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Die Erfindung betrifft eine Klebesicherung für Schraubverbindungen mit Mutter und einem im Bereich der Gewindegänge angeordneten hohlen, mit einem vorzugsweise anaeroben Kleber gefüllten, zerstörbaren
Behälter.
Es ist bekannt, eine Schraubverbindung dadurch zu sichern, dass vor dem Herstellen der Verbindung in die Gewindegänge ein anaerober Kleber eingeträufelt wird, der sich beim Schraubvorgang über einen
Teil der Gewindelänge verteilt und dort die Sicherung bewirkt. Im Zuge der Automatisierung hat man bereits versucht, den händisch durchzuführenden Vorgang des Einbringens des Klebers in den
Gewindebereich zu beseitigen. Dazu wurde eine ringförmige Dichtung geschaffen, die als Hohlkörper ausgebildet war und vor dem Einschrauben des Bolzens auf diesen aufgeschoben wurde. Diese Dichtung wurde dann beim Festziehen zwischen Kopf und Gegenfläche gequetscht, so dass mit der Zerstörung das
Klebemittel frei wurde.
Zu diesem Zeitpunkt allerdings konnte der Kleber kaum mehr in die Gewindegänge eindringen, sondern quoll seitlich neben dem Schraubenkopf heraus.
Diese Beilage wurde noch dadurch verbessert, dass man an ihrer, der Schraube zugewendeten Seite eine Sollbruchstelle vorsah. Es sollte damit erreicht werden, dass die das Klebematerial enthaltende Beilage stets beim Anziehen der Schraubverbindung an der Stelle platzt, an der der Austritt des Klebematerials erfolgen soll.
Nachteilig bei dieser Ausführung ist es allerdings, dass der unregelmässig zerstörte Körper, der die
Beilage bildet, genau in der Sitzfläche der Schraube bzw. Mutter liegt, die exakt gearbeitete Passfläche überdeckt und dadurch den Sitz beeinträchtigt. Es ist selbstverständlich, dass beim Zerquetschen z. B. eines Kunststoffhohlkörpers unter den grossen Kräften, die beim Schraubvorgang auftreten, der
Hohlkörper teilweise zerrieben wird und durch unkontrollierbare Formveränderungen keine gleichmässige
Beilage für den Schraubensitz mehr bildet. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn in der ringförmigen
Beilage eine Sollbruchstelle z. B. exzentrisch angeordnet ist.
Ferner ist eine Reibungsauflage in den Gewindegängen einer Mutter bekannt. Diese Reibungsauflage wird plastisch verformt und fliesst in die toleranzbedingten Lücken bei einer Schraubverbindung, die dadurch zwar schwergängiger festzuziehen ist aber gleichzeitig besser halten soll. Ein Kleber ist bei dieser Ausführung nicht vorgesehen.
Sehr ähnlich dazu ist eine plastisch verformbare Schraubensicherung, die unter dem Handelsnamen "Nylstop"bekanntgeworden ist. Es handelt sich um einen Kunststoffring in der Mutter, in den der
Gewindebolzen beim Aufschrauben erst ein Gewinde hineindrücken muss. Dadurch entsteht eine
Klemmwirkung zur Sicherung der Schraubenverbindung.
Man hat auch bereits die gesamte innere Oberfläche im Gewindebereich einer Rohrverbindung mit einer Schicht aus Mikrokapseln überzogen, die ein Dichtmittel enthalten. Das Aufsprühen von Mikrokapseln bringt in der Praxis relativ wenig Erfolg, da in der statistischen Verteilung nur wenige Kapseln, tatsächlich die erwartete Wirkung haben und das Dichtmittel freisetzen. Die Menge an Dichtmittel ist zudem mikroskopisch gering, die Menge an Kapselmaterial (Hüllmaterial) jedoch wesentlich grösser, so dass in erster Linie das Kapselmaterial als unerwünschter Nebeneffekt in der Schraubverbindung unkontrolliert verteilt ist. Generell kann die Qualität der Abdichtung mittels Mikrokapselung nicht vorbestimmt werden.
Für eine derart abgesicherte Verbindung kann keine Garantie gegeben werden. Der Grad der Absicherung ist nicht vorwählbar. Es besteht sogar die Möglichkeit einer Verschlechterung der Verbindung durch das Hüllmaterial der Kapseln. Weiters ist eine Klebepille in einer Ansenkung einer Mutter bekannt. Bei dieser Ausbildung wird an einem Ende der Mutter bei Zerstörung der Pille plötzlich die gesamte Menge des Klebers freigesetzt, der seitlich aus der gegenüber der Gewindebohrung verbreiterten Ausnehmung herausquillt. Eine gleichmässige Verteilung des Klebers kann nicht erreicht werden. Infolge der ringförmig am Umfang angeordneten Behälters gelangt die zerstörte Behälterhülle konzentriert in die ersten Gewindegänge und bewirkt eine Abdichtung gegenüber dem eigentlichen Kleber, der nicht ausreichend in die Gewindegänge eindringen kann.
Es ist ferner eine Mutter aus nachgiebigem Kunststoff bekannt, die zur Erhöhung ihrer Elastizität mit axialen Dehnungsfugen ausgestattet ist. Ein Teil der Bohrung der Mutter ist gewindelos ausgebildet.
Beim Aufschrauben der Mutter auf einen Bolzen wird die Mutter bei Erreichen des gewindelosen Teiles elastisch beansprucht, da der Bolzen in die Mutter erst ein Gewinde einpressen muss.
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Die Erfindung zielt darauf ab, die Nachteile der bekannten Ausbildungsformen zu beseitigen. Dies wird bei einer Klebesicherung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass die Mutter für den Behälter mindestens eine an sich bekannte in der Bohrung axial verlaufende, die Mehrzahl der Gewindegänge durchsetzende Nut aufweist.
Der Behälter liegt auf diese Weise nach Festziehen der Schraubverbindung nicht mehr in der Passfläche und bildet daher keine belastete, störende Beilage für den Schraubensitz.
Bei der Dimensionierung ist somit die Berücksichtigung einer Beilage, wie z. T. beim Stand der Technik, nicht erforderlich. Der Schraubensitz bleibt sauber und frei von den Resten des Behälters, die einen grossen Unsicherheitsfaktor darstellen können. Ferner ergibt sich der Vorteil bei der axialen Anordnung des Behälters in der Schraubenmutter, dass die Zerstörung des Behälters nach und nach beim Aufschrauben der Mutter auf den Bolzen erfolgt und dass sich somit beim Schraubvorgang der Kleber zwangsläufig über den gesamten Bereich der Gewindelänge verteilt.
Ferner ist eine axiale Nut z. B. in Form einer Bohrung in einer Mutter leichter herzustellen als eine Ringnut. Wenn die Bohrung über mehr als die Hälfte ihres Querschnittes im Material der Mutter verläuft, dann wird der Behälter von der Bohrung etwas umfasst und auf diese Weise gehalten. Schliesslich ist die Herstellung des notwendigen länglichen Behälters und dessen Füllung wesentlich einfacher möglich, da man beispielsweise von einem gefüllten dünnwandigen Schlauch ausgehen kann, der in gleichmässigen Abständen verschweisst und durchtrennt wird.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Schraubenbolzen vor dem Aufschrauben einer mit der erfindungsgemässen Klebesicherung versehenen Mutter und Fig. 2 eine Ansicht dazu von oben.
In Fig. l ist ein Schraubenbolzen-l-dargestellt, auf welchen eine Mutter --2-- aufgeschraubt werden soll. Die Mutter --2-- ist mit der erfindungsgemässen Klebesicherung ausgestattet. Dazu weist sie eine in axialer Richtung verlaufende Nut --3-- auf, in welcher ein Behälter --4-- gehalten ist. Der Behälter besteht aus zerstörbarem, dünnem Material und enthält einen anaeroben Kleber. Damit der Behälter --4-- aus der Nut --3-- nicht herausfällt, kann die Form der Nut dem Behälterquerschnitt angepasst sein, also beispielsweise den Kreisquerschnitt auch geringfügig übergreifen.
Beim Aufschrauben der Mutter --2-- auf den Bolzen wird der Behälter nach und nach zerstört und somit entsprechend der Einschraubtiefe jeweils eine bestimmte Menge des Klebers freigesetzt. Dadurch ergibt sich eine gleichmässige Verteilung des Klebers über das gesamte Gewinde der Mutter --2--. Die zerstörte Behälterwand wird infolge der Anordnung des Behälters in der axialen Nut --3-- vollständig in der Nut aufgenommen. Sollten Teile der Behälterwand in das Gewinde gelangen, so fallen sie automatisch nach einer Umdrehung wieder in die Nut zurück. Ein allmähliches unkontrolliertes Festklemmen der Mutter durch sich in den Gewindegängen aufstauendes Behälterwandmaterial ist ausgeschlossen.
Der stäbchenförmige Behälter kann sehr leicht aus einem gefüllten Schlauch, der thermisch durch Abklemmen getrennt wird, hergestellt werden.