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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufnehmen von wenigstens eine ebene Seitenfläche aufweisenden elektrischen Bauelementen zum Zwecke der Messung elektrischer Werte und entsprechend sortiertem Ablegen in verschiedene Behälter, indem jedes Bauelement von einem hohlen Rüssel auf der ebenen Fläche berührt, durch den Rüssel hindurch automatisch und mittels Ventil gesteuert gegenüber dem Atmosphärendruck Unterdruck erzeugt und damit das Bauelement angesaugt und beim Messen der einzelnen elektrischen Werte am Rüssel gehalten wird, bis über dem jeweiligen der Werteklasse zugeordneten Behälter der Unterdruck aufgehoben und das Bauelement freigegeben wird und die einen Ring aufweist, der mit mehreren Aufnahmevorrichtungen versehen ist,
mit denen je ein Bauelement zu den einzelnen Messstellen und zu den Ablagebehältern automatisch gesteuert und im vorgegebenen Arbeitstakt geführt wird und jede Aufnahmeeinrichtung ein Ventil enthält, das einerseits an eine zentrale Vakuumanlage und anderseits an den Rüssel angeschlossen ist.
Eine Vorrichtung der genannten Art ist in dem "Prospekt der Firma Deval Industry Inc., Los Angeles, California, USA" beschrieben. Die Vorrichtung befindet sich auf dem Markt.
Elektrische Bauelemente, die hier in Rede stehen, sind beispielsweise Widerstände, Kaltund/oder Heissleiter und insbesondere Vielschichtkondensatoren, die einen Körper enthalten, der aus dielektrischem Material (Kunststoff oder vorzugsweise Keramik) und zwischengefügten Belegungen besteht, wobei diese Belegungen alternierend in den entgegengesetzten Seitenflächen des Körpers enden und dort miteinander elektrisch durch eine Metallauflage verbunden sind, so dass eine geschichtete Kondensatorstruktur vorliegt. Die elektrischen Bauelemente haben auf diese Weise wenigstens eine ebene Seitenfläche ; in aller Regel sind diese Bauelemente - auch Chip genannt - quaderförmig, wobei die Abmessungen Länge x Breite x Dicke gleich 1, 3 bis 15 x 0, 7 bis 10 x 0, 4 bis 4 (jeweils mm) betragen.
Da die hier in Rede stehenden elektrischen Bauelemente jährlich in Stückzahlen hergestellt werden, die die Einhundert-Millionen-Grenze bereits überschritten haben, ist es erforderlich, dass bei der Herstellung eine möglichst vollautomatisch arbeitende Anlage eingesetzt wird. Die Taktzahl muss zwangsläufig besonders hoch sein. Darüber hinaus ist es auch erforderlich, dass die elektrischen Werte aller Bauelemente - nicht nur von Stichproben - gemessen werden, bei Kondensatoren beispielsweise mindestens die Kapazität und der Verlustfaktor, um eine möglichst genaue Klassifizierung zu erhalten und den Ausschuss, d. h. die nicht ordnungsgemässen Bauelemente, auszusortieren aber auch gering zu halten.
Diese elektrischen Bauelemente müssen nämlich für ihren späteren Einsatz in verschiedenen elektrischen Geräten sehr genau und eng tolerierte elektrische Werte aufweisen.
Die Taktzeit der eingangs beschriebenen bekannten Vorrichtung ist so eingestellt, dass pro Stunde 6000 Bauelemente geprüft werden können. Durch die Anordnung von 12 Aufnahmeeinrichtungen ist es möglich, die Testzeit für jedes einzelne Bauelement auf jeder Messstation mit 300 ms einzusetzen.
Die Bauelemente werden, nachdem sie-von einem Vibrationsförderer auf eine Abnahmeschiene gebracht worden. sind, - von dem hohlen Rüssel der Aufnahmevorrichtung berührt und durch den dann einsetzenden Unterdruck an diesem Rüssel festgehalten. Je nach der Klassifizierung durch die mittels Computer berechneten und gespeicherten Werte werden die Bauelemente über entsprechenden Behältern vom Rüssel wieder freigegeben. Dies geschieht bei der bekannten Vorrichtung dadurch, dass der Unterdruck aufgehoben wird, so dass die Bauelemente durch ihr Eigengewicht herunterfallen und in dem jeweiligen Behälter gesammelt werden.
Es hat sich nun herausgestellt, dass bei kleinen Bauelementen mit den Abmessungen 4 x 3 x 1 mm und insbesondere bei kleinsten Bauelementen mit den Abmessungen 2 x 1 x 0, 5 mm durch verschiedene Faktoren bedingt das Bauelement sich bei der Freigabe vom Rüssel nicht löst. Hiefür sind beispielsweise Anhaften durch elektrostatische Aufladung, Anhaften durch klebende Parikel an der Oberfläche der Bauelemente oder auch blosse ungenügende Wegnahme des Vakuums zu nennen.
Die freigegebenen Bauelemente fallen nicht mehr in den für die bestimmte Werteklasse vorgesehenen Behälter, in einen andern nachfolgenden Behälter oder aber überhaupt nicht vom Rüssel ab.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben, mit der es möglich ist, auch kleine und kleinste elektrische Bauelemente mit dem bekannten Prüfautomaten zu behan- 'deln, wobei die Umrüstung für dieses neue Verfahren möglichst einfach und kostensparend ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil ferner an eine zentrale, Überdurck erzeugende Anlage angeschlossen ist und eine Taktsteuerung vorgesehen ist, die bei Freigabe des Bauelements den Unterdruck im Ventil durch Überdruck ersetzt und kurz vor erneuter Aufnahme eines Bauelements Überdruck und Unterdruck ausgleicht.
Alle Versuche, das Problem auch bei kleinen und kleinsten elektrischen Bauelementen zu lösen, z. B. durch Schütteln, periodisches Schlagen u. ähnl., haben nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt und es war überraschend, dass durch die Erfindung mit Sicherheit dafür gesorgt ist, dass bei Freigabe des Bauelements über den bestimmten Behältern auch das vom Computer der Anlage gegebene Kommando ausgeführt wird, d. h., dass das Bauelement in den bestimmten, zutreffenden Behälter hineinfällt.
Nachdem der Rüssel frei ist und wegen des Überdrucks Luft aus ihm ausströmt, besteht die Gefahr, dass bei Erreichen der Abnahmeschiene die dort vorhandenen sehr kleinen Bauelemente weggeblasen werden. Um dem vorzubeugen, wird gemäss einer Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, dass nach der Freigabe des Bauelements Überdruck und Unterdruck im Ventil ausgeglichen werden, so dass an der Öffnung des Rüssels Atmosphärendruck herrscht. Damit ist der Rüssel für die erneute Berührung eines Bauelements und Aufnahme desselben bereit, ohne dass Schwierigkeiten entstehen.
Es ist offensichtlich, dass die Umrüstung der bekannten Vorrichtung sehr einfach ist, wie es sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung an Hand der Zeichnungen ergibt. Es zeigen : Fig. l die Aufnahmevorrichtung und Fig. 2 die Vorrichtung - prin- zipiell dargestellt-in Draufsicht.
In Fig. 1 ist die Aufnahmeschiene A gezeigt, auf der Bauelemente-l-durch einen hier nicht gezeigten Vibrationsförderer in Richtung des Pfeils B bis zum Anschlag C bewegt werden. Entsprechend dem Arbeitstakt wird der Rüssel --2-- der Aufnahmevorrichtung so weit herabgesenkt, dass er das Bauelement-l-berührt.
Der Rüssel --2-- ist mit dem Ventil --3-- verbunden, das durch eine Leitung --3'-- mit der Vakuumanlage --11-- (Fig. 2) verbunden ist. Das Ventil --3-- ist ferner durch eine weitere Leitung --3"-- mit der Überdruckanlage --12-- verbunden.
Wird nun durch die Vakuumanlage --11-- im Rüssel --2-- Unterdruck erzeugt, so wird das Bauelement-l-an die Öffnung --4-- des Rüssels angesaugt und bleibt dort haften, weil der Unterdruck aufrechterhalten wird. In dieser Weise wird das Bauelement zu den Prüfstationen --6 und 7-- (Fig. 2), beispielsweise für die Messung der Kapazität und des Verlustwinkels, geführt.
Das Rad --5--, an dem die Aufnahmevorrichtungen befestigt sind-hier sind es 12 Aufnahmevorrichtungen-, dreht sich in Pfeilrichtung D. Entsprechend der Speicherung im Computer wird das Bauelement --1-- über einem der am Umfang des Rades angeordneten, sich jedoch nicht mitdrehend
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Bauelement mehr.
Bei der Freigabe des Bauelements-l-wird aus der Überdruckanlage --12-- durch die Leitung --3"-- ein Überdruck in das Ventil --3-- geleitet, so dass das Bauelement vom Rüssel --2-- entfernt wird. Es muss deshalb in den vorbestimmten Behälter hineinfallen.
Im weiteren Verlauf der Drehung des Rades --5-- in Richtung des Pfeils D wird durch eine hier im einzelnen nicht gezeigte Steuervorrichtung dafür Sorge getragen, dass sowohl die Leitung --3'-- als auch die Leitung --3"-- gegenüber dem Ventil --3-- geöffnet sind, d. h., dass der durch die Leitung --3"-- eintretende Überdruck durch die Leitung --3'-- von der Vakuumanlage --11-- abgesaugt wird. An der Öffnung --4-- des Rüssels --2-- liegt deshalb Atmosphärendruck vor, so dass keine Luft austritt und deshalb die Bauelemente-l-von der Aufnahmeschiene A nicht weggeblasen werden können.
Es ist selbstverständlich, dass sowohl der Unterdruck als auch der Überdruck den jeweiligen Gewichtsverhältnissen der Bauelemente entsprechend eingestellt werden müssen. Die hiezu erforderlichen Regeleinrichtungen sind bekannt und brauchen nicht im einzelnen beschrieben zu werden.
Nachdem die bekannte Vorrichtung am Ventil --3-- nur eine Rohrleitung besass, war es ein-
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fach, dieses Ventil so umzurüsten, dass eine zweite Leitung angebracht werden konnte, die mit der zentral angeordneten Überdruckanlage --12-- verbunden wird. Sowohl die Vakuumanlage --11-als auch die Überdruckanlage --12-- versorgt jeweils alle Leitungen --3'bzw. 3"-- durch entsprechende Steuerung im Einklang mit dem Arbeitsgang.
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Damit ist eine sichere Zuordnung der elektrischen Bauelemente entsprechend der gemessenen Werteklasse sichergestellt. Vor allen Dingen ist aber sichergestellt, dass die Vorrichtung mit besonders hohem Arbeitstakt betrieben werden kann.
Es können nun auch bei kleinen und kleinsten elektrischen Bauelementen 6000 und teilweise sogar mehr Bauelemente pro Stunde geprüft und sortiert werden.