AT503003A1 - Verfahren und system zur erstellung von bohrlochplänen für sprenganlagen - Google Patents

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Description


   <EMI ID=1.1> 

Verfahren und System zur Erstellung von Bohrlochplänen für Sprenganlagen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur Erstellung von Bohrlochplänen für Sprenganlagen.
Eines der grundlegenden Probleme bei Bruchwandsprengungen ist, dass das zu sprengende Volumen nur ungenau bekannt ist. Untersuchungen des Instituts für Bergbaukunde der Montanuniversität Leoben, durchgeführt in den letzten Jahren in Steinbrüchen quer durch Europa zeigten, dass sehr oft substantielle Abweichungen zwischen der geplanten und der tatsächlich ausgeführten Geometrie einer Sprenganlage herrschen.

   Diese Abweichungen umfassen u.A. die Höhe und Neigung der Bruchwand, die Vorgabe, den Seitenabstand, sowie Bohrlochpositionen und Lage der Bohrungen.
Die teilweise grossen Unterschiede zwischen geplantem und tatsächlichem Spreng-Layout ziehen eine grosse Variation der Energieabgabe durch das Sprengmittel an das Gebirge nach sich, wodurch sich unerwünscht grosse Unterschiede in der Gesteinszerlegung ergeben.

   Höhere Produktionskosten sind die Folge.
Weitere Auswirkungen der fehlenden Kontrolle über die Sprengung sind verstärkter Steinflug und stärkere Sprengvibrationen.
Internationale Forschungsprojekte aus den Jahren 1998 und 2000 haben gezeigt, dass in Steinbrüchen ca. 20% der gesamten Bohr- und Sprengkosten eingespart werden könnten, wenn eine systematische Vermessung der zu sprengenden Bruchwand durchgeführt würde und die Ergebnisse dieser Vermessung in die Erstellung eines Bohrlochplans fliessen würde, der die tatsächliche Wandgeometrie berücksichtigt. Diese Erkenntnis wurde bis jetzt nur höchst unzureichend in die Tat umgesetzt, da einige praktische Probleme dies verhinderten.

   Es gibt zwar verschiedenste vermessungstechnische Ausrüstung, wie Theodoliten, Profiler, Laserscanner, auf dem Markt, die jedoch allesamt den Nachteil aufweisen, nur für die Ermittlung einzelner geometrischer Parameter einer Sprenganlage tauglich zu sein und die darüber hinaus nur von Spezialisten bedient werden können, die aus Kostengründen zumindest bei kleinen und mittleren Steinbrüchen nicht zur Verfügung stehen. Zusätzlich liefert diese klassische Vermessungsausrüstung Daten, die zunächst von Spezialisten aufbereitet werden müssen, um jene Informationen zu extrahieren, die für das Layout der Sprenganlage nützlich sind.

   Nach der Datenaufbereitung müssen diese Nutzdaten wieder auf irgendeine Weise zurück in die Realität des Steinbruchs übertragen werden, um dort dem Personal bei der Umsetzung der Papierpläne in die Vorbereitung der Sprenganlage im Steinbruch hilfreich zu sein. Die bisherigen Verfahren und Ansätze haben sich allesamt als zu zeitaufwändig und/oder kompliziert erwiesen, mit dem Resultat, dass in den meisten Steinbrüchen Sprenganlagen nur nach der Erfahrung des Sprengmeisters bzw.

   nach Faustregeln konzipiert werden, anstatt auf präzise Ausnützung von Vermessungsdaten zu setzen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein System zur Erstellung von Bohrlochplänen bereitzustellen, das die Nachteile der bisherigen Verfahren überwindet und in praxistauglicher Weise vom Personal eines Steinbruchs einsetzbar ist, ohne dass Spezialisten hinzugezogen werden müssen, und ohne dass Daten für die Weiterverarbeitung auf zeitraubende Weise aufbereitet werden müssen, die eine just-in-time Arbeit im Steinbruch unmöglich macht.
Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe durch Bereitstellen eines Verfahrens zur Erstellung von Bohrlochplänen für Sprenganlagen mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein System zur Erstellung von Bohrlochplänen für Sprenganlagen mit den Merkmalen des Anspruchs 12.

   Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargelegt.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht die einfache Bestimmung der Geometrie einer Bruchwand einschliesslich des Etagenkopfs der Sprenganlage, und zwar - und dies ist der grösste Vorteil gegenüber bekannten Verfahren - ohne dass bei der messtechnischen Erfassung der Sprenganlage die Etagenkopffläche direkt in die Vermessung einbezogen wird, da die Vermessung ja vom Etagenfuss aus durchgeführt wird und die Etagenkopffläche für das Vermessungsgerät nicht einsehbar ist. Aufgrund der einfachen Bedienbarkeit des erfindungsgemässen Verfahrens und Systems ist kein Personal mit speziellen Vermesserkenntnissen erforderlich. Das Verfahren kann intuitiv von einem Sprengmeister durchgeführt werden, ebenso wie dieser das erfindungsgemässe System bedienen kann.

   Die gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren ermittelten geometrischen Informationen sind einfach und für jedermann nachvollziehbar in einem Steinbruch zur Markierung von Bohrlöchern bei der Vorbereitung einer Sprenganlage in die Praxis umsetzbar, wobei bei dieser Umsetzung, abgesehen von einem Massband, kein Werkzeug oder Gerät erforderlich ist.

   Schliesslich führt das erfindungsgemässe System auch zu keinerlei Mehrkosten gegenüber bekannter Vermessungsausrüstung, ermöglicht es aber Steinbruchbetreibern, bis zu ca. 20% der Bohr- und Sprengkosten einzusparen.
Vorteilhaft wird die Referenzlinie so festgelegt, dass auf ihr die Fusspunkte der Referenzfiguren liegen, da somit bei der Vorbereitung der Sprenganlage die Referenzlinie durch Spannen eines Seils, Markieren mit Farbe etc.

   direkt auf der Etagenkopffläche gekennzeichnet wird, und von dieser Linie ausgehend die Bohrlochpositionen mit dem Massband bestimmbar sind, wobei zur Vereinfachung der Arbeit des Steinbruchpersonals zweckmässig der Bohrlochplan in Stichmassen relativ zur Referenzlinie angegeben wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht es auch, dass zusätzlich zum Bohrlochplan Profilschnitte der Sprenganlage erzeugt werden, die eine genaue Kontrolle der Vorbereitungsarbeiten für die Sprengung ermöglichen.
Um einen Längenbezug bei der messtechnischen Ermittlung der Lage der Referenzfiguren einzuführen, ist weiters vorgesehen, dass zumindest eine Referenzfigur zwei oder mehr vom Etagenfuss aus sichtbare Marken mit definiertem Abstand zueinander oder eine Markenfigur von definierter Grösse aufweist bzw.

   kann die Referenzfigur selbst diese definierte Markenfigur sein.
Die messtechnische Ermittlung von Position und Lage der Referenzfiguren erfolgt in einer Ausführungsform der Erfindung durch Methoden der Stereo-Photogrammetrie oder Mehrbild-Photogrammetrie. Dabei ist es aus Kostengründen und aufgrund einfacher Bedienbarkeit bevorzugt, dass zur Bildaufnahme eine handelsübliche Kamera (Analogkamera oder Digitalkamera) verwendet wird, die durch Kalibrierung, vorzugsweise mittels Software, für die Stereo-Photogrammetrie oder Mehrbild-Photogrammetrie einsatzbereit gemacht worden ist.

   In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren durch einen am Etagenfuss positionierten Laserscanner, wobei in diesem Fall die Referenzfiguren zur Reflexion von Laserstrahlen ausgebildet sind.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird beim messtechnischen Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren vom Etagenfuss aus auch ein 3-dimensionales Bild der Form der Bruchwand ermittelt, da über das 3D-Bild die Zuordnung der errechneten Bohrlochpositionen zur Natur einfach möglich ist und dem Personal somit eine gute Kontrollmöglichkeit gegeben ist. So kann beispielsweise im Bohrlochplan das Bild der zu sprengenden Bruchwand eingefügt werden, um für das Personal das Bestimmen der Bohrlochpositionen aus dem Bohrlochplan mittels Massband weiter zu vereinfachen.

   Es ist weiters möglich, aus dem 3-dimensionalen Bild der Form der Bruchwand eine optimale Bohrebene zu bestimmen, welche in möglichst vielen Punkten die Vorgabe eneicht oder annähert, und dadurch den Bohrlochplan zu optimieren.
Die Erfindung wird nun anhand eines nicht einschränkenden Ausfuhrungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.

   In den Zeichnungen zeigen die Figuren IA und 1B eine Sprenganlage im Aufriss bzw. im Profilschnitt, Fig. 2 einen gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren erstellten Bohrlochplan in Grundrissdarstellung, Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Profilschnitts zu einem Bohrloch, und Fig. 4 das Prinzip der Stereo-Photogrammetrie.
In den Figuren IA und 1B ist im Aufriss bzw. im Profilschnitt eine Bruchwand 1 eines Steinbruchs dargestellt, die eine Sprenganlage la aufweist, das ist der aus der Bruchwand 1 herauszusprengende Bereich. Die Sprenganlage la ist links und rechts durch Ränder ld, le begrenzt. Die Sprenganlage la umfasst einen Etagenfuss lb und einen Etagenkopf lc. Für die Sprengung anzubringende Bohrlöcher werden vom Etagenkopf lc aus nach unten gebohrt.

   Anhand der Darstellungen der Figuren IA und 1B sowie auf den in Fig. 2 als Grundrissdarstellung gezeigten Bohrlochplan 10 wird nun das erfindungsgemässe Verfahren zur Erstellung dieses Bohrlochplans 10 für die Sprenganlage la erklärt.
In einem ersten Verfahrensschritt werden zumindest zwei Referenzfiguren 2 auf dem
Etagenkopf lc der Sprenganlage la angebracht. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel fallen in der Aufrissdarstellung von Fig. IA die Referenzfiguren 2 mit den Rändern ld, le der
Sprenganlage la zusammen, dies ist aber keine notwendige Bedingung.

   Vielmehr können die Referenzfiguren 2 sowohl innerhalb der Ränder ld, le der Sprenganlage la aufgestellt werden, als auch ausserhalb.
Im nächsten Schritt wird eine die Referenzfiguren 2 enthaltende Referenzlinie 3 (siehe Fig. 2) auf dem Etagenkopf lc festgelegt, wobei die Referenzlinie vorzugsweise - in der Draufsicht gesehen - eine Gerade ist. Das Festlegen der Referenzlinie 3 kann beispielsweise durch Auftragen einer Farblinie auf der Etagenkopffläche oder Spannen einer Schnur zwischen den Referenzfiguren 2 erfolgen.

   Es sei erwähnt, dass die Referenzlinie 3 nicht an der Bruchwandkante liegen muss, was bedeutet, dass auch die Referenzfiguren 2 nicht an der Bruchwandkante aufgestellt werden müssen.
Im nächsten Verfahrensschritt erfolgt das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren 2 vom Etagenfuss lb aus, indem eine auf dem Etagenfuss lb stehende Person 6 mittels eines vermessungstechnischen Geräts 5 die Bruchwand 1 erfasst. Unter dem Begriff "Position" sind die Raumkoordinaten zu verstehen, die z.B. in einem kartesischen Koordinatensystem angegeben werden. Unter dem Begriff "Lage" ist die Raumwinkellage zu verstehen. Es sei erwähnt, dass gemäss der Erfindung nicht die gesamte Referenzfigur 2 vom Etagenfuss lb aus sichtbar sein muss.

   Insbesondere ist es nicht erforderlich, dass der Fusspunkt 2c der Referenzfiguren 2 vom vermessungstechnischen Gerät 5 erfasst wird, ebenso wenig, wie der Etagenkopf lc im Sichtwinkel des vermessungstechnischen Geräts 5 liegen muss. Für das erfindungsgemässe Verfahren genügt es, wenn die Referenzfiguren 2 zu einem solchen Teil im Sichtwinkel des vermessungstechnischen Geräts 5 liegen, dass entweder eine auf der Referenzfigur 2 angebrachte Markenfigur bekannter Grösse, wobei die Referenzfigur 2 selbst diese Markenfigur sein kann, oder zwei oder mehr Marken 2a, 2b mit definiertem Abstand für das Gerät 5 sichtbar sind.
Das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren 2 vom Etagenfuss lb aus kann gemäss einer Ausführungsform der Erfindung mit den Methoden der StereoPhotogrammetrie erfolgen,

   die die dreidimensionale Rekonstruktion eines Objekts aus einem stereoskopischen Bildpaar ermöglicht, wie prinzipiell in Fig. 4 dargestellt. Dabei werden korrespondierende Bildpunkte P(u,v) der von zwei Kameras A und B aufgenommenen stereoskopischen Bilder und bekannte Kamerapositionen O(X,Y,Z) und Kameralagen (Koordinatensystem X',Y',Z') zu einem rekonstruierten Objektpunkt P(X,Y,Z) zusammengesetzt, wobei das Koordinatensystem X,Y,Z beispielsweise ein weltweites Koordinatensystem ist. Das Koordinatensystem u,v ist das Bildkoordinatensystem. Aus einer Vielzahl von Objektpunkten P(X,Y,Z) lässt sich die Oberfläche der Bruchwand zentimetergenau rekonstruieren.

   Es sei erwähnt, dass die Kameras A und B in der Praxis dieselbe Kamera sein können, sowie dass die Vermessung auch mit drei oder mehr Fotos durchgeführt werden können.
Die Kameras A, B stellen in dieser Anwendung das vermessungstechnische Gerät 5 dar. Bei den Kameras A, B kann es sich um handelsübliche, kalibrierte Kameras handeln, die durch eine spezielle Software zur Auswertung der stereoskopischen Aufnahmen kalibriert werden.
In einer alternativen Ausführungsform erfolgt das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren 2 durch einen am Etagenfuss positionierten Laserscanner oder ein anderes berührungsloses Messsystem als vermessungstechnisches Gerät 5, wobei die Referenzfiguren 2 zur Reflexion von Laserstrahlen ausgebildet sind.
Durch die bekannten Abmessungen der Referenzfiguren 2 bzw.

   ihrer Marken 2a, 2b wird ein Längenbezug in die messtechnische Ermittlung gebracht, der es nicht länger erforderlich macht, dass sämtliche Positions- und Lageparameter der beiden Kameras bzw. der beiden Aufstellungen derselben Kamera bekannt sind. Es genügt vielmehr, wenn die Position und Lage einer Kamera bekannt ist und zumindest eine Referenzfigur 2 die beiden Marken 2a, 2b aufweist, wobei die Referenzfigur 2 nicht in definierter Lage aufgestellt sein muss. Ist zumindest eine der mit den Marken 2a, 2b versehenen Referenzfigur 2 in definierter Lage aufgestellt, so können die Kameras beliebig angeordnet sein.

   Die Auswertung der Fotos erfolgt in einem nicht dargestellten Computer, der als handelsüblicher Personal Computer ausgeführt sein kann.
Nach dem messtechnischen Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren vom Etagenfuss aus, wie oben beschrieben, erfolgt im Computer erfindungs gemäss das Errechnen der Positionen von auf dem Etagenkopf herzustellenden Bohrlöchern anhand von in den
Computer einzugebenden Parametern, wie die Seitenbegrenzung des Sprengbereichs, die
Vorgabe, der Seitenabstand zwischen benachbarten Bohrlöchern und die Bohrlochneigung, wobei die Positionskoordinaten der Bohrlöcher in Bezug auf die Referenzlinie festgelegt werden. Die so errechneten Bohrlöcher werden zu einem Bohrlochplan 10 zusammengesetzt, der in Fig. 2 als Grundriss dargestellt ist.

   In diesem Bohrlochplan 10 sind sechs Bohrlöcher
4-001 bis 4-006 eingetragen, wobei die Bohrlochanordnung nicht auf eine einreihige
Anordnung beschränkt ist, ebenso wenig, wie der Seitenabstand s, das ist der Abstand eines
Bohrlochs zu einem benachbarten Bohrloch, konstant sein muss. Im Bohrlochplan 10 sind die Fusspunkte 2c der Referenzfiguren 2 sowie die dazwischen festgelegte Referenzlinie 3 eingetragen. Weiters sind die Bohrlochkoordinaten als Stichmasse 7 ausgehend von der
Referenzlinie 3 dargestellt, was bedeutet, dass das Steinbruchpersonal nur ein Massband als Werkzeug braucht, um die Bohrlöcher 4-001 bis 4-006 auf dem Etagenkopf lc zu markieren.

   Weiters ist in den Bohrlochplan 10 auch eines der stereoskopischen Bilder der Bruchwand 1 eingefügt (in Fig. 2 in der Draufsicht zwischen Etagenkopf lc und Etagenfuss lb zu sehen), was dem Personal das Zuordnen des Plans zur Natur erleichtert und darüber hinaus Sichtkontrollmöglichkeiten bietet. So kann beispielsweise mit einem Blick erfasst werden, ob das vom Personal auf dem Etagenkopf lc markierte Bohrlochmuster mit dem Bohrlochplan 10 übereinstimmt und/oder ob die Referenzfiguren 2 bzw. ihre Fusspunkte 2c unerlaubt verändert wurden. Alle beschriebenen Berechnungen werden in dem Computer ausgeführt, der die Ergebnisse in Form des Bohrlochplans 10 bzw. weiter unten beschriebener Profilschnitte auf einer Anzeige darstellen und an einen Drucker zum Anfertigen von Ausdrucken übertragen kann.

   Selbstverständlich sind auch die Speicherung der Daten und das Durchführen statistischer Analysen mit dem Computer möglich.
Die oben beschriebene Ermittlung eines 3-dimensionalen Bilds der Form der Brachwand 1 im Zuge der messtechnischen Ermittlung von Position und Lage der Referenzfiguren 2 vom
Etagenfuss lb aus kann dazu verwendet werden, beliebige Profilschnitte zu erstellen, wie z.B. den in Fig. 3 für das Bohrloch 4-001 dargestellten Profilschnitt 11. Aus dem Profilschnitt 11 ist die Bohrlochneigung [alpha] des Bohrlochs 4-001 zur Vertikalen ersichtlich. Es ist weiters deutlich ersichtlich, dass die Vorgabe 12 nach unten zu grösser wird, wobei der Begriff "Vorgabe" die Dicke des zu sprengenden Sprengbereichs der Bruchwand bezeichnet.

   Die
Vorgabe 12 kann entweder, wie in diesem Beispiel, im rechten Winkel zur Bohrlochneigung, oder im rechten Winkel zur Vertikalen definiert werden. Es sei erwähnt, dass anders als im vorliegenden Beispiel dargestellt, die Vorgabe 12 nicht nach unten zu wachsen muss, sondern über die Höhe der Bruchwand 1 konstant sein kann. Aus den Profilschnitten und der Vorgabe wird das zu sprengende Volumen und die Menge und Verteilung des Sprengstoffs im Bohrloch abgeleitet.
Weiters kann aus dem ermittelten 3-dimensionalen Bild der Form der Bruchwand 1 eine optimale Bohrebene bestimmt werden, welche in möglichst vielen Punkten die Vorgabe 12 erreicht oder annähert.
Abschliessend seien nochmals die wesentlichen Vorteile der Erfindung zusammengefasst:
Das erfindungsgemässe Verfahren bzw.

   System ist intuitiv und ohne spezielle Vermessungsvorkenntnisse einsetzbar und liefert übersichtliche Ergebnisse von hervorragender Genauigkeit. Das erfindungsgemässe System ist mobil und beschränkt sich in einer Ausführungsform auf mindestens zwei Referenzfiguren, eine Kamera und einen tragbaren Computer mit der entsprechenden Auswertungssoftware zur Erstellung der Bohrlochpläne gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren.

   Die von der Kamera gemachten Fotos werden zum Auswerten mittels der Auswertungssoftware in den Computer übertragen.
Mit den Bohrlochplänen können die Bohrlochpositionen unter Anwendung nur eines Massbands bestimmt werden.
Zur Verfahrensdurchführung erstellte Fotos können mit einer handelsüblichen Kamera gemacht werden, wobei es aufgrund der verwendeten Referenzfiguren sogar möglich ist, diese Fotos freihändig vom Etagenfuss aus zu erstellen.
Der Zeitbedarf vom Aufnehmen der Fotos bis zum Erstellen des Bohrlochplans liegt in der Praxis unter einer Stunde und kann gegebenenfalls vor Ort (in einem Fahrzeug) durchgeführt werden.
Durch die Verwendung der Referenzfiguren muss der Etagenkopf der Sprenganlage nicht im Sichtfeld der Kamera bzw.

   eines anderen vermessungstechnischen Geräts liegen.
Durch die Bohrlochpläne und Profilschnitte kann ein optimales Sprengergebnis erzielt werden, bei dem Steinflug, Vibrationen und Sprengstoffbedarf minimiert sind.

Claims (20)

<EMI ID=9.1> Ansprüche:
1. Verfahren zur Erstellung von Bohrlochplänen (10) für Sprenganlagen (la), gekennzeichnet durch
a) das Aufstellen von zumindest zwei Referenzfiguren (2) auf dem Etagenkopf (lc) einer Sprenganlage (la),
b) das Festlegen einer die Referenzfiguren (2) enthaltenden Referenzlinie (3) auf dem Etagenkopf (lc), wobei die Referenzlinie (3) vorzugsweise - in der Draufsicht gesehen - eine
Gerade ist,
c) das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren (2) vom Etagenfuss (lb) aus,
d) das Errechnen der Positionen von auf dem Etagenkopf herzustellenden Bohrlöchern (4001 bis 4-006) anhand von vorgegebenen Parametern, wie die Seitenbegrenzung (ld, le) des Sprengbereichs (la), die Vorgabe (12), der Seitenabstand (s) zwischen benachbarten Bohrlöchern und die Bohrlochneigung ([alpha]), wobei die Positionskoordinaten der Bohrlöcher in Bezug auf die Referenzlinie (3) festgelegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzlinie (3) so festgelegt wird, dass auf ihr die Fusspunkte (2c) der Referenzfiguren (2) liegen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrlochplan (10) in Stichmassen (7) relativ zur Referenzlinie (3) angegeben wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zum Bohrlochplan Profilschnitte (11) der Sprenganlage (la) erzeugt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Referenzfigur (2) zumindest zwei vom Etagenfuss (lb) aus sichtbare Marken (2a, 2b) mit definiertem Abstand zueinander oder eine Markenfigur von definierter Grösse aufweist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren (2) durch berührungslose Messmethoden zur Position und Lage der Referenzfiguren (2) erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren (2) durch Methoden der Stereo-Photogrammetrie oder Mehrbild-Photogrammetrie erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildaufnahme eine handelsübliche, kalibrierte Kamera (A, B) verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das messtechnische Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren durch einen am Etagenfuss (lb) positionierten Laserscanner erfolgt, wobei die Referenzfiguren (2) zur Reflexion von Laserstrahlen ausgebildet sind.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim messtechnischen Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren (2) vom Etagenfuss (lb) aus auch ein 3-dimensionales Bild der Form der Bruchwand (1) ermittelt wird.
10
11
Bohrlochneigung ( ), wobei die Positionskoordinaten der Bohrlöcher in Bezug auf die Referenzlinie (3) festgelegt werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bohrlochplan (10) das Bild der zu sprengenden Bruchwand (1) eingefügt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem 3dimensionalen Bild der Form der Bruchwand eine optimale Bohrebene bestimmt wird, welche in möglichst vielen Punkten die Vorgabe (12) erreicht oder annähert.
13. System zur Erstellung von Bohrlochplänen für Sprenganlagen, gekennzeichnet durch zumindest zwei auf dem Etagenkopf einer Sprenganlage aufstellbare Referenzfiguren (2), wobei die Referenzfiguren durch eine Referenzlinie (3) auf dem Etagenkopf (lc) verbindbar sind, vermessungstechnisches Gerät (5) zum messtechnischen Ermitteln von Position und Lage der Referenzfiguren vom Etagenfuss (lb) aus, und einen Computer zum Errechnen der Positionen von auf dem Etagenkopf herzustellenden Bohrlöchern (4-001 bis 4-006) anhand von eingebbaren Parametern, wie die Seitenbegrenzung (ld, le) des Sprengbereichs (la), die Vorgabe (12), der Seitenabstand (s) zwischen benachbarten Bohrlöchern und die
14. System nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Computer dazu ausgebildet ist, den Bohrlochplan (10) in Stichmassen (7) relativ zur Referenzlinie (3) anzugeben.
15. System nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Computer dazu ausgebildet ist, zusätzlich zum Bohrlochplan Profil schnitte (11) der Sprenganlage (la) zu errechnen.
16. System nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Referenzfigur (2) zumindest zwei vom Etagenfuss aus sichtbare Marken (2a, 2b) mit definiertem Abstand zueinander oder eine Markenfigur von definierter Grösse aufweist.
17. System nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das vermessungstechnische Gerät (5) ein berührungsloses Messsystem umfasst.
18. System nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das vermessungstechnische Gerät (5) Stereo-Photogrammetriegeräte oder Mehrbild-Photogrammetriegeräte umfasst.
19. System nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die StereoPhotogrammetriegeräte oder Mehrbild-Photogrammetriegeräte eine handelsübliche, durch im Computer ablaufende Software kalibrierte Kamera (A, B) umfassen.
20. System nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das vermessungstechnische Gerät (5) einen Laserscanner umfasst, wobei die Referenzfiguren (2) zur Reflexion von Laserstrahlen ausgebildet sind.
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