMS AND ORDNANCE, e.g. CANNONS; MOUNTINGS FOR SMALLARMS OR ORDNANCE
    • F41A9/00—Feeding or loading of ammunition; Magazines; Guiding means for the extracting of cartridges
    • F41A9/61—Magazines
    • F41A9/62—Magazines having means for indicating the number of cartridges left in the magazine, e.g. last-round indicators

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Faustfeuerwaffe (1), umfassend ein Griffstück (100) mit einem Magazinfach, in welches ein Magazin (710) einführbar ist, wobei die Faustfeuerwaffe (1) ein im Magazinfach befindliches Sensorsystem (800) umfasst, welches dazu ausgebildet ist, die Anzahl der im Magazinfach befindlichen Patronen zu detektieren, wobei das Sensorsystem (800) zumindest einen ersten Lichtschrankensensor (801) und einen zweiten Lichtschrankensensor (801) umfasst, wobei der erste Lichtschrankensensor (801) einen ersten Lichtsender (802) und einen ersten Lichtempfänger (803) umfasst und der zweite Lichtschrankensensor (801) einen zweiten Lichtsender (802) und einen zweiten Lichtempfänger (803) umfasst, wobei der erste und zweite Lichtschrankensensor (801) derart angeordnet sind, dass diese Patronen an unterschiedlichen vorbestimmten Positionen detektieren können.

Description

Beschreibung
FAUSTFEUERWAFFE MIT SENSOREN ZUR DETEKTION DER PATRONEN IM MAGAZIN
[0001] Die Erfindung betrifft eine Faustfeuerwaffe, umfassend ein Griffstück mit einem Magazinfach, in welches ein Magazin einführbar ist, wobei die Faustfeuerwaffe ein im Magazinfach befindliches Sensorsystem umfasst, welches dazu ausgebildet ist, die Anzahl der im Magazinfach befindlichen Patronen zu detektieren.
[0002] Faustfeuerwaffen werden kontinuierlich weiterentwickelt, um sowohl ihre Funktionalität als auch ihre Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Dabei konzentrierten sich viele Entwicklungen auf Mechanismen zur Schussabgabe, Sicherheitssysteme und Ergonomie. Weniger Beachtung wurde hingegen der Unterstützung des Schützen hinsichtlich der Verwaltung abgegebener Schüsse gewidmet.
[0003] Bei der Verwendung von Faustfeuerwaffen in sicherheitskritischen oder militärischen Anwendungen ist entscheidend, dass der Benutzer jederzeit weiß, wie viele Schüsse bereits abgegeben wurden und wie viele noch im Magazin verfügbar sind. Das Zählen der Schüsse erfolgt in der Regel manuell, indem der Schütze die abgegebenen Schüsse mitzählt. Dies setzt jedoch eine hohe Konzentration voraus und birgt die Gefahr von Fehleinschätzungen, insbesondere in stressreichen oder dynamischen Situationen.
[0004] Um diese Probleme zu adressieren, wurden verschiedene Lösungen vorgeschlagen, darunter mechanische und elektronische Schusszähler. Mechanische Zähler basieren oft auf Zahnrädern oder ähnlichen Komponenten, die bei jedem Schuss eine Zählbewegung ausführen. Diese Ansätze sind jedoch fehleranfällig, insbesondere wenn es zu Fehlzündungen kommt oder die Waffe unregelmäßig gewartet wird.
[0005] Elektronische Systeme wurden ebenfalls entwickelt, die beispielsweise durch Sensoren die Anzahl der abgegebenen Schüsse erfassen. Elektronische Schusszähler sind in der Lage, die Informationen präziser zu erfassen, jedoch stehen sie vor Herausforderungen hinsichtlich Energieversorgung, Robustheit und Integration in kompakte Waffenbauweisen.
[0006] Einige Systeme, wie z.B. in der US 5,303,495 beschrieben, kombinieren elektronische Schusszähler mit Displays, um dem Benutzer die Schussanzahl anzuzeigen. Diese Systeme sind jedoch oft teuer, benötigen regelmäßige Batteriewechsel und können durch externe Einflüsse wie Nässe oder starke Temperaturschwankungen beeinträchtigt werden.
[0007] In der genannten Schrift US 5,303,495 wird die Anzahl der im Magazin befindlichen Patronen detektiert, indem am federbeaufschlagten Innenboden des Magazins ein Permanentmagnet vorgesehen ist. Im Magazinfach der Handfeuerwaffe wird eine Vielzahl an Hall-Sensoren vorgesehen, damit die Höhe des Innenbodens des Magazins nachverfolgt werden kann. Es kann indirekt auf die Anzahl der Patronen im Magazin geschlossen werden, da sich der Innenboden umso höher befindet, desto weniger Patronen sich im Magazin befinden. Nachteilig ist hierbei, dass sowohl das Magazin als auch die Handfeuerwaffe angepasst werden müssen, um das System zu implementieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem Fehlverhalten der Innenboden hängebleiben kann, in welchen Fällen die Höhe des Innenbodens nicht mit der Patronenanzahl korreliert.
[0008] Ein weiteres System zur Bestimmung der Patronen im Magazin ist in der WO 2021/001720 A1 offenbart. Hierbei kommt ein optisches System zum Einsatz, das im Inneren des Magazins verbaut ist und von unten die Höhe des Innenbodens optisch bestimmt. Nachteilig ist hierbei, dass jedes Magazin einzeln mit teuren Sensoren ausgestattet werden muss und die Kommunikation zwischen Magazin und Handfeuerwaffe nur schwer umzusetzen ist. Weiters kann auch hier der Innenboden hängen bleiben, sodass die Höhenmessung des Innenbodens nicht immer mit der Patronenanzahl im Magazin korreliert.
[0009] Weitere Systeme zur Erfassung von Daten von Schusswaffen sind aus den Schriften EP 2 894 430 A1, US 2011/0162245 A1, CN 115325879 A, US 2008/276517 A1, US 2022/307784
A1, WO 2023/086840 A1, US 10809035 B2, JP 2007322105 A und EP 2 905 570 A1 bekannt.
[0010] Die bestehenden Lösungen erfüllen daher nur teilweise die Anforderungen an ein modernes, benutzerfreundliches und robustes System zur Automatisierung der Schusszählung. Insbesondere fehlt es an einer Lösung, die besonders fehlerunanfällig ist und gleichzeitig die Anforderungen an Kompaktheit und Robustheit erfüllt.
[0011] Diese Aufgabe wird durch eine Faustfeuerwaffe gelöst, die ein Griffstück mit einem Magazinfach umfasst, in welches ein Magazin einführbar ist, wobei die Faustfeuerwaffe ein im Magazinfach befindliches Sensorsystem umfasst, welches dazu ausgebildet ist, die Anzahl der im Magazinfach befindlichen Patronen zu detektieren, wobei das Sensorsystem zumindest einen ersten Lichtschrankensensor und einen zweiten Lichtschrankensensor umfasst, wobei der erste Lichtschrankensensor einen ersten Lichtsender und einen ersten Lichtempfänger umfasst und der zweite Lichtschrankensensor einen zweiten Lichtsender und einen zweiten Lichtempfänger umfasst,
- wobei der erste Lichtschrankensensor derart angeordnet ist, dass ein vom ersten Lichtsender ausgesandtes Licht vom ersten Lichtempfänger detektierbar ist, wenn sich eine Patrone an einer ersten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet, und ein vom ersten Lichtsender ausgesandtes Licht vom ersten Lichtempfänger nicht detektierbar ist, wenn sich keine Patrone an der ersten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet,
- wobei der zweite Lichtschrankensensor derart angeordnet ist, dass ein vom zweiten Lichtsender ausgesandtes Licht vom zweiten Lichtempfänger detektierbar ist, wenn sich eine Patrone an einer zweiten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet, und ein vom zweiten Lichtsender ausgesandtes Licht vom zweiten Lichtempfänger nicht detektierbar ist, wenn sich keine Patrone an der zweiten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet.
[0012] Die erfindungsgemäße Faustfeuerwaffe weist somit zumindest zwei Lichtschrankensensoren auf, um die Anwesenheit von zumindest zwei Patronen unmittelbar zu bestimmen. Vorteilhaft ist hierbei, dass nur die Faustfeuerwaffe mit Sensorelementen ausgestattet wird, um die Anzahl der Patronen im Magazin zu bestimmen. Die Magazine können somit weiterhin besonders kostengünstig ausgeführt werden und müssen nicht mit weiteren Elementen wie Magneten ausgeführt werden.
[0013] Die erfindungsgemäße Lösung ist zudem besonders robust, da die Lichtschrankensensoren die Patronen unmittelbar detektieren und keine indirekte Detektion über eine Höhe des Innenbodens des Magazins stattfindet.
[0014] Bei der genannten Lösung ist besonders bevorzugt, wenn die Lichtschrankensensoren einen Lichtstrahl von hinten auf die flache Seite der jeweiligen Patrone aussenden, da hierdurch ein besonders fehlerunanfällig System geschaffen wird. In anderen Worten ist bevorzugt, wenn alle Lichtsender des Sensorsystems dazu ausgebildet sind, Licht im Wesentlichen in Schussrichtung auszusenden, da im eingeführten Zustand des Magazins die flachen Unterseiten der Patronen nach hinten gerichtet sind und dadurch der Lichtstrahl normal nach hinten gesandt wird. Alternativ könnten die Lichtschrankensensoren jedoch auch anders ausgerichtet werden und z.B. auf eine Seitenfläche oder auf die vordere Spitze der Patrone gerichtet sein.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind alle Lichtschrankensensoren des Sensorsystems auf einer gemeinsamen Leiterplatte angeordnet. Dadurch kann das Sensorsystem leicht im Griffstück verbaut werden, da die Leiterplatte so nur in das Griffsystem eingeführt werden muss, um es in der Faustfeuerwaffe zu montieren.
[0016] Weiters ist bevorzugt, wenn alle Lichtschrankensensoren des Sensorsystems mit einer gemeinsamen, bevorzugt wiederaufladbaren, Batterie verbunden sind. Diese Batterie kann auch auf der vorgenannten Leiterplatte montiert sein.
[0017] Wie eingangs definiert kann bei dem erfindungsgemäßen System vorgesehen sein, dass nur zwei Lichtschrankensensoren vorliegen, z.B. um die zwei obersten Patronen zu detektieren,
was dem Benutzer zumindest anzeigt, dass das Magazin nicht nach zwei bzw. drei weiteren Schüssen leer sein wird. Bevorzugt weist das Magazin jedoch so viele Lichtschrankensensoren auf, dass alle im Magazin befindlichen Patronen detektierbar sind. Bei einem Standardmagazin kann vorgesehen sein, dass das Sensorsystem genau sechzehn oder genau siebzehn Lichtschrankensensoren zur Detektion von Patronen im Magazinfach umfasst.
[0018] Im einfachsten Fall könnte jeder Lichtschrankensensor mit einer Leuchtdiode verbunden sein, die z.B. auf der Rückseite des Griffstücks oder auf bzw. unter einem Bildschirm der Faustfeuerwaffe ersichtlich sind. In einem Beispiel können Lichtschrankensensoren, die eine Patrone detektieren, grün aufscheinen, und Lichtschrankensensoren, die keine Patrone detektieren, können rot aufscheinen. Zwei Lichtschrankensensoren können sich auch eine Leuchtdiode teilen, wobei z.B. grün angezeigt wird, wenn beide Lichtschrankensensoren eine Patrone detektieren, gelb angezeigt wird, wenn nur ein Lichtschrankensensor eine Patrone detektiert und rot angezeigt wird, wenn kein Lichtschrankensensor eine Patrone detektiert.
[90019] In einer bevorzugten Variante kann alternativ oder zusätzlich eine Recheneinheit vorgesehen sein, die mit dem Sensorsystem, bevorzugt mit allen Lichtschrankensensoren, verbunden ist und auf Basis der von den Lichtempfängern ausgegebenen Messwerte eine Anzahl der im Magazinfach befindlichen Patronen bestimmt. Hier wird als „Im Magazinfach befindlich“ verstanden, dass sich diese Patronen im Magazin befinden, das sich wiederum im Magazinfach befindet. Um die genannte Funktion zu erfüllen, empfängt die Recheneinheit die Messwerte der Lichtschrankensensoren, mit denen sie verbunden ist, und errechnet daraus einen einzigen Wert, der die Anzahl der im Magazin bzw. Magazinfach verbleibenden Patronen wiedergibt. Im einfachsten Fall ist dies die Summe der Lichtschrankensensoren, die eine Patrone detektiert haben. Diese Information kann auf einem Bildschirm der Faustfeuerwaffe angezeigt werden, z.B. als Zahl, auch wenn keine Leuchtdioden für die Lichtschrankensensoren vorgesehen sind.
[0020] Das hierin beschriebene System lässt sich jedoch auch dazu einsetzen, um Fehlfunktionen im Magazinfach zu detektieren. Insbesondere kann sich der erste Lichtschrankensensor zwischen dem zweiten Lichtschrankensensor und dem Patronenlager befinden und die Recheneinheit kann dazu ausgebildet ist, eine Fehlermeldung auszugeben, wenn der zweite Lichtschrankensensor die Anwesenheit einer Patrone erkennt und der erste Lichtschrankensensor die Abwesenheit einer Patrone erkennt. Somit kann die Recheneinheit detektieren, wenn eine Patrone im Magazin steckengeblieben ist, was z.B. an einem Bildschirm oder an einem Leuchtelement angezeigt werden kann.
[0021] Erfindungsgemäß kann die Faustfeuerwaffe ferner ein Magazin umfassen. Das Magazin ist derart ausgeführt, dass es zumindest eine Patrone in der ersten vorbestimmten Position und zumindest eine Patrone in der zweiten vorbestimmten Position hält, wenn das Magazin in das Magazinfach eingeführt ist. Damit das Magazin mit der erfindungsgemäßen Faustfeuerwaffe kombiniert werden kann, weist dieses zumindest eine Erkennungsausnehmung auf, bevorzugt für jeden Lichtschrankensensor genau eine Erkennungsausnehmung, wobei die zumindest eine Erkennungsausnehmung eine Sichtverbindung zwischen der Außenseite des Magazins in das Innere des Magazins ermöglicht. Als Erkennungsausnehmung kann beispielsweise ein entlang der Länge des Magazins verlaufender Schlitz vorgesehen werden, der eine Sichtverbindung auf alle Patronen gleichzeitig ermöglicht. Alternativ kann das Magazin für jede Patrone ein eigenes Sichtfenster aufweisen.
[0022] Um die vorliegende Erfindung besser zu verstehen, werden im Folgenden die beigefügten Figuren näher beschrieben. Diese Figuren veranschaulichen beispielhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Faustfeuerwaffe und zeigen die wesentlichen Merkmale und Komponenten, die zur Erreichung der angestrebten Vorteile beitragen. Die nachfolgenden Figuren sollen die Beschreibung der Erfindung ergänzen und das Verständnis der technischen Details und der Funktionsweise erleichtern. Die Figuren zeigen jedoch bloß bevorzugte Ausführungsformen und sind daher nicht einschränkend anzusehen. Insbesondere ist anzumerken, dass es sich um eine „best mode“-Ausführungsform handelt und es beispielsweise nicht notwendig ist, das eine Visierschiene vorhanden ist, sodass die Erfindung auch bei anderen Typen von Faustfeuerwaffen ein-
gesetzt werden kann. [0023] Figur 1 zeigt eine beispielhafte Faustfeuerwaffe.
[0024] Figur 2 zeigt ein Magazin und ein Sensorsystem zur Detektion der Patronen im Magazin in einer ersten Perspektivansicht.
[0025] Figur 3 zeigt das Magazin und das Sensorsystem von Figur 2 in einer zweiten Perspektivansicht.
[0026] Figur 4 zeigt eine Detailansicht von Figur 3.
[0027] Figur 1 zeigt eine Faustfeuerwaffe 1 bzw. Handfeuerwaffe oder Pistole, die sich insbesondere für den IPSC-Schießsport eignet. Diese Faustfeuerwaffe 1 könnte aber auch für andere Anwendungszwecke eingesetzt werden. Gleichfalls könnten die im Folgenden beschriebenen Komponenten dieser Faustfeuerwaffe 1 bei anderen Faustfeuerwaffen eingesetzt werden.
[0028] Die dargestellte Faustfeuerwaffe 1 umfasst ein Griffstück 100, einen Lauf 200, ein Schlagsystem 300, eine Visierschiene 400 und einen Schlitten 500. Die Visierschiene 400 ist jedoch nur optional und kann auch entffallen. Die Faustfeuerwaffe 1 kann weitere Elemente wie einen Montagebolzen 600, ein oder mehrere Visiere wie ein Korn 701, eine Kimme 702 oder ein optisches Visier 703 oder andere Komponenten umfassen, die im Folgenden beschrieben werden.
[0029] An dieser Stelle sei festgehalten, dass diese Faustfeuerwaffe 1 im bestimmungsgemäßen Gebrauch eine Schussrichtung definiert, wobei sich jedoch versteht, dass die Schussrichtung der Faustfeuerwaffe 1 auch dann klar definiert ist, wenn kein Schuss abgegeben wird oder sogar, wenn einige Elemente der Faustfeuerwaffe 1 demontiert wurden. Die Schussrichtung ist daher auch ein inhärentes Merkmal des Griffstücks 100, des Laufs 200, des Schlagsystems 300, der Visierschiene 400 und des Schlittens 500. Die hierin verwendeten Begriffe „vorne“, „hinten“, „oben“, „unten“, „links“ und „rechts“ und Abwandlungen davon sind anhand der Schussrichtung definiert und bezüglich der Faustfeuerwaffe 1 im bestimmungsgemäßen Gebrauch zu lesen. Gleichfalls wird festgehalten, dass die Laufachse L aufgrund der Konstruktion der Faustfeuerwaffe 1 nicht nur ein Merkmal des Laufs 400 selbst, sondern ein Merkmal der gesamten Faustfeuerwaffe 1 und der einzelnen Elemente der Faustfeuerwaffe 1 im bestimmungsgemäßen Gebrauch ist. Hierin bedeutet „in Richtung der Laufachse“ auch „parallel zur Laufachse“, sofern nichts anderes angegeben ist.
[0030] Das Griffstück 100, das in Figur 5 dargestellt ist, besteht in der Regel aus Kunststoff und/oder Metall und ist jenes Element, das den Abzug 301 des Schlagsystems 300 lagert und vom Benutzer ergriffen wird, um die Faustfeuerwaffe 1 zu bedienen, d.h. um einen Schuss abzugeben. An der Unterseite 101 des Griffstücks 100 kann ein Magazin 710 eingeführt werden. Das Griffstück 100 kann weiters eine optionale Griffschale 102 aufweisen.
[0031] Das Magazin 710 ist derart ausgeführt, dass es Patronen in einer vorbestimmten Position innerhalb des Magazins hält. Das Magazin 710 hat in der Regel einen federbeaufschlagten Innenboden, um die Patronen nach oben zu drücken. Wenn das Magazin 710 im Magazinfach aufgenommen ist, befinden sich dadurch die Patronen in vorbestimmten Positionen P1 ... P17, allgemein Pi innerhalb des Magazinfaches. In Figur 2 ist dargestellt, dass das Magazin 710 diese vorbestimmten Positionen Pi definiert, sodass davon gesprochen werden kann, dass die Positionen Pi sowohl im Magazin 710 als auch im Magazinfach als auch bezüglich der Faustfeuerwaffe 1 vorbestimmt sind.
[0032] Je nach Länge des Magazins 710 kann dieses auch aus dem Magazinfach herausragen, sodass sich einige Patronen an einer vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfachs befinden können und einige Patronen außerhalb des Magazinfaches.
[0033] Figur 2 zeigt ein Sensorsystem 800, das in der Faustfeuerwaffe von Figur 1 (oder auch in einer anderen Faustfeuerwaffe) eingesetzt werden kann, um die Anzahl der im Magazin 710 bzw. allgemein im Magazinfach verbleibenden Patronen zu detektieren.
[0034] Um dies umzusetzen, weist das Sensorsystem 800 zumindest zwei Lichtschrankensenso-
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ren 801 auf. Die Lichtschrankensensoren 801 umfassen jeweils einen Lichtsender 802 und einen Lichtempfänger 803, wie insbesondere aus der Detailansicht in Figur 4 ersichtlich ist. Der Lichtschrankensensor 801 und damit der Lichtsender 802 und der Lichtempfänger 803 dieses Lichtschrankensensors 801 sind derart angeordnet, dass diese jeweils auf eine vorbestimmte Position gerichtet sind. In anderen Worten sind die genannten Komponenten derart angeordnet, dass ein vom Lichtsender 802 ausgesandtes Licht vom ersten Lichtempfänger 803 detektierbar ist, wenn sich eine Patrone an einer vorbestimmten Position Pi innerhalb des Magazins 710 bzw. Magazinfaches befindet. Weiters ist ein vom Lichtsender 802 ausgesandtes Licht vom ersten Lichtempfänger 803 nicht detektierbar, wenn sich keine Patrone an einer vorbestimmten Position Pi innerhalb des Magazins 710 bzw. Magazinfaches befindet.
[0035] Das Detektieren der Patrone erfolgt dadurch, dass die jeweilige Seite der Patrone, die zum Lichtschrankensensor 801 gerichtet ist, den vom Lichtsender 802 ausgesandten Lichtstrahl reflektiert, sodass dieser Lichtstrahl von Lichtempfänger 803 wieder detektiert werden kann. Wenn sich keine Patrone an der vorbestimmten Stelle Pi befindet, wird der vom Lichtsender 802 ausgesandte Lichtstrahl auf die jeweils gegenüberliegende Seitenwand des Magazins 710 treffen und dadurch entweder nicht ausreichend zurückreflektiert oder in eine andere Richtung gelenkt, sodass der Lichtempfänger 803 den reflektierten Lichtstrahl nicht detektieren kann.
[0036] Aus den Figuren 2 und 3 ist ersichtlich, dass die Lichtschrankensensoren 801 jeweils nach vorne gerichtet sind, d.h. der vom Lichtsender 802 ausgesandte Lichtstrahl verläuft im Wesentlichen in Schussrichtung der Faustfeuerwaffe 1. Der Lichtsender 802 eines Lichtschrankensensors 801 liegt in der Regel unmittelbar neben einem Lichtempfänger 803 desselben Lichtschrankensensors 801 vor.
[0037] Aus Figur 2 ist weiters ersichtlich, dass das Magazin 710 für jede vorbestimmte Position Pi eine Erkennungsausnehmung, d.h. ein Sichtfenster aufweist. Im herausgenommenen und befüllten Zustand des Magazins 710 wird daher mit freiem Auge an jeder Erkennungsausnehmung eine Patrone ersichtlich sein. Beispielsweise könnte jede Erkennungsausnehmung in der Mitte der Patrone in der vorbestimmten Position Pi vorliegen. Diese Erkennungsausnehmungen könnten jedoch auch anders implementiert sein, z.B. durch einen oder zwei vertikale Schlitze, durch die jeweils mehrere Patronen ersichtlich sind. Bei einer einzigen Erkennungsausnehmung kann diese beispielsweise als mittig angeordneter vertikaler Schlitz ausgeführt sein.
[0038] Aus Figur 3 ist ersichtlich, dass das Sensorsystem 800 für jede vorbestimmte Position Pi einen Lichtschrankensensor 801 aufweist. Es ist ersichtlich, dass die Anordnung der Lichtschrankensensoren 801 in Figur 3 mit der Anordnung der Erkennungsausnehmungen in Figur 2 übereinstimmt.
[0039] Figur 3 zeigt weiters, dass alle Lichtschrankensensoren 801 auf einer gemeinsamen Leiterplatte 804 angeordnet sind. Dies vereinfacht die Herstellung, Kalibration und Handhabung wesentlich, da die gesamte Leiterplatte 804 als Ganzes gefertigt und in dieser Form kalibriert werden kann. Weiters kann die Leiterplatte 804 einfach im Griffstück 100 verbaut werden, z.B. in eine entsprechende Aufnahme eingesteckt und/oder mittels eines Montageelements 805 der Leiterplatte 804 am Griffstück 100 verschraubt werden.
[0040] Aus den Figuren 3 und 4 ist weiters ersichtlich, dass die Leiterplatte 804 eine Batterie 806 aufweist, welche zur Stromversorgung der Lichtschrankensensoren 801 eingesetzt wird. Die Batterie 806 kann an der Leiterplatte 804 verlötet sein oder entfernbar, z.B. mittels Steck- oder Klemmkontakten, an der Leiterplatte 804 montiert sein.
[0041] Insbesondere aus Figur 4 ist zudem ersichtlich, dass auch eine Recheneinheit 810 an der Leiterplatte 804 vorgesehen sein kann. Die Leiterplatte 804 kann mit allen Lichtschrankensensoren 801 des Sensorsystems 800 verbunden sein, insbesondere um zu bestimmen, wie viele Patronen sich im Magazin befinden. Hierfür kann die Recheneinheit 810 beispielsweise summieren, wie viele Lichtschrankensensoren 801 die Anwesenheit einer Patrone an der vorbestimmten Position Pi detektiert haben. Alternativ oder zusätzlich kann die Recheneinheit 810 die relative Position der Lichtschrankensensoren 801 kennen und auf den Ladestand des Magazins 710 schlie-
Ren, wenn z.B. an der dritten vorbestimmten Position P3 eine Patrone erkannt wurde, aber nicht in der vierten Position P4. Im Allgemeinen kann die Recheneinheit 810 auf den Ladestand des Magazins 710 schließen, wenn an einer vorbestimmten Position eine Patrone erkannt wurde, aber nicht auf der darauffolgenden vorbestimmten Position.
[0042] Die Recheneinheit 810 kann noch weitere Funktionen implementieren, z.B. das Bestimmen einer Fehlfunktion. Wenn beispielsweise eine Patrone, an der an der vierten vorbestimmten Position P4 erkannt wird, jedoch nicht an der dritten vorbestimmten Position P3, kann dies auf eine Fehlfunktion hindeuten. Allgemein kann die Recheneinheit 810 eine Fehlermeldung ausgeben, wenn ein Lichtschrankensensor 801 eine Patrone detektiert, aber ein anderer, dem Patronenlager näher gelegener Lichtschrankensensor 801 keine Patrone detektiert.
[0043] Die Recheneinheit 810 kann weiters mit einem Speicher verbunden sein, in dem der Ladestand des Magazins 710 periodisch hinterlegt wird. Dieser Speicher kann über eine Schnittstelle 808 auslesbar sein, die beispielsweise als USB-Schnittstelle ausgeführt ist. Alternativ oder zusätzlich kann diese Schnittstelle 808 aber auch zum Laden der Batterie 806 und/oder zum Einspielen von Firmware-Updates für die Recheneinheit 810 vorgesehen sein.
[0044] Aus Figur 2 ist ersichtlich, dass das Sensorsystem 800 z.B. über ein Kabel 811 mit einem Bildschirm 603 verbunden sein kann. Auf diesem Bildschirm 603 kann der von der Recheneinheit 801 ermittelte Ladestand des Magazins 710 oder die genannte Fehlermeldung angezeigt werden. Das Sensorsystem 800 kann aber auch mit einer oder mehreren Leuchtdioden 613 verbunden sein, bevorzugt genau einer Leuchtdiode pro Lichtschrankensensor 801. Es können auch z.B. acht Leuchtdioden 613 für sechzehn oder siebzehn Lichtschrankensensoren 801 vorgesehen sein, sodass eine Leuchtdiode 613 für jeweils zwei Lichtschrankensensoren 801 vorgesehen ist. Hier kann z.B. ein unterschiedlicher Farbzustand anzeigen, ob keine, eine oder beide Lichtschrankensensoren 801 eine Patrone an ihrer jeweiligen vorbestimmten Position Pi detektiert haben.
[0045] Optional ist auf der Leiterplatte 804 weiters eine Eingabeschnittstelle 809 wie ein Taster vorgesehen, über welche der Benutzer z.B. Eingaben am Bildschirm 603 bestätigen kann. Die Schnittstelle 808 und/oder die Eingabeschnittstelle 809 können jeweils das Griffstück 100 durchsetzen und so für einen Benutzer zugänglich sein.

Claims (9)

Patentansprüche
1. Faustfeuerwaffe (1), umfassend ein Griffstück (100) mit einem Magazinfach, in welches ein Magazin (710) einführbar ist, wobei die Faustfeuerwaffe (1) ein im Magazinfach befindliches Sensorsystem (800) umfasst, welches dazu ausgebildet ist, die Anzahl der im Magazinfach befindlichen Patronen zu detektieren, dadurch gekennzeichnet, dass das Sensorsystem (800) zumindest einen ersten Lichtschrankensensor (801) und einen zweiten Lichtschrankensensor (801) umfasst, wobei der erste Lichtschrankensensor (801) einen ersten Lichtsender (802) und einen ersten Lichtempfänger (803) umfasst und der zweite Lichtschrankensensor (801) einen zweiten Lichtsender (802) und einen zweiten Lichtempfänger (803) umfasst,
- wobei der erste Lichtschrankensensor (801) einen vom ersten Lichtsender (802) ausgesandten Lichtstrahl mittels des ersten Lichtempfängers (803) detektiert, wenn sich eine Patrone an einer ersten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet, und einen vom ersten Lichtsender (802) ausgesandten Lichtstrahl mittels des ersten Lichtempfängers (803) nicht detektiert, wenn sich keine Patrone an der ersten vorbestimmten Position (Pi) innerhalb des Magazinfaches befindet,
- wobei der zweite Lichtschrankensensor (801) einen vom zweiten Lichtsender (802) ausgesandten Lichtstrahl mittels des zweiten Lichtempfängers (803) detektiert, wenn sich eine Patrone an einer zweiten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet, und einen vom zweiten Lichtsender (802) ausgesandten Lichtstrahl mittels des zweiten Lichtempfänger (803) nicht detektiert, wenn sich keine Patrone an der zweiten vorbestimmten Position innerhalb des Magazinfaches befindet.
2. Faustfeuerwaffe (1) nach Anspruch 1, wobei alle Lichtsender (802) des Sensorsystems (800) dazu ausgebildet sind, Lichtstrahlen im Wesentlichen in Schussrichtung auszusenden.
3. Faustfeuerwaffe (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei alle Lichtschrankensensoren (801) des Sensorsystems (800) auf einer gemeinsamen Leiterplatte (804) angeordnet sind.
4. Faustfeuerwaffe (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei alle Lichtschrankensensoren (801) des Sensorsystems (800) mit einer gemeinsamen, bevorzugt wiederaufladbaren, Batterie (806) verbunden sind.
5. Faustfeuerwaffe (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei das Sensorsystem (800) genau sechzehn oder genau siebzehn Lichtschrankensensoren (801) zur Detektion von Patronen im Magazinfach umfasst.
6. Faustfeuerwaffe (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, ferner umfassend eine mit dem Sensorsystem (800) verbundene Recheneinheit (807), die auf Basis der von den Lichtempfängern (803) ausgegebenen Messwerten eine Anzahl der im Magazinfach befindlichen Patronen bestimmt.
7. Faustfeuerwaffe (1) nach Anspruch 6, wobei sich der erste Lichtschrankensensor (801) zwischen dem zweiten Lichtschrankensensor (801) und einem Patronenlager der Faustfeuerwaffe (1) befindet und die Recheneinheit (807) eine Fehlermeldung ausgibt, wenn der zweite Lichtschrankensensor (801) die Anwesenheit einer Patrone erkennt und der erste Lichtschrankensensor (801) die Abwesenheit einer Patrone erkennt.
8. Faustfeuerwaffe (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Anzeigevorrichtung, bevorzugt ein Bildschirm (603) und/oder zumindest zwei Leuchtdioden (613), auf welcher ein Ladezustand des Magazins anzeigbar ist.
9. Faustfeuerwaffe (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, ferner umfassend ein Magazin (710), das zumindest eine Erkennungsausnehmung, bevorzugt für jeden Lichtschrankensensor (801) genau eine Erkennungsausnehmung aufweist, wobei die zumindest eine
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Erkennungsausnehmung eine Sichtverbindung zwischen der Außenseite des Magazins (710) in das Innere des Magazins (710) ermöglicht.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
ATA50992/2024A 2024-12-17 2024-12-17 Faustfeuerwaffe mit Sensoren zur Detektion der Patronen im Magazin AT528587B1 (de)

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