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Die Erfindung bezieht sich auf eine Bauplatte mit einem Metallgewebe, das wenigstens auf einer Plattenseite eine luftdurchlässige Oberfläche bildet.
Da Metallgewebe keine ausreichende Formstabilität aufweisen, um selbsttragende Bauplatten zu bilden, werden diese Metallgewebe auf tragenden Rahmen befestigt, wobei hohe Spannkräfte auf das Metallgewebe aufgebracht werden müssen, um einen ebenen Gewebeverlauf zu errei- chen, was jedoch trotz hoher Spannkräfte bel ungleichmässigen Wärmebeiastungen von Metaligewebe und Rahmen wegen der dann unterschiedlichen Wärmedehnungen nicht sichergestellt wer- den kann. Die hohen Spannkräfte bedingen ausserdem schwere Rahmenkonstruktionen, die den Aufwand erheblich vermehren, so dass trotz der Vorteile von Bauplatten mit einer Oberfläche aus einem luftdurchlässigen Metallgewebe insbesondere im Zusammenhang mit Verkleidungen für Schalldämmungen oder im Hinblick auf luft- und lichtdurchlässige Wandelemente solche Bauplatten kaum zum Einsatz kommen.
Zum Herstellen von schalldämmenden Verbundplatten ist es bekannt, einen Wabenkern beidseitig mit Deckschichten abzudecken, von denen eine Schalldurchtrittsöffnungen aufweist. Diese schalldurchlÅassigen Abdeckungen können mehrschichtig aus Faserlagen bestehen, die jeweils in Kunstharz eingebettet und mit Durchtrittslöchern versehen sind (US 5 888 610 A). Durch den mehrschichtigen Aufbau der kunstharzgetränkten Faserlagen ergibt sich eine formstabile Deckschicht, die nach einer Beschichtung mit einem Klebemittel auf den Wabenkern aufgeklebt und mit diesem heiss verpresst werden kann Anstelle von Faserlagen können auch Fasergewebe aus Fasersträngen mit Harz imprägniert werden (US 4 390 584 A), um eine formstabile Deckschicht für einen Wabenkern zu erhalten.
Die Eigenporosität dieser harzgetränkten Gewebeschicht soll für einen ausreichenden Schalldurchtritt sorgen. Da auch In diesem Fall die Deckschicht im Gegensatz zu einem luftdurchlässigen Metallgewebe durch die Kunstharzeinbettung eine mit Ausnahme der Porosität im wesentlichen geschlossene Fläche darstellt, bringt die Verklebung dieser harzimprägnierten Faserschichten mit dem Wabenkern keine Schwierigkeiten mit sich.
Um schalldurchlassige Deckschichten auf einen Wabenkern aufkleben zu können, ohne ein Verschliessen der Scha ! ! durchtrittsöffnungen der Deckschichten befürchten zu müssen, ist es schliesslich bekannt (US 4 284 457 A), auf den Wabenkern zunächst einen mit einer Klebemittelschicht versehenen Träger aufzubringen, der nach einer Teilaushärtung der Klebemitteischicht wieder vom Wabenkern abgenommen wird, so dass lediglich im Bereich der Stirnseiten der Wabenkernwände Klebemittel anhaftet Die auf einen in solcher Art vorbereiteten Wabenkern aufgebrachte Deckschicht kann dann unter vollständiger Aushärtung des Klebemittels mit dem Wabenkern verbunden werden,
ohne eine Verklebung der Deckschichtöffnungen im Bereich der Wabenöffnungen befürchten zu müssen Ein solches Aufbringen des Klebemittels auf den Wabenkern ist jedoch sehr aufwendig.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Bauplatte mit einem Metallgewebe der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, dass bel einer Vermeidung von aufwendigen Rahmenkonstruktionen eine gute Formstabilität bei vergleichsweise geringem Gewicht sichergestellt werden kann, ohne die Luftdurchlässigkeit der durch das Metallgewebe gebildeten Oberfläche zu gefährden.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Bauplatte in an sich bekannter Weise einen gegen die beiden Plattenseiten hin offenen Wabenkern zwischen zwei aufgeklebten Deckschichten aufweist, von denen zumindest eine aus dem Metallgewebe besteht, das über eine mit Durchbrechungen versehene Klebeschicht auf den Wabenkern aufgeklebt ist.
Da das Metallgewebe auf einen gegen das Metallgewebe hin offenen Wabenkern aufgeklebt wird, wird das Metallgewebe über seine Oberfläche auf den Stirnseiten der Wabenwände des Wabenkerns abgestützt, so dass der OberflÅachenverlauf des Wabenkerns den Metallgewebeverlauf bestimmt und auf besondere Spannkräfte für das Metallgewebe verzichtet werden kann. Damit wird die Herstellung nicht nur ebener, sondern auch gekrümmter Bauplatten möglich. Der gegen das Metallgewebe hin offene Wabenkern stellt die Luftdurchlässigkeit der durch das Metallgewebe gebildeten Oberfläche sicher und ermöglicht ein vergleichsweise geringes Bauplattengewicht, ohne die notwendige Eigenfestigkeit der Bauplatte zu gefährden, die zu diesem Zweck als Verbundkörper neben der Deckschicht aus dem Metallgewebe einer zusätzlichen Deckschicht bedarf.
Diese zusätzliche, für die Eigenfestigkeit der Bauplatte erforderliche Deckschicht kann je nach dem Einsatzfall der Bauplatte unterschiedlich ausgebildet sein. Besonders vorteilhafte Konstruktionsver-
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hältnisse ergeben sich, wenn beide Deckschichten aus gegebenenfalls unterschiedlichen Metall- geweben bestehen, was insbesondere hinsichtlich der Luft- und Lichtdurchlässigkeit von Bedeu- tung sein kann.
Sowohl für die optische Wirkung als auch für die Luftdurchlässigkeit ist es wesentlich, dass die
Maschen des Metallgewebe, das auch ein Geflecht oder ein Metallgitter umfassen soll, nicht durch die Klebeschicht zwischen dem Metatigewebe und dem Wabenkern verdeckt werden. Um eine solche die Gewebemaschen freilassende Verklebung des Metallgewebe mit einfachen Mit- teln sicherzustellen, wird das Metallgewebe über eine mit Durchbrechungen versehene Klebe- schicht auf den Wabenkern aufgeklebt.
Die zusammenhängende, aber durchbrochene Klebe- schicht lässt sich vor dem Zusammenkleben von Metallgewebe und Wabenkem einfach zwischen
Metallgewebe und Wabenkern einbringen, wobei die Durchbrechungen eine Verklebung im we- sentlichen nur im Bereich der Berührungsflächen ergeben, weil beim Aushärtevorgang die Klebe- schicht aufgrund der Durchbrechungen entlang der Gewebefäden bzw. der Stirnränder des Wa- benkerns verfliesst, selbst wenn die Durchbrechungen nicht mit den Maschen des Metallgewebe übereinstimmen.
Als Klebeschicht könnte ein Gewebe oder Geflecht eingesetzt werden. Besonders einfache Verhältnisse werden allerdings durch eine Klebeschicht aus einer vielfach geschlitzten oder ge- lochten Klebefolie erreicht.
Um das Verfliessen der Klebeschicht entlang der Fäden des Metallgewebe bzw. der Stimflä- chen des Wabenkernes zu unterstützen und die Klebeschicht in den Berührungsbereichen ZWIschen Wabenkern und Metallgewebe zu konzentrieren, kann die Klebeschicht beim Aushärten ein
Schrumpfverhalten aufweisen. Thermoplastische Klebeschichten sind daher für diesen Einsatzzweck besonders geeignet.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemässe Bauplatte ausschnittsweise in einer zum Teil aufgerissenen
Draufsicht und
Fig. 2 diese Bauplatte in einem Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1 in einem grösseren Mass- stab.
Gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist eine erfindungsgemässe Bauplatte einen Wabenkern 1 beispielsweise aus Aluminium auf, dessen Waben 2 gegen die beiden Deckschichten 3 und 4 hin offen sind. Diese Deckschichten 3 und 4 bestehen jeweils aus einem Metallgewebe 5, das auf die Stirnflächen der Wände der Waben 2 aufgeklebt wird, und zwar mit Hilfe einer Klebeschicht 6. Diese Klebeschicht 6 kann aus einer vielfach geschlitzten Folie, beispielsweise aus einem Thermopfast, bestehen, die zwischen dem Wabenkern 1 und dem jeweiligen Metallgewebe 5 eingelegt und zum Aushärten erwärmt wird.
Aufgrund der über die Folie verteilten Schlitze der Klebeschicht 6 zieht sich die Klebeschicht 6 entlang der Fäden des Metallgewebe 5 und der Stirnflächen der Begrenzungswände der Waben 2 des Wabenkernes 1 zusammen, so dass nach dem Aushärten die Maschen des Metallgewebe 5 freibleiben. Dies bedeutet, dass der Luftdurchtritt durch die die Plattenoberflächen bildenden Metallgewebe 5 trotz ihrer Unterstützung durch den Wabenkern 1 gewährleistet ist. Die sich über die Plattenoberfläche erstreckende Unterstützung der Metallgewebe 5 durch den Wabenkern 1 macht ein sonst erforderliches Spannen des Metaligewebes 5 überflüssig, was einerseits zu einer einfachen Konstruktion führt und anderseits das Herstellen auch gekrümmter Bauplatten erlaubt.
Die Bauplatten gemäss der Erfindung können in einfacher Weise besäumt werden. Es ist aber auch möglich, die Metallgewebe 5 über die Ränder des Wabenkernes 1 gegeneinander abzukanten, wie dies in der Fig. 2 angedeutet ist. Eine mechanische Verbindung der Metallgewebe 5 der beiden Deckschichten 3 und 4 empfiehlt sich immer dann, wenn in einem Brandfall mit einem Lösen der Klebeverbindung zwischen Metallgewebe 5 und Wabenkern 1 gerechnet werden muss, um ein Auseinanderfallen der Bauplatte in ihre Bestandteile zu verhindern.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt.
So könnten die Metallgewebe 5 der beiden Deckschichten 3 und 4 unterschiedlich ausgeführt werden, um beispielsweise dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Bauplatte nur eine Schauseite aufzuweisen braucht, wenn sie z. B. als Wandverkleidung oder abgehangte Decke eingesetzt wird. Aufgrund der Luft- und Lichtdurchlässigkeit eignen sich entsprechend ausgeführte Bauplatten auch vorteilhaft als Trenn- und Stellwände, die einen völligen Abschluss verhindern sollen. Wegen
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der Luftdurchlässigkeit können erfindungsgemässe Trennwände auch vorteilhaft im Zusammenhang mit schalldämmenden Matten zum Einsatz kommen.
Schliesslich ist zu erwähnen, dass sich durch die Kombination eines Wabenkerns 1 mit die Stirnseiten der Waben abdeckenden Metallgewebe 5 besonders optische Effekte erreichen lassen, die das Erscheinungsbild der Plattenoberflächen in Abhängigkeit von der Blickrichtung prägen.
PATENTANSPRÜCHE :
1 Bauplatte mit einem Metallgewebe, das wenigstens auf einer Plattenseite eine luftdurch- lässige Oberfläche bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Bauplatte in an sich bekannter
Welse einen gegen die beiden Plattenseiten hin offenen Wabenkern (1) zwischen zwei aufgeklebten Deckschichten (3,4) aufweist, von denen zumindest eine aus dem Metalige- webe (5) besteht, das über eine mit Durchbrechungen versehene Klebeschicht (6) auf den
Wabenkern (1) aufgeklebt ist.