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Die Erfindung bezieht sich auf einen aus Wagenkasten und Verdeck bestehenden Kinderwagenaufsatz, dessen eines Ende einen insbesondere erhöhten Sichtteil aufweist und der gegebenenfalls mit einem Bodenfach versehen ist.
Kinderwagen mit einem Sichtteil dienen insbesondere dazu, dem Kleinkind von Anfang an auch ausser
Hause die Bauchlage zu ermöglichen, die gegenüber der Rückenlage sehr beachtliche gesundheitliche Vorzüge hat.
Geeignete Sichtkinderwagen sind beispielsweise in den deutschen Offenlegungsschriften 1909653,
2035412,2135185 und 2215211 offenbart ; sie können mit einem Bodenfach versehen sein, dessen Anordnung und Ausgestaltung sich dem deutschen Gebrauchsmuster 1988886 entnehmen lässt.
Eingehende medizinische Untersuchungen haben erwiesen, dass und warum das Aufziehen von Kleinkindern in der Bauchlage im allgemeinen der Rückenlage vorzuziehen ist, doch hat sich neben zahlreichen regelmässig auftretenden Vorteilen in seltenen Fällen auch einmal ein Nachteil gezeigt. Durch die Bauchlage kann es unter
Umständen bedingt sein, dass die Füsse des Kleinkindes sich nicht einwandfrei entwickeln, weil z. B. schon postnatal ein Hackenfuss vorlag oder wegen des ständigen Aufliegens auf der Matratze, welche zur Förderung des allgemeinen Gesundheitszustandes verhältnismässig hart sein soll, eine Behinderung eintritt. Ein Pseudoklumpfuss ist nicht ausgeschlossen.
Es ist ein wichtiges Ziel der Erfindung, die bekannten Sichtkinderwagen unter Beibehaltung ihrer günstigen
Eigenschaften mit einfachen und wirtschaftlichen Mitteln weiter zu verbessern, so dass die vorstehend genannten
Mängel bzw. Erkrankungen bei der Lagerung des Kleinkindes im Kinderwagen gelindert werden oder gar nicht erst auftreten. Auch für die gesunden Kinder soll die Erfindung eine Erleichterung der Bauchlage bewirken.
Bei einem Kinderwagenaufsatz der eingangs genannten Art ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass an dem
Ende, das dem Sichtteil gegenüber liegt, im Boden des Aufsatzes eine abdeckbare, quer über den Boden reichende Vertiefung vorhanden ist. Diese bietet den Füssen des liegenden Kindes Raum, so dass die
Bequemlichkeit wesentlich gefördert wird und der Vorderfuss von dem Auflagedruck entlastet wird, der bei durchgehend waagrechter Unterlage zwangsläufig zustandekommt. Infolgedessen können sich die Füsse ungehindert entwickeln, und es lassen sich jedenfalls solche Fusserkrankungen vermeiden, die in den erwähnten seltenen Fällen von der Bauchlage herrühren können. Zweckmässig reicht die Vertiefung quer über den ganzen Boden, doch ist es nach der Erfindung auch möglich, eine weniger breite Vertiefung vorzusehen.
Durch eine Abdeckung erreicht man, dass der Zustand eines normalen Kinderwagens mit durchgehendem Boden jederzeit herstellbar ist. Infolgedessen lässt sich ein erfindungsgemässer Aufsatz genauso verwenden wie herkömmliche Kinderwagen.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Vertiefung einen wannenartigen Einsatz aufnimmt, der insbesondere einstückig aus Kunststoff gefertigt ist, so dass mit geringem Herstellungsaufwand ein sicherer Abschluss des Aufsatzbodens auch an der Stelle der Vertiefung gewährleistet ist. Der Einsatz kann aus einer etwa rechteckigen Wanne mit wenigstens einer ebenen Verlängerung bestehen, die an eine der beiden langen Oberkanten parallel anschliesst. Indem ein solcher Einsatz in Längsrichtung des Aufsatzes versetzbar und insbesondere seitenverkehrt in der Vertiefung umsetzbar ist, kann man den erfindungsgemäss vorgesehenen Fussraum verlagern und den Kinderwagenaufsatz so dem Wachstum des Kindes anpassen.
Wenn nach einer Weiterbildung der Erfindung die Verlängerung an die Wanne mit einer niedrigen Stufe oder bündig anschliesst, erfolgt der übergang vom durchgehenden Boden in die Vertiefung entweder glatt bzw. eben oder mit einem Abstand, welcher zweckmässig der Höhe von Auflageteilen, Einlagestücken, Matratzenabschnitten usw. entspricht.
Nach einem andern Merkmal der Erfindung ist die Vertiefung als Bodenaussparung ausgebildet, welche an das in Längsrichtung verkürzte Bodenfach anschliesst und in welcher der Einsatz herausnehmbar und/oder verschieblich angeordnet ist. Bei dieser Konstruktion wird der erfindungsgemäss vorgesehene Fussraum dadurch geschaffen, dass ein ohnehin vorhandenes Bodenfach verkürzt und durch die Vertiefung fortgesetzt ist, die den Einsatz in verschiedenen Lagen aufnehmen kann. Indem dieser in Längsrichtung des Aufsatzes unsymmetrisch gestaltet ist, kann man durch einfaches Umdrehen des Einsatzes die Stellung der Wanne in bezug auf das Aufsatzende, also die Entfernung zur benachbarten Stirnwand, verändern. Zur Festlegung des Einsatzes in der Bodenaussparung kann ein herausnehmbares Zwischenstück vorhanden sein.
Es ist aber auch möglich und erfindungsgemäss vorgesehen, dass der Einsatz in der Vertiefung einrastbar ist, vorzugsweise durch Einschnappen in seitlichen Ausnehmungen. Dadurch ist eine wichtige Sicherung gegeben, die ein unbeabsichtigtes Entnehmen oder Herausfallen des Einsatzes auf einfachste Weise verhindert, gewollte Lageveränderungen aber jederzeit gestattet.
Erfindungsgemäss ist ferner vorgesehen, dass mit dem Einsatz eine Platte gelenkig und/oder steckbar verbunden ist. Diese kann entweder zur Abdeckung des Einsatzes dienen oder eine Fussstütze bilden, an der das auf dem Bauch liegende Kleinkind mit den Füssen Widerhalt findet. Herstellung und Verwendung sind besonders einfach, wenn die Platte im wesentlichen rechteckig ist und an den Ecken einer Langseite Aussparungen hat, welche die Einpassung der Platte in die Wanne ermöglichen.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Platte im Winkel zur Bodenfläche festsetzbar ist, insbesondere etwa parallel zur benachbarten Stirnwand des Aufsatzes oder senkrecht zu seinem
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Boden. Je nach den Gegebenheiten kann die Platte also in einer Lage festgesetzt werden, die den Bedürfnissen des Kleinkindes am meisten entspricht.
Konstruktiv kann dies so gelöst werden, dass die Wanne an ihren kurzen Seiten wenigstens je eine Rille aufweist, in welche die Platte formschlüssig einsteckbar ist. Es können auch mehrere senkrechte Rillen vorhanden sein, insbesondere je eine an jedem Ende der kurzen Wannenseiten, doch kann man die kurzen Wannenseiten auch insgesamt wellblechartig gerillt ausbilden. Entsprechende Rillen können im Boden der Wanne vorhanden sein, wenngleich das nicht unbedingt notwendig ist. Eine besonders kostensparende Fertigung erzielt man, indem die Rillen durch wenigstens eine parallel zu einer Längsseite der Wanne verlaufende einspringende Rippe gebildet sind, die bei der Formung der Kunststoffwanne von vornherein eingeformt werden kann.
Eine andere Möglichkeit besteht nach der Erfindung darin, dass die Platte an Achsstummeln in mit dem
Boden fest oder verstellbar verbundenen Lagern schwenkbar gehaltert ist. Hiebei passt sich die Platte in ihrer
Lage dem jeweiligen Fussdruck an, so dass sich stets die günstigste Winkellage einstellt. Erfindungsgemäss ist auch vorgesehen, die Platte in der gewählten Winkellage festzusetzen, was schon durch schwergängige Schwenklager, durch seitlichen Andruck od. ähnl. reibschlüssige Mittel geschehen kann.
Die Erfindung sieht ferner vor, dass die Platte gewölbt hat oder beim Einstecken in den Einsatz gewölbt wird, u. zw. insbesondere zur benachbarten Stirnwand des Aufsatzes hin, so dass für ein in der Bodenmitte liegendes Kind bei beliebiger Drehung zur einen oder andern Seite hin die gleiche Stützwirkung der Platte bestehen bleibt.
Nach der Erfindung kann ferner eine in die Vertiefung bzw. den Einsatz einpassbare Matratze vorhanden sein, die ein- oder mehrteilig ausgebildet und an die Einsatzteile anlegbar ist. Dadurch entsteht ein gepolsterter Übergang überall dort, wo die Matratze ihre Ebene verlässt, um den Füssen des Kleinkindes eine gepolsterte Auflage zu verschaffen. Auch die Platte kann von einem daran festlegbaren Matratzenteil überdeckt bzw. überdeckbar sein. Ein solcher vorzugsweise etwas dünnerer Matratzenteil lässt sich mit seinem Ende beispielsweise an Druckknöpfen, Schnapprasten od. dgl. entweder an der Rückseite der Platte oder an der benachbarten Stirnwand festlegen, wenn die Platte nicht hochsteht.
Wahlweise oder zusätzlich kann erfindungsgemäss vorgesehen sein, dass zumindest eine Seite der Platte und/oder das Innere der Wanne eine Polsterung aufweist. Dadurch wird eine besonders gleichmässige, weiche Auflage der Füsse sichergestellt, was dem Wohlbefinden des Kleinkindes sehr zugute kommt.
Während das Bodenfach bei herkömmlichen Kinderwagen im allgemeinen vom Fussteil des Aufsatzes her zugänglich ist, sieht die Erfindung vor, dass das Bodenfach zu der Vertiefung hin geschlossen und von einer unter dem Sichtteil befindlichen Klappe aus zugänglich ist. Der durch die Vertiefung eingenommene Raum behindert also die Benutzung des Bodenfaches nicht. Zur Aufsatzmitte hin kann an die Vertiefung einerseits und an die Klappe anderseits je eine am Boden befestigte Schiene unmittelbar anschliessen, welche Befestigungsmittel, z. B.
Knopfrasten, zum Anbringen des Aufsatzes an einem Gestell trägt oder bildet. Dies trägt zur Festigkeit der Konstruktion wesentlich bei, weil die Schienen die z. B. von einer Folie gebildete untere Fläche des Bodenfachs übergreifen und dadurch sicher haltern. Zugleich kann eine solche Schiene die Begrenzung der Vertiefung bilden, während eine zweite Schiene als Gelenkkante für die Klappe des Bodenfaches fungiert.
Zur Erleichterung des Gebrauchs sieht die Erfindung vor, dass der Einsatz mit einer Handhabe versehen ist, insbesondere mit einem Griffloch in der Verlängerung, einer Daumenrast od. dgl., so dass sich der Einsatz bequem erfassen und umsetzen lässt, wenn dies erforderlich wird.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnungen. Darin zeigen Fig. l einen schematisierten Längsschnitt durch einen erfindungsgemässen Kinderwagenaufsatz, Fig. 2 einen vergrösserten Längsschnitt durch den Fussteil eines Kinderwagenaufsatzes nach der Erfindung, Fig. 3a eine Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Einsatz, Fig. 3b eine Seitenansicht einer Platte zur Verwendung in Verbindung mit einem Einsatz nach Fig. 3a, Fig. 4a eine Draufsicht auf ein Zwischenstück, Fig. 4b eine Draufsicht auf einen abgewandelten Einsatz, Fig. 5a eine Draufsicht auf noch eine andere Ausführungsform eines Einsatzes und Fig.
5b eine Seitenansicht einer Platte zur Verwendung in Verbindung mit einem Einsatz nach Fig. Sa.
Fig. l stellt einen in seiner Gesamtheit mit--l--bezeichneten Kinderwagenaufsatz dar, der aus einem Wagenkasten --2-- mit lösbar angebrachtem Verdeck --3-- besteht und einen erhöhten Sichtteil-5aufweist, der im gezeichneten Ausführungsbeispiel das eine Ende des Wagenkastens --2-- einnimmt und ausser einem Stirnfenster zwei daran anschliessende Seitenfenster aufweist. An der Oberkante dieser Sichtkanzel - ist ein Gelenk --33-- angebracht, das eine Sichtabdeckung-32-schwenkbar haltert. Der
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abnehmbare Einheit bildet.
Für die Erfindung wesentlich ist die Gestaltung des Bodens --4-- eines solchen Aufsatzes An demjenigen Teil, das dem Sichtteil--5--gegenüberliegt, hat der Boden --4-- eine Vertiefung oder
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Bodenfach --8-- hat unter dem Scihtteil --5-- eine Klappe --9--, die mit einem Verschluss-10festgelegt werden kann, der beispielsweise Druckknöpfe, Schnapprasten od. dgl. umfasst. Im Inneren des Aufsatzes --l-- liegt auf dem Boden--4--eine Auflage--22--in Form einer dünnen Platte oder einer sonstigen Versteifung.
Darüber befindet sich die Matratze--23--, deren etwas dicker gepolsterter Hauptteil an der Vertiefung --6-- endet und die in einen dünneren Ansatz --24-- übergeht, beispielsweise mit Abnähern od. dgl., so dass eine oder mehrere Gelenkstellen vorhanden sind. Das Ende dieses Ansatzes --24-- kann entweder, wie mit gestrichelter Linie gezeichnet, beispielsweise mit Druckknöpfen-26-an der Stirnwand --19-- des Fussteils festgelegt werden, oder mittels Druckknöpfen-25-an der Rückseite einer Platte --17--, die mit einer Polsterung --27-- versehen und in den Einsatz --7-- eingesteckt ist. Diese Lage ist
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Die vergrösserte Darstellung der Fig. 2 lässt Einzelheiten einer Anordnung erkennen, die derjenigen von Fig. 1 ähneln. Gleichartige Teile sind daher mit den gleichen Bezugszahlen versehen. In die Aussparung --6-- des Bodens --4-- ist ein Einsatz-7-eingefügt, der sich insbesondere an den Seiten des Rahmens-34abstützt, welcher die Tragkonstruktion des Kinderwagenaufsatzes --1-- bildet. Der Einsatz --7-- hat eine im wesentlich rechteckig gestaltete Wanne deren Form beispielsweise aus Fig. 4b hervorgeht. In die rechteckige Wanne --11-- sind zwei Rillen-20, 20'-gebildet sind, in welche die Platte-17eingesteckt werden kann.
Mit ausgezogenen Linien ist eine Lage der platte --17-- gezeichnet, bei der diese
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liegenden Kleinkindes in der Wanne --11-- Platz finden. Die Wanne --1-- des Einsatzes --7-- geht an ihrer einen Langseite in eine Verlängerung bzw. einen Flügel-12-über, während an der andern Seite ein kürzerer Rand --16-- vorgesehen ist. In Längsrichtung des Aufsatzes--l--ist der Einsatz--7--somit unsymmetrisch, so dass man durch einfaches Umdrehen und seitenverkehrtes Einfügen in die Vertiefung--6-- die Lage der Rillen --20, 20'-- und also ihren Abstand zur Stirnwand --19-- hin verändern kann. Dadurch ist es möglich, der Grösse des Kleinkindes und seinem Wachstum Rechnung zu tragen, weil sich die
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gewölbt auch eben verlaufen.
Fig. 3a zeigt, dass ein Einsatz--7-gemäss der Erfindung nur eine Rile --20-- zu haben braucht, die von einer eingeformten Rippe --21-- gebildet ist. Der übergang von der Wanne-11-zu der Verlängerung --12-- kann mit einer kleinen Stufe --13-- erfolgen, wie das auch in Fig. 2 dargestellt ist. Dadurch ist eine Anpassung an unterschiedlich hohe Einlageteile möglich, beispielsweise auch zur nahtlosen Auflage des Ansatzes --24-- der Matratze-23--. Statt der Verlängerung --12-- kann auch ein loses Zwischenstück-14-vorgesehen sein (Fig. 4a), das eine Leiste --15-- trägt und in Längsrichtung des Aufsatzes-l-vor oder hinter einem Einsatz --7-- gemäss Fig.4b in die Vertiefung-6-eingefügt werden kann.
Dadurch ist es möglich, noch mehr Spielraum für die Veränderung des Abstandes der Rillen-20 bzw. 20'-von der Stirnwand --19-- zu schaffen. Abweichend von den in Fig. 3a und 4b gezeichneten Ausführungsbeispielen kann der Einsatz--7--auch zahlreiche Rillen aufweisen, indem beispielsweise die kurzen Rechteckseiten der Wanne --11-- wellblechartig gerippt oder gerollt sind, wobei entsprechende Rippen im Boden der Wanne --11-- vorhanden sein können aber nicht müssen. Die platte --17-- hat an den Ecken einer Langseite
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formschlüssig in den durch Punkte angedeuteten Steckaufnahmen festgelegt werden können.
Die Federschellen --28-- dienen dazu, Achsstummel-29-zu übergreifen, mit denen eine Platte --17-- in der Wanne - schwenkbar gehaltert werden kann. Zweckmässig ist eine durchgehende Stange vorhanden, die mit Schellen --36-- an der Platte --17-- befestigt ist und deren Enden als Achsstummel dienen. Durch geeignete Ausbildung der Federschellen --28-- kann die Schwenklagerung an den Achsstummeln --29-- so schwergängig sein, dass die Platte--17--in jeder Winkellage zu der Wanne--11--bzw. dem Boden --4-von alleine feststeht, bis eine Krafteinwirkung eine neue Einstellung erzwingt.
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