AT391948B - Messeinrichtung zum aufnehmen transienter groessen im pulverraum einer rohrwaffe - Google Patents

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    • G01LMEASURING FORCE, STRESS, TORQUE, WORK, MECHANICAL POWER, MECHANICAL EFFICIENCY, OR FLUID PRESSURE
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    • G01L5/14Apparatus for, or methods of, measuring force, work, mechanical power, or torque, specially adapted for specific purposes for measuring the force of explosions; for measuring the energy of projectiles

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Description

Nr. 391 948
Die Erfindung betrifft eine Meßeinrichtung zum Aufnehmen und Speichern von Meßwerten transienter physikalischer Größen, insbesondere des Gasdruckes, im Pulverraum einer Rohrwaffe während der Antriebsphase eines rohrgebundenen Projektils, mit einem Aufnehmergehäuse, zumindest einem darin angeordneten, der Einwirkung der aufzunehmenden Größe ausgesetzten Meßwertaufnehmer, und einer Speichereinrichtung für die Meßwerte.
Vielfältige nationale und internationale meßtechnische Vorschriften für die Erprobung und Abnahme von Munitions- und Waffensystemen haben unter anderem dazu geführt, daß Meßverfahren und -einrichtungen zur Bestimmung des Gasdruckes während der Antriebsphase von rohrgebundenen Projektilen entwickelt und eingesetzt bzw. angewendet werden mußten. In der "vorelektronischen" Zeit mußte man sich in diesem Zusammenhang mit einer Spitzenwertbestimmung des Gasdruckes begnügen, da die Aufnahme und Registrierung des gesamten Kurvenverlaufes des Gasdruckes während der Antriebsphase auf unüberwindliche apparative Hindernisse stieß. Es war lange Zeit in diesem Zusammenhang die Methode der sogenannten Stauchkörpermessung im Einsatz, wobei das Maß der bleibenden Stauchung eines im Pulverraum in einem geeigneten Adapter angeordneten Formkörpers aus Kupfer oder ähnlichen Materialien zur Bestimmung des maximalen Gasdruckes herangezogen wurde.
Erst die Entwicklung und industrielle Herstellung von Druckaufnehmem die praktisch verzögerungsfiei ein dem auftretenden Druck proportionales elektrisch auswertbares Signal liefern, zeigte die Mängel des Stauchköiperverfahrens auf. So hängt die bleibende Stauchung des Meßkörpers nicht nur von der absoluten Größe des Spitzengasdruckes ab, sondern auch ganz entscheidend von der Stauchgeschwindigkeit bzw. dem Druckanstieg pro Zeiteinheit, von der Temperatur des Adapters, vom Aufbau des Adapters und der Geometrie des Stauchkörpers selbst und vom Material des Stauchkörpers samt seiner Herstellungsgeschichte. Ein weiterer Nachteil dieses Meßverfahrens war die Tatsache, daß Druckdifferenzen nicht mit der nötigen Genauigkeit und gewünschten zeitlichen Zuordnung zu erkennen waren und daß entsprechende mathematische Methoden zur Berücksichtigung verschiedener Einflüsse nicht in der Lage waren, den gewünschten Erfolg zu bringen.
Um diese und andere meßtechnische Nachteile daartiger Stauchkörpermessungen zu vermeiden, wurde dann mit der Verfügbarkeit von piezoelektrischen Drucksensoren und geeigneten Ladungsverstärkem begonnen, neben der "real time"-Bestimmung innenballistischer Größen auch Differenzmessungen durchzuführen und pathologische Gasdruckkurven (z. B. Druckoszillationen) zu analysieren. Damit wurden erstmals feinste Einblicke in und Analysemöglichkeiten von vorher unzugänglichen innenballistischen Vorgängen möglich. Während die Einführung der genannten piezoelektrischen Meßverfahren mit all ihren Vorzügen im Klein- und Mittelkaliberbereich kaum Probleme verursachte, da für diese Kaliber seit Jahrzehnten sogenannte Munitionsprüfgeräte (Ammunition Test Guns) vorhanden sind, die durch entsprechende Adapter- bzw. Indizierbohrungen sehr leicht auf die Anforderungen der Piezomessung umzurüsten waren, ergaben sich bei der Anwendung im großkalibrigen Bareich erhebliche Schwierigkeiten. So sind insbesondere im Bereich der Haubitzen- und Artilleriemunition eigene, nur für meßtechnische Zwecke ersetzbare Test Guns, nicht zuletzt aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen, nur äußerst selten. Es müssen vielmehr Originalwaffen verwendet werden, bei denen das Anbringen von Meßbohrungen für die piezoelektrischen Aufnehmer, die naturgemäß Anschlußleitungen benötigen und zudem insgesamt eher kompliziert und empfindlich sind, schwierig und zumeist unerwünscht ist. Aus diesem Grunde ist die klassische Methode der Stauchkörpermessung, wobei sogenannte "Crusher Gages" direkt in den Pulverraum eingebracht und nach dem Schuß geborgen und ausgewertet werden, in diesem Kaliberbereich noch Standard.
Ausgehend von der Konzeption der oben beschriebenen Stauchkörperadapter ist nun vor einiger Zeit eine Meßeinrichtung bekannt geworden, bei der der Meßwertaufnehmer zumindest ein piezoelektrisches Meßelement aufweist, welches mit einer im Aufnehmergehäuse angebrachten Signalaufbereitungs- und Speicho'schaltung verbunden ist, die einen Abfrageanschluß für die Auswertung der gespeicherten Signale aufweist. Abgesehen davon, daß der Einsatz der piezoelektrischen Meßtechnik die beschriebenen Vorteile bezüglich der Aufnahme des gesamten Druckverlaufes während der Antriebsphase des Projektils ermöglicht, ergeben sich auch bei dieser Meßeinrichtung einige wesentliche Nachteile, die auch bereits der Stauchkörpermessung anhafteten. Es handelt sich dabei insbesondere darum, daß die auch als "Meßei" bezeichnten Vorrichtungen, welche zusammen mit der Ladung in den Pulverraum der Rohrwaffe eingebracht werden, während der Antriebsphase des Geschosses nicht an ihrem ursprünglichen Einbringungsort bleiben, sondern des öfteren von den Pulvergasen bewegt aus dem Rohr geschleudert werden. Damit kann einerseits nichts über den sich an einer bestimmten Stelle des Pulverraumes ergebenden Druck bzw. Druckverlauf ausgesagt werden und andererseits besteht immer die Gefahr einer Beschädigung des Aufnehmergehäuses bzw. - was schlimmer ist - des Rohres selbst. Auch ist das Auffinden der oft aus dem Rohr geschleuderten Meßeinrichtungen nicht immer leicht, was im Zusammenhang mit den genannten piezoelektrischen Ausgestaltungen den zusätzlichen Nachteil bringt, daß die Signalauswertung unter Umständen nicht mehr möglich ist. Dies deshalb, da zufolge des nur sehr beschränkt zur Verfügung stehenden Volumens für ein derartiges "Meßei", welches ja die eigentlichen Verbrennungsvorgänge im Pulverraum möglichst nicht beeinflussen soll, nur sehr klein ist, sodaß sich immer Schwierigkeiten mit der Energieversorgung durch Batterien oder Akkus ergeben, sodaß eine sichere Datenspeicherung über einen bestimmten Zeitraum hinaus nicht zu gewährleisten ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Meßeinrichtung der eingangs genannten Art so zu verbessern, -2-
Nr. 391 948 daß die erwähnten Nachteile nicht auftreten und es insbesondere mit konstruktiv einfachen Mitteln möglich wird, die Aussagekraft der Messungen zu verbessern und eine sichere Auswertung der Messung binnen kurzer Zeit zu ermöglichen.
Dies wird gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch «reicht, daß das Aufnehmergehäuse an einer der Seite der Einwirkung der aufzunehmenden Größe auf den Meßwertaufnehmer im wesentlichen abgewandten Außenseite eine der Innenwand des Pulverraumes an einer vorgesehenen Meßstelle im wesendichen angepaßte Kontur aufweist und daß im Bereich dieser Außenseite zumindest ein Haftelement zur Befestigung der Meßeinrichtung an der Innenwand des Pulverraumes vorgesehen ist
Damit ist also mit einfachsten Mitteln sichergestellt, daß die gesamte Meßeinrichtung an der Innenwand des Pulverraumes haftend während der gesamten Antriebsphase des Projektils stationär bleibt, wodurch einerseits die relevanten Druckverhältnisse in einem bestimmten feststehenden Bereich des Pulverraumes aufgezeichnet werden können und andererseits die Meßeinrichtung unmittelbar nach dem Schuß ohne langwieriges Suchen nur wiederum dem Pulverraum entnommen zu werden braucht und die Ergebnisse sofort ausgewertet werden können. Ob das angewendete Meßverfahren dabei für einfachere Anwendungen auf dem genannten Stauchkörperprinzip oder aber auf dem die erwähnten meßtechnischen Vorteile bringenden piezoelektrischen oder einem sonstigen geeigneten Prinzip beruht, ist an sich belanglos. Wesentlich ist nur, daß ohne die Anbringung von Bohrungen oder dergleichen an der Rohrwaffe signifikante ortsbezogene Messungen durchgefuhrt werden können und daß die Meßwerte unmittelbar nach dem Schuß an Ort und Stelle ausgewertet werden können.
Das Aufnehmergehäuse kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung an der im eingesetzten Zustand dem Inneren des Pulverraumes zugewandten Seite strömungsgünstig gewölbt sein. Damit ist zusätzlich zu der vorerwähnten dichten Anschmiegung der Außenkontur des Aufnehmergehäuses an die Innenwand des Pulverraumes weiter sichergestellt, daß die während der Antriebsphase des Projektils am Aufnehmergehäuse vorbeiströmenden entzündeten Pulvergase möglichst wenig Antriebskraft auf das Aufnehmergehäuse selbst ausüben, sodaß dieses auch mit geringen Haftkräften an seiner Anbringungsstelle verbleibt.
Das Haftelement selbst kann nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung zumindest ein Magnetelement aufweisen, was eine einfache Anbringung an den ohnedies stets aus Stahl oder dergleichen bestehenden Wänden des Pulverraumes ermöglicht. Davon abgesehen könnten aber natürlich auch andere geeignete Haftelemente - z. B. auf Klebe- oder Saugbasis - vorgesehen sein. Diese umfassen auch die ganze oder teilweise Ausbildung der der Innenwand des Pulverraumes zugewandten Außenseite des Aufnehmergehäuses als Adhäsionsfläche(n).
Im Bereich des im eingesetzten Zustand der Innenwand des Pulverraumes zugewandten Randes des Aufnehmergehäuses können nach einer anderen Weiterbildung der Erfindung Eingriffselemente, insbesondere nutartige Ausnehmungen, für den Eingriff eines Handhabewerkzeuges vorgesehen sein. Dadurch wird die Anbringung und Wiederentfemung der Meßeinrichtung an der bzw. von der Innenwand des Pulverraumes wesentlich erleichtert, was auch die Gefahr von Beschädigungen der Innenwand des Pulverraumes stark herabsetzt.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausbildung der Erfindung kann der gesamte, die Außenseite mit angepaßter Kontur auf weisende Gehäuseteil vom Aufnehmergehäuse abnehmbar und austauschbar sein, was auf sehr einfache Weise die Anpassung der ansonsten unveränderten Meßeinrichtung an verschiedene Innendurchmesser bzw. Innengeometrien des jeweiligen Pulverraumes ermöglicht Insbesondere können also damit mit einem einzigen, kostengünstig herstellbaren Austauschteil Messungen an verschiedenen Rohrkalibem vorgenommen werden.
Bei einer Ausbildung der Meßeinrichtung der eingangs genannten Art, wobei der Meßwertaufnehmer zumindest ein piezoelektrisches Meßelement aufweist, welches mit einer im Aufnehmergehäuse angebrachten Signalaufbereitungs- und Speicherschaltung verbunden ist, die einen Abffageanschluß für die Auswertung der gespeicherten Signale aufweist, ist in besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß das Aufnehmergehäuse an der im eingesetzten Zustand der Innenwand des Pulverraumes zugewandten Außenseite eine druckdicht angebrachte, abnehmbare Verschlußplatte über der Signalaufbereitungs- und Speicherschaltung, sowie einen separat zugänglichen Verschluß über dem Abfrageanschluß aufweist. Damit ist sichergestellt, daß die mögliche Belastung der empfindlichen Teile der Meßeinrichtung durch die heißen Pulvergase gering bleibt und daß möglichst einfach und rasch nach der Bergung der Meßeinrichtung aus dem Pulverraum mit der Auswertung der gespeicherten Signale begonnen werden kann.
Die Stelle der Einwirkung der aufzunehmenden Größe auf den piezoelektrischen Meßwertaufnehmer kann - bezogen auf die Strömungsrichtung der Pulvergase über das eingesetzte Aufnehmergehäuse - stromabseitig am Aufnehmergehäuse angeordnet sein, was ohne sonstigen Einfluß auf die Messung die Belastung des Meßwertaufnehmers herabsetzt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt: Fig. 1 eine im Pulverraum einer Rohrwaffe angebrachte Meßeinrichtung nach der Erfindung in teilweise schematischer, geschnittener Darstellung, Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie (Π-ΙΙ) in Fig. 1, Fig. 3 eine perspektivische Ansicht einer den Fig. 1 und 2 entsprechenden Meßeinrichtung in größerem Maßstab von der der Einwirkung der aufzunehmenden Größe im wesentlichen abgewandten Außenseite her, Fig. 4 den Bereich des Pulverraumes einer Rohrwaffe mit zwei Meßeinrichtungen nach der vorliegenden Erfindung, Fig. 5 ein schematisches Schaltbild einer piezoelektrischen Meßeinrichtung nach der vorliegenden Erfindung, Fig. 6 die schematische Darstellung einer gesamten Auswertekette für eine Meßeinrichtung nach Fig. 5, Fig. 7 einen z. B. mit einer Meßeinrichtung -3-
Nr. 391 948 nach den Fig. 5 und 6 aufgenommenen typischen Signalverlauf des Gasdruckes im Pulverraum einer Rohrwaffe, Fig. 8 einen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform einer Meßeinrichtung nach der vorliegenden Erfindung und Fig. 9 einen Schnitt entlang der Linie (IX-IX) in Fig. 8.
Die in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Meßeinrichtung (4) dient zum Aufnehmen und Speichern von Meßwerten transienter physikalischer Größen, insbesondere des Gasdruckes, im Pulverraum (1) einer Rohrwaffe (2) während der Antriebsphase eines rohrgebundenen Projektils (nur in Fig. 4 zu ersehen und mit Bezugszeichen (3) bezeichnet). Die Meßeinrichtung (4) besteht im wesentlichen aus einem Aufhehmergehäuse (5), einem darin angeordneten, der Einwirkung der aufzunehmenden Größe ausgesetzten piezoelektrischen Meßwertaufnehmer (6) sowie einer elektrischen bzw. elektronischen Speichereinrichtung (7) für die von außen auswertbaren Meßsignale, welche nicht näher dargestellt und nur bezüglich ihres Anbringungsortes angegeben und mit (7) bezeichnet ist.
Das Aufnehmergehäuse (5) weist an einer der Seite (8) der Einwirkung der aufzunehmenden Größe auf den Meßwertaufnehmer (6) im wesentlichen abgewandten Außenseite (9) eine der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) an einer vorgesehenen Meßstelle im wesentlichen angepaßte Kontur (10) auf, und schmiegt sich somit an seinem Anbringungsort eng der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) an. Im Bereich dieser Außenseite (9) des Aufnehmergehäuses (5) sind gemäß Fig. 3 vier Haftelemente (11) zur Befestigung der Meßeinrichtung (4) an der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) vorgesehen, welche Magnetelemente (12) aufweisen. Zur Erleichterung der Anbringung bzw. insbesondere des Abnehmens der Meßeinrichtung (4) von der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) sind im Bereich des im eingesetzten Zustand der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) zugewandten Randes (13) - hier im Bereich der vorderen und hinteren Querränder (14) - nutartige Ausnehmungen (15) für den Eingriff eines hier nicht dargestellten Handhabewerkzeuges vorgesehen, mit dem das Aufhehmergehäuse (5), auch ohne daß man es angreifen müßte, manipuliert werden kann.
Das Aufnehmergehäuse (5) ist an der im eingesetzten Zustand dem Inneren des Pulverraumes (1) zugewandten Seite strömungsgünstig gewölbt, sodaß die während der Antriebsphase des Projektils über das Aufhehmergehäuse (5) streichenden brennenden Pulvergase keine wesentliche Antriebskraft auf die gesamte Meßeinrichtung (4) ausüben können und diese damit sicher von den Haftelementen (11) gehalten an Ort und Stelle verbleibt
Gemäß Fig. 4 sind wie erwähnt zwei im wesentlichen identische Meßeinrichtungen (4) im Pulverraum (1) der Rohrwaffe (2) angeordnet, was verschiedene Meßvarianten (Vergleichsmessung, Differenzmessung, usw.) erlaubt.
Bei der Anbringung der dargestellten Meßeinrichtung nach den Fig. 1 bis 4 beispielsweise im Pulverraum einer 155 mm Kanone hat die Meßeinrichtung (4) selbst in einer tatsächlichen Ausbildung mit ca. 250 cnr* nur ein Volumen von etwa 1 % des gesamten Pulverraumes, sodaß das Abbrandverhalten nur unwesentlich beeinflußt wird. Es ist klar, daß auch die etwa in Fig. 4 dargestellte Anbringung von zwei oder mehreren Meßeinrichtungen aufgrund dieses Verhältnisses zu keinen wesentlichen Änderungen des Abbrandverhaltens führt.
In Fig. 5 ist nun ein schematisches Blockschaltbild der oben angesprochenen Speichereinrichtung (7) bzw. der diese bildenden Signalaufbereitungs- und Speicherschaltung dargestellt, welche bei einer tatsächlichen Ausführung der erfindungsgemäßen Meßeinrichtung in dem in den Fig. 1 und 2 mit (7) bezeichneten Bereich in vergossenem Zustand angeordnet ist. Dazu ist hier vorweg noch zu erwähnen, daß dieser Bereich (7) durch Abnahme der in Fig. 3 ersichtlichen, druckdicht angebrachten Verschlußplatte (16) einfach zugänglich ist - der Abffageanschluß ((27) in Fig. 5) für die Auswertung der gespeicherten Signale sowie auch für die Aufladung der Akkus und dergleichen ist über einen separaten Verschluß (17) zugänglich.
Das vom Druckmeßwertaufnehmer (6) gemäß Fig. 5 abgegebene Ladungssignal wird in einem Ladungsverstärker (32) in ein proportionales Spannungssignal gewandelt. Eine eventuelle Offsetverschiebung kann durch eine automatische Offsetmessung korrigiert werden. Die digitalisierten Spannungswerte werden in zwei Transient Rams (TRAM) (19), (20) gespeichert. Die Aufzeichnung der Vorgeschichte (Pretrigger) ist möglich. Die gemessenen Daten werden in diesen TRAMs bis zum Auslesen über die Schnittstelle (21) gespeichert.
Das Herz der Steuerung ist ein "Single Chip-Prozessor" (MCU) (22). Dieser Baustein steuert den Meßablauf (Leveltrigger, Meßpunkte, Vorgeschichte, Offsetmessung, usw.) und die Kommunikation mit dem zur Auswertung der Signale angeschlossenen Auswerterechner (Meßplan, Aktivierung der Messung, Seriennummer, Erkennung, Statusmeldungen, Meßdatenübertragung, usw.). Über einen Aufladeanschluß (23) werden die Batterien (24) aufgeladen, die über einen Spannungsregler (25) und einen DC/DC-Konverter (26) alle elektronischen Bauteile versorgen.
Weitere ist der Vollständigkeit halber zu Fig. 5 noch auf die Zeitbasis (33) für die MCU (22) sowie auf die Steuerlogik (34) und das Adreßregister (35) zu verweisen.
Die gesamte Elektronik kann in leistungssparender CMOS-Technologie aufgebaut sein, wodurch für den Betrieb insbesondere des Analog/Digital-Wandlers (18) und die MCU (22) auch bei hohen Taktraten und langen Meßzeiten nur relativ geringe Leistung benötigt wird. Zusätzlich kann aber vorgesehen werden, daß nur die jeweils benötigten Funktionsgruppen mit Strom versorgt werden.
Die gesamte Meßeinrichtung nach Fig. 5 ist zusammen mit dem konstruktiven Aufbau gemäß den Fig. 1 bis 4 in Fig. 6 gemeinsam wiederum mit (4) bezeichnet. Vor der Messung wird die Meßeinrichtung (4) an die -4-

Claims (6)

  1. Nr. 391 948 Versorgungseinheit (36) angeschlossen, die mit Netzspannung in Verbindung steht. Die Batterien (24) bzw. Akkus in der Meßeinrichtung (4) werden automatisch geladen. Am über eine geeignete Schnittstelle angeschlossenen Rechner (37) erfolgt die Eingabe der Meßparameter für die nächste Messung, insbesonders der Triggerschwelle, der Vorgeschichte und der Wartezeit bis zur Meßbereitschaft. Diese Parameter werden über die genannte Schnittstelle und den Abfrageanschluß (27) (Fig. 5) an die Meßeinrichtung (4) gesandt. Darauf wird die Verbindung zwischen der Versorgungseinheit (36) und der Meßeinrichtung (4) gelöst und der Abfrageanschluß mittels des in Fig. 3 dargestellten Verschlusses (17) druckfest verschraubt Die Meßeinrichtung (4) wird nun gemäß den Fig. 1 und 2 oder Fig. 4 im Laderaum bzw. Pulverraum eines Geschützes positioniert. Die Magnetelemente (12) sichern die Meßeinrichtung gegen Verschieben. Sofeme erforderlich, muß natürlich - wie in Fig. 4 beispielsweise ersichtlich - das Projektil (3) selbst vor der Einbringung der Meßeinrichtungen bereits in den Lauf eingebracht werden. Die Rohrwaffe wird nun mit der erforderlichen Pulvermenge geladen und zum Abfeuem vorbereitet Während dieser Zeit ist die Meßeinrichtung noch nicht aktiv, womit Fehlauslösungen sicher vermieden werden. Nach dem Ablauf der im Meßplan eingestellten Wartezeit ist die Meßeinrichtung aktiv. Nach dem Abfeuem des Schusses wird die Meßeinrichtung (4) aus dem Pulverraum genommen und wieder an die Versorgungseinheit (36) gemäß Fig. 6 angeschlossen. Es folgt nun das Starten der Datenübertragung zur automatischen Datenverarbeitung und Anzeige an einem Monitor (38) bzw. Ausdruckung über einen Printer (39). Die übertragenen Meßwerte bzw. Druckwerte können anhand der gespeicherten Kalibrierdaten auch korrigiert werden. Nach der Datenübertragung ist die Meßeinrichtung (4) bereits für den nächsten Zyklus meßbereit. Sofeme zwei oder mehrere Meßeinrichtungen gleichzeitig eingesetzt wurden, können die beiden Meßwertkurven auch zueinander relativiert weiden. Anstelle der gezeigten Anbringung der Meßeinrichtung (4) unmittelbar im Pulverraum einer entsprechenden Rohrwaffe könnte natürlich bedarfsweise auch die Anbringung in einer Munitionshülse oder dergleichen erfolgen, welche dann zusammen mit der bzw. den darin angeordneten Meßeinrichtungen) geladen wird - die Haftelemente können für diesen Fall auf die Innenwand der Munitionshülse wirken. In Fig. 7 ist noch ein tatsächlich aufgezeichneter Druckverlauf mit einer erfindungsgemäßen Meßeinrichtung dargestellt. Die Meßeinrichtung (4) nach den Fig. 8 und 9 unterscheidet sich von der gemäß den Fig. 1 bis 3 im wesentlichen nur dadurch, daß hier nun der gesamte, die Außenseite (9) mit an die nicht dargestellte Innenwand des jeweiligen Pulverraumes angepaßter Kontur aufweisende Gehäuseteil (28) vom übrigen Aufnehmergehäuse (5) abnehmbar und austauschbar ist. Die Befestigung des Gehäuseteils (28) erfolgt über versenkte Innensechskantschrauben (29), die von der Außenseite (9) her durch Durchgangsbohrungen im Gehäuseteil (28) in entbrechende Gewindebohrungen des Aufnehmergehäuses (5) eingeschraubt sind. Die Abdichtung erfolgt über eine zwischen Gehäuseteil (28) und Aufnehmergehäuse (5) eingespannte und in Fig. 8 ersichtliche Dichtung (30). Damit kann auf einfache Weise eine Anpassung an Durchmesser bzw. Kontur der jeweiligen Anbringungsstelle der Meßeinrichtung (4) im Innenraum einer zu testenden Rohrwaffe vorgenommen werden. Die wesentlichen Innenteile der Meßeinrichtung (4) können nach Austausch des Gehäuseteiles (28) unverändert übernommen werden. Der Vollständigkeit halber ist zu den Fig. 8 und 9 noch auf die Haftelemente (11) (welche beispielsweise wiederum als Magnetelemente ausgebildet sein können), auf den eigentlichen Meßwertaufnehmer (6), auf die Speichereinrichtung (7) und auf den Abffageanschluß (27) samt Verschluß (17) und zugehöriger Dichtung (31) zu verweisen. PATENTANSPRÜCHE 1. Meßeinrichtung zum Aufnehmen und Speichern von Meßwerten transienter physikalischer Größen, insbesonders des Gasdruckes, im Pulverraum einer Rohrwaffe während der Antriebsphase eines rohrgebundenen Projektils, mit einem Aufhehmergehäuse, zumindest einem darin angeordneten, der Einwirkung der aufzunehmenden Größe ausgesetzten Meßwertaufnehmer, und einer Speichereinrichtung für die auswertbaren Meßwerte, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufnehmergehäuse (5) an einer der Seite (8) der Einwirkung der aufzunehmenden Größe auf den Meßwertaufnehmer (6) im wesentlichen abgewandten Außenseite (9) eine der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) an einer vorgesehenen Meßstelle im wesentlichen angepaßte Kontur aufweist, und daß im Bereich dieser Außenseite (9) zumindest ein Haftelement (11) zur Befestigung der Meßeinrichtung (4) an der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) vorgesehen ist -5- Nr. 391 948
  2. 2. Meßeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufnehmergehäuse (5) an der im eingesetzten Zustand dem Inneren des Pulverraumes (1) zugewandten Seite strömungsgünstig gewölbt ist.
  3. 3. Meßeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Haftelement (11) zumindest ein Magnetelement (12) aufweist.
  4. 4. Meßeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des im eingesetzten Zustand der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) zugewandten Randes (13) des Aufnehmergehäuses (5) Eingriffselemente, insbesondere nutartige Ausnehmungen (15), für den Eingriff eines Handhabungswerkzeuges vorgesehen sind.
  5. 5. Meßeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte, die Außenseite (9) mit angepaßter Kontur aufweisende Gehäuseteil (28) vom Aufnehmergehäuse (5) abnehmbar und austauschbar ist.
  6. 6. Meßeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Meßwertaufnehmer zumindest ein piezoelektrisches Meßelement aufweist, welches mit einer im Aufnehmergehäuse angebrachten Signalaufbereitungs- und Speicherschaltung verbunden ist, die einen Abfrageanschluß für die Auswertung der gespeicherten Signale aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufnehmergehäuse (5) an der im eingesetzten Zustand der Innenwand (10) des Pulverraumes (1) zugewandten Außenseite (9) eine druckdicht angebrachte, abnehmbare Verschlußplatte (16) über der Signalaufbereitungs- und Speicherschaltung, sowie einen separat zugänglichen Verschluß (17) über dem Abfrageanschluß (27) aufweist. Hiezu 3 Blatt Zeichnungen -6-
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