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Anordnung zum Signalisieren, gegebenenfalls auch zum Messen, Anzeigen oder Aufzeichnen von Bewegungen in Erd-, Schnee-oder Eismassen oder sonstigen beweglichen Materialien
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Neigungsmesser als Schwimmlot ausgebildet ist, dessen Lotdraht in einer verrohrten Bohrung im Untergrund verankert ist.
Die erfindungsgemässe Messanordnung ermöglicht, Art, Reichweite und Geschwindigkeit der Bewegung laufend zu beobachten, zu messen, aufzuzeichnen und gegebenenfalls auch zu einem ausserhalb der Gefahrenzone befindlichen Messraum, der sich beispielsweise im Maschinenhaus des aus dem Stausee betriebenen Kraftwerkes befinden kann, fernzuübertragen. Erreicht die Bewegung ein gefahrdrohendes Ausmass, so werden optische und akustische Warnsignale ausgelöst, die die unterliegende Bevölkerung rechtzeitig zur Räumung des gefährdeten Gebietes veranlasst. Ausserdem können Vorrichtungen, wie z. B. Auslassschieber, betätigt werden, durch die ein sofortiges Absenken des Seespiegels veranlasst wird.
Das selbsttätige Auslösen beispielsweise der Entleerungsorgane der von Rutschungen bedrohten Ufern eines Staubeckens oder in Bewegung geratener Sperrenwerke, losgelöst von allen persönlichen und administrativen Erwägungen und Entscheidungen, ist von ausserordentlicher Bedeutung. Sie ist besonders augenfällig dort, wo die massgebenden Personen nicht rechtzeitig verständigt werden können, oder eine durch Zweifel bedingte Verzögerung der Entschlussfassung zu einer Katastrophe führt.
Bezüglich des Standes der Technik sei bemerkt, dass es in Stahl- und Betonbauwerken schon bekanntgeworden ist, die richtige Aufführung des Bauwerkes durch in dieses eingebaute Messlote od. dgl. zu kontrollieren. Bei diesen Anordnungen liegt also eine gänzlich anders geartete Aufgabenstellung vor.
Die Zeichnungen veranschaulichen in den Fig. l, 2 und 3 Ausführungs- und Anwendungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes.
Die Messanordnung gemäss Fig. l weist einen in der sich bewegenden Masse verankerten, starren Hohlpfeiler 1 auf. Da die Bewegung s von der Oberfläche 2 des Rutschgebietes nach dem Inneren bis zur ruhenden Unterlage abnimmt, stellt sich der Hohlpfeiler schief. Im Inneren des Pfeilers sind Geräte untergebracht, die die Bewegung und Schiefstellung anzeigen, elektrisch abtasten, fernübertragen, fernanzeigen und fernaufzeichnen. Zur Ermittlung der Bewegung kann beispielsweise ein Gewichtslot 3 oder ein Schwimmlot verwendet werden. Beim Gewichtslot wird die Bewegung 4 als Auslenkung des Lotes gemessen. Mit Hilfe eines Klinometers k, einer Art Wasserwaage, ist beispielsweise der Neigungswinkel a zu messen. Der Hohlpfeiler kann durch einen abnehmbaren Deckel 6 verschlossen werden.
Durch eine Leiter gelangt man auf den Grund des Hohlpfeilers.
Gemäss Fig. 2 kann der Hohlpfeiler auch im ruhenden Untergrund, beispielsweise im Fels 7, verankert werden. Der Lotdraht 8, der im Boden 9 des Hohlpfeilers befestigt ist, wird durch den in einem Wasserbehälter 10 befindlichen Schwimmer 11 stets in die Vertikale gezogen. Die Bewegung der rutschenden Oberfläche 2 ist messbar, wenn von einem in der Hohlsäule angebrachten Fixpunkt 12 die Auslenkung des Drahtes gemessen wird.
Zu diesem Zweck kann dort eine Messuhr angebracht werden, die mit dem Draht zu kuppeln ist.
Diese Einrichtung gestattet aber auch, die Senkung oder Hebung zu beobachten, wenn man die Bewegung der Marke 12 auch in vertikaler Richtung misst. Bringt man im Pfeiler zudem einen Neigungswinkelmesser, z. B. ein Klinometer k an, so lässt sich auch die Neigungsänderung feststellen.
Werden an dem Pfeilerkopf in bekannter Weise feste oder auswechselbare, geodätische Markierungszeichen angebracht, so kann die Bewegung zusätzlich auf geodätischem Weg in längeren Zeitabständen überprüft werden.
Es ist nicht notwendig, den Hohlpfeiler in der ganzen Tiefe der sich bewegenden Masse zu errichten. Wie Fig. 3 zeigt, genügt es, die Pfeilerkammer l* nur über der Rutschoberfläche zu errichten und den Lotdraht 8 des Schwimmlotes in einer verrohrten Bohrung 13 im Untergrund 7 zu verankern (Fig. 3).
PATENTANSPRÜCHE :
1. Anordnung zum Signalisieren, gegebenenfalls auch zum Messen, Anzeigen oder Aufzeichnen von Bewegungen in Erd-, Schnee-oder Eismassen oder sonstigen beweglichen Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hohlpfeiler (1) derart tief in der beweglichen Masse bzw. auch im festen Untergrund (7) verankert ist, dass er bei auftretenden Bewegungen eine Neigung erfährt, und dass in seinem Inneren ein Lot (3) oder ein sonstiger Neigungsmesser (k) angeordnet ist, der bei auftretenden Neigungen des Pfeilers optische oder akustische Warnsignale auslöst und gegebenenfalls Organe betätigt, durch die zerstörende Wirkungen der in Bewegung befindlichen Masse verhütet werden.
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