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Vorrichtung zum Herstellen von Hohlsträngen aus Glas
Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen zum Herstellen von Hohlsträngen aus Glas, mit einer aus mindestens zwei Mantelteilen und einem Kern bestehenden Leitvorrichtung zum Biegen eines auf Verformungstemperatur befindlichen Glasbandes zu dem gewünschten Strangprofil, bei welcher die Innenfläche der Mantelteile zum kontinuierlichen, vollständigen Überführen des ebenen Glasbandes in die Profilform des Strangprofiles bei einander überlappenden Bandrändern ausgebildet ist und der innerhalb des von den Mantelteilen umschlossenen Hohlraumes untergebrachte Kern wenigstens in Nähe der Austrittsöffnung der Leitvorrichtung mit einer Längsnut zur Aufnahme des inneren der einander überlappenden Bandränder versehen ist, nach Patent Nr. 270912.
Die Leitvorrichtung solcher Vorrichtungen bestand bisher aus Gusseisen oder hitzebständigem Sonderstahl und weist eine verhältnismässig komplizierte, geometrische Gestalt auf, was die Anwendung teurer und zeitraubender Kopierverfahren bei der Fertigung bedingt. Der Hauptnachteil liegt jedoch darin, dass das auf den Walzen geformte Glasband, das eine hohe Temperatur besitzt, auch die Leitvorrichtung auf eine Temperatur erwärmt, bei welcher das Glas zum Haften an den metallischen Flächen neigt und sich das hängenbleibende Band verformt. Deshalb lassen sich Hohlstränge mittels solcher Vorrichtungen nicht herstellen, denn eine Herabsetzung der Temperatur der Vorrichtungsbestandteile mit Hilfe einer intensiven Wasser-, Gas-oder Luftkühlung führt auch zu einer Abkühlung des Glases, die dessen Verformbarkeit zu stark vermindert, so dass der Formvorgang gestört wird.
Es ist das Ziel der Erfindung, die oben aufgezählten Nachteile zu beseitigen und eine zur Fertigung von Hohlsträngen geeignete Vorrichtung zu schaffen, die einfach herzustellen sowie betriebssicher ist und die Produktion von Werkstücken mit hoher Oberflächengüte ermöglicht. Dieses Ziel lässt sich mit einer Vorrichtung des eingangs umrissenen Aufbaues erreichen, bei welcher erfindungsgemäss sowohl die Mantelteile als auch der Kern der Leitvorrichtung aus Graphit bestehen.
Trotzdem bei Vorrichtungen zum Erzeugen von Bandglas die Benutzung graphitierter Oberflächen bekannt ist, stiess die Verwendung von Graphit als Baustoff für erfindungsgemässe Vorrichtungen zunächst auf Bedenken, denn es war zu befürchten, dass die relativ hohe Wärmeleitfähigkeit dieses Materials sich auf die herzustellenden Hohlstränge ungünstig auswirken werde, die ja nicht nur eine Schweissnaht, sondern im Bereich ihrer Kanten Zonen aufweisen, in denen bei zu intensiver Abkühlung unerwünschte Spannungen auftreten können. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass diese Bedenken unbegründet sind und erfindungsgemäss beschaffene Vorrichtungen die angestrebten guten Eigenschaften tatsächlich besitzen.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand einer beispielsweisen Ausführungsform näher erläutert, die in der Zeichnung veranschaulicht ist. Die Zeichnung zeigt in schematisierter Darstellung ein
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Schaubild einer erfindungsgemässen Vorrichtung zur Herstellung von rechteckigen Glashohlsträngen.
Auf ein Gestell--2--der wiedergegebenen Vorrichtung ist eine Leitvorrichtung aufgesetzt, die aus zwei Mantelteilen-3-und einem Kern-4-besteht. Mantelteil und Kern sind aus Graphit gefertigt. Am Eingangsende der Leitvorrichtung sind zwei gegenläufig antreibbare Walzen--l-- angeordnet, die einen Walzenspalt begrenzen, durch welchen ein Glasband--6--in die
Leitvorrichtung eintritt. Die Innenfläche der beiden einander gegenüberstehenden Mantelteile verläuft in Nähe des Eintrittsendes parallel zum Walzenspalt und ist anschliessend derart verwunden, dass das ursprünglich flache Glasband beim Durchlaufen der Leitvorrichtung kontinuierlich in die Profilform des herzustellenden Hohlstranges überführt wird, wobei sich die Stranglängsränder überlappen.
Der Kern --4-- ist an seiner Oberseite mit einer rinnenförmigen Längsausnehmung zur Aufnahme und Herstellung einer Schweissnaht --7-- versehen. Die Vorrichtung arbeitet in folgender Weise :
Wenn ein von den Walzen--l--kommendes, entsprechend hoch temperiertes Flachglasband --6-- die Leitvorrichtung durchläuft, werden die einander überlappenden Bandlängsränder miteinander verschweisst, so dass ein Hohlstrang vorgegebener Gestalt mit einer festen und dichten Naht - 7-- entsteht. Der aus der Leitvorrichtung ausgetretene Strang wird über Walzen--8--in einen
Glühofen transportiert, anschliessend abgekühlt und in Abschnitte der gewünschten Länge unterteilt.
Hinter der Leitvorrichtung können Kalibrierkerne--5--angeordnet sein, mit welchen auch die Innenfläche des Hohlstranges an die vorbestimmte Gestalt angepasst wird. Die Kalibrierkerne--5-, von denen jeder eine Längsausnehmung zur Aufnahme der Schweissnaht aufweist, sind miteinander bzw. mit dem Kern --4-- der Leitvorrichtung mittels flexibler Glieder--9--verbunden.
Die Güte von Glasbauteilen, die im Industrie-und Wohnbau insbesondere bei der Errichtung von inneren Trenn-und Zwischenwänden, zum Ausfüllen von Fensteröffnungen usw. verwendet werden können, lässt sich z. B. bezüglich der Masshaltigkeit und der Oberflächenbeschaffenheit wesentlich verbessern, wenn bei der Herstellung dieser Glasbauteile von mit erfindungsgemässen Vorrichtungen erzeugten Hohlsträngen ausgegangen wird.