AT412525B - Steuerbares magenband - Google Patents

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Description


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   Die Erfindung betrifft ein steuerbares Magenband mit einem nicht dehnbaren Rücken und einer stomaseitig vom Rücken angeordneten Kammer zur Steuerung der Stomaeinengung durch Zubzw. Abfuhr von Flüssigkeit in die bzw. aus der Kammer. Die Erfindung bezieht sich auf eine Weiterentwicklung des steuerbaren Magenbandes, wie es von mehreren Firmen in prinzipiell gleicher Bauform angeboten wird (z.B. Schwedenband der Fa. Obtech (Johnson & Johnson), Lapband der Fa.Bioenterics,..) Es handelt sich hierbei um ein zur Restriktion der Nahrungsaufnahme eingesetztes Band, das um den obersten Magenteil herumgeschlungen und verschlossen wird. 



   Die WO 01/24742 A1 beschreibt ein Magenband, welches gürtelförmig um den Magen herumgelegt und befestigt wird. Eine Einstellung der Einengung des Stomas ist rein mechanisch durch Einengung des Bandes möglich. 



   Die US 4 592 339 A beschreibt ein Magenband, bei dem an der dem Magen zugewandten Seite des Bandes eine Kammer angeordnet ist, die mit Flüssigkeit aufgefüllt werden kann. Dadurch ist die Steuerung der Stomaweite möglich. Über einen subkutan eingenähten Port, der über einen Schlauch mit der Kammer des Magenbandes verbunden ist, kann eine Flüssigkeitsfüllung und Entleerung des Systems durchgeführt werden. 



   Schliesslich zeigt die WO 03/020183 A1 ein Magenband, welches zur Schonung des Magens mit einem viskoelastischen Material umgeben ist. 



   Die derzeit verwendeten Magenbänder bringen in der Mehrzahl der Fälle sehr gute Langzeitergebnisse hinsichtlich Gewichtsreduktion und Patientenzufriedenheit. Dennoch gibt es einige Probleme die besonders bei hoher Bandauffüllung in den Vordergrund treten. Viele Patienten berichten dann über die unangenehme Erscheinung des Speichel-Erbrechens bzw. Herauswürgens, v.a. beim flachen Liegen. Speisereste können lange oberhalb des Stomas in der Speiseröhre verbleiben, hier zu gären beginnen und dadurch neben einem unangenehmen Mundgeruch eine Schleimhautreizung mit entsprechenden Schmerzen hervorrufen.

   Die ununterbrochen bestehende hohe Engstellung des Stomas führt wie bei einer Achalasie im Verlauf von Monaten zu einer zunehmenden Ausdehnung der Speiseröhre, wodurch schliesslich die Ösophagus-Sensibilität schwindet und die Bandwirkung verloren geht, was dann zu einer Gewichtszunahme trotz liegendem hoch aufgefülltem Magenband führt. 



   Das Problem bei derzeit verwendeten Magenbändern besteht darin, dass die gewählte Auffüllung und damit Stomaweite ständig gleich bleibt, obwohl nur eine Restriktion der Nahrungsaufnahme angestrebt wird. 



   Ausgehend von dem Stand der Technik beim derzeit verwendeten Magenband zielt die Erfindung darauf ab, ein Magenband zu schaffen, bei dem eine vorzugsweise automatische Einstellung der Stomaweite möglich ist. Anzustreben wäre ein Magenband, dass nur bei der Nahrungsaufnahme eng gestellt ist, die übrige Zeit aber ausreichend weit ist, um keine negativen Folgewirkungen zu erzeugen. Das Band soll sich beim Essen einengen und nach Abschluss der Nahrungsaufnahme wieder weit werden. 



   Gelöst wird die erfindungsgemässe Aufgabe dadurch, dass eine zweite Kammer stomaseitig vom Rücken vorgesehen ist, welche mit der ersten Kammer in Verbindung steht, so dass die Steuerung der Stomaeinengung durch Verschiebung der Flüssigkeit zwischen der einen Kammer und der anderen Kammer erreicht wird. Somit ist eine Regulation des Magenbandes und somit der Stomaeinengung durch Verschiebung der Flüssigkeit zwischen zwei Kammern ohne das Hinzufügen oder Ableiten der Flüssigkeit von bzw. nach aussen möglich. Die Ungleichverteilung der Flüssigkeit zwischen den beiden Kammern bewirkt ein engeres Stoma in Höhe der höher aufgefüllten Kammer. 



   Dabei sind die Kammern vorzugsweise nebeneinander angeordnet, wobei die Stomaeinengende Kammer aboral gelegen ist. 



   Die zweite Kammer kann auch in zwei kommunizierende Kammern unterteilt sein, welche die Stoma-einengende Kammer an beiden Seiten begrenzen. Dadurch wird die Stabilität des Magenbandes erhöht. 



   Zum Verschieben der Flüssigkeit von einer Kammer in die andere Kammer und umgekehrt ist eine Einrichtung zum Pumpen der Flüssigkeit vorgesehen. Dabei ist der Pumpmechanismus derart ausgebildet, dass entweder mittels mechanischer oder elektrischer Energie die Flüssigkeit von der einen in die andere Kammer verschoben wird. 

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   Zur Erzielung einer Autoregulation der Stomaeinengung durch das Magenband ist eine Einrichtung zur Erfassung der Essensaktivität vorgesehen, welche mit der Pumpeinrichtung verbunden ist, so dass nach Erfassung der Essensaktivität Flüssigkeit von der zweiten Kammer in die Stomaeinengende Kammer gepumpt und eine bestimmte Zeit nach Erfassung der Beendigung der Essensaktivität die Flüssigkeit wieder von der Stoma-einengenden Kammer in die zweite Kammer zurückbewegt wird. Dadurch kann eine automatische Stomaeinengung in Abhängikeit der Nahrungsaufnahme stattfinden. 



   Dabei kann die Essensaktivität durch Erfassung der Schluckaktivität, Erfassung des Druckes an der Ösophaguswand oder Erfassung der perstaltischen Welle geschehen. 



   Eine alternative Lösung zur Durchführung und Steuerung des Pumpvorganges ohne Anwendung von Elektronik auf rein mechanischem Wege ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kammern über eine Hilfskammer mit Windkesselfunktion miteinander verbunden sind, wobei zwischen der zweiten Kammer und der Hilfskammer ein Ventil angeordnet ist, welches einen Flüssigkeitstransport nur von der zweiten Kammer zur Hilfskammer zulässt, und dass zwischen der Hilfskammer und der Stoma-einengenden Kammer ein weiteres Ventil angeordnet ist, welches einen Flüssigkeitstransport nur von der Hilfskammer zur Stoma-einengenden Kammer zulässt, und dass eine Einrichtung zur Durchführung eines Flüssigkeitsaustausches von der Stoma-einengenden Kammer zur zweiten Kammer vorgesehen ist. 



   Die Einrichtung zur Durchführung des Flüssigkeitsaustausches von der Stoma-einengenden Kammer zur zweiten Kammer kann durch eine gemeinsame Trennwand zwischen den Kammern mit darin enthaltenen Mikroporen gebildet sein. Über diese Mikroporen in der Trennwand zwischen den aneinander angrenzenden Kammern des Magenbandes findet ein langsamer kontinuierlicher Flüssigkeitsaustausch statt. 



   Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. 



   Darin zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch das Magenband im Zustand der Gleichverteilung der Flüssigkeitsfüllung in den beiden Kammern ;   undFig.2 einen schematischen Querschnitt durch das Magenband gemäss Fig. 1 nach Flüssigkeits-   verlagerung in die Stoma-einengende Kammer. 



   Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Magenband hat wie die derzeit verwendeten Bänder einen nicht dehnbaren Rücken 4. An der Magenwand-nahen Seite dieses Rückens 4 befinden sich zwei Kammern 1,2, welche miteinander verbunden sind, so dass eine Verschiebung der Flüssigkeit zwischen den Kammern 1 und 2 möglich ist. Die der Magenwand zugewandten Kammern 1,2 verlaufen zirkulär um den Magen wie bei herkömmlichen Magenbändern mit nur einer Kammer. 



  Beim dargestellten Ausführungsbeispiel befindet sich an der Magenwand-fernen Aussenseite des Rückens 4 eine Hilfskammer 3 mit Windkesselfunktion. Die Hilfskammer 3 ist mit beiden Kammern 1,2 verbunden. Ein Ventil 5 zwischen der Kammer 1 und der Hilfskammer 3 gestattet den Flüssigkeitsübertritt von Kammer 1 in die Hilfskammer 3. Ein weiteres Ventil 6 zwischen der Stomaeinengenden Kammer 2 und der Hilfskammer 3 gestattet einen Flüssigkeitsübertritt von der Hilfskammer 3 in die Stoma-einengende Kammer 2. Beim Durchtritt fester Speisen durch das Stoma erhöht sich somit der Druck in den beiden an die Magenwand angrenzenden Kammern 1, 2 von einem Ruhedruck p1 auf einen Druck p2. Flüssigkeit wird somit von der Kammer 1 in die Hilfskammer 3 gepresst. Das Ventil 5 verhindert einen Rückstrom von der Hilfskammer 3 in die Kammer 1.

   Auf Grund der Windkesselfunktion speichert die Hilfskammer 3 den erhöhten Druck p2. 



  Nach Durchtritt des Bissens durch das Stoma sinkt der Flüssigkeitsdruck in den beiden Magenwand-nahen Kammern 1 und 2 wieder auf den Ruhedruck p1 ab. Die unter dem erhöhten Druck p2 stehende Hilfskammer 3 entleert die Flüssigkeit danach in die Stoma-einengende Kammer 2. 



  Somit wird über den hier rein mechanischen Pumpmechanismus bei der Passage von festen Nahrungsmitteln durch das Stoma Flüssigkeit aus der Kammer 1 in die Stoma-einengende Kammer 2 verschoben. Dadurch wird die Stomaöffnung in Höhe der Kammer 2 enger gestellt, wie in Fig. 2 schematisch dargestellt. Die Flüssigkeitsverschiebung erfolgt während des Essens kontinuierlich. Nach dem Essen wird das Band nach einer bestimmten Zeit wieder weiter gestellt, indem ein Rückfluss von der Stoma-einengenden Kammer 2 in die Kammer 1 eingeleitet wird. Der optimale Zeitpunkt für diesen Flüssigkeitsaustausch muss in klinischen Studien festgestellt werden. 



  Beim dargestellten Beispiel erfolgt der Flüssigkeitsaustausch über Mikroporen, welche in der 

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 Scheidewand zwischen den aneinander angrenzenden Kammern 1 und 2 angeordnet sind. Dadurch findet ein langsamer kontinuierlicher Flüssigkeitsausgleich statt. Die Steuerung der Pumpvorgänge kann elektronisch oder mechanisch durchgeführt werden. 



   Das Ziel der autoregulatorischen Veränderung der Stomaweite wird somit durch eine Flüssigkeitsverschiebung von einer Kammer in die andere Kammer erreicht. Gegenüber dem Ausgangszustand der in beiden Kammern gleichverteilten Flüssigkeitsmenge bedeutet eine Ungleichverteilung eine Stomaeinengung im Bereich der einen und eine Stomaerweitung in Höhe der anderen Kammer. Im Effekt für den Magenbandträger bedeutet es eine Stomaeinengung und damit Erschwerung des Essvorganges. 



   PATENTANSPRÜCHE: 
1. Steuerbares Magenband mit einem nicht dehnbaren Rücken (4) und einer stomaseitig vom
Rücken (4) angeordneten Kammer (2) zur Steuerung der Stomaeinengung durch Zu- bzw. 



   Abfuhr von Flüssigkeit in die bzw. aus der Kammer (2), dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Kammer (1 ) stomaseitig vom Rücken (4) vorgesehen ist, welche mit der ersten
Kammer (2) in Verbindung steht, so dass die Steuerung der Stomaeinengung durch Ver- schiebung der Flüssigkeit zwischen der einen Kammer (1) und der anderen Kammer (2) erreicht wird.

Claims (1)

  1. 2. Magenband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammern (1,2) ne- beneinander angeordnet sind, wobei die Stoma-einengende Kammer (2) aboral gelegen ist.
    3. Magenband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kammer (1) in zwei kommunizierende Kammern unterteilt ist, welche die Stoma-einengende Kammer (2) an beiden Seiten begrenzen.
    4. Magenband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ein- richtung zum Pumpen der Flüssigkeit von einer Kammer (1) in die andere Kammer (2) und umgekehrt vorgesehen ist.
    5. Magenband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpeinrichtung elekt- risch angetrieben ist.
    6. Magenband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpeinrichtung me- chanisch angetrieben ist.
    7. Magenband nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ein- richtung zur Erfassung der Essensaktivität vorgesehen ist, welche mit der Pumpeinrichtung verbunden ist, so dass nach Erfassung der Essensaktivität Flüssigkeit von der zweiten Kammer (1) in die Stoma-einengende Kammer (2) gepumpt wird und eine bestimmte Zeit nach Erfassung der Beendigung der Essensaktivität die Flüssigkeit wieder von der Stoma- einengenden Kammer (2) in die zweite Kammer (1) zurückbewegt wird.
    8. Magenband nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung durch eine Einrichtung zur Erfassung der Schluckaktivität gebildet ist.
    9. Magenband nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung durch eine Einrichtung zur Erfassung des Druckes an der Ösophaguswand gebildet ist.
    10. Magenband nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung durch eine Einrichtung zur Erfassung der perstaltischen Welle gebildet ist.
    11. Magenband nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammern (1,2) über eine Hilfskammer (3) miteinander verbunden sind, wobei zwischen der zweiten Kammer (1) und der Hilfskammer (3) ein Ventil (5) angeordnet ist, welches einen Flüssigkeitstrans- port nur von der zweiten Kammer (1) zur Hilfskammer (3) zulässt, und dass zwischen der Hilfskammer (3) und der Stoma-einengenden Kammer (2) ein weiteres Ventil (6) angeord- net ist, welches einen Flüssigkeitstransport nur von der Hilfskammer (3) zur Stoma- einengenden Kammer (2) zulässt, und dass eine Einrichtung zur Durchführung eines Flüs- sigkeitsaustauschs von der Stoma-einengenden Kammer (2) zur zweiten Kammer (1) vor- gesehen ist.
    12. Magenband nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur <Desc/Clms Page number 4> Durchführung eines Flüssigkeitsaustauschs von der Stoma-einengenden Kammer (2) zur zweiten Kammer (1) durch eine gemeinsame Trennwand zwischen den Kammern (1,2) mit darin enthaltenen Mikroporen gebildet ist.
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