AT401384B - Verfahren zur aeroben behandlung von schlämmen, vorrichtung zur erzeugung des transportmediums für sauerstoff zur durchführung des verfahrens und anlage unter verwendung der vorrichtung - Google Patents

Verfahren zur aeroben behandlung von schlämmen, vorrichtung zur erzeugung des transportmediums für sauerstoff zur durchführung des verfahrens und anlage unter verwendung der vorrichtung Download PDF

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Description

AT 401 384 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur aeroben Behandlung von Schlämmen, beispielsweise Klärschlammen in Kläranlagen und Schlammschichten aus absterbenden Organismen in Gewässern durch Einträgen von Sauerstoff in die Schlamm-Masse.
Schlämme aus organischen mikrobiellen Prozessen, z.B. Klärschlämme, bedürfen aus verschiedenen Gründen, z.B. zum Zwecke rascher Mineralisation und zum Abbau von Geruchsstoffen einer aeroben Behandlung, d.h. der laufenden Zufuhr von Sauerstoff.
Schlammschichten bilden sich jedoch auch in Seen, besonders in flachen Gewässern, wo durch andauernde Überdüngung das Algenwachstum stark angeregt wird und die Schlammschichten sich aus den absterbenden Organismen bilden. Die Nährstoffe werden durch Zersetzung der organischen Substanz unter Minderung des Sauerstoffgehaltes des Tiefenwassers wieder verfügbar. Dieser Vorgang wiederholt sich von Vegetationsperiode zu Vegetationsperiode, wobei die Produktivität ständig steigt. Die Folge ist eine totale Anaerobie im gesamten Sediment, die zu einer Mobilisierung von seit langer Zeit angesammelten Nährstoffreserven führt.
Es gibt daher Bestrebungen, das ursprünglich vorhanden gewesene biologische Gleichgewicht in den Gewässern durch Abbau der im Sediment vorhandenen Nährstoffe, also durch ihre Mineralisation, unter aeroben Verhältnissen herbeizuführen. Eine oft angewendete Methode, dem Sediment den zur Mineralisation benötigten Sauerstoff zuzuführen, ist die Nitratbehandlung. Dabei wird durch chemisch-biologische Reaktion Sauerstoff freigesetzt. Nitrate wirken jedoch als Dünger und können im Falle der Überdüngung eine erhebliche Verschlechterung der Situation herbeiführen.
Die Erfindung zielt daher darauf ab, den zu mineralisierenden Schlämmen Sauerstoff oder mit Sauerstoff angereicherte Luft zuzuführen, dabei zunächst die nachteiligen Folgen der Nitratbehandlung auszuschalten und gegenüber bekannten Verfahren eine wesentlich bessere Durchlüftung von Schlämmen zu erreichen, um die Abbauleistung zu steigern und den Sauerstoffverbrauch zu vermindern.
Um dies zu erreichen, wird für ein Verfahren der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, daß der Sauerstoff schlagartig mittels Explosionsgasen aus der Zündung eines Gasgemisches, z.B. eines H2/O2-Gemisches, eines Methan/CVGemisches, eines Propan/02-Gemisches od.dgl. als Transportmedium an örtlich begrenzten Stellen im Innern der Schlamm-Masse zugeführt wird. Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der für die Aerobisierung erforderliche Sauerstoff mit hoher Energie explosionsartig und intermittierend in das zu belüftende Medium gemeinsam mit den Explosionsgasen eingeschossen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß bei der Verbrennung von Sauerstoff mit Wasserstoff ein gewisser Anteil von Sauerstoff als Wasser bzw. Wasserdampf anfällt, und daher zur Belüftung nicht mehr zur Verfügung steht. Allerdings ist das Sauerstoff-Wasserstoffgemisch in Konzentrationsbereichen von 4,7 bis 93,9 Vol.-% (Wasserstoff) zündfähig. Es kann daher bei entsprechender Gemischbildung ausreichend Sauerstoff in das zu belüftende Medium eingetragen werden.
Besonders zweckmäßig für die Aerobisierung des Schlammes ist es hiebei, wenn in einer erfindungsge-mäßen Verfahrensvariante der Sauerstoff dem Schlamm mit einem Druck zwischen 15 und 50 bar intermittierend in einer Zeitspanne, jeweils im Millisekundenbereich zugeführt wird, wobei die Intervalle zwischen den einzelnen Begasungen zwischen 10 sec und 30 min liegen können.
Zur Belüftung von Klärschlämmen und von sauerstoffarmen Gewässern wird häufig ein einfaches Vorrichtungssystem verwendet, das im wesentlichen von perforierten Schläuchen Gebrauch macht, über die mit leichtem Überdruck gegenüber dem umgebenden Medium fein verteilt Sauerstoff oder Luft in den Schlamm eingetragen wird. Die Perforationen in den Schläuchen werden mit speziellen Nadeln gestochen, um Ventilklappen auszubilden, die das Eindringen von Wasser in den Schlauch verhindern sollen, sobald die Gaszufuhr unterbrochen wird. Es ist unmittelbar einzusehen, daß bei solchen Systemen die entstehenden Luftblasen auf Grund des Gewichtsunterschiedes sofort und genau senkrecht über dem Schlauch aufsteigen. Im Wasser kann eine Sauerstoffverteilung durch Konvektion noch erwartet werden, im Schlamm oder Sediment ist dies jedoch ausgeschlossen.
Hier schafft die Erfindung durch eine Vorrichtung zur Erzeugung des Transportmediums für Sauerstoff zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens Abhilfe, welche sich dadurch auszeichnet, daß eine langgestreckte, insbes. von einem druckfesten Schlauch gebildete Explosionskammer vorgesehen ist, in deren Mantel durch Ventile, die insbesondere als Überdruckventile ausgebildet sind, verschließbare Öffnungen angeordnet sind und in der Explosionskammer, in an sich bekannter Weise mindestens eine Zündvorrichtung vorgesehen ist und daß die Explosionskammer an eine Verteilerleitung für das zündfähige Gasgemisch angeschlossen ist, wobei bevorzugt an der Anschlußstelle eine Rückschlagsicherung, z.B. eine mit einem gasdurchgängigen porösen Körper ausgestaltete Rückschlagklappe, ähnlich dem Rückschlagschutz für Azetylengasleitungen, vorgesehen ist.
Dem druckfesten Schlauch, an dem die Ventile im Abstand von z.B. 50 bis 500 mm angeordnet sind, wird dabei unter geringem Druck aus der Verteilerleitung ein Gemisch aus Sauerstoff oder aus mit 2
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Sauerstoff angereicherter Luft und Wasserstoff oder einem kohlenstoffhaltigen Gas, wie Methan, Butan, Propan u.dgl.und Sauerstoff in einem explosiven Verhältnis zugeführt. Wird nun an einem Schlauchende mittels der Zündvorrichtung das explosive Gasgemisch gezündet, so rast eine Druckwelle durch den gesamten Schlauch, wobei sich nacheinander alle Ventile öffnen und eine bestimmte, durch die Dimensionierung der Ventile, dem Gasdruck vor der Explosion und dem Mischungsverhältnis des Gases einstellbare Gasmenge in das umgebende Medium geschossen wird. Dabei können im zu belüftenden Medium kurzzeitig und örtlich begrenzt sehr hohe Drücke zwischen 15 und 50 bar auftreten, was der Durchdringung des zu belüftenden Mediums mit Sauerstoff förderlich ist.
Ein wesentlicher Vorteil ergibt sich auch dadurch, daß die der Explosionswelle vorauseilende Druckwelle die Ventile der Explosionskammer öffnet, bevor die Explosionswelle selbst das jeweilige Ventil erreicht, so daß die gesamte Energie der im Bereich des Ventiles stattfindenden Verbrennung zur Beschleunigung des austretenden sauerstoffhaltigen Gasstromes genutzt wird. Auf Grund der Druckerhöhung durch die Verbrennung des Wasserstoff-Sauerstoffgemisches bzw. des Gemisches aus einem kohlenstoffhaltigen Gas und Sauerstoff treten unabhängig von der Länge des Schlauches an allen Ventilen die gleichen Ausblasdrücke auf, was bei einer explosionsartigen Gaszufuhr an einem Ende des Schlauches nicht der Fall wäre.
In einer besonderen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann vorgesehen sein, daß die Zündvorrichtung als Glühelement, z.B. Glühstab, ausgebiidet ist und bevorzugt an jenem Ende der länglichen Explosionskammer angeordnet ist. das von der Anschlußstelle der länglichen Explosionskammer an die Verteilerleitung abliegt. Wird der Glühstab in heißem Zustand gehalten, so ist gewährleistet, daß eine Explosion immer dann erfolgt, wenn zündfähiges, in Längsrichtung der Explosionskammer strömendes Gasgemisch, das Glühelement erreicht. Sind die Zufuhrstelle für das zündfähige Gemisch und das Glühelement an den einander gegenüberliegenden Enden der Explosionskammer angeordnet, so strömt das zündfähige Gemisch im Gegenstrom zur Explosionswelle.
Die längliche Explosionskammer kann gemäß einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Bereich ihres von der Anschlußstelle an die Verteilerleitung für das zündfähige Gasgemisch abliegenden Ende an ein Sammelrohr angeschlossen sein, das seinerseits an einen Wasserabscheider bzw. an einen Abscheider für kohlenstoffhaltige Komponenten des ausgebrannten Gases angeschlossen ist. Diese Maßnahme erlaubt eine Gewinnung des in den ausgebrannten Gasen noch vorhandenen Sauerstoffes.
In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann vorgesehen werden, daß zur Wiederverwertung von in den ausgebrannten Gasen noch enthaltenenem Sauerstoff der Wasserabscheider und/oder der Abscheider für kohlenstoffhaltige Komponenten (CO2) des ausgebrannten Gases im Falle der Verwendung kohlenstoffhaltiger Gase, wie z.B. Methan, Butan, Propan usw. an einen Kompressor angeschlossen ist, dessen Ausgang mit einer Misch- und Regelkammer für die insbesondere in Speichern enthaltenen Komponenten, z.B. H2 und O2 bzw. kohlenstoffhaltiges Gas und O2 in Verbindung steht.
Durch besondere Einfachheit bei hoher Funktionssicherheit zeichnet sich eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung aus, bei der die die Öffnungen im Mantel der länglichen Explosionskammer verschließenden bzw. steuernden Ventile von elastischen Manschetten gebildet sind, die unter Spannung die längliche Explosionskammer umschließen, wobei nach Abheben der jeweiligen Manschette unter dem über die Öffnung im Mantel der länglichen Kammer auf die Manschetteninnenwand einwirkenden Druck, das den Sauerstoff mit sich führende Explosionsgas durch den Spalt zwischen den beiden Stirnflächen der Manschette und dem Mantel der länglichen Explosionskammer entweicht.
Weiterer Erfindungsgegenstand ist eine Anlage zur Behandlung von Schlämmen durch Zufuhr von Sauerstoff, in der erfindungsgemäß in der zu behandelnden Schlammschicht mehrere längliche Explosionskammern mit Gasaustrittsöffnungen im Explosionskammermantel, deren Abstand voneinander bevorzugt zwischen 50 bis 500 mm in Längsrichtung der Explosionskammer beträgt, eingebettet werden und mehrere Explosionskammern an eine gemeinsame Verteilerleitung für das Frischgasgemisch und ein gemeinsames Sammelrohr für das ausgebrannte Gasgemisch angeschlossen sind. Die Einbettungstiefe der Explosionskammer liegt zwischen 300 bis 500 mm unter der Oberfläche der Schlammschicht. Für die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Anlage hinsichtlich der Gasverteilung im Schlamm und damit der Aerobisierung ist es von Vorteil, wenn das die längliche Explosionskammer bildende Schlauchmaterial unter der Einwirkung des Explosionsdruckes sich aufweitet und eine peristaltische Bewegung ausführt und auf das umgebende Medium zur Förderung der Belüftung eine Schockwelle überträgt.
Die Erfindung wird nachstehend beispielsweise anhand der Zeichnung, welche Vorrichtungen und Anlagen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigen, näher erläutert. Hiebei zeigen, Fig. 1 schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung, Fig. 2 im Schnitt das Detail II aus Fig. 1, Fig. 3 in einem Schnitt entlang der Linie lll-lll in Fig. 2 eine Ventilausführung unter der Wirkung des Gasdruckes, Fig. 4 schematisch eine Einrichtung zur Errichtung einer erfindungsgemäßen Anlage und Fig. 5, ebenfalls 3
AT 401 384 B schematisch, eine erfindungsgemäße Anlage, die unter Verwendung der in Fig. 4 gezeigten Verlegevorrichtung errichtet werden kann.
Aus einem Speicher 1 für Wasserstoff oder ein kohlenstoffhaltiges Gas, wie Methan, Butan, Propan usw., einem Speicher 2 für Sauerstoff und einer Kompressorstation 3 werden die genannten Gase einer Misch- und Regelkammer 4 zugeführt, wobei das Mischungsverhältnis zwischen den drei Komponenten auf das gewünschte Verhältnis einstellbar ist. Von der Misch- und Regelkammer 4 gelangt das Gasgemisch über eine Verteilerleitung 5 zu den die längliche Explosionskammer bildenden Schläuchen 6, deren Mantel mit Ventilen 7 für den Verschluß von Öffnungen 15 im Schlauchmantel ausgestattet ist. Am einen, die Anschlußstelle 19 des Schlauches 6 an die Verteilerleitung 5 gegenüberliegenden Ende der Schläuche 6 befinden sich Zündvorrichtungen 8. Sobald das Gas bis zu den Zündvorrichtungen 8 gelangt ist, wird es dort gezündet. Die entstehende Explosionswelle durcheilt entgegengesetzt zur Strömungsrichtung des Frischgases den Schlauch 6, wobei - wie bereits beschrieben - sauerstoffhaltiges Gas aus den Ventilen 7 schießt. Rückschlagsicherungen 9 verhindern eine Entzündung des Gasgemisches in der Verteilerleitung 5. Die Rückschlagsicherung kann von einer Klappe gebildet sein, die mit einem gasdurchgängigen, porösen Körper, ähnlich dem Rückschlagschutz in Azetylenleitungen für Schweißgeräte, versehen ist. Aus Sicherheitsgründen ist die Verteilerleitung noch mit einer Ex-Klappe 10 geschützt. Die Zündvorrichtung 8 kann von einem Glühstab gebildet werden, der ständig zumindest auf Zündtemperatur gehalten wird und keiner besonderen Taktsteuerung bedarf. Werden als Zündvorrichtung 8 Zündkerzen verwendet, bedarf es einer Steuerung für die Zufuhr der Zündenergie, wobei ein Fühler zum Erfassen der Anwesenheit eines zündfähigen Gemisches im Bereich der Zündkerze erforderlich ist.
Das ausgebrannte Gas wird von dem aus der Verteilerleitung 5 nachströmenden Frischgas in ein Sammelrohr 11 gedrückt, wo ein Druckregler 12 dafür sorgt, daß im gesamten System, gebildet von den mit 4 bis 11 bezeichneten Konstruktionselementen, ein einstellbarer Gasdruck herrscht. Die Taktzeit (Intervall zwischen zwei Explosionen) ist daher abhängig von der zugeführten Frischgasmenge und der Länge der Schläuche 6. Die Zeit, in der der Schlamm eine Begasung durch die explosionsartig erfolgende Zufuhr von Sauerstoff mit dem Explosionsgas erfährt, kann zwischen 10 sec. und 30 min liegen. Die Zeitdauer einer einzelnen schlagartigen Begasung liegt im Millisekundenbereich.
Nach dem Druckregler 12 wird das Gas in einem Wasserabscheider 13 von Wasser befreit. Werden kohlenstoffhaltige Gase als Träger für den Sauerstoff zur Aerobisierung verwendet, wird das Sammelrohr 11 an einen Abscheider für die kohlenstoffhaltigen Komponenten (CO2) des ausgebrannten Gases angeschlossen. Die von Wasser bzw. den kohlenstoffhaltigen Komponenten befreiten Gase werden wegen des noch hohen Sauerstoffgehaltes über einen Kompressor 14 wieder in die Misch- und Regelkammer 4 gedrückt, wo das reziklierte Gas mit Sauerstoff, Luft und Wasserstoff angereichert, wieder der Verteilerleitung 5 zur Versorgung der Schläuche 6 zugeführt wird.
Zum Erfolg des erfindungsgemäßen Verfahrens trägt auch die Ausgestaltung des Ventiles 7 bei. Eine mögliche Ausgestaltung zeigen die Fig. 2 und 3. Das Ventil 7 hat folgende Aufgaben zu erfüllen: 1. ) Abdichtung des die Explosionskammer bildenden Schlauches 6 gegen das den Schlauch umgebende Medium. 2. ) Sicherstellen eines fixen Öffnungsdruckes, der über dem Ausblasdruck liegen muß, damit ein bestimmter Gasdruck vor der Explosion eingehalten werden kann, ohne daß Gas unkontrolliert aus dem Schlauch entweicht. 3. ) Bilden eines scharfen Gasstrahles.
Das in Fig. 2 dargestellte Ventil 7 erfüllt die obigen Forderungen und entspricht im wesentlichen den bekannten Fahrradschlauchventilen. Auf den Schlauch 6 mit den Durchbrechungen 15 ist eine elastische Manschette 16 so aufgezogen, daß sie auf den Schlauch 6 eine gewisse Vorspannung ausübt. Solange der auf die Querschnittsfläche der Durchbrechungen 15 wirkende Gasdruck kleiner ist als der Druck der vorgespannten Manschette 16, tritt kein Gas aus dem Schlauch 6 aus. Sobald jedoch die der Explosion vorauseilende Druckwelle die Manschette 16 anhebt, vergrößert sich auf der Innenseite der Manschette die Fläche, auf die der Gasdruck ausgeübt wird, schlagartig und es entstehen, z.B. die in Fig. 3 gezeigten Kanäle 17 zwischen dem Schlauch 6 und der Manschette 16, aus denen der Gasstrahl gut gebündelt aus den Spalten 18 in den Ebenen der beiden Stirnflächen 21 der Manschette 16 austritt.
Die länglichen Explosionskammern, z.B. Schläuche 6, können in Kläranlagen fix installiert werden. In Seen können sie mittels einer Vorrichtung gemäß Fig. 4 im Schlamm in einer Tiefe von 300 bis 500 mm verlegt werden.
Fig. 5 zeigt einen in ein Weichschlammsediment 22 verlegten Schlauch 6. Die aus den Ventilen 7 austretenden Gasstrahlen, die eine Art Tulpe bilden, sind mit 23 in Fig. 5 bezeichnet.
Die Verlegung der mit den Ventilen 7 bereits versehenen Schläuche 6 in die Weichschlammschicht 22 eines Gewässers kann von einem Floß 24 aus erfolgen. Auf dem Floß 24 ist eine Haspel 25 montiert, von 4

Claims (10)

  1. AT 401 384 B der der Schlauch 6 abgezogen und mittels eines eine Bodenöffnung 26 des Floßes 24 durchsetzenden Schwertes 27 in die Schlammschicht 22 eingelegt wird. Das Schwert 27 schneidet in die Weichschlammschicht 22 ein und besitzt an seiner in Verlegerichtung P vorderen Seite einen senkrechten Führungskanal 28 für den Schlauch 6. Auch eine Unterbringung der Schläuche 6 im Sand oder Kies des Seegrundes ist möglich. Patentansprüche 1. Verfahren zur aeroben Behandlung von Schlämmen, beispielsweise Klärschlämmen in Kläranlagen und Schlammschichten aus absterbenden Organismen in Gewässern durch Einträgen von Sauerstoff in die Schlamm-Masse, dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoff schlagartig mittels Explosionsgasen aus der Zündung eines Gasgemisches, z.B. eines H2/Ö2-Gemisches, eines Methan/02-Gemisches, eines Propan/02-Gemisches od.dgl. als Transportmedium an örtlich begrenzten Stellen im Innern der Schlamm-Masse zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoff dem Schlamm mit einem Druck zwischen 15 und 50 bar intermittierend in einer Zeitspanne jeweils im Millisekundenbereich zugeführt wird, wobei die Intervalle zwischen den einzelnen Begasungen zwischen 10 sec und 30 min liegen können.
  3. 3. Vorrichtung zur Erzeugung des Transportmittels für Sauerstoff, zur Durchführung eines Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine langgestreckte, insbesondere von einem druckfesten Schlauch (6) gebildete Explosionskammer vorgesehen ist, in deren Mantel durch Ventile (7), die insbesondere als Überdruckventile ausgebildet sind, verschließbare Öffnungen (15) angeordnet sind und in der Explosionskammer, in an sich bekannter Weise mindestens eine Zündvorrichtung (8) vorgesehen ist und daß die Explosionskammer an eine Verteilerleitung (5) für das zündfähige Gasgemisch angeschlossen ist, wobei bevorzugt an der Anschlußstelle eine Rückschlagsicherung (9), z.B. eine mit einem gasdurchgängigen porösen Körper ausgebildete Rückschlagklappe,, ähnlich dem Rückschlagschutz für Azetylengasleitungen, vorgesehen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündvorrichtung (8) als Glühelement, z.B. Glühstab, ausgebildet ist und bevorzugt an Jenem Ende der länglichen Explosionskammer angeordnet ist, das von der Anschlußstelle (19) der länglichen Explosionskammer an die Verteilerleitung (5) abliegt.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet daß die längliche Explosionskammer im Bereich ihres von der Anschlußstelle (19) an die Verteilerleitung (5) für das zündfähige Gasgemisch abliegenden Ende (20) an ein Sammelrohr (11) angeschlossen ist, das seinerseits an einen Wasserabscheider (13) bzw. an einen Abscheider für kohlenstoffhaltige Komponenten des ausgebrannten Gases angeschiossen ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet daß zur Wiederverwertung von in den ausgebrannten Gasen noch enthaltenem Sauerstoff, der Wasserabscheider (13) und/oder der Abscheider für kohlenstoffhaltige Komponenten (CO2) des ausgebrannten Gases im Falle der Verwendung kohlenstoffhaltiger Gase, wie z.B. Methan, Butan, Propan usw., an einen Kompressor (14) angeschlossen ist, dessen Ausgang mit einer Misch- und Regelkammer (4) für die insbesondere in Speichern (1, 2) enthaltenen Komponenten, z.B. H2 und O2 bzw. kohlenstoffhaltiges Gas und O2 in Verbindung steht.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die die Öffnungen (15) im Mantel der länglichen Explosionskammer verschließenden bzw. steuernden. Ventile (7) von elastischen Manschetten (16) gebildet sind, die unter Spannung die längliche Explosionskammer umschließen, wobei nach Abheben der jeweiligen Manschette (16) unter dem über die Öffnung (15) im Mantel der länglichen Kammer auf die Manschetteninnenwand einwirkenden Druck, das den Sauerstoff mit sich führende Explosionsgas durch den Spalt (18) zwischen den beiden Stirnflächen (21) der Manschette (16) und dem Mantel der länglichen Explosionskammer entweicht.
  8. 8. Anlage zur aeroben Behandlung von Schlämmen nach einem Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 unter Verwendung einer Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in der zu 5 AT 401 384 B behandelnden Schlammschicht (22) mehrere längliche Explosionskammem mit Gasaustrittsöffnungen im Explosionskammermantel, deren Abstand voneinander bevorzugt zwischen 50 bis 500 mm in Längsrichtung der Explosionskammer beträgt, eingebettet sind und daß mehrere Explosionskammern an eine gemeinsame Verteilerleitung (5) für das Frischgasgemisch und ein gemeinsames Sammelrohr (11) für das ausgebrannte Gasgemisch angeschlossen sind.
  9. 9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einbettungstiefe der länglichen Explosionskammern in der Schlammschicht (22) zwischen 300 und 500 mm beträgt.
  10. 10. Anlage nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das die längliche Explosionskammer bildende Schlauchmaterial unter der Einwirkung des Explosionsdruckes sich aufweitet und eine peristal-tische Bewegung ausführt und auf das umgebende Medium zur Förderung der Belüftung eine Schockwelle überträgt. Hiezu 3 Blatt Zeichnungen 6
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