AT523732B1 - Felge für ein fahrzeug - Google Patents
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Abstract
Bei einer Felge (1) für ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, umfassend einen Radkranz (2), welcher mittels Speichen (3) mit einem im Wesentlichen zentrierten Radflansch (4) verbunden ist, wird vorgeschlagen, dass wenigstens ein Teil der Felge (1) aus verdichtetem Holz besteht.
Description
[0001] Die Erfindung betrifft eine Felge gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Als Felge bezeichnet man umgangssprachlich das Rad eines Kraftfahrzeuges ohne den Reifen. Felgen für Kraftfahrzeuge werden heutzutage vorwiegend aus Stahlblech oder aus Leichtmetallen wie Aluminium oder Magnesium oder deren Mischungen und weiters aus Legierungen hergestellt.
[0003] Nachteilig daran ist, dass Felgen aus Stahlblech schwer sind und dass Felgen aus Leichtmetallen leicht zerkratzt werden können und teuer sind. Weiters sind Eisen und Leichtmetalle Ressourcen, die nicht unbegrenzt abgebaut werden können und daher nicht nachhaltig sind.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Felge der eingangs genannten Art anzugeben, mit welcher die genannten Nachteile vermieden werden können, welche robust, leicht und nachhaltig ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Patentanspruches 1 erreicht.
[0006] Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Felge robust ist, ein geringes Gewicht aufweist und aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt ist. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher durch ein simples Verfahren in verdichtetes Holz umgewandelt werden kann. Hierdurch kann eine Felge geschaffen werden, welche leicht ist, aber eine hohe Beständigkeit gegen Kratzer und generell eine hohe Robustheit gegen Belastungen unterschiedlicher Art aufweist.
[0007] Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0008] Ausdrücklich wird hiermit auf den Wortlaut der Patentansprüche Bezug genommen, wodurch die Patentansprüche an dieser Stelle durch Bezugnahme in die Beschreibung eingefügt sind und als wörtlich wiedergegeben gelten.
[0009] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossene Zeichnung, in welcher lediglich eine bevorzugte Ausführungsform beispielhaft dargestellt ist, näher beschrieben. Dabei zeigt:
[0010] Fig. 1 eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform der Felge in Frontansicht.
[0011] Die Fig. 1 zeigt zumindest Teile einer bevorzugten Ausführungsform einer Felge 1 für ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, umfassend einen Radkranz 2, welcher mittels Speichen 3 mit einem im Wesentlichen zentrierten Radflansch 4 verbunden ist, wobei wenigstens ein Teil der Felge 1 aus verdichtetem Holz besteht.
[0012] Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Felge 1 robust ist, ein geringes Gewicht aufweist und aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt ist. Holz ist nachwachsender Rohstoff, welcher durch ein simples Verfahren in verdichtetes Holz umgewandelt werden kann. Hierdurch kann eine Felge 1 geschaffen werden, welche leicht ist, aber eine hohe Beständigkeit gegen Kratzer und generell eine hohe Robustheit gegen Belastungen unterschiedlicher Art aufweist.
[0013] Das verdichtete Holz ist bevorzugt nach einem Verfahren hergestellt, wobei ein Teil des Lignins und der Hemicellulose aus dem Holz entfernt werden. In einem ersten Schritt wird das Holz in ein heißes Bad aus Natriumhydroxid (NaOH) und Natriumsulfit (Na2SOs) für einige Minuten bis mehrere Stunden getaucht. In einem darauf folgenden zweiten Schritt wird das Holz bei circa 100°C, bevorzugt mehr als 100°C, seitlich für eine, bevorzugt mehrere, Stunden zusammengepresst. Durch den Druck senkrecht zur Wachstumsrichtung kollabieren die Hohlräume in der Holzstruktur und das Holz wird verdichtet. Hierdurch wird das Holz um das Dreifache dichter und verliert rund 80% an Dicke. Aus Studien geht hervor, dass verdichtetes Holz zehnmal stabiler und härter als unverdichtetes Holz ist.
[0014] Beispielsweise beträgt die Zerreißfestigkeit von, mit dem zuvor erwähnten Verfahren, verdichtetem Holz bis zu 587 MPa.
[0015] Das verdichtete Holz weist bevorzugt eine Dichte von mindestens 2kg/dm® auf.
[0016] Das Fahrzeug kann beispielsweise ein Automobil sein. Das Fahrzeug kann auch ein Motorrad oder ein Fahrrad sein.
[0017] Der Radkranz 2 ist jener Teil der Felge 1, auf welchen in einem Montagezustand ein Reifen, insbesondere aus Gummi, aufgesetzt beziehungsweise befestigt ist.
[0018] Es kann vorgesehen sein, dass die Felge 1 einteilig oder mehrteilig ausgestaltet ist.
[0019] Es kann besonders bevorzugt vorgesehen sein, dass zumindest Teile der Felge 1 eine Sandwichkonstruktion aufweisen, wobei die Sandwichkonstruktion wenigstens eine Lage aus verdichtetem Holz umfasst. Beispielsweise können die Speichen 3 und/oder der Radkranz 2 eine Sandwichkonstruktion aufweisen.
[0020] Durch eine Sandwichkonstruktion mit verdichtetem Holz kann die Felge 1 robust und leicht ausgestaltet werden, wobei die Vorteile jeder Lage gut ausgenützt werden können.
[0021] Es kann auch bevorzugt vorgesehen sein, dass wenigstens eine äußere Lage der Sandwichkonstruktion aus dem verdichteten Holz und eine innere Lage der Sandwichkonstruktion aus faserverstärktem und multidirektional angeordnetem Furnierholz bestehen. Hierdurch können die Felge 1 bzw. Teile der Felge 1 besonders robust und dennoch leicht ausgebildet werden.
[0022] Weiters kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Felge 1 eine Verbundkonstruktion umfassend wenigstens zwei unterschiedliche Holzarten aufweist. Hierdurch können insbesondere die Vorteile verschiedener Hölzer bzw. Holzarten im Verbund ausgenützt werden.
[0023] Beispielsweise können die Speichen 3 und/oder der Radkranz 2 in obig beschriebener Verbundkonstruktion hergestellt sein.
[0024] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Verbundkonstruktion wenigstens eine Lage aus verdichtetem Holz und wenigstens eine Lage aus Metall und/oder Kunststoff und/oder einem Gewebe aufweist. Durch den Verbund aus verdichtetem Holz und Metall und/oder Kunststoff und/oder einem Gewebe kann eine besonders robuste und langlebige Felge 1 geschaffen werden.
[0025] Beispielsweise können die Speichen 3 und/oder der Radkranz 2 in obig beschriebener Verbundkonstruktion mit wenigstens einer Lage aus Metall und/oder Kunststoff und/oder einem Gewebe hergestellt sein.
[0026] Weiters kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Verbundkonstruktion ausschließlich Lagen aus verdichtetem Holz aufweist. Vorteilhaft an dieser Ausführungsform ist, dass die Felge 1 besonders umweltfreundlich und nachhaltig hergestellt werden kann.
[0027] Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Verbundkonstruktion ausschließlich Lagen aus Spanstreifen aufweist.
[0028] Es kann auch vorgesehen sein, dass alle Teile der Felge 1 in der zuvor beschriebenen Verbundkonstruktion oder Sandwichkonstruktion hergestellt sind.
[0029] Besonders bevorzugt kann vorgesehen sein, dass der Radkranz 2 kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff umfasst. Hierdurch kann der Radkranz 2 besonders robust und leicht ausgebildet werden.
[0030] Weiters kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der Radflansch 4 aus Metall besteht. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil einer glänzenden Optik bei hoher Festigkeit.
[0031] Es kann auch vorgesehen sein, dass der Radflansch 4 aus einer metallischen Legierung besteht.
[0032] Nachfolgend werden Grundsätze für das Verständnis und die Auslegung gegenständlicher Offenbarung angeführt.
[0033] Merkmale werden üblicherweise mit einem unbestimmten Artikel „ein, eine, eines, einer“ eingeführt. Sofern es sich aus dem Kontext nicht anders ergibt, ist daher „ein, eine, eines, einer“
nicht als Zahlwort zu verstehen.
[0034] Das Bindewort „oder“ ist als inklusiv und nicht als exklusiv zu interpretieren. Sofern es sich aus dem Kontext nicht anders ergibt, umfasst „A oder B“ auch „A und B“, wobei „A“ und „B“ beliebige Merkmale darstellen.
Claims (8)
1. Felge (1) für ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, umfassend einen Radkranz (2), welcher mittels Speichen (3) mit einem im Wesentlichen zentrierten Radflansch (4) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Felge (1) aus verdichtetem Holz besteht.
2. Felge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest Teile der Felge (1) eine Sandwichkonstruktion aufweisen, wobei die Sandwichkonstruktion wenigstens eine Lage aus verdichtetem Holz umfasst.
3. Felge (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine äußere Lage der Sandwichkonstruktion aus dem verdichteten Holz und eine innere Lage der Sandwichkonstruktion aus faserverstärktem und multidirektional angeordnetem Furnierholz bestehen.
4. Felge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Felge (1) eine Verbundkonstruktion umfassend wenigstens zwei unterschiedliche Holzarten aufweist.
5. Felge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundkonstruktion wenigstens eine Lage aus verdichtetem Holz und wenigstens eine Lage aus Metall und/oder Kunststoff und/oder einem Gewebe aufweist.
6. Felge (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundkonstruktion ausschließlich Lagen aus verdichtetem Holz aufweist.
7. Felge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Radkranz kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff umfasst.
8. Felge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Radflansch (4) aus Metall besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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