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Die Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung zur Verhütung von Absturzunfällen von Kindern aus Fenstern, mit einer innenraumseitig vom Fenster angeordneten Fläche, die über die Fenster- breite durchläuft.
Seit langem besteht das gesellschaftliche Bedürfnis zu verhindern, dass Kinder, insbesondere
Kleinkinder, aus einem Fenster fallen und dadurch verletzt oder gar getötet werden. Es ist daher üblich, die Fenster von Kinderzimmern mit Gittern abzusichern, die jedoch in mehrfacher
Hinsicht unzufriedenstellend sind. Das Gitter erfordert einen erheblichen Montageaufwand und ist bei der Montage auf Grund seines relativ grossen Gewichtes schwierig zu handhaben ; dies gilt insbesondere bei Verbund-oder Isolierglasfenstern, bei denen das Gitter an der Aussen- seite angebracht werden muss. Bei Kastenfenstern, bei denen das Gitter zwischen den Innen- und
Aussenflügeln montiert wird, beeinträchtigt das Gitter das Öffnen, Reinigen sowie den Ersatz zerbrochener Fensterscheiben des Fensters.
Weiters haben Kinder schon versucht, durch die
Gitterstäbe zu schlüpfen und sind im Gitter steckengeblieben und dadurch verletzt worden oder sogar hindurchgelangt und aus dem Fenster gefallen. Ausserdem ist es praktisch unmöglich,
Kinder andauernd in dem für sie bestimmten Raum zu halten, dessen Fenster gesichert sind.
Anderseits sind aber die übrigen Fenster der Wohnung oder des Hauses üblicherweise ungesichert, um die oben genannten Probleme zu vermeiden oder bloss aus ästhetischen Gründen. Schliesslich bringt das Abmontieren eines Gitters bei einem Wohnungswechsel oder mangels Notwendigkeit bei gross gewordenen Kindern weitere Nachteile mit sich.
Bei einer aus der CH-PS Nr. 432793 bekanntgewordenen Schutzvorrichtung der eingangs genannten Art ist die Fläche als Stachelträger ausgebildet, der aus elastischem, aufrollbarem Material besteht und mit auf seiner ganzen Länge bzw. Fläche in kleinen gegenseitigen Abständen gestreut angeordneten, nach oben weisenden Stacheln versehen ist.
Eine derartige Vorrichtung hat ähnliche Nachteile wie ein Gitter, insbesondere besteht aber die Gefahr von schmerzhaften Verletzungen. Überdies wird sich die stachelbewehrte Fläche als Drohung auf die Psyche eines Kindes äusserst ungünstig auswirken.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer Schutzvorrichtung, die die angeführten Nachteile nicht aufweist.
Dieses Ziel wird, ausgehend von einer Schutzvorrichtung der eingangs charakterisierten Art dadurch erreicht, dass die Fläche von einer Tafel gebildet ist, die im wesentlichen von der Parapethöhe des Fensters über zumindest den überwiegenden Teil ihrer Höhe unter einem Winkel zur Vertikalen bis zum Boden verläuft.
Auf diese Weise werden Kinder daran gehindert, auf das Parapet oder Fensterbrett zu klettern, weil sie entweder nicht nahe genug ans Fenster gelangen können oder auf der schrägen Tafel abrutschen. Der Winkel zur Vertikalen wird zweckmässig derart gewählt, dass auch ein Übertritt von einem zum Fenster gestellten Stuhl, Tisch od. dgl. unmöglich gemacht wird.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Tafel als schräge Vorderwand eines Kastens ausgebildet sein und die Klappe dieses Kastens darstellen. Dies ergibt den Vorteil, dass der Raum hinter der Tafel als Stauraum genutzt werden kann.
Die Tafel kann dekorativ gestaltet sein und bietet anderseits die Möglichkeit, sie als Schreib- oder Zeichenfläche zu benutzen. Günstiger jedoch ist, die Tafel mit einem glatten Belag zu versehen.
Die Montage der Tafel ist denkbar einfach, insbesondere dann, wenn die Tafel einen Teil eines Kastens bildet. Die Schutzvorrichtung kann bei jedem beliebigen Fenster angebracht werden, ohne einen ästhetischen Störfaktor im jeweiligen Raum darzustellen. Sie beeinträchtigt in keiner Weise das Öffnen und Schliessen oder Reinigen der Fenster oder das Aushängen von Fensterflügeln beim Ersatz einzelner Fensterscheiben ; gegebenenfalls kann die Schutzvorrichtung problemlos entfernt werden. Desgleichen ist es möglich, die Schutzvorrichtung bei einem Wohnungswechsel mitzunehmen, ohne dadurch Restaurierungsarbeiten nach sich zu ziehen.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles näher erläutert, das in der Zeichnung in schaubildlicher Ansicht dargestellt ist.
Das gezeigte Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Schutzvorrichtung hat die Form eines Kastens --2--, dessen Vorderwand zum überwiegenden Teil von einer Tafel --1-- gebildet
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ist, die unter einem spitzen Winkel zur Vertikalen von der Rückseite des Kastens --2-- schräg abwärts zu dessen Vorderseite verläuft. Die Oberkante der Tafel --1-- liegt in einer Höhe über dem Boden, die der normalen Parapethöhe des Fensters entspricht (etwa 80 cm). Die Unterkante der Tafel --1-- kann bis zum Boden reichen, endet aber bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel etwa 25 cm über dem Boden, und verläuft in einem horizontalen Abstand von etwa 50 bis 60 cm vor dem Parapet. Die Breite der Tafel --1-- entspricht der Breite des Fensters.
In der Zeichnung ist das Fenster --F-- und das Parapet --P-- mit stirchpunktierten Linien angedeutet.
Der Kasten --2-- selbst kann sowohl schmäler als auch seichter sein als es der Breite und dem Abstand der Unterkante vom Parapet der Tafel --1-- entspricht. Die Tafel --1-- ist als schräge Vorderwand des Kastens --2-- ausgebildet und ist an ihrer Oberseite am Kastengestell angelenkt. Sie stellt demnach eine öffenbare Klappe dar, so dass der Kasten --2-- von vorne zugänglich ist. Die Tafel --1-- kann wie erwähnt als Schreib- und Zeichenfläche genützt oder dekorativ gestaltet sein. Zusätzliche Sicherheit bietet jedoch die Massnahme, die Tafel --1-an ihrer dem Raum zugekehrten Seite mit einem glatten Belag, z. B. aus Kunststoff zu versehen.
Die Schutzvorrichtung kann auch als Heizkörperverkleidung ausgebildet sein, wobei Öffnungen für die Luftzirkulation vorgesehen sein müssen. Während die bodenseitigen Öffnungen keine Probleme aufweisen, müssen oberen Öffnungen derart geringe Abmessungen aufweisen, dass Kinder nicht hineingreifen oder hineinsteigen und auf diese Weise auf die Schutzvorrichtung klettern können.
Wird die Schutzvorrichtung in eine Fensternische eingebaut, so genügt die Tafel --1-allein, die entweder bis zum Boden reicht oder von Füssen od. dgl. abgestützt ist ; auch eine geknickte Tafel --1-- ist möglich. Demnach ist der hinter der Tafel --1-- befindliche Raum jederzeit zugänglich und somit als Stauraum nutzbar.
Die Tafel--1--kann z. B. an der Oberkante an Haken aufgehängt und somit je nach Bedarf ohne weiteres abmontiert und wieder montiert werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schutzvorrichtung zur Verhütung von Absturzunfällen von Kindern aus Fenstern, mit einer innenraumseitig vom Fenster angeordneten Fläche, die über die Fensterbreite durchläuft, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche von einer Tafel (1) gebildet ist, die im wesentlichen von der Parapethöhe des Fensters über zumindest den überwiegenden Teil ihrer Höhe unter einem Winkel zur Vertikalen bis zum Boden verläuft.