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Die Erfindung betrifft einen waagrecht angeordneten Funktionsträger für innenliegende versetzbare Trennwande
Der Funktionstrager überspannt zumindest den Abstand zwischen zwei vertikal angeordneten Stützen oder Deckenabspannungen. Er bietet Aufnahmemöglichkeiten zum Halten von darüber oder darunter anschliessenden vertikalen Flächenelementen sowie für verschiedene Türarten wie Schiebetür, Falttür oder Drehtür.
Damit der Funktionsträger insbesondere auch bel starker Belastung und bei nur geringer oder gar keiner Abstützung durch Flächenelemente grosse Stützweiten überspannen kann, muss er vor allem gegen Durchbiegung um horizontale, normal zur Wand liegende Biegeachsen steif sein. Der Funktionsträger muss weiters die Möglichkeit bieten, bei der Befestigung von Türen und Flächenelementen vertikale Masstoleranzen auszugleichen. Solche Masstoleranzen können beispielsweise von Ungenauigkeiten im Boden oder in der Decke des Bauwerks herrühren
Diese Forderungen lassen sich gut durch eine hohe Bauweise des Funktionsträgers, also durch eine Querschnittsform mit grosser vertikaler Abmessung bewerkstelligen.
Gegen eine hohe Bauweise des Funktionsträgers sprechen optische Gründe. Ein zu hoher Funktionsträger tritt gegenüber den Flächenelementen zu sehr in den Vordergrund und wirkt sehr oft überdimensioniert und wuchtig. Das ist insbesondere bei Anwendung von Flächenelementen aus Glas, bei kurzen Steherabständen und In Wandbereichen, an denen keine Turen angebracht sind, der Fall.
Es gibt die Möglichkeit, den Funktionsträger in verschiedenen Wandbereichen je nach Anforderung mit verschiedener Bauhöhe auszubilden. Besonders nachteilig daran sind das unruhige Erscheinungsbild und die Tatsache, dass anschliessende Flächenelemente damit auch In verschiedenen Höhen bereitgestellt werden müssen.
Eine dntte Möglichkeit besteht darin, niedrige, breite Funktionsträger vorzusehen, da damit sowohl Biegesteifigkeit als auch die Möglichkeit, Toleranzen aufzunehmen, erreichbar sind. Nachteilig daran Ist, dass damit die Trennwand unansehnlich dick wird.
Gemäss den Schriften EP 0671 519 A2, EP 0522 854 A1 und FR 2 587 053 A1 werden Funktionsträger aus mehreren Aluminium-Strangpressprofilen gebildet. Dabei wird immer ein innen liegendes Basisprofil und aussen liegende Abdeckprofil verwendet Basisprofil und Abdeckprofil sind miteinander starr und lösbar verbunden. Gemäss diesen Bauweisen kann bei guter Optik eine Vielzahl von Funktionen erfüllt werden. In bezug auf grosse Biegesteifigkeit des Funktionsträgers sind diese Bauwesen allerdings nicht besser als Funktionsträger, die aus einem einzigen Profil bestehen.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, einen waagrecht anzuordnenden Funktionsträger für innenliegende Trennwände zu schaffen, dessen Querschnittsfläche verglichen mit jener von bekannten Funktionsträgern sowohl relativ niedrig als auch relativ schmal ist, wobei der Funktionsträger dennoch gegen vertikale Durchbiegung sehr steif ausbildbar sein muss und gute Möglichkeiten bieten muss, vertikale Masstoleranzen der an den Träger anliegenden Flächenelemente auszugleichen. Nicht zuletzt muss das optische Erscheinungsbild des Funktionsträgers mit gängigen Erwartungshaltungen aus der Innenarchitektur harmonieren können
Zur Losung der Aufgabe wird der Funktionsträger als Verbundträger aus mehreren einzelnen, miteinander verbundenen, zueinander parallel liegenden Profilen gebildet.
Ein Basisprofil aus stranggepresstem Aluminium bietet eine Grund-Tragfähigkeit bzw Grund-Steifigkeit und bietet vor allem Anschlussmöglichkeiten für diverse Tursysteme und Flächenelemente bzw. für bei Bedarf additiv anzubringende Aufnahmeprofile dafür. Ein oder mehrere nach Bedarf wahlweise anbringbare Verstärkungsprofile aus Stahl erhöhen die Tragfähigkeit bzw. Steifigkeit. Abdeckprofil, vorzugsweise wiederum aus Aluminium, bilden die Oberfläche zu den wesentlichen Sichtflächen des Funktionstragers hin und decken dabei insbesondere die Verstärkungsprofile ab.
Optional können speziell geformte Halteprofile für den Anschluss von verschiedenen Türsystemen oder Flächenelementen an das Basisprofil angebracht werden.
Entsprechend einer vorteilhaften Weiterentwicklung der Erfindung hegen in der Querschnittsflache Basisprofil und Verstärkungsprofile zueinander asymmetrisch.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen, weiche eine gute Ausführungsform der Erfindung beispielhaft zeigen, anschaulicher :
Fig 1 zeigt einen Funktionsträger ohne irgendwelche Anbauteile In Profilansicht. Der Funk-
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tionsträger besteht aus Basisprofil 1, Verstärkungsprofilen 2. 1 und 2. 2, Abdeckprofilen 3. 1 und 3. 2 sowie Verbindungselementen 12 und 13 zwischen Basisprofil und Verstar- kungsprofilen bzw. Basisprofil und Abdeckprofil.
Fig. 2 zeigt den Funktionsträger von Fig. 1 mit Glaswand 4 und Glasschiebetür 5.
Fig. 3 zeigt den Funktionsträger von Fig. 1 mit den zwei Schalen 6 einer zweischaligen Trenn- wand.
Fig. 4 zeigt den Funktionsträger von Fig. 1 mit einer Schiene 7 zur Aufnahme eines Faltwand- beschlages.
Wie in allen Zeichnungen gut ersichtlich sind die Verstärkungsprofile 2. 1 und 2. 2 in einem durch Basisprofil 1 und Abdeckprofil 3. 1 begrenzten Einbauraum 1. 1 starr und lösbar mittels Schrauben 12 mit dem Basisprofil 1 verbunden. Damit ist es möglich, Anzahl und Stärke der Verstärkungsprofile 2.1, 2. 2 an die zu erwartende Maximalbelastung des Funktionsträgers anzupassen.
Als Verstärkungsprofile können nicht nur - wie dargestellt - L-Profile dienen, sondern beispielsweise auch Bandstahl. Damit ist das Aufeinanderschichten mehrerer Verstarkungsprofile sehr einfach und es ist damit eine gute Möglichkeit gegeben, den Verbundträger genau auf die erforderliche Steifigkeit einzustellen. Den Verbundträger mit unnötig hoher Steifigkeit auszustatten ist aus Gewichtsgründen und wegen der Matenalkosten nachteilig.
Die Verstärkungsprofile werden im Hinblick auf Verbesserung der Steifigkeit dann besonders wirksam, wenn sie möglichst welt entfernt von der neutralen Zone der Biegelinie bei der kritischen Belastungsart angebracht sind. Daher ist es vorteilhaft, die Verstärkungsprofile vorzugsweise paarweise, mit möglichst hohen Anteilen ihrer Querschnittsfläche möglichst weit oben und möglichst weit unten am Funktionsträger anzubringen.
Ein gutes Verhältnis aus Steifigkeit zu Gewicht und eine komfortable Befestigungsart wird erreicht, wenn als Verstärkungsprofile zwei L-Profile angewendet werden. Die beiden Verstärkungsprofile 2. 1, 2. 2 werden in dem zu ihrer Unterbringung zur Verfügung stehenden Einbauraum 1. 1 zwischen Basisprofil 1 und Abdeckprofil 3. 1 so angebracht, dass sie mit jeweils einem ihrer Schenkel an der dem Abdeckprofil 3. 1 gegenüberliegenden Fläche des Basisprofil 1 anliegen.
Mit seinem zweiten Schenkel liegt das Verstärkungsprofil 2. 1 an der oberen Begrenzungsfläche des Einbauraumes 1. 1 an, das zweite Verstärkungsprofil 2. 2 an dessen unterer Begrenzungsfläche. Diese beiden somit aussen liegenden Schenkel der Verstärkungsprofile tragen stark zur Erhöhung der Steifigkeit des Verbundträgers bei.
Für die Befestigung zwischen Verstärkungsprofilen und Basisprofil werden die beiden mittig liegenden Schenkel der Verstärkungsprofile an das Basisprofil angeschraubt. Die dafür einzusetzenden Schrauben 12 sind bei abgenommenem Abdeckprofil 3. 1 sehr komfortabel zu bedienen. Beste Verhältnisse aus Steifigkeit zu Gewicht werden erreicht, wenn für die Verstärkungsprofile Stahl mit rechteckförmiger Querschnittsfläche wie beispielsweise Bandstahl verwendet wird. Dabei liegt ein Rechteckprofil an der oberen Begrenzungsfläche des Einbauraumes 1. 1 an, das zweite an der unteren. Im Sinne einer gewichtsoptimalen Auslegung sollten dabei die Rechteckprofile die oben bzw. unten zur Verfügung stehende Breite des Einbauraumes 1. 1 so gut wie möglich ausfüllen.
Die Abdeckprofil 3. 1 und 3. 2 dienen dazu, schöne Seitenansichten des Funktionsträgers zu bieten. Sie brauchen nur ihr eigenes Gewicht zu tragen und können daher so dünnwandig wie kostengünstig möglich hergestellt werden. Sie sind lösbar mit dem Basisprofil 1 verbunden. Besonders vorteilhaft sind hier Schnappverbindungen, weil diese ohne von aussen sichtbare Befestigungsteile hergestellt werden können. In diesem Sinne ist das Abdeckprofil 3. 1 durch elastische Verformung seiner selbst am Basisprofil aufgeschnappt. Das Abdeckprofil 3. 2 ist durch elastische Verformung eines zusätzlichen Befestigungsteiles 13, weicher z. B. ein Kunststoffspritzgussteil oder ein Stück Kunststoffextrusionsprofil sein kann, am Basisprofil aufgeschnappt.
Wie in Fig. 2 gezeigt ist eine Glaswand 4 über ein additives Glashalteprofil 4. 1 am Basisprofil befestigt. Das Glashalteprofil ist bezüglich seiner eigenen Profilage am Basisprofil fix. Es bietet aber seinerseits in Form einer vertikal nach unten geöffneten Nut einen vertikalen Einstellbereich für die an ihm über Gummiprofile befestigte, starre Glasfläche der Glaswand 4.
Eine Schiebetür 5 (siehe Fig. 2) erfordert an ihrer Oberseite einen beträchtlich hohen Einbauraum für den Laufwagen 5. 1 und den Haltebeschlag 5. 2 für das Türflächenelement (z. B. Glas). Der Haltebeschlag 5. 2 muss das Türttächenelement tragen. Zwecks Toleranzausgleich muss er das Türflächenelement in einem bestimmten, einstellbaren Höhenbereich fassen können.
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Damit der Funktionsträger niedrig gebaut werden kann, ist dieser Einbauraum neben dem Einbauraum 1. 1 für die Verstärkungsprofile 2 m wesentlichen auf gleicher Höhe anzubringen. Damit erreicht man gegenüber einer Anordnung übereinander auch eine verbesserte Steifigkeit des Funktionsträgers gegen Biegung um vertikale Achsen.
Es ist vorteilhaft, den Funktionsträger und insbesondere das Basisprofil 1 bezüglich vertikalen Flächen nicht spiegelsymmetrisch auszubilden, sondern asymmetrisch und zwar so, dass nur an einer Seite ein Einbauraum 1. 1 für die Verstärkungsprofile und nur an der zweiten Seite ein Einbauraum für die oberen Anbauteile der Schiebetüren vorgesehen wird.
Gegenüber einer symmetrischen Bauweise wird es bei gleicher Höhe damit möglich, den Funktionsträger deutlich schmäler zu bauen. Der Funktionsträger braucht damit für die Möglichkeit, eine Schiebetür aufzunehmen, nicht breiter gebaut zu werden als dies für die Anbringung einer zweischaligen Trennwand (Fig. 3) ohnedies erforderlich ist. Dieser Vorteil ist bei weitem bedeutender als der Nachteil, weicher dadurch entsteht, dass bei Auslegung, Herstellung und Montage der Wand häufiger zwischen linker und rechter Seite unterschieden werden muss.
Fig. 4 zeigt wie eine additive Schiene 7 an der Unterseite des Funktionsträgers angebracht werden kann, welche zur Aufnahme von den oberen Beschlägen einer Faltwand dienen kann. In dieser Einbauweise trägt die Schiene 7, welche vorzugsweise aus Stahl ist, auch als Verstär- kungsprofil gegen vertikale Durchbiegung nennenswert bei. Da beim Einsatzfall "Faltwand" der Träger sowohl grosse Weiten überspannen muss, als auch grosse Lasten tragen muss, ist dieser Beitrag zur Biegesteifigkeit sehr nützlich.
Neben der Erfüllung der der Erfindung zu Grunde liegenden Aufgaben bietet der erfindungsgemässe Funktionsträger noch zusätzliche Vorteile : Er ist zerstörungsfrei demontierbar und sortenrein zerlegbar Wartungsarbeiten sind wegen der leichten Zugänglichkeit der verschiedenen Beschlag- und Verbindungsteile leicht durchführbar. Bei Schiebetüren kann der Abstand zwischen beweglichem Türflügel und fixem Flächenteil gering gehalten und damit ein guter Schallschutz erzielt werden.