AT350370B - Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten - Google Patents

Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten

Info

Publication number
AT350370B
AT350370B AT668976A AT668976A AT350370B AT 350370 B AT350370 B AT 350370B AT 668976 A AT668976 A AT 668976A AT 668976 A AT668976 A AT 668976A AT 350370 B AT350370 B AT 350370B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
waste
hydrochloric acid
bioreactor
sep
hydrolysis
Prior art date
Application number
AT668976A
Other languages
English (en)
Other versions
ATA668976A (de
Original Assignee
Ruthner Othmar
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ruthner Othmar filed Critical Ruthner Othmar
Priority to AT668976A priority Critical patent/AT350370B/de
Publication of ATA668976A publication Critical patent/ATA668976A/de
Application granted granted Critical
Publication of AT350370B publication Critical patent/AT350370B/de

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23KFODDER
    • A23K10/00Animal feeding-stuffs
    • A23K10/30Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms
    • A23K10/37Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms from waste material
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23KFODDER
    • A23K10/00Animal feeding-stuffs
    • A23K10/10Animal feeding-stuffs obtained by microbiological or biochemical processes
    • A23K10/12Animal feeding-stuffs obtained by microbiological or biochemical processes by fermentation of natural products, e.g. of vegetable material, animal waste material or biomass
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02PCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
    • Y02P60/00Technologies relating to agriculture, livestock or agroalimentary industries
    • Y02P60/80Food processing, e.g. use of renewable energies or variable speed drives in handling, conveying or stacking
    • Y02P60/87Re-use of by-products of food processing for fodder production

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Physiology (AREA)
  • Animal Husbandry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • Sustainable Development (AREA)
  • Botany (AREA)
  • Mycology (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Die Probleme der Abfallverwertung sind hinlänglich bekannt. Mit Ausnahme von   Industrieabfällen   fallen in Ballungszentren grosse Abfallmengen an. Es handelt sich vor allem um Haushalts- und Gewerbeabwässer sowie um Müll. Pro Einwohnergleichwert (EWG) fallen täglich 60 bis 80 g Klärschlamm und zirka 600 bis 800 g Müllabfälle in fester Form an ; somit   in Grossstädten   mit mehreren Millionen Einwohnern tausende von Tonnen täglichem Abfallanfall. Diese Abfälle enthalten wertvolle Rohstoffe und besitzen noch einen wesentlichen Gehalt an freier Energie, entsprechen 1500 bis 5000 Kalorien/kg, so dass der tägliche Energieverlust pro EWG zirka 2000 Kalorien beträgt. 



   Die organischen Substanzen von Siedlungsabfällen bestehen im allgemeinen rein äusserlich aus folgenden Stoffen : Exkremente, Fäkalien,   Gemüse- und   Speisereste,   Obstabfälle, Kartoffelschalen,   Knochen, Horn, Stroh, Papier, Pappe, Holz, Textilien, Lumpen,   Bindfaden,   Leder, Gummi,   Garten- und Parkabfälle,     Schlachthausabfälle   und anderes mehr und einer mehr oder weniger   grossen Wassermenge.   Trotz dieser vielartigen Erscheinungsformen bestehen diese Stoffe im wesentlichen aus 5 Elementen, wie C,   H2, 0 , N2 und   S. 



   Obwohl man heute eine Unzahl organischer Verbindungen kennt, gliedert sich der Hauptanteil dieser organischen Verbindungen in 4 Gruppen :
1. Kohlenwasserstoffe
2. Kohlehydrate (Stärke, Zucker, Zellulose), Lignine (Holzstoffe)
3. Fette, Öle, Wachse, Harze
4. Eiweissstoffe (Proteine). 



   Der Kohlenstoffgehalt in der Trockensubstanz schwankt bei den Kohlehydraten, Hemizellulosen und Zellulosen 
 EMI1.1 
 
<tb> 
<tb> zwischen <SEP> 40 <SEP> und <SEP> 45%
<tb> Lignine <SEP> 61 <SEP> - <SEP> 69% <SEP> 
<tb> Fetten <SEP> 70-78%
<tb> Proteinen <SEP> 50 <SEP> - <SEP> 55% <SEP> 
<tb> 
 Der Hausmüll enthält an : 
 EMI1.2 
 
<tb> 
<tb> Hemizellulosen <SEP> und <SEP> Zellulosen <SEP> 44%
<tb> Pertusane <SEP> und <SEP> Pektinstoffe <SEP> 8%
<tb> Lignine <SEP> 13%
<tb> Fette, <SEP> Harze, <SEP> Wachse <SEP> 2%
<tb> Eiweissstoffe, <SEP> Proteine <SEP> 3%
<tb> Asche <SEP> 15%
<tb> unbekannter <SEP> Rest <SEP> 15%
<tb> 
 
Der Heizwert des aschen- und wasserfreien brennbaren Mülls liegt bei zirka 4500 und 5000   kcal.   



   Derzeit werden die Abfälle durch Deponien,   Kompostierungs- oder   Verbrennungsanlagen beseitigt. Es werden zumeistVerrottungs- undVerbrennungsprozesse angewendet, wobei die organischen Substanzen mittels aerober Prozesse oxydiert werden und hiebei ihre freie Energie abbauen. Im Falle anaerober Prozessführung wird bei gleichzeitiger Methangewinnung die teilweise rückgewonnene Energie selbst wieder für den Abfallbeseitigungsprozess verbraucht. Nur in vereinzelten Fällen, bei günstigen Voraussetzungen, kann ein Teil der freien Abfallenergie als Dampf bzw. elektrische Energie rückgewonnen werden. Beim Einsatz von Kompostanlagen entsteht oft die Frage der Kompostabsatzmöglichkeit, so dass unverwertbarer Kompost gewissermassen auch als Abfall gewertet werden muss. 



   Erfindungsgemäss wird ein umweltfreundliches Verfahren vorgeschlagen, in welchem die Abfälle mittels eines Hydrolyse- und Extraktionsverfahrens behandelt werden, wobei beachtet werden soll, die möglichst Stoffe und deren potentielle Energie durch   Stoff- und Energiewechsel,   insbesondere die organischen, vegeta-   bilen Abfälle erhaltenbleiben.   Es handelt sich hiebei zumeist um die biochemische Energie, welche ursprüng- 
 EMI1.3 
 können wertvolle anorganische Rohstoffe mittels Recyclingverfahren rückgewonnen werden. Das Verfahren kann schlechthin mit einer biotechnologischen   Abfallverdauungsanlage   verglichen werden.

   Nicht zuletzt kann 
 EMI1.4 
 
B.einer Vorsortierung zur weitgehenden Abtrennung von Holz, Papier, Pappe, Glas, Metall, Kunststoff unterworfen und dann in an sich bekannter Weise einer sauren Hydrolyse in einem Bioreaktor unterzogen werden, der mit einer Anlage zum Versprühen und Erhitzen des Gutes in direkter Verbindung steht, und wobei die 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

    dampfförmigen Reaktionsprodukte rückgeführtFeiastsieb-7-in dieFeinstzerkIeinerungseinrichtung-6-rückgeführt.   Der feingemahlene Müll wird nur dann in den Intensivmischer --8-- eingebracht, falls gleichzeitig auch Klärschlamm aufbereitet werden soll ; hiebei wird das   Klärschlamm/Müll-Gemisch   über einen Trockner --9-- in einen Bioreaktor--10-- eingetragen.

   Es ist auch möglich, den entwässerten bzw. getrockneten Klärschlamm (43%   H20)   direkt in den Bio-   reaktor --10-- einzubringen.   Im Falle dass Klärschlamm nicht aufgearbeitet wird, d. h. nur organische Abfälle des Mülls zur Verwertung gelangen, wird der feingemahlene Müll direkt über den Trockner --9-- in den Bioreaktor-10-- eingeführt. ad B) Hydrolyse
Mit dem Einführen des Gutes in den Bioreaktor --10-- beginnt das Hydrolyseverfahren. 



   Der geschlossene Bioreaktor --10-- besteht aus einem Behälter, welcher mit einem   Rührwerk --10A--   versehen   und mit einem Absorber--11-- verbunden ist. IndenBioreaktor--10-- wird ein   Gas/Salzsäure-Gemisch (zum Teil auch als azeotropes Gemisch) mittels einer Pumpe --12-- aus einem tiefer beschriebenen   Sprühreaktor --14--,   der aus einem direkt oder indirekt beheizten   Röstofen   besteht, eingepresst, wobei eine Hydrolyse, vorzugsweise bei zirka   800C   und in zirka 10 bis 30 min erfolgt. Die Hydrolyse im Behälter-10kann, je nach Beschaffenheit des Einsatzes, sowohl chargenweise, als auch kontinuierlich erfolgen.

   Das Hydrolysat wird mitHilfe einer   Pumpe --13-- zum Sprühreaktor --14-- gebracht.   Mittels Zerstäubung wird das Hydrolysat im Gegen- oder Gleichstrom einem Heizgas bei zirka 200 C zugeführt. Das dabei freigesetzte   Dampf/Wasser-Gemisch   sowie die Verbrennungsgase werden durch die Pumpe --12-- über den Bioreaktor 
 EMI3.1 
 rend   H20,   wie angedeutet, abgeführt wird. Im   Sprühreaktor-14-erfolgt   die Trennung des   festen Röst-   gutes vom   Salzsäure/Wasserdampf-Gemisch.   



   Dieser Prozess kann auch mehrstufig erfolgen, wobei weitere Sprühreaktoren undTrockeneinrichtungen - mit oder ohne Vakuum herangezogen werden können. Es findet sowohl eine kontinuierliche Umsetzung bzw. Hydrolyse, als auch eine Sterilisation der Abfallstoffe statt. Bei einer derartigen Einrichtung besteht   dieExtraktionsanlage   aus   einem Lösebehälter, Rührkesselkaskaden,   Siebbandpressen, Ionentauscher, Trennsäulen, Fermenter sowie Löse-, Filtrations-, Wasch-. und Mischanlagen, Pumpen, Rohrleitungen und Messanlagen. 



   Das Abfallprodukt läuft, wie ersichtlich, kontinuierlich (wenn erforderlich aber auch diskontinuierlich) durch die Hydrolyseanlagen, während das Salzsäuregas und zum Teil auch Wasser bzw. Wasserdampf im Kreis geführt werden. Freiwerdendes   Salzsäuregas   aus dem Bioreaktor --10-- wird durch die Absorptionskolonne --11-- in denselben rückgeführt, wobei der mit   Säurenebel-und Wasserabscheidung   ausgestattete Ventilator --15-- auch die Verbrennungsgase der direkten Röstofebeheizung entsprechend den Reinheitsvorschriften in die Atmosphäre entlässt. 



   Um eventuelle Salzsäurerückstände zu entfernen, wird das Röstgut aus dem   Sprühreaktor-14-mittels   einer   Transportschnecke --14A-- einem Wirbelschichtreaktor --17-- zugeführt.   Das dabei freiwerdende restliche Salzsäuredampfgemisch wird gleichfalls über die Pumpe --12-- in den Bioreaktor --10-- eingepresst. 



   Der Wirbelschichtreaktor --17-- stellt zusätzlich eine apparative Variante dar, zu dem als Variante auch   einwirbelschichttrockner-18-inBetracht   gezogen werden kann, wobei nicht nur restliche Salzsäure, sondern auch eine weitgehende Entwässerung stattfinden kann. (Eine solche Entwässerung wird erforderlich sein, falls spezielle Extraktionen zur Abtrennung bestimmter Bestandteile, wie toxische Stoffe, Fette, Nukleinsäuren, Vitamine usw., erforderlich bzw. gewünscht sind. )
Das trockene Röstgut wird nunmehr in einem Bunker --19-- gelagert. ad C) Extraktion 
 EMI3.2 
 
 EMI3.3 
 bracht. 



   Es ist auch möglich, das Röstgut direkt ohne Wasserzusatz in eine Extraktionsanlage --22-- einzubringen, aus welcher mit einem beliebigen Extraktionsmittel, welches dem   Behälter --L-- entnommen   wird, mittels einer Pumpe --21-- die jeweiligen Extrakte,   z. B.   organische Stoffe, toxische Stoffe, Nukleinsäure oder Fette aus dem Röstgut in einem   Behälter --23-- extrahiert   und dann in einem   Behälter --25-- gesam-   melt werden. 



   Unter der Annahme, dass durch die Hydrolyse ein Teil der markomolekularen Verbindungen, insbesondere   die Eiweissstoffe   zu Peptiden bzw. zu Aminosäuren sowie die Polysaccharide und Zelluloseverbindungen teilweise zu Zucker hydrolysiert wird, werden hingegen die unlöslichen Feststoffe, wie Fette, Eiweiss usw., 
 EMI3.4 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 skade-24- im GegenstromIm   Lösebehälter --20--,   der auch als eine Sedimentiereinrichtung dient, wird die Dispersion (Röst- gut + Wasser) der Rühr- und Siebbandpressenkaskade zugeführt. Eventuell anfallende spezifisch schwere
Reststoffe, wie Metall-, Glasreste usw., sammeln sich in einem konischen Teil des   Lösebehälters   und wer- den im   Behälter --26-- gesammelt.   



   Die   Kaskade --24-- ermöglicht   einen   stufenweisen Waschprozess,   wobei jeweils mittels Siebbandpresse der entwässerte Feststoff in die direkt anschliessenden Rohrbehälter eingetragen, dabei neuerdings aufge- schlämmt und   über weitere Siebbandpressen wieder der nächsten Kaskadenstufe zugeführt wird. Je nach Los-   lichkeit der hydrolysierten Stoffe wird die Anzahl der Kaskadenstufen gewählt. 



   Beginnend in der Kaskade --24A-- wird Frischwasser dem Feststoff im Gegenstrom zugeführt und stu- fenweise über die   weiteren Kaskaden --24B   und   24C-- bis   zu   demLösebehälter-20-geleitet. Der nunmehr   ausgewaschene Feststoff wird in einer Trockentrommel --27-- einer Trocknung unterzogen, wobei weitgehend Wasser abgegeben wird, das über den Absorber --11-- der Hydrolyseanlage rückgeführt wird. Das nunmehr gereinigte Trockengut gelangt in   einen Bunker --28-- und kann   nach analytischer Überprüfung, z. B. als Tierfutterbasis   bzw. -zusatz --T   bzw. n, S-dienen. Das gelöste hydrolysierte Filtrat aus der Rührkaskade verlässt die   Siebbandpresse-29-.   



   Zur Abscheidung der Metallverbindungen wird mit Hilfe eines Ionentauschers --30-- mittels kationenaktiven, einem   Behälter-L-entnommenen   Chemikalien das Hydrolysat von den Metallsalzen befreit, die im   Behälter --31-- zur   Weiterverarbeitung entweder für eine Elektrolyse oder Röstgut gesammelt werden. 



   Auch die anorganischen Verbindungen werden mittels anionenaktiven Tauschern --32-- durch bestimmte, 
 EMI4.1 
 eines Fermenters --39--, z. B. zu Hefe und Nahrungseiweiss, zu fermentieren. Die Hefe bzw. das Fetteiweiss wird mit Hilfe einer Zentrifuge --41-- aus dem Fermentationsprozess abgeschieden und im   Behälter-40-   gesammelt, während der flüssige Bestandteil als Abwasser einem Klärwerk bzw. einer Abwasserreinigungsanlage mit Hilfe eines Pumpen- und Rohrleitungssystems --42-- oder dem Absorber --11-- der Hydrolyseanlage zugeführt wird. ad D) Aufarbeitung der rückgewonnenen Rohstoffe
Diese besitzen noch weitgehend ihre biologische Energie, so dass es von Interesse ist, daraus wertvolle Futterstoffe herzustellen.

   Vor allem eignen sich alle diese Stoffe bei entsprechenden Mischkombinationen zur Herstellung von Kraftfutter, das als Zusatzstoff für Fütterung von Kühen, Schafen, Ziegen, Hühnern, Schweinen usw., eingesetzt werden kann. 



   Nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, dass diese Kraftzusatzstoffe bei Vermischung mit einem Grünfutter als Basis für eine integrierte Nahrungsmittelfabrik in einer biologischen Kette eingesetzt werden kann, wie z. B. Grünfutter, Kraftstoffe-, Kuhhaltungs-, Molkereiprodukte (Käse, Milch und Butter) bzw. auch zur angeschlossenen Fütterung von Schweinen, Schafen, Hühnern usw., Verwendung finden kann. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht somit, im Rahmen eines   Recyclingsystems   sowohl einen Teil der Energie-, als auch der Rohstofflücke zu schliessen, wobei deren Anwendung zukünftig weltweite Bedeutung zukommen kann. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht eine Reihe anderer Verfahrensvarianten. Welche der Verfahren zum Einsatz gelangen, hängt sowohl vom Ausgangsmaterial, als auch vom gewünschten Endprodukt und dessen Verwertbarkeit ab. 



   Nach der selektiven Sammlung von Abfallmaterial bzw. Vermischung der Abfallkomponenten, wie Müll, Klärschlamm oder Kompost, wird vorerst eine Hydrolyse und anschliessend eine Extraktion durchgeführt. 



   Die Hydrolyse kann sowohl im sauren (Salzsäure), als auch im alkalischen (Ammoniak) pH-Bereich erfolgen. Für jede Hydrolyseart ist es erforderlich, dass auch die eingebrachte Salzsäure oder der Ammoniak im Kreislauf geführt wird. Dies erfordert, dass vorerst ein Röstgut der sauren Elektrolyse anfällt, anschliessend kann eine alkalische Hydrolyse erfolgen. Es ergeben sich hiebei weitere Varianten, so dass z. B. aus dem saurenRöstgut eine Extraktion, z. B. mit Wasser oder sonstigen Lösungsmitteln, erfolgt. Das ausgewascheneRöstgut wird einer alkalischen Hydrolyse unterzogen, welcher auch eine weitere Extraktion folgt. 



   Diese Durchführungsvariante ist abhängig von der Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und von der qualitativen Beschaffenheit der Hydrolyseprodukte. Die Weiterverarbeitung der Hydrolysate bzw. deren Reaktionsprodukte kann, wie in der zuerst beschriebenen Variante und der zuletzt beschriebenen durchgeführt werden. 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 



   Schliesslich ist es möglich, eine getrennte Hydrolyse sowohl von Müll, als auch von   Klärschlamm-KW-   (Klärwerk) durchzuführen, wobei beide Hydrolysate mit den festen Stoffgemischen gemeinsam in einem Sprüh- reaktor in Röstgut und Salzsäure-Wasserdampf-Gemisch zerlegt werden. Letzteres wird geteilt in die je-   weiligenBioreaktoren   der   Müll- bzw. Klärschlamm-Hydrolyseanlage rUckgefUhrt. Die Aufarbeitung desRöst-   gutes mittels Extraktion kann gemeinsam erfolgen. Es ist somit möglich, die Hydrolyse von Müll und Klär- schlamm in den Bioreaktoren unabhängig voneinander parallel zu führen und die entstandenen Reaktionspro- dukte getrennt abzuführen.

   Auch die Abröstung kann   parallelnebeneinander   geführt werden und die jeweiligen   erhaltenenRöstgute   einzeln oder vermischt oder durch weitere Zusätze einer Extraktion unterzogen werden.
Letzteres hat den Vorteil, dass   z. B.   kanzerogene oder metallhaltige Stoffe aus dem Klärschlamm, ohne die
Reaktionsprodukte des Müllschlamms zu verunreinigen, separat aufgearbeitet werden können. In diesem Zu- sammenhang kann die Temperatur im Sprühreaktor auch niedriger als angegeben,   z. B. 80 C,   sein. 



   Nicht zuletzt soll darauf hingewiesen werden, dass durch Hydrolyse selbst Cyanverbindungenin Ammoniak und Ameisensäure bzw. Ammoniumverbindungen und Nitrite zu Stickstoff, Kohlensäure und Wasser umge- wandelt werden, wobei eine weitgehende Entgiftung ermöglicht wird. 



   Die Zeichnung lässt auch im linken oberen Teil erkennen, wie der selektierte   Müll-Sperrgut --S--,   Glas, Metall,   Kunststoff-a--, Papier-b--, organische Abfälle-c--z. B. anteilig   direkt verschiedenen Verarbeitungsanlagen z. B. einerVerbrennungsanlage--m--, einer   Metallhütte-n--, einerGlashütte--o--,   einer Kunststoffverarbeitung --p--, einer   Papierfabrik--q--zugeführt   werden kann. 
 EMI5.1 
 --1 (-- eine Kompostanlage, --d-- eine- eine Zentrifuge,-l-einen Trockner. 



   Die Führung verschiedener Stoffe wird durch unterschiedliche Linien angedeutet, u. zw. bezeichnet die strichlierte Linie organische Substanz (Müll), die strichpunktierte Linie Extrakte (Zucker, Proteine, Fette), Strich-3 Punkte Wasser, punktierte Linie Salzsäure, Strich-Kreis Grünfutter, Strich Reststoffe. 



   Schliesslich sei bemerkt, dass an Stelle eines Röstgutes ein Trockengut stehen kann. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung von Tierfutter aus organischen Abfallstoffen, wie   z. B. Klärschlamm,   landwirtschaftlichen Abfallen (Kuhmist,   Tierfäkallen   usw. ), Abfällen nahrungsmittelverarbeitender Industrien und Hausmüll, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Abfallstoffe zunächst einer Vorsortie- rung zur weitgehenden Abtrennung von Holz, Papier, Pappe, Glas, Metall, Kunststoff unterworfen und dann in an sich bekannter Weise einer sauren Hydrolyse in einem Bioreaktor unterzogen werden, der mit einer 
 EMI5.2 
 sich bekannter Trennverfahren,   z. B.   durch neuerliche Extraktion zur Gewinnung weiterer verwertbarer Stoffe erfolgt. 



   2. VerfahrennachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet,   dass bei der sauren Hydrolyse die Salz-   säure bzw. azeotrope   HCl/HO-Gemische   und   1-12 0-Dampf   im Kreislauf geführt werden.

Claims (1)

  1. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl Müll, als auch Klärschlamm in weitgehend entwässertem Zustand (vorzugsweise zirka 40% H20-Gehalt) in einen Bioreaktor eingetragen werden.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Bioreaktor das Abfallbreigemisch mit Salzsäure bei einer Temperatur von wenigstens 200C bis vorzugsweise von80 () C unddarüber behandelt wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrolyse wenigstens 10 min, vorzugsweise wenigstens 20 min und darüber durchgeführt wird.
    6. VerfahrennachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet, dass eventuell entweichende Salzsäuregase bzw. azeotrope HCI-H20-Gemische in eine mit dem Bioreaktor verbundene Absorptionskolonne rückgeführt werden.
    7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der hydrolysierte salzsaure Stoffbrei in einen Sprühreaktor eingebracht, vorzugsweise eingedüst, wird, der durch indirekte oder direkte Beheizung auf eine Temperatur von vorzugsweise 180 bis 2500C aufgeheizt ist.
    '8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Versprühen unter Vakuum erfolgt.
    9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen in einen Sprüh- reaktor erfolgt, der als Röstofen ausgebildet sein kann und mehrstufig angeordnet ist. <Desc/Clms Page number 6>
    10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Reaktionsprodukt (Röstgut) aus dem Sprühofen in Wirbelschichtreaktoren, Wirbelschichttrockenöfen od. dgl., gegebenenfalls unter vermindertem Druck weitgehend von freier Salzsäure und Wasser befreit wird.
AT668976A 1976-09-09 1976-09-09 Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten AT350370B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT668976A AT350370B (de) 1976-09-09 1976-09-09 Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT668976A AT350370B (de) 1976-09-09 1976-09-09 Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten

Publications (2)

Publication Number Publication Date
ATA668976A ATA668976A (de) 1978-10-15
AT350370B true AT350370B (de) 1979-05-25

Family

ID=3588815

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT668976A AT350370B (de) 1976-09-09 1976-09-09 Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT350370B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0018348A1 (de) * 1979-03-01 1980-10-29 Ruthner, Othmar, Dr. Dipl.-Ing. techn. Verfahren und Vorrichtung zur Aufbereitung von Abfallstoffen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0018348A1 (de) * 1979-03-01 1980-10-29 Ruthner, Othmar, Dr. Dipl.-Ing. techn. Verfahren und Vorrichtung zur Aufbereitung von Abfallstoffen

Also Published As

Publication number Publication date
ATA668976A (de) 1978-10-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH720670A2 (de) Gerät zur thermischen Karbonisierung von kommunalem Schlamm
DE2952794C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Aufbereitung organischer Abfallmassen mit hohem Gehalt an Stickstoffverbindungen
EP1432535B1 (de) Verfahren zum aufbereiten von abfallstoffen und aufbereitungsanlage
WO1998041646A1 (de) Verfahren zur verwertung von pflanzlicher biomasse und schneckenpresse zur durchführung dieses verfahrens
DE3529445A1 (de) Verfahren zur rueckgewinnung von verwertbarem gas aus muell
DE102009015257B4 (de) Verfahren zur hydrothermalen Karbonisierung nachwachsender Rohstoffe und organischer Reststoffe
DE3015239A1 (de) Verfahren zur erzeugung von bio-gas aus hausmuell und klaerschlamm
DE102010010091B4 (de) Bioliquid-Verfahren
EP0866042A2 (de) Verfahren zur Behandlung von Bioabfällen
US7790044B2 (en) Method and apparatus for separation of chemical materials from feces
AT350370B (de) Verfahren zur herstellung von energieliefernden rohstoffen aus abfallstoffen, wie muell, klaer- schlamm und komposten
EP0589155B1 (de) Anaerobe Behandlung stark fetthaltiger Substanzen
DE10353728A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur anaeroben Behandlung von biologisch abbaubaren Substanzen
DE102008060140B4 (de) Biertreberhydrolyseverfahren
DE102017206190B4 (de) Verfahren zur Nutzung von Gülle und Biogasanlage zur Durchführung des Verfahrens
EP1923378A2 (de) Verfahren zur Aufbereitung von Gärresten und Vorrichtung zur Gewinnung von Dünger
DE102014001907A1 (de) Verfahren zur stofflichen und energetischen Verwendung biogener Reststoffe von Braustätten und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
AT412276B (de) Verfahren und anlage zur herstellung von biogas aus biomüll
EP3400775A1 (de) Vorrichtung zur gewinnung von milchsäure aus silierter biomasse und verfahren zum behandeln von silage
DE4308921A1 (de) Verfahren zur Behandlung von Bioabfällen oder dergleichen
WO2011104259A1 (de) Anlage und verfahren zur hydrothermalen karbonisierung von biomasse und kohlenstoffhaltiges produkt aus dem verfahren
DE102014001909B4 (de) Verfahren zur stofflichen und energetischen Verwertung biogener Reststoffe von Anlagen zur Stärkeproduktion und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
AT18621U1 (de) Gerät zur thermischen Karbonisierung von kommunalem Klärschlamm
DE19608308C2 (de) Verfahren zur verbesserten Verwertung von organischen Abfallprodukten bei der Biogaserzeugung
EP4357459A2 (de) Aufbereitung einer faserhaltigen biomasse mit pansensaft

Legal Events

Date Code Title Description
ENE Inventor named
ELJ Ceased due to non-payment of the annual fee