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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein System zur Verwendung in Rohrleitungssystemen gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur Verlegung von Informationsleitern in bestehenden Rohren bzw. Rohrleitungssystemen.
Der Ausbau des Informationsleitungsnetzes bzw. Datenleitungsnetzes ist ein ständiges Anliegen sowohl der Benutzer von Computern bzw. auch der Anbieter von Informationsdienstleitungen. Zur Zeit findet ein Grossteil des Datenaustausches über das Telefonnetz statt. Diesem sind jedoch technische Grenzen gesetzt, was die pro Zeiteinheit übertragbare Datenmenge betrifft. Als nächsten Schritt bieten daher einige Anbieter eigene Informations- bzw. Datenleitungen an, die sie selbständig verlegen und welche höhere Daten- übertragungsraten erlauben. Die Verlegung solcher Leitungen ist jedoch sehr umständlich und mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden.
Die kritische Strecke der Verlegung ist dabei jene Strecke die den Hauptstrang der Informationsleitungen, welcher meist in einem Hauptkanal unter einer Strasse verläuft, mit den einzelnen Gebäuden verbindet. Hiezu sind viele einzelne Abzweigungen vom Hauptstrang erforderlich.
Da die Entwicklung der Informationstechnik immer schneller voranschreitet, wächst auch der Bedarf an der Versorgung der Haushalte und Büros mit Informationsleitern bzw. Datenleitern immer stärker an. Nach derzeitigem Wissenstand bieten Lichtleiter das momentane Maximum an Datenübertragungsgeschwindigkeit.
Bis dato ist jedoch keine zeit-und kostensparende Lösung für die Versorgung der Haushalte und Büros mit diesen Informationsleitern bekannt, ausser jene, dass zusätzliche Kabelkanäle und Kabelschächte verlegt werden müssten, was in weiterer Folge zusätzlichen Platz kostet, der vor allem im innerstädtischen Bereich nicht vorhanden ist.
Ein weiteres Problem, welches zwar vorerst mit dem ersten Problem in keinem Zusammenhang steht, sind veraltete Rohrleitungs-
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systeme, welche zu sanieren sind. Sämtliche Haushalte und Büros Österreichs (mit einigen wenigen Ausnahmen) sind an ein Abwassersystem angeschlossen. Diese Abwassersysteme sind zum Teil schon veraltet bzw. gehören nach einer gewissen Zeitspanne saniert.
Ein an sich bekanntes Verfahren zur Sanierung solcher Rohre bzw. Rohrsysteme ist das sogenannte Inlinerverfahren. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Kunststoffschlauch in das zu sanierende Rohr eingezogen oder eingestülpt und anschliessend mittels Luft- oder Wasserdruck beaufschlagt. Auf diese Art und Weise legt sich der Kunststoffschlauch an die Rohrinnenwand an und härtet zu einem Rohr im Rohr aus.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren, welches es erlaubt, Informationsleiter einfach und schnell, sowie kosten- und platzsparend zwischen der Hauptleitung und den Haushalten bzw. Büros zu verlegen) indem bereits vorhandene Zugänge, im vorliegenden Fall Rohrsysteme, zu den Haushalten bzw. Büros genutzt werden.
Erfindungsgemäss wird dies durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 erreicht.
Dadurch ist es möglich, das in jedem Haushalt vorhandene Abwasser-bzw. Frischwasserrohrleitungssystem zu nutzen. Das Ausheben eigener Schächte zur Verlegung der Informationsleitungen ist nicht erforderlich. Der zu verlegende Informationsleiter bzw. die zu verlegende Leerverrohrung wird von der Hauptleitung abgezweigt und zwar an jener Stelle, wo die Hausabwasser- bzw. Frischwasserleitung vom Hauptabwasserkanal abzweigt und innerhalb der Hausabwasser-bzw. Frischwasserleitung erfindungsgemäss geführt. Der Informationsleiter verlässt die Hausabwasserleitung erst wieder im Haus bzw. in der unmittelbaren Nähe eines Installationsschachtes für Elektro- bzw. Datenleitungen.
Durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 2 kann eine sehr feste und sichere Befestigung des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung im Rohr erreicht werden.
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Die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 3 beschreiben ein einfaches Verfahren zur Verlegung des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung.
Das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 4, ermöglicht eine kompakte und sichere Einbettung des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung in die ausgehärtete Kunstharzschicht.
Durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 5 kann der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung auf einfache Art und Weise in das Rohr ein-bzw. ausgefädelt werden.
Die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 6 ermöglichen die Eintrittsrichtung des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung in den Hauptkanal den erforderlichen Gegebenheiten anzupassen.
Durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 7 ist garantiert, dass beispielsweise bei Verwendung von Lichtleitern der Mindestbiegeradius nicht unterschritten wird.
Durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 8 ist es möglich, das Montierbehelfsmittel am Rohr zu fixieren.
Das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs 9 ermöglicht generell die einfache Erschliessung von Gebäuden mit Informations- bzw. Datenleitungen.
Im folgenden folgt nun eine genaue Beschreibung des erfindungsgemässen Rohres sowie des Verfahrens zur Verlegung des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung mittels Montiervorrichtung in diesem Rohr. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt des erfindungsgemässen Rohres mit eingebettetem Informationsleiter bzw.
Leerverrohrung
Fig. 2 einen Schrägriss eines erfindungsgemässen Rohres mit
Eintrittsbereich des Informationsleiters bzw. der
Leerverrohrung
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Fig. 3 einen Schrägriss eines Schnittes durch ein erfin- dungsgemässes Rohr mit Eintrittsbereich des Informa- tionsleiters bzw. der Leerverrohrung
Fig. 4 einen Schrägriss eines erfindungsgemässen Montierbe- helfsmittels
Fig. 5 einen Schrägriss eines erfindungsgemässen Montierbe- helfsmittels mit beweglichem Knie
Fig. 6 ein Schrägriss der Einmündung des erfindungsgemässen
Rohres mit eingebetteter Leerverrohrung in den
Hauptkanal
Fig. 7 einen Grundriss der Verbindung des im erfindungsgemä- ssen Rohr verlegten Informationsleiters bzw.
Leerver- rohrung mit dem Informationsleiter im Hauptkanal
Fig. 8 einen Grundriss einer weiteren Verbindungsmöglichkeit des im erfindungsgemässen Rohr verlegten Informati- onsleiters bzw. Leerverrohrung mit dem Informations- leiter im Hauptkanal
In Fig. 1 ist in einem Rohr 1 ein Kunststoffschlauch 2 eng anliegend an der Innenwand des Rohres 1 angeordnet. Zwischen Kunststoffschlauch 2 und Rohrwand des Rohres 1 ist ein Informationsleiter bzw. eine Leerverrohrung zur Aufnahme von Informationsleiter 3 verlegt. Der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung 3 ist dabei von einer Kunstharzschicht 4 umgeben, die gleichzeitig dazu verwendet wird, den Kunststoffschlauch 2 an der Rohrinnenwand zu fixieren. Durch das Kunstharz 4 ist ein Bewegen des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung 3 zwischen Kunststoffschlauch 2 und Rohrinnenwand des Rohres 1 nicht möglich.
Fig. 2 zeigt den Eintrittsbereich des Informationsleiters bzw. der Leerverrohrung 3 in das Rohr 1. Dabei wird bei bereits bestehenden Rohren über eine schon vorhandene Öffnung 5, beispielsweise eine Putzöffnung, ein Montierbehelfsmittel 6 (Fig. 4) in das Rohr 1 eingeführt. Das Montierbehelfsmittel 6 wird dabei entsprechend in einer zuvor im Rohrmantel des Rohres 1 gefertigten Öff-
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Öffnung 7 positioniert (Fig. 3) und dort mittels Haken 8 befestigt. Über das Montierbehelfsmittel 6 kann dann entweder der Informationsleiter 3 als solcher, beispielsweise ein Lichtleiter oder aber auch ein normales "konventionelles" Kabel zur Datenübertragung, oder aber eine Leerverrohrung welche dann in weiterer Folge einen oder mehrere Informationsleiter aufnimmt, in das Rohr 1 eingeführt werden.
Das Montierbehelfsmittel 6 besteht, wie aus Fig. 4 ersichtlich, aus einem Rohrmantelteil 9, dessen Krümmung an jene des Rohres 1, in welches das Montierbehelfsmittel 6 eingebracht werden soll, angepasst ist. Weiters weist das Montierbehelfsmittel 6 ein im wesentlichen V-förmig gebogenes Rohrstück 10 auf, bei dem ein Arm 11 parallel zur längeren Kante des Rohrmantelteils 9 und krümmungsgleich zu diesem ausgerichtet ist. Der andere Arm 12, welcher im vorliegenden Beispiel eine unterschiedliche Länge als der Arm 11 aufweist, durchdringt den Rohrmantelteil 9, so dass er von diesem in einem Winkel absteht. Der Winkel, welches das im wesentlichen V-förmige Rohrstück 10 einschliesst ist auf jenen Biegewinkel für Lichtleiter abgestimmt, bei welchem eine ungehinderte Daten-bzw. Informationsübertragung noch möglich ist.
Der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung zur Aufnahme des Informationsleiters kann somit in das V-förmige Rohrstück 10 eingeführt werden, um dann innerhalb des Rohres zu jenem Punkt befördert zu werden, wo er/sie in den Hauptkanal einmündet. Es ist jedoch auch durchaus vorstellbar, den Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung ohne Montierbehelfsmittel in das Rohr einzuführen, jedoch besteht dann die Gefahr, den Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung zu beschädigen.
An jener Stelle, an welcher der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung aus dem Rohr 1 in den Hauptkanal 14 mündet (Fig. 6), wird ebenfalls ein Montierbehelfsmittel 6 angeordnet, nur das dieses alternativ beweglich ausgeführt ist, um eine für Nagetiere bissfeste Ausmündung aus dem Rohr 1 in den Hauptkanal 14 zu ermöglichen, die im wesentlichen parallel zur Achse des Hauptkanals verläuft. Durch das hier bewegliche ebenfalls V-förmige Rohrstück 10 (Fig. 5) wird es ermöglicht, die Auslassrichtung den Gegebenheiten anzupassen und den Anschluss des Informationsleiters
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bzw. der Leerverrohrung 3 an den bereits im Hauptkanal 14 befindlichen bzw. den noch zu verlegenden Informationsleiter bestmöglich herstellen zu können.
Nachdem der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung in das Rohr 1 eingezogen wurde, wird auf an sich bekannte Art und Weise ein mit Kunstharz getränkter Kunststoffschlauch 2 mittels Wasserbzw. Luftdruck in das Rohr eingebracht bzw. eingestülpt. Durch das Aushärten des Kunstharzes 4, das entweder durch Aufheizen des Wassers geschieht oder aber, bei Einbringung mittels Luftdruck, von selbst, oder durch Dampf oder UV-Licht wird einerseits der Kunststoffschlauch an der Rohrinnenwand des Rohres 1 befestigt und andererseits der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung 3 in seiner Position fixiert, so dass ein nachträgliches Verrutschen nicht möglich ist.
Fig. 6 zeigt ein Schrägriss der Einmündung des erfindungsgemä- ssen Rohres 1 mit eingebetteter Leerverrohrung 3 in den Hauptkanal 14. Sehr deutlich ist dabei der eine Arm 12 des beweglichen Montierbehelfsmittels 6 zu erkennen, der die Richtung vorgibt, in welche der Informationsleiter bzw. die Leerverrohrung 3 in den Hauptkanal 14 einmündet.
Die Fig. 7 und 8 zeigen schematisch einen Grundriss der Einmündung eines erfindungsgemässen Rohres 1 mit Informationsleiter bzw.
Leerverrohrung 3 in den Hauptkanal 14. Bei der in der Hauptinformationsleitung 18 des Kanals verlegten Informationsleitung bzw.
Leeerverrohrung 3 werden entweder bei jeder Abzweigerleitung flüssigkeitsdichte Abzweigungen 15 hergestellt und von dort die Zuleitungen in das Büro oder in den Haushalt weggeführt (Fig. 7).
Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass die Informationsleitung im Hauptkanal in einen sogenannten Spleissschacht 17 oder einen Verbindungsschacht geführt wird und von dort die Zuleitungen 16 in die einzelnen Büros oder Haushalte abgezweigt werden, diese in den Hauptkanal 14 zurückgeführt und bis zu den einzelnen Verbrauchern in einem Stück verlegt werden (Fig. 8).
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Das soeben beschriebene Verfahren bzw. das erfindungsgemässe Rohr hat einerseits den Vorteil, dass vorhandene Rohrleitungssysteme, welche in oder aus Gebäude führen gleichzeitig mit der Verlegung der Informationsleiter bzw. Leerverrohrung durch den eingestülpten Kunststoffschlauch saniert werden können und andererseits keine extra Aufgrabungen vorgenommen werden müssen, um zusätzliche Kabelschächte bzw. -leitungen zu verlegen.